Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

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Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Gischt spritzte ihm entgegen, als er am Bug des Schiffes stand und in die Ferne blickte... Er würde gerne sagen, das ein Blau-in-Blau-Anblick ihm begegnete, aber nein - der Himmel war Grau, überzogen von dunklen Wolken, die ein harscher Wind voran zu treiben schien. Hier unten war von dem kommenden Unwetter noch nicht viel zu spüren. Der Wind war kräftiger geworden, konnte nicht mehr Brise genannt werden. Zehrte an seinem Haar, bis er es sich schliesslich geflochten hatte. Nun triefte es von Nässe. Es regnete zu allem Überfluss auch noch.
Sein Blick schweifte umher, wanderte zu den Masten hoch, wo sich Matrosen und ein Luca tummelten. Die Masten waren dunkel von Nässe... Was für ein beschissenes Wetter. Da oben möchte ich jetzt nicht sein...
Die Segel wurden etwas gerafft - etwas, das man vor einem Sturm tat. Sein Blick schweifte weiter und überall sah er emsige Matrosen. Ein Bienenschwarm auf engen Raum, der sich auf Unwetter vorbereitete.
Unwetter... Aye für Matrosen ist dies hier noch nichts... Es wird noch schlimmer werden. Luca sollte da langsam runterkommen...
Den Gedanken schien auch Darna zu teilen, die mit kommandierender Stimme gegen den Wind hochrief:
"Luca! Zum letzten Mal, komm da sofort runter!"
Ein Schmunzeln wanderte über Cyrions Züge und er wandte sich von der Reling ab, um die Leiter in den Bauch des Schiffes zu benutzen. Unten angekommen, begab er sich zu seinem Pferd, sich an den Wänden abstützend, als eine Böh das Schiff wieder zum Schwanken brachte.
Er hasste Schiffe. Er hasste den sich ständig bewegenden Boden. Das ständig neue Verlagern des Gewichtes. Und die Einhergehende Übelkeit. Sie hielt sich in Grenzen, da er den Trank genommen hatte. Er fühlte sich flau, aber Übelkeit würde nicht aufkommen.
Mutter sei Dank... Nein bei dem aufkommenden schlechten Wetter über der Reling hängen... er war glücklich, das er die Piolen hatte.

Unruhig schnaubte seine Stute, als sie ihn sah. Sie mochte das Schaukeln nicht, was durchaus verständlich war und lag drum im Stroh, als das sie stand und sich ein Bein verstauchte oder gar brach. Leicht klopfte er ihren Hals und sprach nochmals mit dem Matrosen, der für die Tiere zuständig war.
Aye, sie würden sicher sein.
Aye sie würden sie festbinden wie alles andere, wenns hart auf hart kam.
Aye, die Ziege ist bereits gemolken worden...
Cyr fragte sich einen Moment, wer die Milch getrunken hatte, da Aryon weit weniger brauchte, als die Ziege gab. Ein kleines Schmunzeln zeigte sich, als er sich vorstellte, Milady würde die Milch angeboten werden. Er hatte inzwischen erfahren, das sie Ziegenmilch nicht besonders schätzte.
Wieder schmiss eine Böh das Schiff herum und er hielt sich an einem Pfosten fest, während das Pferd wieherte.
Der Wind wurde stärker... offenbar war die Zeit der lustigen Fahrt vorbei endgültig vorbei.
Rasch kletterte er die Leiter hinauf und blickte gen Himmel. Sturmwolken... Und die Böhen hatten sie schon erreicht. Das Wasser peitschte hoch und Matrosen riefen sich Befehle zu. Wie lange war er unten geblieben, das sich das Wetter so schnell verändern konnte? Er wusste es nicht genau, hatte er eine Zeitlang beruhigend auf seine Stute eingesprochen.
Sein Blick suchte den Himmel, die Masten und Seile ab. Doch fand ein schwarzer Schemen Cyrion, bevor dieser ihn ausmachte - ein Ruck durchfuhr ihn, als sich der Vogel aus dem Flug in seine Schulter krallte und laut krächzte. Der Vogel war unruhig - verständlich gab es hier nichts, das stillstand im Schiff. Keine Äste, die trotz Sturm sich nur leicht bewegten. Keine Windstillen Orte. Nichts, was ein Landvogel kannte.
"Ist gut, Murelay... Ich bring dich rein...."
Eine Hand am Vogel, ihn auf seiner Schulter haltend, stakste er zu den Kajüten. Die Türe öffnete sich und Adrian blickte ihm entgegen, sichtlich erleichtert, ihn zu sehen.
"Wir dachten schon, es hätte dich über Bord zurück nach Gerimor gespült."
Ein Lächeln zeigte sich auf Cyrions Zügen, amüsiert wie knapp. "So schnell werdet ihr mich nicht los. Auch wenn sich Luca das wünscht." Wieder Amüsanz in seiner Hoheit Zügen, während er sich hinter Cyrion den Gang entlang hangelte, während der Vogel sich kräftig den Regen aus dem Gefieder schüttelte.
"Luca wird sich bestimmt über ihre Anwesenheit freuen." Gab er wieder, zu dem Vogel herüber nickend. Ein leises Schnaufen ertönte und sein veilchenblauer Blick linste zu seinem krächzenden Raben.
"Ich werde sie nicht draussen lassen. Da kann er sich quer stellen."
Die Türe öffnent blickte er Luca entgegen. Sein Zimmergenosse... Prächtig!
Und dessen Miene wurde säuerlich als hätte er in eine Pampelmuse gebissen, als er ihn und den Vogel sah. Er machte schon den Mund auf, als Cyrion hineintrat, seufzend. Das würde ein lustiger Abend werden. Mal sehen wie lange dieser Rotzlöffel zetern würde, bis der Sturm ihn zu sehr beschäftigte. Mal sehen wie lange der Sturm anhalten würde. Er hoffe, er würde nicht den ganzen Tag dauern.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Glücklicherweise, so man es überhaupt derart nennen durfte, waren die Räumlichkeiten schnell verteilt. Ein Raum, welcher wohl für die Mitreise hoher Herrschaften ohnehin schon geschaffen war, stand für Adrian, Darna und Aaryon zur Verfügung. Die Kapitänskajüte war für Luca, Cyrion und Hudgarr geräumt worden. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass Hudgarr wohl lieber bei der Mannschaft schlafen wollte. Falls er überhaupt schläft. Müssen wir ihn betäuben um das zu gewährleisten? Er schob den Gedanken fort. So vernünftig würde Hudgarr schon sein, dass er sich den nötigen Schlaf suchen würde. Abgesehen davon war seine Wahl des Schlafplatzes sicherlich weise gewählt, bedachte man dass sich Luca und Cyrion eine Kabine teilten.
Einzig Viola unterzubringen schien eindeutig leicht machbar. Der erste Offizier räumte beinah klaglos seine Kajüte. Er konnte nur hoffen, dass man sich nicht den Unmut der Mannschaft ob der doch allmählich eintretenden Enge zuzog, was sicherlich nicht zuletzt an dem Streitpegel Cyrion's und Lucas hängen würde. Viola dürfte sich sicher bei diversen Trinkspielen hervortun, ob nun angenehm mochte sich erweisen.

