Wer bist du? Freund oder Feind...
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Leah Katuri
Wer bist du? Freund oder Feind...
„Wir sind Freunde aller...und Feinde aller...wir wahren das Gleichgewicht...wir passen auf, dass keine einzelne Fraktion unendliche Macht besitzt.“
Das Kerzenlicht flackerte unentwegt durch den leichten Windstoß, den sie durch das Blättern hervorrief. Die Dunkelheit hatte schon lange dafür gesorgt, dass Zeit bei ihr keine Rolle mehr spielte. Es war egal, ob es eigentlich tief Nachts sein sollte oder früher Nachmittag. Was spielte die Zeit eine Rolle, wenn man sich ständig in einer Abendatmosphäre bewegte?
Schwester Oceana beobachtete sie unter kritischem Blicke; anscheinend empfand sie es schon als schlimm genug, dass sie ohne Milady hier aufkreuzte und einfach so die Bücherei seit Stunden schon in Beschlag nahm. Nur allzu gut sah man ihr den Gedanken an: Von wegen nur gucken...n‘ Haufen Bücher hat sie schon durchgeblättert. Bestimmt ist ein Knick drin!
Schatten...die Schatten. Schattenlord...sie suchte immer und immer wieder weiter nach dieser Verbindung, diesen Wörtern. Sei es nur ein Absatz, ein paar Wörter, Erklärungen dazu. Sie musste wissen, wie sie Malachai einschätzen konnte...
„Sie will die Wahrheit, sie soll sie haben.“
Ja, sie hatte es so gewollt. Zu lange hatte sie in irgendwelchen Scheinwelten, in Gebilden gelebt. Sie hatte Lügen satt, wollte sie nicht mehr sehen oder hören. Und Malachai erzählte; erzählte ihr, wer er war und was sein Weg war.
Noch immer konnte sie es nicht begreifen, nicht verstehen. Sie wusste nur, dass ihr erster Eindruck, damals, als Cyrion ihr von ihm erzählte, sie nicht getäuscht hatte: Sie konnte ihm nicht trauen, niemals vollends sicher sein, dass er doch gegen sie sein könnte. Und gegen Cyrion...
Einen Moment richtete sie den Blick weg von den Zeilen in die Weite vor sich. Sie war schuld, dass er von Malachai weggeschickt wurde....verbannt, vertrieben. Er hatte richtig gehandelt, hatte sie nicht belogen und jenes kreidete Malachai ihm nun an, nutzte es zu seinem Vorteil. Um ihn nicht weiter zu verletzen, wie er sagte. Spöttisch stieß sie die Luft aus und wendete den Blick wieder zu den Zeilen im Buch. Sie las nicht wirklich, zu sehr stieß die Wut in sie herauf, ließ sie kämpfen mit den Gedanken.
Wie konnte ein Mann wie Malachai so etwas zulassen? Cyrion war wie ein Bruder für ihn, sie sah noch immer das erschrockene Augenpaar vor sich, die blasse Miene, die Enttäuschung. Sie spürte, wie sich das eigene Herz zusammenzog und gleichzeitig nicht zuließ, Mitleid für den Schattenlord zu empfinden.
Er hatte es eiskalt ausgenutzt, hatte den Moment genutzt, um Cyrion wegzustossen...ihm nicht mehr weh tun. Sie verstand nicht, wie stur und engstirnig man sein konnte, wenn man nicht sah, dass dadurch die Menschen mehr und mehr litten.
Er will die Schuld der Welt auf sich tragen und kann die Wahrheit nicht sehen...
Zulassen, sich helfen zu lassen, zulassen, dass es Menschen gibt, die einen lieben und beschützen wollen. Sie musste es selbst lernen, schätzte es aber mittlerweile. Ein Mann wie Malachai...wie lange würde er noch die Seifenblase aufrecht erhalten, wie lange noch würde er darin sich bewegen können?
Ein dezent strenges Räuspern ließ sie sich wieder auf die Wörter konzentrieren, rasch etwas weiter vorblätternd. Sie wusste, dass sie wohl bald die Geduld der älteren Dame auf die Probe stellen würde und so musste sie vorankommen mit dem Suchen. Schatten...die Schatten...Schattenlord. Die Wörter schwirrten immer wieder in ihrem Kopf herum, ehe sie an einem Gesicht festhingen blieb: Melora Lax.
Der Besuch damals, die eigene Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Sie konnte Melora so gut verstehen, so gut nachvollziehen, dass sie sich eine Geschichte nicht aufzwingen lassen wollte,...konnte. Manchmal will man nicht gefunden werden...Malachai hatte es ihr selbst gesagt; sie war nun glücklich mit ihrem neuen Leben. Und doch...er hatte ein neues Loch hinein gerissen. Wie würde sie nun reagieren, wenn sie erfuhre...? Nein, sie dürfte es niemals hören, zumindest nicht von ihren Lippen. Es gab Dinge, in die mischte man sich nicht ein. Und ein Ehebruch...gehörte sicher nicht zu den Dingen, die man gern von anderen erledigen ließ oder es rumposaunen ließ.
Ein leises Schnalzen verließ die Lippen und sofort zog sie den Kopf leicht ein, als sie die resoluten Schritte von Schwester Oceana hörte. Eifrig senkte sie den Kopf weiter in das Buch hinein, ließ eine Strähne ins Gesicht fallen, um ja keinen Blick auf sie werfen zu können.
Cyrion würde ihr so etwas nie antun, nie sie...Die Wangen röteten sich, als sie daran dachte. Seine Worte waren eindeutig, er wollte sie...zur Gefährtin...Frau. Bei der Gütigen wie sehr hatte sie sich in jenem Moment nur weit weg gewünscht, um nicht nein sagen zu müssen. Zu schnell, es ging alles einfach...zu schnell. Er wollte ihr Zeit geben und doch...da er es ausgesprochen hatte war alles...auf einmal anders. Als hätte es Malachai gerochen... Sie stieß die Luft einmal überfordert aus, bereute es im nächsten Moment, als sie Oceanas Blick bemerkte.
„Schon gut Schwester, ich denke, ich werde etwas die Beine vertreten.“
Die Nachtluft empfing sie kalt und zehrend, ließ sie den Umhang fest über den Körper ziehen, sich darin einwickelnd. Es dauerte nicht lange, als ihre Finger kalt und klamm wurden, der Atem sich mit jedem Ausatmen kristallisierte vor ihr. Sie hatte die Handschuhe in der Küche liegen lassen, bereute es in diesem Moment und beschleunigte umso mehr den Gang in den Gängen des Klosters. Das leise Klacken der Sohlen wurde alsbald in einen montonen Rhythmus getaucht und schien alsbald zu der Umgebung dazu zu gehören.
„Er soll zu deinesgleichen...da gehört er hin.“
Sie verfluchte Malachai für diese Worte. Es war, als könne sie das Brechen Cyrions Herz hören, als würde fürchten müssen, er breche jeden Moment zusammen. Nein, sie würde es nicht zulassen, würde diesen ‚Ach so klugen‘ Schattenlord schon zur Vernunft bringen. Ein kurzes Innehalten, als sie den Blick durch einen der Bögen zur Seite wendete und kurz auflächeln musste. Der Baum des Lichtes strahlte wie eh und je sein Licht, seine Wärme aus. Sie konnte noch immer nicht ganz den unendlichen Respekt Miladys gegenüber jenem verstehen, doch sie spürte, dass er etwas Besonderes war. Hier trafen sich die sieben Kinder...dieser Baum spendet Hoffnung.
Hoffnung... Würde wirklich etwas Schlimmes passieren, stehe sie noch einmal vor den Türen der Akademie? Wenn sie die Höhle des Löwen beträte? Einerseits wollte sie, dass Cyrion selbst mit Malachai sprach, doch andererseits...es lagen so viele unausgesprochene Worte im Raum und jedesmal war es er, der weggelaufen war und ließ sie mit einem äußerst unbefriedigenden Gefühl zurück.
Die Miene wurde ernster, langsam schlug sie ein Ankh vor der Brust und wendete sich zur Bibliothek zurück. Für die nächsten Zeilen...und Blicke der Schwester Oceana.
Das Kerzenlicht flackerte unentwegt durch den leichten Windstoß, den sie durch das Blättern hervorrief. Die Dunkelheit hatte schon lange dafür gesorgt, dass Zeit bei ihr keine Rolle mehr spielte. Es war egal, ob es eigentlich tief Nachts sein sollte oder früher Nachmittag. Was spielte die Zeit eine Rolle, wenn man sich ständig in einer Abendatmosphäre bewegte?
Schwester Oceana beobachtete sie unter kritischem Blicke; anscheinend empfand sie es schon als schlimm genug, dass sie ohne Milady hier aufkreuzte und einfach so die Bücherei seit Stunden schon in Beschlag nahm. Nur allzu gut sah man ihr den Gedanken an: Von wegen nur gucken...n‘ Haufen Bücher hat sie schon durchgeblättert. Bestimmt ist ein Knick drin!
Schatten...die Schatten. Schattenlord...sie suchte immer und immer wieder weiter nach dieser Verbindung, diesen Wörtern. Sei es nur ein Absatz, ein paar Wörter, Erklärungen dazu. Sie musste wissen, wie sie Malachai einschätzen konnte...
„Sie will die Wahrheit, sie soll sie haben.“
Ja, sie hatte es so gewollt. Zu lange hatte sie in irgendwelchen Scheinwelten, in Gebilden gelebt. Sie hatte Lügen satt, wollte sie nicht mehr sehen oder hören. Und Malachai erzählte; erzählte ihr, wer er war und was sein Weg war.
Noch immer konnte sie es nicht begreifen, nicht verstehen. Sie wusste nur, dass ihr erster Eindruck, damals, als Cyrion ihr von ihm erzählte, sie nicht getäuscht hatte: Sie konnte ihm nicht trauen, niemals vollends sicher sein, dass er doch gegen sie sein könnte. Und gegen Cyrion...
Einen Moment richtete sie den Blick weg von den Zeilen in die Weite vor sich. Sie war schuld, dass er von Malachai weggeschickt wurde....verbannt, vertrieben. Er hatte richtig gehandelt, hatte sie nicht belogen und jenes kreidete Malachai ihm nun an, nutzte es zu seinem Vorteil. Um ihn nicht weiter zu verletzen, wie er sagte. Spöttisch stieß sie die Luft aus und wendete den Blick wieder zu den Zeilen im Buch. Sie las nicht wirklich, zu sehr stieß die Wut in sie herauf, ließ sie kämpfen mit den Gedanken.
Wie konnte ein Mann wie Malachai so etwas zulassen? Cyrion war wie ein Bruder für ihn, sie sah noch immer das erschrockene Augenpaar vor sich, die blasse Miene, die Enttäuschung. Sie spürte, wie sich das eigene Herz zusammenzog und gleichzeitig nicht zuließ, Mitleid für den Schattenlord zu empfinden.
Er hatte es eiskalt ausgenutzt, hatte den Moment genutzt, um Cyrion wegzustossen...ihm nicht mehr weh tun. Sie verstand nicht, wie stur und engstirnig man sein konnte, wenn man nicht sah, dass dadurch die Menschen mehr und mehr litten.
Er will die Schuld der Welt auf sich tragen und kann die Wahrheit nicht sehen...
Zulassen, sich helfen zu lassen, zulassen, dass es Menschen gibt, die einen lieben und beschützen wollen. Sie musste es selbst lernen, schätzte es aber mittlerweile. Ein Mann wie Malachai...wie lange würde er noch die Seifenblase aufrecht erhalten, wie lange noch würde er darin sich bewegen können?
Ein dezent strenges Räuspern ließ sie sich wieder auf die Wörter konzentrieren, rasch etwas weiter vorblätternd. Sie wusste, dass sie wohl bald die Geduld der älteren Dame auf die Probe stellen würde und so musste sie vorankommen mit dem Suchen. Schatten...die Schatten...Schattenlord. Die Wörter schwirrten immer wieder in ihrem Kopf herum, ehe sie an einem Gesicht festhingen blieb: Melora Lax.
Der Besuch damals, die eigene Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Sie konnte Melora so gut verstehen, so gut nachvollziehen, dass sie sich eine Geschichte nicht aufzwingen lassen wollte,...konnte. Manchmal will man nicht gefunden werden...Malachai hatte es ihr selbst gesagt; sie war nun glücklich mit ihrem neuen Leben. Und doch...er hatte ein neues Loch hinein gerissen. Wie würde sie nun reagieren, wenn sie erfuhre...? Nein, sie dürfte es niemals hören, zumindest nicht von ihren Lippen. Es gab Dinge, in die mischte man sich nicht ein. Und ein Ehebruch...gehörte sicher nicht zu den Dingen, die man gern von anderen erledigen ließ oder es rumposaunen ließ.
Ein leises Schnalzen verließ die Lippen und sofort zog sie den Kopf leicht ein, als sie die resoluten Schritte von Schwester Oceana hörte. Eifrig senkte sie den Kopf weiter in das Buch hinein, ließ eine Strähne ins Gesicht fallen, um ja keinen Blick auf sie werfen zu können.
Cyrion würde ihr so etwas nie antun, nie sie...Die Wangen röteten sich, als sie daran dachte. Seine Worte waren eindeutig, er wollte sie...zur Gefährtin...Frau. Bei der Gütigen wie sehr hatte sie sich in jenem Moment nur weit weg gewünscht, um nicht nein sagen zu müssen. Zu schnell, es ging alles einfach...zu schnell. Er wollte ihr Zeit geben und doch...da er es ausgesprochen hatte war alles...auf einmal anders. Als hätte es Malachai gerochen... Sie stieß die Luft einmal überfordert aus, bereute es im nächsten Moment, als sie Oceanas Blick bemerkte.
„Schon gut Schwester, ich denke, ich werde etwas die Beine vertreten.“
Die Nachtluft empfing sie kalt und zehrend, ließ sie den Umhang fest über den Körper ziehen, sich darin einwickelnd. Es dauerte nicht lange, als ihre Finger kalt und klamm wurden, der Atem sich mit jedem Ausatmen kristallisierte vor ihr. Sie hatte die Handschuhe in der Küche liegen lassen, bereute es in diesem Moment und beschleunigte umso mehr den Gang in den Gängen des Klosters. Das leise Klacken der Sohlen wurde alsbald in einen montonen Rhythmus getaucht und schien alsbald zu der Umgebung dazu zu gehören.
„Er soll zu deinesgleichen...da gehört er hin.“
Sie verfluchte Malachai für diese Worte. Es war, als könne sie das Brechen Cyrions Herz hören, als würde fürchten müssen, er breche jeden Moment zusammen. Nein, sie würde es nicht zulassen, würde diesen ‚Ach so klugen‘ Schattenlord schon zur Vernunft bringen. Ein kurzes Innehalten, als sie den Blick durch einen der Bögen zur Seite wendete und kurz auflächeln musste. Der Baum des Lichtes strahlte wie eh und je sein Licht, seine Wärme aus. Sie konnte noch immer nicht ganz den unendlichen Respekt Miladys gegenüber jenem verstehen, doch sie spürte, dass er etwas Besonderes war. Hier trafen sich die sieben Kinder...dieser Baum spendet Hoffnung.
Hoffnung... Würde wirklich etwas Schlimmes passieren, stehe sie noch einmal vor den Türen der Akademie? Wenn sie die Höhle des Löwen beträte? Einerseits wollte sie, dass Cyrion selbst mit Malachai sprach, doch andererseits...es lagen so viele unausgesprochene Worte im Raum und jedesmal war es er, der weggelaufen war und ließ sie mit einem äußerst unbefriedigenden Gefühl zurück.
Die Miene wurde ernster, langsam schlug sie ein Ankh vor der Brust und wendete sich zur Bibliothek zurück. Für die nächsten Zeilen...und Blicke der Schwester Oceana.
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Cyrion Sha´Ar
Die herbstliche Brise brachte den Duft vom Jahrmarkt mit sich, Gerüche fremden Gewürzen, Süssigkeiten, Gerichten, die er noch nicht kannte. Sie trieben durch den das ferne Hintergrundrauschen der endslosen Schlange von Leuten, die sich über den Festplatz schoben, zu ihm herüber, der er auf den Treppen sass, zurück gelehnt, die Ellenbogen auf die Stufen hinter sich gesetzt, das er sich die noch wärmende Sonne ins Gesicht scheinen lassen konnte. Er fühlte sich wohl. So wohl wie lange nicht mehr. Freude liess ein Lächeln auf seine Züge entstehen und er fragte sich einen Moment, warum er so glücklich war. Weil er einen vergleichsweise stillen Ort fernab von dem Fest gefunden hatte? Sich doch kein Grund für solches Glück? "Sieh... dies Lächeln..." Er öffnete überrascht die Augen, blickte zur Seite. >Oh...< Das Lächeln auf seinen Zügen vertiefte sich, wurde strahlend und weich. Jetzt wusste er wieder... sein Glück... es sass da drüben... nur zwei Schritt entfernt. Malachai... und Leah. Beide bei ihm. Beide sich unterhaltend... So friedlich... so friedlich dieser Platz... Er atmete tief ein und rückte höher, lehnte sich an die Steinsäule, näher bei ihnen zu sein - bei seiner Familie. Wieder schloss er die Augen. Das Rauschen des Festes veränderte sich wurde leiser... entspannter... einem Herzschlag gleich. So angenehm... Der Rücken gewärmt... Ein leichtes Gewicht auf seinem Bein. Er linste hinab. >Oh... Leah...< Wieder ein leichtes Lächeln auf seinen Zügen. Leah, die sein Bein als Kissen verwendete, die Augen geschlossen. Ihre Hände auf ihrem Bauch verschränkt. Licht fing sich an ihrem Finger. Ein Dornenring aus Gold und Silber, die eine silberne Blüte strahlte weisslich in dem sanften Licht der Sonne. Leah... seine Ehefrau... "Schläft sie?" Er neigte den Kopf nach hinten. Malachai, der mit seinem Rücken an seinem gelehnt war, der Blick auf Leah gerichtet. Eine Kinderhand konnte Cyrion gerade noch sehen - hatte er Marik auf dem Schoss? Der Blick wanderte wieder zu Leah herüber. "Ich glaube schon." Ein halbes Lächeln von Malachai. "Ist die Idylle hier... Marick schläft auch." Aye... Idylle. Das war es... Ein kleiner Platz auf dieser Wiese, das Meer in der Nähe. Die reinste Idylle. Cyrion schloss wieder seine Augen, lehnte einmal mehr seinen Kopf an - diesmal an die Schulter seines Bruders. "Wenn es immer so bleiben könnte..." seufzte er und entspannte sich.
