In Gedenken ...

Antworten
Ciaran Aumar
Beiträge: 0
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

In Gedenken ...

Beitrag von Ciaran Aumar »

Viel Zeit floß ins Land seid meiner ersten Ankunft an diesen Gestaden. Jung war ich damals in Körper und Geist, auch wenn mein Körper noch jung ist hat sich mein Geist doch geändert. Zumindest zum Teil. Dinge haben mich geprägt, Dinge, die ich lieber auf immer vergessen würde, doch sie sind ein Teil von mir und machen aus was ich bin.
Lange war ich nun auf Reisen gewesen wärend die Welt sich wandelt, zum Teil aus Pflicht heraus, zum Teil aus Wanderlust. Doch dies hatte mich auch Freundschaften und Liebe gekostet und auch wenn es noch so schmerzte konnte ich nur damit leben. Die Zeit die verfloßen war hat mein Gesicht wohl aus aller Leute Gedächniss getilgt, mein Name nur noch eine wage Erinnerung.
Und ein Teil von mir fand dies gut so, lass mich neu anfangen, unbekannt, nicht verfolgt von den dunklen Erinnerungen wenn mich jene die ich einst kannte nach denen fragte die ich verloren hatte.
Da war beschlossen das ich nich zurückkehrte. Nein, der der diesesmal an Land ging war jener den man "den Schwarzen" nannte, den dies war die Bedeutung meines Namens. Es schien eine gute Idee zu sein.
Ich bezog mein Haus wieder, räumte die Dinge um, änderte dieses und manches, doch immer noch schien es so leer. Ich war alleine und wollte es so. Zumindest dachte ich es. Doch ich blieb bei meinen Gewohnheiten und so kehrten auch Sorgen zurück, als ich zu jener Bäurin ging, die mir schon oft ein gutes Pferd verkaufte, um erneut eines zu erwerben. Ich spürte ihre Sorgen und ihren Schmerz und konnte mich nicht abwenden von ihr, sie als Fremde betrachten. Auch war sie klug, da sie erkannte wer ich war.
Ich war in Bajard und stellte erfreut fest das jene Raufbolde, die ich von früher kannte, nicht mehr hier weilten um die Tavernen unsicher zu machen, doch stellte ich auch fest das es das Haus von Leador am Strand im Nordwestens Gerimors nicht mehr gab, hörte davon das es verlassen worden war, Leana fortgezogen zu unbekannten gestaten und alsdann zu einer Räuberschenke verkam, um später ganz abgerissen zu werden.
Ich traf nette Leute in Bajard, auch wenn andere das nicht ob ihrer Herkunft oder Gildenzugehörigkeit vermuteten, doch bildete ich mir schon immer mein eigenen Urteil. Doch als ich dann eines Abends eine suchende Frau mit großer Stoffrolle auf den Rücken traf, der ich behilflich sein wollte, kam ich zwar zu schönen neuen Kleidern, doch kamen auch erinnerungen. Die junge Frau war nett und eine Schneiderin in Ausbildung, doch mit Schneiderinen hatte ich bislang wirklich kein Glück. Und so, wärend ich bei diesem Gespräch in alte Gewohnheiten zurückfiel, wuchs auch die Vorsicht. Doch sie konnte nichts für meine Erfahrungen.
Ein paar Tage später, wieder in Bajard, traf ich erneut eine junge blonde Frau im blauen Kleid, die erst kürzlich in Gerimor angekommen schien. Sie schien verzweifelt etwas zu suchen, zum einen den Weg zu eine Magier-Akademie, und ich half ihr diese zu finden, querfeldein bis zu den Toren, den verschlossenen Toren, niemand war da. Alsdann fragte sie mich ob ich sie vieleicht auch an den Strand hinauf führen konnte. Nun, da konnte ich helfen, wohnte ich doch nicht weit von da. Und so war es mir ein erfrischendes Vergnügen die blonde Maid an den Strand zu geleiten. Dort schien sie etwas zu suchen ... bis ich darauf kam, das sie das Haus der Meisterschneiderin Leana Leador suchte. Sie selbst war auch Schneiderin, von ihren Eltern hierher gesandt um bei Leana zu lernen. Dunkle, schmerzvolle Erinnerungen kamen hoch, doch auch das alte Pflichtgefühl gegenüber der Frau, die einen Teil meines Herzes mit sich nahm. Und so beschloss ich stellvertretend für Leana der jungen Frau Unterkunft und Hilfe zu geben, wobei ... ausbilden konnte ich sie natürlich nicht.
