Erschrocken hob Shanna den Kopf als Aradan
reingrannt kam in voller Rüsstung und
ihr mitteilte alles was getragen werden kann
zusammenzupacken und mit den anderen
Bürger Varunas die Stadt zu verlassen.
Sie musste jetzt einen klaren Kopf behalten.
Elias wurde bepackt wie ein Packtier soviel es nur ging und er
trotzdem gut vorrankommen würde ohne zusammen
zu brechen. Shanna packte sich auf den Rücken
mit einem Tuch eines der Kleineren Kiinder und
Vorne auch noch eines. Die erwachsenen und
grösseren wurden auch mit kleineren Kindern bepackt.
Irgendwo schaffte sie es zwischen all den Kindern
die sie trug noch eine Tasche mit Nahrung einzupacken.
Aradan führte alle über die Ostbrücke an den Orken sicher vorbei
und dann zum Paladinenkloster. Zusammen mit lieben Menschen
verteilte Shanna mit wirren Haaren die Kinder in Zimmer, jeweils
mit einer erwachsenen Person zusammen. Sie hatte Angst gehabt
aber sie konnte es sich nicht anmerken lassen.
Als die Kinder endlich schliefen in warmen Betten mit
vollen Bäuchen sank Shanna seufzend in einem Zimmer auf
ein Bett und lauschte Aradans Ausführungen über den Krieg.
Wer gute Menschenkenntniss besass konnte ihr
Entsetzen in den ruhigen Augen sehen. Elias sass neben ihr und hoerte ebenso zu.
Lange noch blieb sie wach und dachte über die
Zukunft der Kinder nach. Sie hörte im Laufe der Tage das die Pest ausgebrochen war, dass Varuna ausgebrannt sei und der Krieg
vorbei war. Erleichtert seufzte sie auf, aber was war
aus dem Waisenhaus geworden? Stand es noch und wann
konnten die Kinder wieder dorthin?
Die Waisen und der Krieg
-
Alassea
Nach vielen vielen Tagen konnten sie
zurück uzm Waisenhaus kehren.
Zwei der kleineren Kinder waren im
Kloster gestorben, dahinvegetiert an der Pest.
Sie konnten nur noch begraben werden.
Der Rest der Kinder blieb verschont oder
besser gesagt, jene erreichten die Heilenden
Tränke der Heiler rechtzeitig. Viele lange Nächte
hatte Shanna im Kloster verbracht, an den Betten
der hustenden Kinder. Sie rührte sich nicht
fort von den Kleinen.
Sie ignorierte das schmerzhafte ziehen in ihrem Brustkorb
die Kinder waren ihr weit wichtiger. Erst als sie von der
Erschöpfung, des Hustens und der dumpfen Ohnmacht
erfasst worden war, liess sie sich helfen. Doch dauerte es
nicht lange, bis sie ihren Körper wieder aus dem Bett
hob und sich wieder zu den Kindern begab.
Sie mochte früher mal ein grausamer Mensch gewesen sein, doch
die ganzen Kriege in ihrer Heimat und auch jener hier hatten
ihr die Qualen der Menschen gezeigt. Mit all ihrer vollen Härte
zwang ie sich in einen Zustand der voelligen Ruhe, kein versagen
sollte sie berühren. Das wichtichste waren und blieben die
Kinder.
Als man endlich wieder ins Waisenhaus zurückkehren konnte, fand
Shanna ein wenig Raum fuer Trauer, Erschöpfung und Verzweiflung.
Ungesehen vor den Kindern barg sie oft des Nachts
ihr blasses Gesicht in ihre zierliche Hände und weinte
lautlos. Sie sehnte sich nach ihrer Vergangenheit, welche auch
immer die Richtige war.
Aber aufgeben war das letzte an das sie dachte. Jede Nacht verliess sie fuer kurze Zeit das Waisenhaus um einen Moment nur fuer sich
alleine zu haben. Der Krieg hatte nicht nur bei den reichen prunkvollen Städtern Opfer gefordert. Er ging ebensowenig schonend
an den ärsten jener ach so reichen Stadt vorbei.