Der warme Halt in seinem Rücken verschwand - er fiel zurück. Verwirrt schaut er sich um. Eisiger Wind bliess ihm ins Gesicht und er schloss einen Moment überrascht die Augen. Die Farben des Sommers verwelkt. Der Himmel mit dunklen Wolken verhüllt - es wurde düster, dann Nacht. >Wie kann das sein? So schnell. Wie kann...< Sein Blick verfing sich an einer Gestalt, nicht weitab von ihm entfernt. Malachai... stehend, in seine schwarzen Gewänder gehüllt. Die Maske des Schattenlords tragend. "Was...?" Doch blickte er nicht ihn, der er verwirrt im frostigem Grass sass - nein, er blickte über ihn hinweg zu... Leah. Leah, die ebenfalls stand. Unnachgiebig zu Malachai starrend, ihr Blick so frostig, wie Malachais kalt war... Was war geschehen?! Eben war doch noch..!
Erbost hob Leah ihre Hand, deutete mit dem Finger auf Malachai. "Du hast kein Recht, Gott zu spielen! Kein Recht über andere zu befinden! Du Mörder!"
"Ich bin ein Schatten! Marick ist auch einer! Das ist ein Fluch und doch - dies ist unsere Bestimmung!"
Cyrion erbleichte. >Nein! Sie weiss es! Sie...< "Warum? Warum hast du es ihr gesagt? Es ist zu früh! Sie ist noch nicht..."
Der Blick Malachais, eben noch seltsam unergründlich, richtet sich auf ihn, wird hart, eisig. Ein Blick, der ihm durch Mark und Bein ging!
"Du trägst Schuld daran! Du hast mir keine Wahl gelassen!"
Ein entsetztes Keuchen von Cyrion, dann erhob er sich hastig. "Was? Ich hab doch nur..."
"Erzählt, was sie nichts anging! Sieh, was du getan hast!" herrschte ihn der Bruder an und deutet anklagend mit dem Finger auf ihn. "Was...? Ich..."
Der Blick geht von Leah zu Malachai. Das durfte doch nicht wahr sein, das konnte doch nicht...
"Diesen Mörder nennst du Bruder?! Diesen Lügner?!" Der Blick huschte wieder zu Leah. Ihr Blick war verzehrt, ihre Stimme voller Hass. Kalter Wind blies ihr Haar und ihren Umhang um sie herum, als sie mit dem Finger erneut auf Malachai deutete. "Diesen Mann, der mich, der Milady töten würde, wenn er selbstherrlich meint, wir sind im Weg seines sogenanntem Gleichgewicht's!" Die Stimme troff vor Verachtung.
Cyrion wurde ganz grau im Gesicht, ächzte nach Luft. Wie konnte das sein? Eben noch... "Das... er... er ist kein schlechter Mensch! Das würde er nicht tun! Er ist kein schlechter Mensch, Leah! Das musst du mir glauben!"
"Würde er nicht?! Er, der dich, seinen Bruder, verjagt? Der Dich aus dem Haus wirft wie einen räudigen Köter?! Diesem Mann glaubst du noch?!"
>Was?! Nein... Er würde... er würde doch nie...< Der Blick geht wieder zu Malachai, die Hand geht zu seiner Stirn, das wild um ihn herum wehende Haar zu bändigen, das ihm seinen Blick nun vermehrt verdeckte. "Malachai... Bitte sag ihr... Erklär es ihr... Die Elbenaus sind nie..." Seine Stimme versagte ihm... Dieser Blick... Dieser durchbohrende kalte Blick... Als wäre er ein Fremder... Als wäre da nichts mehr... was sie verband. Kalt... anklagend...
"Siehst du jetzt, was ich meine! Aber ich werde nicht der Grund sein, das eine Familie zerbricht! Nicht schon wieder!" Die Worte verwirrten ihn, liessen ihn erneut zu Leah blicken. Was meinte sie? Götter, das ging alles so schnell, ihm blieb nicht mal Zeit, zu denken. Ihm blieb nicht mal Zeit... Der Blick Leahs barg Bitternis, als sie von Malachai zu Cyrion blickte. Bitternis... und Entschlossenheit. "Ich werde gehen... Es tut mir leid Cyr, aber ich will nicht... noch einmal..." Sie drehte sich um, die Züge harsch durch bittere Erinnerungen und entfernte sich. Die Worte, die sie sprach, wurden vom heulenden Wind mitgerissen. Wild blickte er von Malachai zu Leah, wollte dann nach seinem Arm greifen. "Wir müssen sie aufhalten! Wir müssen es ihr erklären! Sie darf nicht..." Die Hand griff ins Leere, statt dessen erhielt er einen herben Stoss gegen die Brust, das er zurück taumelte und sich auf den Hosenboden setzte. "Was...? Was tust du?! Wir müssen...!" Die Stimme klang harsch, frostig, so kalt wie der Blick, der auf ihm ruhte. Der eisige Blick des Schattenlords, welcher sich unnachgiebig und voller Zorn auf Cyrion richtete.
"Geh! Geh zu deinesgleichen! Mit Verrätern habe ich nichts zu schaffen..." Er drehte sich um und ging langsam davon, der Rücken unnachgiebig gerade. Cyrions Gesicht verfärbte sich weiss, während ihm die Züge völlig entgleiteten.
"Was...? Was sagst du...? Ich... Ich bin kein Verräter! Malachai, ich hab einen Fehler gemacht, aber... Bei der Mutter, ich bin doch dein Bruder!"
Er erhob sich stolpernd, während er die Worte gegen den Wind schrie, fassungslos, das Herz in Furcht zerrissen. Was geschah hier nur, wie konnte das nur sein, wie konnte...
Malachai verhielt in seinen Schritten, drehte halb zu ihm herum, das schwarze Haar in vereinzelten Strähnen aus der Kaputze in Cyrions Richtung fliegend. "Mein Bruder...? Glaubst du das wirklich noch?" Die Stimme war ruhig... So kalt, wie Cyr es nie von Malachai vernommen hatte. Eine Kälte, die in sein Herz zog und es zu Eis erstarren liess.
>Nein...! Nein... Das nicht... Tu mir das nicht...!< Der Gedanke war noch nicht vollendet, als Malachai sich mit den Worten wieder abwandte: "Du bist ein Verräter, Cyrion...Ich habe keinen Bruder mehr. Verschwinde..!"
Das Herz blieb Cyrion stehen... Fror ihm ein, während Malachai weiterging, fort ging, als hätte nie das Band der Freundschaft, der Bruderschaft zwischen ihnen bestanden. Als wären sie nie...
Er starrte ihm betäubt nach, mühsam nach Atem ringend, während der Sturm um ihn heulte und sang. Die Gestalt wurde dunkler, verschmolz langsam mit den Schatten und Cyrions Augen weiteten sich. Leah fort... Malachai auch?! Er bewegte sich, stolperte hinter Malachai her, rannte dann im vollen Lauf, doch kam er nicht vom Fleck weg! Nein! Er durfte... Er durfte ihn nicht aus den Augen verlieren, durfte Malachai nicht gehen lassen! Er musste...
"Malachai! Malachaiii! Bleib hier!" Er stolperte, stürzte nieder. Wild kämpfte er sich auf die Beine, während die Gestalt im Schatten verblasste. "Bruder! BRUDER!!!!"
"Bruder...!" Die Hand griff ins Leere! Wild riss er die Augen auf und keuchte, als wäre Meilen gerannt. Keuchte und schaute sich wild um! >Was?! Wo?!< Stühle... Ein Tisch... Pflanzenkübel... Er an die steinerne Wand des Kamins gelehnt... Die Küche der Elbenaus... Er war eingeschlafen, während er auf Leah wartete. Eingeschlafen, während draussen der Wind pfiff. Wie lange hatte er geschlafen? Nicht lange... Aber lange genug für Alpträume... "Götter..." Er wischte sich über das Gesicht. Was für ein entsetzlicher Traum... aber so nah an der Wahrheit... so nah... >Er hat das nie gesagt... Hat nie... die Bruderschaft verneint!< Und das würde er auch niemals zulassen. >Und wenn es das letzte ist... Ich werde nie... werde nie...< Er erhob sich, ging zum Regal wo die Milch war. Er musste von dem Traum wegkommen... Warme Milch... ja. Warme Milch half. Die Bewegungen waren holzig, die Gedanken kehrten immer wieder zwangsweise zu Malachai zurück, wie er in dem Traum... Er schüttelte seinen Kopf. Nein, das würde Cyrion nie zulassen. Und wenn er Vernunft in seinen Bruder prügeln musste - dieser würde sein Bruder bleiben... für immer! Weiss war sein Gesicht, ähnlich der Milch, die er in einen Kessel füllte. Wieder kehrten seine Gedanken zu dem Traum zurück, während er wartete. Auf die Milch... auf Leah.. auf einen Einfall, wie er diesen Alptraum davon abhielt, Wirklichkeit zu werden. Ein bitterer Geschmack war in seinem Mund, während er die Beine anzog und die Arme darum legte, seinen Kopf auf dieses Kissen bettete. >Zuviel Wahrheit... Zuviel wahrheit in diesem Traum... Bitte Mutter... bitte... Lass diesen Traum nicht Wahrheit werden!< Die Augen schliessend und in seine Arme vergrabend, wartete er. Lauschte dem heulenden Wind, welcher sein Herz mit Bitternis füllte.
Der warme Halt in seinem Rücken verschwand - er fiel zurück. Verwirrt schaut er sich um. Eisiger Wind bliess ihm ins Gesicht und er schloss einen Moment überrascht die Augen. Die Farben des Sommers verwelkt. Der Himmel mit dunklen Wolken verhüllt - es wurde düster, dann Nacht. >Wie kann das sein? So schnell. Wie kann...< Sein Blick verfing sich an einer Gestalt, nicht weitab von ihm entfernt. Malachai... stehend, in seine schwarzen Gewänder gehüllt. Die Maske des Schattenlords tragend. "Was...?" Doch blickte er nicht ihn, der er verwirrt im frostigem Grass sass - nein, er blickte über ihn hinweg zu... Leah. Leah, die ebenfalls stand. Unnachgiebig zu Malachai starrend, ihr Blick so frostig, wie Malachais kalt war... Was war geschehen?! Eben war doch noch..!
Erbost hob Leah ihre Hand, deutete mit dem Finger auf Malachai. "Du hast kein Recht, Gott zu spielen! Kein Recht über andere zu befinden! Du Mörder!"
"Ich bin ein Schatten! Marick ist auch einer! Das ist ein Fluch und doch - dies ist unsere Bestimmung!"
Cyrion erbleichte. >Nein! Sie weiss es! Sie...< "Warum? Warum hast du es ihr gesagt? Es ist zu früh! Sie ist noch nicht..."
Der Blick Malachais, eben noch seltsam unergründlich, richtet sich auf ihn, wird hart, eisig. Ein Blick, der ihm durch Mark und Bein ging!
"Du trägst Schuld daran! Du hast mir keine Wahl gelassen!"
Ein entsetztes Keuchen von Cyrion, dann erhob er sich hastig. "Was? Ich hab doch nur..."
"Erzählt, was sie nichts anging! Sieh, was du getan hast!" herrschte ihn der Bruder an und deutet anklagend mit dem Finger auf ihn. "Was...? Ich..."
Der Blick geht von Leah zu Malachai. Das durfte doch nicht wahr sein, das konnte doch nicht...
"Diesen Mörder nennst du Bruder?! Diesen Lügner?!" Der Blick huschte wieder zu Leah. Ihr Blick war verzehrt, ihre Stimme voller Hass. Kalter Wind blies ihr Haar und ihren Umhang um sie herum, als sie mit dem Finger erneut auf Malachai deutete. "Diesen Mann, der mich, der Milady töten würde, wenn er selbstherrlich meint, wir sind im Weg seines sogenanntem Gleichgewicht's!" Die Stimme troff vor Verachtung.
Cyrion wurde ganz grau im Gesicht, ächzte nach Luft. Wie konnte das sein? Eben noch... "Das... er... er ist kein schlechter Mensch! Das würde er nicht tun! Er ist kein schlechter Mensch, Leah! Das musst du mir glauben!"
"Würde er nicht?! Er, der dich, seinen Bruder, verjagt? Der Dich aus dem Haus wirft wie einen räudigen Köter?! Diesem Mann glaubst du noch?!"
>Was?! Nein... Er würde... er würde doch nie...< Der Blick geht wieder zu Malachai, die Hand geht zu seiner Stirn, das wild um ihn herum wehende Haar zu bändigen, das ihm seinen Blick nun vermehrt verdeckte. "Malachai... Bitte sag ihr... Erklär es ihr... Die Elbenaus sind nie..." Seine Stimme versagte ihm... Dieser Blick... Dieser durchbohrende kalte Blick... Als wäre er ein Fremder... Als wäre da nichts mehr... was sie verband. Kalt... anklagend...
"Siehst du jetzt, was ich meine! Aber ich werde nicht der Grund sein, das eine Familie zerbricht! Nicht schon wieder!" Die Worte verwirrten ihn, liessen ihn erneut zu Leah blicken. Was meinte sie? Götter, das ging alles so schnell, ihm blieb nicht mal Zeit, zu denken. Ihm blieb nicht mal Zeit... Der Blick Leahs barg Bitternis, als sie von Malachai zu Cyrion blickte. Bitternis... und Entschlossenheit. "Ich werde gehen... Es tut mir leid Cyr, aber ich will nicht... noch einmal..." Sie drehte sich um, die Züge harsch durch bittere Erinnerungen und entfernte sich. Die Worte, die sie sprach, wurden vom heulenden Wind mitgerissen. Wild blickte er von Malachai zu Leah, wollte dann nach seinem Arm greifen. "Wir müssen sie aufhalten! Wir müssen es ihr erklären! Sie darf nicht..." Die Hand griff ins Leere, statt dessen erhielt er einen herben Stoss gegen die Brust, das er zurück taumelte und sich auf den Hosenboden setzte. "Was...? Was tust du?! Wir müssen...!" Die Stimme klang harsch, frostig, so kalt wie der Blick, der auf ihm ruhte. Der eisige Blick des Schattenlords, welcher sich unnachgiebig und voller Zorn auf Cyrion richtete.
"Geh! Geh zu deinesgleichen! Mit Verrätern habe ich nichts zu schaffen..." Er drehte sich um und ging langsam davon, der Rücken unnachgiebig gerade. Cyrions Gesicht verfärbte sich weiss, während ihm die Züge völlig entgleiteten.
"Was...? Was sagst du...? Ich... Ich bin kein Verräter! Malachai, ich hab einen Fehler gemacht, aber... Bei der Mutter, ich bin doch dein Bruder!"
Er erhob sich stolpernd, während er die Worte gegen den Wind schrie, fassungslos, das Herz in Furcht zerrissen. Was geschah hier nur, wie konnte das nur sein, wie konnte...
Malachai verhielt in seinen Schritten, drehte halb zu ihm herum, das schwarze Haar in vereinzelten Strähnen aus der Kaputze in Cyrions Richtung fliegend. "Mein Bruder...? Glaubst du das wirklich noch?" Die Stimme war ruhig... So kalt, wie Cyr es nie von Malachai vernommen hatte. Eine Kälte, die in sein Herz zog und es zu Eis erstarren liess.
>Nein...! Nein... Das nicht... Tu mir das nicht...!< Der Gedanke war noch nicht vollendet, als Malachai sich mit den Worten wieder abwandte: "Du bist ein Verräter, Cyrion...Ich habe keinen Bruder mehr. Verschwinde..!"
Das Herz blieb Cyrion stehen... Fror ihm ein, während Malachai weiterging, fort ging, als hätte nie das Band der Freundschaft, der Bruderschaft zwischen ihnen bestanden. Als wären sie nie...
Er starrte ihm betäubt nach, mühsam nach Atem ringend, während der Sturm um ihn heulte und sang. Die Gestalt wurde dunkler, verschmolz langsam mit den Schatten und Cyrions Augen weiteten sich. Leah fort... Malachai auch?! Er bewegte sich, stolperte hinter Malachai her, rannte dann im vollen Lauf, doch kam er nicht vom Fleck weg! Nein! Er durfte... Er durfte ihn nicht aus den Augen verlieren, durfte Malachai nicht gehen lassen! Er musste...
