Ein neues altes Leben? (RP Geschichte)

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Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Fieber, Hitze, Kälte, Übelkeit. Wieder war ein Punbkt erreicht, den höchsten, ein Punkt an dem Erinna in ihren wachen Momenten, in denen sie klar denken konnte, sich wünschte sie wäre Tot.

Erst hatte Falk sie zu sich und Cailly in die Felle gelegt. Erinna war auch schnell eingedöst, doch dann waren es Träume wo sie wach wurde und quälender Durst. Stolpernd schlich sie aus dem Zimmer und tapste zu Laila rüber.

Laila gab ihr zu trinken und Erinna döste bei Laila in den Fellen ein. Als Laila schlief weckte quälender Hunger Erinna und sie rappelte sich schwankend hoch und stolperte die Treppe zur Taverne runter.

Am Fuss der Treppe hoerte sie draussen vor dem Tor Stimmen und wieder huschte ein wacher Moment durch ihren Kopf und sie erinnerte sich an das Tote Holz und an Sigmund.

Sie lud ihn in die Taverne und bezahlte ihn fuer das tote Holz. Als er gegangen war bemerkte sie das Laila wach war. Freia trug Erinna erst zu Falk und Cailly, aber Erinna wollte da sein wo es Stimmen gab. Also brachte Freia Erinna zu Laila. Bei Laila ass sie ein wenig, aber sie hatte noch immer Hunger.

Ruhig wartete sie bis Laila wieder eingeschlafen war und stolperte nochmal die Treppe hinunter in die Taverne. Sie bemerkte Freia und Auri nichtmal im ersten Moment. Erst als Auri erschrocken aufkreischte und Freia plötzlich hinter ihr stand bemerkte sie jene.

Freia nahm sie auf ihren Schoss, kurz vorher hatte Erinna einige Kanten Fleisch verschlungen, als sie auch schon das Gefühl hatte sich übergeben zu muessen. Schnell trug Freia, die es ebenfalls spürte, Erinna nach draussen. Kaum waren sie draussen konnte Erinna es auch nicht mehr bei sich behalten. Wärend Auri mit einem Eimer Wasser es fortspühlte wusch Freia das Gesicht von Erinna sauber.

Wie ein nasser Sack hing Erinna keuchend und erschöpft in Freias Armen. Viola kam noch dazu, aber so wirklich nahm es Erinna nicht mehr wahr. Freia legte Erinna auf die Felle beim Tavernenfeuer und wickelte sie in eine Decke die Viola holte.

Dann kühlte sie Erinnas Stirn mit kalten Lappen und es tat Erinna merklich gut das kühle Nass zu spüren, auch wenn sie immer mal wieder ein Schauer von Schüttelfrost erfasste. Auri weinte wegen irgendetwas, im Schlaf spürte Erinna das etwas nicht richtig war und sie griff nach Auris Hand.

Im Fieberschlaf murmelte Erinna immer mal wieder was Wölfen und Feuer, Freia wechselte immer wieder das Tuch und auch Auri half mit. Kurz war Aufruhr als irgendwer den Namen Ian erwähnte und Erinna wie von einer Wespe gestochen auffuhr. Doch beruhigte sie sich langsam wieder und schlief weiter.

Auri kuschelte sich spät in der Nacht neben Erinna, ihre Hand weiterhin festhaltend und immer mal wieder das Tuch wechselnd. Als die ersten Vögel zwitscherten rappelte sich Erinna auf. Sie tapste wieder nach oben zu Falk und Cailly. Kaum merklich, aber doch etwas spürbar, war ihr Fieber in der Nacht ein klein wenig gesunken. Ob es einfach so war, oder an den kühlen Kompressen lag, war dabei nicht ersichtlich.

Sie kuschelte sich an Cailly und Falk, wohl noch recht warm und mit Übelkeit kämpfend, aber dennoch merklich atmete sie befreiter und ncith mehr so hektisch schwer.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Der Tag war genauso hecktisch wie immer. Erst war sie mit Freia und Auri jagen, vorher gab es noch eine kleine Auseinandersetzung, weil Freia wollte das Erinna in den Fellen blieb.

Erinna erklärte ihr fast panisch das sie nicht alleine bleiben wolle und auch einige Gründe. Danach willigte Freia ein.

Nach der jagt war dann noch die Geschichte mit Viola. Erinna gestand Falk und Freia was sie wusste, es fiehl ihr dabei eine Last von der Schulter aber sie fühlte sich nicht wohl dabei, man merkte es ihr richtig an.

Eine Bewegung hinter ihr liess ein Strahlen über Erinnas Gesicht huschen, als sie Seymour entdeckte. Fest kuschelte sie ihn an sich. Dann machte sie ihm noch die Überraschung mit Tami aber auch gleich eine Enttäuschung. Seymour wollte das Tami mit in den Fellen schlief, aber erinna wollte kein Tier im Grunde in ihrer Nähe im Moment wissen.

Sie schenkte ohne Erlaubniss von Falk, seymour ein grosses weisses Eisbärenfell fuer Tami als wieder Gutmachung. Als seymour eingeschlafen war, sank Erinnas Kreislauf rapide in den Keller und sie brauchte einen Moment sich zu erholen. Sie wetzte aus der Taverne und übergab sich an einer Stelle die sie immer nutzte.