Vermutlich hocken wir bald ohnehin zu viert in der unseren oder aber sie erwürgen sich vorher gegenseitig. Der Gedanke beim kurzen Blick gen Luca behagte ihm nicht eben. Aber es war ja auch nicht das erste mal, dass man die Räumlichkeit mit dem Burschen teilte. Vielleicht sollte er stattdessen mit Aaryon zu Cyrion übersiedeln? Aber ein grünes Gesicht und Übelkeit würde er überall erleben, gleich wo er sich niederliess.

Das Gluckern und der noch seichte Seegang weckten Aaryon jedenfalls offensichtlich noch nicht. Konnte es wirklich sein, dass es ihn milde an seine Wiege erinnerte und er sich wohlfühlte? Es dauerte nicht lang, durch den Kurs auf tiefere Gewässer, dass der Seegang kräftiger wurde. Die Stimmen die einen anstehenden ersten Herbststurm verkündeten, verhiessen keine lustigen Stunden und er begann besser, unter Hilfe Darna's die Koffer zu befestigen, wenngleich ihre Hilfe eher darin bestand nachdenklich auf- und abzulaufen und die Koffer zu begutachten. "Überlegst du welche Kerze du in welchen Koffer räumen willst oder gibt es sonst wichtiges umzusortieren?" Der Blick, der seine Frage beantwortete sprach erneut Bände von Ertränken, Aufknüpfen und sonstigen Nettigkeiten, um die er sich eben erneut verdient machte.

Ihre Antwort, dass der Koffer mit ihrer Reiseapotheke fehlte, brachten nun allerdings auch Unruhe in ihn und eine schiffsweite Suche, ob der Koffer an anderer Stelle gelandet war, begann. Bedauerlicherweise ebenso erfolglos, wie die Suche in der eigenen Kabine. Der Sturm war inzwischen ohnehin um sie herum. Wenngleich es offenbar Darnas erste Reaktion war, an Deck laufen zu wollen, bei diesem hohen Wellengang wäre es eher sträflich gewesen, mögliche Übelkeit dort oben auszuleben. Es blieb zu hoffen, dass ihr Handvorrat an Medizin noch eine Weile gereichte. Auch ihr Schimpfen, sie wolle lieber an Deck helfen, das lenke ab, blieb ungehört. "Die Mannschaft ist eingespielt, sie wissen schon was sie tun, wir stehen vermutlich nur im Weg. Wenn man uns braucht oder wir untergehen, bekommen wir schon Nachricht." Erneut dieser tadelnde Blick. Mühsam unterdrückte er ein Schmunzeln hierüber.

Er sah noch Cyrion nebst Raben in seiner Kabine verschwinden. Luca war bereits dort, es war gewiss nur eine Frage von Minuten, bis die beiden entweder lautstark stritten oder Luca zu ihnen kam um sich über Cyrion auszulassen. Ausgerechnet nun wurde Aaryon wach. Natürlich sollte er seine Ziegenmilch bekommen, eine entsprechende Bitte wurde eifrig erfüllt, wenngleich der Blick des Mannschaftsmitgliedes mehr als eindeutig sprach, dass er im Augenblick wirklich wichtigeres zu tun habe.
Ein Blick gen Aaryon brachte zumindest einer gewissen Sorge Beruhigung. Um sie herum tobte das Meer, das Schiff hüpfte munter auf und ab und der kleine Mann strahlte vor sich hin. Nein er schien in dieser Frage deutlich nicht nach seiner Mutter zu geraten.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Montag 14. September 2009, 18:44, insgesamt 2-mal geändert.
Luca
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Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53

Beitrag von Luca »

Die letzten Stunden an Land hatte er damit verbracht, Anney zu suchen, um sich zu verabschieden und sicherzustellen, dass es ihr während seiner Abwesenheit gut gehen würde. Dann war das Schiff aufgetaucht und mit ihm die zurückgedrängte Aufregung. Auf einmal sah alles spannend aus... Strahlendes Blau, strahlendes Weiß, ein riesiges Schiff... Die ersten beiden Tage verbrachte er fast komplett mit Erkunden, Klettern und Anfreunden, um spät nachts vollkommen erschlagen in den Schlaf zu fallen. Erst, als die bekannten Inseln hinter dem Horizont verschwunden waren und sich tagelang nichts am Bild änderte, begann er, nachdenklicher zu werden.

Genaugenommen hatte es in seinem Leben nur eine große Schiffsreise gegeben, und an die hatte er erstaunlich selten zurückgedacht. Viele Gemeinsamkeiten gab es nicht... Kein Schuften, kein Verstecken, keine Ungewissheit. Zumindest fast keine – ein winziger Teil von ihm fürchtete sich noch immer davor, dass Adrian und Darna irgendwann ihre Pläne ändern und möglicherweise in Elbenau bleiben wollen könnten. Hör auf nachzudenken!

Es gab viel wichtigeres zu tun – immerhin blieb ihm nicht mehr viel Zeit mit Ari. Der Gedanke war wenig erträglicher, allerdings lenkte ihn der Kleine tatsächlich ab, sobald er ihn auf dem Arm hielt. Ein bisschen riskant schien Ladys Nähe zur Zeit, allerdings fuhr sie ihn nicht an – und da war ja auch noch Adrian. Besser als in seiner Kajüte war es allemal. Was dachte sich der Kerl dabei, seinen Unglücksraben mitzunehmen?!
U-n-g-l-ü-c-k-s-r-a-b-e! Das hieß nicht umsonst so... Wenigstens waren die Matrosen klug genug, um die Gefahren dieser Dummheit zu erörtern und Luca zu versichern, dass das Vieh versenkt würde, sobald die hohen Herrschaften die Notwendigkeit dessen erkannt hätten. Eine passende Kiste war recht rasch gefunden, der Koch versprach, sie für den Fall der Fälle aufzuheben und sich auch nach ein paar Nägeln umzusehen. „Die hohen Herrschaften zu überzeugen“ würde sicher schwieriger werden... Er zweifelte sogar, dass Lady ihm glauben würde, wenn er berichten sollte, wie der Totenvogel ihn nachts gierig anstarrte und davon träumte, nach seinen Augen zu hacken. Selbst Adrian versicherte ihm ja noch, dass das Tier harmlos sei...

