Im Netz der Spinne

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Nuria Mondin
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Im Netz der Spinne

Beitrag von Nuria Mondin »

Schwarzes Haar auf weißem Grund zeigte das Muster ihres Netzes. Teilweise noch undicht, teilweise dicke Strähnen, starke Bände, teils noch recht ungeordnet und wirr.
Ein starkes Männchen für einen großen Plan, klug und machtbesessen. Sie hatte gefunden, was sie brauchte, und jenes ins Zentrum ihres Netzes platziert.

Im Namen des Panthers würde sie weitere Fäden spinnen. Im Schatten würde sie lauern... Grund genug, dort das Netz besonders eng zu weben. Der Tag würde sie nicht missen müssen, doch die Stunde der Jägerin war die Nacht.

Ihr erstes Opfer zappelte bereits ahnungslos im Netz. Weitere wurden ausgekundschaftet. Der Panther hatte viele Augen und Ohren und sie sorgte dafür, dass sie zu ihren wurden wie die verschiedenen Facetten in dem Auge eines Insektes. Eine Spinne hatte acht Augen - jene mussten nun ergänzt werden.

Ihr Netz war noch lange nicht perfekt. Aber es begann, Gestalt anzunehmen. Und es würde wachsen, ungesehen. Niemand außer ihr würde jemals alle Fäden kennen - und es würde sie schützen, doch gleichermaßen weitere Ahnungslose ihr zuspielen. Ihre Stunde würde kommen.
Zuletzt geändert von Nuria Mondin am Montag 2. März 2009, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.
Nuria Mondin
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Beitrag von Nuria Mondin »

Süß ist der Duft eines ahnungslosen Opfers. Doch noch lieblicher ist jener, wenn das Opfer, in die Betrachtung der Spinne versunken, sich in ihrem Netz verfängt.

Das Gefüge in ihrem Netz bedurfte hier und dort einer leichten Korrektur. Einige Fäden waren bereits äußerst stabil, andere waren noch dünn wie Seide. Doch insgesamt war ihr Netz gewachsen.

Die Spinne ging nicht in jedem Belang rational vor. Sie hatte gelernt, ihre Opfer mit Genuss zu verspeisen, langsam, schleichend, und sie war nicht gewillt, auf diesen Genuss zu verzichten. Eine gewisse Gier war in ihren Adern entbrannt.

Doch hinter all jenem steckte ein großer Plan, der langsam und mit Hochgenuss in die Tat umgesetzt wurde. Ihre schwerste Prüfung war die eigene Geduld.
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