Die Prüfung
Ihre schweren Schritte auf dem Steinboden waren kaum zu überhören, monoton und eingängig, war das Geräusch was erzeugt wurde. Es hallte an den hohen Mauern wider und schlug sie selber in einen Bann, sie war voller Ehrfurcht, Schritt für Schritt getragen von den eigenen Beinen, die doch so selbstständig waren. Die schwarze Statue vor Ihr, wurde größer, erstreckte sich bald so sehr in die Höhe, dass sie den Blick anheben musste um sie noch in der Gesamtheit erspähen zu können. Obwohl die vorherrschende, schwerwiegende Stille immer wieder von dem monotonen Schlag der Eisenschuhe durchbrochen wurde, legte sie sich wie ein schützender Mantel über Ihre Schultern. Seitlich, in Höhe einer Nische, hielt sie inne. So geübt die herabsinkende Bewegung auch sein mochte, so dumpf Klang es als die Beinschienen den Steinboden berührten. Dann war es still. Es verließ niemand den Tempel, niemand kam hinein. Voller Ehrfurcht glitt der Blick ein weiteres Mal über die Statue des Gottes, dann senkte er sich herab und fixierte einen Spalt zwischen den Fliesen. Langsam und regelrecht respektvoll legten sich die Hände zu einer Verschränkung zusammen, die Gebetshaltung war vollendet. Ihr eigener Akt hatte begonnen: Die Gedanken drehten sich schneller und schneller, strömten ungeordnet und ohne Rücksicht auf sie ein und doch beendete sie jene nicht, ließ es einmal am Tag derart unkontrolliert über sich ergehen. Und erst als der letzte Gedanke sich zu den anderen ordnete, leise und vorsichtig, begannen sich Ihre Lippen langsam, beinahe stumm zu bewegen: „Oh Gottkönig, Du. Dir zu dienen heißt Ehrfurcht zu lernen, um nicht im falschen Hochmut den Sinn unseres Strebens aus den Augen zu verlieren. Nein, ich werde den Sinn meines Zieles nicht außer Acht lassen, oh Herr...“. Einige Male murmelte sie diese Aussage wie eine Art Mantra vor sich her, ehe das gewünschte Bewusstsein einsetze. Wie an feinen Fäden gezogen, setzen sich die ungeordneten Gedanken nun logisch zusammen, bildeten Paare und ergaben ein großes Ganzes. Ein Gedankenkonstrukt so nachvollziehbar und plausibel, dass im Kopf Platz für Neues geschaffen wurde. Sehr langsam nur bewegten sich die ineinander gefalteten Hände auseinander, um ein Zeichen in Richtung Tempeldecke zu schlagen. „Ich danke Dir, Alatar, mein Herr.“, kam es leise, beinahe abschließend von Ihren Lippen. Trotz der pechschwarzen, schweren Rüstung drückte sich die Gläubige ohne ein Stocken in die Höhe, während gleichzeitig das Ebenbild des Gottes auf dem Altar vor Ihr an Größe abnahm. Noch immer stand sie dort, unbewegt wie sie zuvor kniete, die Augenlider ehrfürchtig gesenkt. Die zuvor entwickelten, feinen Fädchen begannen nun Ihre Fühler auszustrecken und nach den geordneten Überlegungen der letzten Tage zu tasten.
. . .
„Doch lernt man nicht erst, Catulus, wenn man erlebt hat?“, kam die Frage durchaus interessiert von den Lippen der jungen Gardistin. Die Thematik der Gefühlswelt und damit verbundenen Ordnung eines Alatari beschäftigte sie bereits seit Ihrer Kindheit und sollte hier nun aufgegriffen werden. Gekleidet in den Farbe der Garde, stand sie aufrecht vor dem noch recht jungen Catulus. Sein Gesicht, abscheulich für die einen, faszinierend für die anderen, war Ihr stets zugewandt und genau wie sie wissbegierig dort vor Ihm stand, zeigte es neben der gutmütigen Art eines Priesters, auch unverhohlenes Interesse an der Thematik. Vor einigen Tagen, als er sie während Ihres täglichen Gebetes in dem Tempel vorfand, bot er Ihr an weiter darüber zu sprechen, Ihr alles näher zu bringen. So standen sie nun hier auf dem Marktplatz. Ein zufälliges Treffen, welches dennoch postwendend auf den Punkt geführt wurde: Wie geht man mit Gefühlen, sei es Hass oder Abscheu, Zorn oder Liebe, Eifersucht oder Hingabe um? Wie weit durfte man gehen, um nicht von dem rechten Weg abzukommen? Während die kalten Böen unbarmherzig über den offenen Marktplatz zogen, erklärte er Ihr alles vollkommen ruhig, mit einer Begeisterung, die sie aufhorchen ließ. Keine Böe trieb Ihn zur Seite hin ab, kein Windzug ließ Ihn von seinem Weg abkommen, der Catulus blieb sicher und mit regelrecht rigider, gutmütigen Miene vor der Gardistin stehen.“Ihr wisst, dass der ehrenwerte Ahad diesen Weg bereits viel länger beschreitet, seinem Ziel bereits viel näher ist, als Ihr es seid, Fräulein Swynedd?“, wies der Catulus sie deutlich daraufhin, als sie von Ihrem Gespräch mit dem schwarzen Marschall berichtete. Er, dessen Miene stets von einem undurchdringbaren Helm verdeckte wurde, war bezüglich dieser Thematik ein deutliches Antonym zu dem nun vor Ihr stehenden Laran Drrusk. Die Stimme hob sich lediglich aus der Monotonie, wenn es um die Gratwanderung zwischen Hass und Zorn ging, konträr dazu der Catulus: Er legte dies dar, er legte das dar. Doch die ganze Zeit sprühte er vor Begeisterung. Man konnte blind sein und hätte dennoch den Eifer gespürt, mit welchem er den Anhänger des All-Einen zur Not auch die simpelsten Dinge näher brachte. Nicht von der Hand zu weisen war, dass der Ahad natürlich, ähnlicher Überzeugung war wie auch der junge Laran und doch gab es scheinbar Tabuthemen für Ihn, Dinge, die Anastasia und wohl auch keine andere Person jemals präzise aus seinem Mund hören würden. Dies wohl war auch der Grund weswegen sie erneut das Gespräch suchte, erneut Antworten auf Ihre vielen, tiefgründigen Fragen haben wollte. „Ich kann anbieten Euch einer Prüfung zu unterziehen, mehr jedoch steht mir mit meinen bescheidenen Mitteln nicht in der Macht. Man lernt, wenn man erlebt, das ist in der Tat so.