Es war früh am Morgen, die ersten Sonnestrahlen blinzelten über die schneeverhangenen Bergkämme. Anghus trat vor die Tür seines Hauses, nur das zwitschern der Vögel und die Brandung die unablässig nahe des Hauses an die steilen Ufer von Fuachtero donnerte war zu hören. Außer Moyra, die schon vor dem Sonnenaufgang dabei war die Tiere zu versorgen, schliefen noch alle Mitglieder des Clan MacIora. Moyra sah ihren Mann an und riss im selben Moment die Hände hoch und presste sie auf ihre Ohren. Ein schelmisches Grinsen umwob seine Mundwinkel als er tief Luft holte und aus vollem Halse in das mächtiges Horn eines Hochlandrindes stieß.
BRRRRRRRRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHHHHHHHHH!……….tönte es durch das ganze Tal.
Die Vögel in den Bäumen stoben verschreckt in alle Richtungen gen Himmel auf, die Mustangs im Garten wieherten und schnaubten wie wild. Ein Hirsch brach krachend aus dem Dickicht auf die Lichtung vor dem Clanshaus, um sogleich im vollen Galopp im nahen Wald zu verschwinden.
Anghus schaute zu Moyra hinüber und nickte ihr vergnügt zu, ein verständisloses Kopfschütteln war nur ihre stumme Antwort. Dann ging das Spektakel los, mit verschränkten Armen stand Anghus da und sah gespannt in alle Richtungen, ein breites erwartungsvolles Grinsen im Gesicht.
An Alec und Laerys Haus flog die Tür auf, mit einem Satz sprang Alec die Stufen hinab, in einer Hand seinen Kilt, unter den Arm geklemmt sein großes Breitschwert. Sich den Kilt eilig um seine Hüften schwingend kam er hüpfend er auf Anghus zu, wobei er versuchte in seine Stiefel hineinzukommen. Laery kam im langen Nachtgewand, sich einen Fellumhang umwerfend hinter ihm her, die Haare hingen ihr wild im Gesicht, verschlafenen Blickes versuchte sie ihrem noch immer hüpfenden Mann hinterher zu kommen.
Zufrieden stellte Anghus nach einem Blick zu Duncans Haus fest, dass auch dort sich etwas tat, ein lautes Poltern und ein darauf folgender Wutschrei waren nicht zu überhören. Sich den Kopf reibend kam Duncan auf die kleine Lichtung.
Aus dem Wald stürmte Connor mit gespanntem Bogen auf die Lichtung zu, die beiden frischerlegten Hasen, welche sich im Lauf von seinem Gürtel lösten kümmerten ihn nicht. Mit riesigen Schritten rannte er zum Haus seines Bruders.
Aus Richtung Andraste kamen im selben Moment Lynn und dann Jamie am Clanshaus an. Jamie keuchte außer Atem und rückte eine Pelzmütze und den Mantel zurecht und schaute dann auf seine nackten Füße und grummelte laut. Während Lynn mit gezogenem Schwert und erhobenen Schild schon neben Anghus stand und ihn fragend anstarrte.
Bevor die eifrig nach Luft schnappende Meute, die sich nun um ihren Clansführer gesammelt hatte in ein wildes Gerede und Diskussionen ausbrach, sagte Anghus mit ruhiger und fester Stimme: “Guten Morgen Clan MacIora, es freut mich zu sehen das schon alle auf den Beinen sind.“ Sein zufriedenes Grinsen ließ Alec das Schwert aus der Hand fallen, Connor hing den Bogen über die Schulter und grinste Anghus breit an. Auch Lynn senkte nun ihre Waffen und entspannte sich sichtlich. Jamie grummelte was von „ bis nach Ith kann man das vermalledeite Horn sicher hören“
Mit den Worten: “Folgt mir, es gibt viel zu bereden.“ wendete Angus sich um und ging ins Haus. Er setzte sich an den von Moyra inzwischen für die ganze Sippe üppig gedeckten Frühstückstisch und begann zu speisen.
„Clan MacIora“ begann Anghus kauend „Der werte Graf von….“er stockte kurz suchte wohl nach den richtigen Worten „….vom Rest von Varuna, Adrian von Hohenfels, mein Freund, hat uns um Hilfe beim Aufbau seiner zerstörten Stadt gebeten. Es ist den MacIoras eine Ehre ihn dabei nach allen Kräften zu unterstützen.“ Er trank eine Schluck warmen Met und fuhr fort. „Da es uns nicht vergönnt war, die Stadt mit vereinten Kräften zu halten, sollte es nun aber mit vereinten Kräften möglich sein sie wieder aufzubauen. Und wir MacIoras wollen unseren Teil dazu beitragen.“ Anghus sah fragend in die Runde. Alle Anwesenden nickten ihm zu, Duncan rieb sich die Hände, Connor knackte links und rechts mit dem Genick und grinste Anghus voller Tatendrang an.
Laery und Moyra begannen sogleich zu tuscheln und Jamie nahm seine Lynn an die Hand und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Alec setzte den Bierkrug ab wischte sich den Schaum vom Mund und sagte: “Dann aber auf, was hast du gedacht, das wir tun sollen?“
Anghus schlang noch ein Stück Schinken hinunter und sagte dann: „ Alec, du machst Eisennägel, Scharniere für Tür und Tor. Bolzen, Splinte, Nieten und Beschläge in Massen. Connor und ich, wir gehen Eichen schlagen. Duncan macht Bretter und Kanthölzer, Holzsplinte und Zapfen in allen Größen, Jamie sollte ihm dabei helfen die dicken Stämme zu zersägen. Moyra und Lynn, ihr macht Lehmziegel und füllt Lehmputz in große Kisten ab. Laery und dich bitte ich ein Schiff zu kapern….ähhhm….. ich meine, zu mieten. Ein gutes starkes, das sehr viel Baumaterial tragen kann. Ich hörte vor Menek´Ur liegen die größten und besten Schiffe. Sobald es im Hafen von Fuachtero liegt beladen wir es und bringen die Baumaterialien nach Berchgard. Ich werde Adrian davon unterrichten, dass wir das Baugut von dort aus auf Lastkarren nach Varuna schaffen werden. Dann sehen wir weiter wo wir mit anfassen und helfen können. Ich denke in zwei bis drei Wochen sollten wir alle zusammen haben.“
Nach dem man anschließend in Ruhe zu ende gefrühstückt hatte, gingen sie ihrer Wege und von diesem Tage an war ein stetiges Hämmern, Sägen, Schlagen, fröhliches Gelächter und die Melodien der Ahnen der fleißigen Clansleute im Tal der MacIoras zu hören.