Langfinger zur späten Stunde in Bajardermiliz
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Gracia Orthez
Langfinger zur späten Stunde in Bajardermiliz
Es war mal wieder einer dieser Abende, an denen nicht wirklich was los war. Die Langeweile im Blick, streifte Gracia alias Maria mal wieder durch die Gassen Bajards. Nur wenige Leute tummelten sich zu dieser späten Abendstunde noch auf den Straßen. Und so kam es, dass sie auch an der Türe der Bajarder Miliz vorbei kam. Wie es schien war keiner da, doch trotzdem drückte sie die Türe zu dem Milizgebäude auf und trat ein. Nach einem knappen schweifenden Blick durch die Räumlichkeiten, kam sie zu dem Schluss, dass keiner anwesend war. Es formten sich bereits die neckischsten Gedanken in ihrem Kopf, was man wohl alles anstellen könnte hinter der Theke, sollte nun „Kundschaft“ auftauchen. Keine 3 Sekunden später, stand Maria auch schon hinter der Theke. Der Weg war leicht, denn dies war schon die 2. Türe die nicht abgeschlossen war, obwohl niemand anwesend schien. Das Glück schien ihr hold zu sein am heutigen Abend. Übermütig wie sie war, ging ihre Rumschnüffelei weiter. Eine Treppe führte sie direkt hinab in den Keller der Miliz. Auch hier hatte sie wieder unwahrscheinliches Glück und traf auf niemanden. Langsam fragte Gracia sich, wie man so blöde sein konnte, alle Türen und Tore so einladend offen stehen zu lassen. Das lockt doch gerade Einbrecher und Diebe an, oder wie sie – Piraten mit kleptomanischer Veranlagerung.
Auch auf die Gefahr hin, dass jemand jeden Augenblick auftauchen könnte, und sie erwischen, führte sie ihre Erkundungstour fort. Wenn jemand käme, würde ihr schon eine Ausrede einfallen, dachte sie sich und ging weiter. Die nächste Türe, wie sollt es anders sein, war ebenso offen, und sie fand sich in einer Art Schlafsaal und Aufenthaltsraum wieder. Interessiert und neugierig zu gleich schaute sie sich in der Räumlichkeit um, und wie von alleine führten sie ihre Füße zu den Truhen. Natürlich waren diese auch offen, beziehungsweise ohne Schloss versehen. Es war also ein Einfaches in diese zu Blicken. Ein paar waren einfach nur leer, doch in die dritte Truhe in die sie schaute, lag etwas Interessantes: Rüstzeug der Bajarder Miliz.
Nachdem sie sich noch mal umschaute und sich sicher war, das wirklich keiner anwesend war, packte sie sich eine Tasche mit Miliz-Rüstzeug und verstaute dieses in ihrem Rucksack. Schnell suchte Maria dann das weite, und schritt die Stufen des Kellers wieder hoch. Keiner war zu sehen, also nichts wie raus. Raschen Schrittes entfernte sie sich von dem Gebäude und schlug den Weg Richtung Schiff ein. Sie war sich sicher, dass sie keiner gesehen hatte, aber wirklich 100%ig konnte sie das nicht wissen. Ob es wohl jemandem auffallen würde, das nun eine komplette Rüstung fehlt?
Die nächsten Tage zumindest würde sie nicht in Bajard aufkreuzen. Außerdem musste ja noch ein Plan ausgeheckt werden was nun mit der Rüstung passieren sollte. Irgendwas hinterlistiges würde ihr und ihren Kumpanen schon einfallen, das war sicher…