Ohhh.. wie schmerzten ihre Glieder... zerschunden und zerschlagen lag die Lethra hingeklatscht wie eine fauliges Stück Obst auf ihrem Lager.
Alle Viere von sich gestreckt, nackt, wie Vater sie schuf, der zornesfunkelnde Blick an die dunkle Decke ihrer Wohnhöhle gehaftet.
Mit Mühe hatte sie sich heim geschleppt.....
Es war sonnenklar, dass auf diesen Tag ein Fehler folgen musste.
Dass der Jähzorn, der sich über Stunden und Stunden hinweg anstaute, ein Ventil finden musste - und dass dies ihr wieder einmal zum Verhängnis werden würde.
Aber immerhin, sie befand sich in Leth'Axorn, nicht in irgendeinem dreckigen Verließ.
Und auch nicht an der Seite Vaters. Immerhin.
Begonnen hatte der Tag mit seinem vollkommen normalen Wahnsinn...
Shai'naira stellte ihre Geduld eines ums andere Mal auf die Probe, aber das junge Ding lernte schnell, war nicht dumm, auch wenn sich die ältere der beiden Lethryen so durchaus die Mühe machen musste, nach Fehlern zu suchen, um ihre unbändige Wut an irgendwem auszulassen.
Aber nun war Shai nicht greifbar.
Und Lys wütend.
Zwei Umstände, die das Desaster begünstigten.
Qyl'zaox war nur halbherzig als Blitzableiter zu gebrauchen, aber immerhin, er verließ sie heute in nicht minder großem Zorn, das zumindest verschaffte doch eine gewisse Befriedigung.
Was jedoch war es, das die Lethry so in Aufruhr versetzte?
Seit jenem verfluchten Vorfall in Rahal verlief nichts mehr in geregelten Bahnen, die sonst doch eher geordnete Welt der Lethry geriet aus den Fugen.. gleichwohl dies schon seit Monaten der Fall war, wenn man mal Rahal mit einbezog, wurde es dieser Tage doch mehr und mehr deutlich vor Augen geführt - selbst wenn sie es noch so krampfhaft versuchte - sie konnte sich davor gar nicht mehr verstecken.
Und dies nun, was sich nicht mehr leugnen ließ, besprach sie mit der Jüngeren, die so dumm, so unbeholfen und unreif war, doch aber der Älteren so ähnlich in ihrer ungestümen Art...
Denn die Teile fügten sich zusammen, eines ums andere.
Und schuld war Mael'Rayat.
Dessen war Lys sich sicher.
Kaum noch einer hatte dieses... Ding.. vor Augen, wohl verborgen befand es sich im Allerheiligsten, und verschwand aus dem Gedächtnis der Brüder und Schwestern.
Doch aber gab es einen Nachhall all des Unfriedens, ein Unheil verkündendes Echo auf längst vergangene Geschehnisse.
Aufgewühlt, wutentbrannt, und zugleich vollkommen hilflos hagelten die Informationen auf die Jüngere ein, überranten diese, zwangen sie dazu der Älteren recht zu geben, den richtigen Pfad in all den wirren Gedanken zu finden - und ergaben.. ein Ganzes.
Und nein.. in Ruhe sollten diese wirren Gedanken heute nicht enden.
Denn wie stets unverhofft, unerwartet, und vor allem unerwünscht betrat einer die Szene, der stets noch mehr Wirbel verursachte, stets noch mehr alles an Ordnung, an der von Lys so hoch geschätzten Ordnung rüttelte, als es jeder sonst vermochte.
Er, der erhabene Mory'tael.
Unausgesprochene Flüche, ungehörte Verwünschungen, ungesehene hasserfüllte Blicke... all das sprang dem Erhabenen entgegen.. aber er schien es nicht zu bemerken, wie stets..
Und selbst wenn - würde er es doch als "Kompliment" schätzen, sein Ziel erreicht sehen.
Was sollte dies, was mischte er sich ein, was wagt er es, das Maul zu öffnen, sich einen Kommentar über all das zu getrauen, was er nicht erlebte, was er nicht sah, was er nicht verursachte---
Und ...
"Einer, der in dem Glauben lebt, mächtiger zu sein, als der Höhergestellte zweifelt diesen an, bringt das Machtgefüge ins wanken, zerstört die Hierarchie, die von Vater gegeben..."
Nicht genau der Wortlaut, doch aber der Sinn dieses Satzes war es, der Lys im Gedächtnis haften blieb.
Oh, merkte er nicht, spürte er nicht, dass es falsch war?
Dass nicht der Gefahr bringt, der den Höheren anzweifelt, sondern dass der an Macht einbüßt, der solche Zweifel an seiner Person nicht von sich fern halten konnte?
Und ein Machtverlust in dieser Position war nicht gut zu machen, war nicht auszumerzen, bedeutete letztendlich nur eines:
Er muss weichen.
Noch eine Aufgabe erteilte er ihr.. eine.. Aufgabe.. sie wagte es nicht zu wiedersprechen.
Aber so enthusiastisch sie dies erst aufnahm - ihre eigenen vier Wände rückten ihr den Kopf zurecht, sorgten dafür, dass die klaren Gedanken sich durch ihren Zorn fraßen und Vernunft einhauchten.
Nicht unklug handeln, es war nicht nur ein Spiel mit Vaters Macht, oder eher gesagt - nicht nur die ihr von Vater geschenkte Macht stand auf dem Spiel...