"Malachai! Malachaiii! Bleib hier!" Er stolperte, stürzte nieder. Wild kämpfte er sich auf die Beine, während die Gestalt im Schatten verblasste. "Bruder! BRUDER!!!!"
"Bruder...!" Die Hand griff ins Leere! Wild riss er die Augen auf und keuchte, als wäre Meilen gerannt. Keuchte und schaute sich wild um! >Was?! Wo?!< Stühle... Ein Tisch... Pflanzenkübel... Er an die steinerne Wand des Kamins gelehnt... Die Küche der Elbenaus... Er war eingeschlafen, während er auf Leah wartete. Eingeschlafen, während draussen der Wind pfiff. Wie lange hatte er geschlafen? Nicht lange... Aber lange genug für Alpträume... "Götter..." Er wischte sich über das Gesicht. Was für ein entsetzlicher Traum... aber so nah an der Wahrheit... so nah... >Er hat das nie gesagt... Hat nie... die Bruderschaft verneint!< Und das würde er auch niemals zulassen. >Und wenn es das letzte ist... Ich werde nie... werde nie...< Er erhob sich, ging zum Regal wo die Milch war. Er musste von dem Traum wegkommen... Warme Milch... ja. Warme Milch half. Die Bewegungen waren holzig, die Gedanken kehrten immer wieder zwangsweise zu Malachai zurück, wie er in dem Traum... Er schüttelte seinen Kopf. Nein, das würde Cyrion nie zulassen. Und wenn er Vernunft in seinen Bruder prügeln musste - dieser würde sein Bruder bleiben... für immer! Weiss war sein Gesicht, ähnlich der Milch, die er in einen Kessel füllte. Wieder kehrten seine Gedanken zu dem Traum zurück, während er wartete. Auf die Milch... auf Leah.. auf einen Einfall, wie er diesen Alptraum davon abhielt, Wirklichkeit zu werden. Ein bitterer Geschmack war in seinem Mund, während er die Beine anzog und die Arme darum legte, seinen Kopf auf dieses Kissen bettete. >Zuviel Wahrheit... Zuviel wahrheit in diesem Traum... Bitte Mutter... bitte... Lass diesen Traum nicht Wahrheit werden!< Die Augen schliessend und in seine Arme vergrabend, wartete er. Lauschte dem heulenden Wind, welcher sein Herz mit Bitternis füllte.
- Malachai Schwarzmourne
- Beiträge: 1606
- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Malachai fasste sich an den Kopf. Was hat er nur getan...was hat er nur getan. Seine Wunde schmerzte, er war so voller Zorn, so voller Wut...sein Körper verkrampfte sich, seine Finger bissen sich in das Holz des Treppengeländers. Die nähte aus Stahlfaden rissen, schnitten sich durch die Haut und öffneten die Wunde. Doch er war so in sich gekehrt, so voller Hass auf die beiden, dass er nicht sah, wie sich langsam ein immer größer werdender, roter Fleck auf seiner Robe bildete.
Was hat er getan? Warum nur wird er stetig für das, was er ist gestrafft, verachtet?
War er nicht sonst immer ehrlich zu Leah gewesen?
Freundlich, höfflich, für Sie da?
Hatte er sie nicht gern gehabt, froh gewesen, dass Cyrion eine solch feinde und anständige Frau gefunden hatte, die ihn glücklich machte?
Malachai strich sich durch die Haare, sein Körper schwitzte.
Er hat seinen Bruder hinausgeschmissen, ohne mit ihm zu reden, einfach hinaus. Zu schwer lag der Schmerz der Worte Leahs in seinem Kopf, zu sehr began er wieder zu zweifeln.
"Und Sie? Noch eine unschuldige, die du hinab in den Dreck ziehst?"
Diese Worte, sie wiederholten sich immer und immer.
Hatte Sie recht?
War er doch das Übel, das wie ein Fluch jeden in die tiefen hinabreisst, die er gern hatte, die er liebte?
Sie sagte soviel damit aus...nicht nur, dass er Sienara also schaden würde mit der Zeit, nein, sie bestätigte auch sein Empfinden. Er war es, der Inara in die Vergessenheit drängte. Soviele Qualen, soviel Schmerz...wieviel musste die Frau, die er liebte, wirklich ertragen?
Konnte es soviel sein, dass ihr Körper keine andere Wahl mehr hatte, als zu vergessen und neu zu beginnen?
Und nun?
Er drang sich wieder in ihr Leben, ohne darüber nachzudenken, was er ihr eigentlich damit antat. Dass er Sie wieder diesen Ängsten und den Qualen aussetzen würde. Stetig die Frage stellend, ob ihr Ehemann lebend zurück nach Hause kommt. Stetig mit anzusehen, wie er blutige Kleidung verbrannte, stetig die Sorge, die vielen Feinde könnten sich an ihr...mehr aber...an den Sohn des Schattenlords vergehen.
Er gab ihr einst ein Versprechen...er versprach ihr, dass Sie irgendwann friedlich Leben würden, fern ab von all dem Hass, dem Morden und den Kriegen. Er versprach ihr, dass ihr Kind in so einer Welt aufwachsen würde, dass all ihre Sorgen weggehen würden...
doch er erkannte, dass er dies Versprechen niemals einhalten könne...
er erkannte, dass es sein Schicksal war, der Schattenlord zu sein und das für ein Leben lang.
Und das hiesse, dass er den Fluch eines Schattens auch niemals loswerden würde...das weiterhin jene, die er liebte und schätzte, leiden würden...jeder...auch Cyrion.
Er vergrub das Gesicht in seine Hände, seine Augen wurden ganz Feucht.
Ja, er verjagte ihn, aber nicht aus Wut, nicht aus Angst, er könne ihn angreifen...nein...er sollte Abstand halten...er solle nicht von diesem Fluch getroffen werden...
Er wurde es schon...
Wegen ihm...stritt Leah...wegen ihm...wollte Leah ihn verlassen...sich von Cyrion abwenden.
Doch das Leben der Schatten, es ist nicht Cyrions leben, nein, seines ist und war es immer beim Adel...welchem er dienen kann. Da gehört er hin, da kann er glücklich werden.
Malachai atmete einmal tief durch, mittlerweile rinnen einige Tränen seiner Wange hinab.
Was hatte er nur getan?
Warum hatte er Leah alles sagen müssen?
Er war so voller Wut...warum konnte man ihn nicht in Ruhe lassen?
Warum nur mussten alle Menschen alles wissen wollen, warum nur, fixieren sie sich so sehr auf ihn.
Was hätte er sonst tun sollen?
Hätte er am Tage, als er Leah traf, sagen sollen "Hi, ich bin Malachai, ein Schattenlord und habe viele Menschen umgebracht...achja...und da mein Leben nur aus Qualen besteht, verzeihe mir, dass ich mich nicht an die Götter wende"...
Nein, er versuchte er zu sein, Malachai, nicht der Schattenlord. Er war ehrlich zu ihr, er hat sich nicht verstellt, hat nichts gespielt.
Der Schattenlord und Malachai, sind Grundverschieden...und da Sie nie danach fragte, was er in seinem Leben tue, da Sie nie gefragt hatte, ob er zufällig Menschen umgebracht hatte, hatte er nie gelogen.
Er besass nur Geheimnisse...wie jeder Mensch...Geheimnisse, zum eigenen Schutz, Geheimnisse zum Schutz aller, die darum wussten und die wichtig waren für ihn.
Sienara...
Würde er Sie mit ins Verderben nehmen, wie einst Inara, wie einst Stephanie....so wie Leah es ihm an den Kopf warf?
Nein...Sie war anders...Sie war eine Schatten...sie teilte das gleiche Leid, das gleiche Schicksal wie er. Auch Sie hat jenen Fluch...der Andreas beinahe zerstörte...zusammen mit Malachai richteten Sie ungewollt viel Schaden bei einen Menschen an, der für Sie so wichtig war.
Er hatte nachgelesen...viele Schatten...waren mit Schatten verheiratet. Vielleicht war so nur eine glückliche Beziehung möglich...vielleicht, indem die Schatten nur unter sich waren...zum Schutze anderer, sie verstossen haben.
Cyrion, sein Bruder...
Er weiß, dass er ihn Schmerzen zugefügt hat, schreckliche...doch er hofft, dass diese heilen werden und Malachai in Cyrions Kopf in Vergessenheit gerät...auf das sein Bruder ein glückliches Leben mit Leah führen kann.
Leah...Leah...
Sie hasste ihn...jeder hasst ihn...sie sehen nur den Mörder...sehen nur eine schwarzgekleidete Person, die Menschen umbringt.
Das er vor kurzem Dämonen getötet hat, vor kurzem sein Leben in Gefahr brachte, nun schmerzhafte Wunden hatte für eine Frau, die er kaum kannte, die aber litt und gequält wurde...so etwas sieht niemand, nein, er ist ja das Böse. Er tötet und das zeichnet ihn aus. Das Blut an seinen Händen, es ist egal, dass es das Blut von Mördern, von Vergewaltigern, von Dämonen, Untoten und sonstigen Ungeheuern war...es ist egal.
Böse...und Gut....es bleibt eine Ansichtssache.
Was für den einen Böse ist, ist für den anderen ein gutes Werk.
Und die Macht...ja, das Gleichgewicht muss gehalten werden. Denn Macht verführt dazu, Sie auszunutzen, die Mittel für den Zweck zu beheiligen.
Auch jene Streiter des Lichtes zeigten es oft...in der Geschichte von Gerimor, in der Geschichte der Schatten.
Keiner ist ein unbeschriebenes Blatt, doch verurteilt wird nur er.
Weitere Tränen rinnen ihn hinab.
Hat er es nicht verdient, glücklich zu werden?
Er hatte sich selbst gefunden, hat akzeptiert, dass er der Schattenlord ist und sich gesagt, dass er dieses Leben leben muss.
Er musste viele Menschen gehen lassen, jeder nahm ein Teil seines Herzens mit...viele...auch Inara...seine Geliebte Inara.
Der Gedanke an ihr, der Gedanke, sie lebt noch...und die Qualen...sie zerreissen ihn, beginnen ihn aufzufressen.
Er würde verzweifeln, würde verrückt werden, wie einst, als er schon einmal an ihren Tot glaubte...
Doch diesmal...war Sie da...Sienara...
Der Abtrünnige, der Sie heiratete mit Malachai´s Körper, er nahm nur Gefühle, die da waren.
Sie empfanden beide füreinander viel, Sie liebte Marick und Marick liebte sie...es wäre perfekt, es würde seinen Schmerz lindern, mit der Vergangenheit abschliessen und neu zu beginnen...die Schatten wieder aufzubauen...mit Freunden...mit Gleichgesinnten, die ihn verstanden, seinen Schmerz fühlten und ihn linderten.
Es hätte perfekt sein können...doch abermals lässt er ein Stück seines Herzens gehen...und es schmerzt wie schon lange nicht mehr.
Cyrion...er lässt seinen Bruder gehen. Jener einziger Mensch, der IMMER für Malachai da war. Einer von den wenigen Gottesfürchtigen, die ihn nicht verurteilten...doch mehr...er lässt auch Leah gehen...
Er mochte Sie...er hatte sich bemüht, diese elenden Piraten ausfindig zu machen, um Sie zu beschützen...hatte mit Cyrion geübt, trainiert, damit er fähig war, einen Letharen zu entwaffnen, um Sie zu beschützen.
Doch nun...Hass...Wut...Zorn...nur weil er so geboren wurde, nur weil er das Erbe von 4 gequälten Menschen in sich trägt...geboren mit einem Instinkt ein Schatten zu sein.
Er erhebte sich, ging langsam über den Flur. Es war ruhig in der Akademie, alle schliefen.
Doch abermals fand er keine Ruhe.
Er schliff sich nach draußen, atmete durch die kalte Luft, während die Wunden an seinem Körper wieder mit ihren Schmerzen beganen.
Er lässt Sie ziehen...er erträgt die Schmerzen und lässt Sie ziehen...fern ab von ihm...fern ab von seinem Gottlosen Leben...fern ab von all den Morden...fern ab von all den Kämpfen...betend, das erste mal in seinen Leben zu einem Gott...dass er niemals ihnen Gegenüber steht...mit gezückter Waffe...als Feinde...
Er sinkt auf den Boden zusammen, er ist schwach...Schlaf...er hatte seit Tagen kein Schlaf....
Die Wunden, sie verheilten nicht...er war schwach...der innere Schmerz...er zerfrisst ihn...doch er wusste...es ging nicht anders...und er konnte nur hoffen, dass die Wunden auch bei ihm verheilen würde...das sein Herz all das ertragen und damit Leben kann.
-------------------------------------------------------------------------------------
Auszüge aus dem
Tagebuch von Sire August von Rahlburg, Ritter der Templer Temoras
07 Alatner 49
"Die Reise war lang. Wir haben schon fast eine komplette Mannschaft an Krankheiten verloren. Ein Schiff der 4 musste umkehren, weil es von Termiten befallen war.
Doch wir mussten diesen neuen Kontinent finden und auf jenen beginnen, ein Staat des Friedens zu errichten.
Für unseren König, für unsere heilige Göttin Temora...
*hier ist die Schrift verschwommen und nicht mehr lesbar, ein Zeichen für das Alter dieses Buches*
...endlich, Land...wir haben Land gefunden. Eine riesige Insel. Wir werden heute nach einen geeigneten Stück für das anlegen der Schiffe suchen und morgen dann beginnen, dieses Land zu erkunden. Die Männer sind froh, sie wollen sofort...
*Verschwommene Schrift*
...haben uns mit den Ureinwohnern angefreundet. Sie haben schon eigene Wasserkanäle durch irh Dorf geleitet, verstehen sich im Ackerbau und werden uns helfen, soweit ich den Shamanen richtig verstanden habe, bei dem Aufbau eines eigenen..."
*Verschwommene Schrift*
...Ahads des Ordens des schwarzen Schilds. Verdammt, sie haben ebenso den Kontinent gesucht. Nun haben Sie auch ihn angesteuert. Ich werde mich mit ihrem obersten Ahad zusammensetzen. Es darf nicht sein, dass schon nach wenigen Wochen ein Krieg beginnt. Das Land ist groß genug, riesig, es reicht auch für zwei, gemeinsam werden....
*Seiten fehlen*
21 Ednar 82
...die Stadt wächst und gedeiht. Seit bald 25 Jahren lebe ich auf dieser Insel, als Stadthalter. Die Ureinwohner lernen und passen sich an. Wieder sind mindestens 30 Schiffe mit Menschen angekommen, um sich hier anzusiedeln. Doch aber auch die Stadt des Ordens unter dem Zeichen des Panthers wächst, sehr schnell. Auch sie haben es geschafft, das Gestein aus den Bergen zu bearbeiten und eine Mauer um ihre Stadt zu ziehen. Einige Ureinwohnerstämme haben sich bei ihnen angesiedelt. Man kann nur hoffen, dass der Frieden, der so lange schon währt...."
*Verschwommene, ausgeblassene Schrift*
16 Eluiviar 84
"Ein Mann bittet um eine Audienz. Es sei dringend berichtete der Bote. Er sagte, der Kontinent sei in Gefahr. Ich gestattete ihm jene Audienz, selbst wenn es merkwürdig war, dass sein Herr darum bat, verhüllt und maskiert zu erscheinen und jene aufzubehalten. Ich fürchte um einen Spion...vielleicht ein Anschlag? Ich werde also vorbereitet sein auf diesen fremden Menschen. Ich sollte kein Narr sein und jedem Hinweis nachgehen. Schliesslich haben wir in fast 30 Jahren einen kompletten Kontinent besiedelt und eine riesige Stadt erbaut. Ich werde nicht zulassen...."
*Seiten fehlen*
...Wieder hallen die Worte des Mannes in mein Ohr. Die Pantherbrut rüstet sich hiess es. Sie schmieden Waffen und bilden aus. Es sei eine riesige Armee. Während wir mit dem Bau einer Stadt begannen, began das feige Pack schon mit dem Aufbau von Militär.
Ich bin am verzweifeln, wenn dies stimmt, werden wir Untergehen und mit ihm die Insel. Wenn Sie wirklich angreifen, sind wir verloren.
Ich habe sofort den Befehl der Rüstung gegeben. Es müssen Waffen her, es müssen Soldaten her. Wir müssen uns einen Angriff entgegen stellen können.
Jener schwarz verhüllte, jene fremde Person. Sie sprach so ruhig. So ohne Sorge. Konnte ich ihm vertrauen?
Blieb mir etwas anderes übrig?
Er sagte mir, er würde am Tage des Angriffes mit seinen Mannen kommen und uns zur Seite stehen. Er sagte mir, er würde nicht zulassen, dass das Gleichgewicht der Macht, die eien Balance auf der Insel geschaffen haben, zerstört wird. Ich muss ihm vertrauen, was habe ich zu verlieren...es ist alles so...
*Seiten fehlen*
...berichteten den Vormarsch der Truppen. Es sollen Tausende sein...und wir sind gerade einmal hunderte. Wir werden untergehen, wir haben keine Chance. Temora steh uns bei, auf das...
*Schrift verschwommen*
...und er hielt sein Versprechen. Gerade, als der Kampf began, als die Leitern sich gegen unsere Mauern stemmten und die dunklen Truppen sie bestiegen, in der ferne, der Untergehenden Sonne gerichtet, die wie ein langer Schatten über das Land fegte, ja in jenen Schatten kamen Sie. Es waren zwar nur hundert berittene und berobte und maskierte Mannen. Doch der Überraschungsmoment, der Angriff in die Flanke der Truppen des Panthers vernichtete Sie.
