Seltsame Zufälle...

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Virginie Gladwyn

Seltsame Zufälle...

Beitrag von Virginie Gladwyn »

Am frühen Morgen verließ Virginie das Haus des Quarius de Lore. Ihr Rücken schmerzte und Müdigkeit zeichnete sich in ihrem Gesicht ab, verbrachte sie doch die ganze Nacht damit am Rand des Bettes über den Verletzten zu wachen.
Auch wenn sie versucht hatte möglichst wach zu bleiben, so nickte sie dennoch immer für ein paar Minuten ein. Immerhin war sie erst am Vortag in Bajard angelangt und auf ihrer Reise auf dem Schiff war sie zu aufgeregt um Schlaf zu finden.

Der kühle Morgenwind wehte ihr durchs dunkelbraune Haar und sie schloss ihren Mantel enger um sich bevor sie durch Varuna schritt. Sie hatte gestern nicht mal Zeit gehabt, sich die Stadt genauer anzusehen... und jetzt im Tageslicht... wirkte sie um einiges beeindruckender, wenn auch menschenleer.
"Mag an der Tagesstunde liegen", murmelte Virginie und ihre Gedanken schweiften zu den Ereignissen des Vortages zurück.

Sie war gestern grade erst vom Schiff gestiegen und blickte sich in Bajard um als sie Stimmen vom Nordtor gehört hatte. Neugierig wie Virginie nun mal war schritt sie hinaus und traf dort auf den Herrn in roter Rüstung wie er sich einer vermummten Gestalt zu Pferde stellte.
Auch wenn Virginie nur einige Gesprächsfetzen mitbekam, war es nicht schwer die Gefahr der Situation einzuschätzen.
Jedoch schien es schon zu spät um sich wirklich einzumischen und nach einem kurzen Kampf war Quarius unter der Klinge seines Gegners gefallen.
Ohne zu Zögern eiltete sie zu dem Mann und bot ihm ihre Hilfe als Heilerin, oder besser gesagt als Medikus, an.
Sie hatte seine Wunden versorgt und half ihm so gut wie möglich zur Kutsche und reiste mit ihm nach Varuna, zu seinem Haus.


"Welch seltsamer Zufall... ", dachte Virginie bei sich während sie so durch die Straßen schlenderte und ihr Blick fiel auf ihre Tasche.
"Eluive, wohin magst du mich führen", murmelte sie.
Denn in ihrer Tasche befanden sich nun zwei Briefe. Den einen den sie vom Kapitän des Schiffes bekommen hatte und einen zweiten welcher Quarius sie bat zu überbringen.
Der Brief von Quarius war an Rika von Gryffenhorst gerichtet, die Dame welchen Namen er in seinem Delirium rief. Und wie Eluive es wollte war diese Dame eine Heilerin und Quarius selbst sagte zu Virginie sie solle sie doch fragen ob sie bei ihr lernen und ihre Künste verfeinern könne.
Der zweite Brief erging an die Magieakademie zu Tirell und Virginie schüttelte schmunzelnd den Kopf bei dem Gedanken das ein gewisser Calor von Gryffenhorst, Bruder jener Herrin Rika, einer der Ratsmagier war.

Frohen Mutes schritt sie weiter voran...
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Quarius Lore
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Registriert: Montag 31. Dezember 2007, 03:38

Beitrag von Quarius Lore »

Mit dem Schwertgriff haltend und in einer defensiven Position erblickte er vor den Toren Bajards zwei seltsame gestalten, die maskiert mit einer Reiterin sprachen.
Mit gedämpfter Schritte, ging er auf sie zu und wurde auch sogleich von den Personen gemustert, welche sich sogleich als den Praefector und seine angebliche Gefehrtin ausgaben...

"Ihr, habt die Kapelle zu Rahal geschendet und verbreitet eure Lügen über den Temorianischen Glauben weiter...!" meinte er ernst zu dem Manne der sich als Praefector ausgab...