Ein ungutes Ränkeschmieden bahnte sich an... etwas, das schon einmal folgenschwer einschnitt, und woran ihr Volk in eben jenen Tagen mehr als nur schwer zu knabbern hatte.
Ja, soviel war sicher!
All dieses Ducheinander, dieses elende Chaos, das Lys so sehr hasste!
Ja - Chaos verursachen, die Welt aus den Fugen stoßen, dezent hinterlistig oder mit roher Gewalt, jedes Mittel ist recht, an jedem Schmerz lässt sich unendlich weiden...
Aber bitte.. bitte doch nicht in ihrem Volk.
Die Hierarchie, der Gehorsam, der Schmerz, all das hatte Struktur, all das bildete einen Rahmen, all das brauchte sie.
Doch wenn ein gesunder Blutdurst und das Stillen desselben wenigstens ein bisschen Ordnung schaffen sollte, so sei ihr dies nur recht.
Was läge näher, als einen Ausflug zu unternehmen..
Ein kurzer Abstecher ins Lager, und weiter..
Mit Sicherheit gibt es noch weite Teile in den verborgenen Gängen und Höhlen, die sie noch nicht erforscht..........
Q'in
Q'in... mit Echse, Q'in mit Knochen, Q'in in seiner verdorbenen, hässlichen, kranken Art.. die Maden..
Er hatte getanzt, er hatte gespielt.. er ..
Nein.. dieses wirre Kapitel des Tages war zu viel, sie strich es schlichtweg aus ihren Gedanken.
Und so entschied sie sich, doch noch einen Gang hinaus zu wagen, alles wirre aus ihrem Kopf dem wilden Zorn frei zu geben, der aufgestaten Wut Luft zu machen, zu jagen, zu töten, den Boden mit Blut zu tränken.
Und was eignete sich besser als die Gestalt Vaters..
Und so wandelte sie sich, nahm Gestalt des Panthers an.
Ein schönes Tier, nicht so zerfetzt wie oft, nein, von wohlgeformter Gestalt, nachtschwarzes Fell, glühende, Zornesfunken sprühende Augen, und von der Schwanzsspitze bis zu den Schnurrhaaren bebend vor Mordlust und Blutdurst.
Auf lautlosen, samtenen Pfoten strich sie durch den nachtstillen Wald, kaum ein Tier war noch wach, kaum eine Kreatur störte die Stille.
Und so zog es sie immer weiter in Richtung der großen, wiederwärtigen Stadt der Ketzer, der Heuchler, der Wiederlichen.....
Der Panther schüttelte sich, bannte alle Gedanken, nutzte seine Sinne, Geräusche und Gerüche aufzuspüren... bis...
Er erstarrte.. tappte lautlos weiter voran.. da war etwas..
Hund.. Pferd.. Frau....
Wieder ein Innehalten...
Nicht irgendein Hund, irgendein Pferd, irgendeine Frau...
Die Hure des Grafen war es.. Darna.. deren ekelerregende Gedanken in Leth'Axorn in schriftlicher Form das Auge der Lethry eines ums andere Mal beleidigten.
Schon oft hatte sie im Verborgenen das Anwesen beobachtet, auch von weitem diese... Frau .. gesehen, aber so nah wie heute war sie ihr noch nie......
Eine einmalige Gelegenheit.
Doch nein, bei klarem Gedanken war sie noch lange nicht angelangt.
Was tun.. mitnehmen - vollkommen unmöglich, es war nicht irgendeine Frau, und die Stärke dieser konnte die Lethry nur schlecht einschätzen.
Und dann die nun doch hinderliche Gestalt des Panthers.. nicht, dass dies nicht in einem Sekundenbruchteil behoben sein könnte.. aber..
Der Hund!
Geradezu spürbar, beinahe zu erwittern war es, was zwischen Hund und Frau in der Luft hing.
Zuneigung, Liebe, Wertschätzung.. wie armselig!
Und somit stand fest - der Hund ist das Ziel.
Nicht sterben muss er. Nein.. oder - doch..
Wieder wallte der unbändige, lodernde Hass in der Lehry auf, nur noch wenig Zeit für ein läppisches Hin und Hergeplänkel.. nur noch wenige Sekunden um die Tarnung aufrecht zu erhalten, das doch vergleichsweise harmlose Tier mimend..
Sie spürte es, spürte, wie sie der bodenlose Zorn übermannte, eine unbändige Wut, aufgestaut über lange Zeit, sich Bahn brach und sich Raum verschaffte, die Lethry allen klaren Denkens beraubte.
Ein sachtes Beben, das den Waldboden durchzog warnte Tier und Mensch nur einen Lidschlag zuvor, ehe ein ohrenbetäubendes Tosen den Himmel zerbersten ließ und die Nacht mit wutkreischendem Beben erfüllte..
Blitze zucken, Donner grollt...
Und von fern die Schreie, mit einem Male von Lärm und Tod erfüllt der friedliche Wald, tote Vögel, Hasen, Igel.. verletzte Wölfe, Bären..
Toter Hund...
Und im Unterholz die Lethry.. verfolgt, geschlagen, gebissen von Kreatur, getroffen von Schwert und Licht..
Welch Desaster..
Das, was ihr nie hätte passieren dürfen, wofür sie ihre Schüler bis nahe an den Tod geprügelt hätte, war eingetreten..
Übermannt von ihrem Zorn, ihrer Wut, außer Kontrolle geratene Ausgeburt des Panthers...
Unbedacht, geschlagen von sich selbst....
Ausgeburt des Panthers
-
Darna von Hohenfels
Nahm es nie ein Ende?