Nachdem sie sich am Brunnen mit zitternden Haenden gewaschen hatte tapste sie in die Taverne zurück und kletterte auf Freias schoss. Ihren im Thron dösenden Vater wollte sie nicht stören. Mit den Worten

nur noch eine nacht


Döste Erinna dann voellig erschöpft ein. Der Tag war einfach zuviel fuer sie gewesen, mit dem ganzen Fieber, der Übelkeit und dem Schwindel. Freia brachte sie nach oben, nachdem sie gesagt hatte das erinna es schaffen würde und Erinna murmelte

lange nicht mehr

Erinna wusste das ihr Körper lange nicht mehr sich widersetzen konnte, jedesmal schwächte es sie mehr und mehr und sie wirkte jedesmal dünner. Wärend sie oben an Seymour zusammengerollt schlief schwand über Nacht das Fieber. Zweimal noch übergab sie sich, dann herschte Ruhe. Ein tiefer Schlaf fiehl über erinna, ein Schlaf den man im Heilerkreis vielleicht Genesungschlaf genannt hätte.

Falk der zwischendurch mal immer schauen kam, fand Erinna im tiefen ruhigen Schlaf vor. Traumlos war ihr Schlaf. Einmal nur erklang ein ton aus ihrem Zimmer, das einem Heulen eines Wlfes ähnlich klang, nur viel heller im ton und nicht ganz so langgezogen, danach herschte voellige Stille.

Als Erinna am anderen Tag wachwurde, war sie Fieberfrei und wirkte nur noch schlapp. Mit etwas Essen und einigen Stunden erholung, ging es ihr langsam immer zusehends besser.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Verraten, verlassen, kraftlos fühlte sich Erinna, als sie ohne Regung im Blick auf ihre Felle sich fallen lies. In voller Rüsstung und die Kaputze der Robe noch über ihren Kopf.

Er schien sie verlassen zu haben, er der ihr Halt gab, den sie langsam akzeptiert hatte, der ihr einen Weg, ein Ziel aufwies. Woher sie es wusste wusste sie selber nicht, doch war es ein Gefühl das sie genau spürte.

Sie wollte weg, einfach nur weg, weg von allem was ihr bisher Freude gebracht hatte, weg von den Menschen die sie liebte. Freias Worte brachten ihren Körper dazu nicht wegzulaufen, aber in Erinnas Kopf hörte Erinna nur ihre eigenen Worte.

Du hast gelogen, eine Hinrah lügt nicht, Falk wird dich verachten und bestrafen.

Sie wusste nicht was die Zukunft ihr bringen soll, doch war es ihr mit einem Male völlig egal. Alles wich, jeh länger Freia sprach, von ihr. Sie spürte nur noch eine tiefe schwarze Leere in sich.

Wenn der kleine Seymour neben ihr nach ihr rief, reagierte sie nicht mehr, wenn Falk sich zu ihr setzte, reagierte sie nicht mehr. Auf nichts mehr wirklich reagierte sie mehr. Sie verlor sich in ihrer inneren Leere. Sie sah keinen Weg mehr, keine Zukunft.

Sie begann unbewusst immer weniger zu essen, da sie ihr Zimmer nicht mehr verliess. Ihr Bogen hing an der Wand und der Köcher daneben. Sie starrte nur noch die Decke an, ihre einstige schwarze Farbe der Augen wich einer bernsteinfarbenen Farbe.

Verlassen fühlte sie sich, ohne eigenen Willen mehr. In ihr kam der Gedanke auf, das Falk sie vielleicht nur geliebt hatte, wegen Wolf, Gedanken eines dummes naiven Kindes, das noch lange nicht erwachsen war, dass alles getan hatte um erwachsen zu wirken, sich Verantwortung aufhalste die sie am Ende nicht geschafft hatte.

Tränen rannen aus ihren leerem Blick, Tränen eines Kindes, das mit seinen 15 Sommern im Grunde doch nicht älter als vielleicht 10 Sommer war. Sie hatte gekämpft, gegen Wolf, fuer eine Zukunft die ihr wie ein Traum erschien. Sie wollte die beste Bogenschuetzin im Clan sein, sie wollte Falk zum stolzesten Vater von ganz Gerimor machen. Alle Wunden hatte sie zumeist ignoriert, ihrem Ziel immer näher kommend und kurz vor Ende, verliess er sie.

Ihr Körper begann plötzlich zu schmerzen, einst gebrochene Knochen brachten sie fast zum Schreien. Alle Härte gegen sich selber, die sie sich aufgebaut hatte um perfekt zu sein, fiehl von ihr ab wie ein Umhang vom Wind fortgeweht. Er hatte sie verlassen, sie jetzt als Lügnerin dastehen lassen, als Versagerin, als ein Nichts.

Tränen rannen ihre blassen Wangen hinab, verfingen sich in ihren blonden Haaren das mit feinen silbernen Strähnen durchzogen wirkte, keine weitere Regung ausser ihr bebender Atem und sein Zittern ging von ihrem Körper aus, der jetzt ohne ihre stolze Haltung noch zerbrechlicher wirkte als sonst.

Sie begann in ihrer Leere die sie empfand sich selber aufzugeben.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Ciesas Worte hatte sie vernommen. Sie hatte wohl auch darüber nachgedacht, aber tief im Innern fand sie keinen Weg. Keinen Weg mehr für sich.

Als er noch da war, wusste sie was sie tun musste. Sie wusste das sie eine gute Schützin werden musste und sie wusste, dass sie sich Respekt verschaffen musste. Aber auch wusste sie wie sie sich überhaupt zu verhalten hatte.

Heute hatte sie Freias Vater gesehen und doch, wusste sie im selben Moment das sie auch in seinen Augen, nichts weiter als ein dämliches, dummes Gör war. So wie in den meisten Augen der Erwachsenen. Sich in tiefes Schweigen hüllend verharrte sie den Rest des Tages in der Ecke an der Theke. Den Boden vor sich betrachtend, ohne das eine wirkliche Regung in ihrem Blick erkennbar war.