An den Kindern selber. Jene waren es die in Zukunft
auch weiterhin diejenigen waren die die meiste
Last auf ihren kleinen schwachen Buckeln zu tragen
hatten.
zurück uzm Waisenhaus kehren.
Zwei der kleineren Kinder waren im
Kloster gestorben, dahinvegetiert an der Pest.
Sie konnten nur noch begraben werden.
Der Rest der Kinder blieb verschont oder
besser gesagt, jene erreichten die Heilenden
Tränke der Heiler rechtzeitig. Viele lange Nächte
hatte Shanna im Kloster verbracht, an den Betten
der hustenden Kinder. Sie rührte sich nicht
fort von den Kleinen.
Sie ignorierte das schmerzhafte ziehen in ihrem Brustkorb
die Kinder waren ihr weit wichtiger. Erst als sie von der
Erschöpfung, des Hustens und der dumpfen Ohnmacht
erfasst worden war, liess sie sich helfen. Doch dauerte es
nicht lange, bis sie ihren Körper wieder aus dem Bett
hob und sich wieder zu den Kindern begab.
Sie mochte früher mal ein grausamer Mensch gewesen sein, doch
die ganzen Kriege in ihrer Heimat und auch jener hier hatten
ihr die Qualen der Menschen gezeigt. Mit all ihrer vollen Härte
zwang ie sich in einen Zustand der voelligen Ruhe, kein versagen
sollte sie berühren. Das wichtichste waren und blieben die
Kinder.
Als man endlich wieder ins Waisenhaus zurückkehren konnte, fand
Shanna ein wenig Raum fuer Trauer, Erschöpfung und Verzweiflung.
Ungesehen vor den Kindern barg sie oft des Nachts
ihr blasses Gesicht in ihre zierliche Hände und weinte
lautlos. Sie sehnte sich nach ihrer Vergangenheit, welche auch
immer die Richtige war.
Aber aufgeben war das letzte an das sie dachte. Jede Nacht verliess sie fuer kurze Zeit das Waisenhaus um einen Moment nur fuer sich
alleine zu haben. Der Krieg hatte nicht nur bei den reichen prunkvollen Städtern Opfer gefordert. Er ging ebensowenig schonend
an den ärsten jener ach so reichen Stadt vorbei.
An den Kindern selber. Jene waren es die in Zukunft
auch weiterhin diejenigen waren die die meiste
Last auf ihren kleinen schwachen Buckeln zu tragen
hatten.
-
Elias Finn Maron
Dicke tränen rannen dem Jungen über die nun etwas eingefallenen Wangen.
Er konnte es Mia nicht sagen, als sie abschied genommen hatte, er
konnte nicht einmal seiner eigenen schwester sagen we sehr alles an
ihm nagte.
In Bajard war er gewesen, als es begann und bevor er sch vorsah, war er von den Kindern und Shanna abgetrennt, außerhalb der Stadt, vor all
den Orken und Untoten.
Nur von weitem hatte der Junge sie gesehen, die schrecklichen gestalten
auf ihren Skelettrössern und keuchend hatte er nach wenigen tagen nur
aus der brodelnden Gerücjteküche in Bajard vernommen, dass längst die
Pest und andere Krankheiten einzug in Varuna genommen hatten.
Damals spürte er, wie eine unsichtbare faust langsam sein herz drückte und
quetschte.
Ein guter und helfender Knecht sollte er sein und die Worte des Herren
Aradan brannten ihm noch deutlich im Gedächtnis.
Stolz war er damals und mit lauter Stimme hatte er verkündet, dass er den kindern und der Dame Shanna trotz seinen so jungen Jahren beistehen wollte.
Bücher hatte er gekauft, Seiten vollgeschrieben um den kleinen etwas vorlesen zu können.
Er hatte Kissen genäht und Kleider gefertigt um seine Qualitäten als schneider auszuspielen.
Er hatte pläne gehabt und hinter all den rosa Wolken verpasst zu realisieren, wie nah der sturm schon war.
