Fieber,Träume und Tatsachen

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Viola Ser´Rhal

Fieber,Träume und Tatsachen

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Flammen, kleine wunderschöne Flammen. Sie tanzten und bewegten sich munter in dem Feuer welches leise knisternd in der Taverne brannte und den raum mit einem spärrlichen Licht erfüllte. Es war ansonsten dunkel und alles still, alle schliefen sie, fast alle. Viola saß vor dem Feuer und starrte in eben jenes hinein. Die Flammen spiegelten sich in den matten Augen wieder, der Blick war glasig und benommen; es war wie fast jeden Winter, auch wenn sie gehofft hatte dieses Jahr darauf verzichten zu können. Doch das Fieber schien seine Runden zu gehen, auch Erinna hatte Fieber, sie konnte sich genaustens an den Anblick von heute Nacht erinnern, als sie Erinna in der Taverne bei ihrer Mutter angetroffen hatte. Freia hatte jedoch nichts an Viola bemerkt, und das war auch gut so. Sie wollte nicht zeigen dass sie krank war, sie wollte Freia nicht unnötige Sorgen machen. Ihre Finger fuhren ruhig über ihre Stirn, sie war heiß, sehr heiß. Aber wenn andere dabei waren, dann verbarg sie ihren Zustand, sie konnte es, sie hatte es lernen müssen. Nur wenn sie alleine war, so wie jetzt wo sie keiner beobachten würde, gab sie sich der Schwäche hin. Nur in Momenten wie diesen, wurde ihr Blick fiebrig und glasig, ihr Körper zitterte leicht und ihre Zunge suchte öfters die Wege über ihre rauhen, spröden Lippen. Fieber hatte sie schon immer gehabt und sie wusste wie gefährlich diese Krankheit war. Fieber konnte Tod bedeuten, wenn man Pech hatte. Auf der anderen Seite gab es jedoch kein Mittel dagegen, jedenfalls keines, welches Viola bekannt gewesen wäre. Und so musste sie nicht die wertvolle Zeit und die Kraft der anderen noch weiter strapazieren, indem sie herumjammerte oder weinte. Sie sollten sich lieber um Erinna kümmern und ihr mehr Sorge zutragen, als ihr. Egal wie oft Erinna es gesagt hatte oder Falk, oder gar ihre Mutter; sie selbst würde niemals so wichtig sein wie Erinna. Und in dieser Erkenntnis lag kein Neid, es war schlicht und einfach so. Erinna konnte kämpfen, Viola nicht. Erinna war die Tochter Falks und Cailly, sie war zwar Freias Tochter aber nicht so wichtig in der Rangfolge. Und dann kam da noch ein Punkt hinzu, von dem sie erst seit diesem Abend wusste; Erinna war eine Hinrah. Sie hatte zum ersten mal gesagt, dass sie Erinna Hinrah sei, sie war also ein vollwertiges Glied im Clan. Viola war Viola, es würde sich nichts daran ändern und auch dies war eine stille Kenntisnahme und keinerlei Eifersucht. All diese Punkte machten Erinna um einiges wertvoller und wichtiger als Viola es war und wohl auch je sein könnte.

Sie strich sich über den Rücken und spürte, wie ihr nachthemd an ihren nassgeschwitzten Rücken klebte. Sie war aufgewacht, hatte einen Fiebertraum gehabt oder soetwas. Sie hatte geträumt, doch sie wusste nicht mehr wovon. Sie wusste, sie hatte Erinna und Freias Namen gewimmert, dass war der Umstand gewesen, weswegen sie erwacht war und hier hinab gegangen war. Sie starrte eine Weile ins Feuer. Ihre Stirn glühte förmlich und sie schloß die Augen, und als sie jene öffnete gaben sie kleine, feine Tränen preis, welche langsam ihre Wange hinabrannen. Sie kannte es, sie kannte es zu gut. Es war ein kampf, ein zermürbender Kampf mit dem eigenen Körper und der Krankheit, und man konnte ihn nur gewinnen wenn man eines hatte; Lebenswillen. Viola hatte ihn immer gehabt, ohne zu wissen wieso und vielleicht hatte dieser Umstand ihr all die kalten Wintertage nicht den Tod erbracht. Sie besaß diesen Lebenswillen auch heute noch, sie hatte endlich Fuß gefasst, endlich eine Mutter, all das gab ihr die Kraft und sie würde gegen das Fieber ankämpfen. Ihr Blick wurde kurz schummrig und sie fasste sich an den Kopf, den ganzen Tag über schon kamen diese Schwindelanfälle. Einmal hatte sie einer richtig gen Boden gedonnert, doch zum Glück war niemand in der Nähe. Auch jetzt war niemand hier, das dachte sie zumidnestens. Sie bekam nicht viel mit in diesem Moment, es war wieder soweit, ihr Körper wurde müde, gab dem Schlaf nach und mit dem Schlaf kamen die Träume; jene Träume die nicht ausbleiben wollten, nicht einmal.

