Des Abends bittersüsse Folge
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Cyrion Sha´Ar
Sonnen sprenkelte die goldgelben und rötlich gefärbten Blätter, einzelne Strahlen, die durch die Wolke brachen, nur um dann gänzlich befreit die Bäume in Flammen stehen zu lassen. Das Herbstliche Laub, dass den Schritt rascheln lies oder je nach Beschaffenheit der Blätter dämpfte. Feuchtigkeit, die am kühlen Morgen im Tau auf Gras und Büschen lag. Warm wurde es noch gegen Mittag, wenn die Nebel sich auflösten und die Sonne den Herbst in seiner schönsten Pracht zeigte. Tief atmete er ein, während er durch den Wald ging. Das letzte Stück des Weges lieber ging als ritt. Pilze sprossen hier und da aus dem Boden und trugen bei zu dieser unverkennbaren Herbstluft - Steinpilze, Pfifferlinge, Morcheln, aber auch Giftpilze wie der allseitsbekannte Fliegenpilz, Knollenblätterpilz, Satansröhrling... Kastanien lagen auf den Boden, vermischten sich mit Eicheln und Haselnüssen. Maronen konnten gesammelt werden, nebst allerlei Beeren, die man im Wald finden konnte. Vielleicht würde er sich doch aufmachen, die eine oder andere Leckerei zu suchen, mit Bastkorb bewaffnet und wachem Blick. Etwas krabbelte über seine Hand, und er blickte nieder. eine winzige Spinne, die da auf seine Knöchel krachselte. Erheitert hob er den Finger an und betrachtete dies zierliche winzige Geschöpf. Beobachtete, wie es den Hintern in die Luft hob und ein Faden, kaum sichtbar, vom Wind gefangen wurde. Im nächsten Augenblick war das Spinnchen fort, davon getragen von der milden Brise. Herbsttage, Altweibersommer... Er liebte diese Zeit. Zeit, die er damit verbrachte, in der noch wärmenden Sonne seine Waffen und sein Lederzeug zu pflegen. Rehe beim äsen beobachtete und später diese aus Holz schnitzte.
Befreit atmete er aus, als er letztlich aus dem Wald trat und vor dem Gut stand. Der Wein, der die Wände hochkletterte, hatte sich leuchtend rot verfärbt. Im Schatten eher blutrot. Der Blick ging hinüber zu den Kronen der Bäume. Die dunkelvioletten Blätter der Malve, dort ein Rotahorn, da eine golden wirkende Birke. Manche Bäume trugen nach unten hin noch grünes Laub. Der Übergang weich und dem Auge angenehm... War es ein Wunder, das der Herbst die Leute ruhiger stimmte? Ihnen Gelassenheit gab? >Nein, nicht wirklich...<
Und jetzt hatte er auch endlich wieder die Zeit, diese Dinge zu geniessen. Er hatte letztlich gefunden, was er gesucht hatte. Ein Buch über Etikette - oder vielmehr: höfische Bräuche. Etwas, das er durchaus verwenden konnte, sollte Arenvir Tilianas keine Zeit für ihn finden. Er hatte nach einem solchen Buch gesucht, aber nicht eine einzige Bibliothek gefunden. Die Bibliothek Varunas nicht mehr existent. In seiner eigenen Büchersammlung kein solches Buch vorhanden. Auch konnte er keines dieser Art erwerben. Doch hatte er letztlich bei Khazkal ein solches Buch gefunden - hatte er doch dessen Frau einst ein solches geschenkt. Das zweite Buch in dieser Hinsicht konnte er nicht gebrauchen - dessen Inhalt war auf Frauen alleine zugeschnitten. Das Buch betrachtent, dachte er an die kommenden Stunden vor dem Kamin, wo er darin lesen und lernen würde. Sicher - Schnitzen war angenehmer. Aber was sein musste... Zumindestens war ihm diese Sorge vom Herz genommen worden. Und wenn in dem Buch nicht genug stand... es gab immer noch die Schlossbibliothek - wie auch die Klosterbibliothek. Wo sollte er sonst Bücher finden über Etikette, wenn nicht in einem Kloster?
Das Pferd absattelnt, legte er den Sattel zu dem Haufen Lederwaren, die er heute Abend noch mit Lederseife behandeln wollte. Das Buch wurde daneben gelegt, auf die Felle vor den Kamin. Die Bürste nehmend, strich er in gleichmässigen Zügen durch das anwachsende Winterfell seines Pferdes, die Gedanken auf das Buch lenkend. Er hatte schon ein paar Seiten angelesen, als er in Khazkals Bibliothek war. Eine Abhandlung zur Begegnung mit einem Adeligen bei einer Festlichkeit... >Recht genau, was dort beschrieben wurde. Doch gibt es auch in dem Buch eine Beschreibung dessen, was beim Werben um eine Frau beachtet werden muss?< Er wusste es noch nicht. Hoffte allerdings, das er nicht noch mehr gefesselt wurde, als er es ohnehin schon war. Der Gedanke an das Buch führte ihn zu angenehmeren Themen - Leah. Er hatte sie ein paar Tage nicht gesehen - hatte auch keinen von ihren Freunden gesehen. War zu beschäftigt gewesen. Er vermisste sie und ihr schüchternes Lächeln. Das zauselige Haar, welches immer um ihr hübsches Gesicht hing. Was machte sie zur Zeit? Genoss sie ebenso wie er den Herbst? Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen, als er den Korb nahm und auf den Haselnussstrauch zumaschierte, von dem er wusste, das er in der Nähe wuchs. Es wäre schön, mit ihr bei diesem herrlichen Wetter durch die Wälder zu schreiten. Die Aussicht von seinem Turm aus zu geniessen. Beeren sammeln und sich gegenseitig diese zustecken. Irgendwo im weichen Moos an einem Baum gelehnt sitzen, Leah vor sich, ihr Rücken an seine Brust gelehnt. Still verbleiben, die Arme um sie gelegt und ihren warmen weiblichen Duft einatmen, bis die Waldtiere wieder geschäftig ihren Wegen nachgingen, sie beide nicht beachtend. In der Sonne verbleiben und leise schlummern. Träume, die wohl diesen Herbst nicht mehr wahr werden würden. Er zweifelte, das er mit ihr auch nur die Farbenpracht bewundern konnte. Es brauchte nur einen Sturm und die Blätter wären alle fort. Und diese Jahreszeit war üblicherweise berüchtigt für seine Stürme. >Hmm... wer weiss... Vielleicht kann ich ja doch noch mit ihr ausgehen...< Er würde die Hoffnung nicht aufgeben. Noch war der Herbst nicht vorbei! Aber bis er sie berühren durfte... Er würde warten müssen. Der Eid, der ihn band, war nicht zu brechen. Ein Narr war er gewesen, diesen Eid zu geben, doch hätte er sie vermutlich gar nicht mehr sehen dürfen, hätte er es nicht getan. Nun - auch daran konnte er nichts ändern. Das einzige, was er tun konnte, war warten. Warten und im herbstlichen Treiben von ihr Träumen.
