Ein boeses Erwachen

Demoar Llastobhar

Beitrag von Demoar Llastobhar »

Vor Demoar öffnete sich alsdenn das blaue Portal, beinahe denen gleich, die er sonst nutzte, um über Gerimor zu reisen. Und doch - dem aufmerksamen Beobachter erschließt sich, dass dieses Tor leicht in den Raum hineingezerrt wirkt und just, als er hindurchtreten will, scheint das Tor ihn förmlich aufzusaugen.

Die Magischen Reisen über fernere Distanzen sind etwas kräftezehrender als er gerne zugibt, aber diese Reise nach Tiaresh, hin zu seiner liebgewonnenen Una, war mehr als notwendig. Nachdem sie sich also zuerst für einige Stunden in Schwämereien über alte Zeiten, Anekdoten über ihre kleinen Sprösslinge und anderen Geschichten verfangen hatten, konnte Demoar schließlich mit der Aufgabe beginnen, deretwegen er ürsprünglich die Reise angetreten hatte.
Und wieder - Unas Bibliothek enttäuschte ihn nicht.
Sie sprach davon, dieses Buch dereinst während eines Besuches der Academia Leviathan als wertvolles Geschenk in Form einer Abschrift übereignet bekommen zu haben. Und nun musste Demoar, wie damals schon, als er sich ein Buch aus dieser ihrer Bibliothek auslieh, tausend Eide schwören, aufdass das Buch unbeschadet zurück käme...

Nun aber war nur wichtig, dass er das Buch wohlverwahrt in seiner Tasche wusste und am Abend endlich würde studieren können. Hoffentlich würde dies ihm und Janus bei ihren Versuchen weiterhelfen können..
Zuletzt geändert von Demoar Llastobhar am Samstag 4. April 2009, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.
Alexandre von Galbadan

Beitrag von Alexandre von Galbadan »

Nervös las er sich die Berichte der Vergangenen Zeiten durch und die niedergeschriebenen Zeilen der Personen die jenes mitgemacht hatten. Horden waren erschienen nachdem das Schwert gefunden ward und Horden waren es welche die Stadt zu lande angriffen wärend der Drache tödliches Feuer vom Himmel regnen lies. Konnte es wieder so werden.. würde er sich wieder seiner alten Verbündeten bedienen um die Stadt nieder zu machen?

Unsicher blickte er auf die niedergelegten Zeilen bevor er den Befehl an die Allianzer gab sich umgehend zu versammeln. Er muste nachsehen und sicher gehen das nichts geschehen würde den sicherheit war das wichtigste momentan. Der Drache alleine war schon eine Katastrophe doch die Monster dazu wären undenkbar und kaum zu bewältigen. Eilends schikte er Boten aus zur Garde und zu dem Volk der Zwerge den es galt dringlichst eine Truppe zusammenzustellen um den Berg auszukundschaften.

Sorgenvoll wartete der Ritter vor den Toren der Allianz und nach und nach versammelten sich die Mannen der Allianz. Auch seine Eminenz Hemmel erschien um den Tapferen beizustehen so dies nötig werden würde. Alsbald brach man auf und traf das stolze Volk der Zwerge vor den Toren der Stadt. Jene Mannen der Bergwächter die dem Ruf gefolgt waren und helfen wollten nach einer Kurzen verhandlung. Wie immer waren die Zwergensöhne recht eigen doch war das zu erwarten gewesen. Immerhin kam es vermehrt zwischen Zwergen und Menekaner zu Konflikten da war ihre Schrulligkeit nur verständlich und das Misstrauen gegen alle Langbeiner ebenso. Schnell Sprach man sich ab und näherte sich dem Berg vorsichtig... nicht zu schnell. Konnte es sein das der Drache seine Sklaven wieder benutzte? Oder das jene die Chance nutzten die die Unruhen mit sich brachten. Unsicher betratten die Mannen den Berg gesegnet von der Gnade eines Lichten Gottes und spähten ins Dunkel.. War da ein Blitzen? oder nicht... da war... Schnaufend Sprang der Ritter zurück als die Horden heranbrausten die im Berg lagerten. Unmengen von Schlangenwachen und Schergen hatte ihnen aufgelauert und immer mehr drangen nach. Zwischen den sich windenden Leibern bewegten sich Trolle und Orks mit gierigen Blicken. Stachen und prügelten auf alles ein was sich zeigte wie wild und von Sinnen. Alles Rangen und Kämpfen brachte nicht. Starben zwei kamen 3 in die Lücke die sich auftat die Masse war einfach erdrückend.

Unter fluchen und schnaufen gelang es ihnen sich zurückzuziehen. Durch Blut und Leiber musten sie sich kämpfen welche den Boden weithin bedeckten und immer noch war kein Ende in Sicht. Sie musten fliehen und endkommen und er muste umbedingt der Gräfin Bericht erstatten.
Mit dem Versprechen der Zwerge den Berg zu halten Machte sich der angeschlagene Rittern nach Erfolgreichem Rückzug, auf gen Varuna um zu Berichten was sich erneut im Berg zutrug. Nun War eile Geboten und Temoras Gnade muste ihnen Bei stehen wenn sie die Gefahr durch den Drachen und seine Schergen erneut niederringen wollten.

Föllig abgekämpft kam Alexandre im Schloss an und traf die Gräfin nebst der Ritter im Raum der Greifen. Schnaufend neigte er sein Haupt gen der Gräfin und nickte seinen Brüdern zu bevor er der Gräfin bericht erstattete. Die Befürchtungen schienen zuzutreffen genauerres was Stärke und Menge des Feindes anging konnte nichts ermessen werden doch berichtete er so gut er konnte was er vorgefunden hat. Die folgenden Befehle waren klar und sollten alsbald umgesetzt werden. Auch der Oberst wurde herbeigehohlt um zu helfen dem sich auftuhenden Chaos Herr zu werden. Keinesfalls durfte es wie beim letzten male geschehen das sich die Stadt gegen Feinde zu Boden und in der Luft stellen muste dafür waren sie einfach nicht gerüstet dann hies es unweigerlich Varuna aufgeben und der Vernichtung preisgeben. Sir Larius und Sir Zeron würden mit der Allianz in kürze versuchen unterstützt von der Garde die Tore des Berges zu verschliessen. Vieleicht gelang es ja das man die Wesen im Berg einschloss so das ein Angriff von dort durch des Drachen Schergen verhindert wurde. Ob dies gelingen würde oder nicht musste die Zukunft offenbaren. Er Selber sollte an Sir Tehlors Seite verweilen und über ihn wachen nachdem der Drache angekündigt hatte ihn den Schwertschwinger von Reensdrof zu Töten. Am ende dachte Alexandre nur noch an eines... Möge Temora ihnen Beistehen.
Zuletzt geändert von Alexandre von Galbadan am Samstag 4. April 2009, 19:10, insgesamt 3-mal geändert.
Kanubio Bunjam

