Besuch aus Pucksmuddl - Kobolde und andere Feenwesen

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Cyrion Sha´Ar

Besuch aus Pucksmuddl - Kobolde und andere Feenwesen

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

(OOC: Dieser Post beinhaltet so gut wie gänzlich informationen zu Feenwesen und ist hauptsächlich für staffler gedacht, falls sie eine weitere Nuance der Dunkeheit hinzufügen wollen ^^)


Lesend blätterte er in seinen Büchern zu Feenwesen, las hier und da etwas über die verschiedenen Rassen, den Finger über den Text führend. Immer noch verblüffte es ihn... Ein Puck... Ein Kobold war im Hause Elbenau erschienen. Luca hatte ihn entdeckt und gestellt, mit ihm geredet. Verblüffend, das Ganze. Der Puck - aus Pucksmuddl, wie er - oder sie - sagte, hatte allerlei Unfug getrieben, wie es für Pucks üblich war... Ein Kissen zerrissen, die Federn im ganzen Zimmer verteilt. Leahs Zimmer... Hatte dort einen harten Wind fahren lassen - hart genug, um einen jeden aus dem Zimmer zu vertreiben für Tage. Die Bücher Miladys waren herumgeworfen worden, der Puck hatte auch in diese gebissen, Zahnabdrücke hinterlassend, die zu klein waren, um einem Menschen zu gehören. Vielleicht einem kleinen Kind... Der Kobold hatte Luca für seine Ohrfeige bestraft, in dem es sein Silberschwert rosa zauberte - Cyrion war sich sicher, das es durchgehend Rosa war - nicht nur auf der Oberfläche.
Ein Puck... im rosa Kleid... Das rosa Kleid störte Cyrion erheblich. Pucks trugen grüne Kleidung - sie waren Landgeister, lebten in Feldern und Wäldern, waren Freunde der Wildtiere - und trieben alldieweil harmlosen Schabernack, liessen Dinge verschwinden, wieder auftauchen, störten Mädchen beim Melken...
Warum hatte dieser Waldgeist ein rosa Kleid? Cyrion nahm an, das es ein Geschenk war von einem Kind, das den Puck gesehen hatte.... Kinder konnten Feenwesen eher sehen als Erwachsene - sie waren unschuldiger, was ihnen half, wie man sagte. Ein Waldgeist, der Schabernack in einem Hause machte... nein, es passte nicht wirklich. Aber dann... In diesen letzten Tagen, nein, inzwischen konnte man Wochen sagen, hatte sich vieles ereignet... Wesen der Nacht kamen in Scharen heraus. Untote... zumeist. Geister... Das Meer spielte verrückt. Meereslebewesen wurden arg irritiert. Und jetzt die Feenwesen...
Es gab so viele Feenwesen - so viele Rassen... Und viele von ihnen Dämmerungsaktiv oder Nachtaktiv - manche empfanden Sonnenlicht als gar greulich - es gab nur wenige Rassen, die das Sonnenlicht mochten. Der Mond war ihr Freund... wie auch das Metall Silber. Kein Wunder, das Lucas Silberschwert rosa war - die Feenmagie liess sich hervorragend auf Silber übertragen. Anders als Eisen - kaltes Eisen, geschmiedet, war Gift für Feenwesen - sie hatten Angst davor. Weil es die Feenmagie störte, gar aufhob. Und viele jener Geschöpfe waren magischer Natur, manche bestanden auch aus reiner Feenmagie...
Er wischte sich über die Stirn, strich die Haare zurück und seufzte schwer... Es war kein Einzelfall. Eine Frau, die bei ihm Reagenzien kaufte, erzählte ihm, das sie einer Fee begegnet sei, sie gerettet hatte. Die Fee hatte wohl einen starken Feenglanz über sich geworfen, ein Zauber, der die Dinge anders erscheinen lies, ja sogar anders anfühlen lies, als sie waren tatsächlich waren. Diese Fee hatte ihn dazu verwendet, um als Katze zu erscheinen - für Cyrion nicht wirklich verwunderlich, nachdem er etwas über diesen Feenglanz gelesen hatte... Demnach konnte eine Fee einen Menschen ein trockenes Blatt essen lassen und dieser glaubte, ein Stück Kuchen zu verspeisen. Verwirrung der Sinne - Ablenkung von der Wirklichkeit bis ins Detail.
Die Katzenfee hatte mit der Frau gesprochen, ihr ihr Wohlwollen für die Rettung ausgesprochen und ihr ein Armband aus Silber wohl als Erinnerung gegeben. Cyrion wollte nicht wirklich von Dank oder Geschenken reden - es war etwas, womit besonders die alten Feenwesen nicht umgehen konnte. >Danke einem Feenwesen und du beleidigst ihn. Bezahle ein Feenwesen für seine Dienste und du beleidigst ihn. Ignoriere ein Feenwesen, das offenbar mit dir Kontakt sucht oder dir einen Dienst erwiesen hat, und du beleidigst ihn. Nenne nie deinen wahren Namen. Höre gut zu und sei vorsichtig, was du sagst.Sie lügen nicht, aber sie verwirren gerne und betreiben Haarspalterei mit der Wahrheit. Achte peinlich genau, was du ihnen versprichst - brech dein Wort und die Wilde Jagd kann kommen, dich zu strafen...< Wieder seufzte er tief, der Blick auf einen Text über Pixies gerichtet