Reaktionlos lies sie einfach alles an sich vorbeiziehen. Er hatte sie im Stich gelassen, fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel, wohl für nicht würdig empfunden. Und genauso fühlte sie sich. Nicht würdig. Was tat sie noch hier? Wenn schon Wolf sie für unwürdig hielt, warum war sie dann noch hier?

Irgendwann stand sie auf und wanderte immer noch schweigend in den Wald, als könne sie niemals müde werden, wanderte sie umher. Sie hatte keinen Blick mehr für die Schönheit der Natur, des weichen kalten Schnees. Für sie war in ihrem Innern, all das verloren. Kein Gefühl regte sich in ihr, doch eines, Hass, purer schlichter Hass. Innerlich brachte sie jeden Wolf um, der ihr über den Weg lief.
Ciesa Amarth

Beitrag von Ciesa Amarth »

Ciesa kam zur späten Nacht noch am Land des Hinrah Clans an. Etwas fester trat sie gegen das Tor welches verschlossen war und nicht lang hat es gedauert. Öffnete ihr Erinna schon die Tür hinein. Versteinert war ihr blick, unter dem Schutz des Schattens der Nacht und ihrer Kaputze stand Ciesa erst einmal nur etwas zweifelnd vor Erinna.
Kein Wort, keine umarmung oder sonstiges lies sie für Ciesa übrig.

„Wie? Keine Umarmung?“

Sanft lächelte Ciesa und ihr blick rührte sich nun nicht mehr ab von Erinnas Antlitz.
Wie sie vor ihr stand. Ganz schwach und ohne jeglicher Freude.
Ciesa kam nun Erinna entgegen, langsam hockte sie sich auf die knie um ihr etwas näher zu schenken. Sie wusste zunächst nicht wie sie damit umgehen solle doch erkannte sie die leere in Erinna.
Ciesa schob die Kaputze Erinnas zurück und laechelte sie sanften Blickes an. Ihre Augen strahlten Ruhe und Zufriedenheit aus, ihre Haare noch ganz durch einander vom Kampf gegen die Drachen und den Balron welchen sie ihn gerade erst hinter sich gebracht hatte.
Lies sie keine Versuchung aus um Erinna ein kleines wenig licht in ihr Gesicht zu bringen.
Nur das kleinste Lächeln würde sie schon glücklich stimmen.
Doch was sollte Ciesa für jemanden tun welcher sich ihr verschwieg.
Sanft streichte Ciesa durch das Wilde Haar Erinnas, welches leicht Silberne Strähnen aufwies wenn das Licht des Mondes sich darauf spiegelte.

„gehen wir rein?“

Kam es nur noch leise fast ins Ohr flüsternd als sie sich bereits schon leicht in den Armen lagen.
Nicht sehr viel war von Erinna zu erwarten, doch ein leichtes nicken und ein fast Meschanicher Gang beantworte Ciesa die Frage und sie gingen hinein.
Erinna war einen kurzen blick auf den leeren Stuhl Falks und saß sich dann an das Feuer auf welchem ihr Blick nun ruhte. Ciesa verfolgte kurz den Blick Erinnas und sie nahm es mit einem leichten Nicken zur Kenntnis. Dann saß auch sie sich ans Feuer, jedoch für ungewohnt auf das Fell so das sie sich mit dem Rücken gegen die Bank lehnen konnte und die Beine schön ausstrecken. Denn bei aller Zufriedenheit, auch Ciesa war erschöpft.
Ständig versuchte sie das Erinna mit ihr ein ordentliches Gespräch führte, regelmäßig fing sie an eine Frage zu stellen. Welche Erinna doch nur beantworten sollte, doch sie konnte es wohl nicht. Aus welchem Grund auch immer, aber Ciesa kümmerte es weiter nicht sehr viel.
So fing Ciesa über sich zu erzählen, bis sie dann begann eine Geschichte ihres Vaters aus zu graben. Sie erhoffte das diese Erinna für eine Weile auf andere Gedanken brachte und im nachhinein klarere Antworten auf sich und das alles was bestand hatte. Das Leben, Freiheit, Hoffnung, Liebe.. all das sollte sie erkennen und lernen das es dafür zu Leben lohnte.
Es war eine harte Geschichte, mit Details die keiner brauch, man erkannte darin den Horror einer Schlacht, die Grausamkeit darin mit einem Traurigen Ende.
Doch das war Ciesas Leibwesen und sie war sich sicher das jede Grausamkeit dafür nötig ist um zu erkennen welche kleinen Dinge doch schon glücklich machen können.

Erinna lag nun einige zeit lang mit ihrem Kopf auf Ciesa Schoß, sie Streichelte regelmäßig das Haar Erinnas hinter das Ohr. Erinna atmete noch und so bemerkte sie das Erinna noch wach ist und lies ein sanftes Lächeln auf sie hinab blicken.
„Bleibst du bei mir?“
Lies Erinna von sich stimmen und Ciesa lies nur noch ein leichtes nicken von sich.
So dauerte es nicht mehr lange bis sie nun in ihren Fellen lagen und Ciesa noch kurze Zeit den Geräuchen welche des Waldes hinein drangen bis sie sich dann doch nieder ließ und nach kurzen betrachten Erinnas neben ihr Einschlief.
Morgens stand sie früh auf, es war an der Zeit zu Trainieren und so lies sie Erinna dort weiter in ruhe schlafen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Da stand sie vor ihr, das Gesicht so hell wie ihr eigenes, die Haare genauso blond mit den silbern scheinenden Strähnen, bernsteinfarbende Augen.