Beitrag von Kanubio Bunjam »

Regungslos war Kanubio ihm, den sie den Roten nannten, gegenüber gestanden, ganz anders als damals, als der Drache das erste Mal Varuna bedrohte. Bilder aus dieser Zeit steigen in ihm hoch und schnürten ihm die Kehle zu.
Damals … jung, unerfahren und leichtsinnig war er auf das Untier eingestürmt und hart am Pflaster Varunas aufgeschlagen, als es ihn wie eine lästige Fliege zur Seite wischte. Diesmal verhielt er sich abwartend, obwohl seine Ausrüstung tausendfach besser war als jene, die bei ihrer ersten Begegnung seinen Körper schützte.

Stets war er überzeugt gewesen, dass Kryndlagor eines Tages wiederkehren würde. Außer Nevyn hatte keiner seine Meinung geteilt, ja viele hielten die Geschehnisse von damals für ein Gerücht. Wie so oft hatte man den Worten eines einfältigen jungen Burschen, der noch dazu so verrückt war, bei den Thyren zu leben, kein Gehör geschenkt. Kanubio war sich sicher, dass man in Varuna und Adoran verzweifelt nach einer Lösung suchte. Seine zuerst noch lückenhaften Erinnerungen an damals formierten sich beim Anblick Kryndlagors und dem Platz vor dem Südtor Varunas wieder zu einem einheitlichen Ganzen an das, was damals in Varuna und danach geschah, als der Drache über die Mauer gen Rahal entschwebte.

Kalt glitt Kanubios Blick über die Steine des Südtores und dem Platz davor, nachdem Kryndlagor seine hasserfüllten Drohungen ausgestoßen und sich durch die Lüfte entfernt hatte. Wäre es unrecht, wenn er schwiege und all sein Wissen für sich behielt?

„Von mir aus soll er Varuna einäschern“, hallten die Worte Trystjarns in seinen Ohren wieder, die er sprach, als Kanubio ihn von der neuerlich drohenden Gefahr berichtet hatte.
Der Drache interessierte jene in Wulfgard genauso weinig wie die Varuneser das Wissen der Thyren.
„Du bist ein Thyre“, hatte Sarolf letztens völlig überzeugt zu Kanubio gesagt.
Aye, und so fühlte er auch.

Mit einem letzten verbissenen Blick gegen das verlassene Varuna zog Kanubio die Felle ob der immer noch recht frischen Frühlingsnacht fester um seine Schultern und lenkte seine Schritte zielstrebig gegen den Wald, der Varuna umfing und in dem ihm jeder Baum und Strauch bestens vertraut war. Wie ein Schatten verschmolz er mit ihm und durchstreifte ihn ruhelos, kaum ein Auge zum erquickenden Schlaf schließend. Mit all seinem Wissen, auf das keiner Wert legte, würde er mit gutem Gewissen die Rückkehr Kryndlagors erwarten.
Demoar Llastobhar

Beitrag von Demoar Llastobhar »

So setzte er sich also in einer der wenigen Ruhigen Minuten, die ihm dieser Tage blieben, das erste Mal, um, nachdem er die Korrespondenz mit der königlichen Bibliothek zu Alumenas durchgearbeitet hatte, das Buch, das Una ihm leihweise überlassen hatte, zu studieren.

In dem etwas unbequemen, abgenutzten Sessel, den er schon immer hatte neu beziehen lassen wollen, sitzend, griff er nun also nach dem Buch auf dem kleinen Schemel und schlug es auf. Offenkundig war, dass die Arme Seele, die hier zum Abschreiben beauftragt worden war, ihre liebe Mühe mit der Entzifferung des Originaltextes hatte:
"Das Schwert und der Dunkeldrachen - wo Mythos und Wahrheit einen fließenden Übergang finden"

Des Drachen wahrer Name
Ansonsten eher aus dem Gebiet der Daimonologica bekannt ist es unbestritten Tatsache, daß Drachen neben einem Rufnamen, unter dem sie zuweilen bekannt werden mögen, einen 'wahren Namen' besitzen. Dieser ist in der den Drachen eigenen Sprache den Menschen meist viel zu komplex, um sinnvoll gebraucht werden zu können - wenn man ihn denn überhaupt aussprechen kann.
Es gehen Sagen, daß die Drachen mit Nennung ihres wahren Namens Zutritt zur Feenwelt gewährt bekommen, wie auch die Elfen, die...
... (wirres Gefasel) ...
Als gesichert darf allerdings gelten, daß dieser wahre Name Teil des eigenen Klanges jeden Drachens in Eluives Harmonie ist - und somit über die Magie ermöglicht, einen Drachen damit "zu rufen". Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß unter Zuhilfenahme formender Magie sehr leicht die Aufmerksamkeit des Drachen auf den Zaubernden gelenkt werden kann, egal wie weit er entfernt wäre.
Es gehen wiederum Geschichten, daß diese Rufe jegliche Hindernisse - selbst die des Todes - überbrücken und man sich mit den Geistern der Drachen noch selbst nach ihrem Ableben unterhalten könne.
Über dem folgenden Text findet sich nachfolgender Kommentar:
Anmerkung: Aufgrund der Tatsache, dass die Zwerge Nilzadans über lange Zeit hinweg ihren heiligen Berg niemals verließén, kann der Hinweis auf die Zwerge in diesem Text defacto nicht stimmen. Womöglich liegt hier ein Übersetzungsfehler vor oder der Fehler schlich sich schon an früherer Stelle ein.
Der Mythos von Drache und Schwert
Es gibt viele Geschichten von heldenhaften Kämpfen gegen Drachen, doch eine der neuesten und beeindruckendsten dürfte jene vom Tod Kryndlagors sein. Elfen wie Zwerge wissen von einer Zeit zu berichten, in der ein monströs mächtiger roter Drache ihre Völker tyrannisierte, und es hält sich der Glaube, des Drachen Geist sei durch Alatar vergiftet oder gar gelenkt worden.
Fallen die Recherchen doch nicht leicht, so war dennoch herauszufinden, daß beide Völker für sich zunächst den Drachen bekämpften und ein Kampf gegen die Elfen ihn für längere Zeit vertrieb. Als Kryndlagor jedoch zurückkehrte, drang er in die Stollen Nilzadans ein und wurde auch dort zum Kampf gestellt. Überraschenderweise fanden sich zu diesem Gefecht innerhalb des Berges erneut die Elfen ein, und mit gemeinsamer Kraft gelang es, ihn zu töten. In ihrer Gründlichkeit sollen die Zwerge den Drachen in dutzende Stücke zerlegt haben, doch ist nichts von trophäenartigen Überresten oder dergleichen näher bekannt, obwohl die Prophezeiung über "Vier und Eins" viel Grund zu Spekulationen gibt.
An sich sollte der Verlauf der Geschichte nicht spektakulärer sein als sonstige Drachengeschichten, wäre der Erzfeind in beiden Kämpfen nicht jener Gelmir Ancalime gewesen, welcher Jahre später im Kampf Temoras gegen Alatar zu unsterblichem Ruhm gelangen sollte.
Es findet unser unsägliches Bedauern, daß Elfen und Zwerge sich zum Zeitpunkt unserer Nachforschungen sehr bedeckt hielten, was Details zu diesen Geschehnissen angeht. Es hieß, die von Gelmir geopferte Waffe sei die Gleiche aus den Drachenkämpfen gewesen, es hieß genauso, das Schwert sei im Kampf in Nilzadan vom Drachen in tausend Stücke zersplittert worden. Mal wird Gelmir zugesprochen, Kryndlagor den finalen Streich versetzt zu haben, andere erzählen, der Drache hätte sich bei Gelmirs Auftauchen gezielt auf ihn gestürzt und ihm fast das Leben gekostet.
Ebenso wurden Gerüchte laut, Kryndlagor habe zu Beginn eine Elfe getötet, an der Gelmirs Herz hing und... (es folgen noch ein paar viel abstrusere Details) ...
Nachdem er das Buch auf der gerade studierten Seite geöffnet, zur Seite legte, blickte er eine Weile vor sich auf die kahlgraue Wand. Er musste eilends mit Janus Kontakt aufnehmen. Eine Menge Informationen waren offenbart worden, die so niemals vermittelt worden waren. Womöglich ließen sich hieraus doch noch Vorteile ziehen...
Kryndlagor

