Die Schneeflocken fielen langsam vom Himmel, tanzten vor dem Fenster bis sie sich wie kleine Kristalle auf die sich bildende Schneedecke zusammenfügte.
Rafael fror.
Mit dem Glas in der Hand stand er am Fenster, sah dem Naturschauspiel zu, um sich dann irgendwann wieder um zu wenden, einen letzten Schluck des Brantweines zu trinken und das Holz im Kamin nach zu legen.
Dann hockte er sich davor und versuchte wieder warm zu werden.
Den Abend über hatten sie versucht einen Teil des Burggrabens trocken zu legen.
Die Handwerkskunst der Zwerge war beeindruckend das wusste er, aber es verlangte viel Arbeit vorab.
Gemeinsam mit seinen Leuten, den Zwergen und einigen anderen Freiwilligen, hatten sie begonnen einen Teil des Burggrabens trocken zu legen.
Quader für Quader Steine schoben und zogen sie um diesen dann in das Wasser fallen zu lassen, aneinander gereit an andere, um einen Staudamm zu schaffen.
Immer wieder band man Seile um die Quader, Zog und schob, und immer wieder war es nötig das einer der Männer in das Kalte Wasser sprang um von dort das Seil weiter zu leiten und zu dirigieren.
Nachdem der letzte Mann draussen war und noch zwei Steine übrig, war es Rafael gewesen.
Bibbernd und Zähneklappernd arbeitete er sich so weit es ging warm, bis auch der letzte Quader an seinem Platz lag.
Dann war er aus dem Wasser geklettert um sich an dem Feuer zu wärmen, doch das Wasser begann an einigen Stellen über die Ufer zu treten als erhielte es einen Zulauf.
Die Zwerge schlugen vor einen Abwasserkanal zu graben, nachdem man vergeblich nach dem Zulauf gesucht hatte, und so griffen sie zur Schaufel und gruben, bis das Wasser abfloss.
Gemeinsam mit Tjorwyn begann Rafael dann das Teilstück leer zu räumen.
Eimer um Eimer hievten sie aus dem gestauten Stück, legten am Ende Bretter hinüber, und als sie fertig waren, war es fast Mitternacht.
Rafael fühlte seine Finger kaum noch, obwohl er Handschuhe anhatte. Seine Zähne schlugen aufeinander, und die Hose klebte steifgefroren an seinen Beinen.
Als Tjorwyn seinen Lord nach Hause schickte mit dem Hinweis auf einen heißen Grog, widersprach Rafael nicht.
Zum Glück war es in dem Haus noch warm. Das Feuer im Kamin brannte noch und Rafael entledigte sich schnell seiner Klammen Kleidung, rubbelte sich ab, zog sich etwas warmes an und heizte den Kamin noch mehr ein.
Der Aufbau Varunas würde voran gehen. Mit Hilfe der Zwerge, und all jenen die anfassten.
Er dachte an den Jungen Mann mit dem Namen Falco. Es schien für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen mit an zu fassen, obwohl er ihn noch nie zuvor gesehen hatte.
Verhalten hustete Rafael und schaut in die Flammen.
Er vermisste Angelina.
Seit sie letzte Woche zu ihrer Mutter gefahren war, hatte er nichts mehr von ihr gehört.
Tari war eines Abends gekommen und hatte erzählt das Angelinas Mutter gestürzt war, und nun wohl Schmerzen hatte, sich aber nicht wirklich helfen lassen wollte.
So hatte Angelina sofort ihre Sachen gepackt und war zu ihr gereist.
Rafael hätte sie begleitet, wenn nicht so viel Arbeit hier auf ihn warten würde.
Ohne Tari... ohne Angelina wirkte das Haus so leer... gar trostlos.
Kaum merklich schüttelte er den Kopf.
Das war ihm vorher niemals so aufgefallen wie jetzt.
„Ich vermisse dich Angelina.“ Sprach er leise ins Feuer, legte sich dann lang vor den Kamin, deckte sich mit seinem Umhang zu und schlief augenblicklich ein.