Sie waren elegante Kämpfer, agil, schnell, wendig. Sie hatten komische Waffen. Einige kämpften mit zwei Schwertern, andere mit Eisenkrallen anden Händen.
Wir gingen sofort, als diese Truppen die Pantherbrut in Nahkämpfe verwickelten, in die Offensive über und halfen unseren ankommenden Freunden.
Es dauerte nicht lange, die Pantherkrieger waren demotiviert, sie flohen. Wir haben gesiegt..."
*Einige Seiten fehlten*
...wirklich vertrauenswürdig? Ich habe keine andere Wahl. Er rettete unsere Stadt, das Volk, den Kontinent. Er hatte das Recht, einen Wunsch zu äußern. Wir hatten den obersten Ahad, wir waren bereit, der Pantherbrut nachzulaufen und Sie für alle male von dieser Insel zu vertreiben, sie zu vernichten. Doch jener, der mich einst um eine Audienz bat, bat nun um Verschonung.
Das Gleichgewicht solle gehalten werden, die Pantherbrut nicht vernichtet. Sie würden nicht angreifen und wir sollen weiter rüsten, damit Sie nie wieder angreifen werden.
So verschonte ich das Leben des obersten Ahads und liess ihn und die Gefangenen gehen, in Demut, auf das Sie besiegt worden seien und mit dem Wissen, dass wenn Sie wieder angreifen würden, wieder diese schwarz berobten kommen und ums beizustehen. Dies sagte er selbst, der Schattenlord, zu ihm und zu mir. Es solle Frieden herschen, keiner solle alleine über diesen Kontinent regieren. Es missfällt mir zwar, diese Gelegenheit nicht nutzen zu können, aber ein Wort ist ein Wort...
*Seiten fehlen*
...sterben. Ich bin alt, schwach. Mein Sohn wird meine Position einnehmen. Schade, ich dachte wirklich, ich würde ihn wieder sehen. Doch es sind nun weitere 25 Jahre vergangen und seither keine Spur von jenen, der sich Schattenlord rühmte...
Was hat er getan? Warum nur wird er stetig für das, was er ist gestrafft, verachtet?
War er nicht sonst immer ehrlich zu Leah gewesen?
Freundlich, höfflich, für Sie da?
Hatte er sie nicht gern gehabt, froh gewesen, dass Cyrion eine solch feinde und anständige Frau gefunden hatte, die ihn glücklich machte?
Malachai strich sich durch die Haare, sein Körper schwitzte.
Er hat seinen Bruder hinausgeschmissen, ohne mit ihm zu reden, einfach hinaus. Zu schwer lag der Schmerz der Worte Leahs in seinem Kopf, zu sehr began er wieder zu zweifeln.
"Und Sie? Noch eine unschuldige, die du hinab in den Dreck ziehst?"
Diese Worte, sie wiederholten sich immer und immer.
Hatte Sie recht?
War er doch das Übel, das wie ein Fluch jeden in die tiefen hinabreisst, die er gern hatte, die er liebte?
Sie sagte soviel damit aus...nicht nur, dass er Sienara also schaden würde mit der Zeit, nein, sie bestätigte auch sein Empfinden. Er war es, der Inara in die Vergessenheit drängte. Soviele Qualen, soviel Schmerz...wieviel musste die Frau, die er liebte, wirklich ertragen?
Konnte es soviel sein, dass ihr Körper keine andere Wahl mehr hatte, als zu vergessen und neu zu beginnen?
Und nun?
Er drang sich wieder in ihr Leben, ohne darüber nachzudenken, was er ihr eigentlich damit antat. Dass er Sie wieder diesen Ängsten und den Qualen aussetzen würde. Stetig die Frage stellend, ob ihr Ehemann lebend zurück nach Hause kommt. Stetig mit anzusehen, wie er blutige Kleidung verbrannte, stetig die Sorge, die vielen Feinde könnten sich an ihr...mehr aber...an den Sohn des Schattenlords vergehen.
Er gab ihr einst ein Versprechen...er versprach ihr, dass Sie irgendwann friedlich Leben würden, fern ab von all dem Hass, dem Morden und den Kriegen. Er versprach ihr, dass ihr Kind in so einer Welt aufwachsen würde, dass all ihre Sorgen weggehen würden...
doch er erkannte, dass er dies Versprechen niemals einhalten könne...
er erkannte, dass es sein Schicksal war, der Schattenlord zu sein und das für ein Leben lang.
Und das hiesse, dass er den Fluch eines Schattens auch niemals loswerden würde...das weiterhin jene, die er liebte und schätzte, leiden würden...jeder...auch Cyrion.
Er vergrub das Gesicht in seine Hände, seine Augen wurden ganz Feucht.
Ja, er verjagte ihn, aber nicht aus Wut, nicht aus Angst, er könne ihn angreifen...nein...er sollte Abstand halten...er solle nicht von diesem Fluch getroffen werden...
Er wurde es schon...
Wegen ihm...stritt Leah...wegen ihm...wollte Leah ihn verlassen...sich von Cyrion abwenden.
Doch das Leben der Schatten, es ist nicht Cyrions leben, nein, seines ist und war es immer beim Adel...welchem er dienen kann. Da gehört er hin, da kann er glücklich werden.
Malachai atmete einmal tief durch, mittlerweile rinnen einige Tränen seiner Wange hinab.
Was hatte er nur getan?
Warum hatte er Leah alles sagen müssen?
Er war so voller Wut...warum konnte man ihn nicht in Ruhe lassen?
Warum nur mussten alle Menschen alles wissen wollen, warum nur, fixieren sie sich so sehr auf ihn.
Was hätte er sonst tun sollen?
Hätte er am Tage, als er Leah traf, sagen sollen "Hi, ich bin Malachai, ein Schattenlord und habe viele Menschen umgebracht...achja...und da mein Leben nur aus Qualen besteht, verzeihe mir, dass ich mich nicht an die Götter wende"...
Nein, er versuchte er zu sein, Malachai, nicht der Schattenlord. Er war ehrlich zu ihr, er hat sich nicht verstellt, hat nichts gespielt.
Der Schattenlord und Malachai, sind Grundverschieden...und da Sie nie danach fragte, was er in seinem Leben tue, da Sie nie gefragt hatte, ob er zufällig Menschen umgebracht hatte, hatte er nie gelogen.
Er besass nur Geheimnisse...wie jeder Mensch...Geheimnisse, zum eigenen Schutz, Geheimnisse zum Schutz aller, die darum wussten und die wichtig waren für ihn.
Sienara...
Würde er Sie mit ins Verderben nehmen, wie einst Inara, wie einst Stephanie....so wie Leah es ihm an den Kopf warf?
Nein...Sie war anders...Sie war eine Schatten...sie teilte das gleiche Leid, das gleiche Schicksal wie er. Auch Sie hat jenen Fluch...der Andreas beinahe zerstörte...zusammen mit Malachai richteten Sie ungewollt viel Schaden bei einen Menschen an, der für Sie so wichtig war.
Er hatte nachgelesen...viele Schatten...waren mit Schatten verheiratet. Vielleicht war so nur eine glückliche Beziehung möglich...vielleicht, indem die Schatten nur unter sich waren...zum Schutze anderer, sie verstossen haben.
Cyrion, sein Bruder...
Er weiß, dass er ihn Schmerzen zugefügt hat, schreckliche...doch er hofft, dass diese heilen werden und Malachai in Cyrions Kopf in Vergessenheit gerät...auf das sein Bruder ein glückliches Leben mit Leah führen kann.
Leah...Leah...
Sie hasste ihn...jeder hasst ihn...sie sehen nur den Mörder...sehen nur eine schwarzgekleidete Person, die Menschen umbringt.
Das er vor kurzem Dämonen getötet hat, vor kurzem sein Leben in Gefahr brachte, nun schmerzhafte Wunden hatte für eine Frau, die er kaum kannte, die aber litt und gequält wurde...so etwas sieht niemand, nein, er ist ja das Böse. Er tötet und das zeichnet ihn aus. Das Blut an seinen Händen, es ist egal, dass es das Blut von Mördern, von Vergewaltigern, von Dämonen, Untoten und sonstigen Ungeheuern war...es ist egal.
Böse...und Gut....es bleibt eine Ansichtssache.
Was für den einen Böse ist, ist für den anderen ein gutes Werk.
Und die Macht...ja, das Gleichgewicht muss gehalten werden. Denn Macht verführt dazu, Sie auszunutzen, die Mittel für den Zweck zu beheiligen.
Auch jene Streiter des Lichtes zeigten es oft...in der Geschichte von Gerimor, in der Geschichte der Schatten.
Keiner ist ein unbeschriebenes Blatt, doch verurteilt wird nur er.
Weitere Tränen rinnen ihn hinab.
Hat er es nicht verdient, glücklich zu werden?
Er hatte sich selbst gefunden, hat akzeptiert, dass er der Schattenlord ist und sich gesagt, dass er dieses Leben leben muss.
Er musste viele Menschen gehen lassen, jeder nahm ein Teil seines Herzens mit...viele...auch Inara...seine Geliebte Inara.
Der Gedanke an ihr, der Gedanke, sie lebt noch...und die Qualen...sie zerreissen ihn, beginnen ihn aufzufressen.
Er würde verzweifeln, würde verrückt werden, wie einst, als er schon einmal an ihren Tot glaubte...
Doch diesmal...war Sie da...Sienara...
Der Abtrünnige, der Sie heiratete mit Malachai´s Körper, er nahm nur Gefühle, die da waren.
Sie empfanden beide füreinander viel, Sie liebte Marick und Marick liebte sie...es wäre perfekt, es würde seinen Schmerz lindern, mit der Vergangenheit abschliessen und neu zu beginnen...die Schatten wieder aufzubauen...mit Freunden...mit Gleichgesinnten, die ihn verstanden, seinen Schmerz fühlten und ihn linderten.
Es hätte perfekt sein können...doch abermals lässt er ein Stück seines Herzens gehen...und es schmerzt wie schon lange nicht mehr.
Cyrion...er lässt seinen Bruder gehen. Jener einziger Mensch, der IMMER für Malachai da war. Einer von den wenigen Gottesfürchtigen, die ihn nicht verurteilten...doch mehr...er lässt auch Leah gehen...
Er mochte Sie...er hatte sich bemüht, diese elenden Piraten ausfindig zu machen, um Sie zu beschützen...hatte mit Cyrion geübt, trainiert, damit er fähig war, einen Letharen zu entwaffnen, um Sie zu beschützen.
Doch nun...Hass...Wut...Zorn...nur weil er so geboren wurde, nur weil er das Erbe von 4 gequälten Menschen in sich trägt...geboren mit einem Instinkt ein Schatten zu sein.
Er erhebte sich, ging langsam über den Flur. Es war ruhig in der Akademie, alle schliefen.
Doch abermals fand er keine Ruhe.
Er schliff sich nach draußen, atmete durch die kalte Luft, während die Wunden an seinem Körper wieder mit ihren Schmerzen beganen.
Er lässt Sie ziehen...er erträgt die Schmerzen und lässt Sie ziehen...fern ab von ihm...fern ab von seinem Gottlosen Leben...fern ab von all den Morden...fern ab von all den Kämpfen...betend, das erste mal in seinen Leben zu einem Gott...dass er niemals ihnen Gegenüber steht...mit gezückter Waffe...als Feinde...
Er sinkt auf den Boden zusammen, er ist schwach...Schlaf...er hatte seit Tagen kein Schlaf....
Die Wunden, sie verheilten nicht...er war schwach...der innere Schmerz...er zerfrisst ihn...doch er wusste...es ging nicht anders...und er konnte nur hoffen, dass die Wunden auch bei ihm verheilen würde...das sein Herz all das ertragen und damit Leben kann.
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Auszüge aus dem
Tagebuch von Sire August von Rahlburg, Ritter der Templer Temoras
07 Alatner 49
"Die Reise war lang. Wir haben schon fast eine komplette Mannschaft an Krankheiten verloren. Ein Schiff der 4 musste umkehren, weil es von Termiten befallen war.
Doch wir mussten diesen neuen Kontinent finden und auf jenen beginnen, ein Staat des Friedens zu errichten.
Für unseren König, für unsere heilige Göttin Temora...
*hier ist die Schrift verschwommen und nicht mehr lesbar, ein Zeichen für das Alter dieses Buches*
...endlich, Land...wir haben Land gefunden. Eine riesige Insel. Wir werden heute nach einen geeigneten Stück für das anlegen der Schiffe suchen und morgen dann beginnen, dieses Land zu erkunden. Die Männer sind froh, sie wollen sofort...
*Verschwommene Schrift*
...haben uns mit den Ureinwohnern angefreundet. Sie haben schon eigene Wasserkanäle durch irh Dorf geleitet, verstehen sich im Ackerbau und werden uns helfen, soweit ich den Shamanen richtig verstanden habe, bei dem Aufbau eines eigenen..."
*Verschwommene Schrift*
...Ahads des Ordens des schwarzen Schilds. Verdammt, sie haben ebenso den Kontinent gesucht. Nun haben Sie auch ihn angesteuert. Ich werde mich mit ihrem obersten Ahad zusammensetzen. Es darf nicht sein, dass schon nach wenigen Wochen ein Krieg beginnt. Das Land ist groß genug, riesig, es reicht auch für zwei, gemeinsam werden....
*Seiten fehlen*
21 Ednar 82
...die Stadt wächst und gedeiht. Seit bald 25 Jahren lebe ich auf dieser Insel, als Stadthalter. Die Ureinwohner lernen und passen sich an. Wieder sind mindestens 30 Schiffe mit Menschen angekommen, um sich hier anzusiedeln. Doch aber auch die Stadt des Ordens unter dem Zeichen des Panthers wächst, sehr schnell. Auch sie haben es geschafft, das Gestein aus den Bergen zu bearbeiten und eine Mauer um ihre Stadt zu ziehen. Einige Ureinwohnerstämme haben sich bei ihnen angesiedelt. Man kann nur hoffen, dass der Frieden, der so lange schon währt...."
*Verschwommene, ausgeblassene Schrift*
16 Eluiviar 84
"Ein Mann bittet um eine Audienz. Es sei dringend berichtete der Bote. Er sagte, der Kontinent sei in Gefahr. Ich gestattete ihm jene Audienz, selbst wenn es merkwürdig war, dass sein Herr darum bat, verhüllt und maskiert zu erscheinen und jene aufzubehalten. Ich fürchte um einen Spion...vielleicht ein Anschlag? Ich werde also vorbereitet sein auf diesen fremden Menschen. Ich sollte kein Narr sein und jedem Hinweis nachgehen. Schliesslich haben wir in fast 30 Jahren einen kompletten Kontinent besiedelt und eine riesige Stadt erbaut. Ich werde nicht zulassen...."
*Seiten fehlen*
...Wieder hallen die Worte des Mannes in mein Ohr. Die Pantherbrut rüstet sich hiess es. Sie schmieden Waffen und bilden aus. Es sei eine riesige Armee. Während wir mit dem Bau einer Stadt begannen, began das feige Pack schon mit dem Aufbau von Militär.
Ich bin am verzweifeln, wenn dies stimmt, werden wir Untergehen und mit ihm die Insel. Wenn Sie wirklich angreifen, sind wir verloren.
Ich habe sofort den Befehl der Rüstung gegeben. Es müssen Waffen her, es müssen Soldaten her. Wir müssen uns einen Angriff entgegen stellen können.
Jener schwarz verhüllte, jene fremde Person. Sie sprach so ruhig. So ohne Sorge. Konnte ich ihm vertrauen?
Blieb mir etwas anderes übrig?
Er sagte mir, er würde am Tage des Angriffes mit seinen Mannen kommen und uns zur Seite stehen. Er sagte mir, er würde nicht zulassen, dass das Gleichgewicht der Macht, die eien Balance auf der Insel geschaffen haben, zerstört wird. Ich muss ihm vertrauen, was habe ich zu verlieren...es ist alles so...
*Seiten fehlen*
...berichteten den Vormarsch der Truppen. Es sollen Tausende sein...und wir sind gerade einmal hunderte. Wir werden untergehen, wir haben keine Chance. Temora steh uns bei, auf das...
*Schrift verschwommen*
...und er hielt sein Versprechen. Gerade, als der Kampf began, als die Leitern sich gegen unsere Mauern stemmten und die dunklen Truppen sie bestiegen, in der ferne, der Untergehenden Sonne gerichtet, die wie ein langer Schatten über das Land fegte, ja in jenen Schatten kamen Sie. Es waren zwar nur hundert berittene und berobte und maskierte Mannen. Doch der Überraschungsmoment, der Angriff in die Flanke der Truppen des Panthers vernichtete Sie.
Sie waren elegante Kämpfer, agil, schnell, wendig. Sie hatten komische Waffen. Einige kämpften mit zwei Schwertern, andere mit Eisenkrallen anden Händen.
Wir gingen sofort, als diese Truppen die Pantherbrut in Nahkämpfe verwickelten, in die Offensive über und halfen unseren ankommenden Freunden.
Es dauerte nicht lange, die Pantherkrieger waren demotiviert, sie flohen. Wir haben gesiegt..."
*Einige Seiten fehlten*
...wirklich vertrauenswürdig? Ich habe keine andere Wahl. Er rettete unsere Stadt, das Volk, den Kontinent. Er hatte das Recht, einen Wunsch zu äußern. Wir hatten den obersten Ahad, wir waren bereit, der Pantherbrut nachzulaufen und Sie für alle male von dieser Insel zu vertreiben, sie zu vernichten. Doch jener, der mich einst um eine Audienz bat, bat nun um Verschonung.
