Die Verantwortliche
Die erste Aufgabe Karina Del´Murs im Amt als Bürgersprecherin war eine reine Organisationsangelegenheit und klang aus dem Munde der Baronin Azucinnia regelrecht einfach: Mit Wachmännern besetzten Schiffen im Hafen Rahals eine umfassende Verpflegung liefern und dafür die Landwirte Rahals hinzuziehen.
Ohne genauere Erklärung ließ sie Karina mit der Erfüllung dessen alleine.
Die gutmütige Bäuerin machte sich mit Eifer und einer gewissen Prise Unsicherheit an die Arbeit, Benachrichtigungen und Anfragen zu verschicken.
Es dauerte eine Zeit, bis ein Termin feststand, an welchem sich die Angesprochenen treffen sollten; und nach dem Hin und Her war Karina froh, zur siebten Abendstunde im Handwerkshaus vor den Toren Rahals eine angenehme und interne Atmosphäre verbreitet zu haben und nur noch auf ankommende Landwirte warten zu können. Plätzchen hatte sie bereitgelegt und Krüge mit Birnensaft. Und ein kleines Notizbuch samt Schreibfeder.
...
Lange Minuten, in denen sie bald auch unruhig durch die Räume des Hauses ging und fast zu hoffen aufgab, verstrichen - bevor ein heller Klang das Gebäude erfüllte.
Fräulein Semien stand vor der Tür, abgehetzt und fast genauso verzweifelt wie Karina selbst. Rasch bat die für das Treffen Verantwortliche diese herein und an den Tisch, wo die Besprechung also - nur zu zweit - begann.
Nach Diskussionen über Fässer, Kisten und Säcke, über Pökelfleisch, gedörrtes Obst, Brot und Käse hatte Karina ihr Notizbüchlein schon recht gut mit sauberen Zeilen gefüllt. Die Soldaten auf der Flotte mit dem Ziel Lameriasts würden gut versorgt werden und noch dazu eine ausgewogene, gesunde Ernährung haben, die sich lange halten ließ.
Fräulein Semien bestand auf Zitronen.. und hatte Recht damit: Vitamine und fettbindene Säuren würden auf dem Schiff, beziehungsweise im Hafen nicht leicht zu finden sein.
Auch an Humor sparte die magere Landwirtinnenrunde nicht.
...
Das Treffen ging jedoch schnell zu Ende - mit vorläufigen Ergebnissen, die penibel festgehalten wurden. Fräulein Semien wollte sich gleich an die ersten Planungen machen und auch Karina sehnte sich nach ihrem Kleinen und einer nicht-geschäftlichen Atmosphäre: dem Zuhause.
Morgen würde sie die Soldaten am Hafen besuchen und sich einen Überblick verschaffen...
Was der Bauer (eigentlich) nicht kennt...
-
Ishana Semien
Es war so typisch. Da wurde sie einmal zu etwas wichtigen herbei zitiert und schon verlief sie sich in der heiligen Stadt. Wo war dieses Handwerkshaus? Immer wieder wanderte ihr Blick auf das Schreiben in ihren Händen und dann zurück auf die zahlreichen Schilder an den verschiedenen Häusern. Sie würde zu spät kommen, viel zu spät.
Was mochte man nur von ihr wollen? Noch nie hat ein Schreiben aus der Stadt sie erreicht. Auch wenn ihr die Frau Del'Mur bekannt war konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen um was es bei diesem Treffen gehen sollte.
Nach langem umher irren stand sie vor besagtem Handwerkshaus. Natürlich, vor den Toren der Stadt! Diese Zeile im Schreiben musste sie glatt überlesen haben. Abgehetzt und peinlich berührt sah sie dem Öffnen der Tür entgegen. Nur gut das es sich bei Frau Del'Mur um eine freundliche Person handelt. Sie schien ihr zu spätes Erscheinen als nicht ganz so dramatisch anzusehen. Es mochte vielleicht auch daran liegen, dass sonst keiner dem Aufruf gefolgt war.
Also saßen sie zu zweit an einem großen Tisch, was der Gemütlichkeit der kleinen Runde keinen Abbruch tat, und unterhielt sich eine Weile. Der Grund des Treffens wurde von der jungen Frau ihr gegenüber angebracht und es war ersichtlich, das die neue Bürgervertreterin nur wenige Informationen zu diesem Auftrag erhalten hatte. Dennoch gelang es den beiden eine Liste mit den nötigen Nahrungsmitteln zusammen zu stellen. Begleitet von einigem Witz und leisem Lachen. Das Verspeisen der Zitronen würden sie zu gerne verfolgen wollen.
Den ganzen Heimweg lang fragte sie sich, was drei beladene Schiffe mit Soldaten wohl auf Lameriast zu erledigen hatten. Natürlich war ihr klar das derlei Informationen sicher keiner einfachen Bäuerin zuteil wurden, aber dennoch würde sie schon gerne wissen, warum sie sich die Mühe machte am Hafen der Insel Nahrung zu lagern. Sie konnte sich jetzt schon die Blicke der Bevölkerung vorstellen. Am besten ließ sie sich eine gute Ausrede für die mit Sicherheit folgenden Fragen einfallen. Denn das drei Schiffe aus Rahal anlegen werden, behielt sie an diesem Ort wohl besser für sich.
Was mochte man nur von ihr wollen? Noch nie hat ein Schreiben aus der Stadt sie erreicht. Auch wenn ihr die Frau Del'Mur bekannt war konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen um was es bei diesem Treffen gehen sollte.