“, riss seine einnehmende Stimme die Frau vor Ihm erneut aus den Gedanken. Eine Prüfung für sich selber sollte Ihr also den Weg voran ebnen? Sie strebte seit Anbeginn Ihrer Zeit nach Perfektion, wollte Ihrem Gott keine Schande bereiten und nun hatte sie die Möglichkeit durch eine Prüfung Fragen auf Ihre Antworten zu bekommen, um einen weiteren Schritt in Richtung der Vollkommenheit zu nehmen. Mit Ihrem Einverständnis, durchströmte sie auch der erste Schmerz. „Ich möchte hier und jetzt beginnen.“, hallten die Worte noch in Ihrem Kopf wider und schon, einen Lidschlag später, zuckte der Kopf durch die schallende Ohrfeige getrieben zur Seite. Die Haut in Höhe des Jochbeins verfärbte sich in einem deutlichen, anprangernden Rot. „Was ist es was _ Du _ fühlst? Sag' es mir.“, trieb Laran sie an. Nach seinem Schlag, fanden die Hände sich wieder schuldlos in den jeweils gegenüberliegenden Robenärmeln. Er redete weiter auf sie ein, Ihre Zeit der Fassungslosigkeit nutzend: „Während dieser Prüfung, werden Titel fallen, die Namen verlieren Ihre Bedeutung.“. Und doch, keimte kein Hass, kein Zorn in Ihr auf, alle Emotionen wurden verdrängt von der aufdringlichen Frage: Warum? Genauso teilte sie es Ihm auch mit, genauso ließ er es im Anschluss auch im Raum stehen. "Wenn Schmerz ein Weg zum Hass ist, und Hass es ist der uns näher an den Herrn bringt, uns Stärke und Macht verleiht, was hättet Ihr tun müssen um dem gerecht zu werden?". Mit jeder neuen Frage, kreisten immer mehr verworrene Gedankengänge in Ihrem Kopf. Sie waren mit Sicherheit gleichzusetzen mit den nun vom Himmel herab tanzenden Schneeflocken. Kühl und unbewegt, gleichzeitig aber aufgebracht und unruhig.
. . .
Ein letztes Neigen des Hauptes, bevor die schweren Schritte wieder gleichmäßig, monoton an den Wänden des Gotteshauses widerhallten. Tock, Tock, Tock – ein jeder Schritt führte sie weiter zielstrebig Ihren Weg entlang.
Glaubenswege
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Laran Drrusk
Ruhig führten ihn seine Schritte durch den Tempel. Die Stufen hinab, durch das alte Tor wandelte er durch die steinernen Gänge. Den Blick starr, nachdenklich zu Boden gerichtet trug das halb von groben Leder gespaltene Gesicht selbst hier jenes entrückte Lächeln das er, gleich der wirklichen Maske steht's auf den unversehrten Teil seines Gesichtes zur Schau trug. Stille herrschte hier, die Art von Ruhe welche er nur zu gern genoss um seine Gedanken zu ordnen. Und es gab derer reichlich welche langsam, in schriftlicher Form festgehalten werden wollten. Die einfache, grobe Robe in den Farben des Herren gehalten umfing Laran dabei, als wäre sie bereits ein Teil von ihm. So sehr hatte er sich an das Gefühl des Stoffes auf bloßer Haut gewohnt das er es unbewusst vermied in Situationen zu geraten welche unauffällige, normale Kleidung nötig machte. Die Sandalen verursachten auf dem steinernen Boden kaum einen Laut, das weiche Leder der Sohle scharrte nur leise während sein Gang etwas schlurfendes inne trug das sich ihm regelmäßig aufdrängte sobald er die Welt dort oben hinter sich ließ. Der Raum war in seiner tristen Einfachheit beinahe schon spärlich zu nennen, doch erfüllte er seinen Zweck über alle Maßen. Lediglich einige Betten waren hier, so man die Holzgestelle wirklich als Schlafstädte bezeichnen wollte und auf eben eines jener hölzernen Folterwerkzeuge ließ er sich nieder um ein Buch aus den Untiefen seiner Robe zu befördern welches aufgeschlagen wurde. Ein schlichter Kohlestift, eine alte Öllampe spendete genug Licht und schon wurden seine Gedanken in dem Buch gebannt.
Und wieder hat mir der Herr einen Weg gewiesen welchen es nun zu beschreiten gilt. Selten traf ich jemanden auf meinem Weg durch den Tempel, noch seltener im Gebet vertieft. Umso überraschender also das ich ausgerechnet jene Gardistin dort vor fand welche mich bereits während der Bestrafung (Anmerkung: Ich berichtete bereits..) durch ihre Art das Werk des Herren zu verrichten beeindruckte. Landsknecht Swynedd, ihr Name. Eben jene welche mir beim überführen der beiden Deliquenten zur Seite stand. Nimmt man noch hinzu das sie am selben Tag noch versuchte in Schriftlicher Form mit mir Kontakt auf zu nehmen und ich jenen sogar noch beantwortete komme ich zu dem Schluss das eben jenes Treffen nicht zufällig von statten ging. Eine weitere Schlüsselfigur, eine Aufgabe, etwas an dem ich wachsen werde.