Blieb nur, das Schlimmste zu vermeiden und das Feld zu räumen. Glücklicherweise nahm Vio ihn auf, nachdem er ihr augenrollend zweimal versichert hatte, bestimmt nicht unter ihre Decke zu schauen und nicht mal dran zu denken, sie anzufassen.
Zuletzt geändert von Luca am Dienstag 15. September 2009, 01:06, insgesamt 2-mal geändert.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Es ging also endlich los, ab an Bord, Gerimor hinter sich lassend und neuen, ihr nicht bekannten Landstrichen entgegen steuernd. Sie hatte nichts dagegen, das Anwesen zu verlassen, ihren Pflichten zu entkommen und einfach neue Sachen zu sehen und neue Menschen kennenzulernen, und gerade letzteres war doch auf Reisen immer das Interessanteste.

Schiffsfahrten waren in den letzten Jahren nichts Ungewohntes gewesen. Immer wieder hatte sie Gerimor verlassen, ob nun gewollt oder ungewollt, und in dieser Zeit hatte sie oft wochenlang die Chance, ihren Magen entsprechend an das Geschaukel an Bord zu gewöhnen. Tagsüber verbrachte sie die meiste Zeit, so das Wetter es ihr erlaubte, an Deck und genoss einfach die frische Seeluft, sah den Matrosen beim Arbeiten zu und unterhielt sich mit den anderen über die Götter und die Welt. Es war bereits jetzt alles schon eine angenehme Erholung für sie, mal ganz abgesehen vom den üblich drohenden Zankereien zwischen Cyrion und Luca, Adrians viel zu strikten Ansichten und Darnas … Darna eben.

Die interessanteste Zeit war aber doch meistens der Abend, wenn der Seegang ruhig war und die Matrosen sich unter Deck versammelten um ihre kleinen Glücksspielchen zu machen, indem sie simpel um die Wette würfelten. Dieses Spiel, so hatte Viola erfahren, konnte man auch prima zu einem Trinkspiel umfunktionieren, denn einer der Matrosen hatte sie, als sie so dem ganzen Treiben zugeschaut hatte, doch allen ernstes herausgefordert. „Na Mädel? Zuschaun ist schon was Feines, wa? Aber du solltest nun mal in dein Bettchen, das hier is nur was für trinkfeste Männer, und trinkfest siehst du mir nich aus Püppi.“ und daraufhin hatten sie alle gelacht … was bei Temora, Eluive und Horteras zusammen hätte sie denn anderes tun sollen als sich hinzusetzen?

Die ersten Runden liefen recht gut für Viola, sie hatte Würfelglück und ihr Gegenüber musste ordentlich trinken doch dann ließ das Glück langsam nach; immer öfters musste sie selbst ihren Becher leeren, es war ein nicht gerade teurer Fusel wie man ihn aus den schäbigeren Schenken kannte, aber gerade so ein Zeug war Viola gewohnt und so kippte sie eisern Becher um Becher, im Hinterkopf immer das gewisse bisschen Angst dass Adrian oder, noch schlimmer, Darna sie erwischen würde, doch nichts dergleichen passierte und am Ende triumphierte die junge Frau. Ihr Gegenüber, ein junger Bursche der vielleicht gerade einmal ein paar Jahre älter schien als sie, hatte seinen Kopf auf die Ablage knallen lassen und für einen Moment herrschte Stille ehe sie alle wieder zu lachen begannen … doch diesmal galt er nicht ihr sondern ihrem Gegenüber, und damit hatte sie sich auch bei der Mannschaft bewiesen.

Der Gang zurück zur Kajüte war allerdings das größere Problem als all das Gesaufe. Ganz gleich wie gewohnt sie die Schifffahrt war, ein Magen voller Alkohol war da doch etwas empfindlicher und so hing sie erst einmal noch eine gute Stunde über der Reling, bis sie in ihre Kajüte stolperte, in voller Montur ins Bett fiel und in einen Tiefschlaf verfiel, der seinesgleichen suchte.

Und am nächsten Tag sah man sie nicht ein einziges mal an Deck ...
Luca
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Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53

Beitrag von Luca »

Er kannte den Gang, er kannte den Geruch und er kannte Vio. Großartig... warum musste er ausgerechnet dann einschlafen, wenn es was zu erleben gab? Er konnte sich den verpassten Abend genau vorstellen, auch wenn das nicht hieß, dass sie ihm – sobald nüchtern – nicht noch mal alles erzählen müssen würde. Für den Anfang schienen kurze, einprägsame Botschaften jedoch angebrachter als das Drängen nach langen Geschichten. Seine lautete:

„MACH DAS NOCH EINMAL OHNE MICH MITZUNEHMEN, UND ICH SAG’S LADY!“

Zur Sicherheit nahm er sich allerdings vor, sie besser im Auge behalten, sobald sie wieder ausreichend nüchtern schien...
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Auf einer seiner nächtlichen Runden bemerkte er wie Viola aus den Manschaftsräumen torkelte und ging seinerseits hinein, er fand den matrosen mit dem kopf auf dem tisch liegend und seine Kamereden immernoch lachend. Hudgarr lachte nicht, und den Matrosen verging es auch sehr schnell, denn alle musten auf deck und durften es die ganze Nacht schrubben. Der Sturm, welcher mal stärker mach etwas schwächer tobte machte allen zuschaffen,
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und alle waren erleichtert als er sich am driten Tag legte.
Der unterschied war fast unheimlich, binnen weniger Stunden wurde aus einer wilden rauen See eine ruhige wunderschöne Ozean, mit strahlend blauem Himmel.
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Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Nach ihrem ersten Gebet an Bord: "Lass uns bald in Drachenfels sein", bewahrheitete sich mal wieder die Warnung: "Sei vorsichtig, was du dir wünscht, die Götter könnten dich erhören!"