Nach langem umher irren stand sie vor besagtem Handwerkshaus. Natürlich, vor den Toren der Stadt! Diese Zeile im Schreiben musste sie glatt überlesen haben. Abgehetzt und peinlich berührt sah sie dem Öffnen der Tür entgegen. Nur gut das es sich bei Frau Del'Mur um eine freundliche Person handelt. Sie schien ihr zu spätes Erscheinen als nicht ganz so dramatisch anzusehen. Es mochte vielleicht auch daran liegen, dass sonst keiner dem Aufruf gefolgt war.
Also saßen sie zu zweit an einem großen Tisch, was der Gemütlichkeit der kleinen Runde keinen Abbruch tat, und unterhielt sich eine Weile. Der Grund des Treffens wurde von der jungen Frau ihr gegenüber angebracht und es war ersichtlich, das die neue Bürgervertreterin nur wenige Informationen zu diesem Auftrag erhalten hatte. Dennoch gelang es den beiden eine Liste mit den nötigen Nahrungsmitteln zusammen zu stellen. Begleitet von einigem Witz und leisem Lachen. Das Verspeisen der Zitronen würden sie zu gerne verfolgen wollen.
Den ganzen Heimweg lang fragte sie sich, was drei beladene Schiffe mit Soldaten wohl auf Lameriast zu erledigen hatten. Natürlich war ihr klar das derlei Informationen sicher keiner einfachen Bäuerin zuteil wurden, aber dennoch würde sie schon gerne wissen, warum sie sich die Mühe machte am Hafen der Insel Nahrung zu lagern. Sie konnte sich jetzt schon die Blicke der Bevölkerung vorstellen. Am besten ließ sie sich eine gute Ausrede für die mit Sicherheit folgenden Fragen einfallen. Denn das drei Schiffe aus Rahal anlegen werden, behielt sie an diesem Ort wohl besser für sich.
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Karina DelMur
Ein kleines Hindernis
Der Hafen war gesperrt??
Warum, bei Alatar, musste soetwas passieren, wenn gerade sie am Zug war, eine wichtige Aufgabe zu erfüllen? Da plant man alles, tagelang, bekommt die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf - und dann ist es für die Katz'.
"Nein, dich mein' ich nicht, Mädchen..."
murmelt Karina überflüssigerweise beim Vorbeigehen zur miauenden Samtpfote auf der Bank vor dem Haus.
Ärgerlich, die Angelegenheit. Denn, obwohl es selbstverständlich nicht die Schuld Karinas war, dass eine Seuche jenes kleine ketzerische Fischerdorf überfällt, würde man sich daran erinnern, dass die Erfüllung ihrer ersten Aufgabe als Bürgersprecherin sich hinauszögerte. Man würde sie bedauern und nicht für voll nehmen.
...
Unsinn! Die Rahaler waren gerechte Leute. Sie würden den Sachverhalt verstehen und einsehen, dass ihr die Hände gebunden waren - würden sie doch? Es sei denn, sie fand einen Weg, jener Aufgabe trotzdem nachzukommen...
Leise schniefend lugt Karina Del'Mur zum Himmel, an dem graue Wolken vorbeiziehen - und schiebt schließlich energisch die Schubkarre voll Mist weiter Richtung Bestimmungsort Kompost.
Wie auch immer. Ishana Semien musste noch benachrichtigt werden, dass sich die ganze Angelegenheit verschieben würde.
Der Hafen ist gesperrt, die Schiffe können ohnehin nicht ablegen und die Wachmänner wurden bestimmt bereits zurückgezogen...
Im jungen Kopf der Landwirtin nehmen die Zeilen, welche der Brief beinhalten soll, bereits Formen an, während sie noch in Arbeit versunken ist.
"Ich Pechvogel... ich hätte dieses schreckliche Amt nicht annehmen sollen!"
Ein Stoßseufzer entfährt Karina; die gesammelten Pferdeäpfel kullern von der gekippten Karre fröhlich auf den Kompost.
Der Hafen war gesperrt??
Warum, bei Alatar, musste soetwas passieren, wenn gerade sie am Zug war, eine wichtige Aufgabe zu erfüllen? Da plant man alles, tagelang, bekommt die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf - und dann ist es für die Katz'.
"Nein, dich mein' ich nicht, Mädchen..."
murmelt Karina überflüssigerweise beim Vorbeigehen zur miauenden Samtpfote auf der Bank vor dem Haus.
Ärgerlich, die Angelegenheit. Denn, obwohl es selbstverständlich nicht die Schuld Karinas war, dass eine Seuche jenes kleine ketzerische Fischerdorf überfällt, würde man sich daran erinnern, dass die Erfüllung ihrer ersten Aufgabe als Bürgersprecherin sich hinauszögerte. Man würde sie bedauern und nicht für voll nehmen.
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Unsinn! Die Rahaler waren gerechte Leute. Sie würden den Sachverhalt verstehen und einsehen, dass ihr die Hände gebunden waren - würden sie doch? Es sei denn, sie fand einen Weg, jener Aufgabe trotzdem nachzukommen...
Leise schniefend lugt Karina Del'Mur zum Himmel, an dem graue Wolken vorbeiziehen - und schiebt schließlich energisch die Schubkarre voll Mist weiter Richtung Bestimmungsort Kompost.
Wie auch immer. Ishana Semien musste noch benachrichtigt werden, dass sich die ganze Angelegenheit verschieben würde.
Der Hafen ist gesperrt, die Schiffe können ohnehin nicht ablegen und die Wachmänner wurden bestimmt bereits zurückgezogen...
Im jungen Kopf der Landwirtin nehmen die Zeilen, welche der Brief beinhalten soll, bereits Formen an, während sie noch in Arbeit versunken ist.
"Ich Pechvogel... ich hätte dieses schreckliche Amt nicht annehmen sollen!"
Ein Stoßseufzer entfährt Karina; die gesammelten Pferdeäpfel kullern von der gekippten Karre fröhlich auf den Kompost.