Das Kinderbett

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Inara Schwarzmourne

Das Kinderbett

Beitrag von Inara Schwarzmourne »

„Jetzt ist es aber genug!“ fluchte sie leise.

Es war mitten in der Nacht, aber obwohl ein Tag harter Arbeit hinter ihr lag, konnte sie einfach nicht schlafen. Zu gross war ihre Angst, sie könnte ihren geliebten Sohn im Schlaf ausversehen hinaus drängen oder sich auf ihn drauf legen.

Seit einigen Tagen, ja fast schon 2 Wochen schlief Marick nun mit ihr in einem grossen Bett. Man möchte meinen, es sollte darin genug Platz sein für eine Mutter und ihr Kind, wo sonst doch Eheleute darin schlafen. Aber ihre mütterliche Sorge verhinderte seitdem Nacht für Nacht, dass sie erholsam schlief. Eher war es ein dahin dämmern, immer mit einem halben Ohr lauernd, ob ein wimmern oder keuchen zu hören ist.
So konnte es nicht weiter gehen. Sie bekam schon dunkle Ränder unter den Augen und wurde immer gereizter. Es musste ein eigenes Bett für Marick her.

Wie der Zufall es wollte, kam kurz danach Herr Symner, ein Holzarbeiter, zu ihrem Hof. Federn hatte er benötigt, doch er ging mit einem ganz besonderen Auftrag.. ein Bett, mögichst klein, aber wandelbar. Schliesslich wuchs der kleine Racker jeden Tag ein Stück. Und doch musste gewährleistet sein, dass er nicht unabsichtlich hinaus fiel.
Einige Tage später bewunderte sie bereits einen ersten Entwurf, aber etwas fehlte noch… eine Verzierung sollte sein Kopfende krönen. Sie war Bäuerin, es sollte etwas mit ihr zu tun haben .. ja, warum nicht eine Blume, eine Rose. Und so einigte man sich darauf, dass sie ihm einige Blüten schicken würde zur Ansicht damit er sie in das warme Holz prägen könnte.

Bereits am nächsten Tage erreichte ein junger Bursche das Kontor und überbrachte ein Päckchen mit einer Zeichnung und einer sorgsam in Stoff eingewickelten Rose, addressiert an Herrn Symner.
„Hier, für euch!“ würde der Knabe Herrn Symner ausrichten „sie sagte etwas davon, dass es für ein Bett sei.. aber wenn du mich fragst, sollte sie lieber auch Stühle und Schränke und so´n Kram bei dir kaufen! Ich glaube, bei der kannst noch gut Geld machen!“ dann würde er wohl dümmlich grinsend wieder verschwinden.

In dem Päckchen jedoch würde er folgende Zeichnung finden.

[img]http://img8.imageshack.us/img8/6845/rosebleistiftll6.jpg[/img][/img]
Gregor Symner

Beitrag von Gregor Symner »

Lange hatte er vor den Zeichnungen gesessen und immer wieder ausgestrichen und neu angefangen. Am Ende stand dann der Entwurf eines Kinderbettes fest, dass wohl lange nutzbar wäre.
Etwas mehr als einen grossen Schritt lang und einen halben breit sollte die Liegefläche sein. Dann ein Gatter damit das kliene Kind nicht herausfällt, doch sollte es zum herausnehmen sein. Dann könnte sie es weglassen wenn das Kind alt genug wäre.
Die ersten Monate würde das Bettchen als Wiege funktionieren. Lange hatte er probiert bis er den Bogen so genau bemessen hatte dass die Wiege langsam schwingen würde. Und auch diese würde er nicht fest montieren. So hätte das Kind in ein paar Monaten auch ein festes Bett.

[img]http://archiv.selbst.de/2archiv/ausgaben/1996_01/images/wiege.gif[/img]

Viele Bretter, Nägel und noch mehr Schweiss später stand es dann fertig vor ihm. Eine grosse Wiege so wie sie vor ihm stand doch würde sie eine weiche Schlafstatt abgeben. Sein Blick fiel auf die kliene Zeichnung die ihm Inara geschickt hatte und er begann mit einem Kohlestift die Konturen der Zeichnung auf das Holz zu übertragen. Danach fing er an die ersten stücke herauszuschaben, arbeitete erst grob und dann immer feiner bis er mit einem ganz feinen Schleifstab in die einzelnen Rillen ging und sie glatt schmirgelte.

Spät in der Nacht war es dann endlich vollbracht und Gregor lehnte sich erschöpft aber stolz zurück. Es war vollbracht und er konnte ihr endlich Bescheid geben.

So taucht gleich am nächsten Tag ein Junge mit kleinem Holzschwert bei ihr auf und berichtet dass der Herr Symner fertig ist.
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