Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

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Darna von Hohenfels

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Vier Hosen, mehrere Blusen, drei Westen, Ersatzstiefel, Aaryons ganzes Zeug, was zum Lesen, Papier, Schreibzeug... "Wenigstens keine Hutschachtel."

Widerlich. Sie hatte jetzt seit fast einer halben Woche nahezu ständig das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Vieles machte sie nervös, weil es ihr nahelegte, sie hätte hier noch zu tun, aber da sie sich um nichts mehr kümmern und erst recht nichts beginnen wollte, was noch nachhaltig ihre Aufmerksamkeit erfordert hätte, stellte sich ein seltenes Gefühl ein: Langeweile.
Ein Gefühl, das bei ihr so lange Bestand haben durfte wie Antimaterie - es gab schließlich immer was zu tun! So sichtete sie gerade die Bestände der Bibliothek und fertigte in Gedanken noch eine Liste für zu besorgende Abschriften an, als Adrian sie entdeckte. Beim Herumräumen. Was auch sonst.
"Ich werde mich umgehend erkundigen, ob an Bord irgendwelche Loggbücher geordnet werden müssen oder etwaige Dinge sortiert. Ich möchte doch nicht, daß du dich langweilst." Er lachte auf, als er für diesen Spott mal wieder dezent in den Bauch geboxt wurde. "Es würde sonst über Tage nur herumsitzen bedeuten", erklärte er übertrieben bemüht und verständnisvoll spottend weiter, "Keine Höhlen... keine Ordnungsarbeiten... Nur du, der Seegang..."
"Ich hasse dich", dachte sie innerlich jetzt schon leidend und setzte auf ihrer Prioritätenliste einen Punkt nochmal ganz nach oben: Bei Liliana genügend Mittel gegen Seekrankheit bestellen. Für die Schiffsfahrt nach Drachenfels, für die Fahrt von Drachenfels wieder weg zum Festland und für die Fahrt irgendwann vom Festland zurück nach Gerimor.
Sie hasste die Reise schon jetzt.

Dann noch dazwischen Elbenau. Noch so ein Gruselszenario. So sehr sie sich freute, einige Orte und Menschen wiederzusehen, ihr grauste vor dem familiären Geglucke. Gerade jetzt mit dem Kleinen. Manchmal kamen ihr Bilder in den Sinn, in denen sie ihrer Mutter Aaryon zur Ablenkung zuwarf und selber Fersengeld gab. Ein wenig beruhigte sie sich: Die meiste Aufmerksamkeit würde sowieso auf dem Säugling liegen. Sie würde wohl nicht drum herum kommen, einiges erklären und abwiegeln zu müssen, wie beispielsweise die Frage, warum sie ihn schon längst nicht mehr stillte... Zum Glück erfreute sich das Bündel Kind guter Gesundheit. "Oh Himmel, er darf bloß nicht ausgerechnet krank werden, wenn wir da hin kommen!"

Nachdenklich sah sie in die Wiege, zupfte wie üblich zurechtrückend an den Decken und Laken herum, ohne ihn zu wecken. Wenn sie zurückkämen, wäre er weg. Keine Sorgen mehr, daß irgendwer ihn in ihrer Abwesenheit zu stehlen versuchen könnte. Keine Schuldgefühle, weil irgendwer zuhause bleiben musste, um auf ihn aufzupassen. Sich nicht mehr schäbig vorkommen, wenn sich höhnend der Eindruck ergab, Adrian kümmere sich mehr um ihn als sie.
"Luca wird ihn mehr vermissen als ich." Das Gedankenkarussel nahm wieder Fahrt auf. Wochen auf wenig Raum mit Luca und zu viel Zeit. Ob es diesmal endlich dazu führen würde, all die Dinge mit ihm zu machen, die sie sich immer so vornahm? Lesen beibringen, Schwertkampf üben, ihm so viel erklären... sie bezweifelte es langsam. Es hatte genug Gelegenheiten gegeben und trotzdem war sie irgendwie nie richtig zu all dem gekommen. Und ihr schwante jetzt schon wieder Streit, wenn er sich mal wieder resistent gegen irgend welche Erklärungen zeigte. Immerhin hatte sie endlich eine Idee für sein Jährungsfestgeschenk. Ob er sich bei ihren Eltern wieder so übertrieben brav aufführen würde? Konnte er gar nicht durchhalten. Sie würden sicher Momente an ihm erleben, wo sie nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnten... und Darna mochte es ihnen nicht verübeln. Ob Elbenau erleichtert aufatmen würde, wenn sie wieder weg waren? Viola würde vermutlich eingehen in dieser ländlichen Idylle, dafür malte Darna sich mit Grausen aus, wie Vio in der Hauptstadt begeistert auf die Suche nach den schäbigsten Kaschemmen ginge. Cyrion tat ihr jetzt schon leid, er würde gar nicht auf alle aufpassen können. "Auf diesen wilden Hühnerhaufen kann eine halbe Armee nicht mal richtig aufpassen!", dachte sie mürrisch, und fragte sich, wie lange sie hier jetzt eigentlich sinnlos gestanden und auf ihre aufgehängten weißen Blusen geschaut hatte, während sie mit einem vagen Unwohlsein den Kleiderschrank schloß. "Jetzt wird mir schon vom bloßen Gedanken an die Reise schlecht."
Savea Falkenlohe
Beiträge: 1
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Savea Falkenlohe »