Es gab so vieles, was man bei Feenwesen beachten musste.... Es gab auch Rassen, die schlichtweg bösartig waren... Die Pixies, über die er gerade las - sahen aus wie Pucks, aber schon ihrem Lächeln sah man an, das sie Böses im Schilde führten. Sie brachten Wanderer vom Weg ab, führten sie nicht nur in die Irre, sondern auch zu gefährlichen Orten - in den Sumpf, in Treibsand...

...Sie können Menschen so sehr verwirren, das diese sich nie wieder erholen und dem Wahnsinn verfallen - sie wandern ziellos durchs Land und murmeln oder singen beständig in einer geheimnisvollen Sprache....

Klang für ihn nach ganz gewöhnlichem Wahnsinn, aber... Wer konnte es schon mit Sicherheit sagen, ob er nicht doch an der Pixie-krankheit litt? Sein Blick wanderte weiter, der Finger schob sich erneut über das Blatt. >Schutz gegen Pixies...< Einfach nur die Jacke von innen nach aussen drehen und wieder anziehen. Hufeisen, ein verblättriges Kleeblatt, eine Hasenpfote... diese Dinge sollten helfen - obwohl das mit der Hasenpfote nahm Cyr nicht ganz ab - immerhin hatte der Hase kein Glück gehabt, wenn er sie hergeben musste. Immerhin - er hatte sich daran erinnert, hatte der Dame auch geraten, diese Dinge in dieser immerwährenden Dunkelheit zu beherzigen.
Feen... Wenn die Feenwesen umgingen, mochten die Frauen nicht wirklich sicher sein... Es gab soviele Lieder, in denen die Feenwesen die menschlichen Frauen begehrten - sei es wegen ihren Rundungen, die meist üppiger waren als bei den weiblichen Feenwesen oder sei es, das sie leichter zu verführen waren und man ihnen magisch die Jugend und Lebenskraft rauben konnte. Es gab sogar grüne ponygrosse Feenhunde - die Cusith - welcher einzig darauf aus war, Frauen zu Feenhügeln zu treiben.

Er blätterte ein paar Seiten weiter... Goblins, auch Hobgoblin genannt... >Recht fiese Gesellschafter...< dachte er, als er den Text dazu durchlas.

...Wie die anderen Erdgeister haben sie eine menschliche Gestalt, doch kein Mensch hat jemals einen solch Bösartigen, verdorbenen und hinterlistigen Ausdruck gehabt. Wenn ein Goblin lächelt, gefriert einem das Blut in den Adern, wenn er lacht, wird die Milch sauer und fällt das Obst vom Baum....
Er schmunzelte bei dieser Beschreibung. Er hatte noch keinen Goblin gesehen, hatte aber hier und da von welchen gehört. Wegweiser sollen von ihnen umgestellt worden sein, Eier, ja sogar Hühner und anderes Kleinvieh geklaut worden sein. Andere grössere Tiere wurden von ihnen erschreckt und in die Flucht getrieben... Aye er konnte sich vorstellen, das sie Spass dran hatten, Menschen zu ärgern. Gut, das sie wenigstens zu Dumm waren, um technische Geräte oder Werkzeuge zu verwenden.