Befreit atmete er aus, als er letztlich aus dem Wald trat und vor dem Gut stand. Der Wein, der die Wände hochkletterte, hatte sich leuchtend rot verfärbt. Im Schatten eher blutrot. Der Blick ging hinüber zu den Kronen der Bäume. Die dunkelvioletten Blätter der Malve, dort ein Rotahorn, da eine golden wirkende Birke. Manche Bäume trugen nach unten hin noch grünes Laub. Der Übergang weich und dem Auge angenehm... War es ein Wunder, das der Herbst die Leute ruhiger stimmte? Ihnen Gelassenheit gab? >Nein, nicht wirklich...<
Und jetzt hatte er auch endlich wieder die Zeit, diese Dinge zu geniessen. Er hatte letztlich gefunden, was er gesucht hatte. Ein Buch über Etikette - oder vielmehr: höfische Bräuche. Etwas, das er durchaus verwenden konnte, sollte Arenvir Tilianas keine Zeit für ihn finden. Er hatte nach einem solchen Buch gesucht, aber nicht eine einzige Bibliothek gefunden. Die Bibliothek Varunas nicht mehr existent. In seiner eigenen Büchersammlung kein solches Buch vorhanden. Auch konnte er keines dieser Art erwerben. Doch hatte er letztlich bei Khazkal ein solches Buch gefunden - hatte er doch dessen Frau einst ein solches geschenkt. Das zweite Buch in dieser Hinsicht konnte er nicht gebrauchen - dessen Inhalt war auf Frauen alleine zugeschnitten. Das Buch betrachtent, dachte er an die kommenden Stunden vor dem Kamin, wo er darin lesen und lernen würde. Sicher - Schnitzen war angenehmer. Aber was sein musste... Zumindestens war ihm diese Sorge vom Herz genommen worden. Und wenn in dem Buch nicht genug stand... es gab immer noch die Schlossbibliothek - wie auch die Klosterbibliothek. Wo sollte er sonst Bücher finden über Etikette, wenn nicht in einem Kloster?
Das Pferd absattelnt, legte er den Sattel zu dem Haufen Lederwaren, die er heute Abend noch mit Lederseife behandeln wollte. Das Buch wurde daneben gelegt, auf die Felle vor den Kamin. Die Bürste nehmend, strich er in gleichmässigen Zügen durch das anwachsende Winterfell seines Pferdes, die Gedanken auf das Buch lenkend. Er hatte schon ein paar Seiten angelesen, als er in Khazkals Bibliothek war. Eine Abhandlung zur Begegnung mit einem Adeligen bei einer Festlichkeit... >Recht genau, was dort beschrieben wurde. Doch gibt es auch in dem Buch eine Beschreibung dessen, was beim Werben um eine Frau beachtet werden muss?< Er wusste es noch nicht. Hoffte allerdings, das er nicht noch mehr gefesselt wurde, als er es ohnehin schon war. Der Gedanke an das Buch führte ihn zu angenehmeren Themen - Leah. Er hatte sie ein paar Tage nicht gesehen - hatte auch keinen von ihren Freunden gesehen. War zu beschäftigt gewesen. Er vermisste sie und ihr schüchternes Lächeln. Das zauselige Haar, welches immer um ihr hübsches Gesicht hing. Was machte sie zur Zeit? Genoss sie ebenso wie er den Herbst? Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen, als er den Korb nahm und auf den Haselnussstrauch zumaschierte, von dem er wusste, das er in der Nähe wuchs. Es wäre schön, mit ihr bei diesem herrlichen Wetter durch die Wälder zu schreiten. Die Aussicht von seinem Turm aus zu geniessen. Beeren sammeln und sich gegenseitig diese zustecken. Irgendwo im weichen Moos an einem Baum gelehnt sitzen, Leah vor sich, ihr Rücken an seine Brust gelehnt. Still verbleiben, die Arme um sie gelegt und ihren warmen weiblichen Duft einatmen, bis die Waldtiere wieder geschäftig ihren Wegen nachgingen, sie beide nicht beachtend. In der Sonne verbleiben und leise schlummern. Träume, die wohl diesen Herbst nicht mehr wahr werden würden. Er zweifelte, das er mit ihr auch nur die Farbenpracht bewundern konnte. Es brauchte nur einen Sturm und die Blätter wären alle fort. Und diese Jahreszeit war üblicherweise berüchtigt für seine Stürme. >Hmm... wer weiss... Vielleicht kann ich ja doch noch mit ihr ausgehen...< Er würde die Hoffnung nicht aufgeben. Noch war der Herbst nicht vorbei! Aber bis er sie berühren durfte... Er würde warten müssen. Der Eid, der ihn band, war nicht zu brechen. Ein Narr war er gewesen, diesen Eid zu geben, doch hätte er sie vermutlich gar nicht mehr sehen dürfen, hätte er es nicht getan. Nun - auch daran konnte er nichts ändern. Das einzige, was er tun konnte, war warten. Warten und im herbstlichen Treiben von ihr Träumen.
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Cyrion Sha´Ar
Nachdenklich knabberte er auf dem Grashalm herum, schob ihn mit den Lippen hier hin und dorthin, während er zu den Wolken hochsah. Grashalme sprossen um seinen Kopf herum in die Höhe, schränkten seine Sicht ein. Wogten weithin im Wind, das dieser sichtbar gemacht wart und Wellen in diesem Meer aus Gras wogten. Wiesen, die nie eine Sense gesehen hatten. Wo Tiere geäst hatten, war das Gras vergleichsweise kurz und am nachwachsen. Dies hier war so eine Stelle. Andernorts war das Gras so hochgewachsen, das es umknickte. Man konnte sehen, wo Tiere hinkamen, um zu fressen... fand gegebenfalls Spuren – und seien es nur Fressspuren, die einem sagten, welche Art Tier hier gewesen war. Tiere hatten Gewohnheiten, waren in dieser Hinsicht nicht anders als Menschen. Warten und sein Abendessen schiessen – das hatte er vorgehabt... Aber... Diese Gegend hatte etwas an sich, das ihn statt dessen sich niederlegen und nachdenken liess. War es der Geruch des nahen Meeres? Dieser leicht salzige Geruch nach Sand und Tang – inmitten des süssen Duftes von stehendem Heu...
Dieselbe Luft wie jene, als er auf der Jagd unvermutet Leah angetroffen hatte. Er war angenehm überrascht gewesen. Ein Reh, das seinen Weg zu den endlosen Wiesen gefunden hatte. Aber recht weit entfernt von seinem schützendem Hain.
