Eisenwart - Ein Leben unter neuem Burgherrn

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Rowan
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Eisenwart - Ein Leben unter neuem Burgherrn

Beitrag von Rowan »

Tivadar Loric Deslon - Patriarch und Burgherr der Eisenwart

"Ähm, wie? Könntet Ihr das bitte nochmal wiederholen, ich habe mich doch verhört?" Sie war sprachlos, das konnte nicht sein. Sie bereute schon herauf gekommen zu sein. Aber sie hörte Tivadars fluchen schon, als sie aus der Schneiderstube trat. Also ging sie in die Taverne und klopfte an seine Tür. Also sie eintrat, war er grad dabei ein kleines Feuer auf dem Teppich auszutreten. Rowan rollte mit den Augen - Männer. "Ihr wollt wohl die Taverne abfackeln. Sagt doch einfach, wenn sie Euch nicht mehr gefällt."Er meinte zwar, er wüßte nicht wie das geschehen konnte, aber Rowan hatte dafur eh keine Zeit. Sie wollte zu seinem Bruder, dem Burgherrn. "Ist Euer Bruder zugegen?"
"Nein, er überließ mir gestern die Führung und verschwand... ."

Sie mußte sich verhört haben, das kann nicht sein. Khazkal Deslon hat doch nicht einfach seinem Bruder alles übergeben und ging dann einfach.
Aber er wiederholte die Worte nochmals. Rowan schüttelte den Kopf.

"Neeee." Völlig perplex ging sie hinunter, raus aus der Taverne über den Hof und in die Burg. Sie hatte plötzlich eine trockene Kehle.
Wie immer hatte sie Probleme mit der Tür zur Küche und sie rackelte daran.

"Wie kann er einfach gehen."
"Ohne groß was zu sagen."
"Das ist ein Scherz."
"Herr Deslon scherzt... ."

Sie nahm sich einen Krug, füllte diesen mit Wasser und setzte ihn an die Lippen. Schritte waren zu vernehmen, die Eingangshalle entlang, die Treppe hoch. Der Krug wurde ins Becken gekippt und leer stehengelassen.
Schnell eilte Rowan durch die Küchentür hinauf zum Audienzsaal.
Da stand er. Seine Kleidung in pflaume und gold gehalten. Dabei hatte sie ihm neue blaue Kleidung hergestellt, in der er sogar gut aussah.

Dort stand er vor dem Thron. Sie stellte sich an den Anfang der Tischreihen. Er berichtete ihr, wie Khazkal gegangen ist und das nun eine große Aufgabe vor ihm liegt.
"Herr Deslon, vergessen sie das Wüstengedöns und finden sie zu ihren Wurzeln zurück." Er hatte Fragen, die sie so gut sie vermochte beantwortete.
Aber eine konnte sie noch nicht beantworten:


"Rowan, werdet Ihr an meiner Seite stehen und mich unterstützen, wie Ihr es für meinen Bruder gemacht habt?"

Sie atmete tief durch. Gut, sie haben sich angenähert. Anfangs haben sie nur Hass für ihr gegenüber übrig gehabt. Haben sich gegenseitig provovziert. Er provozierte sie immernoch gerne und er hatte Spaß daran. Aber eben auf der höflichen, respektvolleren Ebene.

"Ich habe den Eid auf Euren Bruder gesprochen."

"In dem Eid war sein Name nicht vermerkt."

"Das ist mir egal, er stand vor mir. Wenn Ihr also vor mir steht und ich den Eid auf Euch ablege, dann seid Ihr der Burgherr für mich, solange ist es noch Khazkal Deslon. Aber das kann ich nicht jetzt entscheiden."


Er nickte. "Das kann ich verstehen."

Sie verabschiedete sich von ihm, da sie noch zu tun hatte und ehrlich gesagt, wollte sie allein sein und nachdenken.
Sie sah sich schon vor diesem klatzköpfigen, rechthaberischen Klugscheißer knien und den Eid sprechen.
Viele Gefühle überkamen sie, als sie darüber nachdachte, aber Angst war nicht dabei... .
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Die Augen öffneten sich, dann sah sie zur Seite, aber nein, es war ein Traum.
Sie dachte er stand an ihrem Bett und streichelte sanft über ihre Wange.
Die Augen schlossen sich wieder und Rowan versuchte sich zu erinnern, wie sich sein Kuss angefühlt hat. Warm und weich.
Er rückte immer weiter weg. Sie konnte ihn schon nicht mehr greifen.
Wo war er bloß? Warum blieb er so lange weg? War ihm etwas passiert?