Bei allen verdammten Kreaturen… so anstrengend es üblicher Weise war, beide Augen auf den Haushalt zu haben, wenn Milady unterwegs war und es den Anschein hatte, weder sie noch seine Hoheit würden im Anwesen wohnen… im Moment wünschte sie beide schon auf Reisen.

„Gewiss Milady, die Umhänge sind ausgebürstet, es sind genügend weiße Blusen bereits eingepackt, ja auch reichlich Hosen seiner Hoheit und nein, ganz sicher kein Fläschchen Kräuterbad zwischen den Ölen.“

Machtlos sah sie zu, wie Milady in den frisch gewaschenen, frisch gestärkten und faltenfrei zusammengelegten Gewandungen wühlte und das ein oder andere aus dem bereits gepackten Schrankkoffer herauszog.
„Nein Milady, das ist selbstverständlich nicht die geflickte Weste, die Ihr lediglich in den Höhlen zu tragen pflegt…“
Und…
„Nein Euer Hoheit, Euer Koffer ist mitnichten so schwer, weil unten Kartoffeln versteckt sind, sondern weil Ihr der Ansicht seid, fünundzwanzig Hosen, dreimal soviel Hemden und Westen, neben sieben paar Stiefeln würden nicht ausreichen.“

Sie wusste genau, bis zur Abreise würde sie noch hundertmal neu packen müssen.
„Gütige, lass sie fahren…jetzt!“
Ira Lisarias
Beiträge: 5
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Ira Lisarias »

Die Reise stand an. Niemand hatte ihr Bescheid gesagt, nicht wirklich. Wie immer stand sie in der Ecke, sah dem hektischen Treiben nach, versuchte sich nicht aufzudrängen aber trotzdem irgendwie zu helfen. Sie fühlte sich wie immer unsäglich unnütz, drittklassig, überflüssig, austauschbar, nebensächlich, einfach so als wäre sie nicht da. Deprimiert hing die junge Frau ihren Gedanken nach, betrachtete die die vorbei hastenden, hörte in der Distanz wie sich wieder einige im Haus ankeiften und seufzte resignierend. Würde es jemand merken wenn sie nicht da wäre? Wäre es nicht besser? Wollte man sie nicht los werden? Oder war es nur eine Flucht vor ihr? Nein, das sicher nicht, das würde bedeuten man würde ihr etwas beimessen, aber das tat niemand. So wartete sie weiter, der Kopf gesenkt und starrte nach wie vor auf den Teppich. 'Elendes Leben ...' - murmelte sie.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Adrian mochte von Ira's Gefühlen kaum etwas mitbekommen, hätte sie ihn angesprochen, man hätte sich dieser Tage gar verbrüdern können. Aaryon wurde in dem Gewühle im Haus selbst schon unruhiger, er ahnte wohl ebenso, dass eine wichtige Reise bevorstand oder aber die herumwirrenden Erwachsenen wurden von ihm als echter Brüller empfunden und da stimmte Aaryon zu gern, trotz aller Bemühungen der Anwesenden, mit ein.

