Das Spiel mit dem Feuer – Du gehörst zu mir
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Tarja Lycron
Das Spiel mit dem Feuer – Du gehörst zu mir
Der Kopf neigte sich leicht zur rechten Seite. Nur in den seltensten Fällen hatte sie bisher die obere Etage der Taverne in Rahal aufgesucht. Sie verstand auch nicht ganz, was so dringend war, dass sie hierher kommen sollte. Aber das Schreiben ihres Ordensbruders Liam klang dringend, also begab sie sich zu jenem Ort.
Es war still in der Taverne, zumindest in den oberen Räumlichkeiten. Sie hatte sich nach einer kurzen Begrüßung nach oben geschlichen und wartete. Wartete auf ihn um zu sehen, was passiert war oder was passieren sollte. Wie lange sie letztendlich gewartet hatte wusste sie selbst nicht mehr. Und dennoch spürte sie die drohende Nähe Liams, der sich letztendlich hinter ihr eingefunden hatte. „Seinen Segen, Cecile..“ hörte sie die ihr bekannte Stimme, worauf sie jenen Gruß recht schlicht entgegnete.
Rasch ließ er sich ihr gegenüber auf den Stuhl fallen. Es trennten sie nur wenige Zentimeter, allzu breit war die Tischfläche nicht, womöglich war es sogar unmöglich dort zu Zweit zu speisen, ein romantisches Treffen konnte sie also wahrlich ausschließen. Sie zog sich die Maske von den Lippen und ihre eisblauen Augen huschten über seine Züge. Seine grauen Augen sahen sie forschend an und keine Sekunde lang nahm er den Blick von ihr. Sie war nicht gewillt, das Schweigen zu brechen.
Nachdem der Wirt die beiden Weingläser auf den Tisch gestellt hatte und sie ihre Lippen mit der roten Flüssigkeit benetzte fing er an zu sprechen. Es drehte sich, wie zu erwarten, um die Schüler, um das, was man mit ihnen planen könnte. Irgendetwas musste geschehen und sie sprachen und sprachen. Doch irgendetwas war heute anders als sonst. Er sah sie weiterhin an, sie kannte ihn und sie fürchtete, dass er sonst etwas plante. Was genau das war, würde sie schon noch herausfinden.
Stunden saßen sie nun schon hier und jedes Mal, wenn sie gehen wollte hielt er sie zurück. Dabei wollte sie nach Hause, sie hatte Lucan weder gesagt noch spüren lassen, wo sie hin ging. Sie wusste, er konnte sehr schnell misstrauisch werden und wenn er sie hier sah, wie sie in aller Ruhe bei einem Glas Wein mit Darian saß war vermutlich alles zu spät. „Ich werde nun gehen, Darian!“ - Er sah sie an. „Du wirst gar nichts, Tarja.“ entgegnete er, als wäre dies ein Versprechen. Sie drehte sich auf dem kleinen Stuhl wieder zu ihm herum und sah ihn an. „Versuche nicht, mich zu reizen, Darian.“ Er wusste, wenn es sein musste würde sie alles daran setzen um zu gehen. Aber was, wenn er auch alles daran setzen würde, dass sie blieb? „Ich möchte deine Anwesenheit noch ein wenig genießen, schenk mir noch ein paar Minuten, Tarja..“ Sie seufzte. Was würden schon ein paar Minuten ausmachen? Sie blieb.
Die langen, blassen Finger kratzten mit den Fingerspitzen immer wieder kleine Kreise über die Tischplatte. Ein entsetzliches Geräusch in den Ohren, wenn sie zu fest aufdrückte. Das Weinglas neigte sich dem Ende zu und sie wollte sich erneut erheben, als der Wirt erneut zwei Gläser vor beiden abstellten. „Du hast aber nicht zufällig vor, mich willenlos zu machen, Darian?“ Er grinste nur hämisch. „Als ob ich deinen Willen brechen könnte, Tarja.“ Kurz rückten ihre Mundwinkel empor. Es war wirklich nicht leicht, ihren Willen zu brechen. Darian konnte das bezeugen, er hatte lange genug an ihrer Seite verweilt bevor sie zum Orden gekommen waren. „Was meinst du sollten wir tun?“ kam er letztendlich auf das eigentliche Thema zurück. Sie zog die Schultern empor, im Moment war sie noch ratlos.
Nachdem weitere Minuten verstrichen waren und sie nun schon an die zwei Stunden mit Darian hier saß schob sie den Stuhl zurück. Sie war dabei sich zu erheben, als sie den Drang verspürte, sich doch wieder zu setzen. Sie wusste nicht, was mit ihr los war. Für einen Moment war ihr furchtbar schwindelig und ein Gefühl der Übelkeit beschlich sie. Dann war es wieder weg, als sie sich wieder auf ihrem Platz eingefunden hatte. Sie sah in die grauen Augen von Darian, diese unergründlichen Augen, die sie früher so sehr bewundert hatte. Aus seinen Augen konnte man genauso wenig lesen wie aus denen von Tarja. Sie blinzelte ein paar Mal, aber selbst, wenn sie die Augen geschlossen hatte sah sie diese Augen. Und sie hatte diese Augen schon vor ein paar Wochen in ihren Träumen gesehen. Was hatte das alles zu bedeuten?
- Sie spürte die warmen, weichen Lippen auf den ihren. Die Hand in ihrem Nacken und die wohltuende Wärme, die immer intensiver wurde, als sich Lucan dem Gebäude näherte. Zeitgleich auch die Angst und das Wissen, was geschehen würde, wenn er sie so hier saß. Aber dieses Gefühl konnte sie gerade nicht ordnen. Nicht im Moment. Die Verwirrung, die sich in ihr Gesicht schrieb war entsetzlich. Sie fühlte die Lippen auf ihren und auch, wenn sie sich hätte wehren wollen, sie konnte in diesem Moment nichts dagegen tun. Sie spürte keine einzelne Bewegung mehr in ihrem Körper. Sie bemerkte nicht einmal mehr, wie ihr Mann die Treppen hinauf kam und ihm die Züge entgleisten. Um sie herum war alles benebelt, als wäre sie in einer anderen Welt angelangt. In einer Welt fernab von hier.
Der Zorn, der in Lucan aufstieg, ja, ihn spürte sie. Sie waren verbunden durch den Schwur vor Alatar, seither empfand sie intensiver, was er spürte. Darians Finger hatten sich in ihre Hand und in ihren Nacken gebohrt. Der Schmerz selbst war nicht das, was sie störte. Aber sie konnte gar nicht entkommen, selbst wenn sie es wollte. Es war, als läge ein Fluch auf ihr, sie konnte sich einfach nicht mehr bewegen, nichts dagegen tun. Hinter sich hörte sie nur noch ein Rumpeln und sah den Tisch wie auch die Stühle an jenem leeren Tisch durch die Räumlichkeiten fliegen. Dann erst erblickte sie Lucan, als er Darian am Kragen erwischt hatte und von Tarja weg zog.
„Lass die Finger von meiner Frau...“ zischte er ihm entgegen und sah ihn mit den bedrohlichen grünen Augen an. Dann packte er Tarja am Handgelenk und zog sie mit sich ohne ein weiteres Wort. An den Treppen angekommen blickte sie nochmals zu Darian zurück als wäre sie noch immer in Trance, ehe sie die Taverne dank Lucans Hilfe wirklich verlassen sollte.
Zuhause sah er sie an und durchforschte ihre Sinne.
"Ist alles in Ordnung mit dir?" Sie nickte. Auch wenn sie selbst innerlich wusste, dass ab diesem Zeitpunkt in der Taverne nichts mehr in Ordnung war.
Es war still in der Taverne, zumindest in den oberen Räumlichkeiten. Sie hatte sich nach einer kurzen Begrüßung nach oben geschlichen und wartete. Wartete auf ihn um zu sehen, was passiert war oder was passieren sollte. Wie lange sie letztendlich gewartet hatte wusste sie selbst nicht mehr. Und dennoch spürte sie die drohende Nähe Liams, der sich letztendlich hinter ihr eingefunden hatte. „Seinen Segen, Cecile..“ hörte sie die ihr bekannte Stimme, worauf sie jenen Gruß recht schlicht entgegnete.
Rasch ließ er sich ihr gegenüber auf den Stuhl fallen. Es trennten sie nur wenige Zentimeter, allzu breit war die Tischfläche nicht, womöglich war es sogar unmöglich dort zu Zweit zu speisen, ein romantisches Treffen konnte sie also wahrlich ausschließen. Sie zog sich die Maske von den Lippen und ihre eisblauen Augen huschten über seine Züge. Seine grauen Augen sahen sie forschend an und keine Sekunde lang nahm er den Blick von ihr. Sie war nicht gewillt, das Schweigen zu brechen.
Nachdem der Wirt die beiden Weingläser auf den Tisch gestellt hatte und sie ihre Lippen mit der roten Flüssigkeit benetzte fing er an zu sprechen. Es drehte sich, wie zu erwarten, um die Schüler, um das, was man mit ihnen planen könnte. Irgendetwas musste geschehen und sie sprachen und sprachen. Doch irgendetwas war heute anders als sonst. Er sah sie weiterhin an, sie kannte ihn und sie fürchtete, dass er sonst etwas plante. Was genau das war, würde sie schon noch herausfinden.
Stunden saßen sie nun schon hier und jedes Mal, wenn sie gehen wollte hielt er sie zurück. Dabei wollte sie nach Hause, sie hatte Lucan weder gesagt noch spüren lassen, wo sie hin ging. Sie wusste, er konnte sehr schnell misstrauisch werden und wenn er sie hier sah, wie sie in aller Ruhe bei einem Glas Wein mit Darian saß war vermutlich alles zu spät. „Ich werde nun gehen, Darian!“ - Er sah sie an. „Du wirst gar nichts, Tarja.“ entgegnete er, als wäre dies ein Versprechen. Sie drehte sich auf dem kleinen Stuhl wieder zu ihm herum und sah ihn an. „Versuche nicht, mich zu reizen, Darian.“ Er wusste, wenn es sein musste würde sie alles daran setzen um zu gehen. Aber was, wenn er auch alles daran setzen würde, dass sie blieb? „Ich möchte deine Anwesenheit noch ein wenig genießen, schenk mir noch ein paar Minuten, Tarja..“ Sie seufzte. Was würden schon ein paar Minuten ausmachen? Sie blieb.