Viola hätte stockbesoffen an ihrer Nase vorbeitorkeln können, Darna hätte es kaum registriert. Dafür war sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt und der korrigierten Version des Gebetes: "Lass uns bald in Drachenfels sein... aber bitte, OHNE das Schiff mit Stürmen voranzupeitschen!"
Nach Tag eins der rauhen See wurde der Blick in Mariellas Pillendose immer beunruhigter, und daß sie nach dem Feststellen des fehlenden Koffers nicht in blankem Elend versank, rettete nur die Tatsache, daß Cyrions Bestände über diesen Teil der Fahrt auch für zwei reichen würden, dafür würde sie dann eben später ihre Vorräte von Liliana mit ihm teilen. Es musste auch Cyrion allein aushelfen, mit Luca wollte sie darüber gar nicht erst Debatten führen und auch nicht mehrere verschiedene Mittel irgendwie mischen.
Und wie oft musste man dieses Zeug nun nehmen? Auch wenn sicher anzunehmen war, daß das Mittel seine volle Wirkung zeigte, war ein Zustand erreicht, daß ihr nicht wirklich schlecht war, aber sie sich bei jedem Schwanken fühlte, als würde ihr gleich schlecht. "Wann hört dieser Sturm auf?" ... Hatte sie da gerade etwas mit "mehrere Tage möglich" gehört?! Die Übelkeit nahm nochmal zu. Nachdem die Diskussion mit Adrian fruchtlos geblieben war, daß sie wenigstens unter irgend einem Vorwand auf Deck könne, zog sie sich in die Kabine zurück, und Stunde um Stunde, die der Sturm andauerte, wurde sie einsilbiger und stiller.
Schlafen konnte sie kaum, doch das kurze Einnicken reichte irgendwann vor Morgengrauen des zweiten Sturmtages, daß bei der Einnahme der Medizin eine ungünstige Pause entstanden war und der Geruch in der Kabine den Wunsch nahelegte, Darna hätte doch lieber die Reeling benutzt. Die Mimik, mit dem sie dem Matrosen, der Eimer und Lappen brachte, die Utensilien fast schon aus der Hand riß, um das Ganze selber zu beseitigen, sah nach drei Jahren Todesqualen für denjenigen aus, wer auch immer für das Wetter verantwortlich war.

Aufgrund der Witterung wurde in der Kombüse nur kaltes Essen bereitet. Sie bekam eh nichts runter und verweigerte auch mehr als eine halbe Scheibe trockenes Brot und etwas Wasser. Ihre letzten Bemühungen, sich wenigstens irgendwie nützlich zu machen, endeten bei dem Versuch, selber für Aaryons Milch zu sorgen: als ihr der Geruch des Ziegenfells in die Nase stieg, war irgend etwas daran, daß das nächste von einer mit Magensäure aufgeweichten halben Scheibe Brot zu reinigende Objekt eine Ecke des Frachtraums war. Das Strafmaß erhöhte sich auf fünf Jahre Todesqualen.
Die Schiffsreise insgesamt sollte ihren eh von jedem überflüssigen Pfund befreiten Körper noch weitere zwei Kilo kosten. In der Kabine zu sitzen, in der aufgezwungenen Ruhe dem Schaukeln des Schiffes nur umso mehr nachzuspüren, ständig dabei auszuloten, wie schlecht ihr nun gerade genau war und darüber nachzudenken, ob und wie an Bord über die nicht seefeste Frau Gräfin geredet wurde, hatte schon fast etwas meditatives. Nur Kraft schöpfte sie daraus nicht. Je länger der Sturm dauerte, desto mehr machte sie sich darüber Sorgen, ob die Mannschaft tatsächlich abergläubisches Gerede á la "Frauen an Bord bringen Unglück" auspacken würde. Der Drang, an Deck zu gehen, drohte zeitweise übermächtig zu werden und ein paar Stunden lang bekam niemand sonst mit, wie sie innerlich gegen aufsteigende Panik ankämpfte, sich hier zwischen Holz und Wasser wie in einem schwimmenden Sarg vorzukommen. Gegen Abend des zweiten Sturmtages änderte sie ihre Taktik: sie übte sich tatsächlich so gut es ging in Kontemplation und meditierte. In einem gewissen Rahmen schien das sogar wirklich zu helfen, auch wenn Adrian damit weiter ziemlich alleine dafür verantwortlich war, den Hühnerhaufen an Bord zu überwachen. Immerhin stellte Darna wohl seitdem eine Sorge weniger dar, sie kam zurecht.

Als endlich der Sturm nachließ, änderte sich nicht allzuviel an ihrem Verhalten... sie blieb in sich gekehrt, zeigte sich nur seltenst an Deck und schien ihre eigene Zeit für sich verlangsamt zu haben. Hoffen und Bangen, ob nun bald Drachenfels erreicht wäre oder nicht, ließ sie nicht an sich ran, was für sie eine Form von Demut darstellte: Man würde ankommen, wenn und wann es dem Schiff und den Menschen darauf bestimmt war.
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Mittwoch 16. September 2009, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Darna's Zustand besorgte ihn, auch wenn er es nicht offen zugeben würde. Das Beschäftigen mit Aaryon, der das ganze selbst nach Stunden noch höchst amüsant zu finden schien, in den Momenten in denen er einmal nicht seelenruhig schlief, lenkte auch nur kurzfristig ab. Lag Aaryon's Ruhe vielleicht daran, dass er jetzt besonders häufig auf irgendjemandes Arm war, allein aus der Sorge heraus, er könnte bei diesem Seegang sonst wie ein Ball hin und hergeschleudert werden? Er konnte nur hoffen, dass es nicht daran lag. Um so kräftiger würde sein Gebrüll wohl werden, wenn nach der Beruhigung des Meeres dieser Luxus enden würde und man ihn auch einmal zur Seite zu legen wagte.

Nachdenklich lag sein Blick oft genug auf Darna während dieses Sturmes. Selbst der sicherlich schlechte Scherz, er müsse ihr bedauerlicherweise mitteilen, dass Cyrions Medikamente über die Reling gegangen seien, blieb ihm doch im Hals stecken. Sie brauchte nun sicher keine Sticheleien. Vielmehr bemühte er sich doch noch etwas mehr an Essen in sie hineinzubekommen, unter der Androhung er würde notfalls Luca damit beauftragen. Mehr als ein halbes Brot über die sonst enorme Menge wurde es dennoch nicht. Zumindestens hätte sie in diesem Zustand eine gute Ausrede vor ihren Eltern, warum sie keine Milch mehr für Aaryon habe. Aber das wäre ja, wenngleich eine Notlüge, unehrlich. Er schüttelte den Kopf und schob den Gedanken fort.