Er selbst hatte sich eine Weile bemüht, das Notwendige selbst zu packen, doch zwischen einer wühlenden Ehefrau und einer herumplanenden Haushälterin blieb hierfür wenig Platz. Er begann sich somit auf das zu beschränken, was seinem Können am ehesten beikam, der Rolle des alle Anwesenden zum Erzürnen bringenden Zynikers und nebenberuflichen Möchtegern-Komikers. Letztlich würde es ohnehin nur eine Frage der Zeit sein, bis für den Aufbruch alles bereit stand, die Koffer mehrten sich und sprachen bereits Bände.

Mehr und mehr musste er sich eingestehen, welchem Ziel diese ganze Reise eigentlich folgte. Darna vermochte hierüber, trotz der anstehenden Schiffreisen, sicherlich Erleichterung zu erfahren. Er indess kam nicht umhin mehr und mehr zu spüren, wie es Luca ging. Er selbst würde den kleinen Schreihals allmählich doch vermissen und ahnte, dass ihnen die schönste Zeit, wenn er zu laufen und zu sprechen anfangen würde, schlicht entginge. Die Reise mochte es offenbaren, möglicherweise gelang es doch davon zu überzeugen, dass Aaryon einzig in dieses Haus gehörte. Wenngleich das Risiko immer um ihn herum bestehen würde. Doch konnte die Ferne von seinen Eltern ihn wirklich bewahren. Und immerhin konnte man ihn nicht erst mit 20 einladen, doch einmal vor seine Eltern zu treten, wie er wohl geraten sei.
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Liliana van Drachenfels
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Einige Treffen hatte es gegeben mit Sir Adrian, Pläne wurden gemacht und wieder umgeschmissen. Dann auf einmal ging es sehr schnell. Um die Ankunft der Herrschaften auf Drachenfels vorzubereiten machte sie sich vorab schon auf den Weg. Die Freiheit und auch die Demut, die beiden Großschiffe der Drachenfelser Flotte hatten ihre Aufträge bekommen und standen nicht zur Verfügung, so daß Lili mit einem Handelsschiff Vorlieb nehmen mußte. Da dies am Abend auslaufen sollte, packte sie in aller Eile, schrieb einige Briefe an Personen die informiert werden sollten. Gegenüber gab sie einige Mittelchen gegen die Seekrankheit für Lady Darna und auch ihren Sohn ab, so daß beide die Seereise relativ entspannt und frei von Übelkeit genießen können sollten, so sie denn auf die Mittelchen ansprächen. Dann machte sie sich schon auf nach Berchgard wo sie an Board des Handelschiffes ging. Knapp eine Woche sollte es dauern bis dieses sie nach Drachenfels bringen sollte und bot keinesfalls die Bequemlichkeit der beiden Flagschiffe der Drachenfels Flotte. Aber was tut man nicht alles für seinen Lehensherren und seine Familie, seufzte sie in ihrer kargen Kabine, als das Schiff gen Westen nach Drachenfels steuerte.
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Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Nach all den Geheimtreffen zwischen Hudgarr und Adrian ging es endlich los, er bereitete das Schiff der Stolzenfelser Flotte, die Gezeiten, zum auslaufen vor. Alle bereitet sich auf eine längere Piratenjagd vor, ausreichend Proviant für mehrere Monatsläufe wurde gebunkert sowie ausreichend Waffen und Munition. Hudgarr blieb nun ständig an Bord des Schiffes und überwachte alles und keiner wusste etwas von den geheimen Plänen.
Noch am Tag zuvor hat er seinen Neffen getroffen, auf einer kleinen Jagd und hatte ihm von seinen baldigen Auftrag erzählt, ihn gebeten sich fern von den Gewässern zuhalten wo die Jagd auf die Piraten stattfinden würde, er wolle ja nicht noch einen aus seiner klein gewordenen Familie verlieren wollen.
Zum Glück wussten nur sehr wenige vom wahren grund der Reise.
Nachdem alles fertig war , warteten sie auf die Erlaubniss zum auslaufen.
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Liliana van Drachenfels
Beiträge: 723
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Mühsam und beschwerlich erschien Lili die Reise mit dem Handelsschiff, nicht zu vergleichen mit einer Reise auf einer der beiden Schiffe Drachenfels, mit dem sie sonst ihre Reisen bestritt. Statt 2-3 Tagen waren sie eine ganze Woche unterwegs. Das Schiff machte Umwege, lief jeden kleineren Hafen an aber am schlimmsten war die Furcht vor Piraten. Auf der Freiheit und der Demut kannte sie diese Angst nicht, denn beide Schiffe waren zum einem sehr schnell und zum anderen gut bewaffnet. Endlich kam Drachenfels in Sicht und sie legten im Hafen an. Lili begab sich sogleich zum Schloß wo sie ihre Brüder und Trutta mit ihrer Ankuft überraschte.
Sogleich wurden auch Anweisungen erteilt um die Ankunft des Grafenpaares und seines Anhanges vorzubereiten. Diese mußten sicherlich auch bald eintreffen. Den Abend verbrachte sie im trauten Familienkreis und man plauderte über das was in letzter Zeit so auf Gerimor und Drachenfels geschehen war.
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Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Eine längere Reise ...Viola konnte sich nicht erinnern wann sie mit Darna zusammen jemals auf einen solch langen Zeitraum unterwegs gewesen wäre, und dann auch noch in die Hauptstadt! Vor ihrem geistigen Auge wanderten schon all die gut aussehenden Männer durch die Straßen, es würde genügend Schenken geben um sicherlich jede einzelne Schnapssorte auszuprobieren und sie würde vielleicht auch andere, interessante Bekanntschaften machen. Natürlich, der Zwischenhalt in Elbenau würde ganz sicher nicht annähernd so angenehm sein, aber sie würde es überleben, die Hauptsache für Viola war sowieso, dass sie bei Darna war und wusste, dass im Notfall wenigstens eine Person schnell handeln würde.