Die langen, blassen Finger kratzten mit den Fingerspitzen immer wieder kleine Kreise über die Tischplatte. Ein entsetzliches Geräusch in den Ohren, wenn sie zu fest aufdrückte. Das Weinglas neigte sich dem Ende zu und sie wollte sich erneut erheben, als der Wirt erneut zwei Gläser vor beiden abstellten. „Du hast aber nicht zufällig vor, mich willenlos zu machen, Darian?“ Er grinste nur hämisch. „Als ob ich deinen Willen brechen könnte, Tarja.“ Kurz rückten ihre Mundwinkel empor. Es war wirklich nicht leicht, ihren Willen zu brechen. Darian konnte das bezeugen, er hatte lange genug an ihrer Seite verweilt bevor sie zum Orden gekommen waren. „Was meinst du sollten wir tun?“ kam er letztendlich auf das eigentliche Thema zurück. Sie zog die Schultern empor, im Moment war sie noch ratlos.
Nachdem weitere Minuten verstrichen waren und sie nun schon an die zwei Stunden mit Darian hier saß schob sie den Stuhl zurück. Sie war dabei sich zu erheben, als sie den Drang verspürte, sich doch wieder zu setzen. Sie wusste nicht, was mit ihr los war. Für einen Moment war ihr furchtbar schwindelig und ein Gefühl der Übelkeit beschlich sie. Dann war es wieder weg, als sie sich wieder auf ihrem Platz eingefunden hatte. Sie sah in die grauen Augen von Darian, diese unergründlichen Augen, die sie früher so sehr bewundert hatte. Aus seinen Augen konnte man genauso wenig lesen wie aus denen von Tarja. Sie blinzelte ein paar Mal, aber selbst, wenn sie die Augen geschlossen hatte sah sie diese Augen. Und sie hatte diese Augen schon vor ein paar Wochen in ihren Träumen gesehen. Was hatte das alles zu bedeuten?
- Sie spürte die warmen, weichen Lippen auf den ihren. Die Hand in ihrem Nacken und die wohltuende Wärme, die immer intensiver wurde, als sich Lucan dem Gebäude näherte. Zeitgleich auch die Angst und das Wissen, was geschehen würde, wenn er sie so hier saß. Aber dieses Gefühl konnte sie gerade nicht ordnen. Nicht im Moment. Die Verwirrung, die sich in ihr Gesicht schrieb war entsetzlich. Sie fühlte die Lippen auf ihren und auch, wenn sie sich hätte wehren wollen, sie konnte in diesem Moment nichts dagegen tun. Sie spürte keine einzelne Bewegung mehr in ihrem Körper. Sie bemerkte nicht einmal mehr, wie ihr Mann die Treppen hinauf kam und ihm die Züge entgleisten. Um sie herum war alles benebelt, als wäre sie in einer anderen Welt angelangt. In einer Welt fernab von hier.
Der Zorn, der in Lucan aufstieg, ja, ihn spürte sie. Sie waren verbunden durch den Schwur vor Alatar, seither empfand sie intensiver, was er spürte. Darians Finger hatten sich in ihre Hand und in ihren Nacken gebohrt. Der Schmerz selbst war nicht das, was sie störte. Aber sie konnte gar nicht entkommen, selbst wenn sie es wollte. Es war, als läge ein Fluch auf ihr, sie konnte sich einfach nicht mehr bewegen, nichts dagegen tun. Hinter sich hörte sie nur noch ein Rumpeln und sah den Tisch wie auch die Stühle an jenem leeren Tisch durch die Räumlichkeiten fliegen. Dann erst erblickte sie Lucan, als er Darian am Kragen erwischt hatte und von Tarja weg zog.
„Lass die Finger von meiner Frau...“ zischte er ihm entgegen und sah ihn mit den bedrohlichen grünen Augen an. Dann packte er Tarja am Handgelenk und zog sie mit sich ohne ein weiteres Wort. An den Treppen angekommen blickte sie nochmals zu Darian zurück als wäre sie noch immer in Trance, ehe sie die Taverne dank Lucans Hilfe wirklich verlassen sollte.
Zuhause sah er sie an und durchforschte ihre Sinne.
"Ist alles in Ordnung mit dir?" Sie nickte. Auch wenn sie selbst innerlich wusste, dass ab diesem Zeitpunkt in der Taverne nichts mehr in Ordnung war.
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Darian von Seranyth
Es brannte wie ein Feuer in ihm, lies ihn nicht zur Ruhe kommen. Die ständigen Gedanken an sie an etwas das IHM gehört hatte.. und eigentlich gehören sollte! Sie hatten ihren Weg damals gemeinsam begonnen, doch mit dem eintritt in den Orden, hatte sich alles verändert. Eigentlich dachte er, wäre er darüber hinweg gewesen, sie endlich aus seinen Gedanken, seinem Leben vertrieben. Doch die Zeit hatte ihn eingeholt, er konnte nicht länger davon laufen – und sie nicht länger vor ihm... er würde sich seinen Besitz zurück holen, so viel stand fest...
Eine ganze Weile stand er da und beobachtete sie, ehe er sich besann und näher trat. Das graue Augenpaar wich keinen deut von ihr ab und er hielt sie förmlich mit seinen Blicken gefangen. Wieder und wieder glitten sie ihre Gesichtszüge entlang. Erst als der Wirt ihnen die Weingläser auf den Tisch stellte, wurde er aus den Gedanken gerissen und versuchte ein Thema anzuschlagen um von seiner kurzzeitigen, geistigen Abwesenheit abzulenken.
Eigentlich ein belangloses Thema, das ihn genauso wenig interessierte wie alles andere zu diesem Zeitpunkt.
Er beteiligte sich eher halbherzig, lauschte viel lieber ihren Worten auch wenn er sie nicht wirklich wahr nahm. Es war schon ein Zwang sich überhaupt auf etwas zu konzentrieren.
Ab und an zeichneten sich nachdenklich furchen auf seiner Stirn ab, während er nachdachte. Sie war ein sturer Kopf und nicht so leicht zu beeinflussen, das war ihm bewusst. Schließlich kannte er sie lange genug. Sollte er sie versuchen sie zu überreden? Oder sie gar dazu zwingen?
Beides war eine Möglichkeit und beides beherrschte er sowohl die Wahl der richtigen Worte als auch die Macht um sie unter umständen gefügig zu machen.
Ein kurzes Kopfschütteln.
Nein, das würde nicht funktionieren, nicht bei ihr.
„Ich werde nun gehen, Darian.“
Er blinzelte. Was wollte sie? Nein, so leicht würde er sie nicht davon kommen lassen...
Weitere Stunden vergingen, in denen er sie immer wieder dazu drängte zu bleiben, ihm weiter Gesellschaft zu leisten. Die Nacht war bereits voran geschritten, der Wirt hatte einen vernichtenden Blick geerntet, als er unterschwellig Anstalten machte sie hinaus zu bitten und hatte sich seither nicht mehr sehen lassen.
Je mehr Zeit verging, desto unruhiger wurde er. Nicht aus Nervosität oder Angst, sondern eher vor Ungeduld.
Er konnte nicht mehr warten, für Geduld war er noch nie bekannt gewesen...
Die Hitze die durch seinen Körper stieg war für ihn deutlich zu spüren, als ihre Lippen aufeinander trafen. Es beflügelte ihn regelrecht bis...
„Lass die Finger von meiner Frau!“
Er spürte die Hand an seinem Kragen und wie er grob zurückgezogen wurde.
Sein Kopf ruckte herum, die Augen wurden zusammen gekniffen und ein stechender Blick traf auf Lucan.
Er rang mit seiner Beherrschung, ihn nicht einfach in der Luft zu zerreißen. Doch noch ehe er sich dazu entschließen konnte, zog Lucan sie schon mit sich.
Nahm ihm SEINEN Besitz.
Ein leises, verzweifeltes, irres kichern drang aus seiner Kehle. Das würde er ihm büßen.
Einer der Stühle flog krachen gegen die Wand, ehe er hinaus stürmte.
So einfach ließ er sich nicht davon abhalten. Es würde sich sicherlich noch die ein oder andere Möglichkeit ergeben seinem Ziel näher zu kommen.
Daran würde auch ER nichts ändern können.
Eine ganze Weile stand er da und beobachtete sie, ehe er sich besann und näher trat. Das graue Augenpaar wich keinen deut von ihr ab und er hielt sie förmlich mit seinen Blicken gefangen. Wieder und wieder glitten sie ihre Gesichtszüge entlang. Erst als der Wirt ihnen die Weingläser auf den Tisch stellte, wurde er aus den Gedanken gerissen und versuchte ein Thema anzuschlagen um von seiner kurzzeitigen, geistigen Abwesenheit abzulenken.
Eigentlich ein belangloses Thema, das ihn genauso wenig interessierte wie alles andere zu diesem Zeitpunkt.
Er beteiligte sich eher halbherzig, lauschte viel lieber ihren Worten auch wenn er sie nicht wirklich wahr nahm. Es war schon ein Zwang sich überhaupt auf etwas zu konzentrieren.
Ab und an zeichneten sich nachdenklich furchen auf seiner Stirn ab, während er nachdachte. Sie war ein sturer Kopf und nicht so leicht zu beeinflussen, das war ihm bewusst. Schließlich kannte er sie lange genug. Sollte er sie versuchen sie zu überreden? Oder sie gar dazu zwingen?
Beides war eine Möglichkeit und beides beherrschte er sowohl die Wahl der richtigen Worte als auch die Macht um sie unter umständen gefügig zu machen.
Ein kurzes Kopfschütteln.
Nein, das würde nicht funktionieren, nicht bei ihr.
„Ich werde nun gehen, Darian.“
Er blinzelte. Was wollte sie? Nein, so leicht würde er sie nicht davon kommen lassen...