Beitrag von Kryndlagor »

Luftaufklärung

Egal, ob der Himmel wolkenbedeckt war oder nicht, seit ein paar Tagen spielte sich jedes Mal das Gleiche ab: der Wyrm verließ irgendwann seinen Hort, um hoch in den Lüften über Gerimor Kurs auf Varuna zu nehmen. Von den Wäldern westlich der Stadt bis zum Gebirgsrücken östlich der Allianzfeste, der Gebirgspaß in der Mitte und fast bis zum Kloster hin, über die Wälder hinter den südlichen Bauernhöfen der Stadt dann wieder zurück nach Rahal...

Über diesem Gebiet zog er mehrfach seine Kreise und beobachtete, was sich unter ihm erstreckte. Am ersten Tag war gerade die Stadt Mittelpunkt seines Interesses, doch blieb er wohlweislich außer der Reichweite von Bögen oder anderen Geschossen.
Man konnte ihn erkennen, und wenn es nur ein nicht mal handtellergroßer roter Fleck am Himmel war. Rötlicher Dunst schien ihm manches Mal wie ein Schleier hinterherzusegeln, und als Wolken den Himmel bedeckten, sah man nur, wie diese sich färbten: ein zerfaserter roter Punkt, der mit rascher Geschwindigkeit wanderte.

Unter den Regimentssoldaten, die noch in Varuna stationiert waren, brodelte es teils: "Ich sags dir, wir stehen hier doch auf verlorenem Posten und werden draufgehen, wie in den ganzen letzten Jahren die Kameraden am Friedhof draußen! Die Herrschaften wollen sich nur nicht die Blöße geben, daß Rahal die Stadt bei einem Sonntagsspaziergang nehmen kann - stattdessen sollen wir hier vom Drachen gefressen werden!"
Leah Katuri

Beitrag von Leah Katuri »

„Denkt darüber nach....Drei der roten Brut vor Varunas Toren...Vielleicht mag das lichte Nest nicht ganz so hell sein wie ihr selbst glaubt.“

Unruhig wälzte sie sich hin und her, verzog dabei die Miene immer wieder angestrengt, als sie sich nach Momenten auf die Seite drehte und die Augen sich halb öffneten. Einen Moment brauchte es, bis die Realisierung und Orientierung wieder vorhanden war und sie sich Bewusst wurde, wo sie war.
Sie hatte die Nacht nicht wie eigentlich üblich im Kloster verbracht, sondern war nach dem Ganzen direkt nach Berchgard geritten und in der Feste der Familie Llasthobar geblieben. Leise entließ sie die Luft aus den Lungen, nur um im nächsten Moment zusammenzuzucken und einen Laut zu unterdrücken. Der Blick ging leicht zur Seite, ließ das Augenpaar über den Stoff des Hemdes wandern.
Noch immer hatte sie das zerschnittene und mittlerweile dunkel verfärbte Hemd an, welches sie am Abend zuvor unter den Kettenteilen getragen hatte. Ein leichtes Raunen entglitt ihr, als sie sich etwas aufsetzte und umsah.

Es war früher Vormittag, schätzte sei ein. Die Sonne fiel bereits durch die einzelnen kleinen Fensterluken und sorgten für ein leichtes Licht in dem Lazarett, während draussen das Wiehern der Pferde im Stall und einzelnes Zwitschern von Vögeln zu vernehmen war. Rasch erfasste der Blick die Größe des Raumes, das eigene Bett, als sich das Ziehen in der Schulter wieder bemerkbar machte.
Ich hoffe, er hat wenigstens da zugestochen, wo die eine Narbe schon war...fast trocken huschte der Gedanke durch den Schopf, als sie den Abend noch einmal in Erinnerung rief.