Nach dem Reibeisen an ihrem Nervenkostüm, das die letzten Tage für sie immer wieder dargestellt hatten, hatte es schon spät in der Nacht nur ein Ausritt und eine nette Rebhuhnjagd im Morgengrauen werden sollen, den Wald genießen, ein ruhiges gehorsames Pferd unter sich, einen treuen Hund neben sich... als Ritter entspannt die Seele baumeln lassen und auf Wildjagd gehen.
Gut, es war etwas... naja, heikel, wenn man es kritisch betrachten wollte: Die Werwolfsgefahr war weitgehend eingedämmt, aber noch nichts aus der Welt. Es war noch stockdunkel, und wären Pferd und Hund nicht diese seltsamen Aktivitätszeiten von ihr gewohnt gewesen, hätten sie sicher deutlich unwilliger reagiert. So aber tappste Lasco erst träge heran, als sie ihn leise rief und an ihr Bein klopfte, und nahm dann das Knirschen ihrer Lederkleidung wahr, witterte den für Menschen längst verblassten Geruch von Wild und stellte freudig die Ohren auf. Nach Wochen des braven Aufpassens auf Haus und Hof trabte er dem Pferd hinterher und leckte sich immer wieder die Schnauze - bei diesen Jagden fiel immer etwas für seine behilflichen Dienste ab.
"Irgendwann muß ich Adrian und Rico mal mitnehmen", dachte sie etwas schwärmerisch, doch just im Moment wollte sie auch allein sein. So allein, wie man es mit zwei tierischen Begleitern eben sein konnte.
Sie passierte die südlichen Bauernhöfe vor der Stadt und ließ den Wald auf sich wirken, ihr Blick geschärft in der recht mondhellen Nacht, das Pferd ihrer Führung vertrauend, sie hatte es auch nicht eilig.
Leise "Es war ein Hut im Scherwutforst" summend legte sie es die erste Zeit nicht mal darauf an, auf nächtlich aufgeschreckte Beute zu stoßen. Die Bäume waren gutteils bereits kahl, schon nach Schnee riechender kalter Nieselregen hing ganz fein in der Luft, doch es wirkte auf sie gerade belebend. Das Laub raschelte mal an unzugänglichen Stellen unter den Hufen, mal gab der weiche Waldboden leise schmatzende Geräusche von sich, selbst im Sattel spürte sie, wie die Huftritte von Steinmähne abgefedert wurden.
Und vieles bereits so vertraut: da die kleine Lichtung mit den Waldkräutern, hier die leichte Anhöhe, auf die sie vor Jahren immer wieder hochgallopiert war, um mit ihrem Silberschwert treffsicher auf eine Strohpuppe einzuschlagen... sie genoß das Gefühl, daß diese Wälder ihr zum Teil in Fleisch und Blut übergegangen waren.
Und so spürte sie plötzlich auch, daß etwas dieses Refugium verletzte und nicht hierher gehörte.
Sie zügelte Steinmähne. Der mittelgroße Hund mit dem leicht drahtigen grau-bräunlichem Fell schnüffelte sich schräg vor die Reiterin, die Rute hoch aufgestellt, dann legte er die Ohren an und wollte sich auf irgendeine Fährte setzen. "Lasco. Bei Fuß." Der strenge knappe Ton hielt ihn zurück, auch wenn der Befehl fast nebensächlich scharf gesprochen war - sie hatte gerade nur einen fast hüfthohen schwarzen Schatten gesehen und etwas stellte ihr die Nackenhaare auf, gab ihr die Gewißheit, daß der Hund verloren wäre, ließe sie ihn da reinrennen.
Er knurrte. Sie konnte ihn nur zu gut verstehen, er gab ihrem eigenen Gefühl Ausdruck. Argwöhnisch blickte sie durch die Nacht, und da schälte sich aus der Deckung einiger Sträucher auch schon der Schatten, den sie zuvor fast für eine Sinnestäuschung hätte halten können.
Ein Panther. Ein viel zu großer Panther, die Bewegungen zu gezielt, zu bewusst, um viel von tierischem Instinkt zu verraten. Fast schien das Wesen auch keinerlei Hehl daraus zu machen, mit welcher Feindseligkeit es die Reiterin und welcher Abschätzigkeit der Hund an ihrer Seite gemustert wurde.
Waffe ziehen, sofort angreifen? Darna war klar, daß das hier kein Tier war und keine zufällige Entsprechung der Erscheinungsart des Brudermörders, so als hätte man ihr einen der Werwölfe für einen normalen zu verkaufen versucht. Doch wie groß mochte die Gefahr sein, die diese Kreatur darstellte?
"LASCO! Zurück!" - schärfer diesmal, denn als der Panther den Hund anfauchte, die Zähne bleckte, ihn regelrecht provozierte, war der Rüde kaum zu halten, und trotzdem reichte noch ihre Stimme, um ihn mit zorngesträubtem Fell und laut kläffend bei sich zu behalten.
Es reichte bereits. Sie schulterte mit einem Ruck den Bogen, der ohnehin fast mehr Zier als Jagdinstrument war und griff an die linke Hüfte, zog wie aus einem unsichtbaren Waffengurt die Klinge, glänzend legte sich der Griff in die Hand, strahlte silbriges Licht in die Nacht.