Was hatte sie noch gesagt?

Ich bin die die dir den Namen gab und dich ins Leben rief.

Luriana Auwen. Erinna war verwirrt, wütend und niedergeschlagen zugleich.

Falk und Caillean sind jetzt meine Eltern. Falk war es der oftmals über meinen Schlaf wachte wenn ich Fieber oder Alpträume hatte und Cailly war es die nach harter Arbeit meine Stirn noch lange kühlte. Sie sind jetzt mein Vater und meine Mutter.

Kühl klangen Erinnas Worte. Jemand der sie gut kannte, konnte ihre Angst heraushören. Sie würde sie töten, wenn sie versuchen sollte sie Falk und Caillean wegzunehmen.

Für Falk und Caillean war ich nie zu schwierig.

Eine kurze Pause legte sie ein, bevor sie eine für sie nicht zu verstehden Frage stellte

Wieviel hat Marla dir fuer mich gegeben?


Diese Frage klang distanziert, ruhig. Ihre Hände hatte sie hinter dem Rücken verschrängt und zu Fäussten geballt. Lange hörte sie Luriana zu.

Ich mache dir keinen Vorwurf, aber du sagst du liebst mich, lieben kann man nur jemanden den man kennt. Marla sagte ich war damals erst wenige Stunden alt. Ich kenne es wenn man nicht weis was man am anderen Tag essen soll, dennoch Falk ist jetzt mein Vater und Caillean meine Mutter und sonst niemand.

Ciesa die dabei sass konnte deutlich merken mit welcher bedachtheit Erinna ihre Worten wählte. Sie wollte Luriana nicht wehtun, aber ihr deutlich machen, wer jetzt Erinnas Eltern waren und das sie keinerlei Anspruch auf Erinna mehr hatte. Luriana weinte sehr viel, ob aus Freude Erinna zu sehen, ob aus Trauer sie zwar zu sehen aber dennoch noch immer verloren zu haben. Freunde, ja das konnten sie vielleicht werden, aber Familie? NEIN! meine Familie ist der Clan! wehrte Erinna sich innerlich mehr als heftig.

Es war ihre Loyalität zu Falk, die immer wieder verhindert hatte, dass Erinna die Flinte ins Korn warf und aufgab. Es war ihre Loyalität zum Clan das sie jede Nacht in das Zimmer ging und dort schlief. Es war ihre innige Liebe zu Falk die oftmals verhindert hatte das sie sich selber aufgab und sich selber das Leben nahm, wenn die Vergangenheit sie einholte und sie keine Hoffnung für sich mehr sah und es war Falks Liebe zu ihr, die ihm so unendlich viel Vertrauen von ihr entgegenbrachte. Das konnte niemand mehr zerstören und wenn er die Königin höchstpersönlich und der Alatar in einem wäre.

Sehr schnell schlief sie ein und als sie wach wurde lächelte sie neben sich zur schalfenden Ciesa. Auch ihr vertraute Erinna, es war wie ein enges Band aus nie gesagter Freundschaft. Jetzt sass sie wiedermal am Feuer und dachte nach. Gestern noch hatte sie dort gestanden mit Falk und gesagt sie wolle niemals ihre Eltern sehen, ihre leiblichen und kaum zwei Stunden später lief sie ihrer leiblichen Mutter über den Weg. Aber in ihren Augen machte eine Mutter sich nicht zur Mutter weil sie ein Kind gebar, eine Mutter machte sehr viel mehr aus und das hatte ihr Cailly gegeben und das versuchte sie nun Seymour zu geben.

Ein seeliges Lächeln huschte über ihr Gesicht.

EDINAAAA .... MAAAAAAH


hatte Seymour gestern nach ihr gerufen, er hatte "Mah" zu ihr gesagt und das war fast der Grund der ihre Starre löste und in ihre innere Leere Licht brachte und das lange Reden mit Falk.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Warum nur war sie gegangen? Sie hätte so schön von ihrem Herzsohn gekuschelt, am Feuer sitzen können und Falks Geschichten lauschen können. Aber versprochen war nunmal versprochen und so nahm sie Sattelzeug mit und ritt auf ihrem Pferd nach Bajard.

Dort traf sie sich mit Luriana, die ihr Holz gab und Pfeile. Erinna bezahlte sie und wollte Luriana eigendlich mit nach Grimwould nehmen, weil Cailly ja gesagt hatte jene könne in Grimwould eine Zeitlang bleiben und sehen wie ihre Tochter lebte.

Sie waren nicht weit gekommen, nur bis zum Wegkreuz zwischen Varuna und Bajard. Dort sprangen zwei voll gerüsstete Kerle aus dem Gebüsch und zwangen sie zum stehen. Innerlich fluchte Erinna das sie ein Pferd dabei hatte, dass voll beladen war, so konnte sie nicht nach Lurianas Hand greifen und sie mit sich zerren und weglaufen.

Sie bekam eine Waffe an den Hals gedrückt, eine Keule mit Stacheln und aus den Augenwinkeln sah sie das es Luriana nicht besser ging. Instinktiv griff sie krallenartig nach Lurianas Hand. Die Kerle wollten das sie mitgingen und Erinna weigerte sich.

Ich gehe nicht mit Kerlen mit, die zu feige sind ihr Gesicht zu zeigen. Ich gehe nirgendswohin mit, und ich glaube kaum das er den Mut hat sich mit Falk, dem ganzen Clan, der Allienz und dem Orden der Temora und den Sol'Noir anlegen will, denn ich bin Falks Tochter, Kind der Hinrah.

