Einige Stunden später, wieder in den frühen Morgenstunden huscht eine Gestalt durch Bajard und platziert an der südlichen Herberge, sowie an dem kleinen Gotteshaus jeweils einen Aushang. Danach macht sie sich auf den Weg nach Adoran um dort wieder, an der Tavernentür ein Papierstück zu befestigten.
Gerimor-Kurier, Ausgabe Nummer 3
Gegensätze in der Welt.
Professor Karlmann, einer der größten Visionäre unserer Zeit, Vorbild und Lebensstilikone für tausende eifriger Studenten aller nur erdenklichen Künste, die mit angehaltenem Atem seiner Worte lauschen so er gedenkt zu sprechen, wurde jüngst das tragische Opfer einer von den Vogelfreien initiierten Schmierkampagne. Dank unserer Aufklärung hat Bajard nun seinen strahlenden Stern wieder und die Hoffnung, welche dem tristen Gewimmer alter Frauen gewichen war, kehrt wieder ein. Sobald sich unser Held von den Verletzungen eines feigen Schützen wieder erholt hat, die er sich im Kampf gegen die Ungerechtigkeit in den Lagern von Bajard zuzog, wird er wieder unter uns verweilen.
Doch der Jubel währt nur kurz. Noch immer überschattet die Anwesenheit von Rilas Avaryn das idyllische Fischerdorf. Aber wer ist der Mann, der sonst immer so freundlich scheint und was hat er wirklich vor? Rilas war einst von Adel, bis er aus dieser Position enthoben wurde, mit Schlägen und Stockhieben wurde er ob seiner absonderlichen Theorien nicht nur verbannt und exkommuniziert, sondern auch noch davon gejagt. Nun hört man jeden Abend Wutschreie aus dem Haus dem dreißigjährigen dringen, die in schrillsten Tönen von Rache künden. Daher ist es kein Zufall das gerade jetzt Bajard das Opfer zahlreicher Angriffe wird. Von ihm engagiert, bezahlt und versorgt Lagern die Scharen von Dieben vor der Stadt, sie rauben, plündern und morden. Derweil wird der Ruf nach Hilfe in der Verzweiflung immer lauter. Die Miliz scheint machtlos und versteckt sich lieber in der Herberge wo sie von Siran geführt die Bewohner ausplündert statt sich dem Übel entgegen zu stellen.
Aber Hilfe kommt keine, noch nicht. Lilien Lemar, die so genannte „Bürgermeisterin“ hat das Recht der Justizausübung schon in voller Verzweiflung an Rahal weiter gegeben. Jenen wurde zugebilligt zum Preis der Sicherheit in Bajard all jene zu verhaften welche nicht der Kralle ihres Gottes gehorchen. Doch die Raubzüge gehen weiter. Auch dahinter steckt wieder der Schuft Avaryn. Er hofft auf die Dankbarkeit der Menschen wenn er mit den von ihm geführten Söldner die Diebe aus den Wäldern vertreibt.
Aus Angst vor den niederen Machenschaften dieses Mannes floh auch schon die inzwischen schwangere Amary von ihrem ehemaligen Liebhaber. Sie sagte uns in einem vertraulichen Gespräch das sie es nicht mehr ausgehalten habe. Seine Soldaten bedienen musste und ihr jegliche Freiheiten verwehrt blieben. Damit stirbt auch ihre Hoffnung auf eine eigene Taverne, für die sie lange Zeit immer so hart gearbeitet hat während das Haus am Nordrand immer mehr zu einem Armeelager verkommt.
Wehrt euch! Werdet nicht teil von Avaryn's Rachefeldzug!