Weitere Stunden vergingen, in denen er sie immer wieder dazu drängte zu bleiben, ihm weiter Gesellschaft zu leisten. Die Nacht war bereits voran geschritten, der Wirt hatte einen vernichtenden Blick geerntet, als er unterschwellig Anstalten machte sie hinaus zu bitten und hatte sich seither nicht mehr sehen lassen.
Je mehr Zeit verging, desto unruhiger wurde er. Nicht aus Nervosität oder Angst, sondern eher vor Ungeduld.
Er konnte nicht mehr warten, für Geduld war er noch nie bekannt gewesen...
Die Hitze die durch seinen Körper stieg war für ihn deutlich zu spüren, als ihre Lippen aufeinander trafen. Es beflügelte ihn regelrecht bis...
„Lass die Finger von meiner Frau!“
Er spürte die Hand an seinem Kragen und wie er grob zurückgezogen wurde.
Sein Kopf ruckte herum, die Augen wurden zusammen gekniffen und ein stechender Blick traf auf Lucan.
Er rang mit seiner Beherrschung, ihn nicht einfach in der Luft zu zerreißen. Doch noch ehe er sich dazu entschließen konnte, zog Lucan sie schon mit sich.
Nahm ihm SEINEN Besitz.
Ein leises, verzweifeltes, irres kichern drang aus seiner Kehle. Das würde er ihm büßen.
Einer der Stühle flog krachen gegen die Wand, ehe er hinaus stürmte.
So einfach ließ er sich nicht davon abhalten. Es würde sich sicherlich noch die ein oder andere Möglichkeit ergeben seinem Ziel näher zu kommen.
Daran würde auch ER nichts ändern können.
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Tarja Lycron
Sie spürte förmlich, was sie beide empfanden.
Sie spürte diesen Wahnsinn, diese Eigenart von Darian, wie er sich an Tarja heran schlich und versuchte sie an sich zu reißen. Und dann war da diese Wut von Lucan. Tausend Gefühlseinbrüche, die sie zu Boden trieben und ihr die Nerven raubten. Sie fühlte sich fast, als wäre sie mit einem Fluch belegt.
Nach dem Zusammentreffen mit dem Zwergen und den Verletzungen, die sie davon trug war ihr klar, dass sie in der nächsten Zeit vorsichtig sein musste. Ihr Geist war schwach. Viel zu leicht war sie zu beeinflussen, viel zu schwach war sie selbst und viel zu unachtsam ging sie mit ihren Mächten um. Sie hatte zwei Möglichkeiten. Entweder zog sie sich zurück und ließ alles über sich ergehen oder sie ging in die Offensive und änderte den Zustand, der sie schwächte.
Es war merkwürdig, dass sie Darian in der letzten Zeit immer öfters über den Weg lief. Egal wo sie war, auch er schien dort zu sein. Auch, wenn er es wie einen Zufall aussehen ließ glaubte sie nicht mehr daran, dass das alles nur aus einem Zufall heraus entstehen sollte. Ihre Sinne waren vernebelt, immer dann, wenn sie in seiner Nähe war. Sie versuchte die Klänge um sich herum aufzuspüren, aber sie konnte nichts ausmachen. Keine Veränderung, nichts. War es eine Illusion? Eine Halluzination? Mit diesem Zweig der Magie hatte sie sich noch nie beschäftigt. Vernebelte er ihre Sinne? Durch eine Täuschung? Schweigend ging sie von ihm fort, bis sie dann nach einer Weile irgendwie wieder vor ihm stand. Suchte sie insgeheim seine Nähe? Langsam fing sie selbst an zu glauben, dass sie selbst es war, die ihn verfolgte und nicht er es war, der sie verfolgte. Und dennoch spürte sie die Ungeduld, die ihn überkam.
Nachdem Lucan sie aus der Taverne geholt hatte, nachdem er die ganze Nacht lang wartete legte sie sich zu hause hin.Er sah sie an, sein Blick war kaum zu deuten. War es Sorge? War es Angst? Oder war es der blanke Hass und die Wut, die ihn trieb? Sie tat sich so schwer, ihn in diesem Moment einzuschätzen. Hatte sie Angst, dass er irgendetwas tun könnte, was er unterlassen sollte? Aber was sollte das schon sein. Lucan war alt genug um selbst zu entscheiden, was er tat. Seine Hand glitt durch ihre weiße Haarpracht, die sich um ihren schmalen Körper gelegt hatten. Es tat gut, seine Nähe zu spüren und doch schwang im Hintergrund etwas mit, was nicht hier in dieses Zimmer gehörte. Und wieder fing sie an, die Klänge zu sortieren. Sie würde es schon aufspüren.
Jenes Vorhaben, die Klänge zu durchforschen wurde unterbrochen. Unterbrochen von der Müdigkeit, die sie überkam. Langsam senkten sich ihre Lider hinab und sie schlief seelenruhig ein. Für den Moment war alles um sie herum vergessen und sie konnte einfach nur schlafen. Es war der Moment, in dem sich Lucan auch aus dem Zimmer stahl um seine finsteren Pläne zu schmieden.
Sie rannte. Versuchte vom Fleck zu kommen.
Aber war es ihr möglich?
Sie sah sich selbst, wie sie verzweifelt versuchte, voran zu kommen. Aber sie bewegte sich trotz des Spurtes keinen Meter. Der Atem stach in ihrer Lunge und alles krampfte sich zusammen. Sie hatte keinerlei Möglichkeiten zu entkommen oder sich gar zu verstecken. Warum musste sie das tun? Sich verstecken? Irgendetwas hetzte in der Dunkelheit hinter ihr her, aber sie wusste nicht, was es war. Erlag sie ihren Ängsten?
Schweißgebadet öffnete sie ihre Augen wieder.
Sie wusste nicht, was die nächste Zeit bringen würde.
Sie wusste gerade gar nichts.
Wie sollte sie auch etwas ändern können? Sie konnte die Zeit weder vor- noch zurückdrehen. Was brauchte sie nun? Ruhe? Schlaf? Konzentration? Auch das wusste sie nicht. Im Grunde wusste sie wirklich gar nichts mehr. Sie musste etwas suchen, worin sie Ablenkung fand. Bücher? Magie? Sie hörte das leise Flüstern in ihrem Ohr.
"Du gehörst zu mir!"
Sie spürte diesen Wahnsinn, diese Eigenart von Darian, wie er sich an Tarja heran schlich und versuchte sie an sich zu reißen. Und dann war da diese Wut von Lucan. Tausend Gefühlseinbrüche, die sie zu Boden trieben und ihr die Nerven raubten. Sie fühlte sich fast, als wäre sie mit einem Fluch belegt.
Nach dem Zusammentreffen mit dem Zwergen und den Verletzungen, die sie davon trug war ihr klar, dass sie in der nächsten Zeit vorsichtig sein musste. Ihr Geist war schwach. Viel zu leicht war sie zu beeinflussen, viel zu schwach war sie selbst und viel zu unachtsam ging sie mit ihren Mächten um. Sie hatte zwei Möglichkeiten. Entweder zog sie sich zurück und ließ alles über sich ergehen oder sie ging in die Offensive und änderte den Zustand, der sie schwächte.
Es war merkwürdig, dass sie Darian in der letzten Zeit immer öfters über den Weg lief. Egal wo sie war, auch er schien dort zu sein. Auch, wenn er es wie einen Zufall aussehen ließ glaubte sie nicht mehr daran, dass das alles nur aus einem Zufall heraus entstehen sollte. Ihre Sinne waren vernebelt, immer dann, wenn sie in seiner Nähe war. Sie versuchte die Klänge um sich herum aufzuspüren, aber sie konnte nichts ausmachen. Keine Veränderung, nichts. War es eine Illusion? Eine Halluzination? Mit diesem Zweig der Magie hatte sie sich noch nie beschäftigt. Vernebelte er ihre Sinne? Durch eine Täuschung? Schweigend ging sie von ihm fort, bis sie dann nach einer Weile irgendwie wieder vor ihm stand. Suchte sie insgeheim seine Nähe? Langsam fing sie selbst an zu glauben, dass sie selbst es war, die ihn verfolgte und nicht er es war, der sie verfolgte. Und dennoch spürte sie die Ungeduld, die ihn überkam.
Nachdem Lucan sie aus der Taverne geholt hatte, nachdem er die ganze Nacht lang wartete legte sie sich zu hause hin.Er sah sie an, sein Blick war kaum zu deuten. War es Sorge? War es Angst? Oder war es der blanke Hass und die Wut, die ihn trieb? Sie tat sich so schwer, ihn in diesem Moment einzuschätzen. Hatte sie Angst, dass er irgendetwas tun könnte, was er unterlassen sollte? Aber was sollte das schon sein. Lucan war alt genug um selbst zu entscheiden, was er tat. Seine Hand glitt durch ihre weiße Haarpracht, die sich um ihren schmalen Körper gelegt hatten. Es tat gut, seine Nähe zu spüren und doch schwang im Hintergrund etwas mit, was nicht hier in dieses Zimmer gehörte. Und wieder fing sie an, die Klänge zu sortieren. Sie würde es schon aufspüren.
Jenes Vorhaben, die Klänge zu durchforschen wurde unterbrochen. Unterbrochen von der Müdigkeit, die sie überkam. Langsam senkten sich ihre Lider hinab und sie schlief seelenruhig ein. Für den Moment war alles um sie herum vergessen und sie konnte einfach nur schlafen. Es war der Moment, in dem sich Lucan auch aus dem Zimmer stahl um seine finsteren Pläne zu schmieden.
Sie rannte. Versuchte vom Fleck zu kommen.
Aber war es ihr möglich?
Sie sah sich selbst, wie sie verzweifelt versuchte, voran zu kommen. Aber sie bewegte sich trotz des Spurtes keinen Meter. Der Atem stach in ihrer Lunge und alles krampfte sich zusammen. Sie hatte keinerlei Möglichkeiten zu entkommen oder sich gar zu verstecken. Warum musste sie das tun? Sich verstecken? Irgendetwas hetzte in der Dunkelheit hinter ihr her, aber sie wusste nicht, was es war. Erlag sie ihren Ängsten?
Schweißgebadet öffnete sie ihre Augen wieder.
Sie wusste nicht, was die nächste Zeit bringen würde.