Er hatte versagt...
Nun war seine Schwester fort und er war ganz allein.
Selbst noch en halbes Kind, ein Bengel und vorher so lebensfroher Bursche, der nun nur mit kleinlauten Worten den heiler um ein paar Tränke bat um diese Shanna zu bringen, damit sie wenigstens ihre noble Aufgabe fortsetzen konnte, wo er, der Knabe, versagt hatte.
Er konnte es Mia nicht sagen, als sie abschied genommen hatte, er
konnte nicht einmal seiner eigenen schwester sagen we sehr alles an
ihm nagte.
In Bajard war er gewesen, als es begann und bevor er sch vorsah, war er von den Kindern und Shanna abgetrennt, außerhalb der Stadt, vor all
den Orken und Untoten.
Nur von weitem hatte der Junge sie gesehen, die schrecklichen gestalten
auf ihren Skelettrössern und keuchend hatte er nach wenigen tagen nur
aus der brodelnden Gerücjteküche in Bajard vernommen, dass längst die
Pest und andere Krankheiten einzug in Varuna genommen hatten.
Damals spürte er, wie eine unsichtbare faust langsam sein herz drückte und
quetschte.
Ein guter und helfender Knecht sollte er sein und die Worte des Herren
Aradan brannten ihm noch deutlich im Gedächtnis.
Stolz war er damals und mit lauter Stimme hatte er verkündet, dass er den kindern und der Dame Shanna trotz seinen so jungen Jahren beistehen wollte.
Bücher hatte er gekauft, Seiten vollgeschrieben um den kleinen etwas vorlesen zu können.
Er hatte Kissen genäht und Kleider gefertigt um seine Qualitäten als schneider auszuspielen.
Er hatte pläne gehabt und hinter all den rosa Wolken verpasst zu realisieren, wie nah der sturm schon war.
Er hatte versagt...
Nun war seine Schwester fort und er war ganz allein.
Selbst noch en halbes Kind, ein Bengel und vorher so lebensfroher Bursche, der nun nur mit kleinlauten Worten den heiler um ein paar Tränke bat um diese Shanna zu bringen, damit sie wenigstens ihre noble Aufgabe fortsetzen konnte, wo er, der Knabe, versagt hatte.
-
Alassea
Lange beobachtete sie Elias. Ihre Beobachtung
beruhte sich lediglich auf seine Augen.
Sie wusste von Ronya, dass man
einem Menschen zeitlassen musste.
Doch irgendwann stand sie auf, ging zu
Elias hin. Unter ihrem Arm trug sie einige Kissen
und einige seiner Bücher.
Dann nahm er ihn an die Hand und setzte ihn mitsamt seinen
Büchern vor den Kamin und rief die anderen Kinder
dazu. Dabei erinnerte sie sich sehr genau,
dass sie einst genauso reagiert hatte
wie er. Damals im Lager bei Ronya
wo sie alles tat um zu gefallen und daran
fast zerbrochen war. Bis sie gemerkt hatte
das man nicht gefallen muss, um bemerkt zu werden.
Elias sah sie verwundert an und sie lächelte nur
wie immer sanft und aufmunternd. Wärend er dann zögernd den Kindern
vorlas, bereitete sie in aller Ruhe das Essen vor.
Er war ein guter Knecht, dass sah sie ohne das
er sich selber strafte und das Gegenteil sich vorwarf.
Die Kinder sassen in einem Halbkreis vor ihm und
sie sah wie sie ihm zuhörten. Wie sie gespannt
darauf warteten bis er eine Seite umgeblättert
hatte und wie sie nachdachten. Sie sah wie
sie sich über ein gutes Ende freuten und sie sah wie ihre Gesichter
von einer Art strahlten die tiefe Freude
aussprach.
Irgendwann Abends nahm sie ihn beiseite und versuchte mit ihm
zu reden. Wenn auch erschöpft, klang ihre Stimme wie
immer sanft, melodisch leise.
-Sieh dir all diese Kinder an Elias.