Sie war wieder einmal die Stadtmauern abgeritten, hatte Teron jedoch dann beim Stallmeister vor dem Friedhof abgegeben. Zu unruhig war der Braune einfach in letzter Zeit und ließ sich immer weniger ordentlich reiten. Sie würde sicher noch irgendwann mit dem Hengst ihre Mühe haben, würde sich das nicht legen. Der Weg hatte sie zu den Westtoren der Stadt geführt und hinter das Haus des Holzfällers, als sie bereits die Geräusche der Untoten hörte und die Klinge zog. Die Katakomben waren unweit und sie wusste, dass sich manch Untotes auch gerne an der Erdoberfläche tummelte. Die ersten Kreaturen waren niedergestreckt, als ein weiteres Geräusch von Klingen sie ablenkte. Ein weiterer Kämpfer oder eine Kämpferin, die wohl ihre Not mit den Dingern hatte. Recht rasch suchte sie die Geräusche auszumachen und die Kadaver der Untoten auf sich aufmerksam zu machen.
Und dann die Erkenntnis....ein Lethar, eine Blauzunge, die sich ihren Weg dort bahnte und sie Momente später in den Blick bekam. Sie hatte die Rüstung Thancreds an jenem Tag angelegt, sodass kein äußeres Zeichen verriet...und doch wehrte sie sich gegen den ersten Impuls, sich umzudrehen und wieder zu gehen. Sie kannte fiesen Tricks dieser Irren zu gut und der Abend in diesen Höhlen....schnell hatte sie den Gedanken verworfen und konzentrierte sich auf die zischenden Worte der Blauzunge: „Was sucht die Kreatur hier?“ Übermut, Arroganz, Selbstsicherheit...all das und mehr schien nur aus den wenigen Worten zu strotzen. „Mich...vorbereiten...fr den Ernstfall...“ Distanziert, fast abwartend hatte sie geantwortet. Nur zu gut ließ sie sich zu oft provozieren und dadurch Fehler machen. Und dann...folgte bald ein Wort auf dem anderen, die Fronten waren geklärt und schon bald preschte sie auf den Lethar, um anzugreifen. Wenige Hiebe folgten aufeinander, als der Lethar sich duckte und die erste Finte versuchte....ein Tritt, um sie zu behindern und aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das Scheppern auf die Plattenbeine hallte durch die Luft, als sie mit einem inneren Fluchen regierte und den Lethar endgültig von den Beinen holte. Diesmal nicht...Blauzunge! huschte es noch durch ihren Schopf, als sie zustoßen wollte. Er parierte....und so ging das Klirren des Treffens von Metall aufeinander in die nächste Runde. Bis....der nächste Trick des Letharen funktionierte und der Dreck ihr die Sicht nahm, der hochgewirbelt wurde. Nur noch Parieren und Reagieren, bis sie sich wieder orientieren konnte. Die Geräusche sich nähernder Untoter beruhigten sie nicht ungemein, als sie mit einem Verriss auf einmal das Stechen in der Schulter spürte, der Arm ruckhaft bewegt wurde und so die Klinge des Letharen sich in der Rüstung verhakte.
Ein Brennen mischte sich zu dem Stechen und schon bald wurde die Konzentration gemindert...Müdigkeit durchschlug den Körper und die furchtbare Ahnung bekräftigte sich langsam: Gift!

Wie lange sie noch vor der Dolchklinge zurückgezuckt war, wusste sie nicht mehr. Es reichte, ein Gift im Blute zu haben und mit jenem zurecht zu kommen, während der Körper eigentlich nur ausruhen wollte. Dunkel tauchte zwischen dem Wirrwarr an Bildern ein weiterer Hieb auf den Letharen auf und verschwand wieder, als das Gefühl auftauchte, wie jener die Klinge wieder aus ihrer Schulter gezogen hatte, als sie sich auf allen Vieren wiederfand. Irgendjemand hatte sich in der Zeit angeschlichen und kam zur Hilfe, sodass sie sich zurückziehen konnte. Die letzten Worte des Letharen hatten sie mehr als beunruhigt: „Denkt darüber nach....Drei der roten Brut vor Varunas Toren...Vielleicht mag das lichte Nest nicht ganz so hell sein wie ihr selbst glaubt.“
Die Andeutungen und Angriffe...sie sahen Varuna nicht als das an, was es war: Eine Stadt unter dem Schutz der Mutter und Temoras. Die Grenzen des Reiches begannen zu verwischen, wie auch die weitere Erinnerung an den Rest des Abends.

Dunkel wusste sie noch um den Wind, der ihr um das Gesicht peitschte, als sie auf Teron saß, das Geräusch der Hufe auf dem Untergrund und das Rufen von Stimmen, als sie durch das Stadttor Berchgards preschte. Dann weitere Stimmen, ihre eigene, die von der Begegnung berichtete. Und dann zwischendurch wieder nur Dunkelheit, bis wage das Gesicht von Zoe auftauchte.

Ein helles Wiehern und das Geräusch des Tores ließ sie abgelenkt zu einem der Fenster blicken. Die Llasthobars waren anscheinend schon seit dem Morgengrauen unterwegs. Ein leises Seufzen verließ die Lippen, während sie durchging, wieviel Arbeit sie den Leuten damit wohl gemacht hatte. Der Hinterkopf dotzte leicht an die kühle Wand, als sie die Augen schloss und sich auf die Geräusche konzentrierte. Doch der Satz des Letharen ließ sie nicht los....Sie hoffte, dass es eine Lüge, eine Prahlerei war und nicht die Drohung, die sie mit dem ersten Hören vernommen hatte.

„Die Kreaturen verlassen die Stadt wie die Ratten das sinkende Schiff...denkt darüber nach, Drei der roten Brut vor Varunas Toren.“
Kryndlagor

Beitrag von Kryndlagor »

Stinkwütend!

Glaubte jemand, er habe zu parieren und schon zu reagieren, wenn die Ameisen Rahals sich anders als sonst bewegten? Glaubte irgendwer, er könne hellsehen, was in diesen kurzlebigen Köpfen vorging?
Glaubten sie, ihn nicht zu brauchen und einfach losmarschieren zu können?! HA! Die Rechnung dafür hatten sie gestern erhalten.

Das Gleiche war passiert, wie als er vor Varuna aufgetaucht war: wie ein Bienenschwarm hatten sie sich zusammengerottet, darunter Ritter, Erzmagiere, hohe Götterdiener... widerlich. Und die Sphärentore hatten sie genutzt, um vor Rahal plötzlich aufzutauchen.
Kurz hatte er überlegt, sich in die Horde reinzustürzen, doch als er sah, wie die Gittertore der Pantherstadt sich senkten, verbot er es sich selbst. Nein, er würde nicht nochmal statt ihrer kämpfen! Und Rahal nicht so einfach fallen.
Stattdessen hatte man also gemeint, nun sei der Zeitpunkt, zu handeln? Gut, erfüllte er seinen Teil... zu spät, ohne Sinn, ohne Überraschungsmoment. Doch wenn man meinte, er stehe in der Pflicht, vielleicht noch selber fünf Mal zu fragen, wann das Heer aufzubrechen gedenke?

