Seine letzte Reise

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Liliana van Drachenfels
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Seine letzte Reise

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Tim saß an Deck der Neptun, die ihn endlich in den sonnigen Süden, wo er seinen Lebensabend verbringen wollte. Alle seine Besitztümer hatte er zuvor verteilt, denn dort würde er nicht viel brauchen. Seine letzten Diamanterze, in wochenlanger Knochenarbeit aus dem Berg geholt, waren verarbeitet und die wenigen Erzeugnisse, die ihm daraus geglückt waren, hatte er guten Kunden und Freunden gegeben. Gold würder er kaum brauchen, nur ein wenig für die Überfahrt und so verschenkte er dieses freigiebig. Auch das Haus, das ihn an so schöne Tage, als noch Kinderlärm und ihr fröhliches Lachen das Haus erfüllte, hatte er verkauft. Was blieben waren die Erinnerungen. Seine Liebe zu Laurie, den beiden Kindern die sie gemeinsam hatten Wie glücklich sie waren damals. Und dann brach das Unheil über sie herein. Alle wurden sehr krank. Erst erwischte es die Kinder, ein Heiler war nicht aufzutreiben und so erwischte es auch schon bald ihn und Laurie. Doch Laurie und er überlebten die schreckliche Krankheit, die Kinder hingegen starben ihnen unter den Händen. Schon damals war er im Nachhinein gestorben. Nicht an der Krankheit sondern an gebrochenem Herzen, er hatte die beiden Mädchen über alles geliebt und konnte ihren Tod einfach nicht überwinden. Danach war er viel unterwegs, mal hier mal dort. Sprach reichlich dem Alkohol zu um sich zu betäuben. Seine Ehe mit Laurie zerbrach und das Leben wurde nie mehr wie zuvor. Nach einigen Jahren kehrte er zwar zuürck, arbeitete ab und an als Schmied, aber auch die Lust an der Arbeit hatte er verloren.
Zumal sie ihm immer schwerer fiel, er hustete oft und spuckte Blut dabei. eine Heilerin, die ihn deswegen untersuchte hatte nur den Kopf geschüttelt und ihn mitleidig angeschaut. Sie mußte ihm nichts vormachen, er wußte eh Bescheid. Die Schmerzen in der Lunge, sie kamen immer öfter, als würde etwas seine Lungen zerfressen.

Liuma, sie würde ihm fehlen. Die Wirtin und Schneiderin hatte sich ein wenig in ihn verguckt, doch nie war er darauf eingegangen. Nicht daß sie ihm nicht gefallen hätte, keinesfalls. Ehr das Gegenteil war der Fall, doch hatte er den Verlust seiner Töchter einfach nie verkraften können und fühlte sich nicht in der Lage eine neue Beziehung einzugehen. Doch fehlen würde sie ihm schon sehr. So sorgte er wenigstens noch dafür, daß es ihr an nichts fehlen würde. Er packte einen Brief an sie und etliche Beutel Gold, sowie ein paar Rollen Golddraht in ihren Briefkasten. Seine Reise war bezahlt und dort wo er hinwollte, würde er kein Gold benötigen.

So saß er nun auf dem Schiff, genoss einen sehr guten Wein und schaute in den Sonnenuntergang, als plötzlich laute Rufe aus dem Krähennest ertönten. "Alarm! Piraten auf Steuerboard" schallte es laut von oben.

Der Steuermann reagierte sofort und versuchte den Kurs zu wechseln, doch das Piratenschiff war schneller, es ging sfoort auf Kollisionskurs und fing das langsamere Frachtschiff ab. Dann brachte es seine Kanonen in Stellung und schon wurde die erste Salve abgeschossen. Eine Kugel traf den Vorschiffmast und dieser stürzte laut krachend aufs Schiff. Tim wurde von der Wucht des Aufpralls zur Seite gefegt wie eine Strohpuppe und krachte gegen die Reling. Einige Rippen krachten, er fühlte einen furchtbaren Schmerz und verlor kurz darauf schon die Besinnung. Auch als das Piraten das Schiff enterten, die Mannschaft dahinmetzelten und alles wertvolle plünderten, bekam er nicht mehr mit. Auch daß das Schiff von den Piraten anschließend versenkt wurde und mit Mann und Maus unterging, bekam er nicht mehr mit. Er versank einfach in der ihn umgebenden Schwärze und fand mit vielen anderen ein feuchtes Grab am Meeresgrund.
Zuletzt geändert von Liliana van Drachenfels am Dienstag 10. März 2009, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.
Liuma Leinenbach

Beitrag von Liuma Leinenbach »

Die Zeit verrann. Der Frühling schickte erste Boten, nur einer von Tim blieb aus. Ein lauer Hauch ließ ihre Gedanken schweben weit fort wo sie Tim wähnte. Wenn gleich er nicht der Mann war, von dem sie träumte, hatte sie sich doch in seiner Gegenwart wohl gefühlt. Mit seiner Art, die eher gewöhnlich aber offen und herzlich war, wurde er ihr ein guter Freund. Die dunkle Vergangenheit holte den ärmsten immer wieder ein, zerrte und nagte an seiner Seele. Der Kummer ließ sich nicht ertränken und so hoffte Liuma ihm hin und wieder eine Freude machen zu können, hörte ihm zu wenn er voller Leidenschaft von seinen Töchtern, seiner Familie erzählte, bis er plötzlich wortlos und verbittert in sein Glas stierte.

Gern hätte sie das unmögliche vollbracht. Sie war nicht stark genug. Als sie Brief und Geschenke fand wusste sie, dass sie ihn nie wieder sehen würde. Tränen der Wut. Der Zorn verrauchte. Traurig nickte sie vor sich hin. In Gedanken wünschte sie ihm inniglich, dass er seinen Frieden finden würde.


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