Dem ersten Treffen folgte rasch ein zweites, welche ebenso wieder durch bloßem Zufall herbei geführt wurde. Unsere Wege kreuzten sich am Markt und wieder drehten sich unsere Worte vorwiegend um den Glauben. Ich kam nicht umhin zu bemerken wie sehr sie sich mühte den Dogmen des Einen Folge zu leisten, nahezu vorbildlich wenn man so möchte. Die Tatsache das sie sich sogar direkt an den schwarzen Marschall gewandt hatte sprach für sich und festigte mein Vorhaben mit ihr zu arbeiten das bereits nach dem ersten Gespräch aufkeimte. So vehement wie Swynedd steht's auftrat war es nicht schwer ihr Interesse zu wecken. Ich bot ihr an ihren „Glauben“ zu prüfen um meinen Vorschlag nach dem die Kränkung dieser Worte ihren Geist erreichte genauer dar zu legen, mit Erfolg. Der Entschluss den ersten, von mir geplanten Schritt des 'Unterrichts' einzuleiten lag auf der Hand. Eine Lektion welche mir bereits zu Teil wurde weiter zu geben war einer der Schlüsselmomente dieses Tages. Immerhin würde in genau jenem der größte Teil meiner kommenden Aufgaben schlummern.
Ich muss an dieser Stelle einräumen das die Ohrfeige welche ich ihr verpasste irgend einen Teil in mir mit Genugtuung erfüllte. Ein Detail das ich bisher, unverstanden als solches einfach gelten lassen muss. Die Art wie ihr Kopf zur Seite flog, die Haut sich verfärbte hatte etwas durchaus ansprechendes. Wichtiger jedoch war der Ausdruck in ihren Augen und eben jener war es auch welcher zu ihrer ersten Aufgabe führte. Die Antwort als solches, zwar durchaus interessant aber eigentlich nebensächlich wird sie mir bei gegebener Zeit vortragen. Weit gespannter jedoch fiebere ich der Frage entgegen ob dieser einfache Akt bereits ausreichte neue Impulse zu setzen.
Und wieder hat mir der Herr einen Weg gewiesen welchen es nun zu beschreiten gilt. Selten traf ich jemanden auf meinem Weg durch den Tempel, noch seltener im Gebet vertieft. Umso überraschender also das ich ausgerechnet jene Gardistin dort vor fand welche mich bereits während der Bestrafung (Anmerkung: Ich berichtete bereits..) durch ihre Art das Werk des Herren zu verrichten beeindruckte. Landsknecht Swynedd, ihr Name. Eben jene welche mir beim überführen der beiden Deliquenten zur Seite stand. Nimmt man noch hinzu das sie am selben Tag noch versuchte in Schriftlicher Form mit mir Kontakt auf zu nehmen und ich jenen sogar noch beantwortete komme ich zu dem Schluss das eben jenes Treffen nicht zufällig von statten ging. Eine weitere Schlüsselfigur, eine Aufgabe, etwas an dem ich wachsen werde.
Dem ersten Treffen folgte rasch ein zweites, welche ebenso wieder durch bloßem Zufall herbei geführt wurde. Unsere Wege kreuzten sich am Markt und wieder drehten sich unsere Worte vorwiegend um den Glauben. Ich kam nicht umhin zu bemerken wie sehr sie sich mühte den Dogmen des Einen Folge zu leisten, nahezu vorbildlich wenn man so möchte. Die Tatsache das sie sich sogar direkt an den schwarzen Marschall gewandt hatte sprach für sich und festigte mein Vorhaben mit ihr zu arbeiten das bereits nach dem ersten Gespräch aufkeimte. So vehement wie Swynedd steht's auftrat war es nicht schwer ihr Interesse zu wecken. Ich bot ihr an ihren „Glauben“ zu prüfen um meinen Vorschlag nach dem die Kränkung dieser Worte ihren Geist erreichte genauer dar zu legen, mit Erfolg. Der Entschluss den ersten, von mir geplanten Schritt des 'Unterrichts' einzuleiten lag auf der Hand. Eine Lektion welche mir bereits zu Teil wurde weiter zu geben war einer der Schlüsselmomente dieses Tages. Immerhin würde in genau jenem der größte Teil meiner kommenden Aufgaben schlummern.
Ich muss an dieser Stelle einräumen das die Ohrfeige welche ich ihr verpasste irgend einen Teil in mir mit Genugtuung erfüllte. Ein Detail das ich bisher, unverstanden als solches einfach gelten lassen muss. Die Art wie ihr Kopf zur Seite flog, die Haut sich verfärbte hatte etwas durchaus ansprechendes. Wichtiger jedoch war der Ausdruck in ihren Augen und eben jener war es auch welcher zu ihrer ersten Aufgabe führte. Die Antwort als solches, zwar durchaus interessant aber eigentlich nebensächlich wird sie mir bei gegebener Zeit vortragen. Weit gespannter jedoch fiebere ich der Frage entgegen ob dieser einfache Akt bereits ausreichte neue Impulse zu setzen.
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Anastasia Swynedd
Die Geschenke des Herrn
Das kleine Haus im Hafenviertel fiel kaum aus der Reihe. Ebenso wie alle anderen anliegenden Grundstücke war der Vorplatz ungepflegt, die Hausmauern standen schräg in die Höhe und selbst die Haustüre schien sich nicht mehr lange in den Angeln halten zu können. Und dennoch ging von diesem Gebäude eine derart beklemmende Atmosphäre aus, dass sich die Hand der jungen Gardistin nicht mehr vom Schwertknauf lösen wollte. Die Leere in dem scheinbar unbewohnten Haus, schlug auf schwer auf das Gemüt, weswegen es zeitweise schwer fiel die Aufmerksamkeit lediglich auf den Catulus gerichtet zu lassen. Der eisige Wind war es, der immer wieder ein unangenehmes Pfeifen durch die Ritzen der Mauern dringen ließ, ein jedes Geräusch ließ die Alarmglocken innerlich regelrecht schellen. Mit Sicherheit wäre das Haus weit weniger obskur gewesen, hätte der Catulus den Grund für diesen Ortswechsel – von dem Tempel in das Hafenviertel – näher erläutert. Doch statt einer Erklärung, fuhr er direkt in der Lehrstunde fort. Noch immer ging es um das Privileg der Emotionen, insbesondere die Geschenke des einzigen Herrn: Hass und Zorn.
