Schon lange plagte sich Marye mit dem Gedanken an eine neue Rüstung herum. Den besten Schutz bei der Jagd bot zwar die Dämonenknochenrüstung, die sie meistens trug. Doch die waren zugegebenermassen recht häßlich und nur mit den Farben der Schwestern halbwegs erträglich. Auch war sie ihr zu unflexibel und behinderte sie oft. Lederrüstungen schützten immer nur gegen eines gut. Oger gegen Keulen und Äxte, Zweikopf gegen Schwerter, Gargoyle gegen Magie, Drache gegen Feuer und Balron gegen Pfeile und Fechtwaffen. ach und Echsenleder gab es noch , welches vor Gift schützte und das Leder der Trolle die guten Kälteschutz boten. Es wäre doch toll eine Rüstung herzustellen die gegen alles schützen und dann noch gut aussehen würde, dachte sie immer wieder. Sie sprach mit ihrer Schwester Tajara und auch mit Torina darüber und die drei machten sich ihre Gedanken. Schließlich kamen sie auf die Idee Lederflicken aus verschiedenen Ledersorten zu nehmen. Verstärkt werden sollte die Rüstung noch durch Einbringung von Dämonenknochen und dann müßte das ganze noch stabil zusammen genäht werden und hier ergab sich das Problem. Keine der Fäden sie sie ausprobierten war stabil genug. Meistens rissen sie nach kurzer Zeit und die Rüstung löste sich in ihrer einzelne Bestandteile auf. So sprachen sie mit Marim und später auch mit anderen Schneidern, holten sich Ratschläge und probierten viel aus.. doch lange Zeit ohne Erfolg. Sie probierten Garn, später Tiersehnen doch leider war nichts stabil genug. Immer wieder beratschlagten sie sich doch eine Lösung wurde lange nicht gefunden. So lief sie weiterhin in ihrer Dämonenknochenrüstung rum die sie teilweise mit Ledersachen kombinierte. Torina kam dann irgendwann bei einem ihrer Gespräche am Feuer darauf daß man Metalldrähte zum vernähen benutzen könnte und probierte von nun an viel aus und stellte aus verschiedenen Erzen und Legierungen Drähte her. Wieder wurde viel probiert.. Sie nahmen Flicken aus verschiedenen Ledersorten, legten diese auf einander, verstärkten sie mit den Knochen der Dämonen und verwoben das ganze mit den Drähten. Doch auch hier gab es immer wieder Probleme. Reine Pyrian oder Coeliumdrähte waren zu weich, sie rissen schon bald. Auch verschiedene Legierungen wurden ausprobiert doch auch diese erwiesen sich als nicht fest genug. So blieb als letztes nur noch die Möglichkeit Drähte aus einer ganz speziellen Diamantlegierung bestehend aus den gleichen Teilen Diamant, Pyrian und Coelium zu verwenden. Torina brummelte natürlich, denn ihr Diamant war ihr schon fast heilig, auch hatte sie nach ihrer langen Reise immer noch ein wenig Probleme mit der Arbeit und so besorgten sie die Erze wo anders. Bei ihren Freunden den Thyren tauschte sie Balronleder gegen die Erze und so konnte Torina mit ihren Versuchen beginnen. Auch diese mißglückten zu Anfang so daß sie viel ausprobieren mußte, bis dann endlich breit grinsend und sichtlich stolz den schimmernden Draht auf Rollen überreichte.
Diese Legierung war unglaublich hart aber nicht zu spröde. Durch die Verwendung von Coelium und Pyrian sollte die Rüstung auch gut gegen Feuer und Blitze schützen. Jedoch funkelte der Draht und wäre zu auffällig gewesen. So erhitzte Torina ihn und als er schon anfing zu glühen steckte sie ihn in ein Faß mit einer öligen Flüssigkeit. Zischend verdampfte diese und auf dem Erz hinterblieb eine dunkel schimmernde Schicht, die den Draht auch schützen sollte. Sogleich machte sie sich wieder an die Arbeit, schnitt das Leder vorsichtig in kleine Dreiecke, legte diese über einander. Dann wurden diese mit den Dämonenknochen die sie senkrecht zwischen die einzelnen Lederlagen legte, verstärkt. Anschließend durchstieß sie die Lederlagen mit einer speziellen, extra von Torina angefertigten Ahle und zog den Diamantdraht durch das Leder. Immer wieder zog sie den Draht fest und verknotete ihn. So entstand langsam und mühselig ein Rüstungsteil nach dem Anderen. Besonderen Wert legte sie darauf daß die Beweglichkeit trotzt der starren Knochen, die sie verarbeitete, voll erhalten blieb. Denn Beweglichkeit war das wichtigste im Kampf gegen zahlreiche Kreaturen. Als erstes versuchte sie sich an der Hose, weil gerade bei dieser die Beweglichkeit mit am wichtigsten war. Sie durfte sie beim Laufen und Rennen nicht behindern, denn dies wäre im Kampf tödlich. Sie begann unten, die Knochen ordnete sie ringförmig und aufrecht an. So wuchsen zunächst die beiden Beinpaare die weiter oben zusammen geführt wurden. Als sie endlich fertig war entfernte sie ihre Beinschienen aus den Dämonenknochen, die sie sonst meistens trug und schlüpfte in die Hose. Da das Leder fein von ihr gegerbt worden war, fühlte es sich innen ganz weich an, was wichtig war um sich nicht wund zu laufen. Dennoch war sie stabil genug und bot einen guten Schutz. Marye strahlte begeistert und fuhr mit den Armteilen fort. Auch hier war es wichtig daß sie ihre Arme frei bewegen konnte um rasch einen Pfeil nach dem anderen abschießen zu können. Auch die Armteile fanden rasch ihre Begeisterung, sie spürte diese kaum, so dass sie nicht dadurch behindert wurde. Schwierig waren die Handschuhe, die Knochen waren zu groß für ihre Finger, so ging sie hin und zersägte die Knochen in kleinere Teile, die dann wieder mit Leder umhüllt und mit dem Diamantdraht fixiert wurden. Auch die Handschuhe fielen zu ihrer Zufriedenheit aus, so dass sie sich als nächstes dem Wams und dem Halsschutz widmete. Nach einer Weile war sie denn endlich fertig, komplett eingekleidet in ihre Neue Rüstung stellte sie sich vor Torina und Tajara, drehte sich ein mal im Kreis.
Naaaaaa was sagt ihr, meint sie grinsend zu den Beiden… Was die Rüstung in der Praxis taugt, würde sich natürlich noch erweisen, aber sie war recht zuversichtlich.
Des Waldes neue Kleider...
- Marye Larou
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- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Des Waldes neue Kleider...
Alle sind gleich.. aber ein paar sind gleicher!
Die Realität ist beschissen genug, da muß ein Fantasy Online-Rollenspiel nicht auch noch realistisch sein!
Die Realität ist beschissen genug, da muß ein Fantasy Online-Rollenspiel nicht auch noch realistisch sein!