Lili war gerade beim herstellen einiger Tränke, als ein Bote des Grafen kam und ihr einen Brief brachte. Am Tag der Freiheit zur achten Abendstunde wollte er sich einfinden und mit ihr, Trutta und Akarius reden. Sie ging los und fand die beiden in ihrem Haus und informierte sie darüber. Anschließend machte man sich natürlich so einige Gedanken.
Die letzten Monate waren für alle sehr aufreibend gewesen. Trutta und Akarius hatten den Winter auf Drachenfels verbracht und dort sehr viel gutes bewirkt. Lili war viel unterwegs gewesen, Verträge mit Händlern und Handwerkern wurden abgeschlossen. So manche Schiffsladung an Saatgut, Werkzeugen, Viehfutter und allem möglichen wurde von ihr gekauft und anschließend mit der Freiheit, ihrem stolzen Schiff, nach Drachenfels gebracht. Die Wirtschaft dort blühte nach der langen Zeit der Tyrannerei langsam wieder auf, doch war viel zu tuen.
Trutta bemühte sich darum die Gesundheit der Einwohner, die auch in der schrecklichen Zeit der Tyrannerei sehr gelitten hatte, zu verbessern. Ihre Impfung der Tiere war ein sehr großer Erfolg, kaum eins der Tiere war an der Seuche, die sonst oft im Winter die Tiere in den Ställen heimsuchte, gestorben. Auch um die Gesundheit der Bevölkerung war es viel besser bestellt, als zu Anfang. Dies alles verdankte man zum größten Teil Trutta. Auch die Heilerakademie hatte sie wieder eröffnet und so wurden junger Heiler und Heilerinnen hier geschult.
Hierbei half ihr auch Heinrich, der überall in der Grafschaft neue Schulen hatte bauen lassen. Jedes Kind würde in Zukunft kostenlos unterichtet werden, es wurde auch eine allgemeine Schulpflicht für Kinder bis zum Alter von 6 bis 10 Jahren eingeführt. Darüberhinaus wurden natürlich begabte Kinder weiterhin gefördert. Ziel war es wieder viele Künstler, Gelehrte und Heiler, für die Drachenfels berühmt war, heranzuziehen.
Akarius, dem das gesamte Militär unterstand, hatte eine schlagkräftige Truppe zusammen gestellt, die ständig gedrillt wurde. Ein zweites Schiff, vergleichbar mit der Freiheit war in Bau und sollte bald fertig gestellt werden.
Heinrich war Ansrpechpartner für alle und koordinierte alles.
Auch Iljana war nicht untätig gewesen, sie hatte Listen aufgestellt mit dem was für die Höfe und Güter benötigt wurde. Liliana hatte anschließend alles auf Gerimor besorgt.
Adrian hatte die Berichte von allen bekommen und wollte sicherlich darüber reden. Sie hofften alle, daß er mit ihnen zufrieden sein würde. Immerhin hatten sie ihr bestes für Drachenfels gegeben und dies ohne jegliche Bezahlung. Auch die doch immensen Kosten von über 1.000 Reichskronen, die sie für die Befreiung von der Tyrannerei Drachenfels, ausgegeben hatten, wurden nie von ihnen zurück gefordert oder einbehalten.
So warteten die drei zur vorgegeben Zeit zu Hause auf den Grafen und begrüßten ihn freundlich doch recht angespannt. Seine Miene war sehr ernst und so wuchs die Anspannung schier ins Unermessliche. Während der Unterredung hatte wohl bald jeder das Gefühl, daß er äußerst unzufrieden mit ihnen war. Seine Miene war eisig, sein Tonfall distanziert.
"Ich bin aus wohl durchaus ernst zu nennenden Gründen hier. Ich hatte nun einige Gelegenheit.. die Berichte und euer.. Vorgehen zu prüfen.
Ich habe mir wahrlich Gedanken gemacht.. wie ich euer Schaffen nun bewerten soll." *seine Miene weiterhin derart beinah eisig dass man sich Sorgen machen dürfte*
"Wie denkt ihr soll ich euer Werk nun bewerten?" *der Blick noch eine Spur strenger*
Trutta hob ihre Hand, einen Augenblick vor ihr selber und Adrian bat sie zu sprechen.