Die Augen öffneten sich wieder, sahen dann jedoch gedankenverloren an die Decke. Ihre Welt war aus den Fugen geraten.
Ihr Herr nicht mehr da, einfach fort. Als sie ihn fragte ´Warum?`, meinte er einfach er müßte. Das war doch keine Antwort. Er ging einfach und überliess sie, also seine Getreuen, seinem Bruder. Einem doppelt so alten Mann wie Rowan, mit Glatze, der gern kokelte, sich Sklavinnen hielt und gern alles besser wußte.
Momentan fühlte sie sich in seiner Gegenwart wie ein kleines dummes Mädchen. Rowan legte sich beide Hände aufs Gesicht und atmete tief ein, die Tränen runterschluckend. Sie drehte sich dann auf die Seite, sich in ihre Decke einkuschelnd. Ihr fehlte der Antrieb. Wenn sie jetzt aufsteht, dann würde entweder die Arbeit rufen oder ´er`.
Ja, er gab sich große Mühe und er war nicht uninteressant und auch nicht häßlich, sehr aufmerksam und sogar liebevoll, aber es fühlte sich falsch an. Schließlich war er nun der Burgherr und sie haben schon Pfade betreten, die sich eigentlich nicht ziemten.

Außerdem war da immernoch Samira, seine Sklavin. Rowan könnte nie, wenn ein Mann noch... und überhaupt.

Aryn, wo bist du?
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Man tat ihr der Kopf weh. Rowan legte sich gleich wieder hin. Da durchfuhr sie wieder ein Schmerz. Nein, auf dem Rücken geht auch nicht. Also auf der Seite. Geht die Seite? Ja, das geht. Sie seufzt und stöhnt dann. "Ich sollte die Finger von diesem Wein lassen.", nuschelte sie vor sich hin. Ihre Lippe fühlte sich taub an. Ihre Finger befühlten vorsichtig die Blutkruste. Sie schloss die Augen. Was für ein beschissener Tag gestern.

Rowan war schon seit einer Weile antriebslos, aber gestern fand es seinen Höhepunkt. Sie kam gerade aus den Katakomben als der Burgherr Amary selber eingelassen hat. Rowan hat das klingeln nicht vernommen und ehrlich gesagt, war es ihr auch egal. Der Burgherr kochte vor Wut, auch weil sie wieder ihrem Mund nicht halten konnte. Sie führte den Gast nach oben und wurde dann von Tivadar rauskomplementiert. Sie ging. Sie wollte nichts hören und nichts sehen. Sie hatte sich in den Folterkeller verkrochen. Dort war es kühl, feucht und modrig. Genauso, wie Rowan sich grad fühlte. Ab und an hörte man das Stöhnen des sterbenden Blamonts. Aber das kratzte sie nicht. Sie flüchtete in ihre Welt.
Mit Hilfe von zwei Flaschen billigen Weines. Er schmeckte zum kotzen, aber der Frust trieb es rein.
Dort saß sie in der Ecke, die Knie angezogen, der Kopf lag darauf. Ihre Hände umklammerten die Knöchel. Der Wein wirkte wenigstens. Sie dachte nicht viel. Ihr war nur zum heulen zumute.

Irgendwann hörte sie ein lauten ROWAN!, sie wollte antworten aber die Zunge war so schwer. Es kam nur ein leises Hmm?.
So wütend hat sie ihn noch nie erlebt und sie beide hatten schon viele Gefühlregungen durch. Tivadars Augen funkelten zornig, er schrie sie an, sie hätte alles vermasselt. Sie sei eine Schande für die Burg. Und sowas nennt sich Burgvorsteherin.
Er schrie seinen gesamten Frust raus, sprach von Strafe, von Aufknüpfen.

Ohh, der Wein war böse. Es war ihr irgendwie egal. "Welche Strafe bekomme ich?" Am liebsten hätte Tivadar sie wohl erwürgt. Seine Knöchel traten weiß hervor, als er die Faust ballte. Die Ader auf der Schläfe pulsierte schnell.
Sie mußte sich mit dem Rücken zu ihm drehen. So kniete sie vor ihm, der Kopf hing zwischen den Schultern. Er zerrte seinen Gürtel aus der Hose und verpasste ihr zwei derbe Streiche auf den Rücken und eine an der Hüfte. Nur einmal hörte man ein "Ahhh!", als sie sich beim ersten Streich den Kopf an der Wand stieß. Die anderen Male biß sie sich auf die Unterlippe, bis das Blut kam.
Sie war plötzlich wieder 13 und hinter ihr stand nicht Tivadar, sondern ihr Vater. Ihm gönnte sie damals auch nicht die Genugtuung sie schreien zu hören. Und Tivadar erst recht nicht. Er hat sie erniedrigt und geschlagen.

Mit jedem Schlag schrie er sie weiter an. Nachdem Dritten schrie sie zurück. Er sei nur ein Arschloch, welches, wenn sie nicht wäre, eh keinen hätte. Und er könne gerne mit seinen Sklaven hier regieren. Drecksack. Alles sprudelte hervor.
Wie lange Khazkal daneben stand wußte sie nicht. Als sie die Worte vernahm, sie sei unfähig und könne ja gehen, riss sie ihren Ring vom Finger und schmiss ihn auf den Boden. Sie drängelte sich an ihm vorbei, warf Khazkal einen Blick zu und verschwand nach oben.