Wo sie war, war egal. Die Tatsache dass sie die Augen öffnete, war genug um zu wissen dass sie träumte. Denn ihr Körper fühlte sich leicht und normal, keine Spur von dem Fieber oder dem kalten Schweiss. Sie starrte nach vorne ins Leere, doch das Leere nahm Gestalt an, wurde zu dem Clansgebäude, wurde zur Taverne, wurde gefüllt, gefüllt mit Gestalten. Erinna ... Freia ... Falk ... Cailly ... Erik ... Aisling ... ein jedes Mitglied des Clans saß da. Sie alle unterhielten sich, lachten und nahmen keinerlei Kenntnis von Viola. Sie war also nur Beobachterin und obwohl sie den Traum nie geträumt hatte, wusste sie, welch bizarre Windungen das Fieber in den Kopf brennen konnte. Es würde nicht schön werden ... nicht heute. Die Tür öffnete sich und eine Gestalt kam herein, zittrig und in Stoff gehüllt. Es überraschte Viola nicht, als sie sich selbst erkannte, wie sie in die Taverne trat. Die Blicke der Anwesenden richteten sich auf die Neuangekommene, nur kurz, für Sekunden, dann lachten sie wieder, schwatzten und ignorierten die Gestalt. Viola blickte weg von ihrem Abbild, sah sich um und betrachtete den Thron auf den Erinna nun saß, und stockte. Es war der Platz, der eigentlich Falk gebührte. Erinna saß auf diesem und alle sahen sie zu ihr. Alle lächelten sie ihr zu, alle lachten sie mit Erinna und ihre Gesichter hatten Grimassen und Fratzen angenommen, die sich bis ins Unendliche verzerrten. Sie lachten nicht mehr, sie kreischten und jaulten, es war alles falsch, so falsch. Es verschwamm alles, alles wurde wieder leer und dann war Schwärze da. Sie spürte wie ihre Knie schmerzten und sie fühlte harten Boden unter ihnen, sie kniete. Sie blickte auf und sah Erinna an, stolz und erhaben in ihrem Blick. Sie starrte hoch zu ihr, wollte etwas sagen doch ihre Stimmbänder waren so schwer, dass ein jedes Wort verstummte. Es war nur jener Blick, und die Tatsache dass sie plötzlich Freia hinter Erinna stehen sah, welche die Arme um ihre Schultern gelegt hatte. Ihr Blick war kalt, leer, tot. All das worüber sie nachdachte spiegelte sich nun wieder in ihrem Traum und so wunderte sie es nicht, als sie plötzlich eine Klinge spürte, welche ihr auf einmal durch den Rücken gerammt wurde. Sie spürte einen kurzen Schmerz, stolperte vor und fiel bäuchlings vor Erinna, die Augen verdreht. Sie konnte aus den Augenwinkeln noch eine Gestalt sehen, doch sie war verzerrt, sie war falsch ... und was blieb war Schwärze

Sie schlief ein vor dem Feuer, schweißgebadet aber der Traum war nur einer von vielen welche folgten und folgen würden ... bis sie den Kampf gewinnen würde, oder verlieren.
Freia Hinrah

Beitrag von Freia Hinrah »

Müde schleppte sie sich ins Bett. Es war ein anstrengender Tag gewesen, welcher sein Ende erst spät in den Nachtstunden fand. SIe hatte heute eine nette Städterin kennen gelernt, ihr etwas auf die Beine geholfen und mit ihr jejagd bevor sie von Erinnas Fieber erfahren hatte. Sofort nutzte Freia all das bescheidene Wissen um es zu senken, machte Erinna kalte Kompressen und liess sie wohl behütet am Feuer schlafen. SIe freute sich ihre über alles geliebte Tochter Viola an diesem Abend noch zu sehen, auch wenn sie auch nicht aussah, als währe sie nur von purem Leben erfüllt. So schlurfte sie die Treppen hinauf und öffnete müde die Tür zum gemeinsamen Schlafzimmer ... und hielt sofort inne. Es stank nach Schweiss ... viel Schweiss ... behutsam zündete sie eine kleine Kerze an als sie das Wimmern auch schon vernahm. SIe kniete sich zu Viola und riss erschrocken die Augen auf. Da lag sie ihre über alles geliebte Tochter, schweiss bedeckt und Klitschnass ... sofort fuhr ihre Hand zu der Stirn der kleinen und tastete jene ab. Kein Zweifel sie hatte bestimmt auch Fieber ... sie fühlte das es ihr nicht gut ging auch wenn die Stirn nicht ganz so sehr glühte wie bei Erinna. Sofort erhob sie sich und hohlte wie bei ihr eine Schüssel mit kühlem Wasser, tunkte ein Tuch hinein und wrang es aus. Die Müdigkeit war wie fort geblasen und so hielt sie die ganze Nacht wacht, wechselte ständig das Tuch und kuschelte sich eng an sie um einfach für sie da zu sein.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Nacht ... welch klare Nacht. Und doch, so klar sie auch war, Viola schlief nicht. Nicht jetzt. Sie dachte nach. Sie saß wieder in der Taverne, der glasige Blick hatte sich wieder auf das Feuer gerichtet, hatte ihre Gedanken verschlungen. Heute war ein anstregender Tag gewesen und es war schon mitten in der Früh geschehen. Viola hatte es wieder gespürt, jenes Verlangen, jenes Gefühl, das aufkeimte, immer dann wenn die alte Sucht wieder aufzubrechen drohte. Und diesesmal blieb es nicht bei der Drohung, sie brach wieder hervor. Viola fühlte den ganzen Tag dieses Verlangen, das Verlangen nach einen der vielen Habseeligkeiten der Hinrahs zu greifen und diese in ihre Tasche zu stecken, sie zu behalten und nie wieder zu geben. Doch es war wie die anderen male, sie kämpfte dagegen an. Sie würde am frühen Abend nach Varuna gehen und dort würde sie ihrer Sucht nachgehen, aber nicht hier, es durfte einfach nicht hier geschehen. Sie hatte sich den ganzen Tag wieder die Finger beinahe blutig gekaut und war nervös geworden. Das Fieber verstärkte zudem noch alles, sie wirkte immer abwesend, ungeduldig und nervös und so verbrachte sie die meiste Zeit in ihrem Zimmer.