"Verzeiht Sire Adrian unsere Berichte sollten euch über den derzeitigen Stand von Drachenfels unterrichten. wir haben alles was wir für richtig und wichtig hielten zu Papier gebracht um euch einen guten Überblick zu geben. Das Urteil darüber steht allein euch zu. Wir haben nach besten Wissen und Gewissen gehandelt"
Anschließend sollte Lili sich äußern, doch sie konnte nur Truttas Worten zustimmen und hatte dem nichts hinzufügen. Adrian reagierte zwischen ihren Berichten mit einem unwirschen "Ich höre so oft , dass ihr es für angemessen hieltet.."
Danach äußerte sich Akarius ähnlich. Er fügte nur hinzu "Nunja ich kann dazu nur sagen das ich es genauso sehe und möchte betonen das ich die Truppen nach besten Wissen und Gewisen aufgebaut habe wie ich es für angebracht hielt."
Dann entstand eine kleine unangenehme Pause, alle atmeten erst ein mal durch, dann begann Adrian wieder zu reden. Merkwürdigerweise war sein distanzierter Bllick wie fortgewischt, statt seines eisigen Blickes funkelten seine Augen als würde er sich köstlich amüsieren.
"Es gibt im Grunde in aller Deutlichkeit eines auszusprechen. Ich möchte euch meinen Dank für euer wertvolles und eifriges Schaffen ausdrücken."
Alle schauten nun doch recht verwundert zu ihm, sah es doch eben noch aus, als würden alle wegen irgendwelcher Vergehen im Straflager enden
"In der Tat bin ich sehr dankbar eure Mithilfe so eifrig erkennen zu können. Und dies bedarf in meinen Augen mehr als ein Danke. Mit sofortiger Wirkung und Kraft des mir gewährten Rechtes als Oberhaupt des Lehens Drachenfels, erhebe ich euch Liliana, Trutta und Akarius Drachenfels in den Stand eines Edlen des Reiches Alumenas."
Allen dreien klappte wohl vor Überaschung der Unterkiefer herunter, ein Bild für die Götter mußten sie ihm wohl gegeben haben, aber die Überaschung war einfach zu groß, niemand hatte auch nur ansatzweise damit gerechnet. Unfäig überhaupt ein Wort zu reden starrte sie Adrian mit großen Augen und offenen Mund an.
unverhoffte und unerwartet
- Liliana van Drachenfels
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Trutta van Drachenfels
Als Liliana mit dem Bescheid des Grafen kam, war das für Trutta eine ganz folgerichtige Angelegenheit. Sicher hatte er noch Fragen zu den Berichten. Vielleicht hatten sie etwas vergessen oder übersehen, oder etwas nicht bedacht, was den Grafen noch interessieren könnte. Ein paar Tage später, kam es ihr doch seltsam vor, dass sie nicht zu ihm bestellt wurden, sondern er zu ihnen kommen würde. Gut, das hatte er schon öfter gemacht, weil’s auf dem Weg lag, aber irgendwas Unbekanntes lag in der Luft und verbreitet ein Unbehagen. Weil es den beiden andren auch nicht anders zu ergehen schien, fragte sie nicht weiter nach.
Aber nach ein paar Tagen war es kaum noch auszuhalten. Sie hatte Recht. Auch Liliana und Akarius ging es gleichermaßen. Gegenseitig versuchten sie sich Mut zu machen, sie rätselten und verwarfen wieder, kamen zu keinem anderen Ergebnis, als einfach abzuwarten und die Dinge geschehen zu lassen, die da kommen würden.
Je näher der der Zeitpunkt heran rückte, umso angespannter sie Stimmung. Akarius hatte sich sogar ein neues Hemd gekauft, um keinen Anstoß zur Kritik zu geben. Jeder hatte versucht sich mit Nebensächlichkeiten abzulenken und wenigstens ein gutes Bild abzugeben, selbst wenn es der Untergang wäre, dann doch in Würde.
Als es endlich läutete kam es doch überraschend. Akarius öffnet und bat Sire Adrian herein. Beim Anblickt seines Antlitzes, lief es Trutta eiskalt den Rücken runter. Für eine so erstarrte entseelte Miene musste es einen schwerwiegenden Anlass geben. Wenn gleich sie sich keiner Schuld bewusst war, hatte sie doch den Eindruck gleich würde ein hartes Urteil gesprochen werden, Verbannung oder Strafarbeit. Sie erinnerte sich, dass Akarius einst für eine winzige Verfehlung über längere Zeit die Pferdställe der Garnison hatte ausmisten müssen.
