… dann nahm er schließlich noch die Lumpenjacken aus der Truhe und zog sie über den rissigen Lederwams. Noch nicht ganz von sich überzeugt blickte er in den Spiegel aus poliertem Metall. Etwas schien noch zu fehlen, aber was? Nach dem er weiterhin in der Truhe voller alter abgetragener Sachen gekramt hatte fand er schließlich doch noch etwas. Ein halb verschlissenes Kopftuch. Diese Aufmachung musste jeden der nicht genauer hinsah täuschen können, soviel stand fest. Mit einem kurzen Seufzer machte er kehrt und verließ den Raum wobei er sich noch einen älteren, schon mit einigen Kanten versehenen Dolch in den Gürtel steckte und das Haus verließ.
Nach einiger Zeit guten Fußmarsches erreichte er schließlich die Ortsgrenze des Fischerdorfes. Nun hieß es Ausschau halten und Informationen erlangen. Zur Not Bestechung anwenden hatte der Befehl geheißen, und so wurde nochmals der Sitz des Beutels mit Münzen unter dem Wams geprüft ehe weiter in Richtung Ortsmitte gegangen wurde.
Sicherlich würden sich irgendwo in diesem Nest Menschen finden, die für Geld mit Informationen nicht hinter dem Berg halten würden…
Bajard, Dreh und Angelpunkt
- Tiberias Lefar
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Bajard, Dreh und Angelpunkt
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Bertolt Brecht
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- Tiberias Lefar
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… endlich hatte es zuregnen aufgehört und er nahm das verschlissene Kopftuch vom Haupt und wrang es aus. Mit einem tiefen Seufzer blicke er sich um. Der Steg im Hafen des Fischerdorfes lag verlassen da, nur an der Türe des Hauses neben sich brannte eine Laterne. Den ganzen Abend und einen Großteil der Nacht hatte er sich im Dorf herumgetrieben und die Augen offen gehalten. Leider war das Wetter in letzter Zeit so schlecht das sich kaum Bewohner oder Reisende auf den Straßen gezeigt hatten. Lediglich in der Taverne des Ortes hatte er ein paar Gestallten getroffen und auch nur eine davon war überhaupt bereit ein paar Worte zu wechseln. Die Menschen hier waren etwas verschlossen, oder sie empfanden ihm gegenüber einfach nur zu viel Misstrauen. War er zu aufdringlich? Wollte er zu schnell zu viele Informationen erlangen? Bis lang hatte er nur einen verarmten Jungen gefunden er ihm für ein paar Münzen, die er ihm regelmäßig bezahlte, Informationen über Personen, die schwer gerüstet den Ort durchquerten, Bericht erstattete wenn er sich gerade mal nicht in der Gegen aufhielt...
Kurz schüttelte er sich, er war durchnässt und begann schon zu zittern. Es war Zeit sich aufzuwärmen und so wendete er dem Hafen den Rücken zu und schlenderte ohne große Hast zwischen den Häusern hindurch…
Kurz schüttelte er sich, er war durchnässt und begann schon zu zittern. Es war Zeit sich aufzuwärmen und so wendete er dem Hafen den Rücken zu und schlenderte ohne große Hast zwischen den Häusern hindurch…
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- Tiberias Lefar
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Als er endlich wieder zu Hause angekommen war, entledigte er sich seiner durchnässten Sachen und schlüpfte in ein wenig bequemer und vor allem trockener waren. Nachdem er sich einen Apfel aus der Küche geholt hatte setze er sich sogleich an seinen Schreibtisch und begann einen kurzen Brief an Sir Alexandre aufzusetzen. Der Brief wird eher schlicht gehalten und es wird sich ebenso wenig mit irgendwelche Verzierungen oder etwas anderem aufgehalten.
Temora und Kronprinz zum Gruß Sire,
ich habe mich die letzten Tage wie befohlen im Fischerdorf Bajard aufgehalten.