Jener zog sein Schwert und wollte damit die beschuldigungne von Quarius entgegentreten, zugegeben er war einer derjenigen die gegen den Glauben Temoras frevelten und auch Lügen über Sie und der Kapelle zu Bajard verbreitet hatten. Quarius jedoch bemerkte nicht das eine Frau hinter ihm erschienen ist welche die Aggresoren anflehte nicht gegeneinander zu kämpfen...er blickte nur kurz mitleidig zu der Frau, als der Praefector auf Quarius zuging und mit seinem Schwert ausholte um mit seiner Klinge nach ihm zu schlagen...welchen er zuerst parrieren konnte jedoch nicht auf die anderen beiden Schläge reagieren konnte und zu Boden viel...so war auch die Tatsache bestätigt, das Rahaler nur extreme kennen.


Keuchent wachte er in seinem Haus auf zusmammen mit jener Frau, welche er zuvor in Bajard Mitleidig angesehen hatte. Sie war Heilerin mit dem Namen Virginie...er war scheinbar immernoch benommen. "Was ist passiert, wie kam ich her?" fragte er murmelnt "Das fragt ihr mich Herr..?" gab die Dame seltsamerweise schmunzelnt zurück...
Er schüttelte sich kurz und versuchte aufzustehen, wobei seinen Körper Schmerz durchzuckte...nachdenklich blickte er die frau an.." ihr spracht etwas von einer Rika..." gab sie lächelnderweise zurück....

Blass wurde Quarius ums Gesicht, schluckte schwer und konnte sein Antlitz kaum noch verbergen..."Wer ist diese Frau..?"Die Frage hemmerte stärker auf ihn ein, als des Praefectors Klinge..."ich sprach von ihr nur damit ihr sie vielleicht kennen lernen solltet; sie ist ebenfalls Heilerin...und wenn ihr gewillt sein wollt einige ihrer Fertigkeiten zu erlernen, so solltet ihr sie doch Besuchen..."
Virginie stimmte Quarius zu und nickte nur..."könnt ihr einen Brief von mir an sie weiterreichen Milady..?" war seine nächste bittend höfliche Frage, welche sie ihm auch zustimmte und fragend auf den Deut in Richtung Schreibtisch schaute. "Ihr müsstet ihn allerdings nur noch versiegeln.."

Sie versiegelte den Brief und fragte noch nach einem Tireller Mitglied, da sie einen Brief für die Magierschaft in ihrem Rucksack zu haben schien.
"Nun Calor von Gryffenhorst, der Bruder von Rika, wird sich sicherlich auch euer annehmen..." sagte er lächelnt zu ihr und schlummerte allmählich dahin...

"Bitte sagt ihr nichts von meiner Verletzung..." sprach er zu ihr und war fast schon im Schlafe versunken...
Die Augen der Göttin liegt auf uns allen...
Kyr´laex

Beitrag von Kyr´laex »

Er hatte in Bajard alles erledigt, was zu tun war. Den Griff um sein Heiligstes noch einmal verstärkt und an die Brust gepresst. Wie um sich zu vergewissern, dass er es tatsächlich bei sich trug. Hatte er schon einen Fuß auf der ersten Stufe der Kutsche. Schon wollte der Praefector Alataris sich in das Innere der Kutsche begeben, als er Hufgetrappel hörte. Ein kurzer Seitenblick offenbarte ihm eine Reiterin.

„Alatars Segen“, erklang ihr Gruß. Leichtes Erstaunen machte sich im Bewusstsein des Praefectors breit. Doch wurde es schnell von einem wohligen Gefühl der Zufriedenheit vertrieben. „Ja, die Macht des Vaters wächst stündlich“, flitzten die Gedanken blitzschnell durch seinen Verstand bis er den Gruß, „Der Segen des Einen meine Dame“, aussprach. „Wie heißt ihr meine Dame, euer Gesicht erscheint mir unbekannt. So bin ich freudig überrascht den Gruß des Herrn zu vernehmen“, sprach er während er sein Gebetsbuch mit der Linken an seine Brust hält. „Mein Name ist Tessa Enmar, ich bin eine Tierkundlerin.“ Sprach sie, während sie ihren Kopf zu einem Nicken neigte.