Der Abend kam jedoch, und mit ihm die nahe und sanfte Erlösung für den heutigen Tag. Sie würde danach wieder mehrere Tage wenn nicht gar Wochen ihre Ruhe haben und nicht daran denken müssen. Doch es wollte alles nicht so recht. Sie war nur kurz in die Taverne unten getreten, als Freia und Falk Viola zusammen mit Erinna verdonnerten, zuhause zu bleiben, ihres Fiebers wegen. Viola versuchte Falk klar zu machen, dass sie nach Varuna musste, aber als sie ihn den Grund nicht nennen konnte, wurde auch dieser Einwand abgeschmettert. Nun saß sie still da, direkt neben Erinna, Körper an Körper, eingehüllt in ein dickes Bärenfell,w elches über die beiden Mädchen gelegt war. Sie konnte den warmen Körper von Erinna spüren. Hinter ihrem Kopf begann es sich zu drehen, zu hämmern. Es war Verzweiflung, den ganzen Tag hatte sie sich sagen können, dass sie Abends nach Varuna gehen würde, doch nun hatte sie keinerlei Aussichten auf diesen Fortgang. Sie schob heimlich ihre Finger unter das fell und griff sich an den linken Oberarm. Ihre Fingernägel drückten sich tief in das Fleisch, so tief dass es schmerzte und sie schrammte mit diesen durch ihr eigenes Fleisch. Schmerzen ... mit den Schmerzen kam die Vernunft und für ein paar Sekunden halfen sie. Sie spürte, wie ein kleiner, winziger Rinnsal an ihren Oberarm hinablief; es war Blut ... Blut aus der einen Wunde die sie sich jedesmal aufs Neue aufkratzte. Sie schloß die Augen, sah ihre Mutter an welche ebenfalls in der Taverne saß und bat drum, nach Varuna gehen zu können. Freia gefiel der Gedanke nicht aber, und das wusste Viola, sie würde ihre Tochter ziehen lassen und dem war auch so. Eiligst entfernte sie sich aus der Taverne, warf ihren Mantel über und verschwand in der Dunkelheit.

Varuna selbst war so still wie lange nicht mehr. Die jüngsten Ereignisse hatten ihren Schatten immer noch geworfen und Violas Plan, einen Bürger auf der Straße zu beklauen, schwand immer mehr. Es blieb eine Alternative, sie war zwar nicht so angenehm aber sie blieb nicht aus. Ihre Schritte suchten eiligst die Seitengassen heim, immer in Richtung Armenviertel. Sie würde etwas kriegen, sie würde ... . Selbst zu dieser Zeit herrschte in den kleinen und engen Gassen ein gewisses Treiben und Viola besah sich die Menschen hier genauer. Schon nach kurzer Zeit fiel ihr ein Junge auf. Er mochte ein paar Jahre jünger sein als Viola und sie lächelte ihm zu. Er erwiderte das Lächeln schwach, sie wusste genau dass die Kinder hier begierig nach Mädchen waren ... sie würden sonst nie so schnell jemanden kriegen, der nicht aus diesem Viertel war. Viola winkte ihn mit sich, immer weiter in eine der kleineren und dunkleren Ecken. Er lächelte sie breit an, wollte sich schon zu ihr beugen, als er den Dolch an seinem Bauch zu fühlen schien. "Gib mir einfach was du hast ... los!" zischte Viola. Doch sie erntete nicht den gewünschten Erfolg, sondern nur einen herablassenden Blick. "Wieso sollt ich dir was geben? Was machst du wenn ich es nicht tu? Mich abstechen? Lass dir ne andere Masche einfallen Mädel!" seine Stimme war tief, sehr tief für sein Alter. Er wandte sich ab, wollte wieder auf die Strasse gehen und lies Viola alleine stehen. Sie umschloß den Dolch mit ihrer Hand, immer fester. Ihr Blick wurde verschleiert, sie schloss die Augen, sie sollte gehen und zwar schnell. Aber im Moment war da nur dieser eiserne Wille endlich den Lohn zu bekommen, endlich das zu bekommen, was ihr zustand. Ihr Gesicht verzog sich zu einer Grimasse und dann geschah alles wie von alleine; Viola machte einen Satz vor und rammte den Dolch in die Schultern des Jungen. Sie hörte ein Aufkeuchen als der Junge bäuchlings fiel. Und nun machte sich Panik in Viola breit, denn auf einmal fing der Junge an zu wimmern; er stand nicht auf um Viola zu verprügeln, wie sie gedacht hatte; nein er wimmerte und schlimmer noch er begann zu schreien. Er würde andere auf sie aufmerksam machen, man würde sie sehen mit dem Dolch und dem Jungen ... und dann würden sie sich ihrer Annehmen, sie schlagen, prügeln, sie würden sie vergewaltigen oder gar umbringen. Ihre Gedanken rasten, es war nichts klares mehr, als sie den Dolch schnappte und auf den Jungen zu stolperte, ihn auf den Rücken drehte und dann ... dann zog sie die Klinge einmal über den Hals. Das Fleisch gab nach und das einzige was nun noch kam war ein grugelndes, erschöpftes Keuchen, ehe der Leib am Boden tot zusammensackte. Mit einem mal lies alles nach, mit einem mal verklärte sich der Nebel und Viola starrte auf die Leiche vor sich und auf ihr Hab und Gut. Sie wich fast schon panisch weg von dem Toten, griff dann jedoch nach seinem zerissenen Leinenbeutel und rannte, sie rannte nur noch.