Doch was für diesen Trip packen? Sie starrte ihren Rucksack an, natürlich waren ein paar Klamotten und ihre Knochenrüstung verstaut aber was noch? Die Armbrust würde seinen Weg in ihr Gepäck finden und genügend Bolzen aber ansonsten? Sie hatte nicht viel und so beschloss sie, Ira um Rat zu fragen, sie würde ihr da sicher den einen oder anderen Rat geben konnte.

Doch ganz gleich ... das wichtigste war; sie freute sich auf die bevorstehende Reise wie ein kleines Kind.
Zuletzt geändert von Viola Ser´Rhal am Samstag 5. September 2009, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Es war soweit, die Gezeiten legte von der Kaimauer und steuerte die offene See an.
Hudgarr stand am Heck des Schiffes und schaute zurück Richtung Adoran, schon jetzt vermiste er seine kleine Tochter die sicher bei Sharina untergebracht war und fragte sich wie er es so lange ohne sie aushalten sollte.
Die Sonne ging so langsam am Horizont und Hudgarr begab sich zum Kapitän, es war an der zeit ihn über die wahre Aufgabe zu unterrichten, die dem Schiff bevorstand.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

*einige Stunden vorher*

Die packende Spannung im Haus nahm allmählich ihren Höhepunkt. Es wurde Zeit, ohnehin machte es keinen Sinn mehr die Koffer noch zwanzig mal umzupacken. Letztlich wusste man ohnehin erst auf Reisen, was man alles vergessen hatte, bedauerlicherweise. Zumindestens war alles wirklich nötige mit Gewissheit gepackt und so wurde das Gepäck bereits in den Abendstunden des Vortages der Abreise auf die Gezeiten verbracht.

Einige nicht gar so dringliche Koffer landeten des Verwirrspieles wegen jedoch jeweils auf der "Freiheit" und der "Demut" aus der Drachenfelser Flotte. Ein Umpacken konnte man später während des Zwischenaufenthaltes auf Drachenfels vornehmen. Er konnte nicht ahnen, dass trotz deutlicher Anweisungen einige Koffer vertauscht wurden, so dass die wetterfesten Kleidungsstücke Darnas und Adrians, sowie die Reiseapotheke Darna's, welche auf der ersten Etappe der Reise durchaus von Wichtigkeit gewesen wären, bedauerlicherweise auf der "Freiheit" landeten, statt auf der "Gezeiten".
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Donnerstag 10. September 2009, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Die Gezeiten kreuzte außerhalb der Sichtweite des Festlandes, bis die Dunkelheit hereinbrach, dann machte sie sich auf den weg zurück richtung Adoran, nur diesmal nicht in den Hafen, sondern in den kleinen Fluss der hinter dem Anwesen derer von Hohenfels entlangfloss.
Vor der kleinen Brücke wurde das Schiff festgemacht, kaum zusehen in dieser mondlosen Nacht.
Nachdem sich alle an Bord eingefunden hatten die noch mit Reisen sollten, machte sich die Gezeiten wieder auf den Weg Richtung Drachenfels.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Nein, sie war vor dem Aufbruch nicht unruhig. Daß sie zwischen Bibliothek und Hauptraum vier mal pendelte, um eine einzelne Kerze woanders zu verstauen und daß im Rüstschrank die Handschuhe von der linken Seite des Regalbords bloß auf die rechte gelegt wurden, war ganz normal.