Er spie seine Wut zwischen die Felsen und setzte alles in Brand, was brennbar war. Eine zerfallene Holzplattform oben auf dem Berggrat gleich mit. Offenbar wusste jemand die taktische Position zu erkennen... er auch. Jeder wusste das.
Mit Rasakar hatte er besprochen, daß der Wyrm persönlich den mittleren Pass sperren würde und für einen Unruheherd in Berchgard sorgen sollte, um die Nachschubwege zu sperren und die Kräfte der Lichtdiener zu spalten - und nun?!
Sein Feuer war heiß und würde ob seine Hasses zäh und lange brennen, mehrere Tage würde der Pass nicht zu gebrauchen, das Flammeninferno nicht lebend zu durchqueren sein.

Als er in der Nacht schließlich von dort nochmal seine Kreise zog, brüllte er erneut wütend, als er Varuna nun offenbar gänzlich leer sah, doch vor oder gar innerhalb der Mauern noch immer kein schwarz und rot. Und noch etwas war falsch: Berchgard lag friedlich da.
Wo waren seine Diener aus dem Berg? Am Nordpass erst, den seine Kreaturen hielten, bekam er die Antworten, die er verlangte. Die Kurzbeinigen... er grollte und seine Pupillen wurden schmal. Stein und Eisen versperrten den Ausgang, seine Kreaturen kamen nicht durch.

Aus sicherer Entfernung betrachtete er danach den versperrten Ausgang. Dunkel war es dahinter, wenig zu sehen. Sollte er einfach rein und die lumpigen Steine und metallenen Tore zerreißen? Nein. Zu eng. Zu gefährlich, eingekeilt zu werden.
>>Dabei werdet ihr mir helfen, nutzlose unfähige Sterblinge!<< fauchte er zu sich und begab sich wieder auf den Weg nach Rahal.

Und für diese frechen Magiere, die glaubten, Heere durch die Risse in den Sphären führen zu können, wie sie wollten, würde er sich auch noch was einfallen lassen...
Isumar F. Widegrein

Beitrag von Isumar F. Widegrein »

Seit Wochen war der alte Bibliothekar mit nichts anderem beschäftigt, als entweder vor dem Haus zu stehen und Löcher in die Luft zu starren, um einen Blick auf den Roten erhaschen zu können, oder im Keller auf der Suche nach einigen alten Schriftrollen.
Immer öfter und zuweilen auch deutlich energischer klang seiner Gemahlin Stimme, wenn sie ihn zum Essen rufen musste, weil er einfach die Zeit vergaß.

Und plötzlich war er da, mitten in der Nacht!
Der Alte wusste es, als er glaubte, im Traum kräftigen Flügelschlag zu vernehmen und gänzlich wach wurde, durch ein Geräusch, welches sich anhörte, als würde jemand einen Kamin anfeuern, allerdings einen von unnatürlicher Größe. Die Bäume, die den Pass säumten boten ein loderndes Schauspiel, als der Alte vor die Tür trat, schlicht den Morgenmantel übergeworfen, gefolgt von seiner Gemahlin, die versuchte mit ihm Schritt zu halten.
Die Bäume, die noch kein Feuer gefangen hatten durch den Drachenodem, bogen sich wie im Sturm unter dem Flügelschlag Kryndlagors, der Bergkamm leuchtete tief rot, als würde die Sonne einen nächtlichen Aufgang wagen.
Während die Faszination des Alten seine Angst unterdrückte, lief seine Gattin ins Haus zurück, um Wassereimer bereitzustellen, ein Akt der Sorge, mit dem Wissen, dass hier nichts zu retten wäre, würde Kryndlagors heißer Atem tatsächlich auch die Bibliothek treffen.
Im Geiste notierte Isumar Frodewald Widegrein die Maße des zornigen, aber nicht weniger majestätisch anmutenden Drachens. Flügelspannweite, Kopfdurchmesser, Hals- und Schwanzlänge, Reichweite des Feuerodems…

Er kam zurück! Für einen kurzen Moment sah der Bibliothekar die vor Hass leuchtenden Augen Kryndlagors und wich unwillkürlich zurück. Hatte er den Alten bemerkt?
Wenn ja, schien er nicht von Interesse, denn der Rote drehte abrupt ab und nahm Kurs nach Varuna.
Nun kam Bewegung in den Bibliothekar, er eilte ins Haus und sogleich in den Keller.
Einer sorgfältig verschlossenen Schatulle entnahm er ein verblichenes Pergament, welches von oben bis unten letharische Schriftzeichen aufwies. Lesen konnte er sie nicht, aber um deren angebliche Bedeutung wusste er.
Er spürte den warmen Druck der Hände Isentruds auf seinen Schultern, sah auf und begegnete ihrem besorgten, aber auch wissenden Blick.
Auch wenn die Zeichen auf dem Pergament nur Hirngespinste gewesen sein mochten, entsprungen eines kranken Geistes, der um Aufmerksamkeit zu erregen, die alten Sagen durch angebliche Tatsachen wahrhaftiger scheinen lassen wollte, es galt, genau dies herauszufinden.

In wie vielen Sagen steckt ein Kern Wahrheit?
Steckt der wahre Name Kryndlagors hinter diesen Zeichen?
Was würde geschehen, offenbarte man sie?
Wem konnte man sie preisgeben?

Isentrud schnitt ein blütenweißes Pergament in fünf gleich große Streifen und Isumar kopierte nach Vorlage auf jedes dieser fünf Streifen eine einzige Reihe der Schriftzeichen. Es dauerte den Rest der Nacht, den folgenden Tag und kostete den gesamten Vorrat an Pergament, bis beide darin überein kamen, dass sie haargenau mit den Originalen übereinstimmten.
Jeder einzelne Pergamentstreifen fand dann seinen eigenen Platz in einer ledernen Schutzhülle, die wiederum jeweils an verschiedenen Orten aufbewahrt wurden.