Er hatte einen Moment nur daran gedacht, weiter zu reiten – durfte er doch eigentlich nicht mit ihr reden... Doch... Warum in aller Götter Namen sich selbst verwehren, was einem ihr fremden Mann ohne weiteres gestattet wurde? So ritt er näher, doch drehte sie sich erst spät herum. Hatte sie ihn erst jetzt bemerkt? So tief in Gedanken versunken? Oder war es ihr egal? Nein, so tief in Gedanken versunken. Ihre verspäteter Griff zum Dolch sagte ihm dies. Es störte ihn eine Spur, das eine Leibwächterin sich so gehen liess, doch da ihm dies selbst passiert war... Als er ihr Gesicht sah, erkannte er, das etwas anders war. Er wusste nicht, was es war, konnte den Finger nicht drauf legen. War es ihr Blick, in dem kein Flackern zu finden war? Ihre farblose Stimme, dem die Atemlosigkeit fehlte? Die Ruhe, die sie umgab, die aber nicht wirklich etwas mit Ruhe zu tun hatte – sondern von etwas anderem herrührte? Ihre schwache Reaktion auf ihn? Ihre Aura, die anders war. Gefühllos, unberührt... gedämpft. Etwas fehlte. Die Abwesenheit von etwas, das ihr wichtig war. Was war passiert?
>Was ist passiert?< Er hatte sie dies auch an jenem Abend gefragt. Doch war sie ihm ausgewichen – wie in so vielen Dingen. Keinen Handkuss akzeptiert, seine Nähe meiden wollend. Keine wirklich zufrieden stellende Antwort auf seine Fragen. Knapp ihre Antworten und der Blick häufig gegen Küste wendend. Was sah sie dort in dieser weiten Leere. Vielleicht Seelenverwandtschaft? Eine weite Leere, nur Wasser und Himmel – und der Horizont eine Linie, eine Grenze, die nie erreichbar war, immer einen Schritt vorraus. Eine sichtbare Grenze, die nicht wirklich existierte... Welche Verwandtschaft sah sie... oder starrte sie einfach nur dorthin, weil dort nichts war, worüber sie nachdenken musste? Nichts das ablenkte? Wie er?
Tief atmete er ein und aus, die Augen nachdenklich schliessend, den weiten Himmel mit den wenigen Wolken ausschliessend. Was war mit ihr geschehen? Etwas in ihr, in ihrem Leben war definitiv zerbrochen. Sie wirkte Haltlos, dieser Welt entrückt. Als würde sie nicht länger dazu gehören. Und selbst die kleinste Anforderung an sie, wie etwa das Nachdenken und Antworten auf eine Frage – ein Kraftakt, der fast zuviel für sie war.
Gedanken, die sich im Kreis drehten, Fragen, die verweifelt nach Antworten suchten und doch keine fanden. Chaos... Leere... treibende Gedanken ohne Sinn und Zweck, tiefgehende Verwirrung... Dies alles sichtbar... oder nein, nicht wirklich sichtbar. Es waren Gedanken, Emotionen, die ihm in den Sinn kamen, wenn er sie sah, sah wie sie reagierte, hörte, wie sie ihm sagte, er würde nicht verstehen; sie selbst verstehe ja nicht. Dinge, die ihm bekannt vorkamen.
Hatte er so reagiert, als ihm das Wichtigste im Leben entrissen wurde? Seine Finger glitten über seine Brust, wanderten am Kragen unter das Hemd und zogen die Kette hervor, an dem ein einsamer Ring sich im Wind drehte. Eireen? Oder seine Frau Solveigh?
Was immer es war – sie hatte ihre Selbstsicherheit verloren. Hatte sich selbst verloren. Bis zu jenem Punkt, das sie ihm dies sagte. Cyrion wusste nicht, ob er bleich geworden war, oder ihm einfach nur die Züge entgleist waren – ihre Worte hatten ihn unerwartet getroffen.
„Vielleicht solltest du die Jagd beenden....das...das Ergebnis ist es nicht wert, Cyrion. Ich... ich muss mich verändern, um nicht zu fallen...in ein...Riesenschwarzes....Loch.“
Seine Gedanken waren in diesem Moment erstarrt, ihm war für einen Moment, als würde er in ein riesiges schwarzes Loch fallen, welches sich unter ihm auftat.
„Das... kann nicht dein...“
Empfindungen, welche ohne Umweg über den Verstand direkt aus seinem Mund geflossen waren. Seine Stimme tonlos bis auf die Fassunglosigkeit, die er empfand. Wo in aller Götter Namen war dieser Rückschluss ihrerseits entstanden?!
„Tut mir leid...“ Ihre Stimme leise, gedämpft, wie zur Zeit alles in ihr.
Seine geweiteten Augen verengten sich, ihm war, als würde ihr Umriss sich glassklar von allem anderen absetzen. Alles andere in den Hintergrund tretend – unwichtig geworden. Die Kiefer pressten sich unwillig zusammen – steifbeinig und ruckhaft ging er einen Schritt vor. „Das kann ich nicht akzeptieren!“
Ein Krächzen riss ihn aus seinen Gedanken und ein Vogel landete auf seinem Knie, welches er über das andere angewinkelte Bein gelegt hatte. >Murelay...< Sein Blick klärte sich auf, er war wieder im Hier und Jetzt. Seine Gestalt war angespannt... bewusst lockerte er die Muskeln in seinen Kiefern, seinen Armen, deren Hände er verschränkt hinter den Kopf gelegt hatte. Liess den Blick auf dem Vogel ruhen statt Löcher in den Himmel zu starren, als wäre dieser ein Gegner, der zu bekämpfen und nieder zu starren wäre. Er empfand dasselbe wie zu jenem Zeitpunkt. Widerwillen. Tiefgehender Widerwillen gegen diesen Entscheid. Unwillen, aufzugeben, der Wunsch gegen alles anzugehen, was sich ihm in den Weg stellte. Das selbe Gefühl, das in ihm entstand, wenn jemand anderer als sein Reh ihm sagte: du darfst nicht...! Und jetzt sie...
Was immer er vorgehabt hatte, als er auf sie zuging - sein Vogel hatte ihn vor möglichen Fehlern bewahrt. Sein Handeln hatte ihn abgelenkt, seinen Blick geklärt. Doch sie... Ihr Blick lag unbarmherzig auf ihm, als er von dem eingefangenem Murelay aufsah. Eine Fremde, die ihn anstarrte. Er begegnete ihrem Blick mit Entschlossenheit.
„Du weisst gar nicht, was ich die letzten Tage...was ich erkennen musste!“ Woher auch? Niemand sagte es ihm. Erneut liess er sich durch den Kopf gehen, was er weniges erfahren hatte.
Sie hatte irgendwas erzählt - und dann diesbezüglich etwas erfahren. Sprach von einem Loch, in das sie fiel. Von Leere, die sie erfüllte. Eine Nacht. Nur eine einzige Nacht und ihr Leben war umgeworfen. Wie lange brauchte es, einen Menschen zu brechen? Eine halbe Stunde, mehr nicht. Und dann? War sie danach allein gelassen worden? Er brauchte sie nur anzusehen, um zu wissen, das irgendein gut meinender Idiot sie allein gelassen hatte. Man liess einen zerbrochenen Menschen nicht alleine! Man zerbrach ihn nicht, ohne ihm auch sofort danach etwas zu geben, auf das er bauen konnte! Eine Regel, die nicht zu brechen war. Und irgendwer hatte sie bei seinem Reh gebrochen. Hatte sie allein gelassen. Wussten diese Menschen nicht, das ein gebrochener Mensch zu allem fähig war? Völlig unzurechnungsfähig? Das die meisten sich schlichtweg umbrachten? Er schüttelte leicht den Kopf.