Sie knurrte auf als ein Schild sie am Kopf traf und in die Knie zwang. Sie hatte von Kahor und Falk gelernt durch beobachten Schmerz zu ertragen. Langsam griff sie sich an den Rockbund und nahm ihr Gerbermesser heraus, schwache Waffe das wusste sie, aber vielleicht konnte sie die Kerle damit ablenken und mit Luriana _und_ dem Pferd flüchten. Sie warf das Messer gegen den einen Kerl, der ihr daraufhin sein Schild mit Wucht ins Gesicht schlug.

Das brechen ihrer Nase war gut zu hören, ein jaulartiger Ton ging von ihr auf als sie nach hinten überkippte. Louis war da, das gab ihr zuversicht. Ciesa sah sie und sie schrie schrill nach ihr. Panik hatte sich in ihr breitgemacht gehabt. Sollte das schon ihr Ende ihres Lebens sein? Ciesa zog sich den Mantel aus, griff nach Erinna , wärend Louis sich zwischen Erinna und dem einen Mann schob, ungeachtet der zweihandaxt die ihm ein anderer an den Rücken hielt. Dann zog Ciesa ihren Mantel aus und man sah nur noch zwei glänzende Rüsstungen fliehen.

Wie die Hasen wetzten die beiden Männer davon und dann sah Erinna Falk. Mit aller Kraft stemmte sie sich hoch, rannte auf Falk zu, blutend, das ganze Gesicht mit Blut verschmiert und warf sich weinend und zitternd in Falks Arme. Ein Heiler war da und langsam bekam Erinna um sich herum nichts mehr wirklich mit.

Die Schmerzen waren höllisch und alles im Gesicht schien nicht mehr zu ihr zu gehören. Irgendwie bekam sie mit das Falk was von "nach Hause" sagte und sie stolperte meschanisch vorwärts. Dabei immer mal tropfen Blut aus ihrer Nase hinter sich lassend. Leise weinte sie vor sich her, immer noch zitternd. Sie hatte in dem Moment keine Lust auf ihren Stolz zu achten.

Als sie Grimwould ankamen, Karl, Luriana, Erinna und Falk kletterte Erinna mühsam in der Taverne auf ihren Hocker, den den sie immer benutzte, und blinzelte um sich herum, als wäre sie nicht ganz bei sich.
Seymour war den Ahnen sei Dank wohl schon am Schlafen, so blieb ihm Erinnas Anblick erspart. Karl gab ihr ein Mittel damit die Blutung entlich aufhörte und Falk trug sie dann in das Nebenzimmer, nachdem Karl mit einem getränkten Tuch Erinnas Nase vom Blut befreit hatte.

Der Trank auf dem Tuch machte Erinna schon dösig und sie lehnte ihren Kopf gegen Falk als er sie hochhob und nach Nebenan trug. Nachdem Karl ihre Nase nochmal untersucht hatte gab er ihr nochmal einen Trank, von dem sie sehr schnell einschlief. Als sie tief schlief richtete Karl ihre Nase mit einem kurzen Ruck, wärend Falk bei ihr blieb und über die Stirn strich.

Das Falk sagte

Dah ist hier, ich pass auf dich auf

Bekam Erinna nicht mit. Als alles vorbei war, hob Falk Erinna hoch und trug sie in ihr Zimmer. Vom Trank noch schlafend merkte Erinna es nicht aber als sie wach wurde rief sie nach Falk. Er kam zu ihr und meinte

Krümel, du sollst doch schlafen


Leise und nuschelig antwortete Erinna

ich kann ney schlafen, wenn nicht hab gute nacht gesagt zu dir


und sie reckte ihm ihre Arme entgegen. Sanft streichelte er ihr über die Stirn und sie sagte ihm wie immer gute Nacht, bevor sie noch beim Sprechen schon wieder die Augen schloss.
Kahor Amarth

Beitrag von Kahor Amarth »

Es war sehr früh am morgen, eigendlich fast noch Nacht, als Kahor sich aufraffte, um sein Tagewerk zu verrichten. Der Drang in ihm, das Gold zu besorgen, um den Clan auszuzahlen, ward mit jedem verstreichenden Tag größer, wenngleich die Gründe sich geändert hatten.
Shajas Umzug trug dazu bei, und spätestens Erinnas Krümel hatten ihm gezeigt, wie wichtig ihm der Clan war... sie würden Augen machen, wenn sie von seiner Entscheidung hörten, aber noch war die Zeit dafür nicht reif.
Als er die lange Treppe hinab in den Hof und von da aus in die Teverne ging, sah er Falk brütend auf seinem Tron sitzen, mit finsterer Miene und offensichtlich ziehmlich müde.
Nicht lang dauert es und die Geschichte des Vorabends ward erzählt. Der Hühne war außer sich vor Zorn. Die Clansmitglieder anzugreifen, und das so nah bei ihrer Heimstatt. Das Leben der kleinen zu bedrohen, wo sie gerade ihr Glück in ihrem Sohn fand.... das konnte er nicht zulassen.
Kahor ging wortlos aus der Taverne und pirschte im gestreckten Lauf durch das Dickicht des Nebelwaldes... nur sehr wenige konnten sich hier so frei und schnell bewegen, wie er. Nicht lange dauert es und er ist am Wegkreuz angekommen. Hier würde er erst nach Spuren suchens, bevor er später mit Ciesa reden müsste.
Jede Rüste war einzigartig, den jeder Schmied bearbeitete das Metall auf seine Weise, hinterließ Spuren auf jedem seiner Rüstteile und einer erfahrene Kämpin, wie Ciesa würden diese Spuren sicher nicht entgangen sein...
Wieder hat eine Jagd begonnen, an deren Ende Leute bluten würden.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

MAn merkte Erinna immer mehr an, das etwas fehlte. Sie wirkte auf andere ruhiger, stiller. Die spontane Fröhlichkeit fehlte immer mehr, die sie früher hatte.