Nur zögernt nahm sie das Angebot an, verständlich da sie mich nicht kannte, doch es war erfrischend sie im Haus zu haben, machte Spass ihr Dinge zu besorgen und ihr so eine Freude zu machen.
Vor meinen Anwesen, unter dem Balkon, war ein guter platz für ihre Werkstatt. Und als ich mit ihr ein paar dinge besorgte, brachte ich sie auch zu dem Haus einer anderen Meisterscheiderin, die sie vieleicht in die Lehre nehmen konnte. Doch als ich vor dem Haus meiner Einstigen Freunde stand, mir die Auslagen an Kleidern und Bognerwaren besah, kam die dunkle Verweiflung wieder.
Die Erinnerung an Nimuelia, die gestorben war.
Die Freundschaft zu den Leadors, die Liebe zu Leana, die ich verloren hatte und die nun Gerimor verlassen hatte, wohl für immer.
Rebecca, um die ich lange geworben hatte, die selbst viel auf Reisen ist und die ich verlor, als meine Reisen in Ferne länger zulange dauerten. Doch dies ist meine Schuld.
Kanubio, den der Weg, den er eingeschlagen hatte immer weiter von mir fortführte und meine Zeit in der Fremde tat wohl den Rest.
andere ... Hudgarr, Dragane, Falco ... Freunde und Bekannte, denen ich mich wohl entfremdet habe oder die auch dieses Eiland verlassen hatten.
Die junge Schneiderin Nia bemerkte dies, doch ich bad sie nur heimzufahren, mit der Kutsche. Ich würde nachkommen, ich brauchte den Weg durch die Nacht um meine Gedanken zu sammeln, zu ordnen.
Sie tat worum ich sie gebeten hatte, ich half ihr in die Kutsche, dann winkte ich ihr nach als sie abfuhr.
Alleine stand ich in der Nacht. Einsam, weil ich es wollte. die dunkle Last der Erinnerungen auf meinen Herzen.
Langsam wanderte ich den Weg hoch zum Wegekreuz, vorbei an der fast verlassenen Stadt Varuna. Varuna, das wohl bald der Zerstörung preisgegeben wird. Die Stadt die viele Erinnerungen hielt, gute wie schlechte. Mein erstes Treffen mit Leana. Der Markt mit Nimuelia. Die Suche nach dem Entführer, ebenso wie die nach dem Jungen Antoris. Die Hexenjagd die das wahre, grausame Gesicht vieler Bewohner zeigte. "Armes Varuna" dachte ich bei mir. "Wer wird deiner Gedenken, wenn du einmal nicht mehr bist, nur in Ruinen daliegen wirst ... "
In jenen Moment kam ich an dem Friedhof vorbei, wo Grab- und Gedenksteine verkauft wurden. Gedenken ... ich fasste einen Entschluss und kaufte einen Gedenkstein. Schwer war er auf meinen Rücken, doch meine Füße gingen leicht, als wäre die Last auf meinen Herzen von dem Stein abgelöst worden.
Als ich daheim ankam, war Nia in ihre Arbeit vertieft, sie bemerkte nicht wie ich hereinkam und den Gedenkstein vor einen kleinen Stück Wildblumen abstellte. Dann huschte ich zu ihr blickte ihr über die Schultern und betrachtete ihr Werk. Da erst bemerkte sie mich. Mir war leichter ums Herz und es tat so gut heimzukommen und jemand war da.

Am ersten Tag der neuen Woche lies ich einen Spezialisten kommen, der die Worte in den Stein schreiben konnte. Geschickt und geschwungen meißelte dieser die Worte hinein. 'Gedenkstein im Gedenken an Nimuelia Aumar und alle vergangenen Freunde'. Als das letzte Wort geschrieben war, der letzte Schlag getan, erschien ein funkelndes Licht über dem Stein, und Lilien erblüten ringsum.

Mögen wir immer denen Gedenken, die einen Teil unseres Herzens besitzen, ob Geliebte, Freunde, Gefährten, ob in dieser Welt oder der nächsten.
Lasst uns nicht vergessen was war, doch offen sein für das was kommt, aber leben muss man ihm hier und jetzt.
Antworten