Es mißfiel ihr weiterhin, sich bei Dunkelheit und still und leise an Bord zu begeben, als sei man Diebesgesindel oder auf der Flucht, aber es war nun genau so wenig daran noch zu ändern wie daß Cyrion seinen Raben unbedingt mitnehmen wollte und mal wieder verschnupft darauf reagierte, daß Matrosen auf seine Vorliebe für schwarz und seine Familieninsignien mit Rabe etwas... argwöhnisch reagieren könnten.
"Besser den Vogel ein bißchen einsperren und hier lassen?" Sie atmete durch. Nein, sie konnte Luca nicht einfach zustimmen, auch wenn sie es diesmal gern getan hätte. Aber dann würde das Schiff selbst morgen noch nicht ablegen. "Schluß jetzt, Abmarsch", lautete die knappe Anweisung und der kleine Trupp setzte sich in Bewegung.

Anney war dabei und wollte Abschied nehmen, Yette war im Haus noch aufgetaucht, Rafael preschte in letzter Minute heran... es wurde ihr angesichts der Abschiedsstimmung und des Umstandes, vermisst zu werden, doch leicht beklommen zumute und mit gemischten Gefühlen nahm sie wahr, wie sich Dinge änderten: Noch immer konnte sie Rührseligkeiten nicht leiden, gleichzeitig war ihr bewusst, daß sie leichter Anteil nehmen konnte als früher und sie mochte nicht darauf verzichten, Rafael zum Abschied kurz freundschaftlich zu umarmen.

Hatte sie alles? Die Nächte wurden bereits merklich kühler und so stand sie hier in ihrem Stoffmantel, dünne Lederhandschuhe an den Händen. Die Pillendose von Mariella in der Tasche mit dem Mittel gegen Seekrankheit. Der restliche Vorrat von Liliana für später war in der Tasche bereits an Bord der Gezeiten - so jedenfalls die leider irrtümliche Annahme. Luca war auch versorgt, ihm war alles wichtige eingepackt worden und sie hatte kurz vor der Abreise noch extra gefragt, ob er auch ja nicht das Riesenspinnenbein eingepackt habe... hätte sie mal den Mund gehalten und ihn nicht daran erinnert.

Was ihr während der Momente des Ablegens und Lossegelns mehr Sorgen machte, war wie sie Luca und Cyrion auseinander halten sollte. In Gedanken sah sie beide bereits geknebelt an den gegenüberliegenden Seiten eines Mastes festgebunden.
"Kann ja heiter werden", dachte sie zum wiederholten Mal, was diese Reise anging und spürte dem zunehmenden Schwanken des Schiffes nach, der Meinung ihres Magens dazu... das Schaukeln konnte sie immer noch nicht ausstehen, sie hasste es, wenn sich der Boden unter ihren Füßen unberechenbar bewegte, aber wenigstens stieg neben diesem flauen Gefühl keine Übelkeit auf.

"Lass uns bald in Drachenfels sein", lautete ihr erstes Gebet an Bord der Gezeiten.
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Freitag 11. September 2009, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Sie waren erst einige Stunden auf See, als sich das Wetter änderte, von ruhiger sanfter See zu stürmisch wilder See. Wind peitschte übers Deck und einige der Wellen mögen sicher an die 5 meter hoch sein, was für einen der ersten Herbststürme noch recht gering war, doch machte es die Reise beschwerlicher als erhoft.
Hudgarr war sehr froh das die Manschaft alles im griff hatte und trotz des netten Wetters, wie es der Kapitän nante, alle ruhe und sicherheit ausstrahlten. Er bedauerte nur das Lady Darna und seine Hoheit die Überfahrt wohl nicht sehr genießten könnten.
Zuletzt geändert von Hudgarr Stolzenfels am Sonntag 13. September 2009, 04:26, insgesamt 1-mal geändert.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