Just in diesem Moment trat auch die Corrupta, welche ihm zuvor schon die Kutsche betreten hatte wieder heraus. Sich wohl fragend, wo er denn bliebe. „Ich bin in diesem Lande als Praefector Alataris bekannt“, erklingt mit väterlichem Unterton die Vorstellung, woraufhin die Corrupta mit den Worten,: „Und mich nennt man die Corrupta Alataris“, nachsetzte. Die Antwort der Tessas lies nicht lange auf sich warten. „Ich bin erfreut euch kennen zu lernen.“

Ein aus Bajard hinzugetretener Mann beobachtete die kleine Gruppe aus ein wenig Entfernung. Die Hand auf seinen Schwertgriff gelegt verharrte er zunächst ohne das Wort zu ergreifen, um die in Kutten gehüllten Bruderschaftler eindringlich zu mustern. Kurz mochte auch sein Blick sich auf die Reiterin richten.

„Seid ihr eine Bürgerin Rahals? So ihr den Gruß des Einen benutzt“, fragte der Praeceptor äußerlich seine Überraschung und Neugierde unter einem Mantel der dunklen Würde verhüllend. „Ja, seid einigen Tagen“, erfolgte unverzüglich die Antwort der Reiterin, ein wenig Stolz in ihrer Stimme mitschwingend. „Eine sehr schöne Stadt, wie ich finde.“ Mit einem Tonfall, welcher von tiefer Überzeugung kündete, erwiederte der Praefector: „Das faszinierende ist nicht ihre offensichtliche Schönheit, sondern die versammelte Macht des Glaubens. Es gibt auf ganz Alathair keinen Ort, der stärker dem göttlichen zugeneigt wäre.“

Dass die Corrupta sich dem Manne zuwandte und ein wohlgemessenes „Sein Segen.“ in seine Richtung vorbrachte, sowie der stumme Blick Tessas hinter ihn, welcher ihm das Auftauchen des Mannes verkünden sollte, schien er nicht zu bemerken. In Wahrheit jedoch ignorierte er es schlichtweg, die Corrupta würde einen Angreifer in seinem Rücken unverzüglich aufgehalten haben.

Ein Kopfschütteln des Mannes war die Folge auf den Gruß und „Keinen Segen... Den könnt ihr behalten.“ waren die Worte die er ernst aussprach, das Grußwort abweisend. Das Gespräch der Reiterin mit dem Praefector wurde davon unbeirrt fortgesetzt und Tessa äußerte: „Es ist sehr inspirierend, auch wenn schon die offensichtliche Schönheit meinem Auge schmeichelt.“ „Ihr solltet warten, bis ihr eine Predigt erhört habt“, antwortete der Praefector, mit einem geheimnisvollen Unterton, wohl in dem Sinne die Dame neugierig zu machen auf die Worte des Herrn. Während der Praefector an die Reiterin heran trat und ein kleines ledergebundenes Buch aus seiner Gürteltasche zog, um es ihr mit seiner schwarzen Knochenhand hinauf zu reichen sprach sie die Worte: „Ich würde gerne eine Predigt besuchen“ Und beugte sich leicht herab um das Geschenk entgegen zu nehmen. Als das Buch den Besitzer wechselte erläuterte der Praefector „Ein kleiner Teil der Weisheit, welche Er den Gesegneten zuteil werden lässt.“

In der Zwischenzeit wurde die die Diskussion der Corrupta mit dem unbekannten Herrn fortgesetzt. „Ihr solltet ihn besser annehmen... Er schadet euch gewiss nicht.“ sprach die Corrupta ruhig intonierend. „Oh doch das tut er“, erwiederte der Mann. „Weil ein Mann Temoras niemals den Segen Alatars annehmen würde...und das solltet ihr euch zweimal überdenken...warum wohl jemand seinen Segen nicht und niemals teilt.“ „Wenn ihr ihn nicht annehmen wollt, so ist das eure Sache. Ich rate euch nur, dies noch einmal zu überdenken. Auch ein Mann Temoras kann die Wahrheit erkennen.“, sprach die Corrupta sanft, seidig anmutend verliessen die Worte ihren Mund.

