Unruhig polterte die Kutsche über den unebenen, ausgetretenen Weg, und ließ ihre Insassen ungedämpft hin und her wanken. Eine dunkle Ladung war es die sie transportierte, die vorbei zeihenden Bäume und Häuser betrachtend hatte er sich tief in seinen Sitz zurück gelehnt, ihm gegenüber saß schweigend seine Gemahlen.
Die Dämmerung brach bereits über das Land als das Gefährt nahe Bajards zum stehen kam. Umhüllt von seiner weite, eindrucksvollen Rabenrobe erhob er sich schob die Tür auf und verließ langsam die Kusche, dicht hinter ihm folgte seine Gattin auch ihr Leib verhüllt von einer dunklen Robe die Gesichter hinter weiten Kapuzen und Masken verborgen. Genügsam ließen die beiden ihre Blicke die Umgebung erkunden, die Straße schien weitestgehend verlassen nur eine einzelne Gestalt kauerte nahe der Kutsche, erst auf den zweiten Blick wurden sie der Tatsache gewahr, dass es sich nicht um einen Menschen sondern einen Letharen handelte der ihnen dort gegenüber stand.
Das folgende Gespräch sollte sich als interessanter erweisen, als anfänglich vermutet, nahm es doch einen ausgesprochen erfreulichen Verlauf, in welchem sich herausstellte das der Lethar nach einem Weg suchte seine Waffen in ihrer Effektivität zu steigern.
Dieses streben kam den beiden Rabendienern nur all zurecht, sie wechselten gelegentlich Blicke und gedämpfte einige Worte.
Ihnen wurde schnell klar, welche Chance sich ihnen hier darbot wenn sie es richtig anstellten konnten sie in zweifacher hin sicht gewinnen. Sie würden nicht nur die Seelen derer, die diese nach Blut und Tot trachtende Kreatur töten würde für ihren Herren beanspruchen, und diesem zufließen lassen nein sie könnten über ihn auch ihren Kontakt zu dieser Rasse festigen.
Doch wie bei allem was sie taten, wie bei jeder Prüfung die ihr Herr ihnen auferlegte galt auch hier äußerste Vorsicht.
So offenbarten sie dem Letharen, dass es einen Weg gäbe seine Waffen gefährlicher zu machen, ihn aus dem Schmerz seiner Opfer Kraft schöpfen zu lassen doch wie alles im Leben hätte dies seinen Preis. Einen Preis den er wie sie ahnten nur allzu gern bezahlen würde denn was scherten sich diese Wesen um die Seelen ihrer Opfer?
Es war ein Preis dessen Wert sich vielleicht erst bei näherer Betrachtung offenbarte. Denn Alathar konnte mit den Seelen der Menschen wenig anfangen, der Rabe hingegen, wusste ihren Wert zu schätzen, waren sie es doch worauf seine Macht schlussendlich beruhte.
Die Verhandlungen sollten nicht lange dauern, der Handel war vorerst geschlossen Er würde seiner Waffe mit neuer Kraft erhalten, sie dafür die Seelen die er mit dieser ernten würde.
Und so händigte der Lethar ihnen seine Waffe aus ehe sich ihre Wege trennen sollten.
In der kommenden Nacht würde viel Arbeit auf sie warten.
Panterklauen und Rabenseelen
- Drakhon Sokarth
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