Sie hatte Milady erwähnt. Darna von Elbenau... War sie jene, die sie zerbrach? Oder jene, die ihr in Zeiten der Not die Hand hinhielt? So oder so – Leah hatte ein unsicheres Ziel. Reichsritter werden. Unsicher deswegen in seinen Augen, weil sie immer noch nicht wusste, wer sie war oder werden wollte. Weil sie noch schwamm, ohne Land erreichen zu können. Doch war es etwas, woran sie sich vorerst festhalten konnte, um nicht unter zu gehen.
Wer hatte ihr eingeredet, das sie sich ändern musste? Was sollte sie ändern? Er kannte sie nicht gut genug, hatte zu wenig von ihr gesehen, wenn sie mit alltäglichen Dingen beschäftigt war. Doch was er gesehen hatte - ihre Reaktion auf Rafaels Entführung - oder als sie ihn gegen den Baum gepresst hatte, erfüllt von einer Ruhe, die er noch nicht kannte, Selbstbewusst gesagt hatte, was sie zu sagen hatte. Musste sie sich wirklich ändern? War sie wegen ihres Verlustes plötzlich nicht mehr die Leah Da'Karr, die er kannte? War sie schlecht, so wie sie gewesen war? Musste sie geändert werden, wie ein Zimmer, dessen Mobiliar aus der Mode war?
>Passend gemacht, damit sie sich einordnen kann. Wie grausam...<
Vorsichtig hatte er sich vorgetastet. Die falschen Worte konnten sie in Aufruhr versetzen... Allein die Frage, ob er mit Darna über sie sprechen durfte, war zuviel für sie. Er war sich nicht klar darüber, was sie an sich ablehnte. Oder ob es andere waren, die eine Eigenart an ihr ablehnten. Sie selber glaubte, ihre Meinung dazu wäre egal. War es wirklich egal, was sie zu sagen hatte, was sie dazu dachte? Hatte sie mit ihren Verlust auch ihren Wert verloren? Oder hatte ihr Wert von vornherein ihrer Meinung nach auf wackligen Füssen gestanden? Bargen ihre Antworten drum keine Sicherheit mehr? Weil sie nicht wusste, nach welchen Massstäben eine Antwort erstellen? Hatte sie ihre Massstäbe verloren? Seine Augen verengten sich, als er wieder in den Himmel starrte.
>Massstäbe erlernt man – sie werden in der eigenen Familie gebildet, von der Gesellschaft geprägt. Die Gesellschaft, mit der man sich umgibt. Hatte es etwas mit ihrer Familie zu tun?<
Er hatte nie nach ihrer Familie gefragt – sie hatte auch kaum etwas erzählt. Nachdenklich strich er sich eine vorwitzige Strähne aus dem Gesicht. Dies Versäumnis musste er nachholen. Wieder liess er seine Gedanken zu dem schweifen, was zwischen ihnen gesagt worden war.
„Mir ist es nicht egal. Mir ist es nicht egal, was mit dir passiert, was du fühlst. Du bist mir wichtig.“
War ihr klar, wie wichtig sie ihm war? Gewiss nicht. Es war ihm schwer gefallen... so schwer gefallen, sie nicht in den Arm zu nehmen. Hatte verflucht, das er diesen Eid abgegeben hatte, besonders jetzt, wo sie weinte...
"Und Löcher... Manchmal füllt man in diese... Man muss sich abstrampeln, um aus diesen wieder heraus zu kriechen und man ist nicht länger der, der man war, als man herein fiel. Doch eines ist gewiss sicher. Schafft man es, aus ihnen heraus zu kriechen, ist man gewiss stärker als vorher.“
Ihr Blick war so von Selbstzweifel beseelt gewesen. Ein Stechen war durch ihn hindurch gefahren – wie das Leid aus ihren Augen nehmen? Momente, in denen er Savea hasste.
„Ich bin nicht stark, Cyrion. Ich...ich würde dich nur mit hinunter reissen.“
Götter... er wollte ihre Hand nehmen und diese halten. Den folgenden Worten etwas geben, das über die blosse Symbolik hinaus ging.
„Dann halte ich dich. Bis du einen sicheren Griff hast, dich heraus zu ziehen... Du hast Mut... Den Mut, Dinge zu tun, obwohl du dich fürchtest. Ich denke, das du nicht abstürzen wirst.“
Ihr Blick war so undeutbar gewesen – doch hatte sie ihn immerhin angesehen. Dies war mehr als ihr ständiges Ausweichen – ihr gestresster Blick zum Meer.
Doch - ihre Zweifel waren nicht so leicht fort zu waschen. Er hatte arbeiten müssen, ihre Zuversicht wieder herzustellen. Ihren Glauben an sich selbst.
Wieder stellte sich ihm die Frage, was passiert war und welche Geschichte sie hatte. Dinge, die ihm in Bruchteilen von Sekunden klar geworden waren. Wenig Zeit, zu entscheiden, was er zu sagen hatte. Einzig besass er das Wissen, das mehr an ihr dran war. Und das liess er sie wissen. Sagte er ihr mit Wort und Tat. Erklärte ihr, dass ihr Verlust – welcher Art er auch immer war, ihr die Möglichkeit einräumte, Wahrheiten als solche zu erkennen. Sie konnte werden, wer sie sein wollte, wenn ihr nicht gefiel, wer und was sie war.
„Sehe, was du werden willst und gehe furchtlos darauf zu. Das du verloren hast, was dir wichtig war... es macht dich nicht zu einer Fremden. Du bist immer noch du selbst. Du warst es gestern, bist es heute und wirst es morgen sein. Leah Da'Karr. Eine wundervolle Frau mit einem grossen Herzen. Das ist, was ich in dir sehe - und was andere in dir sehen.“
Soviel Selbstzweifel... hatte sie angenommen, das die Lüge, die sie bisher gelebt hatte, sie zu einem schlechteren Menschen machte? Sie hatte offenbar nicht gewusst, das es eine Lüge war. Erkannte sie nicht, das die Lüge wenig mit ihrem sympathischen Wesen zu tun hatte?
„Weisst du, was du werden willst? Magst du, wer du bist, in diesem Augenblick?“ Die Fragen hatten sie irritiert – sie hatte wohl nicht drüber nachgedacht – hatte gewiss nur das Riesenchaos gesehen – die Trümmer ihres Seins.
„Dann denke drüber nach, was du erreicht hast, aus eigener Kraft. Freunde die du gewonnen hast.