Auch gab es Wesen, die weitaus angenehmer waren... Nympfen... Es gab allerlei Unterarten von ihnen. Dryaden - Baum- oder Waldgeister, die Napaeae, welche in Tälern und niedrigem Gehölz lebte. Oreaden waren Berg- und Grottennympfen, Nereiden - Nymphen von Gewässern... Wunderschöne nackte junge Frauen, mit hellen zarten Stimmen, die an ein Wispern in den Bäumen, an ein klingendes Kristall oder auch an ein Murmeln eines Baches erinnerte - je nachdem, welche Art Nymphe man vor sich hatte. Doch sah man sie nur Kurz, wenn überhaupt. Sie waren scheu und versteckten sich zumeist sofort, wenn sie einen entdeckten. Wieder ging ein kleines Lächeln über seine Züge. Doch ja... eine zu sehen, dagegen hatte er nichts.

Er blätterte weiter und die Brauen wanderten hoch. Rotkappen... die gefährlichste Koboldart, die es gab. Sie waren kleine hässliche Geschöpfe mit roten glühenden Augen und langen Krallen - trugen zumeist ausser einem Lendenschurz nurmehr ihre berühmtberüchtigte rote Kappe... Jene, die sie immer wieder neu einfärben mussten - in menschlichem Blut. Darum stürzten sie sich auf einzelne Menschen und schlitzten sie auf...

...stärker als ein Mensch es je sein könnte. Kein einzelner Mensch kann eine Rotkappe besiegen... ...leben in Ruinen, Steinhaufen in der Nähe von Grenzsteinen... ...häufig wechselnde Behausung, um Exorzisten und Hexenjägern aus dem Weg zu gehen....

>Hat er Angst vor denen?< Er wunderte sich im ersten Moment ein wenig. Was hatten Exorzisten mit Rotkappen zu tun? Aber dann erinnerte er sich, das Rotkappen Gebete nicht ausstehen konnten. Das das Heilige Wort - egal von welcher Gottheit ihn aufhielt, in die Flucht trieb. Vielleicht deswegen...

Wieder raschelten die Seiten. Wesen der Luft... Nachtflieger gab es da...Niemand wusste genau, wie sie aussahen... Manche sagte, wie Manta-Rochen mit Tentakeln am Bauch, die anmutig durch die Luft glitten und in hohen Vogelstimmen sprachen. Andere sagten, das sie aussahen wie Fledermäuse, nur grösser - und wenn sie nicht flogen, hingen sie von den Wänden wie eben Kopfüber wie Fledermäuse...Doch gingen die Berichte darin überein, das man jene bei der Wilden Jagd zuerst hörte. Dieses hohe Tschilpen und Singen, welches jene Gemeinschaft aus Jagenden ankündigte...

Es gab auch unter den Feenwesen der Gewässer interessante Einträge. So gab es Sirenen, Meerlrauen und Meermänner - Blondhaarig, grün bis grünblaue Augen, perlweisse Haut... alles Wesen, von denen Cyrion sich im ersten Moment gefragt hatte, warum sie nicht mitgestrandet waren - wie die Kraken. Aber anders als die Kraken besassen sie den Intellekt, wie ihn Menschen hatten, vermochten es auch, ihren Schwanz in Beine zu verwandeln - andere sagten, das sie aus ihrem Fischkleid stiegen und es irgendwo versteckten. Der Mann, der es fand, konnte sie damit erpressen, seine Frau zu werden. Selbiges bei den Selken - jene, welche nicht etwa ein Fischkleid hatten, sondern ein Fell - und wie Menschen oder Seehunde aussehen konnten.
Cyrion lächelte leicht. diese Geschichten waren so alt... so alt wie das Meer, so alt wie die Schifffahrt. Und doch gab es immer noch Sichtungen von jenen Feenwesen. Gab es immer noch Menschen, die behaupteten - oder von denen andere behaupteten, eine Selke oder eine Meeresfrau als Vorfahrin gehabt zu haben - Menschen, die das Meer, das Wasser liebten und litten, wenn sie davon getrennt wurden....
Weitere Wesen wurden erwähnt... Flussnixen - ähnlich wie die Meerfrauen, nur mit blauen Augen... Schwanenmädchen - sie konnten ein Federkleid ablegen und spielten dann im Gewässer oder auf den Wiesen um die Gewässer... Die Kelphies, jene Wasserrösser der Flüsse und die Ech-Ushkya, die Wasserrösser der Seen... Wobei das Kelphie gefährlicher war...
Ein weisses schönes Ross, welches aufgezäumt, aber ohne Herren an einem Flussufer erschien - ritt man auf jenem, trug es einen ins nächste Gewässer; man konnte von ihm abspringen, man haftete magisch an dessen Rücken und dessen Zaumzeug... Auch konnte es mehrere Leute zugleich tragen - immer schien auf dessen Rücken genug Platz für einen weiteren Reiter... Es trug sie in die Gewässer und...

