Wie die Ratten ...
-
Virginie Gladwyn
Wie die Ratten ...
Schwer atmend setzte sich Virginie auf das Bett im Lazarett in der Kapelle. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Sie saßen fest.
Wie die Ratten waren sie eingesperrt und mussten jeden Moment damit rechnen ausgeräuchert zu werden. Der Ostteil der Stadt war am Brennen und selbst der Regen vermochte diese Flammen nicht zu löschen. Virginie kam zu Ohren, dass auch das Wasser teils vergiftet war.
Müdigkeit und Erschöpfung hatten sich in Virginies sonst so fröhlichem und sanftmütigem Gesicht abgezeichnet. Sie hatte nicht die geringste Gelegenheit gehabt, sich irgendwie auszuruhen seit dem Angriff auf das Nordtor, doch hielt sie sich tapfer. Auch weiterhin versuchte sie guter Hoffnung zu bleiben und den Schmerz in ihrer Schulter zu ignorieren, welche heute erst von einem Pfeil durchbohrt wurde.
Langsam ließ sich Virginie auf die Liege sinken und ihre Augen schlossen sich. Sie fühlte sich so alleine wie schon lange nicht mehr. Sie dachte immer sie würde es alleine schaffen, doch anhand ihrer neuen Situation, musste sie sich wohl eingestehen, dass dem nicht so war. Sie war in einem Land von dem sie noch nicht mal die einzelnen Reiche alle beim Namen nennen konnte, weil sie grade erst vor kurzem angekommen war und dennoch würde sie für die Menschen dieses Ortes ihr Leben lassen. So wie für jeden eigentlich.
Das war es doch was eine Heilerin ausmachte, oder nicht? Selbstaufopferung?
Virginie konnte doch gar nicht anders. Sie schützte jedes Leben und wenn von Nöten dann mit ihrem eigenen. Dieser unbändige Drang zu helfen machte sie immer stark für andere, aber nie für sich selbst…
Wer heilt den Heiler?
Den einzigen die Virginie bisher wirklich nahe gekommen war waren Clarissa und Erinna. Beide mochte sie von ganzen Herzen. Clarissa war trotz ihrer augenscheinlichen Härte eine grundgute Frau, welche es sich trotz ihrer Umstände nicht nehmen ließ den Unschuldigen zu helfen. Das imponierte Virginie sehr.
Und Erinna? Sie hoffte es würde ihrem Schützling gut gehen. Es schien als würde auch sie und noch ein paar andere von ihrem Clan in Varuna festsitzen. Sie würde nachher nach ihr suchen…
… und dann war doch noch Rika.
Virginie hatte sehr viel Respekt vor der Herrin von Gryffenhorst. Sie war eine starke Persönlichkeit , auch wenn man selbst ihr schon die Erschöpfung und leichte Verzweiflung ansehen konnte.
„Nicht einschlafen“, murmelte Virginie noch zu sich selbst, doch legte sich bereits ein bleierner Schlaf über sie. Ihre Träume waren geprägt von Unheil und Schrecken und Einsamkeit…
-
Rika von Gryffenhorst
Erschöpft saß Rika auf einer der Pritschen des Lazaretts, die Beine angezogen, Kopf und Rücken gegen die Wand gelehnt. Der beißende Qualm des brennenden Varunas brannte ihr noch immer in den geschädigten Lungen und das Atmen fiel ihr schwer. Für den Moment war sie ihrer Kraft beraubt, sie konnte einfach nicht mehr.