Und über die Wege, die dir offen stehen. Wenn eine Lüge als solche entlarvt wird, stehen einem
Wege offen. Dinge, die man vorher nicht wahrnahm. Möchtest du diese erkunden? Möchtest du sehen, wer du noch werden kannst?“
Seine Worte hatten wohl letztlich doch etwas in ihr berührt. Ihre Augen, erwacht aus dieser Lethargie, waren nun so ausdrucksvoll. Wilde Hoffnung in diesem Blick. Wagte sie, zu hoffen?
„Würdest du mich wieder erkennen? Würdest du...mich so akzeptieren?“
Der Blick streifte wieder über den Raben. Was für eine Frage... Er wusste so wenig von ihr. Durfte er doch nur mit ihr sprechen, wenn jemand dabei war. Und dann sprach man über Dinge, die wenig persönliche Natur hatten – ausser Cyrion erzählte von sich. Leah war in Gesellschaft von mehreren Personen schweigsam. Etwas, das ihm aufgefallen war. So sprach er davon, das er sie kennen lernen wollte, entsprach dies doch der Wahrheit. Einen jeden Wesenszug, Ihre Vorlieben, ihre Abneigungen. All die noch unbekannten Regungen in ihrem Gesicht. So wie jene kostbare Erinnerung – ihr schlafendes Gesicht in seinem Haus, als sie auf den Wolfsfellen vor dem Kamin lag.
Seine Antwort musste etwas in ihr gelöst haben. Sie war ruhiger geworden, wesentlich entspannter. Die Unsicherheit schwand zusehends. Und zum Dank erhielt er etwas, womit er nicht gerechnet hatte – einen Kuss auf die Wange. Ein Kuss – von ihr ausgehend! Er konnte sich nicht helfen, war rot geworden, das sogar seine Ohren sicher in einem satten Pink leuchteten.
Die Lage hatte sich hernach sehr entspannt... Sie wollte ihn nicht länger fortstossen, war wieder sicher, ihn an ihrer Seite haben zu wollen. Sie hatten gescherzt über das, was sie durften, was verboten sein mochte... Wieder ihre übliche Reaktion, wenn er etwas tat, was sie leise überforderte – als er von Gedichten und Minnegesang sprach. Ein feines Lächeln zeigte sich auf seinen Zügen. Ihre Reaktion... im feinem Nieselregen hatte er ihr einige Strophen von zwei Liedern vorgesungen. „Der Tropfen“ und „Dein Anblick.“ So aufgeregt sie war, so sehr sie ihn an ein aufgeregtes Tierchen erinnerte, das nach allein Seiten hin sicherte, ob auch niemand anders ihn hörte – so erfreut war sie doch auch insgeheim – wäre sie doch andererseits böse auf ihn gewesen, vermutlich wortlos davon geritten. So hatten sie den Abend friedlich beendet – hatte er sie noch zum Haus Elbenau geleitet.
Ja... der Abend war friedlich beendet worden. Und doch.... Es gab vieles, worüber er noch nachdenken musste. Vieles, was ihn beschäftigte. Fragen, auf die er Antworten erhoffte, sei es von Leah selbst oder von ihrer Familie... Familie. betrachtete er den Haushalt Elbenau als ihre Familie? Irgendwo schon. "Das kann heiter werden... mit dieser 'Familie'. Nachdenklich spielte er mit dem Raben, lies diesen an seinen Fingern schnäbeln. Was die Zukunft bringen mochte, konnte er nicht sagen. Aber er hatte vor, bei ihrer Zukunft nicht bloss nebenbei zu stehen und zu zu gucken. Was immer kommen mochte - er nicht zulassen, das sie ihm entglitt.
Dieselbe Luft wie jene, als er auf der Jagd unvermutet Leah angetroffen hatte. Er war angenehm überrascht gewesen. Ein Reh, das seinen Weg zu den endlosen Wiesen gefunden hatte. Aber recht weit entfernt von seinem schützendem Hain.
Er hatte einen Moment nur daran gedacht, weiter zu reiten – durfte er doch eigentlich nicht mit ihr reden... Doch... Warum in aller Götter Namen sich selbst verwehren, was einem ihr fremden Mann ohne weiteres gestattet wurde? So ritt er näher, doch drehte sie sich erst spät herum. Hatte sie ihn erst jetzt bemerkt? So tief in Gedanken versunken? Oder war es ihr egal? Nein, so tief in Gedanken versunken. Ihre verspäteter Griff zum Dolch sagte ihm dies. Es störte ihn eine Spur, das eine Leibwächterin sich so gehen liess, doch da ihm dies selbst passiert war... Als er ihr Gesicht sah, erkannte er, das etwas anders war. Er wusste nicht, was es war, konnte den Finger nicht drauf legen. War es ihr Blick, in dem kein Flackern zu finden war? Ihre farblose Stimme, dem die Atemlosigkeit fehlte? Die Ruhe, die sie umgab, die aber nicht wirklich etwas mit Ruhe zu tun hatte – sondern von etwas anderem herrührte? Ihre schwache Reaktion auf ihn? Ihre Aura, die anders war. Gefühllos, unberührt... gedämpft. Etwas fehlte. Die Abwesenheit von etwas, das ihr wichtig war. Was war passiert?
>Was ist passiert?< Er hatte sie dies auch an jenem Abend gefragt. Doch war sie ihm ausgewichen – wie in so vielen Dingen. Keinen Handkuss akzeptiert, seine Nähe meiden wollend. Keine wirklich zufrieden stellende Antwort auf seine Fragen. Knapp ihre Antworten und der Blick häufig gegen Küste wendend. Was sah sie dort in dieser weiten Leere. Vielleicht Seelenverwandtschaft? Eine weite Leere, nur Wasser und Himmel – und der Horizont eine Linie, eine Grenze, die nie erreichbar war, immer einen Schritt vorraus. Eine sichtbare Grenze, die nicht wirklich existierte... Welche Verwandtschaft sah sie... oder starrte sie einfach nur dorthin, weil dort nichts war, worüber sie nachdenken musste? Nichts das ablenkte? Wie er?
Tief atmete er ein und aus, die Augen nachdenklich schliessend, den weiten Himmel mit den wenigen Wolken ausschliessend. Was war mit ihr geschehen? Etwas in ihr, in ihrem Leben war definitiv zerbrochen. Sie wirkte Haltlos, dieser Welt entrückt. Als würde sie nicht länger dazu gehören. Und selbst die kleinste Anforderung an sie, wie etwa das Nachdenken und Antworten auf eine Frage – ein Kraftakt, der fast zuviel für sie war.
Gedanken, die sich im Kreis drehten, Fragen, die verweifelt nach Antworten suchten und doch keine fanden. Chaos... Leere... treibende Gedanken ohne Sinn und Zweck, tiefgehende Verwirrung... Dies alles sichtbar... oder nein, nicht wirklich sichtbar. Es waren Gedanken, Emotionen, die ihm in den Sinn kamen, wenn er sie sah, sah wie sie reagierte, hörte, wie sie ihm sagte, er würde nicht verstehen; sie selbst verstehe ja nicht. Dinge, die ihm bekannt vorkamen.