Sie war spät heimgekommen, hatte die Fassade aufgesetzt und sich nichts anmerken lassen. Doch hinter ihrem Kopf brannte das Fieber sich in ihren Geist. Sie starrte die ganze Nacht nur vor; es war also geschehen ... sie hatte einen Menschen getötet. Genau wie er es damals gesagt hatte; irgendwann würde dieser Zeitpunkt kommen. Sie blinzelte, starrte vor und verlor sich ... sie verlor sich selbst in diesem Moment.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Zornig war sie in ihr Zimmer gegangen. Im ersten Moment war sie darüber zornig das Viola einfach gehen durfte und sie selber nicht. Sie war zornig darüber das jemand der jünger als sie war, mehr erlaubt bekam als sie.

Als Falk aber gesagt hatte sie könne ebenfalls gehen, war es ihr Stolz der ihr verbat zu gehen. Sie wusste warum Viola so beharrlich nach Varuna wollte. Sie hatte lange schon damit gerechnet. Eigendlich hätte Falk ihr die Haare abrasieren müssen, log sie doch offensichtlich darüber das sie Jagen gehen wollte, es aber im Grunde nicht wollte, sondern Viola nachschleichen wollte.

Sie kroch unter ihr Fell und spürte am Fell das an ihrem arm anders war. Als Falk reinkam in ihr Zimmer und sie fragte was sie bedrückte, sie aus dem Fell hervorkroch sah sie das Blut am Arm.

ich verstehe nicht warum du zugelassen hast das sie geht. sie ist jünger als ich und auch krank. ich dachte im clan haben nicht die eltern das alleinige erziehungsrecht, oder? das sagst du doch immer?

Sie überschüttete ihren Vater mit Vorwürfen, innerlich sich selber dafür schlagend. Wieso hatte Freia nicht selber schon lange gemerkt was mit Viola los war? Waren denn alle ausser ihr blind?

in meinen augen ist sie in ihrer liebe verantwortungslos

Griff Erinna wieder an.

viola hat sich selber verletzt, das hier am Arm war noch nicht da, als ich mir das Hemd auszog unter dem Fell.

Sie verletzt sich selber?


aye und ich weis auch warum sie nach varuna gegangen ist

Und warum?

freia sagte vorhin sie sei stolz das viola nicht mehr stiehlt. das tut sie auch ney, nicht im clan, aber sie tut es in varuna. deswegen wollte ich auch weg, weil ich weis das sie mich auf direktem wege niemals mitgenommen hätte.

Erinna spürte innerlich eine nahe Verzweiflung. Wäre sie gegangen hätte sie vielleicht irgendwas verhindern können, aber jetzt war es eh zu spät. Ihr Vater drängte sie sanft runter zu Freia und dort musste sie es Freia nochmal erzählen. Sie zeigte Freia ihren Arm und berichtete was sie durch die ganzen Heiler im Land erfahren hatte, ein Teil durch Angelina, vor längerer Zeit, ein Teil durch sich selber von Marla, ein Teil von einem Unbekannten.

Sie wollte wissen was eine Sucht war und als sie es wusste, war ihr klar warum Viola immer klauen musste.

jetzt weist du warum viola immer etwas alleine unternehmen will freia. es ist bei ihr eine sucht und deswegen hat sie fieber. wie bei mir und wolf. wenn er raus will hab ich auch fieber weil ich mich dagegen wehre, aber viola kann sich nicht dagegen wehren, dazu ist zu schwach. es ist nicht mit heilmitteln und so kram heilbar, sie muss sich selber heilen und das geht nur wenn sie sich ernsthaft wehrt. ich weis es von viola selber und auch von vielen heilern und von lina, weil ich wissen wollte wieso man so stiehlt und nicht einfach aufhört.

Freia sank in sich zusammen, Enttäuschung lag auf ihrem Gesicht. Erinna fühlte sich unwohl, es tat ihr weh es zu verraten was sie wusste und aber andererseits auch gut. Falk sagte noch zu Freia das Erinna nur unter Druck es gesagt hätte und sonst niemals ihre Syster verraten hätte. Er machte noch einige Vorschläge die Erinna nicht wirklich mitbekam. In Gedanken versuchte sie sich auszumalen was Viola in Varuna trieb.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Viola hatte es ihr erzählt. Erinna reagierte erst mit Entsetzen, dann Entgeisterung, dann mit Panik und dann mit voelliger Ruhe.

Sie verstand Viola langsam, sie kannte es ja von sich selber zu gut. Nachdem sie Viola in ihre Felle gelegt hatte setzte sich Erinna an ihren Schreibtisch und dachte nach. Viola hatte ihr erlaubt mit Falk zu reden und Erinna bangte davor wie Falk reagieren würde.