"Verzieh dich", grollte sie dem Panther zu, dessen Schweif provozierend gelassen peitschte, "Das hier ist nicht dein Revier." Das Glänzen verblieb, legte sich über den Handschuh, wanderte den Arm hinauf und hinterließ statt nachgiebigem Leder reines, leicht von innen leuchtendes silbrig-weißes Metall. Der schwarze Tierkörper vor ihnen spannte sich an, das sonst so gemütsstarke Pferd tänzelte nun doch einige Schritt zurück und musste durch energischen Schenkeldruck wieder unter Kontrolle gebracht werden, ehe die Luft aufriß und Blitze niederfuhren, fünf, sechs, ein Dutzend...
Als knistere eine Sekunde lang ihre ganze Haut, glaubte sie zu spüren, wie das schützend Metall die magische Energie zu einem Gutteil aufsog und ins Innere der Platte leitete, von der Haut der Trägerin weg. Es schmerzte dennoch, und ein sanfteres Leuchten erfüllte die Rüstung von innen, als zwischen zwei Wellen von Blitzen bereits ebenso Linderung über den Körper glitt.
Bewusstes Denken und Beten war hier fehl am Platze - nichts als Vertrauen in Temoras Macht hütete und schützte sie. Doch um sie alleine ging es nicht... schon während dieser wenigen Sekunden zuvor ein scheinbar allgegenwärtiges Heulen und Aufknurren, Fauchen, das erschrockene Davonstieben von kleinem Getier, das weit genug weg war, dieses unnatürliche Gewitter zu überleben.
"Ich muß ihm helfen!", raste ihr durch den Sinn, als grau-braunes Fell zu einem Knäuel mit einem für den Hund schier übermächtigem schwarzen Untier geriet. Ein kurzer aber entschlossener Druck in die Flanken, Steinmähne setzte zwei abrupte Galoppsprünge vor und die Vorderhufe näherten sich dem Fellknäuel, sie riß das Pferd seitlich und hieb mit der Klinge nach allem, was ihr da schwärzer als die Nacht schien.
Die silbrige Klinge fraß sich durch Fell und Haut, dann ein weiterer Hieb.
Ein Jaulen, sie konnte nicht ausmachen, ob Hund oder Panther. Steinmähne stand und tänzelte zurück, sie wollte zu einer erneuten Attacke ansetzen, doch da schoß das schwarze Vieh schräg vor ihr vorbei und suchte offenbar zu flüchten - sie setzte ihm nach, trieb das Pferd an, ließ die Klinge nochmal herunterfahren, als sie die Raubkatze zu überholen meinte...
hatte sie getroffen? Oder war das Mistvieh in einem seitlichen Haken ausgebrochen? Sie führte Steinmähne in einem engen Kreis, als lenke sie sich selbst und hielt nach der Schwärze Ausschau. Nichts. Drei weitere Galoppsätze zurück - nichts.
"Verschwende keine Zeit. Lasco..." Die Miene gefroren unter dem adlerkopfförmigen Helm trieb sie das Pferd zurück, ihren Hund rufend.
"Lasco? Lasco! Hierher!" Ein Pfiff, doch alles blieb still, wie in Schrecken gelähmt, viel zu still. Wenig später erstreckte sich der Radius des sie umgebenden Lichtscheines auf einen grau-braunen leblosen Leib am Boden, und sein Name hallte ein erneutes Mal klagender durch die Nacht...
~~~
Leah und Cyrion brauchten erst eine Weile, zu begreifen, was der besorgte Ruf Domenys' und die heller werdende Nacht vor den Fenstern zu bedeuten hatten. Als Cyrion aus der Tür trat, sah er Darna noch in ihrer Rüstung neben ihrem Pferd stehen, über den Sattel hing der von Blut und Blitzverbrennungen verunstaltete Körper des Wachhundes, sie hatte den linken Arm vor ihm vor den Sattel gestützt und der Kopf verharrte gebeugt in Trauer.
"Nicht einmal den Hund gönnen sie einem... Dieses Mistvieh... Ich hätte sofort die Waffe und dieser Dreckskatze das Fell über die Ohren ziehen sollen. Ich zöger einfach jedes Mal.. zu lange" und ähnlich müde, bittere Worte waren zu hören.
Besorgt beobachtete Cyrion sie, als sie den Körper des Hundes wie ein totes Kind auf die Arme bettete und mit ihm davon trottete - er folgte ihr, in der Nacht war die leuchtende Gestalt das blanke Gegenteil von Unauffälligkeit, bis sie etwas abseits vom Spielplatz zwischen Bäumen und etwas Farn eine Stelle wählte, eine Melodie summend, von der kehlig unterbrochen nur zwei Strophen in Worte gefasst wurden:
"...
Die Hunde liegen auch nicht fern,
sie halten Wacht bei ihrem Herrn.
Sein Falke kreiset auf dem Plan -
kein Vogel wagt, sich ihm zu nah'n.
kein Vogel wagt, sich ihm zu nah'n.
...
Sie grub sein Grab im Morgenrot,
am Abend war sie selber tot.
Herrin Temora, allen gib
ein solchen Hund, solch Falk, solch Lieb.
ein solchen Hund, solch Falk, solch Lieb."
(# Strophen aus der "Rabenballade", trad.)
Nach dem Reibeisen an ihrem Nervenkostüm, das die letzten Tage für sie immer wieder dargestellt hatten, hatte es schon spät in der Nacht nur ein Ausritt und eine nette Rebhuhnjagd im Morgengrauen werden sollen, den Wald genießen, ein ruhiges gehorsames Pferd unter sich, einen treuen Hund neben sich... als Ritter entspannt die Seele baumeln lassen und auf Wildjagd gehen.