Das Gleichgewicht solle gehalten werden, die Pantherbrut nicht vernichtet. Sie würden nicht angreifen und wir sollen weiter rüsten, damit Sie nie wieder angreifen werden.
So verschonte ich das Leben des obersten Ahads und liess ihn und die Gefangenen gehen, in Demut, auf das Sie besiegt worden seien und mit dem Wissen, dass wenn Sie wieder angreifen würden, wieder diese schwarz berobten kommen und ums beizustehen. Dies sagte er selbst, der Schattenlord, zu ihm und zu mir. Es solle Frieden herschen, keiner solle alleine über diesen Kontinent regieren. Es missfällt mir zwar, diese Gelegenheit nicht nutzen zu können, aber ein Wort ist ein Wort...
*Seiten fehlen*
...sterben. Ich bin alt, schwach. Mein Sohn wird meine Position einnehmen. Schade, ich dachte wirklich, ich würde ihn wieder sehen. Doch es sind nun weitere 25 Jahre vergangen und seither keine Spur von jenen, der sich Schattenlord rühmte...
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
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Cyrion Sha´Ar
Malachai... war er es gewesen? Derjenige, der Muriel aufgeschreckt hatte? Die Lampen hatten seine Nachtsicht ruiniert - er konnte es nicht mit Sicherheit sagen. Rehe... Nein... er wusste, wie Rehe sich anhörten. Das waren nicht die zierlichen Hufe von Rehen gewesen. Und auch der Umriss hatte nicht wie der eines Rehes gewirkt. Ein Pferd...ein Reiter. Schwarz? Dunkelgrau? Dunkelbraun? Er konnte es nicht sagen. Aber wenn er auf seinen Bauch hörte... >Malachai...< Dieser Name hallte wie ein Wispern durch seinen Geist. Ahnungsvoll, Ruhelos...
Er... sein Bruder war hier gewesen... Warum? Warum war er nicht..? Er wischte sich über das Gesicht und hob das Glas mit dem Whiskey wieder an, trank einen Schluck von dem wunderbar torfig duftenden Getränk. Der Blick verweilte für einen Moment auf dem Whiskey und er lehnte gedankenvoll sein Kinn auf sein Knie, der Arm um dieses gehängt, das Glas mit dem edlem Tropfen locker gehalten. Würde er jemals wieder mit Malachai ein Glas trinken können? Gemütlich am Feuer sitzen, über alte Zeiten reden? >Er hat die Bande nicht gekappt...< Er sagte sich dies immer wieder, aber dieser Traum verfolgte ihn. Einen Moment kam in ihm der Gedanke auf, diese Nacht das Vergessen in Alkohol zu suchen, Traumlos schlafen, aber... nein, das war etwas, das Leah bis ins Tiefste verabscheute...
Er seufzte schwer, liess die Lider sinken... Sein Bruder... Es nagte an ihm. Liess ihn nicht los. Manchmal... Manchmal hatte er den Drang, los zu reiten, den Stab zu nehmen, jenen, den Vallion ihn hinterlassen hatte, zu Malachai zu gehen... mit forschen Schritten, jeden fortstossend, der sich ihm in den Weg stellte... und ihm mit diesen verdammten Stab eins über zu ziehen. "Idiot..." murmelte er leise und zog die Beine einmal mehr an.
Er hatte ihn nicht ansehen wollen... An dem Abend... Seinen Sohn ja... Aber ihn, Cyrion... Ignoriert... Ignoriert, was immer er tat... Als wäre er nicht da... Ein Möbelstück, das kein weiteres Interesse verdiente. >Verdammt...<
Er hatte daran arbeiten müssen - das Leah nicht fort lief, ihn nicht ebenfalls fort stiess... Hatte sie daran erinnern können, das sie ihn brauchte - wie er sie brauchte. Er würde sie nicht loslassen. würde es nicht nein. Aber Malachai...
>Der Kerl verpufft einfach! Wie soll ich mit ihm reden, ihn auch nur festhalten, wenn er einfach...!< Er stellte das Glas ab, bevor er es zerbrach.... Die Kraft in seinen Händen hatte zugenommen - dank Malachais Training... "Kchh!" Der Ton war harsch, während er die Hand hochhielt, diese zur Faust ballte, auf die Abdrücke der Ledermanschette blickte. Er trug sie immer noch Tagsüber. Mit Bleistangen beschwert... Jeden Tag immer noch Klimmzüge... Jeden Tag nach seinem Plan... Aber wer würde nun mit ihm Trainieren? Das Schwert einzufangen... Er vertraute nur Malachai, ihm nicht unabsichtlich die Finger zu zertrümmern, bis er diesen Griff perfekt beherrschte... Wer würde nun... Ein weiteres Mal wird das Glas erhoben und ein Schluck getrunken. "Idiot! Verdammter..."
Er dachte an Malachai, wie er ihn da gesehen hatte... Die Finger in das Holz des Geländers gekrallt, dieses knackend... Blutstropfen, die unter den Nägeln hervor traten unter dem Druck... Die Wunde, die an seinem Bauch aufbrach - wann?! Wann hatte er sich dort eine Wunde zugezogen?! Dinge die er nicht wusste... Und Leah, die auf ihn einredete. Aye sie hatte recht - in manchen Dingen... Aber es war der falsche Zeitpunkt... Der falsche Zeitpunkt...
Tief atmete er ein, vergrub die untere Hälfte seines Gesichtes in seinen Armen, so das er gerade über diese hinweg blicken konnte. Malachais Blick... Er verfolgte ihn... Wie auch seine Worte... Verschwinde... Verschwinde... Verschwinde... Der Blick, der ihn verfolgt hatte, als er im Elbenauer Haus am Kamin eingeschlafen war. Er hatte vage wahrgenommen, das ihn jemand zu wecken versuchte... Das er den Kopf an den Blumenpott angelehnt hatte - oder in ihm gebettet?! Das seine Haare an der Pflanze hängengeblieben waren... Sein Rücken warm von der Mauer des Kamins. Ein Bein steif, weil er es beständig angewinkelt gehabt hatte. Das andere langgestreckt und an diesem das Glas Milch stehend, das er sich gemacht hatte - erkaltet nun. Wer hatte ihn geweckt? Er wusste es nicht mehr. Vielleicht Adrian? Leah? Savea hätte es nicht gefallen, ihn vor zu finden. Luca hätte ihm gewiss ins Ohr geschrien. Darna... er wusste es nicht. Er war wieder eingeschlafen, aber bald darauf doch gänzlich erwacht - peinlich berührt, das er tatsächlich seiner Schwäche, bei einem Kaminfeuer einzuschlafen, wieder angeheim gefallen war - im Haus der Elbenaus! Hoffentlich hatte ihn nicht Darna gesehen, was sollte sie von ihm nur denken?!
Wieder schloss er die Augen einen Moment. Schüttelte seine Gedanken ab. Er sollte lieber überlegen, wie er Malachai überzeugen konnte. Ihn überzeugen konnte, das er von ihm nicht wegkommen konnte. Er musste mit ihm reden. Und wenn er wütend wie ein Stier werden würde. Wenn er wieder diesen Blick hatte, wieder ein Geländer unter der schieren Kraft seiner Hände zerbrach - selbst wenn er mit dieser Kraft, dieser Kraft des schwarzen Blutes der Schatten Cyrion verprügelte... Er musste mit ihm reden, ihn stellen. Sich seinem Zorn stellen. Sich diesem Blick stellen. Und ihn daran erinnern, wer er war. Das sie Familie waren. Das es nichts geben würde... Nichts... das sie trennen konnte. Sie waren Brüder...
Er... sein Bruder war hier gewesen... Warum? Warum war er nicht..? Er wischte sich über das Gesicht und hob das Glas mit dem Whiskey wieder an, trank einen Schluck von dem wunderbar torfig duftenden Getränk. Der Blick verweilte für einen Moment auf dem Whiskey und er lehnte gedankenvoll sein Kinn auf sein Knie, der Arm um dieses gehängt, das Glas mit dem edlem Tropfen locker gehalten. Würde er jemals wieder mit Malachai ein Glas trinken können? Gemütlich am Feuer sitzen, über alte Zeiten reden? >Er hat die Bande nicht gekappt...< Er sagte sich dies immer wieder, aber dieser Traum verfolgte ihn. Einen Moment kam in ihm der Gedanke auf, diese Nacht das Vergessen in Alkohol zu suchen, Traumlos schlafen, aber... nein, das war etwas, das Leah bis ins Tiefste verabscheute...
Er seufzte schwer, liess die Lider sinken... Sein Bruder... Es nagte an ihm. Liess ihn nicht los. Manchmal... Manchmal hatte er den Drang, los zu reiten, den Stab zu nehmen, jenen, den Vallion ihn hinterlassen hatte, zu Malachai zu gehen... mit forschen Schritten, jeden fortstossend, der sich ihm in den Weg stellte... und ihm mit diesen verdammten Stab eins über zu ziehen. "Idiot..." murmelte er leise und zog die Beine einmal mehr an.
Er hatte ihn nicht ansehen wollen... An dem Abend... Seinen Sohn ja... Aber ihn, Cyrion... Ignoriert... Ignoriert, was immer er tat... Als wäre er nicht da... Ein Möbelstück, das kein weiteres Interesse verdiente. >Verdammt...<
Er hatte daran arbeiten müssen - das Leah nicht fort lief, ihn nicht ebenfalls fort stiess... Hatte sie daran erinnern können, das sie ihn brauchte - wie er sie brauchte. Er würde sie nicht loslassen. würde es nicht nein. Aber Malachai...
>Der Kerl verpufft einfach! Wie soll ich mit ihm reden, ihn auch nur festhalten, wenn er einfach...!< Er stellte das Glas ab, bevor er es zerbrach.... Die Kraft in seinen Händen hatte zugenommen - dank Malachais Training... "Kchh!" Der Ton war harsch, während er die Hand hochhielt, diese zur Faust ballte, auf die Abdrücke der Ledermanschette blickte. Er trug sie immer noch Tagsüber. Mit Bleistangen beschwert... Jeden Tag immer noch Klimmzüge... Jeden Tag nach seinem Plan... Aber wer würde nun mit ihm Trainieren? Das Schwert einzufangen... Er vertraute nur Malachai, ihm nicht unabsichtlich die Finger zu zertrümmern, bis er diesen Griff perfekt beherrschte... Wer würde nun... Ein weiteres Mal wird das Glas erhoben und ein Schluck getrunken. "Idiot! Verdammter..."
Er dachte an Malachai, wie er ihn da gesehen hatte... Die Finger in das Holz des Geländers gekrallt, dieses knackend... Blutstropfen, die unter den Nägeln hervor traten unter dem Druck... Die Wunde, die an seinem Bauch aufbrach - wann?! Wann hatte er sich dort eine Wunde zugezogen?! Dinge die er nicht wusste... Und Leah, die auf ihn einredete. Aye sie hatte recht - in manchen Dingen... Aber es war der falsche Zeitpunkt... Der falsche Zeitpunkt...
Tief atmete er ein, vergrub die untere Hälfte seines Gesichtes in seinen Armen, so das er gerade über diese hinweg blicken konnte. Malachais Blick... Er verfolgte ihn... Wie auch seine Worte... Verschwinde... Verschwinde... Verschwinde... Der Blick, der ihn verfolgt hatte, als er im Elbenauer Haus am Kamin eingeschlafen war. Er hatte vage wahrgenommen, das ihn jemand zu wecken versuchte... Das er den Kopf an den Blumenpott angelehnt hatte - oder in ihm gebettet?! Das seine Haare an der Pflanze hängengeblieben waren... Sein Rücken warm von der Mauer des Kamins. Ein Bein steif, weil er es beständig angewinkelt gehabt hatte. Das andere langgestreckt und an diesem das Glas Milch stehend, das er sich gemacht hatte - erkaltet nun. Wer hatte ihn geweckt? Er wusste es nicht mehr. Vielleicht Adrian? Leah? Savea hätte es nicht gefallen, ihn vor zu finden. Luca hätte ihm gewiss ins Ohr geschrien. Darna... er wusste es nicht. Er war wieder eingeschlafen, aber bald darauf doch gänzlich erwacht - peinlich berührt, das er tatsächlich seiner Schwäche, bei einem Kaminfeuer einzuschlafen, wieder angeheim gefallen war - im Haus der Elbenaus! Hoffentlich hatte ihn nicht Darna gesehen, was sollte sie von ihm nur denken?!
Wieder schloss er die Augen einen Moment. Schüttelte seine Gedanken ab. Er sollte lieber überlegen, wie er Malachai überzeugen konnte. Ihn überzeugen konnte, das er von ihm nicht wegkommen konnte. Er musste mit ihm reden. Und wenn er wütend wie ein Stier werden würde. Wenn er wieder diesen Blick hatte, wieder ein Geländer unter der schieren Kraft seiner Hände zerbrach - selbst wenn er mit dieser Kraft, dieser Kraft des schwarzen Blutes der Schatten Cyrion verprügelte... Er musste mit ihm reden, ihn stellen. Sich seinem Zorn stellen. Sich diesem Blick stellen. Und ihn daran erinnern, wer er war. Das sie Familie waren. Das es nichts geben würde... Nichts... das sie trennen konnte. Sie waren Brüder...
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Freitag 5. Dezember 2008, 14:14, insgesamt 2-mal geändert.
- Malachai Schwarzmourne
- Beiträge: 1606
- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Langsam erlosch auch die letzte kleine Flamme am Kamin. Langsam hob er seinen Kopf, lauschte dem leisen Atem Sienaras, die sich an ihn gekuschelt hatte und fest schlief.
Schlafen...er wollte schlafen...er würde schlafen...doch er konnte es nicht.
Er versprach, seinem Körper nun ruhe zu geben, doch es wollte nicht so wie er es gerne hätte.
Vorsichtig legte er ihren Arm zur Seite, hob sich langsam hoch und trug Sie dann in ihr Bett.
Legte die Decke über Sie und gab ihr einen kurzen Kuss an die Wange.
"Schlaf schön."
Dann zog er sich die Kaputze tief ins Gesicht und nahm die Maske auf.
Er musste nach Gerimor, er musste einfach schauen, ob es richtig war, was er tat.
Die Schiffsfahrt kam ihn vor wie ein Katzensprung, so sehr liessen seine Gedanken alles revue passieren.
Gerade als der Landungssteg den Hafen erreichte und die Matrose dagegen ankämpften, dass irgendwelche Tentakel sich jemanden von ihn schnappen könne, sprang auch schon ein schwarzer Reiter auf schwarzem Pferde auf den Steg, im vollen Gallopp durch die dunklen Straßen Bajards, durch das Tor in die Wildnis hinein.
Er ist schon lange nicht mehr diesen Weg geritten, doch er fand das Haus auf anhieb wieder.
Schattenhuf trabte langsam auf das Tor zu, Licht, es war noch Licht an.
Malachai beugte sich runter, legte sich auf den Halsrücken seines treuen Rosses und lauschte einfach nur.
Raben krächzten, Muriel kam angeflogen, pickste Malachai leicht und flog zur Tür. Er wiederholte es einige male, bis Malachai leise sprach.
"Nein Muriel, ich kann nicht...ich kann nicht rein gehen."
Als ob Muriel verstand, hörte er auf, ihn zu picksen und saß ruhig auf seinen Arm.
Wieder schloß Malachai die Augen und lauschte dem, was er hören könne.
Es war nicht viel, doch ab und an, erhaschte er ein lachen.
Leah war da, er war sich sicher, zumal auch ihr Pferd im Stall stand.
Wielange er nun dort wartete, schweigend, nicht bewegend wie ein Baum, und lauschte weiß er nicht mehr. Bei der ewigen Dunkelheit war Zeit schon lange nicht mehr erahnbar.
Doch dann, die Tür öffnete sich, herauskamen Sie, die beiden.
Sie lachten, sie machten Späßchen.
Wieder kam Malachai ein wenig die Wut hoch.
Späßchen?
Dafür, dass Er ja so traurig sein würde?
Dafür, dass Sie ja ihn nun mieden wollte?
Seine Hände griffen sich fester um die Zügel, Muriel breitete seine Schwingen aus und flog zu seinem Meister. Malachai selber immer noch in dieser ruhigen Lage.
Er sah Sie einfach an, wie sie glücklich schienen, so sorgenfrei, so unbeschwert. Es war das richtige, was er tun konnte. Schon nach einen Tag lachte Cyrion wieder...ja...Sie konnte ihn aufmuntern und schon bald, wird sein Bruder nur noch eine schattenhaftige Erinnerung in Cyrions Kopfe sein, wenn er bei den Elbenaus lebt, dem Adel dient und Leah heiratet.
Cyrion hob den Kopf, sein Lachen verstummte. Er blickte in die Richtung.
Hatte er ihn erkannt?
Malachai musste weg, er konnte es nicht mehr mit ansehen. Er sah, was er wissen wollte. Ja, Cyrion war glücklich...auch ohne ihn und das war ihm wichtig.
Schattenhuf drehte sich und rannnte sofort los.
Lautes Hufgetrappelt, aber egal, er wollte nicht mit denen reden, er konnte nicht mit ihnen reden.
Diesesmal, kam ihm die Heimfahrt nach Lameriast so elendig lange vor, als wolle Sie nicht enden.