Arme Freia
, schoss es Erinna durch den Kopf, aber auch Freia würde es verkraften, so wie Falk es bei Erinna verkraftet, jeden Neumond und jeden Vollmond.

Viola sah schrecklich aus, als Erinna sie ansah. Rot unterlaufen waren die schönen Augen von ihr mit dunklen Rändern. Ihre Stirn war noch immer warm und Viola wirkte farblich wie der Tot selber.

Sie musste mit Falk reden, dass war Erinna so klar, wie das Quellwasser im Brunnen. Wenn die Garde den Mord herausfand war nicht nur Viola in grosser Gefahr sondern auch der gesamte Clan. Viola war ein clansmitglied und sie wusste aus eigener Erfahrung das alle zusammenrücken würden um Viola zu schuetzen. So wie damals, als Erinna ankam und alle sie beschuetzten, vor eventuellen Verfolgern.

Langsam fuhr sie sich mit beiden Händen durch das Gesicht. Bei den Ahnen lasst mich wieder ein Kind sein, ich schaffe diese Verantwortung nicht mehr, dachte sie innerlich bei sich. Sie hatte gemerkt das je älter sie im Clan wurde, sie umsomehr Verantwortung trug und sie merkte wie es sie langsam von innen auffrass. Die ganzen Mondsachen, der Mondfluss, Seymour, die Tiere, das Jagen, Viola, der Clan, verzweifelt rieb sie sich die Stirn.

Sie schloss ihre Augen und Bilder der Vergangenheit huschten an ihnen vorbei. Sie verstand Viola nur allzugut und am liebsten würde sie weglaufen. Weg vom Clan, weg von Viola, weg von Allem. Einfach weglaufen, aber nein sie konnte nicht, sie schalt sich selber fuer diese Gedanken. Viola war ihre Schwester und sie würde Viola nicht im Stich lassen. Nicht so wie Violas Familie es damals tat.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Kein Schlaf ... sie fand ihn einfach nicht. Die ganze Nacht war sie wach gelegen, die ganze Nacht über hatte sie in die Leere gestarrt. Sie hatte den Leinenbuetel betrachtet, hatte die kalten Münzen darin befühlt und hatte den blutigen Dolch betrachtet. Wieso nur? War es so weit gekommen? War es schon so weit? Was würde folgen? Sie hatte keinerlei Angst in diesem Moment, sie hatte keinerlei Trauer oder Furcht, sie hatte nicht einmal Wut; sie war leer. Ein Leben war tot und niemals hätte sie gedacht, dass es sie interessierte, niemals hätte sie auch nur Ansatzweise geglaubt, sich selber dafür zu interessieren; doch nun war sie die Hand, die dieses Leben aushauchte.
Das Verlangen quoll langsam ab während sie die Münzen in den Fingern wandern ließ, es gab nach und machte Platz; Platz für das Hier und Jetzt. Platz für die Gefühle, Platz für das, was gerade noch Leere war; Furcht, Angst und Wut.

Was wäre wenn jemand die Leiche finden würde? Hatte sie jemand gesehen? Sie trug die Clansfarben ... was war wenn jemand hierherkäme? Sie würden sie mitnehmen, doch vor allem würden es die anderen wissen. Die anderen ... Falk, Freia ... Erinna ... sie alle würden wissen dass sie eine Mörderin war. Sie würden sie rauswerfen, sie würden sie zum Teufel scheren. Sie würden Schande empfinden ... Schande die Viola brachte. Ihr Blick nahm wieder Klarheit an, doch die Klarheit wich blanker Panik. Sie atmete hastiger, immer rascher gefolgt von einem leisen Gewimmer, sie wollte hier nicht weg, sie wollte hier nicht weg geschickt werden. Sie hatte zum ersten mal in ihrem Leben eine Familie, ein richtiges Leben, sie wollte nicht dem Ganzen entrissen werden, nur weil sie versagt hatte, weil sie schwach war, weil sie ... weil sie nicht normal war.
Ihre Blicke eilten in dem Zimmer umher, die Panik wich und machte Platz für Furcht ... tiefste Furcht. Freia ... was würde sie sagen? Sie würde Viola nicht mehr lieben, wie sollte sie auch? Ihre Tochter hatte Blut an den Händen, sie war eine Mörderin, wie konnte Freia sie je lieben? Sie würde entsetzt sein ... und Falk ... was würde er tun? Würde er toben? Würde er sie packen und vor die Tore werfen? Eine Mörderin hatte im Clan nichts zu suchen, schon keine, die ein anderes Kind tötete und Erinna ... sie würde entsetzt sein, sie würde sich abwesnend von ihr, all das würde geschehen, sie würde wieder alleine sein ... aber sie wollte nicht mehr alleine sein, nie wieder.
Der Blick traf den Dolch, der so nahe lag ... so nahe und er glänzte. Es würde schnell gehen, ein einziger Stich durch die Brust ... oder ein Streich über den Hals ... es würde alles so schnell gehen wie bei dem Jungen. Sie wollte lieber sterben als wieder von hier fortgehen zu müssen. Ihre Finger umklammerten fest den Griff, doch ließ sie die Waffe wieder fallen und warf sie weg, die Furcht wich ... sie wich der Trauer und der Angst. Sie begann zu weinen, Tränen strichen über ihre Wangen, sie wimmerte und schluchtzte, sie rollte sich zusammen und versuchte zu schlafen, doch der Schlaf wurde ihr nicht gewährt.

