Ein etwas anders gedachte Verabredung
Rafael trat langsam an das Haus heran, sah Inara zu, wie sie die Gerätschaften fortstellte.
„Ich sehe ihr seid fertig mit eurer Arbeit Frau Tiefenbach ?“ ließ er sich langsam vernehmen. „Schade ... dann gibt es für mich nichts mehr zu sehen und ich kann gehen?“
„Ja gerade eben, antwortet ihm die Frau mit einem Lächeln und einen belustigtem aufblitzen ihrer Augen. Aber ich hätte da noch ein Feld zu beackern, wenn ihr also wollt, könnte ich ... “
Rafael lachte auf. „Untersteh dich!“ meinte er nur und erntete ein Lachen Inaras, das ihm ein Lächeln entlockte. „Und was haben Madame sonst noch vor mit diesem Abend?“ „Eigentlich nichts mehr.“
„Hm...“ er wiegte den Kopf. „Auf nichts habe ich nicht so wirklich Lust ...“ er trat näher und nun sprachen sie Leiser miteinander, und würde nun jemand dem Gespräch lauschen würde er wohl sehr bald bemerken das sich beide mehr zugetan waren als das Gespräch vorher erahnen ließ.
Einen gemütlichen Abend wollte man gemeinsam verbringen.
Angefangen bei einem Essen bei Amary, dann wollte Rafael Inara die Festung zeigen.
Es war schwer gemeinsam Zeit und vor allem einen Ort zu finden wo sie Ruhe finden und reden konnten, oder auch einfach nur einander im Arm halten.
So ritt Rafael vor nach Berchgard, während Inara dann kurze Zeit später nach kommen wollte.
In Berchgard wollte man sich treffen, doch noch bevor sie mit der Kutsche ankam, rannte Asthar aus dem Hause Llastobhar auf ihn zu und berichtete ihm von Letharen die vor Berchgard gesehen wurden.
Rafael schaltete sofort.
Inara selbst bat er zurück zu reiten zum Regiment Adoran und dort Alarm zu schlagen, er selber Ritt sofort in Berchgard ein.
Bogenschützen wurden auf die Mauern befohlen, das Tor geschlossen.
Und während Rafael sich von Asthar erzählen ließ was genau er gesehen hatte, warteten sie auf Verstärkung.
Inara kam zurück, sie hatte niemanden im Regiment angetroffen, der Wache jedoch bescheid gegeben und Andreas würde kommen.
Nur kurz und mit Unmut bemerkte der Ritter das sie sich inzwischen in eine Lederrüstung gekleidet hatte und nun mit fest entschlossenem Blick ihren Bogen hielt.
Rafa wusste nicht ob er Lachen oder sie schütteln sollte. Am liebsten hätte er sie irgendwo eingesperrt. Doch ihre Entschlossenheit imponierte ihm auch auf eine Weise, die die Furcht um sie etwas minderte.
Er wollte sie ja bei sich haben, aber so? In diesen Momenten?
Für den Moment war er gefangen in ihrem Anblick das er sich erst von ihr abwandte als Asthar ihn ansprach.
Die Lethaern waren wohl ins Hügelgrab hinabgestiegen, und Rafael entschied das sie ihnen folgen würden, bis in die erste Etage.
Inara bat er hinten zu bleiben, damit sie mit dem Bogen im Notfall unterstützend sichern konnte.
Im Ernst war es ihm lieber sie hinter sich zu wissen, wo ihr weniger passieren konnte.
So gesichert, aber noch immer mit mulmigem Gefühl, schritt er voran in das Hügelgrab.
Asthar eine ihm unbekannte Dame und Inara folgten gemeinsam mit Andreas der zu Rafaels Erleichterung noch hinzu gestoßen war.
Unten angekommen bestanden sie gegen den normalen Ansturm an Untoten, doch als sie gerade die Räume gesichert hatten, traten die Letharen aus dem unteren Teil des Grabes heraus.
Hasserfüllt standen sie sich nun gegenüber, als in diesem Moment noch ein weiterer dieser Brut, vom Eingang des Grabes aus hinzu trat.
Rafael erkannte ihn sofort.
Hatte er vor Jahren noch geglaubt Einer Blauelf sähe wie der andere aus, so wurde er schnell eines besseren belehrt.
Jenem hier hatte er schon einmal gegenüber gestanden.
In einem Kampf in dem beide als Verlierer hervorgingen.
Ein jeder hatte sich verletzt Heim geschleppt und nun, konnte der Ritter sich wohl mit eigenen Augen davon überzeugen das der Kerl diesen Kampf wohl doch offensichtlich überlebt hatte.
Sein Herz schlug höher, während er sich ihm vorsichtig näherte, sich sichernd zwischen ihm und Inara schob.
Bedächtig sprach er mit ihm, ihn doch provozierend, so wie er ihn, und dann dem Angriff standhielt, als er kam, während Inara zu seinem eigenen Grauen, taumelte, was immer sie getroffen hatte.
„Andreas!!!“ brüllte er „Hinter ihm her! Ich will ihn haben!!“
Schon war sein Knappe heran, wie ein Schatten an ihm vorbei dem Letharen folgend, der das Grab verließ.
Während er sich versicherte das Inara nicht wirklich verletzt war, kam es unten, an der Treppe zum Kampf.
Inara stand wieder, nickte ihm zu und so wendete er sich sofort dem Kampf zu, eilte hinab zu Asthar und konnte doch genauso wenig ausrichten wie dieser, da die Letharen sich durch eine Wand aus Gift absicherten.
Nur Schemenhaft vermochte man zu sehen das sie ein Tor erschufen durch das sie dann verschwanden.
Es war vorbei.
Ein weiteres Mal waren diese Biester entkommen.
Nur langsam wandte er sich herum, während die Frau Asthar hinaufhalf.
Suchend sah er sich nach Inara um und erstarrte als er sie am Boden sah.
Sofort stürzte er hinzu, bemerkte die Platzwunde an ihrem Kopf, ihren flachen... flatterhaften Atem und fast meinte er ihm würde das Herz stillstehen.
Er untersuchte besorgt, ob sie weitere Verletzungen hatte und bemerkte so kaum das Andreas wieder hinzutrat und ihm Bericht erstattete.
Den Bericht, das sein Knappe den Letharen wohl gestellt hatte, nahm er wie mechanisch auf, auch wenn er darüber sonst wohl Freude gezeigt hätte. War er dieses mal zu besorgt um die Frau vor ihm.
„Sag Frau van Drachenfels bescheid. Ich bringe Frau Tiefenbach zu ihr!“
Befahl er schließlich, ohne auf den Erfolg Andreas ein zu gehen, was ihm im Nachhinein reute.
Aber sein Knappe schien derartiges schon gewohnt und folgte sofort dem Befehl seines Ritters.
Rafael hob Inara vorsichtig auf, und trug sie auf seinen Armen zu seinem Pferd.
Kurz versicherte er sich das es Asthar gut ging, dann ritt er durch Berchgard, befahl dort die Wachen auf den Mauern zu verstärken, und ritt dann so schnell es möglich war gen Adoran.
Liliana würde Inara helfen können, dessen war er sich ganz sicher, dennoch verfluchte er sich selber das er nicht auf sie Acht gegeben hatte...
Nein. .. das er sie überhaupt mitgenommen hatte ... das ... er brach ab leise immer wieder fluchend und der Bewusstlosen Frau in seinen Armen versichernd das alles Gut werden würde .