*Langsam senkte sich die Sonne über Lameriast hinab und ein weiterer Tag ging zuende. Die letzten Strahlen der Sonne warfen sich gegen einen gewaltigen, fast mannshohen Felsen der auf dem Hof der Bunjam thronte und nun seinen langen Schatten gen Osten warf. Mit nostalgischen Blick sah der Jarl auf den mit vielen kleineren und größeren als auch jenen gewaltigen Felsen übersääten Acker. Jene Felsen, an welchen sich der junge Welpe Leifs noch über viele Jahre hinweg versuchen müssen wird.
Noch gut erinnerte sich Tryst an die Zeit, als er so alt war wie Sarolf und ihm sein Vater ein ganz und gar ähnliches Feld präsentierte. Zuerst sah er es als Strafe ... Tag ein Tag aus diese kleinen und großen Felsen von dem Acker herunter schaffen zu müssen und er lernte es zu hassen. Den Sinn verstand er erst viel später. Nichts desto trotz achtete sein Vater sehr genau darauf, dass er jene Aufgabe nicht vernachlässigte und während er den Acker Tag ein Tag aus mit seinem Schweiss tränkte, formte sich langsam aber sicher das breite Kreuz und die kräftigen Arme die er brauchte um die großen Waffen der Thyren halten zu können. Das selbe sollte nun auch Sarolf lernen. So simpel jene Aufgabe auch war, so viel wichtiges lehrte sie einem. Geduld, Demut, Ausdauer die fast schon an schierer Sturheit grenzte, Willenskraft und natürlich Kraft und Stärke. All jenes in simplen Steinen verborgen die auf dem Boden herumlagen.
Der gewaltige, mannshohe Fels war die Krönung, die Prüfung jener Aufgabe.
Erst wenn es Sarolf gelingen würde, diesen gewiss mehrere hundert Kilo schweren Felsen vom Hof zu rollen, erst dann würde er aufhöhren dürfen jene Steine vom Acker zu schleppen. Trystjarn wusste, dass noch Jahre vergingen würden, bis der Junge auch nur daran denken konnte es zu schaffen und so sollte es auch sein. Sein Ziel vor Augen habend, sollte er lernen darauf hin zu arbeiten, sich immer und immer wieder daran zu versuchen, zu scheitern ... um dann am nächsten Tag, gestärkt es von neuem zu probieren. Solange bis jener gewaltige schattenwerfende Fels wieder vom Acker verschwunden ist. Erst dann währe Sarolfs Körper mit genug Kraft und sein Geist mit genug Demut und auch Arbeitswille erfüllt, sodass man sich auf andere Teile seiner Ausbildung fokussieren konnte.
Noch einmal lächelte der Hühne als er jenen gewaltigen Stein im Abendrot dort liegen sah und kurz musste er daran denken, wieviel Schweiss und Mühe es Kanubio gekostet hatte, ihn aus der Mine die sie ihr Eigen nannten, aus dem blanken Fels zu haun. Mit enormer Anstrengung hatten die beiden gestandenen Männer den Felsen dann zum Hof der Bunjams gerollt und mehr als einmal verharkte sich der Stein in Erdkuhlen, oder hinter Wurzelwerk und lehrte auch diesen beiden Mannen noch Demut vor den Gaben der Natur. Die Mulde die der Stein in dem Wald- und Wiesenboden hinterliess, würde man noch bis zum nächsten Regen verfolgen können und man würde genau sehen, welchen Weg Trystjarn und Kanubio von der Mine bis zum Hof genommen hatten.
Aber nun war es geschafft und der erste Teil der Ausbildung von Sarolf zum Clansschwert und zukünftigen Jarl der Bunjam konnte beginnen ...
*Der steinige Weg vom Welpen zum Krieger*
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Trystjarn Bunjam
*Der steinige Weg vom Welpen zum Krieger*
Zuletzt geändert von Trystjarn Bunjam am Samstag 16. Mai 2009, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.