Sie blieb wach ... bis zum nächsten Morgen und sie schlief nicht einmal. Sie würde nie wieder schlafen ... jedenfalls dachte sie das.
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Stille ... Stille und Frieden. Sie war ruhig, sie war friedlich und lag in den Armen ihrer Mutter. Eng an sie gepresst, ihren warmen Körper spürend blinzelte sie kurz. Sie hätte eigentlich nicht so ruhig sein sollen, sie hätte Angst haben sollen, doch das hatte sie alles nicht, nicht in diesen Momenten. Freia wusste es, und Falk würde es auch bald erfahren, alle würden es bald wissen. Sie würden über sie urteilen, sie würden den Thing einberufen, so meinte Freia und vor deren Urteil konnte selbst sie Viola nicht schützen. Die Angst war in diesem Moment als sie es sagte total ausgebrochen, sie zitterte, sie jammerte und hatte geweint, aber dann spürte sie dass ihre Mutter da war, bei ihr und sie würde nicht gehen. Sie war enttäuscht, sie konnte es nicht fassen und doch, sie war bei Viola, sie nahm sie fest in den Arm und spendete ihr Trost, Schutz, sie würde immer da sein, egal was kommen würde. Vielleicht war es genau das, was sie nicht verrückt werden ließ und vielleicht war auch dieser Trost, dieser Schutz der Grund dass sie keine Angst hatte genau in diesem Moment. Sie wusste es würde eine harte Strafe geben und die Chancen waren da, dass der Clan sie verbannen würde, dem war sie sich sicher. Als der Gedanke kurz wieder aufkam presste sie sich fest an Freia und schloß die Augen fest, er durfte einfach nicht wahr werden. Jeder Strafe würde sie entgegen treten, sie würde alles hinnehmen. Sie würde Schläge aushalten, sie würde auf Nahrung verzichten, sie würde einfach alles ertragen, solange sie wusste sie würde bleiben dürfen und bei ihrer Mutter sein können, wenn das alles vorbei wäre.

Ihre Augen waren trübe von den Tränen die den ganzen Abend gefloßen waren, sie war irgendwann in Freias Armen eingeschlafen, irgendwann war alles einfach zuviel gewesen und doch lächelte sie in diesem Moment. Sie hatte einen Fehler begannen, einen so großen und schrecklichen, dass er sie alles kosten konnte, was sie lieben gelernt hatte. Sie dachte zurück im Stillen; diese Menschen hatten ihr wieder beigebracht zu fühlen, zu lieben und auch Gefühle zuzulassen. Hier lebten Menschen für die sie bereit war zu sterben und sie hatte sie alle enttäuscht, jede Strafe dafür war gerecht. Sie würde diesen Fehler nun büßen ... ganz egal welche Folgen das hatte und ganz egal was geschehen würde. Und dann kam der Schlaf erneut.
Freia Hinrah

Beitrag von Freia Hinrah »

Stille ... Stille die von dem Atmen zweier Personen durchbrochen wurde, hüllte sie wie die Dunkelheit dieses Zimmers ein. Waren die vergangenen Tage doch so glücklich, waren die jetzigen nach langer Zeit wieder die schlimmsten die sie erlebt hatte seit langer Zeit. SIe hatte es erfahren, von Erinna und von Viola ... hatte erfahren das sie getötet hatte und Freia spürte wie diese Tatsache einen tiefen Stich in ihrem Herzen hinterlassen hatte. WIe konnte nur soetwas geschehen? Wieso wusste Erinna mehr von Viola als sie selbst? ... Wusste um die nicht besiegte Sucht zum stehlen und wusste um den toten. SIe fühlte sich so elendig in diesem Moment wie schon lange nicht mehr. Versagt .... du hast auf ganzer Linie als Mutter versagt ... schoss es ihr immer wieder durch den Kopf und liess einen dicken Kloss in ihrem Hals zurück. SIe fühlte förmlich wie das Blut welches nun an den Händen ihrer Tochter klebte, auch an ihren Händen hinabran. Sie hätte es wissen, hätte eingreifen müssen und doch ist es geschehen ohne das sie es auch nur geahnt hatte.

Das Thing wird nun entscheiden müssen wie es weitergeht und Freia fürchtete das Urteil. SIe wusste das bei einem solchen Verbrechen, jedes Urteil ein gerechtes Urteil währe und doch konnte sie sich nichts schlimmeres Vorstellen als das Mädchen zu verlieren, welches sie ihr Mutterherz schenkte. Fest aber liebevoll drückte sie den zierlichen Körper des Mädchens an sich, fast als könnte sie die Klauen sehen welche sie ihr entreissen wollten. Behutsam strich sie ihr durch das Haar und weinte still ohne zu Klagen und zu Wimmern. SIe würde sie nicht allein lassen ... sie konnte es nicht. Auch wenn es bedeutete sich an diesem Verbrechen noch mehr zu beteiligen, so würde sie ihr Kind nicht im Stich lassen. Und genau das war sie ihr Kind ... nicht von Geburt nicht vom Blute her und doch soviel ihre Tochter wie ein Mädchen nur ihre Tochter sein konnte. Sie hatte den ENtschluss gestern in der späten Nacht gefasst. Würde der Clan sie in die Verbannung schicken, würde sie mitgehen. Sie wusste nicht wie soe Viola zurück auf den Pfad der Tugend bringen konnte, wusste nicht wie sie ihr ohne die Hilfe ihres geliebten Clanes helfen konnte aber sie wusste, dass Viola da draussen zerbrechen würde. Sie hatte sich verändert und trotz all der Sachen die geschehen waren, war sie nicht mehr die Selbe. Sie spürte es und darum wusste sie das Viola da draussen nicht mehr überleben würde. Die Kälte und fehlende Liebe würde sie umbringen früher oder später und genau deshalb musste sie mitgehen und versuchen es gemeinsam mit ihr in den Griff zu bekommen.