...manche sagen, es verschwindet einfach und wer nicht schwimmen kann, ertrinkt. Andere sagen, es reisst sie mit in die Tiefe, ertränkt und frisst sie - bis auf die Leber, welche am nächsten Tag ans Ufer angeschwemmt wird...

Cyrion stutzte leicht und hob eine Augenbraue, sein Kinn auf seine Fingerknöchel gestützt. >Die Leber? Warum die Leber? Warum nichts anderes? Knochen.... Haare vielleicht...Kleidung... Warum die Leber?< Er schnaufte belustigt, als ihm ein anderer Gedanke kam und lass weiter, was da über Kelphies stand. >Vielleicht mag das Kelphie keinen Alkohol...<

...Das Kelphie kann aber menschliche Gestalt annehmen. Doch teilen sich auch hier die Meinungen. Die einen sagen, es sähe wie ein hässlicher plumper Mann aus, welcher an Strassen in der Nähe von Flussufern wartet und vorbeikommenden Reitern hinten aufspringt. Dort würde er dem Reiter seine haarigen Arme um den Brustkorb legen und kräftig zudrücken, den Mann so zu Tode quetschen. Wenn man Glück hat, vergeht dem Kelphie die Lust an diesem Spass und er springt wieder ab - was man zurückbehält, sind meist einige gebrochene Rippen. Andere berichte sprechen von einem stattlichen, ja gar schön zu nennenden jungen Mann, welcher in der Nähe von Gewässern umherwandert und manches mal Frauen, die am Ufer ihr Tageswerk tun, in Gespräche lockt, um sich dann von den Frauen das schwarze Haar kämmen zu lassen oder auch, auf ihrem Schoss seinen Kopf ruhen lassend, ein Nickerchen zu machen. Man erkennt den Kelphie in seiner menschlichen Form an Tang und Seegrass in seinem Haar wie auch an den spitzen Ohren. Eine Frau, die einen Kelphie als solchen erkennt, sollte sich dies nicht anmerken lassen und fürderhin höflich bleiben, ihm einen Gefallen aber auch nicht absprechen. Ist der Kelphie zufrieden, schenkt er den Frauen zumeist eine Kleinigkeit: eine Muschel, einen Fisch, vielleicht auch einen im Gewässer versenkten Schatz. Frauen, die es sich ihr Wissen über sein Kelphiedasein anmerken liessen, werden von dem Kelphie gejagt, ins Wasser getrieben oder gefangen und ins Wasser geschleift, wo sie dann einige Zeit, vielleicht sogar ihr ganzes Leben lang, dem Kelphie in seiner Behausung dienen müssen. Nur wenige solche Frauen sind dem Kelphie entkommen - zumeist dadurch, das sie sich in den Schutz heiliger Bäume begaben oder aber ein Haus aufsuchen konnten, welches unter dem Schutz eines Hauskobolds stand oder sonstwie gegen selbst mächtige Feenwesen gewappnet war...

>Kelphie, hmm?< Vielleicht war ja im Varuna Wassergraben ein Kelphie oder eines der anderen Wasserrösser. Wenn dort je eines sich einnisten würde, hätte es allerhand zu tun - es gab zich Menschen, die auf einem Pferd den Burggraben entlangritten.

Aber es gab noch so viele mehr... Ob Wald oder Flur, Berge, Gewässer... es gab sogar unter jenen, die wie Untote wirkten, oder es waren, jene, die der Feenmagie entsprangen...
Die bekannteste war wohl die Banshee - jene Todesfee, die mit wild wuchernden schwarzem Haar und vom Weinen roten Augen einem begegnen konnte. Sie trug zumeist ein grünes Kleid, konnte aber auch einen grauen Umhang nur tragen.

...Ihr scheussliches Heulen, welches an eine Mischung aus dem Heulen eines Wolfs, Kinderweinen und an die Schreie einer gebährenden Frau erinnerten, klangen in der Dämmerung weithin über Seen und Moore...