Sie wusste gerade gar nichts.
Wie sollte sie auch etwas ändern können? Sie konnte die Zeit weder vor- noch zurückdrehen. Was brauchte sie nun? Ruhe? Schlaf? Konzentration? Auch das wusste sie nicht. Im Grunde wusste sie wirklich gar nichts mehr. Sie musste etwas suchen, worin sie Ablenkung fand. Bücher? Magie? Sie hörte das leise Flüstern in ihrem Ohr.
"Du gehörst zu mir!"
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Lucan Linari
Seine Finger glitten durch ihre weisse Haarpracht. Nur wenige Stunden sind vergangen, dass er sie aus der Taverne ins die eigene vier Wände tragen musste. Mit starren glanzlosen Augen verharrte er auf ihren Zügen. Nur zu gern hätte er den Leib in alle Winde verstreut, welcher versuchte sich Tarja zu bemächtigen. Bei der letzten Konfrontation, endete sein Gegenüber als Fraß der Flammen, welche langsam aber sicher alles von ihm verschlangen. Hätte er es doch genau so getan, hätte er sie doch nur sofort gerächt, hätte er die Gunst der Stunde genutzt. Doch hielt die Sorge um ihr wohlergehen seine Hand zurück – sie musste erst in Sicherheit gebracht werden.
Das dunkle Licht der Kerzen ließen die Schatten auf ihrem Gesicht tanzen. Lucan, der da saß wie in Paralyse, neigte nun leicht seinen Kopf, als er glaubte Silhouetten in den Schatten zu erkennen. Silhouetten, die sich zersetzten und immer wieder zusammenfügten, welche ihn an den ältesten aller Kreisläufe erinnerte.
Er zog noch die Decke weiter hinauf über ihren Körper und stricht ihr mit seiner rechten Hand über ihre Wange, während sie tief im Schlaf versunken war. Er erhob sich und verließ das Zimmer, doch schon im Flure des Kellergewölbes machte er halt, wie ein orientierungsloses Kind, bevor sich sein Kopf zur Seite drehte, zu dem großen Käfig - den Käfig, in dem eine gefährliche Kreatur wachte.
Vor seinem Inneren Auge kamen immer wieder die Bilder von der letzten Nacht. Ein Magus, der die Kontrolle verlor – seine Frau hilflos daliegend. Sie viel Kraft und doch so zerbrechlich. Er hätte besser auf die Acht geben sollen.
Den Hass den sein Herz durch seinen ganzen Körper pumpt treibt seinen Geist voran – immer mehr verstricken sich die Gedanken in jenes Bild. Seine Finger ballen sich zu Fäusten, bei denen das Weiss der Knöchel sichtlich hervortrat – das Beben war kaum noch zu leugnen, doch so schnell es gekommen war, war es auch schon wieder verschwunden, als hätte er die Kraft im Keim erstickt oder nur tief in sich vergraben. Er griff nach dem alten Holzeimer, in dem das zerfetzt Fleisch in seinem eigenen Blut schwamm und öffnete die Käfigtüren.
Die gelben Augen funkelten ihm entgegen und er griff mit einem Male in den Eimer. Das Blut durchdrang den Stoff seiner Robe, als er ihm ein Stück davon zum Fraß vorwarf. Das elegante Tier mit dem dunklen Fell machte einen Satz nach vorn und fiel über das Fleisch her.
Es sollte kein Stück mehr von ihm übrig bleiben - bis auf sein Kopf.
Er blickte herab zu seiner Hand, welche vom Blutes nur so triefte, jene führt er zu seinem Mund und leckt sich genüsslich die Finger ab. Seine Augen bekamen wieder diesen Glanz, den man so sehr vermisste.
„Hunger, kleiner Freund? - Ich auch. Lass uns ein Festmahl bereiten!“
Das dunkle Licht der Kerzen ließen die Schatten auf ihrem Gesicht tanzen. Lucan, der da saß wie in Paralyse, neigte nun leicht seinen Kopf, als er glaubte Silhouetten in den Schatten zu erkennen. Silhouetten, die sich zersetzten und immer wieder zusammenfügten, welche ihn an den ältesten aller Kreisläufe erinnerte.
Er zog noch die Decke weiter hinauf über ihren Körper und stricht ihr mit seiner rechten Hand über ihre Wange, während sie tief im Schlaf versunken war. Er erhob sich und verließ das Zimmer, doch schon im Flure des Kellergewölbes machte er halt, wie ein orientierungsloses Kind, bevor sich sein Kopf zur Seite drehte, zu dem großen Käfig - den Käfig, in dem eine gefährliche Kreatur wachte.
Vor seinem Inneren Auge kamen immer wieder die Bilder von der letzten Nacht. Ein Magus, der die Kontrolle verlor – seine Frau hilflos daliegend. Sie viel Kraft und doch so zerbrechlich. Er hätte besser auf die Acht geben sollen.
Den Hass den sein Herz durch seinen ganzen Körper pumpt treibt seinen Geist voran – immer mehr verstricken sich die Gedanken in jenes Bild. Seine Finger ballen sich zu Fäusten, bei denen das Weiss der Knöchel sichtlich hervortrat – das Beben war kaum noch zu leugnen, doch so schnell es gekommen war, war es auch schon wieder verschwunden, als hätte er die Kraft im Keim erstickt oder nur tief in sich vergraben. Er griff nach dem alten Holzeimer, in dem das zerfetzt Fleisch in seinem eigenen Blut schwamm und öffnete die Käfigtüren.
Die gelben Augen funkelten ihm entgegen und er griff mit einem Male in den Eimer. Das Blut durchdrang den Stoff seiner Robe, als er ihm ein Stück davon zum Fraß vorwarf. Das elegante Tier mit dem dunklen Fell machte einen Satz nach vorn und fiel über das Fleisch her.
Es sollte kein Stück mehr von ihm übrig bleiben - bis auf sein Kopf.
Er blickte herab zu seiner Hand, welche vom Blutes nur so triefte, jene führt er zu seinem Mund und leckt sich genüsslich die Finger ab. Seine Augen bekamen wieder diesen Glanz, den man so sehr vermisste.
„Hunger, kleiner Freund? - Ich auch. Lass uns ein Festmahl bereiten!“
-
Tarja Lycron
Vielleicht hätte sie umdrehen sollen?
Weg von diesem Ort, an dem all das nun begonnen hatte?
Wie konnte sie sich selbst nur dazu hinreißen lassen auch nur einen Augenblick daran zu denken, sie könne in der Taverne in Ruhe speisen?
Natürlich hätte sie wissen müssen, dass irgendwer auftauchen würde. Und vermutlich hatte sie selbst auch damit gerechnet, dass Darian ihr Gesellschaft leisten würde. Allem Anschein nach schien er doch zur Zeit grundsätzlich zu wissen, wo sie sich befand.
Nachdem sie sich an den Tisch gesetzt hatte und das Weinglas Einhalt auf ihrem Tisch fand besah sie es sich eine ganze Weile. Abgesehen von dem roten Schimmer, der ihr ein wohliges Gefühl übermittelte konnte sie in dem Weinglas nichts weiteres ausmachen.
Wenige Sekunden später ging die Türe auf und der schwarz gekleidete Kerl trat in die Taverne ein. Sie musste nicht lange überlegen, wen sie dort vor sich hatte. Noch bevor er seine Stimme erhob wusste sie, wer das sein musste: Darian.
Schweigend setzte er sich zu ihr und betrachtete sie ausgiebig. Auch sie begann, ihn anzublicken. Sie kannte diesen Menschen nicht mehr. Scheinbar war er nach ihrem Fortgang zu etwas ganz anderem geworden. Wo war der Mensch hin, den sie einst kannte? Vom Wahnsinn durchzogen, so sah er vor ihr.
[img]http://img171.imageshack.us/img171/2567/01fb3.jpg[/img]
Angst.
War es das richtige Wort?
Hatte sie wirklich Angst vor ihm? Oder hatte sie Angst vor sich selbst, vor dem, was kommen würde? Konnte man es wirklich als Angst bezeichnen? Sein Verhalten war merkwürdig und sie hasste es, wenn sie einen Menschen nicht durchschauen konnte. Sie wollte sich nicht auf weitere Gespräche einlassen, doch was blieb ihr weiter übrig? Hatte ihm der Vorfall zuvor nicht gereicht? Warum suchte er weiterhin immer wieder den Weg zu ihr? Ihre Nähe?
Es gab eintausend andere Frauen, warum gerade sie?
[img]http://img509.imageshack.us/img509/3224/02wu4.jpg[/img]
Die Antwort war einleuchtend. Aber wollte sie das hören? Was stand ihm zu? Sie?
Tarja wusste genau, dass er sie damit meinte.
Schweigend hob sie ihre Hand und neigte ihr Haupt zum Deut gen des Fingers, an dem sich der goldene Ring befand. Schweigend blickte er zu ihr, dann schlich sich der Blick hinab zu ihrer Hand, zu dem Ring. Teilweise rechnete sie schon damit, dass er ihr den Finger mitsamt dem Ring abhacken würde. Aber er blieb ruhig. Zu ruhig.
[img]http://img512.imageshack.us/img512/4643/03pq0.jpg[/img]
Es war ein Spiel. Katz und Maus, der Verlierer würde erliegen.
Tarja war sich nicht sicher, ob sie gehen sollte oder nicht. Sie selbst liebte die Gefahr, das Verbotene viel zu sehr, als das sie sich beherrschen könnte und Vernunft walten ließ.
Sie wusste genau, was passieren konnte, wenn Lucan erneut mitbekommen würde, dass Darian ihr wieder einmal Gesellschaft leistete. Aber sie konnte nicht. Sie blieb auf ihrem Stuhl sitzen, als würde sie förmlich daran kleben. Sie hatte keinerlei Ahnung, was er ihr mit seinen Worten unterstellen sollte. Sie wollte nicht gehen? Sie konnte nicht. Aus irgend einem unerklärlichen Grund konnte sie sich nicht von ihm fernhalten. Und das sollte nun alles ihre Schuld sein?
[img]http://img206.imageshack.us/img206/6872/04co5.jpg[/img]
Aufs Spiel setzen.