Hatte er so reagiert, als ihm das Wichtigste im Leben entrissen wurde? Seine Finger glitten über seine Brust, wanderten am Kragen unter das Hemd und zogen die Kette hervor, an dem ein einsamer Ring sich im Wind drehte. Eireen? Oder seine Frau Solveigh?
Was immer es war – sie hatte ihre Selbstsicherheit verloren. Hatte sich selbst verloren. Bis zu jenem Punkt, das sie ihm dies sagte. Cyrion wusste nicht, ob er bleich geworden war, oder ihm einfach nur die Züge entgleist waren – ihre Worte hatten ihn unerwartet getroffen.
„Vielleicht solltest du die Jagd beenden....das...das Ergebnis ist es nicht wert, Cyrion. Ich... ich muss mich verändern, um nicht zu fallen...in ein...Riesenschwarzes....Loch.“
Seine Gedanken waren in diesem Moment erstarrt, ihm war für einen Moment, als würde er in ein riesiges schwarzes Loch fallen, welches sich unter ihm auftat.
„Das... kann nicht dein...“
Empfindungen, welche ohne Umweg über den Verstand direkt aus seinem Mund geflossen waren. Seine Stimme tonlos bis auf die Fassunglosigkeit, die er empfand. Wo in aller Götter Namen war dieser Rückschluss ihrerseits entstanden?!
„Tut mir leid...“ Ihre Stimme leise, gedämpft, wie zur Zeit alles in ihr.
Seine geweiteten Augen verengten sich, ihm war, als würde ihr Umriss sich glassklar von allem anderen absetzen. Alles andere in den Hintergrund tretend – unwichtig geworden. Die Kiefer pressten sich unwillig zusammen – steifbeinig und ruckhaft ging er einen Schritt vor. „Das kann ich nicht akzeptieren!“
Ein Krächzen riss ihn aus seinen Gedanken und ein Vogel landete auf seinem Knie, welches er über das andere angewinkelte Bein gelegt hatte. >Murelay...< Sein Blick klärte sich auf, er war wieder im Hier und Jetzt. Seine Gestalt war angespannt... bewusst lockerte er die Muskeln in seinen Kiefern, seinen Armen, deren Hände er verschränkt hinter den Kopf gelegt hatte. Liess den Blick auf dem Vogel ruhen statt Löcher in den Himmel zu starren, als wäre dieser ein Gegner, der zu bekämpfen und nieder zu starren wäre. Er empfand dasselbe wie zu jenem Zeitpunkt. Widerwillen. Tiefgehender Widerwillen gegen diesen Entscheid. Unwillen, aufzugeben, der Wunsch gegen alles anzugehen, was sich ihm in den Weg stellte. Das selbe Gefühl, das in ihm entstand, wenn jemand anderer als sein Reh ihm sagte: du darfst nicht...! Und jetzt sie...
Was immer er vorgehabt hatte, als er auf sie zuging - sein Vogel hatte ihn vor möglichen Fehlern bewahrt. Sein Handeln hatte ihn abgelenkt, seinen Blick geklärt. Doch sie... Ihr Blick lag unbarmherzig auf ihm, als er von dem eingefangenem Murelay aufsah. Eine Fremde, die ihn anstarrte. Er begegnete ihrem Blick mit Entschlossenheit.
„Du weisst gar nicht, was ich die letzten Tage...was ich erkennen musste!“ Woher auch? Niemand sagte es ihm. Erneut liess er sich durch den Kopf gehen, was er weniges erfahren hatte.
Sie hatte irgendwas erzählt - und dann diesbezüglich etwas erfahren. Sprach von einem Loch, in das sie fiel. Von Leere, die sie erfüllte. Eine Nacht. Nur eine einzige Nacht und ihr Leben war umgeworfen. Wie lange brauchte es, einen Menschen zu brechen? Eine halbe Stunde, mehr nicht. Und dann? War sie danach allein gelassen worden? Er brauchte sie nur anzusehen, um zu wissen, das irgendein gut meinender Idiot sie allein gelassen hatte. Man liess einen zerbrochenen Menschen nicht alleine! Man zerbrach ihn nicht, ohne ihm auch sofort danach etwas zu geben, auf das er bauen konnte! Eine Regel, die nicht zu brechen war. Und irgendwer hatte sie bei seinem Reh gebrochen. Hatte sie allein gelassen. Wussten diese Menschen nicht, das ein gebrochener Mensch zu allem fähig war? Völlig unzurechnungsfähig? Das die meisten sich schlichtweg umbrachten? Er schüttelte leicht den Kopf.
Sie hatte Milady erwähnt. Darna von Elbenau... War sie jene, die sie zerbrach? Oder jene, die ihr in Zeiten der Not die Hand hinhielt? So oder so – Leah hatte ein unsicheres Ziel. Reichsritter werden. Unsicher deswegen in seinen Augen, weil sie immer noch nicht wusste, wer sie war oder werden wollte. Weil sie noch schwamm, ohne Land erreichen zu können. Doch war es etwas, woran sie sich vorerst festhalten konnte, um nicht unter zu gehen.
Wer hatte ihr eingeredet, das sie sich ändern musste? Was sollte sie ändern? Er kannte sie nicht gut genug, hatte zu wenig von ihr gesehen, wenn sie mit alltäglichen Dingen beschäftigt war. Doch was er gesehen hatte - ihre Reaktion auf Rafaels Entführung - oder als sie ihn gegen den Baum gepresst hatte, erfüllt von einer Ruhe, die er noch nicht kannte, Selbstbewusst gesagt hatte, was sie zu sagen hatte. Musste sie sich wirklich ändern? War sie wegen ihres Verlustes plötzlich nicht mehr die Leah Da'Karr, die er kannte? War sie schlecht, so wie sie gewesen war? Musste sie geändert werden, wie ein Zimmer, dessen Mobiliar aus der Mode war?
>Passend gemacht, damit sie sich einordnen kann. Wie grausam...<
Vorsichtig hatte er sich vorgetastet. Die falschen Worte konnten sie in Aufruhr versetzen... Allein die Frage, ob er mit Darna über sie sprechen durfte, war zuviel für sie. Er war sich nicht klar darüber, was sie an sich ablehnte. Oder ob es andere waren, die eine Eigenart an ihr ablehnten. Sie selber glaubte, ihre Meinung dazu wäre egal. War es wirklich egal, was sie zu sagen hatte, was sie dazu dachte? Hatte sie mit ihren Verlust auch ihren Wert verloren? Oder hatte ihr Wert von vornherein ihrer Meinung nach auf wackligen Füssen gestanden? Bargen ihre Antworten drum keine Sicherheit mehr? Weil sie nicht wusste, nach welchen Massstäben eine Antwort erstellen? Hatte sie ihre Massstäbe verloren? Seine Augen verengten sich, als er wieder in den Himmel starrte.