Respektvoll hießen sie ihn Willkommen. Der nächste Schlag sollte nicht lange auf sich warten lassen. Statt die Einladung an den Tisch anzunehmen, gebot er ihnen sich zu setzen, er jedoch zöge es vor stehen zu bleiben. ‚Haltung bewahren!’ dachte sie, dabei hätte sie am liebsten losgeheult, wäre fortgelaufen oder beides zusammen.
Es half nichts sie mussten zuhören, waren auf Gedeih und Verderb ihrem Grafen ausgeliefert.
Doch wenn schon untergehen, dann nicht ohne den Versuch der Verteidigung und als die Möglichkeit gegeben war, legten sie ihren Standpunkt dar.
Stille
Fast unmerklich schmolz der Eispanzer. Mit spitzbübischer Freude genoss er seinen Streich. Nach kurzer Besinnung, in der Trutta in sich zusammengefallen war bei der Erlösung, straffte sich ihre Haltung wieder, bekam aber außer einem Wort des Dankes nichts mehr heraus.
Sie konnte es kaum begreifen, würde stets daran denkend und war überaus erfreut über diese Ehrung. Ganz besonders gönnte sie es Liliana, denn immer noch dachte sie daran, dass sie nicht schuldlos an den Ereignissen der Vergangenheit gewesen war. Glücklich über die Auszeichnung vergabt sie im Geheimen dem Grafen.
Auch wenn er ihr noch schwer über Lippen kam, ihren Namen würde sie in Ehren halten und mit Stolz tragen.
Aber nach ein paar Tagen war es kaum noch auszuhalten. Sie hatte Recht. Auch Liliana und Akarius ging es gleichermaßen. Gegenseitig versuchten sie sich Mut zu machen, sie rätselten und verwarfen wieder, kamen zu keinem anderen Ergebnis, als einfach abzuwarten und die Dinge geschehen zu lassen, die da kommen würden.
Je näher der der Zeitpunkt heran rückte, umso angespannter sie Stimmung. Akarius hatte sich sogar ein neues Hemd gekauft, um keinen Anstoß zur Kritik zu geben. Jeder hatte versucht sich mit Nebensächlichkeiten abzulenken und wenigstens ein gutes Bild abzugeben, selbst wenn es der Untergang wäre, dann doch in Würde.
Als es endlich läutete kam es doch überraschend. Akarius öffnet und bat Sire Adrian herein. Beim Anblickt seines Antlitzes, lief es Trutta eiskalt den Rücken runter. Für eine so erstarrte entseelte Miene musste es einen schwerwiegenden Anlass geben. Wenn gleich sie sich keiner Schuld bewusst war, hatte sie doch den Eindruck gleich würde ein hartes Urteil gesprochen werden, Verbannung oder Strafarbeit. Sie erinnerte sich, dass Akarius einst für eine winzige Verfehlung über längere Zeit die Pferdställe der Garnison hatte ausmisten müssen.
Respektvoll hießen sie ihn Willkommen. Der nächste Schlag sollte nicht lange auf sich warten lassen. Statt die Einladung an den Tisch anzunehmen, gebot er ihnen sich zu setzen, er jedoch zöge es vor stehen zu bleiben. ‚Haltung bewahren!’ dachte sie, dabei hätte sie am liebsten losgeheult, wäre fortgelaufen oder beides zusammen.
Es half nichts sie mussten zuhören, waren auf Gedeih und Verderb ihrem Grafen ausgeliefert.
Doch wenn schon untergehen, dann nicht ohne den Versuch der Verteidigung und als die Möglichkeit gegeben war, legten sie ihren Standpunkt dar.
Stille
Fast unmerklich schmolz der Eispanzer. Mit spitzbübischer Freude genoss er seinen Streich. Nach kurzer Besinnung, in der Trutta in sich zusammengefallen war bei der Erlösung, straffte sich ihre Haltung wieder, bekam aber außer einem Wort des Dankes nichts mehr heraus.
Sie konnte es kaum begreifen, würde stets daran denkend und war überaus erfreut über diese Ehrung. Ganz besonders gönnte sie es Liliana, denn immer noch dachte sie daran, dass sie nicht schuldlos an den Ereignissen der Vergangenheit gewesen war. Glücklich über die Auszeichnung vergabt sie im Geheimen dem Grafen.
Auch wenn er ihr noch schwer über Lippen kam, ihren Namen würde sie in Ehren halten und mit Stolz tragen.