Was, bei Alatar, sollte sie bitte aufs Spiel setzen?
Sie hatte ihn nicht geküsst, er hatte sie geküsst. Sie hatte versucht sich loszureißen, er hatte sie festgehalten. Lucan und sie hatten schon einiges durchgestanden, also, was sollte sie aufs Spiel setzen? Das Einzige, was ihr spontan einfiel war sein Leben. Das Leben von Darian.
[img]http://img377.imageshack.us/img377/8032/05fy6.jpg[/img]
Aber er war es selbst, der alles aufs Spiel setzte. Nicht sie.
Es war nicht ihr Leben, es war seines. Sie setzte sein Leben nicht aufs Spiel, das tat er ganz alleine. Den Schuh würde sie sich niemals anziehen. Nie im Leben. Für einen Moment senkte sie ihren Blick, bis zu jenem Zeitpunkt, als die Tür ein erneutes Mal aufging und ein weiterer Arkorither die Taverne betrat. Sie wusste ganz genau wer vor ihr stand. Und sie ahnte Böses...
[img]http://img353.imageshack.us/img353/2289/06zc8.jpg[/img]
Schon jetzt hatte sie eine Vorahnung, was passieren konnte und schon jetzt war ihr klar, dass sie dagegen wirken musste. Sie sah Lucan auf den Tisch zugehen und in aller Ruhe setzte er sich neben sie. Was war los mit ihm? Er war die Ruhe in Person und das, obwohl er doch genau wusste, was hier los war. Kurzzeitig war sie überrascht und doch, bevor irgend ein Unmut zwischen den Beiden aufkommen würde, weiterer Unmut, musste sie sich schnell etwas einfallen lassen. Sehr schnell.
[img]http://img509.imageshack.us/img509/1527/unbenannt06nu2.jpg[/img]
Nach den provozierenden Worten von Darian sah sie nur noch eine Lösung – Flucht. Sie hatte nicht große Lust, dass die Situation abermals aus allen Fugen geraten sollte. Zumal sie dieses Mal nicht alleine waren. „Ich denke es ist besser für alle Beteiligten, wenn wir dieses nette Zusammensitzen auflösen...“ Ihre Worte waren leise, die Blicke deutlich. Es schien so als ob beide Herren kein großes Interesse daran hatten, diese verfluchte Szenerie zu beenden. Waren denn alle so gottverdammt verbohrt? Langsam wurde sie wütend, nicht über Darian, nicht über Lucan – sondern über beide zu gleichem Maße.
[img]http://img381.imageshack.us/img381/3056/unbenannt09ez8.jpg[/img]
Worüber sie sprachen, wollte Lucan wissen. Tarja hatte keinen Nerv mehr. Sie war kurz davor, beide in der Luft zu zerfetzen. Innerlich kochte sie. Immer wieder kamen Menschen in die Taverne und immer wieder gingen welche. Gänzlich alleine waren sie jedoch nie. „Wir sprachen nur über den Verlust von etwas das im Grunde mir gehört“. Sie hätte am liebsten die Augen verdreht. Sollten sich beide doch an die Gurgel gehen, das war ihr nun gänzlich egal. Und nun war auch der Zeitpunkt für sie gekommen, an dem sie sich erhob und einfach ging. Sie wollte sich dieses Theater nicht weiter mit ansehen. Nicht hier, nicht jetzt. Nicht so.
Weg von diesem Ort, an dem all das nun begonnen hatte?
Wie konnte sie sich selbst nur dazu hinreißen lassen auch nur einen Augenblick daran zu denken, sie könne in der Taverne in Ruhe speisen?
Natürlich hätte sie wissen müssen, dass irgendwer auftauchen würde. Und vermutlich hatte sie selbst auch damit gerechnet, dass Darian ihr Gesellschaft leisten würde. Allem Anschein nach schien er doch zur Zeit grundsätzlich zu wissen, wo sie sich befand.
Nachdem sie sich an den Tisch gesetzt hatte und das Weinglas Einhalt auf ihrem Tisch fand besah sie es sich eine ganze Weile. Abgesehen von dem roten Schimmer, der ihr ein wohliges Gefühl übermittelte konnte sie in dem Weinglas nichts weiteres ausmachen.
Wenige Sekunden später ging die Türe auf und der schwarz gekleidete Kerl trat in die Taverne ein. Sie musste nicht lange überlegen, wen sie dort vor sich hatte. Noch bevor er seine Stimme erhob wusste sie, wer das sein musste: Darian.
Schweigend setzte er sich zu ihr und betrachtete sie ausgiebig. Auch sie begann, ihn anzublicken. Sie kannte diesen Menschen nicht mehr. Scheinbar war er nach ihrem Fortgang zu etwas ganz anderem geworden. Wo war der Mensch hin, den sie einst kannte? Vom Wahnsinn durchzogen, so sah er vor ihr.
[img]http://img171.imageshack.us/img171/2567/01fb3.jpg[/img]
Angst.
War es das richtige Wort?
Hatte sie wirklich Angst vor ihm? Oder hatte sie Angst vor sich selbst, vor dem, was kommen würde? Konnte man es wirklich als Angst bezeichnen? Sein Verhalten war merkwürdig und sie hasste es, wenn sie einen Menschen nicht durchschauen konnte. Sie wollte sich nicht auf weitere Gespräche einlassen, doch was blieb ihr weiter übrig? Hatte ihm der Vorfall zuvor nicht gereicht? Warum suchte er weiterhin immer wieder den Weg zu ihr? Ihre Nähe?
Es gab eintausend andere Frauen, warum gerade sie?
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Die Antwort war einleuchtend. Aber wollte sie das hören? Was stand ihm zu? Sie?
Tarja wusste genau, dass er sie damit meinte.
Schweigend hob sie ihre Hand und neigte ihr Haupt zum Deut gen des Fingers, an dem sich der goldene Ring befand. Schweigend blickte er zu ihr, dann schlich sich der Blick hinab zu ihrer Hand, zu dem Ring. Teilweise rechnete sie schon damit, dass er ihr den Finger mitsamt dem Ring abhacken würde. Aber er blieb ruhig. Zu ruhig.
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Es war ein Spiel. Katz und Maus, der Verlierer würde erliegen.
Tarja war sich nicht sicher, ob sie gehen sollte oder nicht. Sie selbst liebte die Gefahr, das Verbotene viel zu sehr, als das sie sich beherrschen könnte und Vernunft walten ließ.
Sie wusste genau, was passieren konnte, wenn Lucan erneut mitbekommen würde, dass Darian ihr wieder einmal Gesellschaft leistete. Aber sie konnte nicht. Sie blieb auf ihrem Stuhl sitzen, als würde sie förmlich daran kleben. Sie hatte keinerlei Ahnung, was er ihr mit seinen Worten unterstellen sollte. Sie wollte nicht gehen? Sie konnte nicht. Aus irgend einem unerklärlichen Grund konnte sie sich nicht von ihm fernhalten. Und das sollte nun alles ihre Schuld sein?
[img]http://img206.imageshack.us/img206/6872/04co5.jpg[/img]
Aufs Spiel setzen.
Was, bei Alatar, sollte sie bitte aufs Spiel setzen?
Sie hatte ihn nicht geküsst, er hatte sie geküsst. Sie hatte versucht sich loszureißen, er hatte sie festgehalten. Lucan und sie hatten schon einiges durchgestanden, also, was sollte sie aufs Spiel setzen? Das Einzige, was ihr spontan einfiel war sein Leben. Das Leben von Darian.
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Aber er war es selbst, der alles aufs Spiel setzte. Nicht sie.
Es war nicht ihr Leben, es war seines. Sie setzte sein Leben nicht aufs Spiel, das tat er ganz alleine. Den Schuh würde sie sich niemals anziehen. Nie im Leben. Für einen Moment senkte sie ihren Blick, bis zu jenem Zeitpunkt, als die Tür ein erneutes Mal aufging und ein weiterer Arkorither die Taverne betrat. Sie wusste ganz genau wer vor ihr stand. Und sie ahnte Böses...
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Schon jetzt hatte sie eine Vorahnung, was passieren konnte und schon jetzt war ihr klar, dass sie dagegen wirken musste. Sie sah Lucan auf den Tisch zugehen und in aller Ruhe setzte er sich neben sie. Was war los mit ihm? Er war die Ruhe in Person und das, obwohl er doch genau wusste, was hier los war. Kurzzeitig war sie überrascht und doch, bevor irgend ein Unmut zwischen den Beiden aufkommen würde, weiterer Unmut, musste sie sich schnell etwas einfallen lassen. Sehr schnell.
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Nach den provozierenden Worten von Darian sah sie nur noch eine Lösung – Flucht. Sie hatte nicht große Lust, dass die Situation abermals aus allen Fugen geraten sollte. Zumal sie dieses Mal nicht alleine waren. „Ich denke es ist besser für alle Beteiligten, wenn wir dieses nette Zusammensitzen auflösen...“ Ihre Worte waren leise, die Blicke deutlich. Es schien so als ob beide Herren kein großes Interesse daran hatten, diese verfluchte Szenerie zu beenden. Waren denn alle so gottverdammt verbohrt? Langsam wurde sie wütend, nicht über Darian, nicht über Lucan – sondern über beide zu gleichem Maße.
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Worüber sie sprachen, wollte Lucan wissen. Tarja hatte keinen Nerv mehr. Sie war kurz davor, beide in der Luft zu zerfetzen. Innerlich kochte sie. Immer wieder kamen Menschen in die Taverne und immer wieder gingen welche. Gänzlich alleine waren sie jedoch nie. „Wir sprachen nur über den Verlust von etwas das im Grunde mir gehört“. Sie hätte am liebsten die Augen verdreht. Sollten sich beide doch an die Gurgel gehen, das war ihr nun gänzlich egal. Und nun war auch der Zeitpunkt für sie gekommen, an dem sie sich erhob und einfach ging. Sie wollte sich dieses Theater nicht weiter mit ansehen. Nicht hier, nicht jetzt. Nicht so.