Verzweifelt hatte sie im Hagel der Brandpfeile versucht, den beiden Druiden und ihrem Bruder den Rücken freizuhalten, als jene versuchten den Herrscher der Flammen anzurufen. Doch vergeblich. Aus den Niederhöllen selbst schienen diese Flammen zu stammen, selbst der Erzmagier war machtlos, er konnte sich ohnehin kaum noch auf den Beinen halten. Immer wieder hatte sie ihn angefleht, doch endlich aus dem Flammeninferno zu fliehen, sich nicht selbst weiter in Gefahr zu bringen - auch das vergeblich. Erst, als die Flammen schon gefährlich nah nach ihren Gewändern züngelten, gab er auf und wandte sich dem Tempel zu. Vielleicht war es dieser Moment gewesen, daß Gefühl, daß er sie nicht einmal wahrnahm, das sie zum straucheln brachte. Sie stolperte und schlug der Länge nach auf dem heißen Pflaster auf. Lukan und Balthasar waren es, die ihr auf halfen und sie fort zerrten - nicht ihr eigener Bruder.
Rika senkte den Kopf und sah auf ihre aufgeschürfte Hand. Die Verwundung war nicht schlimm, nur unangenehm.
Dann ließ sie ihren Blick über das Lazarett schweifen. Dort hinten im Eck lag Finja auf einer der wenigen freien Pritschen und schlief. Ein paar Betten weiter war Virginie mit einem Verwundeten beschäftigt. Auch sie schien am Ende ihrer Kraft zu sein. Dennoch war Rika für einen Moment froh, sie hier zu sehen. Es tat gut, noch andere fähige Hände in der Nähe zu wissen.
Dann glitt ihr Blick wieder zu Calor hinüber, der fieberhaft riesige alte Bücher im mehr als mangelhaften Schein einer einzelnen Kerze durchsuchte. Sie seufzte leise, als er sich auch jetzt keine Ruhe gönnte und die quälenden alten Fragen stiegen wieder in ihr auf. Den ganzen Tag hatte sie sich abgelenkt, hatte getan, was sie nur konnte, um zu helfen, Leiden zu lindern oder einfach nur ein aufmunterndes Lächeln zu schenken - wie ehrlich oder unehrlich es auch immer gewesen sein mochte. Doch jetzt.....
Ihr Blick glitt über die kräftige Statur ihres Bruders, das zerzauste Haar und die hohlen, von Bartstoppeln übersäten Wangen. Wie gern wäre sie zu ihm hinüber gegangen, hätte ihm das Haar glatt gestrichen.... energisch verbat sie sich diesen Gedanken. Aber war sie denn ein schlechterer Mensch, weil ihr das Leben eines einzelnen Mannes so viel wichtiger war als eine ganze Stadt? Sie wußte, für Calor stand Varuna, stand der Graf an erster Stelle, er würde alles tun, um die Stadt zu retten. Und wenn das nicht mehr ginge, so viele Menschen wie möglich unversehrt hinauszuschaffen. Sie selbst war dabei nur eine von vielen. Er würde sie liegen lassen, wenn er an ihrer Stelle 10 andere Personen retten konnte. Es würde so sein, wie vorhin im Feuerhagel...
Sie jedoch würde die ganze Stadt zu Kra'thor gehen lassen, wenn sie nur diesen einen Menschen retten konnte....
Verzweifelt hatte sie im Hagel der Brandpfeile versucht, den beiden Druiden und ihrem Bruder den Rücken freizuhalten, als jene versuchten den Herrscher der Flammen anzurufen. Doch vergeblich. Aus den Niederhöllen selbst schienen diese Flammen zu stammen, selbst der Erzmagier war machtlos, er konnte sich ohnehin kaum noch auf den Beinen halten. Immer wieder hatte sie ihn angefleht, doch endlich aus dem Flammeninferno zu fliehen, sich nicht selbst weiter in Gefahr zu bringen - auch das vergeblich. Erst, als die Flammen schon gefährlich nah nach ihren Gewändern züngelten, gab er auf und wandte sich dem Tempel zu. Vielleicht war es dieser Moment gewesen, daß Gefühl, daß er sie nicht einmal wahrnahm, das sie zum straucheln brachte. Sie stolperte und schlug der Länge nach auf dem heißen Pflaster auf. Lukan und Balthasar waren es, die ihr auf halfen und sie fort zerrten - nicht ihr eigener Bruder.