Gut, es war etwas... naja, heikel, wenn man es kritisch betrachten wollte: Die Werwolfsgefahr war weitgehend eingedämmt, aber noch nichts aus der Welt. Es war noch stockdunkel, und wären Pferd und Hund nicht diese seltsamen Aktivitätszeiten von ihr gewohnt gewesen, hätten sie sicher deutlich unwilliger reagiert. So aber tappste Lasco erst träge heran, als sie ihn leise rief und an ihr Bein klopfte, und nahm dann das Knirschen ihrer Lederkleidung wahr, witterte den für Menschen längst verblassten Geruch von Wild und stellte freudig die Ohren auf. Nach Wochen des braven Aufpassens auf Haus und Hof trabte er dem Pferd hinterher und leckte sich immer wieder die Schnauze - bei diesen Jagden fiel immer etwas für seine behilflichen Dienste ab.
"Irgendwann muß ich Adrian und Rico mal mitnehmen", dachte sie etwas schwärmerisch, doch just im Moment wollte sie auch allein sein. So allein, wie man es mit zwei tierischen Begleitern eben sein konnte.
Sie passierte die südlichen Bauernhöfe vor der Stadt und ließ den Wald auf sich wirken, ihr Blick geschärft in der recht mondhellen Nacht, das Pferd ihrer Führung vertrauend, sie hatte es auch nicht eilig.
Leise "Es war ein Hut im Scherwutforst" summend legte sie es die erste Zeit nicht mal darauf an, auf nächtlich aufgeschreckte Beute zu stoßen. Die Bäume waren gutteils bereits kahl, schon nach Schnee riechender kalter Nieselregen hing ganz fein in der Luft, doch es wirkte auf sie gerade belebend. Das Laub raschelte mal an unzugänglichen Stellen unter den Hufen, mal gab der weiche Waldboden leise schmatzende Geräusche von sich, selbst im Sattel spürte sie, wie die Huftritte von Steinmähne abgefedert wurden.
Und vieles bereits so vertraut: da die kleine Lichtung mit den Waldkräutern, hier die leichte Anhöhe, auf die sie vor Jahren immer wieder hochgallopiert war, um mit ihrem Silberschwert treffsicher auf eine Strohpuppe einzuschlagen... sie genoß das Gefühl, daß diese Wälder ihr zum Teil in Fleisch und Blut übergegangen waren.
Und so spürte sie plötzlich auch, daß etwas dieses Refugium verletzte und nicht hierher gehörte.
Sie zügelte Steinmähne. Der mittelgroße Hund mit dem leicht drahtigen grau-bräunlichem Fell schnüffelte sich schräg vor die Reiterin, die Rute hoch aufgestellt, dann legte er die Ohren an und wollte sich auf irgendeine Fährte setzen. "Lasco. Bei Fuß." Der strenge knappe Ton hielt ihn zurück, auch wenn der Befehl fast nebensächlich scharf gesprochen war - sie hatte gerade nur einen fast hüfthohen schwarzen Schatten gesehen und etwas stellte ihr die Nackenhaare auf, gab ihr die Gewißheit, daß der Hund verloren wäre, ließe sie ihn da reinrennen.
Er knurrte. Sie konnte ihn nur zu gut verstehen, er gab ihrem eigenen Gefühl Ausdruck. Argwöhnisch blickte sie durch die Nacht, und da schälte sich aus der Deckung einiger Sträucher auch schon der Schatten, den sie zuvor fast für eine Sinnestäuschung hätte halten können.
Ein Panther. Ein viel zu großer Panther, die Bewegungen zu gezielt, zu bewusst, um viel von tierischem Instinkt zu verraten. Fast schien das Wesen auch keinerlei Hehl daraus zu machen, mit welcher Feindseligkeit es die Reiterin und welcher Abschätzigkeit der Hund an ihrer Seite gemustert wurde.
Waffe ziehen, sofort angreifen? Darna war klar, daß das hier kein Tier war und keine zufällige Entsprechung der Erscheinungsart des Brudermörders, so als hätte man ihr einen der Werwölfe für einen normalen zu verkaufen versucht. Doch wie groß mochte die Gefahr sein, die diese Kreatur darstellte?
"LASCO! Zurück!" - schärfer diesmal, denn als der Panther den Hund anfauchte, die Zähne bleckte, ihn regelrecht provozierte, war der Rüde kaum zu halten, und trotzdem reichte noch ihre Stimme, um ihn mit zorngesträubtem Fell und laut kläffend bei sich zu behalten.
Es reichte bereits. Sie schulterte mit einem Ruck den Bogen, der ohnehin fast mehr Zier als Jagdinstrument war und griff an die linke Hüfte, zog wie aus einem unsichtbaren Waffengurt die Klinge, glänzend legte sich der Griff in die Hand, strahlte silbriges Licht in die Nacht.
"Verzieh dich", grollte sie dem Panther zu, dessen Schweif provozierend gelassen peitschte, "Das hier ist nicht dein Revier." Das Glänzen verblieb, legte sich über den Handschuh, wanderte den Arm hinauf und hinterließ statt nachgiebigem Leder reines, leicht von innen leuchtendes silbrig-weißes Metall. Der schwarze Tierkörper vor ihnen spannte sich an, das sonst so gemütsstarke Pferd tänzelte nun doch einige Schritt zurück und musste durch energischen Schenkeldruck wieder unter Kontrolle gebracht werden, ehe die Luft aufriß und Blitze niederfuhren, fünf, sechs, ein Dutzend...