-
Tarja Lycron
Der Geruch von verbranntem Fleisch ging ihr nicht aus der Nase. Was sich als harmloser Unterricht tarnte wurde bitterer Ernst. Magischer Kampf und die daraus resultierenden Folgen war das Thema. Und die Folgen waren gravierend.
Tarja wusste nicht, was sie denken sollte. Die ganze Zeit wusste sie nicht, ob sie eingreifen sollte oder nicht. Sie sah, wie Lucan und Darian sich innerhalb des Ringes halb zerfetzten. Zuvor hatte sie mit ihrem Gatten, Lucan, noch im Ring gestanden und den Schülern gezeigt, auf was es ankommen sollte. Nach einigen Übungskämpfen verließ sie den Ring und zog sich zu den Bänken zurück. Nachdem Kyrsal sich verkrampft hatte als sie hinter ihm stand machte sie sich einen Spaß daraus, beide Schüler, auch Jana, zu erschrecken. Ihr Feuerball war zwischen beiden durchgesaust ohne ihnen irgendetwas zu tun, den sie zuvor gewirkt hatte, um Lucans Eispfeil außer Gefecht zu setzen.
Und nun stand sie da. Am Fenster und blickte in die Nacht. Sie war ruhig. Zu ruhig. Es war nicht so, dass sie daran zu knabbern hatte. Aber letztenendes siegte immer der Stärkere und das war in diesem Fall Lucan gewesen. Der Geruch, dieser beissende Geruch von dem verbrannten Fleisch, er würde noch tagelang in ihrer Kleidung und in ihrem Haar hängen. Den Blick, den entsetzten Blick auf Darians totem Gesicht würde sie so schnell nicht mehr vergessen. Sie hatten um einen Einsatz gekämpft, der Gewinner sollte einen Preis bekommen. - Sie, Tarja.
Sie hörte die Stimmen um sich herum immer noch flüstern. Valterian und Kyrsal, wie sie Worte wechselten. Welche genau das waren hätte sie vermutlich nicht einmal mehr im Kopf, wenn sie laut genug gesprochen hatten. Jana, die sich ihre Kapuze während des Kampfes immer weiter ins Gesicht zog und auch Tarja selbst, die sich die Kapuze wieder aufsetzte. Sie wollte nicht mit ansehen, wie alles von statten ging und dennoch war es so ekelhaft, dass ihr Blick sich zurück schlich und sie wie gebannt da stand und zusah, wie sich die aus dem Boden ragenden Spitzen in den Körper von Darian bohrten. Das Blut fürbte den Sand in ein dunkles Rot. Schweigen. Jegliches Flüstern war verstummt und absolutes Stillschweigen lag in der Luft. Sie wusste, was die Schüler sich nun dachten. Sie wusste selbst noch was sie bei dem ersten Tod eines Schülers dachte. Aber sie würden sich alle genauso daran gewöhnen, wie sie es getan hatte.
Und nun lag Darian von Seranyth tot auf dem Boden. Ein weiterer Ordensbruder, der sein Leben lassen musste, weil er sich selbst übernommen hatte. Tarja hatte noch gesagt, dass er sich mit dem, was er vorhatte, übernehmen würde. Er konnte sie nicht haben. Sie wusste genau, dass Lucan sie mit Haut und Haaren verteidigen würde. Und so geschah es auch in diesen Abendstunden.
Was die Schüler daraus lernten?
Die Macht eines Arkorithers war nicht zu unterschätzen. Ein Fehler, ganz gleich in welcher Form konnte den Tod bedeuten.
Sie blickte auf den leblosen Körper hinab, nachdem sie Jana und Valterian in der rahaler Oberstadt aufgesammelt hatte. Sie hatten noch etwas zu erledigen. Ein Geschenk musste überbracht werden. Auch wenn sie es am liebsten nicht überbracht hätte. Finger wurden abgetrennt, Füße abgeschnitten und die Bauchdecke geöffnet, um die Innereien herauszunehmen. Die Finger und die Leber sowie eine Haarsträhne von dem weißen Haar Darians wurden in einen Beutel gelegt und dazu ein Zettelchen verfasst. "Der Schwächere verliert!" war darauf zu lesen. Wie Azucinnia damit umgehen würde war ihr egal. Es war nicht die Zeit an Rache zu denken, hatte das handeln der Ordensmitglieder nichts mit dem zu tun, was in Rahal geschah. Nicht umsonst stand der Orden über allem und wer sich innerhalb des Ordens übernahm musste mit den Konsequenzen rechnen.
Und für Darian war die Konsequenz der qualvolle Tod.
Tarja wusste nicht, was sie denken sollte. Die ganze Zeit wusste sie nicht, ob sie eingreifen sollte oder nicht. Sie sah, wie Lucan und Darian sich innerhalb des Ringes halb zerfetzten. Zuvor hatte sie mit ihrem Gatten, Lucan, noch im Ring gestanden und den Schülern gezeigt, auf was es ankommen sollte. Nach einigen Übungskämpfen verließ sie den Ring und zog sich zu den Bänken zurück. Nachdem Kyrsal sich verkrampft hatte als sie hinter ihm stand machte sie sich einen Spaß daraus, beide Schüler, auch Jana, zu erschrecken. Ihr Feuerball war zwischen beiden durchgesaust ohne ihnen irgendetwas zu tun, den sie zuvor gewirkt hatte, um Lucans Eispfeil außer Gefecht zu setzen.
Und nun stand sie da. Am Fenster und blickte in die Nacht. Sie war ruhig. Zu ruhig. Es war nicht so, dass sie daran zu knabbern hatte. Aber letztenendes siegte immer der Stärkere und das war in diesem Fall Lucan gewesen. Der Geruch, dieser beissende Geruch von dem verbrannten Fleisch, er würde noch tagelang in ihrer Kleidung und in ihrem Haar hängen. Den Blick, den entsetzten Blick auf Darians totem Gesicht würde sie so schnell nicht mehr vergessen. Sie hatten um einen Einsatz gekämpft, der Gewinner sollte einen Preis bekommen. - Sie, Tarja.
Sie hörte die Stimmen um sich herum immer noch flüstern. Valterian und Kyrsal, wie sie Worte wechselten. Welche genau das waren hätte sie vermutlich nicht einmal mehr im Kopf, wenn sie laut genug gesprochen hatten. Jana, die sich ihre Kapuze während des Kampfes immer weiter ins Gesicht zog und auch Tarja selbst, die sich die Kapuze wieder aufsetzte. Sie wollte nicht mit ansehen, wie alles von statten ging und dennoch war es so ekelhaft, dass ihr Blick sich zurück schlich und sie wie gebannt da stand und zusah, wie sich die aus dem Boden ragenden Spitzen in den Körper von Darian bohrten. Das Blut fürbte den Sand in ein dunkles Rot. Schweigen. Jegliches Flüstern war verstummt und absolutes Stillschweigen lag in der Luft. Sie wusste, was die Schüler sich nun dachten. Sie wusste selbst noch was sie bei dem ersten Tod eines Schülers dachte. Aber sie würden sich alle genauso daran gewöhnen, wie sie es getan hatte.
Und nun lag Darian von Seranyth tot auf dem Boden. Ein weiterer Ordensbruder, der sein Leben lassen musste, weil er sich selbst übernommen hatte. Tarja hatte noch gesagt, dass er sich mit dem, was er vorhatte, übernehmen würde. Er konnte sie nicht haben. Sie wusste genau, dass Lucan sie mit Haut und Haaren verteidigen würde. Und so geschah es auch in diesen Abendstunden.
Was die Schüler daraus lernten?
Die Macht eines Arkorithers war nicht zu unterschätzen. Ein Fehler, ganz gleich in welcher Form konnte den Tod bedeuten.
Sie blickte auf den leblosen Körper hinab, nachdem sie Jana und Valterian in der rahaler Oberstadt aufgesammelt hatte. Sie hatten noch etwas zu erledigen. Ein Geschenk musste überbracht werden. Auch wenn sie es am liebsten nicht überbracht hätte. Finger wurden abgetrennt, Füße abgeschnitten und die Bauchdecke geöffnet, um die Innereien herauszunehmen. Die Finger und die Leber sowie eine Haarsträhne von dem weißen Haar Darians wurden in einen Beutel gelegt und dazu ein Zettelchen verfasst. "Der Schwächere verliert!" war darauf zu lesen. Wie Azucinnia damit umgehen würde war ihr egal. Es war nicht die Zeit an Rache zu denken, hatte das handeln der Ordensmitglieder nichts mit dem zu tun, was in Rahal geschah. Nicht umsonst stand der Orden über allem und wer sich innerhalb des Ordens übernahm musste mit den Konsequenzen rechnen.
Und für Darian war die Konsequenz der qualvolle Tod.
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Jana Layani Thyrmon
Eigentlich sollte es ein ganz normaler Abend werden, sie sollten ein wenig über die Wirkung der Magie im Kampf lernen. Es war recht aufschlussreich und interessant. Allein wie Tarja ihre Macht gegen Lucan verwendte und er gegenwirkte. Ein interessantes Schauspiel, was sich ihnen bot, alles verlief nach strukturierten Regeln. Die Klänge des Liedes verzerrten sich oftmals schmerzlich für mich, ungewohnt und undeutlich, daher war es schwierig für mich die einzelnen zu filtern, manchmal glaubte ich, die Schmerzen würden mich von der Bank reißen. Allerdings wäre es eine Schande gewesen, hätte ich Schwäche gezeigt.
Die Klänge wurden ruhiger, als sie Einhalt geboten und den Kampf beendeten und mein Kopf wurde wieder klarer.
Lucan erklärte ein paar Dinge, dann trat Darian hervor. Zuerst sah es so aus, als wollten sie einen weiteren Übungskampf vollführen, nur diesmal ohne Regeln, um uns zu zeigen, worauf es im Kampf wirklich ankommt. Im Inneren stutzte ich für einen Moment, als ich die beiden im Ring stehen sah. Die hassvollen Blicke die sie austauschten sprachen allein genug für sich, um zu wissen, worum es hier wirklich ging. Darian's Aussage gab sein übriges dazu:
Fein... immerhin ist der Preis für den Gewinner kein geringer.