Der einfache Teil des Vorhabens war geschafft.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Nachdenklich stand er vor dem Schrein, das Summen schwoll an die Spannung die in der Luft lag war spürbar.
Magisch wie Kirchlich gesichert war dieser kleine Ort, und das Schwert aus reinem Kristall, gehärtet wie ein Schwert aus festem Diamant lag in der aus Samt ausgeschlagenen Vitrine.
Sollte er es wirklich versuchen? Niemand hatte vermocht das Geheimnis dieses Schwertes zu ergründen. Klerus nicht wie Magier. Aber ein Geheimnis lag sicher darin.
Ob es den Drachen verletzten konnte? In die Flucht schlagen? Was auch immer?
Vielleicht war es ein Versuch wert aber vielleicht auch eher Fluch denn Wunder.
Er streckte die Hand danach aus, zog sie dann jedoch zurück.
Zu sehr erinnerte er sich noch an den Dolch der Akorither, und langsam die Hand schon ausgestreckt zog er diese zurück.
Noch war es nicht die Zeit dieses Schwert aus der Vitrine zu nehmen die Kräfte die darin schlummerten zu wecken aber zur Not würde er es versuchen.
Der Plan für Varuna für den Angriff stand.
Dennoch gab es noch viel vor zubereiten dafür.

Ob die Zwerge noch eingreifen würden wie erhofft?
Dann würde Rahal ihr blaues Wunder erleben dann würden sie verlieren aber gleichzeitig gewinnen.
Die Allianzler mussten noch informiert werden, aber es ging voran.
Man wartete ... und die Zeit arbeitete nicht gerade für sie. Vor allem wenn die Zwerge nicht langsam halfen..
Einen ersten Angriff Rahals hatte man abwenden können ihnen gar selber eine Schlappe zufügen können, aber wäre der Drache mitgekommen oder wie damals das Heer aus Echsen, hätte es anders ausgesehen.
„Kryndlagor, deine Zeit wird kommen, doch so einfach wie du es dir vorstellst wird es nicht.“ Murmelte er leise vor sich hin und ärgerte sich das er nicht wusste wie weit die Priester mit dem heiligem Schwert waren.
Alles hatte ein Ende und irgendwann würde sich dieses auch hier abzeichnen.
„Sei also nicht so ungeduldig.“ Murmelte er und legte sich auf Das Bett im Vorraum in dem die Vitrine stand.
Den Gedanken dieses mal nicht von dem Schwert im Nebenraum abwenden könnend.
Was war sein Geheimnis.
Wenn sei das nur wüssten.
Über jenen Gedanken schlief er schließlich ein.
Kryndlagor

Beitrag von Kryndlagor »

Endlich!

Endlich hatte die Stadt des Meisters sich aufgerafft, zu vollenden, was schon seit Jahrhunderten hätte geschehen müssen: die Vernichtung Varunas. Es ging dabei nicht nur darum, ein paar Häuser kaputt zu machen, nein...
"ZERSTÖRT JEDE HOFFNUNG AUF EINE RÜCKEROBERUNG UND NEUAUFBAU!"

Wieder ärgerte er sich, als er argwöhnte, wie schwer das in die Schädel der Sterblinge reinzukriegen war. War ihnen der Grund für diese Notwendigkeit nicht klar? Scheinbar nicht. Vielleicht war es sogar heikel, es ihnen aufzuzeigen. Sterblinge neigten dazu, nur zu sehen, was ihre Augen erfassten und nur zu begreifen, was sie auch in Händen halten konnten. So viele Priester und Hörende des Liedes, wie sie hatten, war das eigentlich verwunderlich, andererseits auch wieder nicht, betrachtete man die üblichen Lebensspannen.
Doch egal nun. Er blickte von einem Felsvorsprung des Unheilsberges über das Trümmerfeld der Stadt. Die Katapulte hatten eine Nacht und einen Tag gearbeitet, Feuer waren gelegt worden, teils hatte er nachgeholfen, wenn etwas nicht richtig brannte. Diese verflixte Kirche erwies sich als wie erwartet widerspenstig, doch umso gründlicher hatte man sich ihrer Vernichtung gewidmet.

Das magische Portal, das sich im Garten des Schlosses gefunden hatte... ein Rätsel, selbst für ihn. Es war tireller Magie, ohne Zweifel. Und enorm auf die Mächte der reinen Elementarkräfte konzentriert, was vermutlich einen Schutz gegen genau jene hatte bilden sollen, die es nun zu ergründen versuchten: die Erben Korows.
Wie weit er auf diese setzen sollte, wollte er noch nicht abschätzen. Vielleicht würden sie sich als nützlich erweisen. Sollten sie tatsächlich dafür sorgen können, daß ihre Magie den hiesigen Erdboden verdarb und auf lange Zeit vergiftete, umso besser.

Die Schlacht war erfolgreich geschlagen. Mehr hatte er nicht gewollt, auch wenn er in tiefen Zügen genoß, welche Furcht mit seiner Rückkehr in die Herzen der Menschen getrieben wurde. Er würde sie weiter leiden lassen. Doch erstmal nicht weiter auf Kosten seiner geschuppten Diener. Sie hatten ihren Blutzoll wieder in enormer Zahl geleistet - wie schon einmal, und es ärgerte ihn jedes Mal wieder. Er ließ sie wieder zurückkehren in die Tiefen des Berges, das Sterblingsnest Berchgard würde vor weiteren Attacken verschont bleiben.

Auch der Paß, der zu ihrer neuen Siedlung, Adoran, führte war zwar durch einen Steinschlag von ihm versperrt worden, doch die Felsen würden die Menschen wegräumen können. Sollten sie.
Auch der durch Menschen gelegte Brand beim Hort der roten Magiere war bereits erloschen, einige verkohlte Bäume stumme Zeugen. Sollte sich ruhig ein trügerischer Eindruck zurückkehrender Normalität ergeben.

Er würde sein Gefolge unter den Sterblingen ausbauen, weitere Gefolgsleute anheuern lassen. Er hatte noch viele Pläne. Doch das Wichtigste war im Moment, festzustellen ob unter den Trümmern Varunas sich etwas befand, das in ihm eine gewisse Faszination weckte. Närrischer Lethar, der "Schicksalstränen?!" laut auszusprechen gewagt hatte. Und er selber schien ein Narr gewesen, zu meinen, einem Kind des Meisters eher davon erzählen zu können. Wenn die Stätte hier war, barg sie Verlockung, Macht und Gefahr gleichzeitig.

Er blieb noch wenige Tage in der unmittelbaren Nähe Varunas, auch nachdem die Katapultmannschaften abgezogen wurden. Und manchmal erklang gerade nachts ein Getöse und Mauerbersten, als drehe der Wyrm persönlich in der Stadt jeden Stein um...
und das war sogar der Fall.
Zuletzt geändert von Kryndlagor am Donnerstag 21. Mai 2009, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
Thelor von Reensdorf

Beitrag von Thelor von Reensdorf »

Stumm Saß der Ritter auf seinem Ross, vor ihm Lag die Ruine der Stadt Varuna.
Ein leichter kalter Wind, wie der Hauch des Todes wehte über jenen Ort und trieb seine Schulterlangen Lockigen Haare nach hinten.
Einige Tage ist es her, da Erklang an jenem Ort der Klang von Metall, Schmerz, und lag eine Stille des Todes über jenem Ort.
Einige Tage ist es her, da lag der Geruch von Schweiß, Blut, Feuer und Staub über den Ort, heute ist es wieder das Graß der Felder.