Leider konnte ich keine erwähnenswerten Informationen über die angesprochenen Ziele zusammen tragen. Natürlich werde ich meinen Auftrag weiterhin durchführen und Ausschau halten.
Temora mit Euch Sir.

Das Schreiben trägt kein Siegel des Ordens oder der Familie Lefar und wird auch vom Knappen selbst am Anwesen des Ritters eingeworfen.
Temora und Kronprinz zum Gruß Sire,
ich habe mich die letzten Tage wie befohlen im Fischerdorf Bajard aufgehalten.
Leider konnte ich keine erwähnenswerten Informationen über die angesprochenen Ziele zusammen tragen. Natürlich werde ich meinen Auftrag weiterhin durchführen und Ausschau halten.
Temora mit Euch Sir.
Das Schreiben trägt kein Siegel des Ordens oder der Familie Lefar und wird auch vom Knappen selbst am Anwesen des Ritters eingeworfen.
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- Tiberias Lefar
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… Nach dem nicht gerade kurzen Fußmarsch zum Anwesen von Sir Alexandre war nun wieder Bajard in Sichtweite gekommen. So langsam wurde der Geruch etwas strenger, aber es hieß nicht aufzufallen in einem Fischerdorf wo strenger Geruch allgegenwärtig war. Stundenlang hatte er sich schon die Beine in den Bauch gestanden, bis er schließlich entschieden hatte in der Taverne sein Glück zu versuchen und ein paar Informationen zu ergattern. Das kleine Feuer im Kamin war genau das richtige nach dem langen Aufenthalt auf den regnerischen Wegen des Dorfes. Langsam ließ er den Blick durch den Schankraum schweifen, während er sich die klammen Hände nah am Kamin rieb. Es war nicht viel los um diese Uhrzeit musste er mit Seufzer feststellen. Außer des Wirts und zwei Gästen war niemand sonst in der etwas herunter gekommenen Schenke. Die beiden etwas älteren Männer redeten über das Fischen oder irgendetwas anderes belangloses. Sicherlich würde er hier heute nichts nützliches in Erfahrung bringen, was weitere verspielte Zeit rechtfertigen würde. Das Kopftuch wieder tiefer in die Stirn gezogen wurde die Taverne durch die einzige Türe verlassen. Er hatte sich ausgerechnet ein paar Tage im Wechselwind ausgesucht die total verregnet waren. Die Temperaturen waren auch wieder abgefallen, jedoch zum Glück nicht so weit das es wieder Frost gab. Der Hafen, vielleicht waren dort noch einige Leute die sich bei dem Wetter vor die Tür wagten. Langsam schlurfte Tiberias mit triefender Nase in Richtung des Landungssteges, unterwegs noch den Sitz des kleinen Goldbeutels prüfend…
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- Tiberias Lefar
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Der vergangene Abend war weiterhin erfolglos geblieben. Wieso war in diesem verdammten Kaff niemand zu finden der von Reisenden oder Fremden etwas wusste oder zur Kenntnis nahm? Schlecht gelaunt trieb sich Tiberias in der Nähe der Bank rum und beobachtete einige Einheimische wie sie ihrem Tagesgeschäft nachgingen als ihm schließlich ein Handwerker auffiel welcher öfters in den letzten Augenblicken über seine Schulter gesehen hatte als er selbst in den vergangenen Wochen. Langsam stieß er sich von der Holzwand ab, an der er eben noch angelehnt war und ging schleppenden Schrittes auf den Handwerker zu. Obwohl es fast schon an Paranoia grenzte, übersah der Bajarder Tiberias wohl kommen. Als sich, der etwas zerlumpte Tiberias vor dem Mann aufbaute, konnte man den verängstigten Mann schlucken hören. Obwohl ein Lächeln auf dem Gesicht schien dies den Fremden wohl nicht wirklich zu beruhigen. Natürlich… sein Aufzug hätte ihn selbst auch nicht wirklich beruhigt.