Zu beruhigend war es, als das Meer schließlich doch ein Einsehen hatte und sich nach Tagen von seiner angenehmen, gar schönen Seite zeigte. Er wagte zwar nicht, Aaryon mit an Deck zu nehmen. Man konnte nie wissen, welche Überraschungen das Meer bereithielt und es fehlte noch, dass der Kleine am Ende im selben landete. Er selbst konnte nicht umhin seine Schritte dorthin zu lenken. Er liess den Blick schweifen und konnte nicht umhin zu schmunzeln beim Anblick eines Cyrion mit keinem Blick würdigenden Lucas, der die Mannschaft auf Trab hielt, mit seinen neugierigen Fragen und sonstigen Kommentaren. Zumindestens blieb ihnen offensichtlich heftiger Streit ersparrt, sicherlich auch, da die beiden ihre Kabine nicht mehr teilten. Es entging ihm jedoch auch nicht, dass so manch ärgerlicher Blick auf eine gewisse Rabendame gerichtet war. Nein es war keine gute Idee, diesen Vogel mitzunehmen. Aber Cyrion war zu stur dies selbst zu erkennen. Bemerkte er überhaupt die ärgerlichen Blicke oder ignorierte er sie geflissentlich? Sie werden es noch fertig bringen ihn mitsamt seinem Raben zu ertränken, sollte nur irgendetwas geschehen, wofür man diesem Vogel die Schuld zuschieben konnte. Gäbe Temora, dass er nicht schliefe, sollte dies der Fall sein.

Wieder blickte er in die Ferne, suchend nach irgendeinem Anzeichen nahenden Landes. Er sehnte sich förmlich Drachenfels herbei, ein paar Tage Festland. Eine Zeit die man geniessen konnte, bevor die Sorgen um ruhiges Meer und sicheres angelangen aller wieder über sie schwappte wie 10 Meter hohe Wellen.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Donnerstag 17. September 2009, 06:40, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Früh am morgen erreichten sie die Insel Drachenfels und legten im Hafen der Hauptstadt an. Nachdem das Schiff sicher an der Kaimauer vertäut war und der Hafen soweit gesichert, wurden die Passagiere geweckt.
Hudgarr hatte keinem von ihnen gesagt wie dicht sie schon an Drachenfels waren, somit dürfte es überraschend gewesen sein für Lady Darna und Adrian, das sie am morgen geweckt wurden mit der Aussage *Schiff und Hafen gesichert*.
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Liliana van Drachenfels
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Als das Schiff am schwer befestigten Hafen von Drachenfels anlief, wurden sogleich etliche Bedienstete losgeschickt, die das Gepäck der Gäste in Empfang nehmen und die Gäste auf ihre Zimmer bringen sollten.
Den ganzen Tag konnten sich die Ankömmlinge dann erst noch ein wenig ausruhen ehe am Abend das Fest begann. In der Mitte des Burghofes brutzelte ein ganzer Ochse an einem gewaltigen Spieß über einem großen Feuer. Andere Köstlichkeiten und Spezialitäten des Landes wurden aufgetischt. Barden kamen hin zu und trugen ihre hohe Kunst vor. Viele Lieder handelten von den Jahren der Unterdrückung durch den Tyrannen aus Düsterbruch so wie die Befreiung. Auch Gaukler waren anwesend und verzauberten das Publikum mit ihren waghalsigen Vorführungen. Bis spät in die Nacht wurde gefeiert.
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Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Noch während das Schiff sich in gemäßigter Fahrt dem Hafen näherte, lag er in seltsamen Träumen. Um ihn herum viele Menschen, Fröhlichkeit bei allen Anwesenden, ein Fest offenbar. Darna an seiner Seite, er spürte es obgleich er sie nicht wirklich ansah. Sein Blick ruhte auf einem seltsamen Mann, silberne Haare, wie er selbst sie trug. Doch sonst bestand zwischen ihnen keine Ähnlichkeit. Beinah schien er etwas elfenartiges an sich zu haben in Statur und Bewegung, wirkte er sehr grazil und elegant. Alles um Adrian herum schwand, schien nebensächlich und erklang wie durch Nebel. Als gäbe es auf der Welt nur ihn und diesen seltsamen Mann, der seinen durchdringenden Blick auf ihn richtete. Selbst die Augen schienen aus schimmerndem Silber. Dann erklang eine leise Stimme und obgleich dieser Mann meterweit von ihm wegstand und zu flüstern schien, zwischen all dem Lärm um ihn herum, verstand er das gesprochene sehr deutlich: "Ich kenne dich. Du wärest nicht hier, wüsste ich nicht was in dir ruht. Doch halte ich dein Blut in Augenschein."

Im nächsten Augenblick verschwamm die Welt um ihn herum. Eine andere Stimme war zu vernehmen... "Schiff und Hafen gesichert." Er fuhr auf, das war doch kein Traum? Noch verwirrt durch die Vermengung der eben erlebten Bilder und der jetzigen Realität, strich er sich über die Augen und blickte sich um. Einzig Darna vermochte, während er sich von der Schlafstatt erhob, sein leises Schimpfen zu vernehmen: "Können sie mich nicht zeitiger wecken? Welches Bild soll das bitte machen? Wartet doch noch eine halbe Stunde am Hafen, euer neuer Lehnsherr pflegt sich noch auszuschlafen?" Hastig machte er sich durch eine morgentliche Wäsche zurecht, um nicht gar als völlig übermüdet und unrasiert vor die Menschen zu treten, die ihm durch Kronentscheid zum Schutze anvertraut waren. Er brummte noch etwas, dass ein wenig nach Hudgarr im Hafenbecken versenken klang. Darna war natürlich der frische Morgen selbst. Wie konnte sie nach all den Tagen im Elend derartig erfrischt aussehen? Vermutlich war es die Aussicht, endlich von Bord zu kommen. Aaryon lag schlummernd in Darnas Armen, als sie sich aufmachten, das Schiff zu verlassen. Leise murmelte er noch Cyrion zu, er möge darauf achtgeben, dass nicht wieder irgendwelche Koffer an falscher Stelle landeten, schon verliess man mit einem aufmerksamen Blick das Schiff.

