Ihr Gesicht vergrub sie in ihre Hände und ein leiser Schluchzer ist zu vernehmen.
So schmerzhaft waren jene Worte, zu stark die Erinnerungen.
Sie verliess Simoen, sie hasste sich...sie war schwach, sie offenbarte sich, sie konnte sich nicht beherschen. Geschickt flogen die Worte aus dem Mund ihrer Schwester, liessen Sie erzittern, sie unvorsichtig und unsicher werden, als Sie dann die Worte sprach, die Sie verraten haben.
Ja, Anveena hatte einst einen Geliebten...einen Mann, an ihrer Seite...und sie hasste es...diese Gedanken, an etwas schönes, an glückliche Momente.
Sie erhob sich, ging auf das alte Bett zu und liess sich darauf fallen. Ein handgriff unter jenes und eine kleine, schwarze Schatulle kam zum Vorschein, auf welchen fein eingerizt "A&S" stehen. Langsam gleiten ihre Finger über jene Verzierung, ein kurzes lächeln huscht über ihr Gesicht und sie wischt sich die Tränen aus den Augen.
Vorsichtig öffnete sie die Schachtel, ein Sammelsurium aus verschiedenen Dingen, viele Pergamente waren zwischen den Sachen, alt und ausgeblichen. Sie ergriff eines, entfaltete es vorsichtig und ihre Augen huschten über die Zeilen.
"Meine über alles geliebte Anveena,
so schön war der Tag mit dir, zu schwer, sich von dir lösen zu müssen und dich wieder zu verlassen, während meine Gedanken sehnlichst den Tag erwarten, indem du wieder bei mir bist, an welchen ich dich in die Arme schliesse, deine zärtlichen Lippen küsse, dein lachen sehe und deine strahlenden Augen mich anfunkeln.
Ich schreie jeden Tag das Glück, dass ich empfinde, aus meinem Körper hinaus, möchte es der ganzen Welt mitteilen, dass ich Liebe...und zwar die schönste, sinnlichste, lustigste, klügste und verführerischte Frau auf allen Kontinenten.
Lass mich bitte nicht zulange warten, bis wir uns wieder sehen, die Qual der Ferne zerfrisst mich förmlichst und jeder neue Tag mit dir, ist immer schöner als der vorherige, obwohl ich fest der Überzeugung bin, es ginge nicht.
So sehne ich, während mein inneres vor Glück beginnt zu platzen...auf bald meine Schönheit.
In ewiger Liebe für immer und ewig
Sie lächelt weiter, auf den Schrieb starrend. Wer weiß wielange Sie da saß, doch irgendwann, an irgendeinen Punkt, entweicht ihr lächeln, sie hebt die Hand, der brennende Schädel erscheint und Anveena zielt auf die Kiste. Sie starrt, die Wut macht sich in ihr breit, wiegt den Kopf ab, während die Flammen auflodern, nur begierig darauf wartend, etwas vernichten zu können. Doch dann senkt sie den Arm, der Schädel verschwindet, ebenso wie die Kiste verschlossen unter ihrem Bette.
"Liebe...pah...ein Übel dieser Welt...ich brauchte Sie damals nicht...ich brauche Sie heute nicht."