„Lege bitte Dein Schwert ab, Anastasia.“, obwohl die Aufforderung so klar formuliert wurde, bahnte sie sich nur sehr langsam Ihren Weg in das Verständnis der Kriegerin. Das Schwert, welches scheinbar allgegenwärtig,an Ihrer Seite in der Schwertscheide verweilte, wurde selbst bei Nacht, wenn alle zu Bett gingen, nur ungern fort gelegt. Und nun sollte sie die Waffe, welche sie wie Ihr eigenes Kind hütete, gerade an diesem beklemmenden Ort ablegen. Doch der Catulus schien es ernst zu meinen, sein gesundes Auge lag voller Ruhe auf Ihr. Er wirkte als würde er Ihre Gedankengänge bereits jetzt zu studieren versuchen. Er würde warten, selbst wenn es Stunden dauern würde, sich von der Schwertscheide zu lösen, dessen war Anastasia sich gewiss. Die vielen Eindrücke des leeren, aber mysteriösen Raumes rieselten unbarmherzig auf sie nieder und ließen die Entscheidung nur noch umso schwieriger erscheinen. Langsam nur nahm sie einen Schritt zurück. Lediglich für einen einzigen Lidschlag nahm sie den Blick von Laran, als Ihre Finger begannen den Gurt langsam zu lösen. Die Zeit schien quälend langsam zu vergehen, es wirkte als würde sie Ihr einen Streich spielen wollen. Entsprechend langsam gingen Ihre eigenen Bewegungen auch nur mehr von statten: Die Finger glitten über den Gurt, dann ein letztes Mal über den Knauf und schließlich legte sie das Schwert in seiner schützenden Schwertscheide in die Ecke. Voller Skepsis nahm sie den gleichen Schritt, den sie zuvor nach hinten nahm, nun wieder nach vorne. Sie fühlte sich nackt, regelrecht so als hätte man Ihr einen sehr wichtigen Teil Ihres Körpers entrissen und dennoch: Der Priester schien diese Verwundbarkeit nicht zu bemerken. Er studierte noch einen ganzen Moment lang die unbewegten Gesichtszüge der Gardistin, und mit Sicherheit erkannte er nicht mehr darin, als auch sonst in den meisten Situationen: Ausdruckslosigkeit. „Nun strecke Deinen linken Arm aus, und reiche mir Deine Hand.“, erneut verzichtete er wie angekündigt auf jegliche Titel und Namen, die dem Anstand entsprechen würden. Er duzte sie und gab Ihr Anweisungen, wie ein großer Bruder seine kleine Schwester unterrichten würde. Erneut pfiff der Wind, einer Warnung gleich, durch den kleinen Raum und ließ sie zumindest innerlich erschauern. Jegliche Freundlichkeit war aus der Miene des Catulus gewichen, so dass die unbedeckte Hälfte des Gesichts nun mit dem bedeckten Teil der Miene eine unheimliche Symbiose einging. „Er ist ein Diener des All-Einen, ich kann Ihm vertrauen. Ich muss Ihm vertrauen.“, schoss es Ihr immer wieder durch den Kopf. Ihre Gedanken wollten Ihr einen Streich spielen, dessen war sie sich bewusst. Das eigenartige Haus in Verbindung mit den so selten gesehenen Verhalten des Catulus boten eine perfekte Vorlage für Streiche, die Misstrauen und Vorsicht hervorriefen. Ein Streich der Gedanken, mehr nicht. Ruckartig, um die Gedanken zu überlisten, streckte sie Ihm nun die Hand entgegen. „Wir müssen lernen zu zügeln ohne zu zerstören, zu bündeln ohne aufzulösen.“, predigte er Ihr um den nahtlosen Übergang zurück zu dem besprochenen Thema zu schaffen. Er schloss seine Finger nun regelrecht vorsichtig um Ihr Handgelenk und bettete den Rücken Ihrer eigenen Hand auf seinem Unterarm. Er schien sie nicht halten zu wollen, und bot Ihr somit auch die Möglichkeit die Hand jederzeit zurückzuziehen. Doch selbst als er rasch einen spitz zulaufenden Dolch aus den Tiefen seiner Robe zog, verweilte die Gardistin still. Innerlich, aber auch nur innerlich, war sie aufgewühlt, kämpfte mit Ihre eigenen Gedanken und Emotionen, während sie nach Außen hin einen Fels in der Brandung darstellte. Ihre hellen Augen ruhten auf seinem Antlitz und es bedurfte kaum einen Nicken, um Ihre Aufmerksamkeit zu verdeutlichen. Sie schien gebannt zu sein, hing an seinen Lippen und gab sich voller Inbrunst seinen lehrenden Worten hin. „Und nun, Anastasia, bedenke meine Worte und sage mir wir Du den Tag der Bestrafung der Gefallenen heute siehst?“, er sprach die Frage nicht bedrohlich aus und dennoch spielte die Gedanken Ihr wieder und wieder einen Streich. Es ging eine unsichtbare Gefahr von dieser Frage aus und selbst das Haus schien sich ächzend zusammen zu ziehen – ein weiterer Windzug. Noch bevor sie Ihre Antwort beendet hatte, stieß er voller Wucht den Dolch in die Mitte Ihrer Handinnenfläche. Er bohrte Ihn derart tief in Ihr Fleisch, dass der Dolch alleine, aufrecht stecken bleiben konnte. „Lerne zu ertragen. Sage mir, welche Wege waren in Ihrer Bestrafung vorhanden?