>Und wer sie hört, ist gewarnt, das bald ein Familienmitglied sterben wird. Na danke nein, hören möchte ich sie beleibe nicht.< Dachte er und blätterte weiter.
Dann gab es auch noch Rusalken - jene Wesen, die - dem Volksmund nach - wie einst schöne, aber nunmehr sehr ertrunkene nackte Frauen aussahen. Sie zerrten unschuldige Wanderer ins Wasser und quälten ihn eine Weile, bevor sie ihn freiliessen.
Der Finger wanderte weiter über den Text >Andere sahen aus wie wunderschöne in Wasserdampf-Gaze gekleidete junge Mädchen? Sangen süsse Melodien und bezauberten Männer...< Er schmunzelte leicht. Wesen die Frauen bezauberten, Wesen die Männer bezauberten.. >Ihr Gesang bezauberte die Männer, so das sie mit einem Lächeln ihnen ins Wasser folgten und ertranken... Nett... Wirklich...< Dachte er recht trocken. Wie praktisch, das jene Menschen, die wahrhaftig liebten, ihr Herz bereits verloren hatten, solchen Zaubern nicht erliegen konnten.
Der Blick huschte weiter und blieb an einem Namen kleben, der ihm gar nicht sagte und von dem er nicht mal sagen konnte, wie dies aussprechen. >Adh Seidh?<
Ein Name für eine Geistersorte, welche ein Mensch nicht bei vollem Bewusstsein sehen konnte. Ob schön oder hässlich, sie waren weiblicher Natur und Rachegeister mit Fangzähnen und feurigen Augen - rächten sich und zerrissen Menschen, die der Gerechtigkeit der Sterblichen entkommen waren - ihre Opfer konnten sie auch mit wachem Bewusstsein sehen: Erpresser, korrupte Führungskräfte, Kindermisshandlern, Lügnern, Eidbrechern, Sippenmördern...
Cyrion musste grinsen und schob sich in seinem Stuhl zurück, das Bein am Gelenk über das Knie schlagend und das Buch mit sich ziehend, auf diese Beinstütze bettend. >Wenn mir einer begegnet, zeig ich ihm, wo Rahal liegt...< Das Grinsen wurde schärfer, milderte sich dann aber, als er an Leah dachte und daran, das er auch einen Eid gebrochen hatte... >Hmm... vielleicht doch nicht...< Grübelte er nachdenklich und blätterte weiter. >So viele...< Er rieb sich die Augen. Sie brannten ihm ein wenig. Es gab so viele... Sogar unter den Tieren gab es allerhand Feenwesen, welche Unheil trieben oder den Menschen wohlgefällig gegenüber waren. Unselige und Selige... Und viele dieser Kreaturen, ob Humanoid oder anscheinden tierischer Natur fanden sich in der Wilden Jagd wieder... Die Wilde Jagd, angeführt von dem Jäger, welcher das Opfer erwählte und die Hatz anführte. Adlige der Feenwelt begleiteten die Jagdgesellschaft, aber auch niedere Feenwesen... Auch Selige nahmen an der Jagd teil, denn diese Jagd konnte unterschiedlicher Natur sein - ob es eine Hatz nach Feenwild war - jene schneeweissen Hirsche und Rehe, welche wieder nach dem Tode aufstanden und unverletzt weiterliefen, sobald jemand sie schoss. Oder ob es ein Freudenzug war, bei der alle Sterblichen und Feengeister, die jene zufällig sahen, in deren Bann gezogen wurden und mitfeierten,. Doch es konnte auch ein Rachezug sein, bei dem jemand - ob sterblich oder unsterblich, selig oder unselig - der sein gegebenes Wort gegenüber einem Feenwesen brach, von der Meute gehetzt wurde, bis sie ihn stelten und straften. Aber nicht nur Eidbrecher, auch Lügner, Sippenmörder, Betrüger... jene konnten alle von der Wilden Jagd gejagd werden, wenn es nur einen einzigen gab, der sie herbei rief und ihre Hilfe erbat, demjenigen seiner gerechten Strafe zu zu führen. Natürlich durfte der Rufer selbst nicht lügen, sonst wurde er am Ende gerichtet...
Nachdenklich las der junge Mann weiter den Text durch. Die Wilde Jagd... Sie machte vor nichts und niemanden halt, man konnte sie nicht aufhalten! Ob König oder Bettler, jeder konnte sie anrufen, wenn man die Worte kannte, jeder konnte Opfer werden - die Gesellschaft der wilden Jagd machte keine Unterschiede und liess sich weder kaufen, noch bestechen noch drohen. Mauern und Türen aus Stahl hielten sie nicht auf - ja sogar kaltes Eisen vermochte es nicht, die Macht der Wilden Jagd aufzuhalten... Wer die Gesellschaft angriff - sei es um seinen eigenen Eid zu halten und seinen Herren zu beschützen oder ein anderer Grund, wurde Teil der Gesellschaft - wurde in den Bann dieses Zauber gezogen und lief oder ritt mit auf jenen Rossen...