Liliana hatte ganze Vorarbeit geleistet. Ein Aufmarsch an Bediensteten huschte sogleich um sie herum, bemüht diesen und jenen Wunsch zu erfüllen. Er verwies sie mit einem Lächeln an Cyrion, welcher ihnen alles aufzeigen mochte, bevor er vor die Familie derer van Drachenfels trat um sich für den aufmerksamen Empfang zu bedanken. Hudgarr selbst schien noch irgendwo auf dem Schiff Anweisungen zu geben, während Luca und Viola sich mit möglicherweise recht ähnlichen Ambitionen umzusehen begannen. Darna's Ambition war in diesem Augenblick sehr deutlich. Mit hochprüfender Miene schritt sie die Reihe der bereitstehenden Wachmannschaft der hiesigen Garde ab. Er konnte nicht umhin, bei diesem Anblick ein deutliches Schmunzeln aufzulegen. Die Worte gen Akarius waren erneut recht leise geführt: " Ich hoffe keiner eurer Mannen hat auch nur einen Staubkorn oder Fussel an sich, sonst dürfte Mylady's Manöverkritik vernichtend ausfallen."

Eine kleine Rundführung liess er sich nun dennoch nicht nehmen, während alle weiteren sich zu einem Tag der Ruhe ihren Zimmern zuweisen liessen. Wie viel Ruhe man auf Drachenfels selbst haben dürfte, blieb dahingestellt, nachdem er durchaus bemerkte, dass Luca sich schon nach sehr kurzem Aufenthalt aus seinem Raum davonschlich. Er würde gewiss nicht verloren gehen, war davon auszugehen, dass er sich mindestens alle 2 Stunden erkundigen würde, ob man ihm auch sicher bescheid gab, sobald die Weiterreise anstand. Was er sah, liess ihn bereits recht zufriedengestellt einiges Abnicken. Das Lehen blühte auf, soviel war zu erkennen. Ein beruhigender Ort, im Vergleich mit dem stets in Aufruhr stehendem Gerimor. Aaryon würde dieses Lehen gewiss mit aller verdienter Liebe betrachten, wenn er dereinst sein Erbe antreten konnte.

So verstrichen die Stunden, bis zum wohl organisierten abendlichen Fest, welches vor allem offenbar Luca und Viola zu geniessen schienen. Selbst Darna wirkte für ihre Verhältnisse gelöst und entspannt. Es musste angenehm für sie sein, nicht bei jedem Schritt zu bedenken, in welche Ecke sie im nächsten Moment fallen könnte ob einer Wellenbewegung. Zufrieden und ob mancher Darbietung gut unterhalten, liess er den Blick über die Anwesenden schweifen und stutzte im nächsten Augenblick. Hatte er nicht dort hinten in der Menge das Aufblitzen silberner Haare erblickt? Auch war ihm als hätte von dort ein durchdringender Blick auf ihm geruht. "Ich bin gleich zurück. Es ist mir nur danach mir ein wenig die Füße zu vertreten." Die Worte waren leise gen Darna geraunt, schon erhob er sich und schritt in die Richtung, des Gesehenen. Nicht allzu eilig um keinen falschen Verdacht oder Beunruhigung in die Anwesenden zu bringen. Doch trotz allem aufmerksamen Umsehens war nichts mehr zu entdecken. Einzig fuhr ihm wieder ein Satz aus dem Traum durch die Gedanken: "Ich halte dein Blut in Augenschein." Sollte an diesem Traum mehr gewesen sein, als ihn nur als Traum zu betrachten? Er wusste es nicht zu beantworten. Möglicherweise auch nur ein Trugschluss im Zwiellicht des Feuers begründet. Besser er sann nicht zu lang hierüber nach und genoss das gemeinsame Fest.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

"Schiff und Hafen gesichtet..."

Kaum hatten seine Worte seine Lippen verlassen, hoerte er irgendwo hinter der Tuer einen verschlafenen Adrian knurren und dann saftig fluchen. Seine Braue stieg steil in die Hoehe, waehrend er unglaeubig Darna anstarrte - Hudgarr neben ihm mochte sich ein grinsen nicht verkneifen, kaum das er sich nach der Meldung verabschiedete und ging - konnte es wirklich sein, das seine Hoheit noch am schlafen war???
Aye, dem war wohl so, konnte er ihn durch den Raum stolpern hoeren, waehrend Darna selbstsicher und frisch ihn mit kleinen Auftraegen ueberhaeufte...
"Aye, Milady, ich werde Luca mit der Ueberfuehrung der Ziege anvertrauen." Die Stimme tief, gab er ein zahniges Laecheln von sich, das ein steiles Brauenheben in Darnas Gesicht bewirkte. Nein, er wuerde NICHT den Ziegenhirten miemen - sollte sich darum der Junge kuemmern, der schon meinte, ein Schwein und eine Kuh in den Stall stellen zu muessen.
Ein leiser Aufschrei hinter Darna, man hoerte, wie Wasser auf den Boden schlug. Offenbar war seine Hoheit noch nicht wach genug, auf einem schwankenden Schiff, die Balance ueber sich und die Wasserschuessel zu halten. Das Gesicht von Darna blieb voellig unbeteiligt, als sie "Einen Moment bitte..." von sich gab und von der Tuere verschwand. Leise hoerte er Wortegemurmel, dessen Sinn ihm abhanden ging, waehrend er beobachtete, wie unter der geschlossenen Tuere Wasser hervorsickerte und an der Wand entlang in den Fluer lief.
Ein Fluesschen... Wieviel Wasser hat er ausgekippt?
Als die Tuere wieder aufging, konnte er Adrians Gesicht sehen, die eine Haelfte der Haare gekaemmt, die andere haelfte wirr ins Gesicht haengend, offensichtlich nicht gluecklich, so spaet geweckt worden zu sein.
"Ah... Cyrion... gebt darauf acht, das alle notwendigen Koffer diesmal auf unserem Schiff sind. Wegtreten."
In Anbetracht der Tatsache, das er eine Buerste von hinten herannahen sah, die von Darnas Hand gefuehrt wurde, nickte er nur knapp und machte, das er Land gewann. Das letzte was er wollte, war, grinsen zu muessen, waehrend Adrian ihn ansah, weil Darna meinte, Adrian auf die Spruenge helfen zu muessen.