Als knistere eine Sekunde lang ihre ganze Haut, glaubte sie zu spüren, wie das schützend Metall die magische Energie zu einem Gutteil aufsog und ins Innere der Platte leitete, von der Haut der Trägerin weg. Es schmerzte dennoch, und ein sanfteres Leuchten erfüllte die Rüstung von innen, als zwischen zwei Wellen von Blitzen bereits ebenso Linderung über den Körper glitt.
Bewusstes Denken und Beten war hier fehl am Platze - nichts als Vertrauen in Temoras Macht hütete und schützte sie. Doch um sie alleine ging es nicht... schon während dieser wenigen Sekunden zuvor ein scheinbar allgegenwärtiges Heulen und Aufknurren, Fauchen, das erschrockene Davonstieben von kleinem Getier, das weit genug weg war, dieses unnatürliche Gewitter zu überleben.
"Ich muß ihm helfen!", raste ihr durch den Sinn, als grau-braunes Fell zu einem Knäuel mit einem für den Hund schier übermächtigem schwarzen Untier geriet. Ein kurzer aber entschlossener Druck in die Flanken, Steinmähne setzte zwei abrupte Galoppsprünge vor und die Vorderhufe näherten sich dem Fellknäuel, sie riß das Pferd seitlich und hieb mit der Klinge nach allem, was ihr da schwärzer als die Nacht schien.
Die silbrige Klinge fraß sich durch Fell und Haut, dann ein weiterer Hieb.
Ein Jaulen, sie konnte nicht ausmachen, ob Hund oder Panther. Steinmähne stand und tänzelte zurück, sie wollte zu einer erneuten Attacke ansetzen, doch da schoß das schwarze Vieh schräg vor ihr vorbei und suchte offenbar zu flüchten - sie setzte ihm nach, trieb das Pferd an, ließ die Klinge nochmal herunterfahren, als sie die Raubkatze zu überholen meinte...
hatte sie getroffen? Oder war das Mistvieh in einem seitlichen Haken ausgebrochen? Sie führte Steinmähne in einem engen Kreis, als lenke sie sich selbst und hielt nach der Schwärze Ausschau. Nichts. Drei weitere Galoppsätze zurück - nichts.
"Verschwende keine Zeit. Lasco..." Die Miene gefroren unter dem adlerkopfförmigen Helm trieb sie das Pferd zurück, ihren Hund rufend.
"Lasco? Lasco! Hierher!" Ein Pfiff, doch alles blieb still, wie in Schrecken gelähmt, viel zu still. Wenig später erstreckte sich der Radius des sie umgebenden Lichtscheines auf einen grau-braunen leblosen Leib am Boden, und sein Name hallte ein erneutes Mal klagender durch die Nacht...
~~~
Leah und Cyrion brauchten erst eine Weile, zu begreifen, was der besorgte Ruf Domenys' und die heller werdende Nacht vor den Fenstern zu bedeuten hatten. Als Cyrion aus der Tür trat, sah er Darna noch in ihrer Rüstung neben ihrem Pferd stehen, über den Sattel hing der von Blut und Blitzverbrennungen verunstaltete Körper des Wachhundes, sie hatte den linken Arm vor ihm vor den Sattel gestützt und der Kopf verharrte gebeugt in Trauer.
"Nicht einmal den Hund gönnen sie einem... Dieses Mistvieh... Ich hätte sofort die Waffe und dieser Dreckskatze das Fell über die Ohren ziehen sollen. Ich zöger einfach jedes Mal.. zu lange" und ähnlich müde, bittere Worte waren zu hören.
Besorgt beobachtete Cyrion sie, als sie den Körper des Hundes wie ein totes Kind auf die Arme bettete und mit ihm davon trottete - er folgte ihr, in der Nacht war die leuchtende Gestalt das blanke Gegenteil von Unauffälligkeit, bis sie etwas abseits vom Spielplatz zwischen Bäumen und etwas Farn eine Stelle wählte, eine Melodie summend, von der kehlig unterbrochen nur zwei Strophen in Worte gefasst wurden:
"...
Die Hunde liegen auch nicht fern,
sie halten Wacht bei ihrem Herrn.
Sein Falke kreiset auf dem Plan -
kein Vogel wagt, sich ihm zu nah'n.
kein Vogel wagt, sich ihm zu nah'n.
...
Sie grub sein Grab im Morgenrot,
am Abend war sie selber tot.
Herrin Temora, allen gib
ein solchen Hund, solch Falk, solch Lieb.
ein solchen Hund, solch Falk, solch Lieb."
(# Strophen aus der "Rabenballade", trad.)
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Samstag 15. November 2008, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.
- Shai'naira
- Beiträge: 148
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Sie lag auf den Fellen in ihrer Höhle und überdachte das eben Erlebte. Der Tag fing gut an. Zuerst der Unterricht, welcher für sie sehr interessant war, dann der Ausflug nach Lameriast, der Einkauf und die Blamage auf diesem Hof der Menschenfrau... noch immer verzog sie leicht das Gesicht, als sie daran dachte. Das, was die Menschen eine Sprache nannten, war doch nur grausam hintereinander gereihte Töne... und sie sollte diese Laute mal eben lernen und wurde auch noch gescholten, so sie sich nicht ausdrücken konnte. Ein leises Schnauben war zu hören, dessen Echo an den Höhlenwänden widerhallte und der Ausdruck auf dem jungen Gesicht der Lethra, welche die Jahre der Kindheit nur mehr als knapp hinter sich gelassen, das Alter einer Frau jedoch noch nicht erreicht hatte, nahm so etwas wie Abscheu an.