...welche , so denn selig - schneeweiss mit goldenen Funkensprühenden Hufen und grünen glühenden Augen waren und wenn so denn unselig - schwarz, mit flammenden roten Augen, mit Rauch, der aus den Nüstern quoll und roten Funken, die von den schwarzen glänzenden Hufen stoben. Einige der Pferde hatten auch andere Farben, waren Grün oder Blau, Silbern oder Goldfarben. Dann wieder welche bestanden allein aus Haut und Knochen... trugen Ketten um sich, wie jene Pooka, welche ebenfalls Wanderer gern vom Wege abbrachten, in dem sie sie zu treiben versuchten. Kelphies begleiteten gerne diese Jagden, aber auch andere Tiere wurden geritten. Wölfe, Katzen, ja sogar Hirsche und Wildschweine. Kobolde flogen auf Greifvögeln, Schwänen und Gänsen, Nachtflieger und andere fliegende Geschöpfe begleiteten die Jagd. Und manche Jagd wurde auch von grauenhaften Geschöpfen begleitet, welche in Wolken aus Dampf gehüllt waren, den wer sie erblickte, verfiel in Wahnsinn und kratzte sich selbst die Augen aus.

Cyrion verschränkte die Arme hinterm Kopf und dachte recht trocken: >Nett... wirklich..< Wieder wanderte sein Blick zu dem Text... Die Wilde Jagd... Wer in ihren Bann gezogen wurde, wurde zu einem Teil dieser Jagd... Wenn man Glück hatte und starken Willens war, verblasste der Zauber, sobald das Ziel der Jagd errecht wurde und man war wieder frei. Wenn man Pech hatte, verblieb man Jahre in der Jagdgesellschaft, jagte von einem Ziel zum nächsten... Endete vielleicht auch bis zu seinem Lebensende in jener Gesellschaft.
Er richtete sich auf, runzelte leicht die Stirn, als er weitere Textausschnitte las. Demnach fand die Wilde Jagd nur in der Dunkelheit der Nacht statt...

...Und am häufigsten wurde sie im 6 und dem letzten Monat des Jahres gesehen, wo viele nach Rache riefen und wo viele Feenwesen sich gerne an der Jagd nach den weissen Hirschen beteiligten... Offenbar sind die Sommer- wie die Wintersonnenwende für die Feenwesen von hoher magischer Bedeutung...