Doch zualler erst musste sie mit Falk sprechen. SIch ihm offenbaren und seine Reaktion über sich ergehen lassen. Sie fürchtete er würde furchtbar wütend werden. Immerhin brachte dies den Clan in gefahr falls man sie beobachtet hatte oder die Spuren auf sie hinwiesen. Und sollte sich der Clan entscheiden sie selbst zu bestrafen würde er sie weiterhin vor den aussen Einflüssen schützen und das konnte Gefahr für sie alle bedeuten. Sie wusste nicht ob Falk bereit war ein solches Risiko einzugehen und sie würde weder ihn noch irgendjemand sonst verurteilen, wenn sie auf dem Thing entscheiden das dies zu groß war. Und doch hoffte sie, das die Strafe nicht die Verbannung und nicht der Tod sein würde. Egal was es sonst ist, sie würden es gemeinsam überstehen .. irgendwie ...

Kraftlos lag sie nun auf den Fellen nieder. Die Zeit forderte ihrer inneren Kraft immer mehr ab. Sie fühlte sich ausgelaugt ... schwer und unendlich allein in diesem Moment. Allein mit ihren Problemen und einmal mehr vermisste sie die starken Arme von Leif, welche ihr immer wieder die nötige Kraft gegeben hatten. In ihnen konnte sie alles vergessen und neue Kraft schöpfen doch dies war schon lange her ... vielleicht zulange und so blieb ihr nichts weiter als aus ihren Reserven zu zehren welche sich nach all den Ereignissen langsam aber sicher dem Ende näherten ...
Viola Ser´Rhal

Beitrag von Viola Ser´Rhal »

Es war alles schnell gegangen ... sehr schnell. Viola war an diesem Abend rausgegangen, sie brauchte frische Luft, wollte klarer denken. Heute war der Markt von Varuna und sie wusste dass an solchen Tagen die Versuchung immer wieder groß war, und ihr ging es bereits den ganzen Tag über schon nicht allzu gut.

Sie stand auf den Palisaden oben, neben ihr Aurora, mit welcher sie redete. Sie hatte Vertrauen zu der jungen Frau gefasst, hatte sich ihr anvertraut und ihr über ihre Ängste und Sorgen berichtet und sie hatte Viola Trost zugesprochen. Zwar nur schwachen, aber es war immerhin Trost. Aurora hatte gerade angesetzt etwas zu sagen, als Viola die Stimme von Cailly hörte und sie unterhalb der Palisaden stehen sah. Ihr Körper zitterte und sie wirkte beherrscht. Sie wollte das Viola mitkam ... und das tat diese auch. Verwirrt folgte sie ihr, jedoch nur ein kurzes Stück, bis sie und Viola an einer der unteren Enden der Palisaden waren. Mit einem male wurde sie plötzlich und von Cailly mit den Rücken gegen das harte Holz gedrückt. Ein explosionsartiger und wuchtender Schmerz machte sich in ihrem Kreuz breit und sie verzog die Miene. Caillean schien auszurasten, sie brüllte etwas, erst verstand sie nicht genau was, nannte sie Miststück und plötzlich spürte Viola einen Dolch an der Brust, einen Dolch den Cailly selbst hielt. Ihre Augen zitterten, sie brüllte Viola an und warf den Dolch dann weg und nun wusste diese es; sie hatte von dem Mord erfahren. Jegliche Farbe war ihrem Gesicht gewichen, doch Cailly holte plötzlich nur aus, verpasste ihr eine Ohrfeige und brüllte sie weiter an. Sie sagte es; sie sagte Viola habe die ganze Familie entehrt, ihre Mutter, ihren Großvater, Falk, Erinna ... über sie alle hätte sie Schande gebracht. Dann wurde sie immer wieder von Caillean gegen die Palisaden gedrückt und jedesmal schmerzte ihr Kreuz umso mehr. Sie wimmerte auf, der Schmerz war zu stark im Moment. „Weißt du überhaupt was du getan hast?! Bereist du es?!“ Diese Fragen kamen bebend über ihre Lippen, und sie schlugen auf Viola ein wie Fausthiebe. Ob sie es bereute? Natürlich, sie bereute nichts mehr auf dieser Welt und das sagte sie Cailly, doch sie sagte nur, Viola solle lauter reden. Sie ließ das junge Mädchen die Worten wiederholen, immer und immer wieder, bis Viola wimmernd zusammenbrach.