Ihre Gesichter sind voller Freude
und strahlen wenn du ihnen vorliest.
Ich bin froh und danke Eluive das
du bei uns bist Elias. Du bist noch sehr
jung doch sieh an dir hinab. Sehr viel hast du
bereits gelernt, doch eines, mein Guter
musst du noch lernen. Du musst niemals
anderen gefallen, sondern einzig dir selber.
Wenn es dir hier zuviel ist, so kann ich
das gut verstehen. Auch ich möchte manchesmal
einfach nur weglaufen, aber dann denke ich daran
das ich mal selber einen Sohn hatte, dem ich ein
wunderschönes Leben geben wollte und der durch
meinen Fehler schneller den Tod fand als
man es sich fuer das eigene Kind wünscht.
Ich habe noch etwas gutzumachen, vor ihm
vor mir selber und vor Eluive. Wenn du gehen willst
werde ich dich nicht aufhalten, mein Freund, auch wenn
ich dich hier sehr vermissen werde. Doch bringt es nichts
wenn du dich zwingst und doch nicht glücklich bist.-
Ruhig reichte sie ihm nach den Worten
einen Teller mit einer guten Suppe und
etwas Brot. Danach lies sie ihn alleine damit
er nachdenken konnte und widmete sich im Haus
einigen Stopfarbeiten. Viel hatte Elias schon fuer die
Kinder getan, wo er doch selber noch ein Kind war
und innerlich war sie stolz auf ihn. Er war eine Hilfe
wie ihn sich jeder wünschen würde in so einem Haus.
Nie brauchte sie vieler Worte, er sah auch so was
gemacht werden musste und schaffte es dennoch
sich und ihr immer wiedermal einen kleinen
Freiraum zu schaffen, wo sie beide ihren Gedanken nachhängen
konnten.
beruhte sich lediglich auf seine Augen.
Sie wusste von Ronya, dass man
einem Menschen zeitlassen musste.
Doch irgendwann stand sie auf, ging zu
Elias hin. Unter ihrem Arm trug sie einige Kissen
und einige seiner Bücher.
Dann nahm er ihn an die Hand und setzte ihn mitsamt seinen
Büchern vor den Kamin und rief die anderen Kinder
dazu. Dabei erinnerte sie sich sehr genau,
dass sie einst genauso reagiert hatte
wie er. Damals im Lager bei Ronya
wo sie alles tat um zu gefallen und daran
fast zerbrochen war. Bis sie gemerkt hatte
das man nicht gefallen muss, um bemerkt zu werden.
Elias sah sie verwundert an und sie lächelte nur
wie immer sanft und aufmunternd. Wärend er dann zögernd den Kindern
vorlas, bereitete sie in aller Ruhe das Essen vor.
Er war ein guter Knecht, dass sah sie ohne das
er sich selber strafte und das Gegenteil sich vorwarf.
Die Kinder sassen in einem Halbkreis vor ihm und
sie sah wie sie ihm zuhörten. Wie sie gespannt
darauf warteten bis er eine Seite umgeblättert
hatte und wie sie nachdachten. Sie sah wie
sie sich über ein gutes Ende freuten und sie sah wie ihre Gesichter
von einer Art strahlten die tiefe Freude
aussprach.
Irgendwann Abends nahm sie ihn beiseite und versuchte mit ihm
zu reden. Wenn auch erschöpft, klang ihre Stimme wie
immer sanft, melodisch leise.
-Sieh dir all diese Kinder an Elias.
Ihre Gesichter sind voller Freude
und strahlen wenn du ihnen vorliest.
Ich bin froh und danke Eluive das
du bei uns bist Elias. Du bist noch sehr
jung doch sieh an dir hinab. Sehr viel hast du
bereits gelernt, doch eines, mein Guter
musst du noch lernen. Du musst niemals
anderen gefallen, sondern einzig dir selber.
Wenn es dir hier zuviel ist, so kann ich
das gut verstehen. Auch ich möchte manchesmal
einfach nur weglaufen, aber dann denke ich daran
das ich mal selber einen Sohn hatte, dem ich ein
wunderschönes Leben geben wollte und der durch
meinen Fehler schneller den Tod fand als
man es sich fuer das eigene Kind wünscht.