Die Wintersonnenwende war gegen dem 21sten... in ein paar Tagen! Und dazu noch ewige Nacht... >Wie stark kann man diesen Büchern vertrauen? Sind die Berichte echt?<
Warum fragte er sich das eigentlich? Er hatte selbst eine Fee gesehen - in etwa zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, wenn er sich recht erinnerte. Ein Puck war im Haus der Elbenaus gewesen. Eine weitere Fee wurde gesehen... und die zivilisiertesten Feenwesen überhaupt waren wohlbekannt - die Elfen. Nur das jene mit den anderen Feenwesen nicht mehr viel verkehrten.
>Oder aber sie lassen niemanden erfahren, was sie so machen... Das verborgene Volk trägt mit Recht diesen Titel.<
Er seufzte einmal mehr schwer auf. So oder so... Es würde ihn nicht wundern, wenn auch unter den Feenwesen Chaos ausgebrochen wäre und diese sich unberechenbar verhielten, hier und dort Untaten nachgingen... Er würde sehen. Es würden Gerüchte aufkommen, wenn Feenwesen vermehrt gesichtet wurden... Seufzend klappte er das Buch zu und erhob sich. Er hoffte nur, das es sich in Grenzen hielt... Und Leah recht hatte udn er einfach nur zuviel nachdachte.
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Samstag 13. Dezember 2008, 22:21, insgesamt 1-mal geändert.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Ihm war kalt... Aber das machte nichts... er war gerade erst raufgekommen. Noch hatte er keine Möglichkeit gehabt, sich an die Temperatur zu gewöhnen. Nachdenklich blickte er zum Sternenhimmel. Im Winter waren waren die Nächte und Tage entweder von Wolken bedeckt - für lange Zeit - oder aber Tagelang völlig bis fast Wolkenfrei... Die Luft war klarer und die Sterne besser zu sehen. Man konnte oft auch weiter in den Horizont sehen, als im Sommer. Die Drei Städte waren von seinem Turm aus besser zu betrachten. Man konnte weit weit hin sehen...
Er schmunzelte leicht, während er sich auf die Mauer setzte, den Rücken an den Pfeiler, die Beine angezogen... Gefährlich, wenn er runterfiel, aber sein Gleichgewichtssinn war hervorragend. Der Blick wanderte wieder über die schwarzen Baumwipfel in der Nacht. >Wenn die Wilde Jagd jetzt stattfinden würde, würde ich sie vermutlich sehen, wie sie über den Himmel rennen - auf der Jagd nach einem Untäter. Zuerst sicher hören... Jene Yell- oder Yeth-hounds, welche ihr Heulen weithin erklingen liessen. Anders als das der Wölfe, deren Rufe einsam klangen, war das Geheul und Gebell der Yeth-hounds markerschütternt. Es setzte sich das Gefühl zur dringenden Flucht ein und nie kam einem in den Sinn, das das ein Wolf sein könnte. Eher kamen einem Höllenhunde in den Sinn. Jene Yethhounds waren schwarz wie die Nacht mit glühenden roten Augen. Von der Statur sollten sie wie Jagdhunde aussehen: Einem Mastiff ähnlich, nur grösser, schwerer und ungleich Blutrünstiger. Man nannte sie auch auch Hunde des Blutes - nicht etwa Bluthund, jene Jagdhunde der Adligen, nein. Hunde, die es nach Blut dürstete. Sie jagden ihre Beute, umkreisten sie, schnappten nach ihr... waren hin auch zuweilen Ausführer des Richtspruchs des führenden Jägers der Wilden Jagd.
>Wer sie hört, sollte schnellstmöglichst ein Haus aufsuchen und sich einschliessen. Ist man jedoch das Opfer gab es nichts und niemanden, der die Wilde Jagd aufhielt.
Es war lebensgünstiger, einer Wilden Jagd zu begegnen, die fröhlich einem Hirschen durch den Wald verfolgte. Die Pferde waren zumeist wunderschön, aber nicht beängstigend wie die Feuer und Qualm schnaubenden Pferde der Unseligen Feenwesen. Weiss, mit goldenen Hufen, goldenen oder Grünen Augen, Dampf, der aus den Nüstern stobte... aye.. schöne Tiere sicherlich... Und die Hunde von Zeugen als grosse Windhunde beschrieben... Eine weitaus fröhlichere Gesellschaft. Aber auch die konnte unangenehm werden, wenn man sie störte.
Tief atmete er ein und verzog das Gesicht. Es war kalt genug, das der Kopf anfing zu schmerzen, wenn man zu tief einatmete. >Feenwesen müsste man sein...< Dachte er. >Dann bräuchte ich nur an Sommersonne auf der Haut zu denken und mir wäre warm. Feenglanz ist in vielen Fällen brauchbar.< Er schob knapp den Schal höher, das er seine Nase darin tauchen konnte, während er zu den Städten rübersah...