Dennoch... der Tag war sehr angenehm weiter gegangen. Sie war zusammen mit Lys'Xaera in den Turm der Lethyren gegangen. Eigentlich hatte sie vorgehabt, sich weiter mit der Herstellung von Tränken zu beschäftigen, sich darin zu üben, doch es war anders verlaufen als geplant. Lys war in die oberen Etagen verschwunden und als sie wieder zu ihr kam war sie.. ja... wie eigentlich? Die Gedanken des Mädchens rasten, als sie versuchte, diese zu ordnen. Verwirrt... dies war noch eine sehr harmlose Bezeichnung für das, was sie in den Augen und in dem Verhalten ihrer Mentorin sah. Besessen? Wahnsinnig? Diese Beschreibungen paßten schon eher und der Körper der jungen Lethry hatte sich angespannt, bereit zum Reagieren.
Doch nach einiger Zeit schien sich der Zustand von Lys zu beruhigen, sie konnte wieder klare Worte formulieren und sie begann zu erzählen. Eine spannende Geschichte, Shai hatte wie gebannt da gestanden und zugehört. Eine Geschichte, welche in ihrem Volk geschehen war, eine Geschichte... die kurzerhand unterbrochen wurde, ohne daß sie sie vollständig hören konnte. Der Erhabene Mory'tael kam hinzu und störte die Runde, verhinderte, daß sie Wissen erlangte. Dies war schon schlimm genug und führte dazu, daß das Mädchen recht ungehalten war. Doch die Art und Weise, wie er mit ihr und Lys umging... sie selbst war es gewohnt. Sie war ein Nichts, das Letzte und das Unterste in dieser Gesellschaft, doch so extrem war sie lange nicht mehr behandelt worden. Er tat so, als wäre er der einzige, der Denken konnte, der Einzige, welcher Bescheid wußte. Der Einzige, welcher das Recht hatte zu urteilen. Doch dies war er nicht, dies wußte sie. Erneut merkte sie, wie die Wut in ihr aufstieg, als sie darüber nachdachte.
Er hatte einige Zeit bei ihnen verweilt, ehe er Lys zum Unterricht nach oben zitiert hatte. Kaum waren sie verschwunden, hatte sie die Gunst dieser grausamen Stunde genutzt. Schnell war der Alchemietisch aufgeräumt und sauber gemacht, die Reagenzien wieder in den Truhen verstaut.
Zum ersten und zum hoffentlich letzten Mal stahl sie sich wie ein Dieb aus dem Turm. Auf leisen Sohlen schlich sie dem Ausgang zu in der Hoffnung nicht gesehen und aufgehalten zu werden. Erst als sie in ihrer Höhle ankam, atmete sie erleichtert auf. Sie hatte es geschafft... sie war ihm für diesen Tag entkommen.
Dennoch... der Tag war sehr angenehm weiter gegangen. Sie war zusammen mit Lys'Xaera in den Turm der Lethyren gegangen. Eigentlich hatte sie vorgehabt, sich weiter mit der Herstellung von Tränken zu beschäftigen, sich darin zu üben, doch es war anders verlaufen als geplant. Lys war in die oberen Etagen verschwunden und als sie wieder zu ihr kam war sie.. ja... wie eigentlich? Die Gedanken des Mädchens rasten, als sie versuchte, diese zu ordnen. Verwirrt... dies war noch eine sehr harmlose Bezeichnung für das, was sie in den Augen und in dem Verhalten ihrer Mentorin sah. Besessen? Wahnsinnig? Diese Beschreibungen paßten schon eher und der Körper der jungen Lethry hatte sich angespannt, bereit zum Reagieren.
Doch nach einiger Zeit schien sich der Zustand von Lys zu beruhigen, sie konnte wieder klare Worte formulieren und sie begann zu erzählen. Eine spannende Geschichte, Shai hatte wie gebannt da gestanden und zugehört. Eine Geschichte, welche in ihrem Volk geschehen war, eine Geschichte... die kurzerhand unterbrochen wurde, ohne daß sie sie vollständig hören konnte. Der Erhabene Mory'tael kam hinzu und störte die Runde, verhinderte, daß sie Wissen erlangte. Dies war schon schlimm genug und führte dazu, daß das Mädchen recht ungehalten war. Doch die Art und Weise, wie er mit ihr und Lys umging... sie selbst war es gewohnt. Sie war ein Nichts, das Letzte und das Unterste in dieser Gesellschaft, doch so extrem war sie lange nicht mehr behandelt worden. Er tat so, als wäre er der einzige, der Denken konnte, der Einzige, welcher Bescheid wußte. Der Einzige, welcher das Recht hatte zu urteilen. Doch dies war er nicht, dies wußte sie. Erneut merkte sie, wie die Wut in ihr aufstieg, als sie darüber nachdachte.
Er hatte einige Zeit bei ihnen verweilt, ehe er Lys zum Unterricht nach oben zitiert hatte. Kaum waren sie verschwunden, hatte sie die Gunst dieser grausamen Stunde genutzt. Schnell war der Alchemietisch aufgeräumt und sauber gemacht, die Reagenzien wieder in den Truhen verstaut.
Zum ersten und zum hoffentlich letzten Mal stahl sie sich wie ein Dieb aus dem Turm. Auf leisen Sohlen schlich sie dem Ausgang zu in der Hoffnung nicht gesehen und aufgehalten zu werden. Erst als sie in ihrer Höhle ankam, atmete sie erleichtert auf. Sie hatte es geschafft... sie war ihm für diesen Tag entkommen.