Lange verharrte der Ritter so vor jenem Ort für den er einst Gelebt, gelitten Gekämpft hatte und nun Lag jener Ort in Schutt und Asche.
Wer war dafür Verantwortlich?,
Rahal? Vielleicht aber nicht Ausschlaggebend.
Eisenwart? Verräter aber nicht die Treibende Kraft.
Die Schlangenwesen? Nein sie wurden gerufen und Folgten.

Bei alle dem war nur eines die Treibende Kraft, dieses Rote Scheusal, der Drache Kryndlagor.

Er fürchtete sich vor jenem Wesen, denn ein jedes Zusammentreffen weckte schmerzhafte Erinnerungen und den Wunsch zu Ende zu bringen was begonnen wurde, doch auch bei dem Drachen schien seien Person etwas Wachzurufen und vielleicht war die Furcht nicht einseitig.
Doch nun kam nicht mehr jene Furcht auf, er wusste das Untier war noch nicht Weg, der Schlag gegen Varuna konnte nicht alles Gewesen sein und doch stand der Ritter eine Ganze weile vor Varuna wie auf dem Präsentierteller.

Ja es war Hass, Hass auf sich selbst weil er es damals nicht vermochte dies alles abzuwenden als er die Möglichkeit dazu hatte, hass auf den Drachen der dies Leid hervorruft und als er sich zur eintretenden Dämmerung abwand war sein Gesicht verbittert und Sehr leise schenkte er dem Wind die Worte
>> Unser zusammentreffen wird kommen und dann weis ich wie du zu Vernichten bist, dann heist es du oder ich aufs letzte mal.<<

Langsam wand er sein Tier wieder Gen Berchgard , vorbei an dem Ort wo die Schlangenwesen Bekämpft wurden, wo seine Hoheit verletzt wurde und zurück nach Adoran.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Varuna ...
Schutt ... Asche und Erinnerungen.
Rafael schämte sich seiner aufsteigenden Tränen nicht als er von weitem schon den Rauch über der einst schönen Stadt aufsteigen sah.
Warum nur ...
Warum nur hatten sie nicht wie so oft etwas tun können.
Soviel Blut war schon vergossen worden. So viel unnötige Leben vergeudet, und wofür? Dafür das man in der Zeit Adoran hatte aufbauen können.
Rafael wollte seine Wut seinen unbändigen Zorn auf die Götter einfach herausschreien.
Warum spielten sie nur so mit ihnen ohne darauf zu achten was wirklich vor sich ging.
Varuna war zerstört. Einst Perle dieses Landes, war nun Zeugnis ihrer Niederlage.
Es schmerzte ihn tief, und er sank langsam ob dieses Anblickes in die Knie.
Wie oft hatten sie Rahal zurückgeschlagen. Wie oft diesen Ort, den sie Heimat nannten verteidigt.
Es war als risse man ein Stück Geschichte aus seinem Herzen.
Hier hatte er soviel Glück und soviel Leid erfahren, sein Haus am Fuße der Stadt ... unberührt, unbewohnt. Er mied es seit den Angriffen.
Rehya... wohlbehütet in der Adlerfestung, doch wie lange noch?

Kryndlagor, jener Name war tief in seinem Gedächnis.
Einmal schon war er über Varuna gekommen, nun das zweite Mal hatte er seinen Triumph gefunden.
Was hielt ihn davon ab gen Berchgard zu fliegen?
Rahal musste durch Berchgard hindurch oder durch den zuhen Pass um nach Adoran zu gelangen.
Berchgard musste weiter aufgerüstet werden.
Der Pass geräumt, gesichert und befestigt.
Langsam wie in Trance stand er auf und stieg auf sein Pferd um nach Berchgard zu reiten.
Hier herrschte geschäftiges Treiben.
Vorangetrieben von Sir Cathal der Berchgard sicherte, liefen Handwerker, Soldaten, Knappen und freiwillige Helfer hin und h er.
Ein Zelt war aufgestellt, und Abwehranlagen errichtet.
Cathal wusste genau was er zu tun hatte und hatte wohl keinen Moment gezögert.
Nicht wie Rafael selber der wohl einen Moment lang wie erstarrt gewesen war ob dieser Katastrophe.
Nur kurz noch sah er weiter zu dann schritt er in die Stube um jemanden zur Allianz zu schicken.
Berchgard sollte man nun die Aufmerksamkeit schenken. Denn die Stadt war unfreiwillig neuer Mittelpunkt der Politischen Spiele geworden.
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Rowan
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Rowan »

Sie ritt noch einmal von Bajard aus zur Ruine.
Ja, das hatten sie gut gemacht!
Zufrieden saß sie auf ihrem Pferd und betrachtet den Haufen Schutt, der Varuna geblieben ist.
Ihre Augen blitzten, sie atmete tief ein. Ja, da war es wieder, dieses Gefühl.
Diese Aufregung, die sie die ganze Zeit der Schlacht und auch schon Stunden davor ergriffen hat.
Ein Mann trat aus dem Überresten hervor.

"Was ist hier passiert?"
"Das wisst Ihr nicht?"
"Nein, ich bin grad angekommen."

Ein böses Schmunzeln huscht über ihre Lippen.

"Hier Schätzchen wurde den Lichtgestalten mal gehörig in den Arsch getreten!"

Damit liess sie ihn stehen und ritt zurück, sie hatte schließlich noch andere Sachen zu tun.
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Mor Varnos

Beitrag von Mor Varnos »

Nur nicht ruhen, nicht rasten, das Werk dem Einen zu Ehren weiter vorantreiben. Varuna war zwar ein Schritt, Berchgard wiederum... der Ort war kleiner, dafür unwegsamer und durch die Felsen geschützt. Im Grunde wäre es auch unsinnig, denn das lohnenswertere Ziel lag weiter im Süden, am Meer. Doch Berchgard konnte man wohl als Rüstkammer der Grafschaft ansehen mit seiner großen Mine und dem dort traditionellen Schmiedehandwerk. Würde der Ort fallen...