“. Tatsächlich breitete sich der Schmerz wie ein Fegefeuer erst in Ihrer Hand, dann im gesamten Arm aus. Die rote Körperflüssigkeit ran aus der neu entstandenen Wunde und sammelte sich in den Rillen der Hand, um dort einen kleinen Bach zu bilden, der die Flüssigkeit stetig von der Hand auf den Boden beförderte. Ein leises Ächzen Ihrerseits, dann nahm sie den Schmerz hin und konzentrierte sich wieder auf die Frage. Sie zeigte keinerlei Schwäche, wohl zuckten nicht einmal die Gesichtszüge, als sie trotz des Schmerzes in der Handinnenfläche zu einer Antwort ansetze: „Alle Wege waren vorhanden, Catulus. Sie wurden gedemütigt, erniedrigt, wodurch Ihr Hass und Zorn geschürt wurde.“. Noch während sie redete begann er den Dolch in Ihrem Fleisch langsam entgegen des Uhrzeigersinnes zu drehen. „Was also, Anastasia, sollte es für sie sein?“, presste er die Frage gedrungen hervor. Diesmal schlug der Schmerz hohe Wellen, er breitete sich rasend schnell in Ihrem ganzen Körper aus und ließ sie zusammen zucken. Ein Stück weit sackte der Oberkörper nach vorne, bevor die konzentrierten Atemzüge sie wieder aufrichten ließen. „Es.. sollte eine Belohnung.. sein. Eine Belohnung für die Gefallenen, Catulus. Keine ... Bestrafung.“, inzwischen fiel es Ihr schwer ohne ein Stocken zu sprechen. Obwohl der Schmerz sie antrieb stärker zu sein, sich nichts anmerken zu lassen, fiel es Ihr zeitweise schwer die Gedanken klar auf die Frage gerichtet zu lassen. So schnell der Dolch zuvor in die Hand gestoßen wurde, so schnell wurde er nun auch herausgezogen. Der Catulus entließ nun Ihre Hand mit einem Nicken und wischte das Blut der jungen Gardistin, welches sich auf der Klinge befand, gelassen an seiner Robe ab. „Richtig. Wäre der Glauben der Beiden gestärkt genug gewesen, hätten sie es nicht als Bestrafung, sondern als Belohnung angesehen.“, erklärte er noch zusätzlich. Er schien zufrieden mit dem Fortschritt, weswegen er nun auch wieder zurück auf die angemessenen Titel griff. „Landsknecht Swynedd, wer immer Euch quält, demütigt oder erniedrigt, der wahre Gläubige wird daran nicht zerbrechen. Im Gegenteil. Er wird stärker. Von Sekunde, zu Sekunde mehrt sich unsere Macht im Angesicht des Feindes.“, gutmütig verzogen sich seine Gesichtszüge nun wieder, als er beinahe entlassend in Richtung Ihrer Schwertscheide am Boden deutete.
Auch heute wieder hatte sie Antworten erhalten. Es war nicht so, als würde sie derlei nicht wissen – mit Sicherheit nicht. Und doch brachte diese so genannte Prüfung neben dem theoretischen Wissen auch die Erfahrung in der Praxis mit sich. Dieser sengende Schmerz in Ihrer Hand, hatte Ihr gezeigt, dass sie sich angetrieben fühlte. Es war demütigend sich als Krieger bewusst verletzen zu lassen, weswegen sie stumm einen inneren Kampf führte. Ja, sie hatte gelernt und würde mit Sicherheit noch vieles weitere durch den Catulus lernen. Und obwohl das Blut noch immer in Richtung des Boden tropfte und auch der Schmerz nur langsam weniger wurde, schien das Haus und auch der Catulus an Gefahrenpotential verloren zu haben. Das beklemmende Gefühl, welches sie zuvor beim Betreten des Hauses noch hatte, verging nun und machte Platz für Entschlossenheit und Klarheit. Der Abschluss dieses Abends brachte eine neue Aufgabe des Catulus mit sich: „Beobachtet Euch und berichtet mir das nächste Mal genau welche Fortschritte Ihr diesbezüglich feststellen konntet, und testet Euch selber, Landsknecht. Mag es Euch gelingen den Hass zu bündeln und gekonnt auszurichten, um Ihn zu entladen? Teilt es mir mit.“
Das kleine Haus im Hafenviertel fiel kaum aus der Reihe. Ebenso wie alle anderen anliegenden Grundstücke war der Vorplatz ungepflegt, die Hausmauern standen schräg in die Höhe und selbst die Haustüre schien sich nicht mehr lange in den Angeln halten zu können. Und dennoch ging von diesem Gebäude eine derart beklemmende Atmosphäre aus, dass sich die Hand der jungen Gardistin nicht mehr vom Schwertknauf lösen wollte. Die Leere in dem scheinbar unbewohnten Haus, schlug auf schwer auf das Gemüt, weswegen es zeitweise schwer fiel die Aufmerksamkeit lediglich auf den Catulus gerichtet zu lassen. Der eisige Wind war es, der immer wieder ein unangenehmes Pfeifen durch die Ritzen der Mauern dringen ließ, ein jedes Geräusch ließ die Alarmglocken innerlich regelrecht schellen. Mit Sicherheit wäre das Haus weit weniger obskur gewesen, hätte der Catulus den Grund für diesen Ortswechsel – von dem Tempel in das Hafenviertel – näher erläutert. Doch statt einer Erklärung, fuhr er direkt in der Lehrstunde fort. Noch immer ging es um das Privileg der Emotionen, insbesondere die Geschenke des einzigen Herrn: Hass und Zorn.