Betrübt, traurig, doch wissend, es ist so das beste, würde er Sie nun in ruhe lassen, so wie Sie ihn in ruhe lassen sollten.

Märchen, Mythen, Masken, Mörder
ein Buch vom Schriftgelehrten seiner Majestät, Sire Baldan Scherreihem
"...ist der Mythos der Schatten sicherlich am amüsantesten, wenn man kleinen Kindern Angst machen möchte.
Demnach soll es Menschen geben, die, oh Wunder, schwarz maskiert und gekleidet sind, auf ihren schwarzen Rossen für das Gleichgewicht der Mächte eintritt.
Sie haben weder Freunde, noch wirkliche Feinde.
Sie dienen immer jenen, welche gerade am schwächsten sind.
Für mich gibt es aber keinerlei bestätigung, dass es diese Organisation geben soll.
Man erzählt sich wahrscheinlich immer dann, wenn jemand schwarze Socken anhat, es wäre ein Schatten und das hat sich über die Jahrhunderte so rauskristallisiert.
Wahrscheinlicher ist, dass es wirklich ein Amenmärchen der frühen Zeit wäre. Eine Geschichte, um den Wert der Unmacht, sprich, nicht sich selber zu verlieren und nach Macht, Reichtum oder sonstigen materiellem Zeugs zu streben, sondern in Demut leben, zu teilen, für Menschen einzutreten und die Liebsten zu beschützen, den kleinen Kindern nahe zu legen. Es gibt keinerlei schriftliches Zeugnis, noch lebende Bestätigungen, die von solch einen Menschen getroffen wurden, außer vielleicht die Trunkenbolde aus den Spelunken des Hafens, aber die erzählen einem ja auch, sie seien dein Vater für ein Bier.
Daher sind die Schatten in meinen eigenen nicht einmal mehr ein Mythos, sondern ein nett erzähltes Märchen.
Der nächsten Unwahrheit widmen wir uns der Drachenberglegende...."
Schlafen...er wollte schlafen...er würde schlafen...doch er konnte es nicht.
Er versprach, seinem Körper nun ruhe zu geben, doch es wollte nicht so wie er es gerne hätte.
Vorsichtig legte er ihren Arm zur Seite, hob sich langsam hoch und trug Sie dann in ihr Bett.
Legte die Decke über Sie und gab ihr einen kurzen Kuss an die Wange.
"Schlaf schön."
Dann zog er sich die Kaputze tief ins Gesicht und nahm die Maske auf.
Er musste nach Gerimor, er musste einfach schauen, ob es richtig war, was er tat.
Die Schiffsfahrt kam ihn vor wie ein Katzensprung, so sehr liessen seine Gedanken alles revue passieren.
Gerade als der Landungssteg den Hafen erreichte und die Matrose dagegen ankämpften, dass irgendwelche Tentakel sich jemanden von ihn schnappen könne, sprang auch schon ein schwarzer Reiter auf schwarzem Pferde auf den Steg, im vollen Gallopp durch die dunklen Straßen Bajards, durch das Tor in die Wildnis hinein.
Er ist schon lange nicht mehr diesen Weg geritten, doch er fand das Haus auf anhieb wieder.
Schattenhuf trabte langsam auf das Tor zu, Licht, es war noch Licht an.
Malachai beugte sich runter, legte sich auf den Halsrücken seines treuen Rosses und lauschte einfach nur.
Raben krächzten, Muriel kam angeflogen, pickste Malachai leicht und flog zur Tür. Er wiederholte es einige male, bis Malachai leise sprach.
"Nein Muriel, ich kann nicht...ich kann nicht rein gehen."
Als ob Muriel verstand, hörte er auf, ihn zu picksen und saß ruhig auf seinen Arm.
Wieder schloß Malachai die Augen und lauschte dem, was er hören könne.
Es war nicht viel, doch ab und an, erhaschte er ein lachen.
Leah war da, er war sich sicher, zumal auch ihr Pferd im Stall stand.
Wielange er nun dort wartete, schweigend, nicht bewegend wie ein Baum, und lauschte weiß er nicht mehr. Bei der ewigen Dunkelheit war Zeit schon lange nicht mehr erahnbar.
Doch dann, die Tür öffnete sich, herauskamen Sie, die beiden.
Sie lachten, sie machten Späßchen.
Wieder kam Malachai ein wenig die Wut hoch.
Späßchen?
Dafür, dass Er ja so traurig sein würde?
Dafür, dass Sie ja ihn nun mieden wollte?
Seine Hände griffen sich fester um die Zügel, Muriel breitete seine Schwingen aus und flog zu seinem Meister. Malachai selber immer noch in dieser ruhigen Lage.
Er sah Sie einfach an, wie sie glücklich schienen, so sorgenfrei, so unbeschwert. Es war das richtige, was er tun konnte. Schon nach einen Tag lachte Cyrion wieder...ja...Sie konnte ihn aufmuntern und schon bald, wird sein Bruder nur noch eine schattenhaftige Erinnerung in Cyrions Kopfe sein, wenn er bei den Elbenaus lebt, dem Adel dient und Leah heiratet.
Cyrion hob den Kopf, sein Lachen verstummte. Er blickte in die Richtung.
Hatte er ihn erkannt?
Malachai musste weg, er konnte es nicht mehr mit ansehen. Er sah, was er wissen wollte. Ja, Cyrion war glücklich...auch ohne ihn und das war ihm wichtig.
Schattenhuf drehte sich und rannnte sofort los.
Lautes Hufgetrappelt, aber egal, er wollte nicht mit denen reden, er konnte nicht mit ihnen reden.
Diesesmal, kam ihm die Heimfahrt nach Lameriast so elendig lange vor, als wolle Sie nicht enden.
Betrübt, traurig, doch wissend, es ist so das beste, würde er Sie nun in ruhe lassen, so wie Sie ihn in ruhe lassen sollten.
Märchen, Mythen, Masken, Mörder
ein Buch vom Schriftgelehrten seiner Majestät, Sire Baldan Scherreihem
"...ist der Mythos der Schatten sicherlich am amüsantesten, wenn man kleinen Kindern Angst machen möchte.
Demnach soll es Menschen geben, die, oh Wunder, schwarz maskiert und gekleidet sind, auf ihren schwarzen Rossen für das Gleichgewicht der Mächte eintritt.
Sie haben weder Freunde, noch wirkliche Feinde.
Sie dienen immer jenen, welche gerade am schwächsten sind.
Für mich gibt es aber keinerlei bestätigung, dass es diese Organisation geben soll.
Man erzählt sich wahrscheinlich immer dann, wenn jemand schwarze Socken anhat, es wäre ein Schatten und das hat sich über die Jahrhunderte so rauskristallisiert.
Wahrscheinlicher ist, dass es wirklich ein Amenmärchen der frühen Zeit wäre. Eine Geschichte, um den Wert der Unmacht, sprich, nicht sich selber zu verlieren und nach Macht, Reichtum oder sonstigen materiellem Zeugs zu streben, sondern in Demut leben, zu teilen, für Menschen einzutreten und die Liebsten zu beschützen, den kleinen Kindern nahe zu legen. Es gibt keinerlei schriftliches Zeugnis, noch lebende Bestätigungen, die von solch einen Menschen getroffen wurden, außer vielleicht die Trunkenbolde aus den Spelunken des Hafens, aber die erzählen einem ja auch, sie seien dein Vater für ein Bier.
Daher sind die Schatten in meinen eigenen nicht einmal mehr ein Mythos, sondern ein nett erzähltes Märchen.
Der nächsten Unwahrheit widmen wir uns der Drachenberglegende...."
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
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Cyrion Sha´Ar
Wuchtig schlugen die Schwingen, als der Jungrabe auf dem Ast aufsetzte und sich umsah. In der Ferne sah er seine Mutter Kreise ziehen, dann tauchte sie hinter das Gebäude, entschwand seinem Blickfeld. Den Kopf schief legend, beäugte er das Gelände, leise krächzend. Unter ihm, in der Nähe der Eiche, in der er sass, lagen Baumstämme rund um eine Feuerstelle. Leute sassen da, unterhielten sich, assen zuweilen etwas. Dann erhob sich ein Weibchen, ging hinüber zum Haus. Das Männchen verblieb, schnitt alldieweil ein Stück von dem Braten ab. Wieder bewegte sich der Kopf in Vogelmanier, das Haus wurde beäugt. Ein weiterer Rabe flog von Fenster zu Fenster, hüpfte ab und an aufs Dach, sah sich um, flog weiter. Er kannte diese Vogeldame mit dem Namen Muriel, doch war ihm nicht bewusst, das dies seine Schwester war. Doch war sie nicht, was er suchte. Nein... Es war nicht hier. Dieses lohnende Objekt namens Malachai. Dieses schwarze Männchen, für das er Fleisch bekam, wenn er es fand und seinen Herren dahin führte. Jemand weiteres trat aus dem Haus. Ein schwarzhaariges Männchen. War es Malachai? Er war sich nicht sicher. Er hüpfte vom Ast und öffnete die Flügel, flatterte gerade so weit, das er auf einem tiefer gelegenen Ast aufkam. Wieder beäugte er ihn, lies den Kopf hin und her rucken, dem Mann mit dem Blick folgend. Er setzte sich, wechselte ein paar Worte mit dem Mann, der bereits da sass. Ungwiss trippelte der Vogel auf dem Ast hin und her. War er es? Er konnte sein Gesicht nicht sehen...
Ein zweiter Vogel setzte neben ihm auf, ein gutes Stück grösser als er, laut krächzend. Überrascht hüpfte der Jungvogel auf, flatterte mit dem Flügeln und krächzte protestierend, bevor er wieder Ruhe gab. Duran hatte ihn durch sein plötzliches Auftauchen erschreckt. Vorwurfsvoll blickte der junge Rabe zu seinem Vater hinüber. Ihn kannte er gut, hatte er ihn doch aufgezogen. Nun äugten beide Vögel hinunter, krächzten leise. die Männer hatten aufgesehen bei dem Krach, den sie beide geschlagen hatten. Nein... Malachai war nicht unter ihnen. Der Blick des einen war verwundert, der des anderen kalt, gefühllos. Wieder wurden Worte gewechselt, Zorn klang in ihnen mit, doch sagten sie den beiden Raben nichts.
Der Duft vom Braten lockte. Er äugte zu diesem hinunter, nun da er nicht gefunden hatte, was er suchte. Sich etwas davon holen? Aber die beiden Männchen waren dort. Leise krächzte er wieder und Duran antwortete ihm, während er unruhig auf dem Ast hin und her trippelte. Er hatte Hunger und der Braten lockte...
Das Männchen in Schwarz erhob sich, als ein Weibchen sich aus einem der Fenster des Gebäudes beugte und nach ihm rief, ging dann langsam davon. Nur noch ein Männchen - ein einziges, das musste doch...
Als der Mann wieder sich ein Stück vom Braten abschnitt, hielt es den kleinen Raben nicht mehr! Er hüpfte vom Ast und breitete die Flügel gerade genug aus, das er im Sturzflug auf das Fleisch zuhielt, welches der Mann sich gerade zuführen wollte. Ein wenig die Flügel umstellen, die Federn anders ausrichten, dann gleitete er an der Hand vorbei, schnappte mit dem Schnabel nach dem Fleisch und riss es dem Mann aus der Hand. Die Flügel streiften seine Finger gerade eben, dann schlug er wieder wuchtig wildmit den Flügeln, kaum das der Mann einen Schreckensschrei von sich gab, gewann Höhe setzte auf dem Dachfirst auf, wo er das Fleisch niederliess, richtig in den Schnabel nahm und verschluckte. Wenig sah er von dem zurück gelassenen Menschen, der ihm fassunglos nachsah, während er im frostigen Schnee sass - vom Baumstamm gefallen im Schreck. Menschen eilten aus dem Haus, fragten, was geschehen war, wer geschrien hatte. Ein Finger deutete zum Dachfirsten, dann gab der junge Mann leise von sich: "Ich glaub es nicht...! Der Rabe da..." Der Mann in schwarz mit den kalten Augen blickte kurz zum Vogel hoch, dann verengten sich die Augen und die Lippen verzogen sich zu einer dünnen Linie des Zorns. "Er ist hier!"
Cyrion blickte auf, als Murelay und Muriel zu ihm flogen, ohne das sie Lärmten oder wieder weisend davon flogen. Offenbar waren sie nicht fündig geworden. Schwer seufzte er und rieb sich über das Gesicht. "Nicht hier... Verdammt!" Er liess das Pferd näher an das Gelände reiten, erhob sich in dem Sattel und griff nach einem Ast des Baumes, neben das er sein Pferd stehen liess. Sich hochziehend, blickte er sich rasch um, die Katzenaugen in der ewigen Dämmerung reflektierend, doch konnte er in der Ferne nur das Feuer und die Leute ausmachen, die um das Feuer standen. Manche deuteten zum Dach hin - etwas, das Cyrion die Stirn runzeln liess. Der Blick huschte zum Dach und er erkannte einen Raben, der dort zugange war. >Verdammt... Was hat er diesmal wieder angestellt?< Das Gleichgewicht haltend, legte er beide Hände an seinen Mund und gab dann einen tiefen Rabenruf von sich. Ein Rabe erhob sich von der Eiche aus in die Luft, flog in seine Richtung, während die Leute der Akademie sich von der Feuerstelle entfernten, sich auf dem Gelände ausbreiteten. >Ob sie nach mir suchen?< Besser, dahingehend kein Risiko einzugehen. Wieder wanderte der Blick zu dem Dach. Der Vogel wollte nicht hören. >Verdammt... Ranecken ist Stur wie Zwergenbrot!< Erneut liess er den Rabenruf durch die Dunkelheit gellen und erst dann erhob sich der Vogel in die Luft, flog im Gleitflug zu ihm herüber. Cyrion weitete die Augen überrascht und fluchte dann verdrossen leise. "Doch nicht direkt auf mich zu! Du dummes Federvieh!" Sich mit einer gleitenden Bewegung vom Ast runterrutschend lassend, liess er sich in den Sattel runter und trieb das Pferd zum Gallop an. Diese Nacht hatte er Malachai nicht entdeckt, hatte nicht mit ihm sprechen können. Aber es würde weitere Nächte geben... >...in denen ich Ranecken zu Hause lasse! Die Federn sollte ich ihm rupfen!< Er zügelte das Pferd wieder, blickte zurück zu Akademie. Ein schweres leises Seufzen von seinen Lippen und er senkte seinen Blick. "Bruder..." Der Blick wandte von der Akademie ab, ging zum Ort hin. Wieder trieb er das Pferd an, ritt davon, gefolgt von vier Raben, die im Himmel über ihm dahinsegelten. Und einem Paar Augen, das ihm hinterher sah.
Ein zweiter Vogel setzte neben ihm auf, ein gutes Stück grösser als er, laut krächzend. Überrascht hüpfte der Jungvogel auf, flatterte mit dem Flügeln und krächzte protestierend, bevor er wieder Ruhe gab. Duran hatte ihn durch sein plötzliches Auftauchen erschreckt. Vorwurfsvoll blickte der junge Rabe zu seinem Vater hinüber. Ihn kannte er gut, hatte er ihn doch aufgezogen. Nun äugten beide Vögel hinunter, krächzten leise. die Männer hatten aufgesehen bei dem Krach, den sie beide geschlagen hatten. Nein... Malachai war nicht unter ihnen. Der Blick des einen war verwundert, der des anderen kalt, gefühllos. Wieder wurden Worte gewechselt, Zorn klang in ihnen mit, doch sagten sie den beiden Raben nichts.
Der Duft vom Braten lockte. Er äugte zu diesem hinunter, nun da er nicht gefunden hatte, was er suchte. Sich etwas davon holen? Aber die beiden Männchen waren dort. Leise krächzte er wieder und Duran antwortete ihm, während er unruhig auf dem Ast hin und her trippelte. Er hatte Hunger und der Braten lockte...
Das Männchen in Schwarz erhob sich, als ein Weibchen sich aus einem der Fenster des Gebäudes beugte und nach ihm rief, ging dann langsam davon. Nur noch ein Männchen - ein einziges, das musste doch...
Als der Mann wieder sich ein Stück vom Braten abschnitt, hielt es den kleinen Raben nicht mehr! Er hüpfte vom Ast und breitete die Flügel gerade genug aus, das er im Sturzflug auf das Fleisch zuhielt, welches der Mann sich gerade zuführen wollte. Ein wenig die Flügel umstellen, die Federn anders ausrichten, dann gleitete er an der Hand vorbei, schnappte mit dem Schnabel nach dem Fleisch und riss es dem Mann aus der Hand. Die Flügel streiften seine Finger gerade eben, dann schlug er wieder wuchtig wildmit den Flügeln, kaum das der Mann einen Schreckensschrei von sich gab, gewann Höhe setzte auf dem Dachfirst auf, wo er das Fleisch niederliess, richtig in den Schnabel nahm und verschluckte. Wenig sah er von dem zurück gelassenen Menschen, der ihm fassunglos nachsah, während er im frostigen Schnee sass - vom Baumstamm gefallen im Schreck. Menschen eilten aus dem Haus, fragten, was geschehen war, wer geschrien hatte. Ein Finger deutete zum Dachfirsten, dann gab der junge Mann leise von sich: "Ich glaub es nicht...! Der Rabe da..." Der Mann in schwarz mit den kalten Augen blickte kurz zum Vogel hoch, dann verengten sich die Augen und die Lippen verzogen sich zu einer dünnen Linie des Zorns. "Er ist hier!"