Mor blinzelte, schüttelte die Gedanken allmählich wieder ab, während sie mit einem kleinen Packen Wäsche auf den Händen vor ihrer Kommode stand. Sie war nur eine Knappin. Das einzige, was ihr blieb, war ihre Aufgaben zu erfüllen, daran zu wachsen und zu lernen.
Und doch hatte sie heute etwas in die Wege geleitet, anhand dessen Ausgang man sehen könnte, wie es weitergehen mochte. Vielleicht würden sich tatsächlich einige passende Gelegenheiten bieten, um weiter Stärke zu demonstrieren. Doch erstmal galt es einen Bericht abzuwarten und ihn gegebenenfalls Ritterin van Lilienhayn und Clericus Anastra vorzulegen.

Einen Moment hielt sie inne, während sie einige Kleidungsstücke in einen Rucksack legte. Sie ließ ihren Blick durch das ansonsten leere Schlafzimmer schweifen und für einen kurzen Moment erfasste sie ein Gefühl von... Schmerz vielleicht.
Tief atmete Mor durch, packte stoisch weiter. Einzig und allein das Werk des Einen hatte zu zählen - alles andere könnte im Weg stehen und musste dabei zweitrangig bleiben.
Zuletzt geändert von Mor Varnos am Freitag 22. Mai 2009, 01:28, insgesamt 2-mal geändert.
Kryndlagor

Beitrag von Kryndlagor »

Varuna

Von den höher gelegenen Felsen des Unheilsberges aus betrachtet bot sich ein zufriedenstellendes Bild: Steine und klägliche Mauerreste, wie Spielzeug verteilt über ein Feld aus Asche und Schlacke. Wie abgebrochene Zähne ragten letzte Gebäude als Trümmer hier und da empor. Selbst die ehemaligen Straßen waren oftmals aufgerissen. Wäre nicht so viel geschmolzen und in Flammen aufgegangen, hätte man meinen sollen, hier wüteten über Jahre hinweg Wildschweine.
Nahe am Berg hatte er das Risiko gewagt und sich dem Felsen entgegen gestellt, die schwächsten Stellen gesucht und das Feuer aus der Erde empor gerufen, den Stein in hochsteigendem Magma versinken lassen, doch sehr weit war er damit nicht gekommen. Der Fluß aus Feuer quer durch die Stadt, den er sich erhofft hatte, war ein kurzes Rinnsal geblieben, und danach schwor er sich auf ewig, nie wieder an diesem Gebirge zu rühren; in diesen Felsen schliefen Kräfte, die weit über ihm standen und die Präsenz der Götter hallte darin nach. Nein, das war keine gute Idee gewesen.
Das Experiment hatte ihm aufgenötigt, sich einige Tage auszuruhren, dafür war er danach umso gründlich darin gewesen, sich am ehemaligen Armenviertel auszutoben, das oberste nach unten zu kehren, die blank liegende Erde aufzureißen und alles Holz anzuzünden. Die Verteidigungsanlagen waren schon zu Beginn durch die Katapulte beschädigt worden, doch er riß alles nieder, was noch geblieben war, ließ die ehemalige Stadtmauer als nutzloses Gerippe um ein totes Areal zurück. Der Stadtgraben war ausgetrocknet, die tiefen Zuflüsse zugeschmolzen und verschüttet oder die restliche Flüssigkeit eine widerliche Brühe.

Es hatte alles länger gedauert, als er selber gewollt hatte... und wieder ärgerte er sich über Rahal und die es angeblich unterstützenden Kräfte. Von den Arkorithern hatte es keinerlei Signal gegeben, daß sie willens oder auch nur fähig wären, mit ihrer düsteren Magie in diesem Bereich jegliches Leben zur Qual zu machen. Wo früher Gras, Bäume oder Blumen wuchsen, hatte er nun selber möglichst weitgehend die Erde in tote Schlacke verwandelt, auf der lange keine Wurzeln haften würden. Korows Erben schienen satt, desinteressiert und faul geworden zu sein.
Ebenso hatte er sich selber diesem seltsamen Portal im Schloßgarten gewidmet. Die elementare Magie Tirells. Doch zu was auch immer es gut war und wohin genau es auch führen mochte, er war sich zunehmend sicher, daß es nicht das war, was er hier suchte. Eine Weile hatte er überlegt, es gewaltsam aufzureißen, die Spur nachzuverfolgen und es auf den Versuch ankommen zu lassen, wo er raus käme... doch dann war auf der anderen Seite etwas geschehen, menschliche Präsenz zu fühlen gewesen, und vom anderen Punkt der Verbindung aus waren Anstrengungen begonnen worden, eine Nutzung der arkanen Linie zu vermeiden.
Das war ihm dann doch zu riskant. Das bedeutete zum einen entsprechend ausgebildete Magiere in unbekannter Zahl auf der anderen Seite, und zum anderen verspürte er wenig Lust, im Zwischenraum den Pfad zu verlieren und irgendwo im Nichts zusehen zu können, wie er da wieder raus kam. Aber die Tür war von beiden Seiten nun verschlossen worden. Er hatte sich so lange auf die Essenz des Feuers in dem Gebilde konzentriert und sie so weit verstärkt, bis das Gleichgewicht kippte und die ursprüngliche Struktur mitsamt dem schmelzenden Stein verging. Ein grotesker Schlackehaufen war noch von dem Portal übrig, mehr nicht. Auch dies hatte ihm eine Pause aufgenötigt, um wieder zu Kräften zu kommen.

Die Kirche war bis ins Fundament hinein zerstört, der klerikal gesegnete Baum vor dem Südtor bis in die Wurzeln verbrannt und ausgerissen, die Eluive gewidmete Stele am Armenviertel zerschmettert und zu Staub zermahlen. Im Umland standen noch Häuser... auch hier zog er im näheren Umkreis eine Schneise der Verwüstung.
Varuna, die Stadt die über Jahrhunderte hinweg immer wieder das Interesse der Götter auf sich gezogen hatte, war zerstört - den Meister würde es freuen. Das war ein Teil der Sache. Leider ging Kryndlagor, was den anderen Teil betraf, leer aus: nichts wies auf das hin, was er mehr oder weniger im Stillen gesucht hatte. Kein einziger Hinweis auf den Ursprung der Schicksalstränen.

Nach der kräftezehrenden Suche zog er sich eines Abends endlich zurück, und die ersten wenigen Nächte boten einen neuen Zustand: es blieb still.


[img]http://img301.imageshack.us/img301/2240/cabraldrachenfeuerii.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Kryndlagor am Mittwoch 1. Juli 2009, 08:34, insgesamt 1-mal geändert.
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