Ich habe noch etwas gutzumachen, vor ihm
vor mir selber und vor Eluive. Wenn du gehen willst
werde ich dich nicht aufhalten, mein Freund, auch wenn
ich dich hier sehr vermissen werde. Doch bringt es nichts
wenn du dich zwingst und doch nicht glücklich bist.-
Ruhig reichte sie ihm nach den Worten
einen Teller mit einer guten Suppe und
etwas Brot. Danach lies sie ihn alleine damit
er nachdenken konnte und widmete sich im Haus
einigen Stopfarbeiten. Viel hatte Elias schon fuer die
Kinder getan, wo er doch selber noch ein Kind war
und innerlich war sie stolz auf ihn. Er war eine Hilfe
wie ihn sich jeder wünschen würde in so einem Haus.
Nie brauchte sie vieler Worte, er sah auch so was
gemacht werden musste und schaffte es dennoch
sich und ihr immer wiedermal einen kleinen
Freiraum zu schaffen, wo sie beide ihren Gedanken nachhängen
konnten.
-
Elias Finn Maron
Für eine geraume weile wusste er nicht genau, was er antworten solle.
Etwas überrumpelt griff er wortlos nach dem suppennapf und begann den
wärmenden inhalt sehr langsam in sich hineinzuschaufeln.
Eines stand fest, sie wusste was sie da tat!
Shannas ruhige und freundliche Worte waren mindestens ebenso wärmend
wie die dampfende Mahlzeit und trösteten ihn so sehr, dass er beinahe am
zweifeln war, ob er nicht doch noch eher kind als junger mann war.
Ein Kind, das auf solche sätze, mütterlich und sanft gesprochen, eben
wie ein tostgierendes Kind reagierte.
Erst nach einer weiteren, langen weile kam das stimmengewirr wieder zu ihm
durch. Eines der Kinder, ein kaum achtjähriges, dürres Mädchen, welches nie
sprach und sich lieber vor allen verkroch, hatte neben ihm gespeist und wie
durch einen nebel gedämpft, war das geklappere ihres Holzlöffels und das
leise raunen der jüngeren Stimmchen am Tische die untermalung zu seinen
gedanken geworden.
Jetzt allerdings war es still und es dauerte nicht lange, bis Lias die Stille
deuten konnte:
Kalena, wie die Kinder das stumme mädchen nannten, hatte ihre kleine
Hand zaghaft auf seine Schulter gelegt.
Erstaunt starrte er mit etwas entgeisterung das kind an. Er wusste, dass sie gern etwas vertrauter mit Shanna umging, vor ihm verkroch sie sich
jedoch lieber. Vielleicht weil er bald ein mann und zudem fremder war.
Ihre klugen, grünblauen Kinderaugen musterten ihn kurz mit sorge und
aberwitzigerweise ebenso starker mütterlicher güte wie Shanna.
Als wäre er das kind und sie die Pflegerin.
Der Moment verschwand so schnell, wie er kam.
Sie blinzelte, ihre lippen verzogen sich zu einem aufmunternden, kurzen lächeln, dann rutschte sie vom stuhl und brachte Shanna den geleerten Napf.
Die anderen Kinder um ihn herum redeten wieder und Lias verstand:
Sie waren langsam eine Art Familie und als Glied darin, musste er sich
zusammenreissen und verstehen, dass man ihn trösten würde.
Tief gerührt, mit Tränen in seinen kornblumenblauen Augen löffelte er still weiterhin Suppe und wusste was er an diesem Tage machen würde.
In die Wälder gehen und Federn sammeln. Das Heim benötigte Kissen und er war ja immerhin ein Schneider...
Etwas überrumpelt griff er wortlos nach dem suppennapf und begann den
wärmenden inhalt sehr langsam in sich hineinzuschaufeln.
Eines stand fest, sie wusste was sie da tat!