Cyrion blickte auf, als Murelay und Muriel zu ihm flogen, ohne das sie Lärmten oder wieder weisend davon flogen. Offenbar waren sie nicht fündig geworden. Schwer seufzte er und rieb sich über das Gesicht. "Nicht hier... Verdammt!" Er liess das Pferd näher an das Gelände reiten, erhob sich in dem Sattel und griff nach einem Ast des Baumes, neben das er sein Pferd stehen liess. Sich hochziehend, blickte er sich rasch um, die Katzenaugen in der ewigen Dämmerung reflektierend, doch konnte er in der Ferne nur das Feuer und die Leute ausmachen, die um das Feuer standen. Manche deuteten zum Dach hin - etwas, das Cyrion die Stirn runzeln liess. Der Blick huschte zum Dach und er erkannte einen Raben, der dort zugange war. >Verdammt... Was hat er diesmal wieder angestellt?< Das Gleichgewicht haltend, legte er beide Hände an seinen Mund und gab dann einen tiefen Rabenruf von sich. Ein Rabe erhob sich von der Eiche aus in die Luft, flog in seine Richtung, während die Leute der Akademie sich von der Feuerstelle entfernten, sich auf dem Gelände ausbreiteten. >Ob sie nach mir suchen?< Besser, dahingehend kein Risiko einzugehen. Wieder wanderte der Blick zu dem Dach. Der Vogel wollte nicht hören. >Verdammt... Ranecken ist Stur wie Zwergenbrot!< Erneut liess er den Rabenruf durch die Dunkelheit gellen und erst dann erhob sich der Vogel in die Luft, flog im Gleitflug zu ihm herüber. Cyrion weitete die Augen überrascht und fluchte dann verdrossen leise. "Doch nicht direkt auf mich zu! Du dummes Federvieh!" Sich mit einer gleitenden Bewegung vom Ast runterrutschend lassend, liess er sich in den Sattel runter und trieb das Pferd zum Gallop an. Diese Nacht hatte er Malachai nicht entdeckt, hatte nicht mit ihm sprechen können. Aber es würde weitere Nächte geben... >...in denen ich Ranecken zu Hause lasse! Die Federn sollte ich ihm rupfen!< Er zügelte das Pferd wieder, blickte zurück zu Akademie. Ein schweres leises Seufzen von seinen Lippen und er senkte seinen Blick. "Bruder..." Der Blick wandte von der Akademie ab, ging zum Ort hin. Wieder trieb er das Pferd an, ritt davon, gefolgt von vier Raben, die im Himmel über ihm dahinsegelten. Und einem Paar Augen, das ihm hinterher sah.
- Arsen Talmar
- Beiträge: 24
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
Verdammt noch mal wieso konnten nicht wenigstens ein paar Tage ruhig und ohne Schwierigkeiten ablaufen, wieso musste immer irgendwer für Unruhe sorgen! Grade jetzt wo Selina völlig unerwartet voller Selbstzweifel war, von einem Gefühlschaos ins andere stürzte und nun meine ganze Aufmerksamkeit brauchte da musste dieser komische Rabenkerl mit seinem Rehlein in der Akademie auftauchen und alles durcheinander bringen ... vor allem dieses Adelspüppchen aus Elbenau! Das dieser Cyrion nicht richtig im Kopf ist, na gut daran hatte ich mich schon halbwegs gewöhnt, ich mochte den Kerl eh nicht, aber dass er dieses Weibsbild hierher gebracht hatte und Malachais Leben gefährdete, ihn fast wieder zurück in seine Selbstzweifel gestürzt hatte obwohl er sich seinen Bruder nannte, das war nun der Frechheiten zuviel! Wenn ich die beiden in die Finger bekomme dann können sie sich auf etwas gefasst machen … und Selina denkt da keinen Deut anders. Wenigstens haben sich beide zurück in ihr Adelsnest verzogen und lassen uns endlich in Ruhe, mhm obwohl ich das nicht wirklich glauben mag. Sie sollen ihn doch endlich in Ruhe lassen, aber nein jetzt wo dieser Cyrion den Hausmeister in Elbenau spielt muss ja alles Temora gläubig und mit deren Ehrbegriffen behaftet sein was anderes passt doch überhaupt nicht in das Weltbild dieser verwöhnten Göre!
Zum Glück ruft mich grade Selina ins Haus sonst würde wohl Fandor, der sich am Feuer etwas Fleisch brät, meine schlechte Laune abbekommen. Während ich zurücklaufe sehe ich sie direkt vor mir ... sie mit der Nase so hoch in den Himmel gehoben das es fast reinregnen konnte und er wie ein verschrecktes Schosshündchen hinterher eilen um Frauchen ja nicht zu verärgern … demnächst küsst er wohl noch ihre dreckigen Stiefel sauber … der Hornochse! Weitere Betrachtungen hatte ich ja nicht anstellen können hatte mich doch Jeanette nach oben gerufen wo Malachais Wunde wieder aufgerissen war und ich mich nun als Heiler betätigen durfte. Wo war Flynn wenn man ihn mal brauchte … sicher lag er wieder von Dämpfen benebelt irgendwo vor seinem Mischtisch … der Kerl wird mir noch süchtig werden von diesen ganzen Tränken. Arsen, ruhig! Ich atme einige Male tief durch ...ich darf mich nicht so hineinsteigern sonst fällt wohl im Augenblick wirklich jeder in Ungnade bei mir … und wenn ich Selinas blitzende Augen sehe sollte ich wohl kühlen Verstandes sein … mein Stern schwankt eh momentan von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt … keine Ahnung was mit ihr los ist, so jedenfalls hab ich sie noch nie erlebt. Diesmal allerdings kann ich ihre Gereiztheit sehr gut nachempfinden nachdem ich einen Blick auf den Zettel geworfen habe den sie mir unter die Nase hält. Wusste ich’s doch … dieses Rehlein gab einfach keine Ruhe! Was an der Rehlein sollte versteh ich immer weniger ehrlich gesagt, man sollte sie übers Knie legen und ihr anständig…
Fandors Schreien und Fluchen schreckt mich aus meinen doch sehr verlockenden Gedanken auf … der wird sich doch nicht die Finger verbrannt haben oder gar ins Feuer gefallen sein. Besser nachsehen … zu dem Entschluss sind inzwischen alle gelangt und so gibt es ein hübsches Gedrängel ... schließlich sind unsere Türen nicht dazu gedacht mehr als zwei Leute nebeneinander hindurch zu lassen. Aber irgendwie entwirrt sich dieses Menschenknäuel und so stehen wir nun bei Fandor, der auf unsere Fragen hin wild fluchend auf einen Raben deutet der auf dem Dach der Akademie sitzt. Was heißt ein Rabe ... zwei sehe ich und das kann nur eins bedeuten: „Er ist Hier!“ Jetzt hetzt dieser Cyrion auch noch seine Raben auf Malachai ... sollen sie dem vielleicht noch die Augen auspicken nachdem er nicht verblutet ist? Na schön, das wird er nicht vorhaben aber kann er seinen … Bruder nicht eine zeitlang in Frieden lassen bis sich die ganzen Wogen geglättet haben und alle zur Ruhe gekommen sind? Selina scheucht in ihrem Zorn nun alle übers Gelände um nach Cyrion zu suchen ... vergebliche Mühe, so dumm ist der nun sicher nicht und begibt sich in Reichweite unserer Arme … da ein Rabenschrei, der sich mehrmals wiederholt und am Ende ziemlich ungehalten klingt ... ja, Cyrion muss es sein der seinen Raben ruft ... denn der flattert nun aufgeregt von Dach herunter dorthin wo ich glaube einen schwachen Schatten unter den Bäumen auszumachen und der nun in leisem Hufgetrappel sich auflöst … komm du mir in die Finger Cyrion Sha´Ar und ich reiß dir deine Federn einzeln aus bis du endlich wieder anfängst normal zu werden … was auch immer normal bei dir heißen mag …
Zum Glück ruft mich grade Selina ins Haus sonst würde wohl Fandor, der sich am Feuer etwas Fleisch brät, meine schlechte Laune abbekommen. Während ich zurücklaufe sehe ich sie direkt vor mir ... sie mit der Nase so hoch in den Himmel gehoben das es fast reinregnen konnte und er wie ein verschrecktes Schosshündchen hinterher eilen um Frauchen ja nicht zu verärgern … demnächst küsst er wohl noch ihre dreckigen Stiefel sauber … der Hornochse! Weitere Betrachtungen hatte ich ja nicht anstellen können hatte mich doch Jeanette nach oben gerufen wo Malachais Wunde wieder aufgerissen war und ich mich nun als Heiler betätigen durfte. Wo war Flynn wenn man ihn mal brauchte … sicher lag er wieder von Dämpfen benebelt irgendwo vor seinem Mischtisch … der Kerl wird mir noch süchtig werden von diesen ganzen Tränken. Arsen, ruhig! Ich atme einige Male tief durch ...ich darf mich nicht so hineinsteigern sonst fällt wohl im Augenblick wirklich jeder in Ungnade bei mir … und wenn ich Selinas blitzende Augen sehe sollte ich wohl kühlen Verstandes sein … mein Stern schwankt eh momentan von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt … keine Ahnung was mit ihr los ist, so jedenfalls hab ich sie noch nie erlebt. Diesmal allerdings kann ich ihre Gereiztheit sehr gut nachempfinden nachdem ich einen Blick auf den Zettel geworfen habe den sie mir unter die Nase hält. Wusste ich’s doch … dieses Rehlein gab einfach keine Ruhe! Was an der Rehlein sollte versteh ich immer weniger ehrlich gesagt, man sollte sie übers Knie legen und ihr anständig…
Fandors Schreien und Fluchen schreckt mich aus meinen doch sehr verlockenden Gedanken auf … der wird sich doch nicht die Finger verbrannt haben oder gar ins Feuer gefallen sein. Besser nachsehen … zu dem Entschluss sind inzwischen alle gelangt und so gibt es ein hübsches Gedrängel ... schließlich sind unsere Türen nicht dazu gedacht mehr als zwei Leute nebeneinander hindurch zu lassen. Aber irgendwie entwirrt sich dieses Menschenknäuel und so stehen wir nun bei Fandor, der auf unsere Fragen hin wild fluchend auf einen Raben deutet der auf dem Dach der Akademie sitzt. Was heißt ein Rabe ... zwei sehe ich und das kann nur eins bedeuten: „Er ist Hier!“ Jetzt hetzt dieser Cyrion auch noch seine Raben auf Malachai ... sollen sie dem vielleicht noch die Augen auspicken nachdem er nicht verblutet ist? Na schön, das wird er nicht vorhaben aber kann er seinen … Bruder nicht eine zeitlang in Frieden lassen bis sich die ganzen Wogen geglättet haben und alle zur Ruhe gekommen sind? Selina scheucht in ihrem Zorn nun alle übers Gelände um nach Cyrion zu suchen ... vergebliche Mühe, so dumm ist der nun sicher nicht und begibt sich in Reichweite unserer Arme … da ein Rabenschrei, der sich mehrmals wiederholt und am Ende ziemlich ungehalten klingt ... ja, Cyrion muss es sein der seinen Raben ruft ... denn der flattert nun aufgeregt von Dach herunter dorthin wo ich glaube einen schwachen Schatten unter den Bäumen auszumachen und der nun in leisem Hufgetrappel sich auflöst … komm du mir in die Finger Cyrion Sha´Ar und ich reiß dir deine Federn einzeln aus bis du endlich wieder anfängst normal zu werden … was auch immer normal bei dir heißen mag …
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Leah Katuri
Sie haben weder Freunde....noch Feinde....Unruhig schritt sie in der Stube auf und ab, immer wieder zum Fenster den Blick wendend. Die Dunkelheit gab ihr keine Rückmeldung, wie lange sie bereits wartete, wieviel Zeit schon verstrichen war, als sie dem jungen Burschen die Nachricht in die Hand gedrückt hatte. Würde Malachai sie überhaupt lesen? Würde er ihr eine neue Chance geben?"...ist der Mythos der Schatten sicherlich am amüsantesten, wenn man kleinen Kindern Angst machen möchte.
Demnach soll es Menschen geben, die, oh Wunder, schwarz maskiert und gekleidet sind, auf ihren schwarzen Rossen für das Gleichgewicht der Mächte eintritt.
Sie haben weder Freunde, noch wirkliche Feinde.
Sie dienen immer jenen, welche gerade am schwächsten sind...“
Würde er diesmal...nicht weglaufen?
Ein Raunen verließ den Mund, als sie sich auf den Stuhl sinken ließ und den Hinterkopf an die Wand lehnte. Sie hatte mit Cyrion gesprochen, das ganze sprichwörtlich Revue passieren lassen. Es war ihr deutlich geworden, dass sie Malachai nicht für das misstraute, was er war, sondern...einfach weil er ein Mensch, vielmehr ein Mann war. Eine Ehebrecher, ein Mann, wie viele andere. Sie mochte die Scherze Cyrions nicht, dass er vielleicht einmal eine andere Frau ansehen könnte oder gar mehr; so sehr wollte sie zumindest ihre Tradition bewahren und für sich behalten.
Bis dass der Tod euch scheidet...
War Melora durch den Verlust ihres Gedächtnisses auch zum Teil für Malachai gestorben? Oder er für sie? Ein Seufzen entglitt den Lippen, als sie sich wieder aufdrückte und nach unten in die Küche ging. Es war ruhig im Anwesen, ein Moment, in dem man mit sich und seinen Gedanken allein sein konnte...und den sie am liebsten so schnell wie möglich rum hätte. Ein kurzes Umsehen, als sie fast dankbar das wenig schmutzige Geschirr wahrnahm und zur Spüle ging.
„Wir...sind zumindestens beide der Meinung, das er ein weglaufender Narr ist.“
Das Geschirr fiel klirrend in das Wasser, als sie wieder unmerklich die Gedanken wegwandern ließ. Sie verstand immer noch nicht alles an diesem „Fluch“, wie Cyrion es bezeichnet hatte, doch sie sah, dass Malachai es als Zwang aufnahm. Als etwas, was er sich nicht aussuchen durfte oder konnte. Ein Märtyrer schlechthin... Als sei das Schicksal so gewollt gewesen und von den Göttern bestimmt. Ein Mundwinkel hob sich schal herauf. Die Götter....Malachai konnte nichts mit ihnen anfangen und schob unwillkürlich doch die Schuld auf sie. Wie einfach er es sich so machte, dass er es abwälzte und in der Selbstmarter aufging. Kurz glitt der Blick durch den Wohnraum, ein tiefes Durchatmen. Seltsam, dass diejenigen, die selbst einmal wegliefen, so etwas auch an anderen erkennen. Sie war nicht perfekt, würde es lange Zeit noch nicht sein. Doch sie hatte keine Angst mehr, keine Furcht vor dem, was kommen könnte. Sie wusste, der richtige Weg war eingeschlagen und es lag an ihr, nicht umzukehren.
Hatte sie deswegen die Notiz an die Akademie geschickt? Sie überlegte immer noch, wann sie einfach dort aufschlagen sollte, falls Malachai ihr nicht antworten würde oder die Nachricht nicht angekommen war. Zur Sicherheit eine Notiz im Anwesen lassen? Oder Cyrion...? Nein, er würde wieder nur auf sie einreden, dass sie nicht hingehen solle, dass er mit Malachai reden würde.
Und doch ließ sie es nicht los, dass sie zumindest irgend jemanden Bescheid geben müsse, falls... Ja, falls was? Würde jene beiden, von denen Cyrion meinte, sie könnten selbst ihn außer Gefecht setzen, sie angreifen? Sie wollte doch nur reden und kein Duell auf Leben und Tod!
„Würde er tatsächlich die Bruderschaft ablehnen - ich glaube, ich würde sie erzwingen, nur um ihm begreiflich zu machen, das er nicht von mir wegkommt. Aber der Preis... ich denke, er wäre vielleicht höher, als ich noch erahnen kann.“
Lange hatte sie über die Worte Cyrions nachgedacht, immer und immer wieder abgewägt. Würde es sich vertragen mit den Idealen, die sie verfolgte und langsam lernte? Würde sie ihn so akzeptieren können? Sie wollte nicht schon wieder eine Familie zerstören, hatte es bei der eigenen geschafft und umso mehr stand sie in diesem verflixten Zwiespalt. Sie wollte nicht, dass Cyrion sich änderte oder sich zu etwas gezwungen sah...und doch würde sie jederzeit Malachai sagen, dass er die Blutsbruderschaft mit ihm durchführen solle. Langsam räumte sie das Geschirr weg und ging wieder nach oben. Der Blick aus dem Fenster gab wie stets keine genaue Auskunft über die Zeit, nur das Gähnen Domenys, welches sie beim Öffnen des Fensters vernahm, deutete auf eine spätere Stunde hin. Blutsbruderschaft....leicht stellten sich die Nackenhaare auf bei dem Gedanken, ein Frösteln folgte, welches sie auf die Kälte draussen schob. Cyrion...er wollte keinen verlieren, nicht sie, nicht Malachai. Doch jeder musste ein Opfer eingehen, wenn dafür etwas anderes gerettet werden könnte.
Kein Gewinn...ohne Bezahlung.
Und wenn es sein musste, würde sie jene Bezahlung auf sich nehmen. Doch die Schuld...wollte sie kein weiteres Mal auf sich laden.
- Malachai Schwarzmourne
- Beiträge: 1606
- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Es würde sich richten...alles....
Erkenntnisse...jeden Tag bekam er neue Erkenntnisse...