War sie mit Seymour zusammen, wirkte sie um einiges älter, vernünftiger. War er nicht da, war sie stiller, hörte mehr zu. Sie rannte noch immer viel umher, so wie früher, aber sie wirkte vorsichtiger. Man hörte sie seltener laut rufen und reden. Sie schien erwachsener, und doch wusste sie einfach nicht wie sie sein sollte.

Falk hatte ihr gesagt, sie solle so sein wie sie sei und nicht wie sie für andere sein wollte. Erinna wusste nicht mehr wie sie wirklich war. Nachdenklich sass sie jetzt oft herum, ernst wirkte ihr Gesicht meistens. Wenn sie lächelte, dann eher vorsichtig.

Es schien als sei ihre ganze Sponitanität verloren gegangen. Still tat sie ihre Verpflichtungen, die sie sich mal selber gegeben hatte. Holz sammeln, Tiere versorgen, Hühner schlachten, Pfeile schnitzen, für Gäste sorgen.

Die ganzen Ereignisse der ganzen Wochen hatte sie völlig verändert. Der Krieg, das etwas fehlte, der Überfall gestern. Immer seltener verliess sie Grimwould, und wenn dann nur zum Holz sammeln und jagen. Sie wusste nicht was richtig war. Früher kamen die Menschen nie mit ihr zurecht, weil sie ihnen zu wild war, bis auf Falk und der Clan. Obwohl es auch da Zoff ganz zu Anfang gab. Und jetzt wusste sie einfach nicht wie man sich richtig verhielt.

Nur wenn sie mit Falk alleine war, dann war sie noch kindlich. Sie kuschelte sich an ihn, sagte wie lieb sie ihn hatte, umarmte ihn oft stürmisch, sprang wie früher an ihm hoch, aber wenn andere dabei waren, Fremde, dann weigerte sie sich schon auf Falks Schoss zu klettern, weil sie nicht wusste ob es richtig war, ob sie nicht schon zu alt dazu war.

Sie hörte wie begeistert Theor immer wieder von Temora sprach, von ihren Tugenden. Er sprach schon wie Aradan und es machte sie auch traurig. Würde er irgendwann diesen fest in ihm sitzenden Glauben für sie, für die Liebe, aufgeben können? Sie glaubte tief im Herzen nicht daran, doch gab sie sich der Illusion, der Hoffnung hin.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Kaum das Cailly und Falk in ihrer Wohnung waren und Erinna das gefundene Pferd versorgt hatte, zog sie sich um und spazierte aus der Festung. Nachdenklich mit zusammen gebissenen Zähnen spazierte sie durch den Wald.

Tief in der Nacht kam nach Hause, in ihr Zimmer. Seymour sass aufrecht im Bett und schaute sie lange an. Langsam, schwerfällig, als sei sie um viele Jahre gealtert zog sie sich aus und setzte sich neben Seymour.

mah taurik?

Fragte Seymour sie leise. Erinna gab keine Antwort, sie zog nur Seymour zu sich in den Arm und verlor das erstemal vor ihm ihre Fassung. Wärend sie das erstemal im Leben bitterlich weinte, strich Seymour ihr über das wellige zerzauste Haar. Als wenn der Kleine spüren würde, dass Erinna nicht reden wollte, dass sie einfach nur weinen wollte und ihren Herzsohn im Arm haben wollte, verhielt Seymour sich still.

Er hatte wohl Angst weil er Erinna noch nie so gesehen hatte, doch erfasste ihn irgendwann die Müdigkeit und er schlief in ihrem Arm ein. Kahor der neben ihr sein Zimmer hatte, musste sie wohl gehört haben und auch vielleicht über ihr Cailly und Falk. Irgendwann am Morgen schlief sie mit rot verweinten dicken Augen ein.

Der Grund ihres Weinens war Cailly gewesen. Noch nie hatte sie ihre Mutter so erlebt. Als sie erfuhr was Viola getan hatte und sie zu Gesicht bekam, hatte sie sie am Kragen gepackt und gegen die Palisade geschleudert. Zornig hatte sie Viola angeschrien, sie geschlagen. Je lauter Cailly gegenüber Viola wurde, destomehr schrumpfte Erinnas Vertrauen.

Sie sass auf den Stufen als Falk zu ihr kam und ihr etwas sagte, doch bekam Erinna es kaum mit. Ihr Blick ruhte auf der Fakel am Pfeiler. Irgendwann murmelte sie das sie spazieren gehen wolle und stand auf. Falk griff an ihr Handgelenk und fragte sie was los sei.

Knirschend biss sie die Zähne zusammen und Falk sagte sie solle es rauslassen, ihn anschreien. Doch das konnte Erinna einfach nicht, sie schuettelte den Kopf und Falk nickte.

Vertrauen ist alles was wir erwarten

Sagte er. In dem Moment klopfte Tarrak am Tor und Falk ging hin. Erinna tapste zum Stall und versorgte das gefundene Pferd. Wie konnte sie vertrauen? Sie hatte heute das erstemal Cailly so in Zorn erlebt. Was war wenn Erinna wieder einen Fehler machte und Cailly genauso reagierte? Oder Falk?