„Wie sie fahren ab? Heute? Jetzt? ... sie sind schon zum Hafen?“
Ungläubig blickte er Ira an die er gefragt hatte ob er sie in der Abwesenheit der Familie Hohenfels als Magd gewinnen könne.
„Ich werde Lady noch um ihre Erlaubnis fragen.“ Ließ er sich noch im Gehen vernehmen, saß auf und sprengte mit dem Pferd davon.
Na warte!
So still und heimlich würde er sie nicht davon kommen lassen.
Sich nicht mal verabschieden... pff...
Gut für die Sicherheit war das sicherlich fundamental, aber darüber die Freunde vergessen?
Schnell war er am Landeplatz der Gezeiten, wo Adrian ihn fast schimpfend empfang, weil er mit seinem heranstürmen wohl Aaryon geweckt hatte.
Es war ihm egal.
Aaryon konnte auch später weiterschlafen.
Das Wackeln des Schiffes würde ihn sicherlich beruhigter schlafen lassen, im Gegensatz zu einigen der anderen Mitfahrern.
Fast gehässig schmunzelte er für den Moment bei dem Gedanken, bevor er dazu überging sich von seinen Freunden zu verabschieden.
Er hätte nicht gedacht wer alles diese Reise mitmachen würde.
Hudgarr und Cyrion als Leibwächter, waren sicherlich eine gut Wahl, obwohl er Cyrs Kampfkraft nicht ein zu schätzen vermochte.
Aber Hudgarr schlug eh für Zwei.
Dazu Darna und Adrian ... nun, Angreifer würden es schwer haben, mit ihnen und der eh schwer bewaffneten Gezeiten, die ein Überbleibsel noch von seiner Frau war.

Kurz vermochte das Schiff alte Wehmütige Erinnerungen an Felicitas in ihm hoch zu rufen, dann jedoch hatte er sich wieder im Griff.
Wenn dieses Schiff unterging würde es fast alle seine Freunde mit sich nehmen.
Er schauderte bei dem Gedanken, während er sich ruhig von allen verabschiedete.
Ein Schulterklopfen bei Adrian ...von Adrian, und Darna nahm ihn für ihn überraschend zum Abschied in den Arm.
Zu gerne erwiderte er diese Geste, war sie doch für ihn etwas besonderes.
Darna war kein Mensch der zu oft Gefühle zu ließ .. gut das wusste er nicht, zeigte, traf es besser, und doch kannte er sie, liebte er sie wie eine Schwester.
„Kommt bloß bald wieder.“
Lies er sich ernsthaft vernehmen, während er zusah wie seine Freunde an Bord gingen.
Luca versprach er ab und an nach Anney zu sehen die mit am Strand stand und dem Schiff noch lange nachwinkte.
Selber innerlich aufgewühlt stand er neben sie bis das Schiff am Horizont verschwand.
Er hoffte für sie auf eine gute Reise, aber vor allem auf ein baldiges Wiederkommen.
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Liliana van Drachenfels
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Auf Drachenfels war inzwischen alles vorbereitet für die Ankunft des Lehnsherren und seiner Familie. Ein großes Fest sollte gefeiert werden zu dem Jeder eingeladen war und alles wuselte geschäftig herum um alles vorzubereiten. Ein Ausflug über die Insel wurde geplant um zeigen zu können was sich auf Drachenfels alles getan hatte. Auf dem Besuchsprogramm stand natürlich die Heilerakademie, die neue Schiffswerft auf der pünktlich zum Besuchstermin ein neues Schiff eingeweiht werden sollte. Die Truppen würden zu Ehren Adrians und Darna's eine Parade abhalten. Man wollte zeigen daß sich vieles auf Drachenfels zum Guten gewandelt hatte, seit sie die Insel vom Tyrannen befreit hatten. Liliana genoß die Zeit sich ihrer Familie widmen zu können und so manches mal überlegte sie ob sie nicht ganz zu Hause bleiben sollte. Auf Gerimor waren es eigentlich nur noch wenige Freunde, die sie sehr vermissen würde. Doch sie wußte natürlich daß sie dort gebraucht würde und seufzte leise. Sie beschloss sich hiermit mit Adrian und mit ihrer Familie noch besprechen und dann weitersehen.
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