Es war klar, dass es hier um Leben oder Tod ging. Und einer musste verlieren. Der Kampf war grauenvoll anzusehen. Man spürte nicht nur die schrecklichen, schmerzvollen Klänge des Liedes, das jene so grausam empfindlich verzerrten. Nein. Der Zorn trieb sie regelrecht.
Der Geruch von verkohltem Fleisch liegt mir immer noch in der Nase. Das Blut leuchtet förmlich noch in meinen Augen, das vergossen wurde. Doch der schwächere musste verlieren und mit dem Tod bezahlen. Darian.
Stille umhüllte die Insel, während Lucan den Kopf abschnitt. Die anderen wurden ermahnt, sie sollen sich nicht aufführen als wären sie die letzten Weicheier, schliesslich sollten sie wissen, wer sie sind, in welchem Orden sie weilen. Ich hüllte mich in Schweigen. Warum? Manchmal frag ich mich selbst, ob ich gefallen daran finde, wenn andere leiden. Ja, so ekelhaft es auch anzusehen war, so normal wirkte es auf mich. Entscheidet nicht jeden Tag irgendwer über Tod und Leben?!
Tarja zerrte mich plötzlich mit sich, aus den Gedanken gerissen. Wie irr eilten wir durch die Straßen im Adelsviertel zu Rahal. Dann hielt sie inne und rauschte davon, ohne ein Wort. Kurze Zeit später stand sie auch schon wieder vor mir und nahm mich, wie Valterian zurück zur Arkoritherburg um dort den Leichnam Darians auseinanderzunehmen.
Sorgfältig schnitten wir ihm die Eingeweide heraus sowie einzelne Körperteile, verpackten jene in strahlend, weisse Tücher, die sofort in Blut getränkt waren. Jene wurden dann noch mit einem kleinen Zettel versehen zu den Angehörigen gebracht.
Die Klänge wurden ruhiger, als sie Einhalt geboten und den Kampf beendeten und mein Kopf wurde wieder klarer.
Lucan erklärte ein paar Dinge, dann trat Darian hervor. Zuerst sah es so aus, als wollten sie einen weiteren Übungskampf vollführen, nur diesmal ohne Regeln, um uns zu zeigen, worauf es im Kampf wirklich ankommt. Im Inneren stutzte ich für einen Moment, als ich die beiden im Ring stehen sah. Die hassvollen Blicke die sie austauschten sprachen allein genug für sich, um zu wissen, worum es hier wirklich ging. Darian's Aussage gab sein übriges dazu:
Fein... immerhin ist der Preis für den Gewinner kein geringer.
Es war klar, dass es hier um Leben oder Tod ging. Und einer musste verlieren. Der Kampf war grauenvoll anzusehen. Man spürte nicht nur die schrecklichen, schmerzvollen Klänge des Liedes, das jene so grausam empfindlich verzerrten. Nein. Der Zorn trieb sie regelrecht.
Der Geruch von verkohltem Fleisch liegt mir immer noch in der Nase. Das Blut leuchtet förmlich noch in meinen Augen, das vergossen wurde. Doch der schwächere musste verlieren und mit dem Tod bezahlen. Darian.
Stille umhüllte die Insel, während Lucan den Kopf abschnitt. Die anderen wurden ermahnt, sie sollen sich nicht aufführen als wären sie die letzten Weicheier, schliesslich sollten sie wissen, wer sie sind, in welchem Orden sie weilen. Ich hüllte mich in Schweigen. Warum? Manchmal frag ich mich selbst, ob ich gefallen daran finde, wenn andere leiden. Ja, so ekelhaft es auch anzusehen war, so normal wirkte es auf mich. Entscheidet nicht jeden Tag irgendwer über Tod und Leben?!
Tarja zerrte mich plötzlich mit sich, aus den Gedanken gerissen. Wie irr eilten wir durch die Straßen im Adelsviertel zu Rahal. Dann hielt sie inne und rauschte davon, ohne ein Wort. Kurze Zeit später stand sie auch schon wieder vor mir und nahm mich, wie Valterian zurück zur Arkoritherburg um dort den Leichnam Darians auseinanderzunehmen.
Sorgfältig schnitten wir ihm die Eingeweide heraus sowie einzelne Körperteile, verpackten jene in strahlend, weisse Tücher, die sofort in Blut getränkt waren. Jene wurden dann noch mit einem kleinen Zettel versehen zu den Angehörigen gebracht.
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Azucinnia von Seranyth
Die Nacht schlug an, die Lichter in Rahal waren bereits erloschen, als der Schatten der jungen Frau durch die Straßen Rahals schlich, zielsicher die Tore der Oberstadt anstrebend. Jene wurden mit einem knappen Nicken gen der Wachen passiert, um die letzten Schritte zu ihrem Anwesen zu setzen.
Das wenige Licht, welches das Anwesen bedeckte, schenkte ihr gerade soviel Sicht, um ein Paket, auf den Stufen zum Anwesen, wenn auch nur schemenhaft zu erkennen.
Wie es nun mal ist, schien die Neugier die letzten Schritte der Blutgeboren voran zu treiben, um beim besagten Paket inne zu halten.
Das dunkle Augenpaar huschte über jenes und jetzt, wo sie direkt davor stand, erblickte sie das es sich nicht um ein _normales_Bündel handelte.
Mittlerweile hockte sie vor dem durchnässten Paket. Durchnässt von Blut.
Das Brauenpaar hob sich, die Mimik der jungen Frau war alles andere als frohlockend, minder noch, schien sie immer mehr zu versteinern.
Langsam, vielleicht auch zögerlich zog sie die Bänder des Paketes auf, um einen Blick in das Innere zu werfen.
Es ist schwer zu sagen welche Gedanken und Bilder in diesem Moment durch den Kopf Azus schossen, als sie das Geschenk, welches sich ihr nun offenbarte, betrachtete.
Finger, Haare, Leber und ein Zettel.
Die Hand streckte sich aus, um die wenigen Zeilen auf jenen, blutverschmierten Schriftstück zu erhaschen. Immer wieder tanzte der Blick aus den dunklen Augen zu ihrem Geschenk, dann die Hauswand hinauf, um zum Zimmer Darians zu blicken.
Ein Wechselspiel von einigen Momenten vollzog sich, ehe die junge Frau aus ihrer Erstarrung sich erhob und das triefende Bündel an sich nahm.
Es mochte noch weitere Wimpernschläge andauern, ehe sie das leere Zimmer Darians betrat. Der Blick schweifte durch den leeren Raum, die Kälte, welche sich in jenen Zimmer einschummelte, sprang ihr förmlich entgegen.
Man sagt, das man die Abwesenheit eines geliebten Menschen spürt. Sein Verlust würde eine leere in einem hinterlassen, die man niemanden beschreiben kann. Sie wäre einfach vorhanden. Das Gefühl, das etwas nicht stimmte, vielleicht sogar passiert sein könnte, würde einen heimsuchen und sich in den Leib schleichen.
Jetzt, als sie sich in den Sessel in Darians Zimmer hinab setzte, den Blick nochmals durch die Räumlichkeiten schickte, kam jenes Gefühl in ihr auf.
Das Zimmer war bereits tot. Es war schon viele Wochen unbewohnt und leer. Der Duft Darians war schon viel eher aus diesem Raum ausgezogen.
Auch wenn sie es nie aussprach, war er schon vor einer Ewigkeit nicht mehr ein Teil dieses Hauses.
War es nun die Erleichterung die in ihr ruhte? Das Wissen, das Alatar alles rächt und sieht?
Wahrscheinlich.
Wahrscheinlich war aber auch, das sie trotz der Wut und den Hass auf ihren Cousin ihn liebte.
Er war ihre Familie. Er war das schwächste Glied in ihrer Familie.
Langsam erhob sie sich aus dem Sessel, ein letzter Blick wurde durch das Zimmer geworfen, ehe die Zimmertür hinter der jungen Frau ins Schloss viel.
Man sagt, das man die Abwesenheit eines geliebten Menschen spürt. Sein Verlust würde eine leere in einem hinterlassen, die man niemanden beschreiben kann. Sie wäre einfach vorhanden.
Sie war vorhanden. Sie wusste es, sie spürte es und dennoch waren es am Ende die letzten Worte auf dem Papierfetzen, die für einen Moment ein schmales, aber auch düstereres Lächeln auf die Mimik der jungen Frau zog..
"Der Schwächere verliert!"
Darian war schwach. Aus seinem Fehler, seiner Schwäche würde sie weiterhin ihre Kraft ziehen.
Leise wurden einige Worte in die Nacht geschickt, ehe auch im Anwesen Seranyth das Licht erlosch..
"Lebe wohl Darian von Seranyth, die Macht gehört nun gänzlich mir!"
Das wenige Licht, welches das Anwesen bedeckte, schenkte ihr gerade soviel Sicht, um ein Paket, auf den Stufen zum Anwesen, wenn auch nur schemenhaft zu erkennen.
Wie es nun mal ist, schien die Neugier die letzten Schritte der Blutgeboren voran zu treiben, um beim besagten Paket inne zu halten.
Das dunkle Augenpaar huschte über jenes und jetzt, wo sie direkt davor stand, erblickte sie das es sich nicht um ein _normales_Bündel handelte.
Mittlerweile hockte sie vor dem durchnässten Paket. Durchnässt von Blut.
Das Brauenpaar hob sich, die Mimik der jungen Frau war alles andere als frohlockend, minder noch, schien sie immer mehr zu versteinern.
Langsam, vielleicht auch zögerlich zog sie die Bänder des Paketes auf, um einen Blick in das Innere zu werfen.
Es ist schwer zu sagen welche Gedanken und Bilder in diesem Moment durch den Kopf Azus schossen, als sie das Geschenk, welches sich ihr nun offenbarte, betrachtete.
Finger, Haare, Leber und ein Zettel.
Die Hand streckte sich aus, um die wenigen Zeilen auf jenen, blutverschmierten Schriftstück zu erhaschen. Immer wieder tanzte der Blick aus den dunklen Augen zu ihrem Geschenk, dann die Hauswand hinauf, um zum Zimmer Darians zu blicken.
Ein Wechselspiel von einigen Momenten vollzog sich, ehe die junge Frau aus ihrer Erstarrung sich erhob und das triefende Bündel an sich nahm.