Feen... diese schönen geflügelten Wesen. Er hatte das Bild aus seiner Erinnerung vor sich, als wäre es erst gestern gewesen. Ein Bild, das sich eingebrannt hatte. Jenes Wesen mit durchscheinenden Flügeln... Eisblumenmuster auf diesen, farbige Schlieren hier und da... Und während sie flog - nicht etwa behäbig wie ein Schmetterling, nein, es es erinnerte mehr an Libelllen oder Wespen, wobei die Flügel muster in die Luft zauberten - rieselte glitzernder Staub hernieder. Das Haar seidig ihre Gestalt umfliessend, reichend bis zu ihren Fussgelenken. Das Kleid aus feinstem gespinnst, wie von Spinnen gewoben. Blätter und Blüten, die es zierten... Doch das auffallendste an ihr war nicht etwa ihre überschlanke Gestalt, nein es waren ihre Augen. Dreifarbig waren diese. Drei ineinandergehende Ringe bildeten ihre Iris. Ein Ring so Grün wie Sommerblätter eines Baumes, ein Ring aus reinstem Gold und ein Ring aus dem hellen sanftem gelbgrün der Frühlingsblätter einer Birke, durch die die Sonne schien. Wunderschön. Er würde es nie vergessen. Und nie jene Stimme, jenes Lachen vergessen, welches hell wie silberglöckchen ihn an sein Wort band, nicht mehr die Feen zu beobachten. Hatte er einen Fehler gemacht, dieses Wort zu geben? Jetzt, wo es gut möglich, war das Feenwesen erkennbar umhergingen? Wie lange würde es dauern, bis ein Tavernenwirt bemerkte, das ein Cluricaun in seinem Keller wohnte, Handgross mit silbernen Schnallen auf den Schuhen, Strümpfen, Kniehosen, Schürzen und weissen Hemden, die roten Hüte auf dem Kopf... Einem Schankwirt aus alter Zeit nachempfunden. Wenn der Wirt Pech hatte, konnte der Cluricaun ein versoffener Unruhestifter sein, der die besten Spirituosen des Tavernenwirts wegtrank und Nachts, wenn Schlafenszeit war, laute Feste feierte.
Ein Mundwinkel hob sich an und die Augen verfolgten eine Sternschnuppe, die am Himmel aufblitzte. Das einzige, was half, war die Taverne für ein paar Tage dicht machen und sämtlichen Alkohol ausser Haus zu bringen.- bis der Lasterhafte Cluricaun auszog.
Oder aber es wurden neugeborene Babies von Feen gestohlen, Wechselbälger hinterlassend. Sie stahlen gerne sehr hübsche Babies... Wofür wusste keiner. Doch sah man die Kinder nie wieder.
Andere stahlen Kinder, die schon laufen und sprechen konnten. Ab dem Alter von zwei bis drei Jahren. Jene waren die Bendith Y Mamau... Auch ein Name, den er nicht aussprechen konnte - irgendein uralter Dialekt oder eine Uralte Schreibweise. Jenen sagte man nach, das sie eine Kreuzung zwischen Kobold und Fee waren und hübsche Kinder aus Neid stahlen, denn sie waren selbst verkümmerte hässliche kleine Kreaturen und hinterliessen den armen Eltern ihre hässlichen Kinder, die sogenannten Crimbils. Man brauchte eine Hexe, die das Zauberwort herausfinden konnte, mit denen man sein eigenes Kind wieder zurück erhielt. Andere sagte, das es kein Zauberwort sei, sondern der wahre Name des Crimbils. Die Wahrheit ans Licht gebracht, kehrte die Magie, die den Crimbil bei jener Familie hielt sich um und das wahre Kind kehrte zurück.
Der Blick ging gedankenvoll zum Meer hin, wo die Insel Lameriast irgendwo in der Ferne sein würde. Die Insel, auf der sein Patenkind war. >Ein bis zweijährige Kinder... Vielleicht sollte er Marick ein in Harzgegossenes vierblättriges Kleeblatt als Anhänger schenken... oder ihm ein paar Eisenmünzen in die Kleidung einnähen... irgendsowas...< Er würde auf den Märkten gucken, ob er einen solchen Anhänger finden konnte.. Nachdenklich schlang er seine Arme einmal mehr um sich und blickt wieder zum Wald hinaus. Die Dunkelheit belastete ihn. Immer mehr Gefahren bargen sich darin, immer mehr am natürlichen Gang der Dinge wurde beeinflusst. Er hoffte, das er bald wieder die Sonne sehen würde. Damit würden so viele Gefahren sich auflösen... Ein Angriff durch die Rahaler auf Varuna, ein Angriff durch Untote, Feenwesen, die verrückt spielten und nicht zuletzt eine Flutwelle... Er hoffte nur, das diese Dunkelheit nicht Menschengemacht war - es gab viele Wesen, die dergleichen nicht leiden konnten. Wer wusste schon, ob sich dieses dann nicht rächen würde. Wieder schweifte der Blick umher... Er versuchte, über andere Dinge nachzudenken, doch die Sorgen wollten nicht weichen.
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