Shannas ruhige und freundliche Worte waren mindestens ebenso wärmend
wie die dampfende Mahlzeit und trösteten ihn so sehr, dass er beinahe am
zweifeln war, ob er nicht doch noch eher kind als junger mann war.
Ein Kind, das auf solche sätze, mütterlich und sanft gesprochen, eben
wie ein tostgierendes Kind reagierte.
Erst nach einer weiteren, langen weile kam das stimmengewirr wieder zu ihm
durch. Eines der Kinder, ein kaum achtjähriges, dürres Mädchen, welches nie
sprach und sich lieber vor allen verkroch, hatte neben ihm gespeist und wie
durch einen nebel gedämpft, war das geklappere ihres Holzlöffels und das
leise raunen der jüngeren Stimmchen am Tische die untermalung zu seinen
gedanken geworden.
Jetzt allerdings war es still und es dauerte nicht lange, bis Lias die Stille
deuten konnte:
Kalena, wie die Kinder das stumme mädchen nannten, hatte ihre kleine
Hand zaghaft auf seine Schulter gelegt.
Erstaunt starrte er mit etwas entgeisterung das kind an. Er wusste, dass sie gern etwas vertrauter mit Shanna umging, vor ihm verkroch sie sich
jedoch lieber. Vielleicht weil er bald ein mann und zudem fremder war.
Ihre klugen, grünblauen Kinderaugen musterten ihn kurz mit sorge und
aberwitzigerweise ebenso starker mütterlicher güte wie Shanna.
Als wäre er das kind und sie die Pflegerin.
Der Moment verschwand so schnell, wie er kam.
Sie blinzelte, ihre lippen verzogen sich zu einem aufmunternden, kurzen lächeln, dann rutschte sie vom stuhl und brachte Shanna den geleerten Napf.
Die anderen Kinder um ihn herum redeten wieder und Lias verstand:
Sie waren langsam eine Art Familie und als Glied darin, musste er sich
zusammenreissen und verstehen, dass man ihn trösten würde.
Tief gerührt, mit Tränen in seinen kornblumenblauen Augen löffelte er still weiterhin Suppe und wusste was er an diesem Tage machen würde.
In die Wälder gehen und Federn sammeln. Das Heim benötigte Kissen und er war ja immerhin ein Schneider...
-
Alassea
Schweigend hatte sie Elias
nach ihren Worten beobachtet.
Sie sah seine Nachdenklichkeit, ein
leuchten in den Augen und dann seine
Entschlossenheit.
Kalena war wie die meisten Kinder
im Waisenhaus ihr gegenüber recht anhänglich.
Warum, das wusste sie nicht. Doch bemerkte sie das
auch Elias sie zu mögen schien. Shanna genoss die
Nächte. Zwar schlief sie nie sehr viel, aber
so hatte sie einige Momente nur für sich alleine.
Momente in denen sie über die Kinder
nachdachte und über ihre Vergangenheit. Oftmals stand
sie draussen vor der Türe in der Nacht und
schaute einfach nur zu den Sternen hinauf. Sie beobachtete die
Bewegungen der Sterne, wie sie standen und welche Bedeutung
sie vielleicht haben könnten. Sie liebte es einfach mit
einem Fernrohr das Seeleute normal nutzten da zu stehen
und in die Sterne zu schauen.
Manchmal wenn alle schliefen und sie sich alleine wägte, nahm
sie einen Stapel Karten und legte sie aus. Nachdenklich konnte
sie so Stundenlang vorsitzen und sie einfach nur betrachten. Mit ihren
schmalen Händen legte sie jene langsam aus und ihre
kindlich grossen, dunkelblauen Augen ruhten auf den Bildern. Doch
vertiefte sie sich nie so sehr darin, als das sie um sich nichts
mehr wahrnahm.
Die Kinder fühlten sich zu der immer sanften und ruhigen Shanna
hingezogen. Nie hörten sie ein Wort in Zorn von ihr.
Dafür hatte sie auch sehr lange hart daran gearbeitet bei Ronya.