Es mochte noch weitere Wimpernschläge andauern, ehe sie das leere Zimmer Darians betrat. Der Blick schweifte durch den leeren Raum, die Kälte, welche sich in jenen Zimmer einschummelte, sprang ihr förmlich entgegen.
Man sagt, das man die Abwesenheit eines geliebten Menschen spürt. Sein Verlust würde eine leere in einem hinterlassen, die man niemanden beschreiben kann. Sie wäre einfach vorhanden. Das Gefühl, das etwas nicht stimmte, vielleicht sogar passiert sein könnte, würde einen heimsuchen und sich in den Leib schleichen.
Jetzt, als sie sich in den Sessel in Darians Zimmer hinab setzte, den Blick nochmals durch die Räumlichkeiten schickte, kam jenes Gefühl in ihr auf.
Das Zimmer war bereits tot. Es war schon viele Wochen unbewohnt und leer. Der Duft Darians war schon viel eher aus diesem Raum ausgezogen.
Auch wenn sie es nie aussprach, war er schon vor einer Ewigkeit nicht mehr ein Teil dieses Hauses.
War es nun die Erleichterung die in ihr ruhte? Das Wissen, das Alatar alles rächt und sieht?
Wahrscheinlich.
Wahrscheinlich war aber auch, das sie trotz der Wut und den Hass auf ihren Cousin ihn liebte.
Er war ihre Familie. Er war das schwächste Glied in ihrer Familie.
Langsam erhob sie sich aus dem Sessel, ein letzter Blick wurde durch das Zimmer geworfen, ehe die Zimmertür hinter der jungen Frau ins Schloss viel.
Man sagt, das man die Abwesenheit eines geliebten Menschen spürt. Sein Verlust würde eine leere in einem hinterlassen, die man niemanden beschreiben kann. Sie wäre einfach vorhanden.
Sie war vorhanden. Sie wusste es, sie spürte es und dennoch waren es am Ende die letzten Worte auf dem Papierfetzen, die für einen Moment ein schmales, aber auch düstereres Lächeln auf die Mimik der jungen Frau zog..
"Der Schwächere verliert!"
Darian war schwach. Aus seinem Fehler, seiner Schwäche würde sie weiterhin ihre Kraft ziehen.
Leise wurden einige Worte in die Nacht geschickt, ehe auch im Anwesen Seranyth das Licht erlosch..
"Lebe wohl Darian von Seranyth, die Macht gehört nun gänzlich mir!"
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Tarja Lycron
Man behielt immer irgendeine Erinnerung an einen Menschen, der einen ein gutes Stück im Leben begleitet hatte. Für sie war es das, was er ihr hinterlassen hatte. Das, was sie in ihrer Hand hielt und in ihren Gedanken verschloss.
Eine Nacht hatte sie geschlafen, sich komplett in Schweigen gehüllt und war früh am Morgen aus dem Haus gegangen, noch bevor der Morgen graute. Als die Sonne aufging hatte sie die restliche Leiche längst in die Burg gebracht und im unteren Kellergewölbe aufgebahrt. Es war eine Selbstverständlichkeit für Tarja, sich an der Leiche zu schaffen zu machen. Der Kopf fehlte, die Finger, die Innereien hatten sich die Schüler ebenso angesehen. So lernten sie.
Mit den Gedanken an den gestrigen Abend wurde ihr eines bewusst. Sie durfte die Macht, die sie umgab keinen Moment mehr außer Acht lassen. Sie hatte die Schüler gerügt. Fast konnte man meinen, Entsetzen war in ihre Glieder gefahren. Aber sie waren nicht irgendwo, sie waren am Orden der Arkorither und das Leben am Orden würde auch ohne ihn – Darian – weitergehen.
Sie würde sehen, was die Zukunft bringen würde.
Ja, der Orden hatte ein starkes Glied verloren. Aber dieses starke Glied war zu schwach, um sich unter den seinen zu beweisen. Und jeder, der mit dem Wahnsinn spielen musste, sollte die Konsequenzen tragen. Es war seine eigene Schuld Lucan zu provozieren und ihm das nehmen zu wollen, was ihm so wichtig war – seine Frau. Sie.
Nach vielen Stunden war kaum noch etwas von der Leiche zu erkennen. Der Kopf würde sich in den oberen Räumen des Turmes einfinden. Genügend andere Ordensbrüder und -schwestern fanden hier ihre letzte Ruhe. Und bald würden sie auch die grauen Augen von Darian aus einem der Gläser anblicken. Die Knochen warf sie in einen Sack und warf diesen unachtsam in eines der Ecken der Kammer. Die Schüler würden sich darum kümmern, dass sie verschwinden.
Sie musste der dunklen Burg für einen Moment den Rücken kehren und in ihr Heim entschwinden. Den Rucksack auf dem Rücken geschultert trat sie den Heimweg an. Bedauerlich, dass das Fleisch über Nacht längst ausgeblutet war und ihr somit die Blutspur erspart blieb.
In ihrem Zuhause angekommen setzte sie den Rucksack ab und ging in den Keller. Ihr Auftreten war nun wichtiger, als dieser verfluchte Beutel. Ihre Hand glitt in ihre Robentasche und wieder hielt sie das Vermächtnis in ihrer Hand. Sie würde ihn behüten und darüber wachen, schließlich war es das letzte Vermächtnis von Darian. Ob er gewusst hatte, dass er gehen musste? Sie schüttelte hastig den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben.
Rasch schlüpfte sie also in ihr Kleid. Lucan war außer Haus und sie hatte das ganze Haus für sich. Sie würde ihn heute Abend empfangen. So, wie eine Frau ihren Mann empfangen würde, wenn er geschafft von der Arbeit nach Hause kam. In einem hübschen Kleid, mit einem sanften Lächeln auf dem Lippen und einem leckeren, dampfenden Eintopf. Und das Fleisch dafür stand auch schon bereit.
Jetzt musste sie nur noch den Flügelaffen entsenden mit der Nachricht an Jana, dass sie noch am heutigen Abend im Kreise der Familie ein Festessen zu erwarten hatte. Und sie freute sich viel zu sehr auf den Blick von Jana, wenn Tarja ihr nach dem Essen sagen würde, was genau sie da gegessen hat. Kaum vorzustellen, dass die Arkoritherin in der Küche stand und das Essen pfeifend zubereitete. Aber das war sie ihm schuldig.
Eine Nacht hatte sie geschlafen, sich komplett in Schweigen gehüllt und war früh am Morgen aus dem Haus gegangen, noch bevor der Morgen graute. Als die Sonne aufging hatte sie die restliche Leiche längst in die Burg gebracht und im unteren Kellergewölbe aufgebahrt. Es war eine Selbstverständlichkeit für Tarja, sich an der Leiche zu schaffen zu machen. Der Kopf fehlte, die Finger, die Innereien hatten sich die Schüler ebenso angesehen. So lernten sie.
Mit den Gedanken an den gestrigen Abend wurde ihr eines bewusst. Sie durfte die Macht, die sie umgab keinen Moment mehr außer Acht lassen. Sie hatte die Schüler gerügt. Fast konnte man meinen, Entsetzen war in ihre Glieder gefahren. Aber sie waren nicht irgendwo, sie waren am Orden der Arkorither und das Leben am Orden würde auch ohne ihn – Darian – weitergehen.
Sie würde sehen, was die Zukunft bringen würde.
Ja, der Orden hatte ein starkes Glied verloren. Aber dieses starke Glied war zu schwach, um sich unter den seinen zu beweisen. Und jeder, der mit dem Wahnsinn spielen musste, sollte die Konsequenzen tragen. Es war seine eigene Schuld Lucan zu provozieren und ihm das nehmen zu wollen, was ihm so wichtig war – seine Frau. Sie.
Nach vielen Stunden war kaum noch etwas von der Leiche zu erkennen. Der Kopf würde sich in den oberen Räumen des Turmes einfinden. Genügend andere Ordensbrüder und -schwestern fanden hier ihre letzte Ruhe. Und bald würden sie auch die grauen Augen von Darian aus einem der Gläser anblicken. Die Knochen warf sie in einen Sack und warf diesen unachtsam in eines der Ecken der Kammer. Die Schüler würden sich darum kümmern, dass sie verschwinden.
Sie musste der dunklen Burg für einen Moment den Rücken kehren und in ihr Heim entschwinden. Den Rucksack auf dem Rücken geschultert trat sie den Heimweg an. Bedauerlich, dass das Fleisch über Nacht längst ausgeblutet war und ihr somit die Blutspur erspart blieb.
In ihrem Zuhause angekommen setzte sie den Rucksack ab und ging in den Keller. Ihr Auftreten war nun wichtiger, als dieser verfluchte Beutel. Ihre Hand glitt in ihre Robentasche und wieder hielt sie das Vermächtnis in ihrer Hand. Sie würde ihn behüten und darüber wachen, schließlich war es das letzte Vermächtnis von Darian. Ob er gewusst hatte, dass er gehen musste? Sie schüttelte hastig den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben.
Rasch schlüpfte sie also in ihr Kleid. Lucan war außer Haus und sie hatte das ganze Haus für sich. Sie würde ihn heute Abend empfangen. So, wie eine Frau ihren Mann empfangen würde, wenn er geschafft von der Arbeit nach Hause kam. In einem hübschen Kleid, mit einem sanften Lächeln auf dem Lippen und einem leckeren, dampfenden Eintopf. Und das Fleisch dafür stand auch schon bereit.
Jetzt musste sie nur noch den Flügelaffen entsenden mit der Nachricht an Jana, dass sie noch am heutigen Abend im Kreise der Familie ein Festessen zu erwarten hatte. Und sie freute sich viel zu sehr auf den Blick von Jana, wenn Tarja ihr nach dem Essen sagen würde, was genau sie da gegessen hat. Kaum vorzustellen, dass die Arkoritherin in der Küche stand und das Essen pfeifend zubereitete. Aber das war sie ihm schuldig.
Zuletzt geändert von Tarja Lycron am Donnerstag 13. November 2008, 13:46, insgesamt 2-mal geändert.