>Massstäbe erlernt man – sie werden in der eigenen Familie gebildet, von der Gesellschaft geprägt. Die Gesellschaft, mit der man sich umgibt. Hatte es etwas mit ihrer Familie zu tun?<
Er hatte nie nach ihrer Familie gefragt – sie hatte auch kaum etwas erzählt. Nachdenklich strich er sich eine vorwitzige Strähne aus dem Gesicht. Dies Versäumnis musste er nachholen. Wieder liess er seine Gedanken zu dem schweifen, was zwischen ihnen gesagt worden war.
„Mir ist es nicht egal. Mir ist es nicht egal, was mit dir passiert, was du fühlst. Du bist mir wichtig.“
War ihr klar, wie wichtig sie ihm war? Gewiss nicht. Es war ihm schwer gefallen... so schwer gefallen, sie nicht in den Arm zu nehmen. Hatte verflucht, das er diesen Eid abgegeben hatte, besonders jetzt, wo sie weinte...
"Und Löcher... Manchmal füllt man in diese... Man muss sich abstrampeln, um aus diesen wieder heraus zu kriechen und man ist nicht länger der, der man war, als man herein fiel. Doch eines ist gewiss sicher. Schafft man es, aus ihnen heraus zu kriechen, ist man gewiss stärker als vorher.“
Ihr Blick war so von Selbstzweifel beseelt gewesen. Ein Stechen war durch ihn hindurch gefahren – wie das Leid aus ihren Augen nehmen? Momente, in denen er Savea hasste.
„Ich bin nicht stark, Cyrion. Ich...ich würde dich nur mit hinunter reissen.“
Götter... er wollte ihre Hand nehmen und diese halten. Den folgenden Worten etwas geben, das über die blosse Symbolik hinaus ging.
„Dann halte ich dich. Bis du einen sicheren Griff hast, dich heraus zu ziehen... Du hast Mut... Den Mut, Dinge zu tun, obwohl du dich fürchtest. Ich denke, das du nicht abstürzen wirst.“
Ihr Blick war so undeutbar gewesen – doch hatte sie ihn immerhin angesehen. Dies war mehr als ihr ständiges Ausweichen – ihr gestresster Blick zum Meer.
Doch - ihre Zweifel waren nicht so leicht fort zu waschen. Er hatte arbeiten müssen, ihre Zuversicht wieder herzustellen. Ihren Glauben an sich selbst.
Wieder stellte sich ihm die Frage, was passiert war und welche Geschichte sie hatte. Dinge, die ihm in Bruchteilen von Sekunden klar geworden waren. Wenig Zeit, zu entscheiden, was er zu sagen hatte. Einzig besass er das Wissen, das mehr an ihr dran war. Und das liess er sie wissen. Sagte er ihr mit Wort und Tat. Erklärte ihr, dass ihr Verlust – welcher Art er auch immer war, ihr die Möglichkeit einräumte, Wahrheiten als solche zu erkennen. Sie konnte werden, wer sie sein wollte, wenn ihr nicht gefiel, wer und was sie war.
„Sehe, was du werden willst und gehe furchtlos darauf zu. Das du verloren hast, was dir wichtig war... es macht dich nicht zu einer Fremden. Du bist immer noch du selbst. Du warst es gestern, bist es heute und wirst es morgen sein. Leah Da'Karr. Eine wundervolle Frau mit einem grossen Herzen. Das ist, was ich in dir sehe - und was andere in dir sehen.“
Soviel Selbstzweifel... hatte sie angenommen, das die Lüge, die sie bisher gelebt hatte, sie zu einem schlechteren Menschen machte? Sie hatte offenbar nicht gewusst, das es eine Lüge war. Erkannte sie nicht, das die Lüge wenig mit ihrem sympathischen Wesen zu tun hatte?
„Weisst du, was du werden willst? Magst du, wer du bist, in diesem Augenblick?“ Die Fragen hatten sie irritiert – sie hatte wohl nicht drüber nachgedacht – hatte gewiss nur das Riesenchaos gesehen – die Trümmer ihres Seins.
„Dann denke drüber nach, was du erreicht hast, aus eigener Kraft. Freunde die du gewonnen hast.
Und über die Wege, die dir offen stehen. Wenn eine Lüge als solche entlarvt wird, stehen einem
Wege offen. Dinge, die man vorher nicht wahrnahm. Möchtest du diese erkunden? Möchtest du sehen, wer du noch werden kannst?“
Seine Worte hatten wohl letztlich doch etwas in ihr berührt. Ihre Augen, erwacht aus dieser Lethargie, waren nun so ausdrucksvoll. Wilde Hoffnung in diesem Blick. Wagte sie, zu hoffen?
„Würdest du mich wieder erkennen? Würdest du...mich so akzeptieren?“
Der Blick streifte wieder über den Raben. Was für eine Frage... Er wusste so wenig von ihr. Durfte er doch nur mit ihr sprechen, wenn jemand dabei war. Und dann sprach man über Dinge, die wenig persönliche Natur hatten – ausser Cyrion erzählte von sich. Leah war in Gesellschaft von mehreren Personen schweigsam. Etwas, das ihm aufgefallen war. So sprach er davon, das er sie kennen lernen wollte, entsprach dies doch der Wahrheit. Einen jeden Wesenszug, Ihre Vorlieben, ihre Abneigungen. All die noch unbekannten Regungen in ihrem Gesicht. So wie jene kostbare Erinnerung – ihr schlafendes Gesicht in seinem Haus, als sie auf den Wolfsfellen vor dem Kamin lag.
Seine Antwort musste etwas in ihr gelöst haben. Sie war ruhiger geworden, wesentlich entspannter. Die Unsicherheit schwand zusehends. Und zum Dank erhielt er etwas, womit er nicht gerechnet hatte – einen Kuss auf die Wange. Ein Kuss – von ihr ausgehend! Er konnte sich nicht helfen, war rot geworden, das sogar seine Ohren sicher in einem satten Pink leuchteten.
Die Lage hatte sich hernach sehr entspannt... Sie wollte ihn nicht länger fortstossen, war wieder sicher, ihn an ihrer Seite haben zu wollen. Sie hatten gescherzt über das, was sie durften, was verboten sein mochte... Wieder ihre übliche Reaktion, wenn er etwas tat, was sie leise überforderte – als er von Gedichten und Minnegesang sprach. Ein feines Lächeln zeigte sich auf seinen Zügen. Ihre Reaktion... im feinem Nieselregen hatte er ihr einige Strophen von zwei Liedern vorgesungen. „Der Tropfen“ und „Dein Anblick.“ So aufgeregt sie war, so sehr sie ihn an ein aufgeregtes Tierchen erinnerte, das nach allein Seiten hin sicherte, ob auch niemand anders ihn hörte – so erfreut war sie doch auch insgeheim – wäre sie doch andererseits böse auf ihn gewesen, vermutlich wortlos davon geritten. So hatten sie den Abend friedlich beendet – hatte er sie noch zum Haus Elbenau geleitet.