Nun wandte sich auch der Praefector zu dem Unbekannten herum, während er sprach „Ein törichter Mann muss dies sein. Schon so mancher Bauer verlor seinen Kopf, weil er ihn zu hoch empor reckte.“ „Er scheint so zornig“, erklangen beinahe fragend Tessas Worte vom Pferd herab. Zeitgleich sprach der Unbekannte: „Mann : ein törichter Mann in eurem Sinne vielleicht. Ihr solltet wissen das ich kein Bauer bin...Vermummter... Eure Angst euer Gesicht zu zeigen spricht Bände.“ „Angst?“, entkam ein einziges Wort dem Praefector und der Corrupta wie aus einem Munde. Doch sofort wandelte es sich auf Seiten der Corrupta in ein schallendes Gelächter. „Was interessiert es euch immer so brennend, ob jemand eine Maske trägt?“, stellte der Praefector eine einfache Frage, gefolgt von einem beinahe mitleidigen, „Ihr denkt wahrlich in einfachen Mustern“, der Corrupta. „Ja, Angst, warum versteckt ihr sonst euer Gesicht?“ antwortete der Mann mit einer Gegenfrage. Und setzte im ernsten Tonfall, den Schwertgriff fest umklammert noch nach: „Leider ist Gerimor einfach... Aber scheinbar weiß das Rahal nicht...“ „Gerimor ist alles andere als einfach. Aber wenn ihr es sagt..“ erwiederte die Corrupta mit unverhohlener Ironie in ihrer Stimme.

Als eine vorbeireitende Dame den festen Griff des Mannes um sein Schwert bemerkt bleibt sie ebenfalls stehen. Und betrachtet die Szenerie, ihr Gesicht unter einer Maske verborgen.

„Wir waren lediglich auf der Heimreise“, erläuterte der Praefector mit scheinbarer Ermüdung in der Stimme, „Doch ihr sucht den Streit. Ihr bringt Chaos in die Ordnung des Herrn.“ Woraufhin Tessa, welche fasziniert in dem eben erhaltenen Buche blätterte aufsah und zustimmend nickte. Der Mann sprach auf seiner Meinung beharrend: „Ich habe schon viel gehört...doch einem Rahaler zu trauen wäre das letzte was ich tue... Oft genug habt ihr Frauen, Kinder und Männer aus dem Rücken angegriffen“ Im leicht schärferen Tonfall fährt er Praefector nun fort: „Ihr seid Lügenmärchen aufgesessen. Was hat man euch berichtet? Wer erzählt so etwas?“ „Und Bruder Rafael einen Lügner zu bezeichnen... Ich glaube ich kenne ihn besser als ihr denkt.“ spricht der Fremde mit unverhohlenem Stolz. „Wieso überprüft ihr nicht einmal etwas, anstatt es ohne nachzusinnen weiterzuleiten? Ihr würdet dem Land vieles ersparen.“ brachte die Corrupta nun sachlich vor. Doch der Mann antwortete im entschiedenen Tonfall, „Die einzige die lügt ist die Stadt Rahal und ihr Praefector.“

Ein entsetzter Blick Tessas in Richtung des Fremden und des Praefectors war beinahe für die Anwesenden zu spüren. „Ihr nennt mich einen Lügner?“, bringt der Praefector, offenbar mühsam um seine Beherrschung ringend, zwischen den zusammengepresten Zähnen hervor, wobei er einen Schritt auf den Manne zuging. „Bleibt stehen.“, war die schlichte Reaktion des Mannes. „Was wagt ihr es mir zu gebieten? Narr.“, brachte der Praefector eiskalt hervor. „Untermauert eure Behauptungen mit Beweisen, sonst ist euer Wort nicht mehr wert als der Dreck der Straße.“ „Es ist Beweis genug wenn ein Glaubensbruder mir davon berichtet.“ kam es zurück. Doch mit immer frostigerer Stimme antwortete der Praefector. „Ja, so ist es euer Tun. Ihr erzählt euch Märchen so lange gegenseitig, bis ihr es selbst glaubt. Die Allianz hat immer Streit provoziert, so wie ihr nun. Dies sagen auch die Bürger Bajards, welche es sich nicht trauen offen auszusprechen. IHR seid der Lügner!“