Wer war er, dass er sich als jener aufspielte, der das Schicksal der Welt auf seinen Schultern trug?
Wie weit brachte ihn der Abtrünnige zum Abgrund, dass er selber springen würde, statt andere Fallen zu sehen.
Sie hatte Recht...nicht ihn zu verachten...nein...sie hatte Recht mit der Aussage, dass Malachai nicht für andere Entscheiden konnte. Dass er Cyrion, seinem Bruder, nicht die Rolle des Bruders aberkennen konnte.
Ja, er wollte ihn schützen, um jeden Preis...doch dies würde er nicht erreichen, wenn er ihn von sich wegdrücken würde.
Nein...
Er konnte die Menschen warnen....sicher...doch er konnte Sie nicht davon abhalten, nicht auf ihn zu hören...es wäre nicht seine Aufgabe...er kann den Menschen nicht ihrem freien Willen nehmen und ihnen Dinge auferlegen...nein...sie mussten verstehen, mussten wissen, was geschehen kann....und dann selber entscheiden.
Es kam ihn wie ein schlechter Traum vor, wo er diese Wut besass, auf Leah...die ihn soviele Vorwürfe machte....auf Cyrion, der nicht seine Klappe halten konnte....
Verflogen...
Er verstand nun.
Cyrion war sein Bruder...er wird es immer bleiben, egal, wie oft er ihn aus dem Hause verweisen würde.
Denn er dachte wie Malachai...er wollte nur seinen Bruder beschützen...das machte ihn als Bruder aus.
Jemanden beizustehen, der in einer perfekten Welt lebte war einfach...doch jemanden Beizustehen, dessen Welt so perphide, so krank, so voller Zorn, voller Hass, voller Leid und tot bestand...das ist die Herausforderung des Lebens...und nur Cyrion war stark genug, dies zu ertragen und nicht aufzugeben.
Malachai kann nicht ohne ihn...er war immer da...von Anbegin...seit sein damaliger Blutsbruder Valion gestorben ist...
Er half ihm durch die Trauer...er teilte die Freuden...er war Maricks Patenonkel...und das nicht ohne Grund.
Und auch jetzt, wieder an einem Siedepunkt seines Weges, stand Cyrion ihm bei.
Ja...er verstand....die Entscheidung...
Er dachte wie Malachai...einen liebenden Menschen, der einem vom ganzen Herzen wichtig war, für eine friedlichere, schönere Welt ziehen zu lassen und auch hier würde sein Bruder wieder den Schmerz teilen und ihm Lasten von den Schultern nehmen.
Leah...sie war klug...sie war gerecht...
Ja, sie lebte in ihrer Welt...voller Götter...voller Tugenden...immer zielstrebig nach einen Sinn für Gerechtigkeit.
Würde Sie in den Spiegel des Schicksals wohl blicken, wäre Malachai der letzte,der darin auftauchen würde.
Doch war es Hass?
Nein...sie hasste ihn nicht...sie erkannte, dass er eine Maske trug...aber es war die Maske des Schattenlords...und das war eine Maske, die Sie niemals sah....
Nein...er hat sich nie verstellt, sie sah es...sie vertraute ihm nicht....zu recht...Malachai würde sich selber wahrscheinlich nicht einmal trauen, würde er sich selber begegnen...und schliesslich...ob Schattenlord oder nicht...vertrauen muss aufgebaut werden.
Leah...Malachai vertraute ihr auch nicht....er vertraute ehhh wenigen Menschen...doch er gab jenen anderen die Chance, sein Vertrauen zu gewinnen...so wie er das anderer gewinnen muss...auch von Leah.
Dennoch mochte er Sie...Cyrion...so strahlend, so glücklich...so voller Lebenslust....etwas, das er lange nicht mehr an seinem Bruder sah....und doch...er wusste, was in ihm vor ging...er dachte an Sienara....er hatte die selben Gefühle...den Willen, zu leben....einen Sinn wieder nach der Dunkelheit zu sehen.
Ja, Sie waren Brüder....beide im Glück...und nichts würde Sie trennen...niemals....nicht einmal der Tot...sie waren Brüder im Blute...sie waren Brüder im Geiste und in der qualvollen Ewigkeit des ewigen Dunkels würden Sie weiter stehen und für einander kämpfen.
Erkenntnisse...jeden Tag bekam er neue Erkenntnisse...
Wer war er, dass er sich als jener aufspielte, der das Schicksal der Welt auf seinen Schultern trug?
Wie weit brachte ihn der Abtrünnige zum Abgrund, dass er selber springen würde, statt andere Fallen zu sehen.
Sie hatte Recht...nicht ihn zu verachten...nein...sie hatte Recht mit der Aussage, dass Malachai nicht für andere Entscheiden konnte. Dass er Cyrion, seinem Bruder, nicht die Rolle des Bruders aberkennen konnte.
Ja, er wollte ihn schützen, um jeden Preis...doch dies würde er nicht erreichen, wenn er ihn von sich wegdrücken würde.
Nein...
Er konnte die Menschen warnen....sicher...doch er konnte Sie nicht davon abhalten, nicht auf ihn zu hören...es wäre nicht seine Aufgabe...er kann den Menschen nicht ihrem freien Willen nehmen und ihnen Dinge auferlegen...nein...sie mussten verstehen, mussten wissen, was geschehen kann....und dann selber entscheiden.
Es kam ihn wie ein schlechter Traum vor, wo er diese Wut besass, auf Leah...die ihn soviele Vorwürfe machte....auf Cyrion, der nicht seine Klappe halten konnte....
Verflogen...
Er verstand nun.
Cyrion war sein Bruder...er wird es immer bleiben, egal, wie oft er ihn aus dem Hause verweisen würde.
Denn er dachte wie Malachai...er wollte nur seinen Bruder beschützen...das machte ihn als Bruder aus.
Jemanden beizustehen, der in einer perfekten Welt lebte war einfach...doch jemanden Beizustehen, dessen Welt so perphide, so krank, so voller Zorn, voller Hass, voller Leid und tot bestand...das ist die Herausforderung des Lebens...und nur Cyrion war stark genug, dies zu ertragen und nicht aufzugeben.
Malachai kann nicht ohne ihn...er war immer da...von Anbegin...seit sein damaliger Blutsbruder Valion gestorben ist...
Er half ihm durch die Trauer...er teilte die Freuden...er war Maricks Patenonkel...und das nicht ohne Grund.
Und auch jetzt, wieder an einem Siedepunkt seines Weges, stand Cyrion ihm bei.
Ja...er verstand....die Entscheidung...
Er dachte wie Malachai...einen liebenden Menschen, der einem vom ganzen Herzen wichtig war, für eine friedlichere, schönere Welt ziehen zu lassen und auch hier würde sein Bruder wieder den Schmerz teilen und ihm Lasten von den Schultern nehmen.
Leah...sie war klug...sie war gerecht...
Ja, sie lebte in ihrer Welt...voller Götter...voller Tugenden...immer zielstrebig nach einen Sinn für Gerechtigkeit.
Würde Sie in den Spiegel des Schicksals wohl blicken, wäre Malachai der letzte,der darin auftauchen würde.
Doch war es Hass?
Nein...sie hasste ihn nicht...sie erkannte, dass er eine Maske trug...aber es war die Maske des Schattenlords...und das war eine Maske, die Sie niemals sah....
Nein...er hat sich nie verstellt, sie sah es...sie vertraute ihm nicht....zu recht...Malachai würde sich selber wahrscheinlich nicht einmal trauen, würde er sich selber begegnen...und schliesslich...ob Schattenlord oder nicht...vertrauen muss aufgebaut werden.
Leah...Malachai vertraute ihr auch nicht....er vertraute ehhh wenigen Menschen...doch er gab jenen anderen die Chance, sein Vertrauen zu gewinnen...so wie er das anderer gewinnen muss...auch von Leah.
Dennoch mochte er Sie...Cyrion...so strahlend, so glücklich...so voller Lebenslust....etwas, das er lange nicht mehr an seinem Bruder sah....und doch...er wusste, was in ihm vor ging...er dachte an Sienara....er hatte die selben Gefühle...den Willen, zu leben....einen Sinn wieder nach der Dunkelheit zu sehen.
Ja, Sie waren Brüder....beide im Glück...und nichts würde Sie trennen...niemals....nicht einmal der Tot...sie waren Brüder im Blute...sie waren Brüder im Geiste und in der qualvollen Ewigkeit des ewigen Dunkels würden Sie weiter stehen und für einander kämpfen.
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
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Leah Katuri
Vergebung...
Ein Wort, dass so schlicht und doch so voller Werte war. Es war wohl das erste Mal wieder seit langem, dass sie mit einem guten Gefühl die Akademie verlies und das Schiff bestieg. Die See war wie so oft in letzter Zeit rauh, die Kraken stifteten noch immer ihr Unwesen an den Küsten und machten den Seefahrern zu schaffen. Man konnte wohl nur beten, dass bald die Sonne zurückkehren würde und die vermeintliche Flut ausblieb. Das Holz im Schiffsbug knarzte leicht, die Laternen schaukelten aufgeregt hin und her, während sie wie ein ruhiger Pol in dem ganzen wirken musste.
Ruhig saß sie auf der Bank, der Rücken entspannt an die Wand gelehnt, die Augen geschlossen.
Sie war viel ruhiger, ruhiger als auf der Hinfahrt. Malachai hatte sie weder sofort rausgeschmissen, noch ihr Dinge vorgehalten.
Er hatte zugehört....endlich.
Ein Lächeln huschte über die Lippen, die Augen öffneten sich halb, als eine größere Welle das Schiff etwas mehr zur Seite wog. Sie hatte sich viel zu viele Szenarien ausgemalt, hatte das schrecklichste eigentlich erwartet. Es war irgendwie...zu einfach gewesen. Als wäre der Gedanke ein beiderseitiges Einverständnis gewesen. Die Wörter mussten einfach schon eine Weile durch Malachais Gedanken gehuscht sein, mussten schon länger ein Gefecht mit ihm geführt haben. Nur hatte es wohl keiner in seiner Umgebung ausgesprochen, gewagt, es ihm zu sagen.
Nein, er konnte nicht für die Welt und jeden einzelnen Menschen Richter oder Retter sein. Er konnte weisen, vielleicht eine helfende Hand bieten. Nehmen, musste sie letztendlich die Person selbst.
Sie dachte kurz an das Anwesen, die Menschen, die ihr dort die Hand geboten hatte und die sie zu so einer inneren Ruhe langsam führten. Sie hatten sie nie gezwungen...es kam ihr zumindest nie wie ein Zwingen vor. Sie selbst musste je die Entscheidung treffen, Hilfe anzunehmen oder nicht.
Wie das Vertrauen...
Sie wusste nicht, ob Malachai ihr vertraute. Ob sie wirklich je einmal auf einer Seite oder vielleicht...gar auf verschiedenen Seiten stehen würden. Vertrauen erarbeitet man sich... Im Moment konnte sie ihm nicht vertrauen. Doch war es wirklich Malachai oder eher sein Schattendasein, dem sie nicht trauen konnte? Der Blick folgte nachdenklich der Bewegung der Laterne, die Lippen schürzten sich leicht nachdenklich, während oben an Deck die Stimmen lauter wurden und die Seefahrer sich gegenseitig in ihren Befehlstönen ereiferten. Er war Cyrions Bruder...vererbter Bruder...Kurz grinste sie auf. Es war wie bei Liralia und ihr, zwei Menschen, die wie ein Mosaik zusammenpassten. Liralia und sie waren Schwestern, Beschützer...Vertraute. Wie Cyrion und Malachai. Ein Mosaik durfte nicht zerstört werden oder auseinandergerissen; es würde sonst unvollständig aussehen und jeder Betrachter wüsste, dass etwas fehlt.
Ein leichtes Seufzen glitt über die Lippen, als sie sich aufdrückte und eine Luke zum raussehen suchte. Sie hatte Lira lange nicht mehr gesehen. Sie sollte ein wenig acht geben, nicht, dass sie sie aus den Augen verlieren würde. Sie durfte doch den kleinen Sturkopf nicht allein lassen.
Doch zuerst würde sie zu Cyrion gehen, ihm erzählen, was sie mit Malachai besprochen hatte...und das er ihm verzieh. Er würde nicht böse sein, ihm keinen verächtlichen Blick schenken, wenn er zu ihm gehen und mit ihm reden würde. Die Fronten waren geklärt, die Grenzen klar. Und Cyrion konnte sich, wie ein sich anpassender Wandler, frei in diesen Grenzen bewegen.
Die Küste kam in Sicht, die Männer begannen, noch lauter sich gegenseitig anzubrüllen und das geschäftige Treiben begann auf Deck. Langsam stülpte sie die Kapuze über und zog die Handschuhe an. Die Tage in der Dunkelheit kamen ihr noch kälter vor als jeder normale Winter. Es wurde wirklich Zeit, dass die Lösung des Problemes dafür gefunden wurde. Doch zunächst...würde sie einen Menschen glücklich machen. Cyrion.
Ein Wort, dass so schlicht und doch so voller Werte war. Es war wohl das erste Mal wieder seit langem, dass sie mit einem guten Gefühl die Akademie verlies und das Schiff bestieg. Die See war wie so oft in letzter Zeit rauh, die Kraken stifteten noch immer ihr Unwesen an den Küsten und machten den Seefahrern zu schaffen. Man konnte wohl nur beten, dass bald die Sonne zurückkehren würde und die vermeintliche Flut ausblieb. Das Holz im Schiffsbug knarzte leicht, die Laternen schaukelten aufgeregt hin und her, während sie wie ein ruhiger Pol in dem ganzen wirken musste.
Ruhig saß sie auf der Bank, der Rücken entspannt an die Wand gelehnt, die Augen geschlossen.
Sie war viel ruhiger, ruhiger als auf der Hinfahrt. Malachai hatte sie weder sofort rausgeschmissen, noch ihr Dinge vorgehalten.
Er hatte zugehört....endlich.
Ein Lächeln huschte über die Lippen, die Augen öffneten sich halb, als eine größere Welle das Schiff etwas mehr zur Seite wog. Sie hatte sich viel zu viele Szenarien ausgemalt, hatte das schrecklichste eigentlich erwartet. Es war irgendwie...zu einfach gewesen. Als wäre der Gedanke ein beiderseitiges Einverständnis gewesen. Die Wörter mussten einfach schon eine Weile durch Malachais Gedanken gehuscht sein, mussten schon länger ein Gefecht mit ihm geführt haben. Nur hatte es wohl keiner in seiner Umgebung ausgesprochen, gewagt, es ihm zu sagen.
Nein, er konnte nicht für die Welt und jeden einzelnen Menschen Richter oder Retter sein. Er konnte weisen, vielleicht eine helfende Hand bieten. Nehmen, musste sie letztendlich die Person selbst.
Sie dachte kurz an das Anwesen, die Menschen, die ihr dort die Hand geboten hatte und die sie zu so einer inneren Ruhe langsam führten. Sie hatten sie nie gezwungen...es kam ihr zumindest nie wie ein Zwingen vor. Sie selbst musste je die Entscheidung treffen, Hilfe anzunehmen oder nicht.
Wie das Vertrauen...
Sie wusste nicht, ob Malachai ihr vertraute. Ob sie wirklich je einmal auf einer Seite oder vielleicht...gar auf verschiedenen Seiten stehen würden. Vertrauen erarbeitet man sich... Im Moment konnte sie ihm nicht vertrauen. Doch war es wirklich Malachai oder eher sein Schattendasein, dem sie nicht trauen konnte? Der Blick folgte nachdenklich der Bewegung der Laterne, die Lippen schürzten sich leicht nachdenklich, während oben an Deck die Stimmen lauter wurden und die Seefahrer sich gegenseitig in ihren Befehlstönen ereiferten. Er war Cyrions Bruder...vererbter Bruder...Kurz grinste sie auf. Es war wie bei Liralia und ihr, zwei Menschen, die wie ein Mosaik zusammenpassten. Liralia und sie waren Schwestern, Beschützer...Vertraute. Wie Cyrion und Malachai. Ein Mosaik durfte nicht zerstört werden oder auseinandergerissen; es würde sonst unvollständig aussehen und jeder Betrachter wüsste, dass etwas fehlt.
Ein leichtes Seufzen glitt über die Lippen, als sie sich aufdrückte und eine Luke zum raussehen suchte. Sie hatte Lira lange nicht mehr gesehen. Sie sollte ein wenig acht geben, nicht, dass sie sie aus den Augen verlieren würde. Sie durfte doch den kleinen Sturkopf nicht allein lassen.
Doch zuerst würde sie zu Cyrion gehen, ihm erzählen, was sie mit Malachai besprochen hatte...und das er ihm verzieh. Er würde nicht böse sein, ihm keinen verächtlichen Blick schenken, wenn er zu ihm gehen und mit ihm reden würde. Die Fronten waren geklärt, die Grenzen klar. Und Cyrion konnte sich, wie ein sich anpassender Wandler, frei in diesen Grenzen bewegen.
Die Küste kam in Sicht, die Männer begannen, noch lauter sich gegenseitig anzubrüllen und das geschäftige Treiben begann auf Deck. Langsam stülpte sie die Kapuze über und zog die Handschuhe an. Die Tage in der Dunkelheit kamen ihr noch kälter vor als jeder normale Winter. Es wurde wirklich Zeit, dass die Lösung des Problemes dafür gefunden wurde. Doch zunächst...würde sie einen Menschen glücklich machen. Cyrion.