Ein Schmunzeln von Hudgarr zeigte sich ihm, als er die Bruecke betrat und auch er konnte nun ein Grinsen nicht laenger unterdruecken.
"Wie es scheint, ist seine Hoheit ebenfalls kein Seemann."
Leises erheitertes Schnaufen auf Hudgarrs Seite. "Nein, das ist er gewiss nicht."
"Was grinst ihr beide so...?"
Das Laecheln verging... die kleine Pest war da.
"Guten Morgen, Luca. Du darfst zwar alles essen, aber nicht alles wissen."
Ein scharfer Blick sollte wohl dazu beitragen, Cyrions Leben drastisch zu verkuerzen.
"Ach Pah!"
Er atmete leise ein. Dieser Junge raubte ihm manchmal den letzten Nerv. Vielleicht haette er ihn doch ab und an an der verdammten Mast nageln sollen. Verdient haette ers.
"Luca, du sollst nachher die Ziege von Bord bringen und verbringen." gab er wieder, sich die verwehten Straehnen aus dem Gesicht wischend.
Luca richtete ein paar Worte an Hudgarr, deutlich machend, das Cyrion fuer ihn nur Ballast war, der von Bord gehoerte.
Wieder presste er die Lippen zusammen. Der Junge hatte schon genug angerichtet mit seinen Bermerkungen an die Crew. Er hatte es die letzten Tage mitbekommen. Gefluester... Gemurmel... ein Raunen in der Luft. Furcht...Befuerchtungen, die bei einigen zur Gewissheit wurden. Er hatte den Vogel die meiste Zeit bei sich behalten oder die Crew wie auch den Vogel beobachtet. Als er durch einige Haarstraehnen verborgen beobachtet hatte, wie der Schiffsjunge eine Zwille auspackte und Murelay damit abschiessen wollte, war ihm ein Wurfdolch 'ausgerutscht' und hatte sich neben ihn ins Holz der Kajuete gebohrt. Das und die leise, aber noch von anderen Crewmitgliedern hoerbare Drohung, nein Gewissheit, das er bluten wuerde, wenn Murelay auch nur eine Feder gekruemmt werden wuerde, liess die Crew etwas Abstand nehmen. Hudgarr, der dies beobachtet hatte, war nicht erfreut gewesen, aber er hatte das seinige getan, das weitere Vorfaelle erst gar nicht stattfinden wuerden. Und Luca... Er war zu einem Gespraech mit Adrian zitiert worden.
Letztlich war es gut ausgegangen. Aye, die Crew mochte ihn nicht. Vertraute ihm nicht. Aber er brauchte weder ihr Vertrauen noch ihre Zuneigung. Und er wuerde sie in Kuerze nicht mehr sehen.

Wieder atmete er ein und blickte dem Land entgegen. Land... endlich. Der Sturm vorbei. Kein schwankender Boden mehr. Eine Moeglichkeit, seine Vorraete an Medizin aufzustocken. Milady hatte einen guten Teil seiner Vorraete verbraucht. Das sie durch den Sturm an Seemeilen gewonnen hatten, war ihnen zugute gekommen - ueber der Reling zu haengen war ihm doch ersparrt geblieben.
Ein neues Schiff. Eine neue Crew. Und dann in kuerzester Zeit das Festland. Auf der Schaluppe wuerden sie den weiteren Weg ueber Land besprechen. Seine Staerke... Auf dem Schiff taugte er eher weniger.
Sein Blick streifte wieder zu Luca. Vielleicht sollte er mit Luca ein ernstes Wort reden. Praeventivmassnahmen - denn im Gegensatz zu diesem Schiff hier, gehorchte die Crew der Schaluppe wohl eher weniger Hudgarr. Wenn sie sich gegen Cyrion und den Raben wendeten, hatten sie ein ernstes Problem. Dem Jungen mochte nicht klar sein, das seine Worte auf fruchtbaren Boden trafen und das, was dem entwuchs letztlich sich gegen Adrian und Milady richten koennte und wuerde.
Ein Mundwinkel hob sich, humorlos, vielleicht sogar eine spur gehaessig. Wenn der Junge nicht hoeren wollte, konnte er ihn immer noch fesseln, knebeln und ins Zimmer sperren.
Aye... das wuerde mir gefallen...
Irgendwie sah er der zweiten Schiffreise gar nicht mehr so unwillig entgegen. Und auch dem Aufenthalt auf Drachenfels wirkte nun weit erfreulicher als vorher. Es zeigte sich gar ein Laecheln auf seinen Lippen, als er die Hoheiten sah und auch Luca entgegen blickte. Dieser schaute stirnrunzelnt zu ihm hoch. Misstrauen zeichnete sich klar in seinen Zuegen ab und er zupfte an Adrians Aermel.
"Du... der hat fuehrt nichts gutes im Schilde..."
Da hatte er zum vielleicht ersten Mal sogar recht.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Drachenfels, sie waren also angekommen. Viola war froh endlich von Bord zu kommen, denn so sehr sie die Seefahrt auch mochte, sie wollte wieder festen Boden unter ihren Füßen haben und eine Weile keinen Wellengang spüren. Die Idylle die Drachenfels ausstrahlte war angenehm, wenn auch fast etwas zu ruhig für ihren Geschmack, aber dann drang an ihr Ohr, dass ein Fest stattfinden würde am Abend und sofort hellte sich die Miene der jungen Frau weiter auf, Feste waren immer etwas Willkommenes.
Der Gedanke an den Abend hatte sich gerade festgelegt als Darna an sie herangetreten war, ihr klar machte, dass sie Viola nicht in ihrem jetzigen Aufzug dort sehen wolle … als ob sie so schlimm aussah! Nun gut, das einfache Hemd und die, mittlerweile etwas rissige, Stoffhose trug sie die Fahrt über meistens aus Bequemlichkeit, aber sie sah doch nicht aus wie eine Dahergelaufene oder dergleichen. Aber Darna würde schon sehen, ja das würde sie.