„Lege bitte Dein Schwert ab, Anastasia.“, obwohl die Aufforderung so klar formuliert wurde, bahnte sie sich nur sehr langsam Ihren Weg in das Verständnis der Kriegerin. Das Schwert, welches scheinbar allgegenwärtig,an Ihrer Seite in der Schwertscheide verweilte, wurde selbst bei Nacht, wenn alle zu Bett gingen, nur ungern fort gelegt. Und nun sollte sie die Waffe, welche sie wie Ihr eigenes Kind hütete, gerade an diesem beklemmenden Ort ablegen. Doch der Catulus schien es ernst zu meinen, sein gesundes Auge lag voller Ruhe auf Ihr. Er wirkte als würde er Ihre Gedankengänge bereits jetzt zu studieren versuchen. Er würde warten, selbst wenn es Stunden dauern würde, sich von der Schwertscheide zu lösen, dessen war Anastasia sich gewiss. Die vielen Eindrücke des leeren, aber mysteriösen Raumes rieselten unbarmherzig auf sie nieder und ließen die Entscheidung nur noch umso schwieriger erscheinen. Langsam nur nahm sie einen Schritt zurück. Lediglich für einen einzigen Lidschlag nahm sie den Blick von Laran, als Ihre Finger begannen den Gurt langsam zu lösen. Die Zeit schien quälend langsam zu vergehen, es wirkte als würde sie Ihr einen Streich spielen wollen. Entsprechend langsam gingen Ihre eigenen Bewegungen auch nur mehr von statten: Die Finger glitten über den Gurt, dann ein letztes Mal über den Knauf und schließlich legte sie das Schwert in seiner schützenden Schwertscheide in die Ecke. Voller Skepsis nahm sie den gleichen Schritt, den sie zuvor nach hinten nahm, nun wieder nach vorne. Sie fühlte sich nackt, regelrecht so als hätte man Ihr einen sehr wichtigen Teil Ihres Körpers entrissen und dennoch: Der Priester schien diese Verwundbarkeit nicht zu bemerken. Er studierte noch einen ganzen Moment lang die unbewegten Gesichtszüge der Gardistin, und mit Sicherheit erkannte er nicht mehr darin, als auch sonst in den meisten Situationen: Ausdruckslosigkeit. „Nun strecke Deinen linken Arm aus, und reiche mir Deine Hand.“, erneut verzichtete er wie angekündigt auf jegliche Titel und Namen, die dem Anstand entsprechen würden. Er duzte sie und gab Ihr Anweisungen, wie ein großer Bruder seine kleine Schwester unterrichten würde. Erneut pfiff der Wind, einer Warnung gleich, durch den kleinen Raum und ließ sie zumindest innerlich erschauern. Jegliche Freundlichkeit war aus der Miene des Catulus gewichen, so dass die unbedeckte Hälfte des Gesichts nun mit dem bedeckten Teil der Miene eine unheimliche Symbiose einging. „Er ist ein Diener des All-Einen, ich kann Ihm vertrauen. Ich muss Ihm vertrauen.“, schoss es Ihr immer wieder durch den Kopf. Ihre Gedanken wollten Ihr einen Streich spielen, dessen war sie sich bewusst. Das eigenartige Haus in Verbindung mit den so selten gesehenen Verhalten des Catulus boten eine perfekte Vorlage für Streiche, die Misstrauen und Vorsicht hervorriefen. Ein Streich der Gedanken, mehr nicht. Ruckartig, um die Gedanken zu überlisten, streckte sie Ihm nun die Hand entgegen. „Wir müssen lernen zu zügeln ohne zu zerstören, zu bündeln ohne aufzulösen.“, predigte er Ihr um den nahtlosen Übergang zurück zu dem besprochenen Thema zu schaffen. Er schloss seine Finger nun regelrecht vorsichtig um Ihr Handgelenk und bettete den Rücken Ihrer eigenen Hand auf seinem Unterarm. Er schien sie nicht halten zu wollen, und bot Ihr somit auch die Möglichkeit die Hand jederzeit zurückzuziehen. Doch selbst als er rasch einen spitz zulaufenden Dolch aus den Tiefen seiner Robe zog, verweilte die Gardistin still. Innerlich, aber auch nur innerlich, war sie aufgewühlt, kämpfte mit Ihre eigenen Gedanken und Emotionen, während sie nach Außen hin einen Fels in der Brandung darstellte. Ihre hellen Augen ruhten auf seinem Antlitz und es bedurfte kaum einen Nicken, um Ihre Aufmerksamkeit zu verdeutlichen. Sie schien gebannt zu sein, hing an seinen Lippen und gab sich voller Inbrunst seinen lehrenden Worten hin. „Und nun, Anastasia, bedenke meine Worte und sage mir wir Du den Tag der Bestrafung der Gefallenen heute siehst?“, er sprach die Frage nicht bedrohlich aus und dennoch spielte die Gedanken Ihr wieder und wieder einen Streich. Es ging eine unsichtbare Gefahr von dieser Frage aus und selbst das Haus schien sich ächzend zusammen zu ziehen – ein weiterer Windzug. Noch bevor sie Ihre Antwort beendet hatte, stieß er voller Wucht den Dolch in die Mitte Ihrer Handinnenfläche. Er bohrte Ihn derart tief in Ihr Fleisch, dass der Dolch alleine, aufrecht stecken bleiben konnte. „Lerne zu ertragen. Sage mir, welche Wege waren in Ihrer Bestrafung vorhanden?“. Tatsächlich breitete sich der Schmerz wie ein Fegefeuer erst in Ihrer Hand, dann im gesamten Arm aus. Die rote Körperflüssigkeit ran aus der neu entstandenen Wunde und sammelte sich in den Rillen der Hand, um dort einen kleinen Bach zu bilden, der die Flüssigkeit stetig von der Hand auf den Boden beförderte. Ein leises Ächzen Ihrerseits, dann nahm sie den Schmerz hin und konzentrierte sich wieder auf die Frage. Sie zeigte keinerlei Schwäche, wohl zuckten nicht einmal die Gesichtszüge, als sie trotz des Schmerzes in der Handinnenfläche zu einer Antwort ansetze: „Alle Wege waren vorhanden, Catulus. Sie wurden gedemütigt, erniedrigt, wodurch Ihr Hass und Zorn geschürt wurde.“. Noch während sie redete begann er den Dolch in Ihrem Fleisch langsam entgegen des Uhrzeigersinnes zu drehen. „Was also, Anastasia, sollte es für sie sein?“, presste er die Frage gedrungen hervor. Diesmal schlug der Schmerz hohe Wellen, er breitete sich rasend schnell in Ihrem ganzen Körper aus und ließ sie zusammen zucken. Ein Stück weit sackte der Oberkörper nach vorne, bevor die konzentrierten Atemzüge sie wieder aufrichten ließen. „Es.. sollte eine Belohnung.. sein. Eine Belohnung für die Gefallenen, Catulus. Keine ... Bestrafung.“, inzwischen fiel es Ihr schwer ohne ein Stocken zu sprechen. Obwohl der Schmerz sie antrieb stärker zu sein, sich nichts anmerken zu lassen, fiel es Ihr zeitweise schwer die Gedanken klar auf die Frage gerichtet zu lassen. So schnell der Dolch zuvor in die Hand gestoßen wurde, so schnell wurde er nun auch herausgezogen. Der Catulus entließ nun Ihre Hand mit einem Nicken und wischte das Blut der jungen Gardistin, welches sich auf der Klinge befand, gelassen an seiner Robe ab. „Richtig. Wäre der Glauben der Beiden gestärkt genug gewesen, hätten sie es nicht als Bestrafung, sondern als Belohnung angesehen.“, erklärte er noch zusätzlich. Er schien zufrieden mit dem Fortschritt, weswegen er nun auch wieder zurück auf die angemessenen Titel griff. „Landsknecht Swynedd, wer immer Euch quält, demütigt oder erniedrigt, der wahre Gläubige wird daran nicht zerbrechen. Im Gegenteil. Er wird stärker. Von Sekunde, zu Sekunde mehrt sich unsere Macht im Angesicht des Feindes.“, gutmütig verzogen sich seine Gesichtszüge nun wieder, als er beinahe entlassend in Richtung Ihrer Schwertscheide am Boden deutete.