Im Waschraum, kniete sie sich vor das Becken, nahm etwas Wasser in die Hand und führte diese zum Mund. Die Arme legten sich wie von allein auf den Stein und der Kopf folgte.
Sie könnte kotzen, heulen, lachen und schreien. Ah und schlafen... .
Tivadar betrat dann den Waschraum und stand hinter ihr. Ruhig sprach er auf sie ein, sie solle sich frisch machen und dann zu ihm rauf kommen.

Stöhnend erhob sie sich. Der Rücken brannte. Der Kopf begann zu dröhnen. Ja, wirklich böser Wein. Sie ging in ihre Schneiderstube und wollte sich Sachen suchen, als Khazkal diese betrat. Zum ersten Mal, seitdem er weg war, erklärte er ihr, wieso und weshalb. Sie könne nicht gehen, nicht solange er auch noch da sei.
Rowan seufzte, also wird sie weiterhin mit diesem Choleriker leben müßen, denn die Eisenwart war nunmal ihr Zuhause.
Beide verliessen die Schneiderei. Rowan ging ganz hinauf zu Tivadars Gemach. Sie atmete tief durch und klopfte. Was wird nun kommen?

Sie öffnete die Tür, als sie das "Shakh" vernahm.... .
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

... langsam zog sie die Tür auf und erblickte Tivadar sorfort. Er stand geradezu an einem kleinen Tisch, ein Glas Wein in der Hand. Sie machte einen Schritt ins Zimmer und blieb dann stehen, die Tür hinter sich zu ziehend. Sie blickte sich kurz um. Sie war das erste Mal im Gemach des Burgherrn. Rowan blieb an der Tür stehen. Es ziemte sich nicht, noch weiter einzutreten.

Sie begannen sofort eine Diskussion. Er wurde wieder wütend und Rowan antwortete in ihrer Art.
Das führte zu nichts.
Nach einigem hin und her, befolgte sie den Befehl ihren Ring in der Folterkammer zu suchen.

Also ging sie die vielen Treppen hinunter, an der Bibliothek vorbei, blickte kurz zu Blamont (er stöhnte, also war noch am Leben) und betrat dann die Folterkammer. Auf Knien rutschte sie dadurch und suchte jeden Winkel ab. Natürlich, wieder in der hintersten Ecke.

Sie verstand ihn ja. Es gab kein gutes Bild ab, wenn sie ihm ständig widersprach. Das hätte sie bei Khazkal kaum gewagt. Aber Tivadar war anders. Und ganz ehrlich, sie hatten einen verdammt schlechten Start.
Gut, sie sind sich doch schon sehr nahe gekommen. Aber nun schien wieder Eiszeit zu herrschen.
Auch als sie ihm ihr Verhalten erklärte, schien es ihr, als verstehe er den Sinn dahinter nicht. Sie konnte sich auch täuschen.
Rowan seufzte. Noch immer auf dem Boden gab sie ein recht jämmerliches Bild ab. Die Schultern hingen herab, die Kopf fiel nach vorn, die Haare verdeckten ihr Gesicht.
Sie steckte sich den Ring wieder auf. Sie trug ihn immer mit stolz und wollte mit ihm beerdigt werden. Nun gab es einen Menschen, der sie soweit getrieben hat, dass die ihn freiwillig abnahm.
Sie atmete die modrige Luft tief ein. Sie war hier zu Hause und wenn sie nicht in den Kerkern landen wollte, wegen permanenter Befehlsverweigerung, mußte sie ihm wohl beistehen. Sie erhob sich und ging wieder nach oben.

Nachdem Rowan erneut sein Gemach betrat, zeigte sie ihre Hand mit dem Ring vor. Er nickte zufrieden.
Viel mußte sich Rowan noch anhören. Sie ließ alles über sich ergehen. Widersprach nicht. Den Blick gen Boden gesenkt. Oft mußte sie ihre Tränen hinunter schlucken.
Er hatte es geschafft, sie fühlte sich naiv und dumm. Wie damals, wenn
ihr Vater ihr etwas vorpredigte. Ihr Stolz war verletzt und durch seine Handlung in den Katakomben war sie gekränkt, aber er war der Burgherr... .


"Der Wille des Burgherrn leitet mich.
Dem Willen des Burgherrn bin ich ausschließlich verpflichtet.
Demut soll mich leiten, sodass ich jedem im Range über mir Gehorsam
ehre.
Die Mauern der Burg will ich stets so schützen , wie sie mich auch
schützen.
Ewige Treue dem Burgherrn und der Legion bis in den Tod."


Auf Khazkal gesprochen, der fort war.
Gültig für Tivadar, dem neuen Burgherrn.

Sie mußte den Eid vorsprechen. Er nahm ihn auseinander und zeigte ihr auf, wie sinnlos sowas eigentlich sei.
An diesen Abend, zerstörte Tivadar Rowans Lebenssinn.

Es ist nun an ihm diesen wieder aufzubauen... .
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