- Mory'tael
- Beiträge: 24
- Registriert: Sonntag 6. September 2015, 14:17
Des Vater gegebene Ordnung. Dies war alles was zählte und dies war alles was es zu erhalten gab. Das Nest der Kinder Alatars befand sich an einem Wendepunkt. Uneinigkeit und Machtgier machten sich im Nest breit. Ungehorsam und das Nutzen sinnfreier Gefühle waren die Folgen. Der alternde Lethyr merkte wie diese neue Lebensart am vom Vater gegebenen Weg zerrte. Im Nest begann man zu vergessen das man stärke nur durch Ordnung halten konnte. Man vergaß dass, das dunkle Volk auf List und Intriegen angewiesen war um das Ziel des Vaters zu erreichen. Streit untereinander würde das Ende des edelsten aller Völker bedeuten und den Weg des Vaters um vieles erschweren.
Die alten Werte mussten geschützt werden und die Führungsriege der Letharen musste jene mit allen Mitteln erhalten. Einen Weg gab es jenes Ziel zu erreichen. Lys eine durchaus fähige Schülerin der dunklen Künste des Vaters war auf Macht aus. Ihr Durst nach Macht würde sich als nützlich erweisen oder gar als Gefahr, doch wer möge dies voraussagen. Sie wollte nach oben in der Hirachie und sie vermochte ihre Macht den anderen gegenüber gut zu zeigen. Vorzüglich trat sie die unteren Ränge und beugte ihr Haupt demütig zu den oberen.
Diese sollte es sein die nun die alten Lehren der Letharen in ihr dunkles Herz gebrannt bekommen sollte, wie ihre Meister vor ihr. Alle unnützen Gefühle sollten weichen aus ihrem Geist und einzig die Suche nach Vaters Ziel ihr Antrieb. Erst wenn sie allen Gefühlen absagt wird sie die Vollkommenheit erlangen können und tun was notwendig ist. Sie wird seelischen Schmerz zu erleiden haben auf dem letzten ihrer Wege und wird sich wünschen zum niederen Gewürm zu gehören, fern ihrem Meister. Doch am Ende wird sie es zu verstehen wissen und Dankgebete für ihren Schöpfer sprechen. Sie wird es lernen und weitertragen.
Liebe, Vertrauen, Ehre und Mut sind des Feindes größte Schwäche.
Nutze diese und der Weg wird sich uns ebenen.
Neige lächelnd dein Haupt bis deine Beute unachtsam wird.
Schmeichel deinem Feind bis damit er übermütig wird.
Täusche deinen Feind mit Schwäche damit er sich an anderen Fronten verstärkt.
Der Feind stirbt am besten wenn er seine Arme in Freundschaft ausbreitet.
Jene Lehre würde die erste sein Auf ihrem langen Weg zur hohen Lethry. Schon bald würde ihr zorniger Blick dem Meister gegenüber sich in einen neutralen nichtssagenden Gesichtsausdruck wandeln. Einzig dem Weg des Vaters ergeben und seine gegebene Ordnung akzeptierend. Gefühle sind wie Steine auf des Einen Weg.
Die alten Werte mussten geschützt werden und die Führungsriege der Letharen musste jene mit allen Mitteln erhalten. Einen Weg gab es jenes Ziel zu erreichen. Lys eine durchaus fähige Schülerin der dunklen Künste des Vaters war auf Macht aus. Ihr Durst nach Macht würde sich als nützlich erweisen oder gar als Gefahr, doch wer möge dies voraussagen. Sie wollte nach oben in der Hirachie und sie vermochte ihre Macht den anderen gegenüber gut zu zeigen. Vorzüglich trat sie die unteren Ränge und beugte ihr Haupt demütig zu den oberen.
Diese sollte es sein die nun die alten Lehren der Letharen in ihr dunkles Herz gebrannt bekommen sollte, wie ihre Meister vor ihr. Alle unnützen Gefühle sollten weichen aus ihrem Geist und einzig die Suche nach Vaters Ziel ihr Antrieb. Erst wenn sie allen Gefühlen absagt wird sie die Vollkommenheit erlangen können und tun was notwendig ist. Sie wird seelischen Schmerz zu erleiden haben auf dem letzten ihrer Wege und wird sich wünschen zum niederen Gewürm zu gehören, fern ihrem Meister. Doch am Ende wird sie es zu verstehen wissen und Dankgebete für ihren Schöpfer sprechen. Sie wird es lernen und weitertragen.
Liebe, Vertrauen, Ehre und Mut sind des Feindes größte Schwäche.
Nutze diese und der Weg wird sich uns ebenen.
Neige lächelnd dein Haupt bis deine Beute unachtsam wird.
Schmeichel deinem Feind bis damit er übermütig wird.
Täusche deinen Feind mit Schwäche damit er sich an anderen Fronten verstärkt.
Der Feind stirbt am besten wenn er seine Arme in Freundschaft ausbreitet.
Jene Lehre würde die erste sein Auf ihrem langen Weg zur hohen Lethry. Schon bald würde ihr zorniger Blick dem Meister gegenüber sich in einen neutralen nichtssagenden Gesichtsausdruck wandeln. Einzig dem Weg des Vaters ergeben und seine gegebene Ordnung akzeptierend. Gefühle sind wie Steine auf des Einen Weg.
Zuletzt geändert von Mory'tael am Montag 17. November 2008, 11:29, insgesamt 2-mal geändert.