Immer weiter sprach der Unbekannte Mann „Schrecken verbreitet ihr Rahaler dort..und auch Lügen über Gläubige des temorianischen Glaubens.. Und nun bezeichnet ihr mich als einen Streitsüchtigen... Habt ihr doch es gewagt der auf mich zugetreten ist... Wohl in der Absicht mich anzugreifen...“ Langsam kühlte sich nun auch die Stimme der Corrupta ab als sie weiter erläuterte „Nun, wer von uns hat seine Hand schon die ganze Zeit über am Schwertgriff? Wir... oder ihr? Denkt gut nach, bevor ihr antwortet. Ihr wolltet euch bereits schützen, noch bevor wir ein Wort mit euch wechselten.“

Mit betont ruhiger Tonlage beginnt der Praefector nun abermals: „Ich habe euch um Beweise gebeten, doch von euch kommen nur weitere Vorwürfe. Schweig, oder knie nieder vor dem Herrn.“ Doch der Mann antwortete nur stur: „Und niemals werde ich mich vor Alatar beugen...und seinen Dienern.“

Wieder lauter werdend forderte der Praefector nun: „Ich verlange von euch eure Lügen zu wiederrufen, oder werde euch euer Lügenmaul stopfen.“ Bevor er seine Arme empor hob und von einer Aura des Zornes umgeben wurde. Die Luft um ihn herum begann zu flirren und verdunkelte sich, schien immer greifbarer, bis sie sich schließlich in einer schwarzen Rüstung verfestigte. Der fremde Mann knirschte währenddessen mit den Zähnen und brachte nur ein „Niemals..!“ hervor, die Hand noch immer auf seinem Schwertknauf. Ein erstaunter Blick Tessas in Richtung des Praefectors war die Folge, als sie dieses Schauspiel beobachtete, auch der fremde Mann trat von der Aura übermannt einen Schritt zurück. Die Hand der Corrupta glitt zu ihrem Schwertknauf, doch eine kurze Anweisung des Praefectors lies sie inne halten. Ihre Hände glitten daraufhin wieder zurück in die gegenüberliegenden Ärmel ihrer Kutte.

Mit ernster Miene setzte der Mann wieder an: „Die einzigen der hier Mord und Drohungen verteilen seid ihr..RAHALER...“ Und der Praefector hielt kühl dagegen: „Ich verteidige ausschließlich meine Ehre. Diese Anwesenden Brüger sind Zeugen, dass ihr mich einen Lügner schimpftet.“ Woraufhin ein zustimmendes Nicken von der Corrupta und Tessa die Folge waren.

Noch immer fährt der Mann fort: „Eure Ehre....!? Einen Lügner...Ja das sagte ich und eure Taten bestätigen es.“ Woraufhin er zurücktritt und einige Worte gen Temora murmelt, in dem Willen, dass es alle vernehmen würden. „Er tut es wieder“, entfuhr es Tessa mit ungläubigem Erstaunen.
„Nein, ich streite Kraft meines Standes als Ahad für meine Ehre. Nicht mehr, nicht minder“, wiederholte der Praefector mit hörbarem Unmut ob der ewigen Wiederholungen.

Der Blick der maskierten Frau lag während der ganzen Zeit auf der Szene.

„Als Ritter Temoras und der Königin ist es meine Pflicht vor den dunklen Schatten Rahals sich zu schützen, wie auch arme Bürger... Welche von euren Lügen verbreitet werden.“ „Wie ist euer Name, wo ihr euch Ritter nennt?“ fragt der Praefector schlicht. „Quarius de Lore...!“ ruft der Mann laut und Stolz hervor. Leise intonierte der Praefector die ewig gleichen Worte, bis sie den Geist seiner wechselnden Gegenüber hoffentlich zu erreichen vermögen: „Als Ritter solltet ihr der Wahrheit verpflichtet sein, nicht den Lügen.“

„Sie sind alle von unserem persönlichen Standpunkt abhängig... Habe ich recht..?“, gibt Quarius schmunzelnd von sich, sich über seinen scheinbaren Sieg erfreuend. Doch die Antwort des Praefectors ist so schlicht wie tödlich. „So widerruft, oder zahlt den Preis.“

Eine aus Bajard herausgetretene Dame blieb nun nahe dem Ritter stehen, als jener fragt: „Was soll ich wiederrufen..?“ „Ihr nanntet mich einen Lügner“, erläuterte der Praefector abermals. „Ihr scheint unter einem bedauernswert schlechten Gedächtnis zu leiden“, warf nun auch die Corrupta ein, als sich der Praefector dem Ritter mit gemessenen Schritten näherte. Die frisch Angekommene besah sich nun die Situation nähergehender, bemüht sie einzuschätzen, als der Praefector sie ansprach „Tretet bei Seite meine Dame.“ Doch sie blieb zunächst stehen wo sie war.