Auch heute wieder hatte sie Antworten erhalten. Es war nicht so, als würde sie derlei nicht wissen – mit Sicherheit nicht. Und doch brachte diese so genannte Prüfung neben dem theoretischen Wissen auch die Erfahrung in der Praxis mit sich. Dieser sengende Schmerz in Ihrer Hand, hatte Ihr gezeigt, dass sie sich angetrieben fühlte. Es war demütigend sich als Krieger bewusst verletzen zu lassen, weswegen sie stumm einen inneren Kampf führte. Ja, sie hatte gelernt und würde mit Sicherheit noch vieles weitere durch den Catulus lernen. Und obwohl das Blut noch immer in Richtung des Boden tropfte und auch der Schmerz nur langsam weniger wurde, schien das Haus und auch der Catulus an Gefahrenpotential verloren zu haben. Das beklemmende Gefühl, welches sie zuvor beim Betreten des Hauses noch hatte, verging nun und machte Platz für Entschlossenheit und Klarheit. Der Abschluss dieses Abends brachte eine neue Aufgabe des Catulus mit sich: „Beobachtet Euch und berichtet mir das nächste Mal genau welche Fortschritte Ihr diesbezüglich feststellen konntet, und testet Euch selber, Landsknecht. Mag es Euch gelingen den Hass zu bündeln und gekonnt auszurichten, um Ihn zu entladen? Teilt es mir mit.“
Zuletzt geändert von Anastasia Swynedd am Donnerstag 12. März 2009, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Laran Drrusk
Mein Weg führte mich schon eine ganze Weile durch die heilige Stadt. Unruhe, eine innere Spannung welche einfach nicht weichen wollte. Ich kann nicht mehr genau sagen wie lange ich wanderte, oder wie weit, ja nicht einmal welche Orte ich genau besuchte, nur das mich meine Schritte schlussendlich unaufhaltsam zurück zum Tempel des Herren führten. Das war immer so. Mein Tag begann dort mit dem frühen Morgenritus um eben in jenen Hallen zu enden, mein letzter Gedanke meist bei ihm. Zumindest theoretisch verhielt es sich so und sollte mich jemals jemand fragen würde ich wohl auch genau das mit Inbrunst bestätigen.
Es ist immer eine Überraschung einmal jemanden im Tempel an zu treffen der nicht direkt eben jenem untersteht. Und über jene Person welche da auf einer der kargen Bänke Platz genommen hatte konnte man wohl zurecht behaupten.. „eine wohltuende Ausnahme“. Eher am Rande nahm ich wahr wie wir die üblich gewordenen Floskeln tauschten während ich bereits meinen Blick konzentriert in ihren lenkte um darin zu versinken. Nein, das hatte keine romantischen Ambitionen oder Hintergründe sonder diente in erster Linie dazu das Seelenleben jener Gläubigen so gut es eben möglich war zu studieren. Obwohl Trabant Swynned wirklich ausgezeichnet darin war ihre Gefühle hinter einer Maske völliger Gleichgültigkeit zu verbergen durfte ich im Laufe unserer Treffen erkennen das es durchaus Signale gab welche ihren Gemütszustand verrieten. Ein einfaches absenken des Blickes zum Beispiel oder aber ein besonders bewusstes und intensives starren. Der feste Glaube an die Notwendigkeit der völligen Ausdruckslosigkeit, im übrigen sehr verbreitet unter den Gläubigen des Herren, ist etwas das mir meine 'Arbeit' nur unnötig erschwert. Meinen Mutmaßungen nach haben wir diese, scheinbar dem Stadtbild nun entsprechende Gesichtslähmung, in erster Linie dem eifrigsten Verfechter eben jener zu verdanken, seine Erhabenheit, der schwarze Marshall, Ahad Rayrrak höchst persönlich!!! der mit Sicherheit über die notwendige Weitsicht verfügt jenes Verhaltensmuster als vorteilhaft zu verstehen, eine Möglichkeit welche mir, mangels Alter und Erfahrung schlicht noch nicht gegeben ist. (Danke Herr!!)
Noch während mir diverse Gedankengänge über Mimiktote und Regungsverweigerer durch den Kopf gehen kann ich meiner Stimme wie nebenher lauschen welche gerade eine Gratulation ausspricht. Aus Landsknecht Swynned wurde also Trabant Swynned. Ein Aufstieg wie man mir, nach interessierten nachfragen mit teilte. Etwas das mich durchaus mit ein wenig stolz erfüllte. Ich maße mir zwar in keinster Weise an zu behaupten auch nur ein Bruchteil davon wäre mein verdienst, doch zumindest kann ich mit fug und recht behaupten: Geschadet hat es auch nichts!.
Natürlich gefällt mir der Gedanke durchaus das eben meine Lehren und Stütze es gewesen sein könnte was den entscheidenden Schritt möglich machte aber in jenem Augenblick war es notwendig die eigene Eitelkeit an der Wurzel zu kastrieren um sich auf das wesentliche zu beschränken. Und so begann das Gespräch über den Glauben an sich..
