Als er in seinem Zimmer in dem Gasthaus zu Rahal beginnt ein wenig seine Sachen zusammen zu packen, kommt er auch schließlich an dem wackeligen Bücherregal an. Er nimmt einige Bücher und legt sie auf den Tisch. Als er den zweiten Stapel Bücher nimmt fällt ihm eines zu Boden. Es vermag ein wenig Zufall im Spiel zu sein, dass es ausgerechnet dieses Buch sein muss, dass nun wieder seine Erinnerungen hervorruft:
Langsam setzt er sich auf den kleinen Schemel am Tisch und beginnt zu lesen...wie oft er dies schon getan hat, könnte er nicht sicher sagen:
„Auf den folgenden Seiten möchte ich die wenigen Erinnerungen, die ich an meinen Vater habe niederschreiben. Eigentlich kann ich nur das wiedergeben, was mir meine Mutter erzählt hat.
Er war ein Handwerker...ging täglich seiner harten Arbeit nach. Machte sich immer früh am Morgen auf in die Mine um Erze zu schürfen. Diese Erze schmolz er zu Hause zu kleinen Barren aus denen er allerlei Gegenstände des Feinschmiedehandwerks herstellte.
Gerne wäre ich in die beruflichen Fußstapfen meines Vaters gestiegen, doch dann kam der besagte Tag an sich viele Rahaler Männer aufmachten nach Berchgard zu ziehen. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch ein kleiner Junge, dennoch vergesse ich den Tag nie, der sich einige Zeit später darbot.
Es klopfte an unserer Tür und meine Mutter rannte eilig hin, denn dachte sie immer, dass ihr Mann heim käme. Ja, es waren Männer, die aus Berchgard kamen. Doch war mein Vater nicht dabei. Es war ein Herr namens Kyr’laex und der Heiler von Rahal Thelonius. Sie kamen um meiner Mutter die schreckliche Nachricht zu übermitteln. Mein Vater war in einem Kampf in Berchgard tötlich verletzt worden. Er starb noch an Ort und Stelle und auch die heilenden Fähigkeiten von Thelonius konnten ihm nicht mehr helfen.
Für meine Mutter stürzte ein Welt zusammen; ich selbst war noch zu klein um es überhaupt zu verstehen. Ich bin ohne Vater aufgewachsen.
Da mich mein Vater nun nicht in dem Handwerk des Feinschmiedes ausbilden konnte, kam es dazu, dass ich immer öfter zu unserem damaligen Nachbar ging. Ich schaute ihm stundenlang bei der Arbeit zu und half immer mit wo ich nur konnte. Als dieser älter wurde, war es eine lang Zeit lang so, dass ich in den Wald ging um Holz zu fällen und er in der Werkstatt Zimmermannswaren herstellte.
So bin ich zu meiner jetzigen Arbeit, dem Holzfäller und Zimmermann, gekommen.
Mit diesem Handwerk verdiente ich das nötige Gold zum Leben für mich und meine Mutter, bis sie schließlich auch dahin ging. Sie war nicht alt, eine Krankheit hat auch ihr Leben früher als nötig beendet. Doch wenigstens musste sie nun nicht mehr unter der Krankheit leiden. Mein Elternhaus habe ich verkauft, ich konnte einfach darin nicht wohnen und auch heute, wenn ich daran vorbeikomme, überläuft mich immer noch ein Schauer....Oder besser gesagt die Trauer.
Für mich war schon immer klar, dass ich mein Leben der Stadt Rahal widme, wie es mein Vater auch getan hat...Und wenn es eines Tages geschehen sollte, dass ich sterben muss, dann weiß ich, dass ich es für den Alleinigen getan habe, mein ganzes Leben.
Ich bin sehr stolz auf meinen Vater, denn er war ein mutiger Handwerker und meine Mutter erzählte mir einmal, dass er an der Gründung des Bundes der Handwerker zu Rahal nicht unbeteiligt war. Er war der Feinschmied dieses Bundes und auch der Schatzmeister. Ja ich bin stolz auf meinen Vater und ich Jonas möchte mein Leben genau so dem Einigen widmen wie mein Vater es getan hat...Mein Vater Lukas Aneldo...
Möge der Eine seine Pranke schützend über die Stadt Rahal halten !“
So schließt er das Buch und denkt einen Moment nach. Er wird wohl sein ganzes Leben weiter versuchen noch mehrere Einzelheiten über seinen Vater zu erfahren. Eines Tages wird er wen treffen, der ihn auch gekannt hat.
So macht er sich weiter an die Arbeit, seine Sachen zusammen zu stellen...