Für diese Ruhe und Gelassenheit. Nur Nachts gestattete sie es sich so etwas
wie Gefühle zu zeigen, vor sich selber. Kalena war vielleicht die
einzige die oft Nachts bei ihr sass und sie einfach nur ansah, aus ruhigen
stillen Augen. Es waren dann Momente von stiller Zweisamkeit, die
Shanna sehr genoss. Manchmal ging sie zum Graben, hockte sich in
das Kühle Grass und liess die Gefühle des Tages über sich streifen.
Ob Zorn oder einfach nur Tränen, es sah niemand und am anderen Morgen
war sie einfach nur wieder die immer sanfte, ruhige Shanna. Jene die
Frühstück, Mittag und Abend machte, Geschichten erzählte. Stopfte und
das Haus sauber hielt. Die die Kinder badete und manchesmal mit ihnen
ein kleines Abenteuer erlebte. Dazu nutzte sie die Schachfiguren.
Jedes Kind bekam welche in die Hand gedrückt und dann wurden
Situattionen nachgespielt, erfunden und die Kinder lachten dabei viel.
Mehr wollte Shanna nicht, nur das fröhliche Kinderlachen.
nach ihren Worten beobachtet.
Sie sah seine Nachdenklichkeit, ein
leuchten in den Augen und dann seine
Entschlossenheit.
Kalena war wie die meisten Kinder
im Waisenhaus ihr gegenüber recht anhänglich.
Warum, das wusste sie nicht. Doch bemerkte sie das
auch Elias sie zu mögen schien. Shanna genoss die
Nächte. Zwar schlief sie nie sehr viel, aber
so hatte sie einige Momente nur für sich alleine.
Momente in denen sie über die Kinder
nachdachte und über ihre Vergangenheit. Oftmals stand
sie draussen vor der Türe in der Nacht und
schaute einfach nur zu den Sternen hinauf. Sie beobachtete die
Bewegungen der Sterne, wie sie standen und welche Bedeutung
sie vielleicht haben könnten. Sie liebte es einfach mit
einem Fernrohr das Seeleute normal nutzten da zu stehen
und in die Sterne zu schauen.
Manchmal wenn alle schliefen und sie sich alleine wägte, nahm
sie einen Stapel Karten und legte sie aus. Nachdenklich konnte
sie so Stundenlang vorsitzen und sie einfach nur betrachten. Mit ihren
schmalen Händen legte sie jene langsam aus und ihre
kindlich grossen, dunkelblauen Augen ruhten auf den Bildern. Doch
vertiefte sie sich nie so sehr darin, als das sie um sich nichts
mehr wahrnahm.
Die Kinder fühlten sich zu der immer sanften und ruhigen Shanna
hingezogen. Nie hörten sie ein Wort in Zorn von ihr.
Dafür hatte sie auch sehr lange hart daran gearbeitet bei Ronya.
Für diese Ruhe und Gelassenheit. Nur Nachts gestattete sie es sich so etwas
wie Gefühle zu zeigen, vor sich selber. Kalena war vielleicht die
einzige die oft Nachts bei ihr sass und sie einfach nur ansah, aus ruhigen
stillen Augen. Es waren dann Momente von stiller Zweisamkeit, die
Shanna sehr genoss. Manchmal ging sie zum Graben, hockte sich in
das Kühle Grass und liess die Gefühle des Tages über sich streifen.
Ob Zorn oder einfach nur Tränen, es sah niemand und am anderen Morgen
war sie einfach nur wieder die immer sanfte, ruhige Shanna. Jene die
Frühstück, Mittag und Abend machte, Geschichten erzählte. Stopfte und
das Haus sauber hielt. Die die Kinder badete und manchesmal mit ihnen
ein kleines Abenteuer erlebte. Dazu nutzte sie die Schachfiguren.
Jedes Kind bekam welche in die Hand gedrückt und dann wurden
Situattionen nachgespielt, erfunden und die Kinder lachten dabei viel.
Mehr wollte Shanna nicht, nur das fröhliche Kinderlachen.