Es wäre durchaus Absicht zu nennen das ich die Gedankengänge welche bisher von mir ausgelöst wurden nun in eine völlig neue Richtung drängte. Nicht der Hass als solches sollte das Thema des Abends sein, zumindest nicht für Trabant Swynned welche in jenem Zuge wieder als Anastasia betitelt wurde. Schön früher ist mir auf gefallen das der schnelle Wechsel von der sehr förmlichen Anrede hin zum vertrauten Vornamen für viele Menschen eine Art Schlüssel darstellt. Die Worte bekommen etwas deutlich 'gewichtigeres'. Eine normale Reaktion? Anastasia wird mir im laufe der Zeit gewiss helfen jenes Phänomen näher zu entschlüsseln.
(Anmerkung: Obwohl ich mit Sicherheit sage kann das die direkte, persönliche Anrede nicht immer förderlich ist. Weder Geist noch dem Wohlbefinden, von der Gesundheit mal ganz abgesehen. Zeit, Ort , Umstand und sozialer Status sollte natürlich beim anwenden dieser Praktiken berücksichtigt werden.)
Das Gespräch über die Glaubensgrundsätze als solches verlief weitestgehend ruhig und relativ ereignislos. Die Informationen und Ansichten welche wir tauschten verließen den normalen und zu erwartenden Rahmen nicht nennenswert und dennoch möchte ich es als 'erfolgreich' umschreiben. Mehr als einmal konnte ich durch nachlässig gestellte Stolperfallen jene Impulse auslösen welche für Anastasia zukünftig von Bedeutung sein werden.
Es ist immer eine Überraschung einmal jemanden im Tempel an zu treffen der nicht direkt eben jenem untersteht. Und über jene Person welche da auf einer der kargen Bänke Platz genommen hatte konnte man wohl zurecht behaupten.. „eine wohltuende Ausnahme“. Eher am Rande nahm ich wahr wie wir die üblich gewordenen Floskeln tauschten während ich bereits meinen Blick konzentriert in ihren lenkte um darin zu versinken. Nein, das hatte keine romantischen Ambitionen oder Hintergründe sonder diente in erster Linie dazu das Seelenleben jener Gläubigen so gut es eben möglich war zu studieren. Obwohl Trabant Swynned wirklich ausgezeichnet darin war ihre Gefühle hinter einer Maske völliger Gleichgültigkeit zu verbergen durfte ich im Laufe unserer Treffen erkennen das es durchaus Signale gab welche ihren Gemütszustand verrieten. Ein einfaches absenken des Blickes zum Beispiel oder aber ein besonders bewusstes und intensives starren. Der feste Glaube an die Notwendigkeit der völligen Ausdruckslosigkeit, im übrigen sehr verbreitet unter den Gläubigen des Herren, ist etwas das mir meine 'Arbeit' nur unnötig erschwert. Meinen Mutmaßungen nach haben wir diese, scheinbar dem Stadtbild nun entsprechende Gesichtslähmung, in erster Linie dem eifrigsten Verfechter eben jener zu verdanken, seine Erhabenheit, der schwarze Marshall, Ahad Rayrrak höchst persönlich!!! der mit Sicherheit über die notwendige Weitsicht verfügt jenes Verhaltensmuster als vorteilhaft zu verstehen, eine Möglichkeit welche mir, mangels Alter und Erfahrung schlicht noch nicht gegeben ist. (Danke Herr!!)
Noch während mir diverse Gedankengänge über Mimiktote und Regungsverweigerer durch den Kopf gehen kann ich meiner Stimme wie nebenher lauschen welche gerade eine Gratulation ausspricht. Aus Landsknecht Swynned wurde also Trabant Swynned. Ein Aufstieg wie man mir, nach interessierten nachfragen mit teilte. Etwas das mich durchaus mit ein wenig stolz erfüllte. Ich maße mir zwar in keinster Weise an zu behaupten auch nur ein Bruchteil davon wäre mein verdienst, doch zumindest kann ich mit fug und recht behaupten: Geschadet hat es auch nichts!.
Natürlich gefällt mir der Gedanke durchaus das eben meine Lehren und Stütze es gewesen sein könnte was den entscheidenden Schritt möglich machte aber in jenem Augenblick war es notwendig die eigene Eitelkeit an der Wurzel zu kastrieren um sich auf das wesentliche zu beschränken. Und so begann das Gespräch über den Glauben an sich..
Es wäre durchaus Absicht zu nennen das ich die Gedankengänge welche bisher von mir ausgelöst wurden nun in eine völlig neue Richtung drängte. Nicht der Hass als solches sollte das Thema des Abends sein, zumindest nicht für Trabant Swynned welche in jenem Zuge wieder als Anastasia betitelt wurde. Schön früher ist mir auf gefallen das der schnelle Wechsel von der sehr förmlichen Anrede hin zum vertrauten Vornamen für viele Menschen eine Art Schlüssel darstellt. Die Worte bekommen etwas deutlich 'gewichtigeres'. Eine normale Reaktion? Anastasia wird mir im laufe der Zeit gewiss helfen jenes Phänomen näher zu entschlüsseln.
(Anmerkung: Obwohl ich mit Sicherheit sage kann das die direkte, persönliche Anrede nicht immer förderlich ist. Weder Geist noch dem Wohlbefinden, von der Gesundheit mal ganz abgesehen. Zeit, Ort , Umstand und sozialer Status sollte natürlich beim anwenden dieser Praktiken berücksichtigt werden.)
Das Gespräch über die Glaubensgrundsätze als solches verlief weitestgehend ruhig und relativ ereignislos. Die Informationen und Ansichten welche wir tauschten verließen den normalen und zu erwartenden Rahmen nicht nennenswert und dennoch möchte ich es als 'erfolgreich' umschreiben. Mehr als einmal konnte ich durch nachlässig gestellte Stolperfallen jene Impulse auslösen welche für Anastasia zukünftig von Bedeutung sein werden.