Rika senkte den Kopf und sah auf ihre aufgeschürfte Hand. Die Verwundung war nicht schlimm, nur unangenehm.
Dann ließ sie ihren Blick über das Lazarett schweifen. Dort hinten im Eck lag Finja auf einer der wenigen freien Pritschen und schlief. Ein paar Betten weiter war Virginie mit einem Verwundeten beschäftigt. Auch sie schien am Ende ihrer Kraft zu sein. Dennoch war Rika für einen Moment froh, sie hier zu sehen. Es tat gut, noch andere fähige Hände in der Nähe zu wissen.
Dann glitt ihr Blick wieder zu Calor hinüber, der fieberhaft riesige alte Bücher im mehr als mangelhaften Schein einer einzelnen Kerze durchsuchte. Sie seufzte leise, als er sich auch jetzt keine Ruhe gönnte und die quälenden alten Fragen stiegen wieder in ihr auf. Den ganzen Tag hatte sie sich abgelenkt, hatte getan, was sie nur konnte, um zu helfen, Leiden zu lindern oder einfach nur ein aufmunterndes Lächeln zu schenken - wie ehrlich oder unehrlich es auch immer gewesen sein mochte. Doch jetzt.....
Ihr Blick glitt über die kräftige Statur ihres Bruders, das zerzauste Haar und die hohlen, von Bartstoppeln übersäten Wangen. Wie gern wäre sie zu ihm hinüber gegangen, hätte ihm das Haar glatt gestrichen.... energisch verbat sie sich diesen Gedanken. Aber war sie denn ein schlechterer Mensch, weil ihr das Leben eines einzelnen Mannes so viel wichtiger war als eine ganze Stadt? Sie wußte, für Calor stand Varuna, stand der Graf an erster Stelle, er würde alles tun, um die Stadt zu retten. Und wenn das nicht mehr ginge, so viele Menschen wie möglich unversehrt hinauszuschaffen. Sie selbst war dabei nur eine von vielen. Er würde sie liegen lassen, wenn er an ihrer Stelle 10 andere Personen retten konnte. Es würde so sein, wie vorhin im Feuerhagel...
Sie jedoch würde die ganze Stadt zu Kra'thor gehen lassen, wenn sie nur diesen einen Menschen retten konnte....
-
Ciesa Amarth
Ein Weg, wir brauchen einen neuen Weg hinaus von hier!
Sie war sich sicher hier ist ein Verräter unter uns, jemand war dabei das Wasser zu vergiften.
Denn nicht alles wurde vergiftet und das war dochsicher das Ziel des jenigen.
Sie suchte und suchte doch kein Weg mehr in sicht.
Weiter verharrte sie am Teich wessen Wasser noch sauber war.
Dieses Wasser würde sauber bleiben dafuer wollte sie sorgen!
Nun griff sie nach einem letzten stueck altem Pergament in ihrer Hand und suchte nach dem Postamt.
Dort würde es sicher Tauben geben, man muesste mit den aussenstehenden kontakt halten. Das war wichtig..
für das was noch geschehen würde und für die Hoffnung der Bürger in der Stadt.
Das war das letzte was noch jene aufrecht erhielt und sie wollte es nicht aufgeben lassen.
Sie war sich sicher hier ist ein Verräter unter uns, jemand war dabei das Wasser zu vergiften.
Denn nicht alles wurde vergiftet und das war dochsicher das Ziel des jenigen.
Sie suchte und suchte doch kein Weg mehr in sicht.
Weiter verharrte sie am Teich wessen Wasser noch sauber war.
Dieses Wasser würde sauber bleiben dafuer wollte sie sorgen!
Nun griff sie nach einem letzten stueck altem Pergament in ihrer Hand und suchte nach dem Postamt.
Dort würde es sicher Tauben geben, man muesste mit den aussenstehenden kontakt halten. Das war wichtig..
für das was noch geschehen würde und für die Hoffnung der Bürger in der Stadt.
Das war das letzte was noch jene aufrecht erhielt und sie wollte es nicht aufgeben lassen.