Nach einigem hin und her, Erklärungen und Beteuerungen, das er niemanden ausrauben oder umbringen wollte, hörte der verängstige, aber nun nicht mehr panische Mann Tiberias Ausführungen zu. So langsam und spärlich er am Anfang auch mit den Informationen herausrückte, so schnell sprudelten die Auskünfte hervor als er einige Münzen in seiner Hand hielt.
Ein oder zwei Männer in Roben hatten Bajard in letzter Zeit wohl öfters einen Besuch abgestattet. Dabei hatten sie sich größte Mühe gegeben ihr Rüstwerk unter weiten Roben zu verstecken. Der Handwerker meinte auch die eine oder andere Waffe erspäht zu haben, sicher sei er sich jedoch nicht.
Zumindest war es ein Anfang sagte sich Tiberias als er seinen Informanten verlassen hatte. Ein oder zwei Späher, das war wirklich keine große Gefahr. Anscheinend traute sich zurzeit keine größere Truppe anzulanden. Dieser kleine Erfolg war einen weiteren Bericht wert…
Nach einigem hin und her, Erklärungen und Beteuerungen, das er niemanden ausrauben oder umbringen wollte, hörte der verängstige, aber nun nicht mehr panische Mann Tiberias Ausführungen zu. So langsam und spärlich er am Anfang auch mit den Informationen herausrückte, so schnell sprudelten die Auskünfte hervor als er einige Münzen in seiner Hand hielt.
Ein oder zwei Männer in Roben hatten Bajard in letzter Zeit wohl öfters einen Besuch abgestattet. Dabei hatten sie sich größte Mühe gegeben ihr Rüstwerk unter weiten Roben zu verstecken. Der Handwerker meinte auch die eine oder andere Waffe erspäht zu haben, sicher sei er sich jedoch nicht.
Zumindest war es ein Anfang sagte sich Tiberias als er seinen Informanten verlassen hatte. Ein oder zwei Späher, das war wirklich keine große Gefahr. Anscheinend traute sich zurzeit keine größere Truppe anzulanden. Dieser kleine Erfolg war einen weiteren Bericht wert…
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Bertolt Brecht
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- Tiberias Lefar
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… Stunden hatte er über dem Schriftstück gesessen, aber nun hatte er es endlich zu seiner eigenen Zufriedenheit fertig geschrieben. Viel Informationen waren es nicht die er zu Papier bringen konnte, umso mehr musste er darauf achten den Rest gut zu formulieren um es nicht als kompletten Fehlschlag dazustellen…
Dem Kronprinzen unseres Reiches sowie der Tugendbringerin zum Gruß ehrenwerte Ritter/Euer Erlaucht von Sternwall.
Vor nun fasst zwei Wochen erhielt ich von Sir Alexandre den Auftrag im Fischerdorf Bajard nach größeren Truppenverbänden, Spähern oder einzelnen Personen Ausschau zu halten und Informationen zu sammeln. Die Bevölkerung des Dorfes ist Fremden gegenüber nicht unbedingt verschlossen aber Informationen über andere zu erfragen ist eine denkbar schwierige Aufgabe wenn man nicht sofort das Misstrauen aller auf sich versammelt haben möchte.
Über den Zeitraum von 14 Tagen hielt ich mich zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten im Ort sowie am Hafen und in den Schenken auf um Bewohner in ein Gespräch zu verwickeln und die gewünschten Informationen zusammen zutragen. Leider muss ich Euch mitteilen dass dies nicht von besonders großem Erfolg gekrönt war. Lediglich ein paar Handwerker äußerten sich gelegentlich über Bewaffnete die ihre Waffen und Rüstwerk vor anderen zu verbergen versuchten. Jedoch konnten meine genaueren Nachforschungen keine weiteren Ergebnisse zu Tage fördern. Auch die Präsenz der Anhänger des Panthers ist etwas zurückgegangen. Mir wurde nur von einem Templer Alatars berichtet, welcher am Hafen versucht hat einige Menschen durch eine Predigt zu bekehren. Jedoch sind wohl auch andere Anhänger des Brudermörders im Ort aufgetaucht und haben versucht verschiedene Personen zu entführen, was erst vor kurzem geschah.