„Dass ihr Lügen von meinem Glaubensbruder Rafael verbreitet... Oder die Lügen die ihr nennt, welche die Kapelle zu Bajard angingen..? Bleibt zurück! Ihr werdet niemanden mehr hinterlistig angreifen... Solange Temora selbst mich mit ihrem Segen schützt“, hielt der Ritter abermals vor.

Unbeirrt schritt der Praefector weiter auf ihn zu, während er nun mit tödlicher Ruhe sprach: „Zieht eure Waffen, so ihr nicht zu feige seid zu eurem Worte zu stehen. Es beschmutzt eure Ehre wenn ihr den Fehdehandschuh mündlich werft und dann kneift. Ihr seid dann nichts weiter als ein Bauernlümmel.“

„Meine Ehre... wird nur von den rahalischen Lügen beschmutzt.“ hält der Ritter, scheinbar der Verzweifelung, nahe entgegen. „Dann wehrt euch endlich gegen diese Lügen, wie ihr sie nennt.“ rief die Corrupta ihm zu und der Praefector antwortete tonlos, ohne jede Emotion „Nein, von euren eigenen Worten.“

„Ich bitte euch, lasst von ihm ab...“, warf die neu angekommene Frau kleinlaut ein, doch ihre Worte verhallten unerhört im Geiste des Praefectors. Wie zur Antwort wendete sich der Praefector der maskierten Frau zu und sprach laut: „Ihr habt es als neutrale Zeugin gehört.“ „Das habe ich“ war laut und deutlich von Tessa zu vernehmen und auch das Haupt der maskierten Frau senkte sich zu einem Nicken. Dann sprach er wieder zu Quarius gewandt. „Ich fordere euch Standesgemäß zum Kampfe. Nehmt an, oder kriecht im Staube.“ „Komm, Feigling.“, rief der Praefector Quarius zu und trat mit hoch erhobenem Schwert auf ihn zu, bereit jeden Moment zuzustoßen. Die Zügel der, von der Stimmung scheuen, Pferde wurden fester gepackt, wo der Zorn des Praefectors beinahe greifbar schien. Der Ritter nahm eine abwartende Position ein, den Schild zum Schutze erhoben. „Führe den ersten Schlag, so du dich traust“, erklang es kalt unter dem Helm des Praefectors. „Niemals...!“, erhielt er als Antwort vom Ritter und so folgten von ihm nur die mit eiskalter Sachlichkeit gesprochenen Worte: „So stirb!“

Etwas abseits beobachtete die Frau, welche um Gnade für Quarius bat den Kampf mit sichtlicher Nervosität.

Der erste Schlag des Praefectors riss mit übermenschlicher Kraft den Schild des Ritters bei Seite. Der Gegenangriff des Ritters schien an seiner Rüstung einfach abzuprallen, als könnte nichts sie durchdringen. Der zweite Schlag riss das Schwert des Ritters zur Seite und so stand er schutzlos dort. Der unerbittliche dritte Schlag traf ihn erbarmungslos auf die Brust, riss einen tiefen Spalt in den Brustharnisch und sandte den Ritter in die gütigen Arme der Bewusstlosigkeit.

Als der Praefector auf Quarius hinabblickte und sein Ahadschwert gürtete huschte die zuletzt angekommene Dame heran und begann Quarius zu behandeln. Der Ehre war genüge getan, der Ritter hatte seine Lektion erhalten, so sollte sie dem Wurm doch helfen. Zügig tratt er auf die weiteren Frauen zu und gürtete seinen Schild auf dem Rücken, woraufhin sich seine Rüstung wieder in einem flirren auflöste und die bekannte Kutte zum Vorschein trat. So erhob er die Stimme und sprach: „ Wir haben Zeugen, dass es ein Kampf der Ehre zweier Männer war. Kein Kampf Rahals gegen Varuna.“
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