Am Rundgang hatte sie nicht teilgenommen, stattdessen ließ sie sich direkt auf das Zimmer führen, welches man ihr zugeteilt hatte und warf ihren Rucksack und den zweiten Sack von der Schulter. Ein kurzer Blick durch das Zimmer folgte, es war mit allen Nötigen ausgestattet; Bett, Schrank, Spiegel und einer Waschschüssel, mehr brauchte sie nicht. Sie öffnete den zweiten Sack vorsichtig und zog etwas daraus hervor, etwas, was sie noch niemals aus seiner Versenkung geholt hatte. Es war ein Kleid, es war aus feinstem Stoff gemacht und mit kleinen Stickereien verziert, man konnte es beinahe schon als edel bezeichnen und wenn Viola bedachte, wem dieses Kleid gehört hatte, dann war das gar nicht so verkehrt.
Das gute Stück hatte einst ihrer Schwester gehört, ein Geschenk ihres Ehemannes, welcher ein reicher Händler gewesen war und ein Mistkerl dazu, aber er hatte für Sarah immer nur die hübschesten Sachen gekauft, damit er sich mit ihr sehen lassen konnte. Dieses Kleid war das einzige, was Viola nach Sarahs Tod an sich genommen hatte, sie wusste nicht einmal wirklich, wieso sie es getan hatte, es fühlte sich damals nur richtig an und heute wusste sie, es war definitiv richtig.
Die Tür wurde verschlossen, sie wollte nicht, dass Luca plötzlich reinrauschen würde oder sonst irgendjemand einen Grund hatte, zu stören. Sie begann ihre Haare zu waschen, sie zu kämmen, wenn sie auch selten etwas für ihr Äußeres tat, so hatte sie im Laufe der Zeit von einigen Menschen gelernt, wie sie aus dem jungen störrischen Ding eine junge Dame machen konnte, und heute Abend würde wieder so ein Moment sein. Der sonst einfache und praktische Zopf wurde geöffnet, die Haare lang gebürstet bis sie ihr fast zur Hüfte hinab reichten, das Kleid wurde zurecht gelegt, sie legte sich die Silberkette an, welche ihr damals geschenkt wurde und so machte sie sich bereit, bis man ihr mitteilte, das Fest würde beginnen.


Sie hatte die Blicke bemerkt, vor allem von denjenigen, die sie vom Schiff hatten kommen sehen und auch wenn sie Darna und die anderen auf den ersten Blick nicht erkennen konnte, war sie sich doch sicher, dass ihr Anblick für die eine oder andere Überraschung unter ihren Bekannten sorgte. Die schweren Stiefel, welche sie sonst immer trug, waren feinen Sandalen gewichen und so begann sie das Fest in vollen Zügen zu genießen.
An diesem Abend floss nicht wie gewöhnlich der Alkohol in rauen Mengen, nein, ein, zwei Gläser Wein, mehr nicht. Sie unterhielt sich mit den unterschiedlichsten Menschen und tauchte ab in eine andere Welt, eine Welt, die sie ab und an doch immer wieder genoss; eine Welt für die sie aber nicht geboren und gemacht war.
Das Fest endete für sie am späten Abend und ihr Weg führte sie zurück auf ihr Zimmer. Bevor sie sich schlafen legte, sah sie noch einmal in den Spiegel und lächelte sich selbst zu, ehe das Lächeln sich etwas verzog und sie die Narbe an ihrem Rücken ungewöhnlich ziehen spürte … es schien fast so als ob selbst ihr Körper ihrer Illusion Lügen strafen wollte. Und so ließ sie sich ins Bett sinken, Morgen würde der Tag wieder so beginnen, wie jeder andere.
Zuletzt geändert von Viola Ser´Rhal am Freitag 18. September 2009, 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Hudgarr war den ganzen Tag am Hafen und sorgte für die Gezeiten, das sie wieder Vorräte bunkerten und alle kleinen Schäden schnelsmöglich behoben wurden. Dann am späten Nachmittag suchte er das Kriegsschiff, die Freiheit auf, mit dem sie weiter reisen wollten und begutachtete es.
Nettes Boot dachte er so für sich, aber ihm wäre die Gezeiten lieber gewesen, denn da kannte er jeden Matrosen und Soldaten. Adrian wollte es leider anders und er war nurmal der der das sagen hatte.

Am Abend war das Fest, und Hudgarr war wiedereinmal Adrians Schatten, er folgte ihm immer in kleinem abstand und wirkte wohl leicht angespannt wie er so versuchte alles im Blick zubehalten. Kurz bevor Adrian aufstand um sich ins getümmel zubegeben, bemerkte Hudgarr eine person die Adrian zumustern schien, sie hatte fast die gleiche Haarfarbe wie Adrian undschien sich in luft aufzulösen als Adrian aufstand.

In der Nacht nach dem Fest ging er noch zum Hafen runter und verabschiedete beim ersten Sonnenstrahl die Gezeiten, welche sich aufmachte den Seeweg zwischen Drachenfels, der Königsstadt, Stolzenfels und Adoran zukontrolieren. Er schaute ihnen noch nach bis sie außer sicht wahren, dann machte er sich auf den Weg zurück in sein Zimmer, welches ihm zugewiesen war und legte sich schlafen.

Am Morgen, nachden er einige Stunden geschlafen hatte, erzählte er Adrian von der Person die ihn beobachtet hatte.
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Liliana van Drachenfels
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Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Das Fest war wirklich gelungen. Es wurde bis tief in die Nacht hinein gefeiert..
Barden trugen ihre Gesänge und Geschichten vor. Gaukler, Feuerschlucker und allerlei fahrendes Volk hatten das Fest bereichert. Viele Stände waren aufgebaut wo jeder sich mit Speis und Trank versorgen konnte, kein Wunsch würde wohl unerfüllt bleiben bei diesem Fest und man würde noch lange davon reden auf Drachenfels.

Liliana jedoch begab sich schon recht früh in ihrer Gemächer. Auch wenn sie gerne noch länger auf Drachenfels geblieben wäre, das Rätsel um die so merkwürdig veränderten Wald-, Tier- und Baumgeister in den nebelverhangenen Nordwald, die sonst immer so friedlich waren, hatte sie doch sehr erschreckt. Waren diese Wesen sonst doch immer sehr scheu aber friedlich, so hatten sie ihr Verhalten grundlegend verändert. Die kleinen Waldgeister die sonst immer so scheu waren, sie waren teilweise schon aufdringlich und neckten einen.. die Baumgeister die sonst nur darüber wachten daß kein Waldschänder in den Wäldern unbehelligt blieb waren aggressiv und griffen teilweise jeden an der sich in die Wälder wagte. Die Kobolde wagten sich aus dem Wald schon hervor zu den Bauernhöfen und plünderten dort alles was einem Kobold wertvoll erschien. Kleine Feen und Nymphen die sonst der Inbegriff der Friedlichkeit waren auch ganz verändert. Liliana sprach mit vielen Leuten darüber, aber keiner wußte sich einen Rat. Zurück auf Gerimor würde sie mit Systra und am besten auch mit jemandem vom Volk der Elfen hierüber reden müssen. Sie wußte auch daß sie schon bald abreisen mußte, so gern sie noch länger auf Drachenfels geblieben wäre. Sie besrpach dies mit Adrian und anschließend wurde der Besatzung der Demut befohlen, alles für die Rückkehr nach Adoran vorzubereiten.
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