Unterwegs hatte sie Ciesa getroffen und jene ebenso das erstemal in einer Gefühlswelt erlebt die sie von Ciesa nicht kannte. Ciesa hatte in Erinnas Arm geweint, so sehr geweint das Erinna keine tröstenden Worte fand. Sie fragte nicht nach, wenn Ciesa reden wollte, dann würde sie es tun. Still hielt sie nur Ciesa im Arm und lies sie sich ausweinen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Der Tag verging, ohne das sie ihn wirklich wahrnahm. Sie sah Caillean nicht an, sie konnte einfach nicht. Sie fühlte sich schuldig. Hätte sie geschwiegen, hätte Caillean Viola nicht so behandelt. Hätte der Hund nicht hinter dem Strauch gesessen, dann hätte er den Hasen gefangen....

Müde strich sie sich das Haar aus dem Gesicht. Es brachte nichts sich Vorwürfe zu machen und doch tat sie es. Es nutzte nichts das Viola sagte Caillean hätte sie in Arm genommen und geweint.

Erst Falks Hand auf ihrer Schulter, als ein Wolf laut im Wald heulte, löste ihre Starre etwas.

Hast du das gehört?

Fragte er sie leise und sie nickte. Natürlich hatte sie es gehört.

Dir geht es nicht gut...

Stellte Falk fest und Erinna senkte etwas den Kopf.

er fehlt halt..

murmelte sie leise. Falk wusste genau wen sie meinte. Er nahm sie liebevoll in den Arm und gab ihr einen Kuss auf ihr zerzaustest Haar.

und ich glaube nicht das theor temora jemals aufgeben wird

Leise seufzte Falk bei ihren Worten.

Dann ist er wirklich dumm... eine unerreichbare Göttin zu wählen anstatt ein so wunderbares und
greifbares Mädchen wie dich.


Sagte er daraufhin und er sprach weiter, es war fast ein wenig Balsam auf ihrer schmerzenden jungen Seele

Wirklich sehr dumm. Jemanden wie dich lässt man nicht ziehen.
Aber er ist jung und dumm und bevor er erwachsen genug ist um zu merken dass der Himmel nicht in den Armen einer Göttin sondern einer liebenden Frau ist fürchte ich für ihn wirst du jemanden gefunden haben der klüger ist und dich als das erkennt was du bist.


Langsam folgte sie in die Taverne, als Cyrion und Solveigh zu Besuch kamen. Nachdenklich starrte sie in die Felle vor sich, worüber geredet wurde bekam sie kaum wirklich mit, nur das es um Felle und Betten ging. Irgendwann glaubte sie in dem Raum zu ersticken und ging nach draussen. Wieder lag ihr Blick wie in weite Ferne auf dem Wald. Sie sehnte sich nach den Nächten im Wald, als der Winter noch nicht herangenaht war. Das raschelnde Laub, wenn eine Maus entlanghuschte. Das tapsende Geräusch wenn ein Berglöwe, oder ein Wolf langschlich.

Sie wandte sich ab, packte ihren Köcher voll, überprüfte ihre Pfeile und ritt aus der Festung. Sie wollte einfach nur noch alleine sein, im Wald.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Erst als der Morgen graute kam sie nach Hause. Ein Blick in die Felle zeigte ihr das Seymour noch schlief. Ihr war aufgefallen, dass das Zimmer nach rosen roch, es roch wie... ja.... wie nach Caillean. Einen kurzen Moment liess sie den Geruch auf sich einwirken, ehe sie fast fluchtartig das Zimmer leise verliess.

Sie schaute in den Himmel und wusste, sie hatte noch einige Zeit für sich, ehe Seymour wachwerden würde. Schnell waren neue Pfeile in den Köcher gesteckt und die Tränke überprüft. Ihr Kryss und die Keule am Gürtel, den Köcher auf den Rücken und den Kompositbogen über der Schulter tapste sie los.

Schweigend vor sich hin nachdenkend schoss sie Pfeil um Pfeil im Unheilsberg ab. Kahor stiess kurz zu ihr und zusammen schafften sie die Schlangenkönigin mit ihren Wächtern. Als Kahor sich verabschiedet hatte ging Erinna weiter. Wieder verkroch sie sich in ihren Gedanken, nur die Geräusche der Monster, ihre eigenen Schritte und das zischen der Pfeile durch die Gänge war zu vernehmen.

Als sie ihren letzten Pfeile verschossen hatte, ging sie zurück nach Grimwould. Einiges an Leder hatte sie besorgt und eine kleine Menge an Gold. Schweigend bereitete sie für Seymour das Frühstück und wartete bis er wach wurde. Dann ging die allmorgendliche Tiolette von statten und sie frühstückten gemeinsam.

Sein fröhliches Gesicht, das helle Kinderlachen, schafften es Erinna für die Zeit bis er meinte er wolle noch etwas schlafen, aus ihrer Gedankenverlorigkeit herauszuholen. Wärend sie einfach nur dasass und wartete, verarbeitete sie einige Korken zu kleinen Puppen. Auch eine Art kleines Segelboot bekam sie hin, damit konnte er dann am Abend beim Baden spielen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Für kurze Zeit war sie wieder fast die Alte. Die Alte? Sie wusste es nichtmehr wirklich, wann sie wirklich sie selber gewesen war.

Zerissen in allen Gefühlen, vergass sie oftmals schon die anderen zu grüssen. Machte man sie darauf aufmerksam reagierte sie entweder gar nicht erst oder gab eine patzige Antwort. Theor bei der Garde, am liebsten würde sie alles Kurz und Klein schlagen.