Dann trat sie plötzlich zurück, von einem Moment auf den anderen trat Cailly einen Schritt nach hinten und erst jetzt bemerkte sie Falk aus den Augenwinkeln. Ihr Körper schmerzte, sie weinte und wimmerte, wieso machten sie dem Ganzen nicht ein Ende? Wenn sie soviel Schande gebracht hatte, wieso gaben sie ihr nicht eine Klinge dass sie sich den Hals durchtrennen konnte? Cailly sah eine Weile stumm hinab, Viola wartete nur auf einen neuen verbalen Angriff, doch dieser blieb aus. Stattdessen kniete sich cailly zu ihr hinab, sprach auf einmal tröstende Worte und sagte ihr, dass sie endlich lernen sollte ihrer Familie zu vertrauen. Viola konnte erst nicht glauben was sie dort sah, Cailly, die grade eben stinkwütend auf sie gewesen war, hatte nun einen sanftmütigen Blick aufgelegt, ihre Augen tränten sogar schon. Sie sagte Viola dass sie dieses Problem gemeinsam angehen würden, dass sie für Viola da sein würden. Es war ehrlich gemeinter Trost in ihrer Stimme und dieser Trost war nun auf einmal wie Balsam, auch wenn er von Caillean kam.

Die Zeit der Strafe war gekommen und der erste Schritt war ebenfalls gekommen. Viola hatte sich die Haare abschneiden müssen. Sie ließ sich von Cailly Stück für Stück ihres langen schwarzen Haares entfernen, immer weniger wurde es auf ihrem Kopf, bis sie da stand nur noch kurze Stoppel zierten ihren Kopf. Als Viola dass sah, kamen ihr die Tränen, sie wollte nicht wissen wie hässlich sie nun aussah, doch sie hielt es so gut es ging zurück, sie wollte stark sein und zeigen, dass sie die Strafe annehmen würde. Doch immer wieder wenn sie sich über die kahle Stelle strich, wo einst ihr Haar gewesen war, fingen ihre Augen an zu tränen. Heute Nacht schmerzte ihr Rücken sehr und ihr Kopf juckte stark. Es war der erste Schritt ... und es war richtig so, das wusste sie, auch wenn es hart war. Der nächste Schritt würde härter werden ... aber sie würde ihn überstehen und sie würde ihre Tat wieder gutmachen ... irgendwie.
Aurora Silbersee

Beitrag von Aurora Silbersee »

Aurora hatte die Hälfte des seltsamen Spiels mitbekommen. Sie wusste nicht genau was Viola getan hatte. Hatte nur einige Dinge aufgeschnappt, oder zwischen den Zeilen lesen müssen.
Viola tat ihr sehr leid. Es ärgerte sie ein wenig, dass Caillean sie genau in diesem Moment überrascht hatte. Sie hatte gerade etwas Vertrauen in dem Mädchen geweckt und nun klangen Cailleans worte in Auroras Kopf und ihre eigenen Klangen wie hohn für das junge Mädchen.
Sie starrte weiter an die Zimmerdecke und überlegte was geschehen würde.
Viola musste etwas sehr schlimmes getan haben, dass wusste Aurora. Aber sie wollte garnicht weiter darüber nachdenken. Vielleicht taten Caillean und Falk auch das Richtige. Wie konnte Aurora das schon beurteilen? Sie war weder schlau noch hatte sie viel Erfahrung mit dem einschätzen von Situationen. Aber sie hatte ein großes Herz, dass war Aurora irgendwie bewusst. Und sie glaubte, dass Viola die nächste Zeit jeden Beistand brauchte, den sie bekommen konnte.
Mit diesen Gedanken schlief sie unruhig ein.
Caillean Hinrah

Beitrag von Caillean Hinrah »

Sie wendete Viola den Ruecken zu. Das Maedchen wollte alleine sein. Gut. Sollte sie nachdenken. Bei dem was sie getan hatte... Cailly schuettelte ueber sich selber den Kopf. Es hat ihr nicht halbwegs die Befriedigung gegeben, die sie bei ihrem anfaenglichen Zorn erhofft hatte. Aber erst zu warten bis das Thing einberufen wurde.

Es lag klar auf der Hand was geschehen musste. Die Strafe musste auf dem Fusse folgen. Nicht quaelende Tage spaeter. Heiss durchfuhr es Caillean als sie Viola, Freias Tochter, sozusagen ihre Grossnichte, auf der Palisade stehen sah. Die Wut ging mit ihr durch.

War sie zu grob gewesen? War Violas Selbst zu zart fuer eine so direkte Behandlung wie sie von ihr widerfahren hatte? Sie glaubte es nicht. Sie war jung.. schutzbeduerftig.. doch an ihren jungen Haenden klebte Blut. Und das verlangen zu erfahren ob sie ueberhaupt bereute liess sich nicht zuegeln.

Sollte jetzt noch ein Thing einberufen werden im Clan... so konnte sie guten Gewissens fuer Viola sprechen. Sie sah das Grauen, das Wissen in Violas Augen, die Schande. Das genuegte ihr.

Schon ebbte der Sturm in ihrem Inneren ab und sie war wieder wie vorher:
Die sanftmuetige Gefaehrtin Falks, die Alles und Jeden in Schutz nahm was sich nicht wehren konnte. Hatte sie nicht Viola aus einem Impuls heraus gemocht und nach Grimwould geholt? Von der Strasse? ihr ein Heim gegeben? Sie bereute es nicht.

Die erste Lektion war gelernt. Leider auf ein grobe, sehr harte Tour.

"Auch an meinen Haenden klebt Blut, Viola"
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