Abschließend möchte ich noch hinzufügen dass es vielleicht notwendig sein könnte durch finanzielle Leistungen, dauerhafte Informanten im Dorf zu stationieren oder zu rekrutieren.
Möge Temora unseren Kronprinzen sowie alle Getreuen des Reiches mit ihren Schwingen schützen.
Hochachtungsvoll und in Treue verbleibe ich.

Knappe des Reiches
Gläubiger Temoras
Mit einem kurz flüchtigen Blick auf einen Tintenfleck an seinem Ärmel stecke er seinen Federkiel wieder in die Halterung und streute etwas Löschsand über das Papier. Nach einiger Zeit des Suchens förderte er auch das Familien Siegel zu Tage und drückte diese in den frischen Wachsklecks am unteren Ende des Papiers. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck faltete Tiberias nun sein Schreiben und presste ein zweites Wachssiegel auf die Falt…
Dem Kronprinzen unseres Reiches sowie der Tugendbringerin zum Gruß ehrenwerte Ritter/Euer Erlaucht von Sternwall.
Vor nun fasst zwei Wochen erhielt ich von Sir Alexandre den Auftrag im Fischerdorf Bajard nach größeren Truppenverbänden, Spähern oder einzelnen Personen Ausschau zu halten und Informationen zu sammeln. Die Bevölkerung des Dorfes ist Fremden gegenüber nicht unbedingt verschlossen aber Informationen über andere zu erfragen ist eine denkbar schwierige Aufgabe wenn man nicht sofort das Misstrauen aller auf sich versammelt haben möchte.
Über den Zeitraum von 14 Tagen hielt ich mich zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten im Ort sowie am Hafen und in den Schenken auf um Bewohner in ein Gespräch zu verwickeln und die gewünschten Informationen zusammen zutragen. Leider muss ich Euch mitteilen dass dies nicht von besonders großem Erfolg gekrönt war. Lediglich ein paar Handwerker äußerten sich gelegentlich über Bewaffnete die ihre Waffen und Rüstwerk vor anderen zu verbergen versuchten. Jedoch konnten meine genaueren Nachforschungen keine weiteren Ergebnisse zu Tage fördern. Auch die Präsenz der Anhänger des Panthers ist etwas zurückgegangen. Mir wurde nur von einem Templer Alatars berichtet, welcher am Hafen versucht hat einige Menschen durch eine Predigt zu bekehren. Jedoch sind wohl auch andere Anhänger des Brudermörders im Ort aufgetaucht und haben versucht verschiedene Personen zu entführen, was erst vor kurzem geschah.
Abschließend möchte ich noch hinzufügen dass es vielleicht notwendig sein könnte durch finanzielle Leistungen, dauerhafte Informanten im Dorf zu stationieren oder zu rekrutieren.
Möge Temora unseren Kronprinzen sowie alle Getreuen des Reiches mit ihren Schwingen schützen.
Hochachtungsvoll und in Treue verbleibe ich.
Knappe des Reiches
Gläubiger Temoras
Mit einem kurz flüchtigen Blick auf einen Tintenfleck an seinem Ärmel stecke er seinen Federkiel wieder in die Halterung und streute etwas Löschsand über das Papier. Nach einiger Zeit des Suchens förderte er auch das Familien Siegel zu Tage und drückte diese in den frischen Wachsklecks am unteren Ende des Papiers. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck faltete Tiberias nun sein Schreiben und presste ein zweites Wachssiegel auf die Falt…
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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