Oft sass sie an der Stelle beim Unheilsberg am Wasser, dort wo ihr das letztemal ein Wolf durch das Gesicht geleckt hatte und sie als seinesgleichen akzeptiert hatte. Sie seufzte.

Alles war zerstört seit er sie verlassen hatte. Es kam keine rechte Freude mehr in ihr auf. Sie merkte selber das sie sich ins negative entwickelte. Sie merkte selber wie sie sich gegen Gefühle anfing zu wehren. Wie sie arrogant wurde.

Die Worte von Ciesa die Nacht hatten ihr ins Herz gestochen. Es hatte so unendlich wehgetan, am liebsten hätte sie einfach Schluss gemacht, allem ein Ende. Er hätte sie niemals verlassen dürfen. Jemand der sie kannte wusste das sie litt. Sie dümpelte herum, wusste das sie darüber nicht mal mehr reden durfte. Das sie schweigen musste, zerstörte sie langsam von innen. Sie konnte ihrem Schmerz keinen freien Lauf lassen.

Sie fragte sich immer öfter warum sie eigendlich noch überhaupt lebte. Manchmal war sie versucht einfach ihr Kryss zu nehmen und.... aber sie durfte nicht, sie hatte einen kleinen Jungen, um den sie sich kümmern musste, der sie liebte.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Fast am Ziel, endlich fast am Ziel. Sie freute sich ein klein wenig sogar darauf. Vielleicht würde Falk ihr ja ihren grössten Wunsch dann erfüllen, ein Wunsch der mit Waffen und Kampf zu tun hatte.

Langsam meschanisch sammelte sie ihre Pfeile ein, verstaute die Beute bis auf das Gold, denn damit hatte sie noch etwas vor und setzte sich dann ans Wasser. Sie genoss die innere Stille, keine Gedanken, wenn sie am Fluss sass und das Wasser beobachtete. Oftmals ging sie auch bis zum Meer hoch und sass durt still im kalten Sand.

Wenn Seymour wach wurde war sie immer rechtzeitig zu Hause. Wenn er einschlief verliess sie Grimwould wieder, nachdem sie die Tiere versorgt hatte, das Obst gesammelt hatte, geschaut hatte was sonst noch zu tun war.

Sie schlief und ass sehr wenig, aber daran verschwendete sie keinen Gedanken. Sie wollte nicht mehr nachdenken, es brachte ja doch nichts mehr. Sie akzeptierte langsam, solange sie im Clan blieb, dass ihr Leben von anderen bestimmt wurde. Den Clan verlassen kam für gar nicht in Frage. Sie hatte Falk an Isgars Gestell, auf dem er tot lag, etwas geschworen. Sie würde ihn niemals alleine lassen, niemals verlassen, niemals alleine auf der Welt zurücklassen.

Mit ruhigem, gefühlslosem Blick akzeptierte sie, dass sie Seymours Mutter sein würde und die Pflichten einer solchen erfüllen würde und ebenso die Pflichten im Clan. Sie hatte ihm gesagt, das es niemals mehr einen Partner für sie geben würde. Welcher blöde Mann wollte auch schon eine junge Frau mit einem Kind und dann für immer im Clan bleiben, dort ausgebildet werden, kein Ritter, Paladin und was es noch alles gab werden konnte und vor allem seinen Glauben an welchen Gott auch immer ablegen musste. Keiner. Es gab keinen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Sie war aufgewacht, alles war weg. An nichts konnte sie sich erinnern, nichtmal ihr eigener Name war ihr eingefallen.

Der Tag gestern war ein harter Tag für sie. Überall neue Informationen, sie war zum Markt gegangen mit Freia, weil es still im Clan war, und auf dem Markt wurde sie ständig gegrüsst, ohne das sie ihren Gegenüber wiederkannte.

Als Falk vor ihr stand, der riesige sanftmütige Mann, erst hatte sie Scheu vor ihm, doch als er ihr seine Hand hinhielt und sie zögerlich ihre schmale, zierliche reingelegt hatte und er sie sanft umschloss und sie vorsichtig zu sich gezogen hatte, da überkam sie ein unglaubliches Gefühl von Geborgenheit, dass sie nicht anders konnte als sich an ihn zu kuscheln wie ein kleines Kind.

Sie fühlte sich in dieser alten, neuen Welt so unendlich verloren. Nichts war ihr so richtig bekannt mehr. Varuna eine riesige angsteinflössende Stadt. Von den ganzen Eindrücken, von den vielen Stimmen und der ganzen Überforderung schlief sie dann irgendwann auf Falks Schoss ein. Der Gedanke das sie einen Sohn hatte, dass hatte Falk ihr erzählt, hatte sie unendlich erschreckt. Doch hatte sie sich gleich geschworen, das das Kind von ihr niemals zu spüren bekäme, dass sie es nicht mehr kannte.

Vorhin war sie wachgeworden, ihren Arm hatte sie noch um den kleinen Jungen und unwillkürlich huschte ein sanftes Lächeln über ihr feingeschnittenes ernstes Gesicht. Dann fiehl ihr ein das sie keine Haare hatte und Freia hatte gesagt das sei eine Form von Strafe und sie sollte doch besser Falk fragen was sie denn getan hatte. Langsam war sie aufgestanden um den kleinen Seymour, den Namen hatte ihr Falk gesagt, nicht zu wecken und war noch ein wenig jagen gegangen.



[OOC : Gedächnissverlust bei Erinna, nachzulesen da --> http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=6120]
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