Ja... der Abend war friedlich beendet worden. Und doch.... Es gab vieles, worüber er noch nachdenken musste. Vieles, was ihn beschäftigte. Fragen, auf die er Antworten erhoffte, sei es von Leah selbst oder von ihrer Familie... Familie. betrachtete er den Haushalt Elbenau als ihre Familie? Irgendwo schon. "Das kann heiter werden... mit dieser 'Familie'. Nachdenklich spielte er mit dem Raben, lies diesen an seinen Fingern schnäbeln. Was die Zukunft bringen mochte, konnte er nicht sagen. Aber er hatte vor, bei ihrer Zukunft nicht bloss nebenbei zu stehen und zu zu gucken. Was immer kommen mochte - er nicht zulassen, das sie ihm entglitt.
-
Leah Katuri
"Es war mir eine Ehre euch kennen zu lernen werte Leah.
Folgt eurem Herzen UND eurem Verstand, dann stehen euch alle Wege offen."
Wieder und wieder huschte der Blick über die Zeilen, während das Lächeln immer breiter wurde und sich Nuance um Nuance vertiefte. Keinen Moment kam die Frage auf, wie das Zettelchen überhaupt seinen Weg in den Beutel gefunden hatte, wie er gar die Zeilen schreiben konnte, ohne dass sie...
Kurz riss ein Flattern, ein Gackern und das Gefühl eines Windstoßes in ihrem Gesicht sie aufblicken und umsehen. Die frühe Morgenluft hatte selbst ihren zähen Weg durch die Stallritzen gefunden und legte die Umgebung in feuchte, frische Kühle. Man spürte geradezu den nahen Winter, vor allem in solch frühen oder späteren Stunden. Rasch faltete sie den Zettel zusammen, ließ ihn im Beutel an ihrem Gürtel verschwinden und griff nach der Schüssel mit dem Getreide, die sie neben sich abgestellt hatte auf einem der Pfosten. Die Tiere hatten geradezu anhänglich wohl ihre Chance gesehen und Flugangriffe auf die Schüssel unternommen. Zwar hatten sie die Schüssel nicht hinunterbekommen, jedoch wieder ihre Aufmerksamkeit erringen können und so handelte es sich nur noch um Sekunden, bis die Körner ihren Weg zum Boden und der Futternäpfe fanden. Einen Moment betrachtete sie noch das Scharren und Picken der Tiere, erfreute sich an den kleinen Dingen, wie sie dort um ein Korn stritten oder stolz und zufrieden über den Boden stolzierten. Sorgsam sammelte sie die restlichen Eier ein und ging zurück zum Anwesen. Ein Bild kam ihr vor Augen, als sie in die Küche trat: Das strahlende Gesicht Cyrions...dieses überaus zufriedene Lächeln, dieser Glanz der Freude in seinem Blick. Hatte sie überhaupt jemals so ein Lächeln, so einen Blick von ihm gesehen? Momente zuvor hatte sie noch so ernst, so ruhig mit ihm gesprochen.; wollte sie ihm alles erzählen, hätte Wort für Wort aneinandergereiht, damit er wusste, wen er vor sich hat und nicht mehr haderte, dass sie sich verlor. Und dann die fremde Stimme, eine Gestalt, ein Mann, der ihr ganz und gar unbekannt war...und bei Cyrion zum größten Stimmungswechsel führte, den sie sich vorstellen konnte.
Langsam setzte sie etwas Wasser auf und ließ es am Feuer in der Küche erwärmen. Sie hatte es die Nacht über an gelassen, damit die Küche zumindest schon etwas Wärme in den Räumen verbreiten konnte und so musste sie nur etwas Holz nachlegen statt das Prozedere des Feuer entzündens durchzuführen. Ob Malachai auch ein Funken für Cyrion ist? Bei dem Gedanken musste sie unwillkürlich auflächeln. Sie hatte jenem Herrn so misstraut, allein die Sache, dass sie immer noch nicht recht die Entführung verstanden hatte. Doch Marick ging es gut und das Versprechen aus seinem Mund, er werde sie besuchen, stimmte sie ruhig. Er war nicht aufdringlich, ließ sie reden...die Fragen dezent. Ein kurzes Seufzen verließ den Mund, während sie einen Stuhl vom Tisch etwas an die Feuerstelle rückte und sich drauf setzte, einen Fuß auf der Sitzkante abgestützt, sodass sie ihren Kopf auf das angewinkelte Knie ablegen konnte.
Es war verrückt. In den letzten Tagen, Wochen, hatte sie so viel Eindrücke aufnehmen, Neues akzeptieren und lernen müssen. Sie war wirklich den Abend aufbrausend gewesen, vielleicht auch apathisch, doch hätte sie nie gedacht, dass Cyrion je beginnen würde, in derlei Nachdruck von Eluive und ihrem Dasein zu reden. Ob er sich einredete, dass sie von diesem....diesem Kerl wirklich angegriffen und mit Zweifeln gestreut wurde? Sie hatte den Zweifel abgeschüttelt, wollte ihn nicht zulassen. Liralias, Darnas Worte....sie hatten ihr zumindest wieder etwas Ruhe geschenkt und mit der Zeit konnte man gesprochene Worte besser reflektieren. Schon früh, als sie noch die Geschichten der Mutter gehört hatte, begann sie, die Sachen sich zu merken. Wer nicht schreiben konnte, der behielt sich die Dinge im Kopf. Es war zumindest eine ihrer Fähigkeiten, die sie schon seit Urzeiten zunutze machen konnte: Dass sie schlecht vergaß. Fähigkeit und Fluch, eine Tatsache, die kaum zu bestreiten war.
Das Wasser brodelte langsam auf, ließ sie aus ihren Gedanken ein weiteres Mal herausreissen und den Kessel rasch vom Feuer nehmen. Der Stuhl trudelte gefährlich einmal hin und her, verschonte sie dann doch in ihrem Ungeschick und blieb glücklicherweise stehen. Ein weiteres Phänomen, was sie langsam einstellen müsste: Ihre Vorliebe für Ungeschicke. Eigentlich war sie wirklich dankbar, dass sie gestern nicht in den Brunnen gefallen und sich nochmal halten konnte, während sie so redeten. Wieder ein leises Seufzen, während sie versonnen den Kessel betrachtete. Dieser Mann war immer noch ein einziges Mysterium für sie. Im ersten Moment konnte er entspannt über die Götter und die Welt reden, im nächsten sich im größten Fettnapf wiederfinden, den es nur zu finden gab. Sie hatte nicht des Mitleids wegen von dem Tag der Trauung geredet und erzählt, wie sie sich gefühlt hatte. Lediglich das Nachfragen Malachais und dass sie sich ungewohnt sicher vorkam, ließ sie offen reden. Die ganze Zeit hatte ihr Blick Cyrion gesucht, ihm die Worte geschenkt gar. Hatte er verstanden, dass sie ihm vertraute? Sie wollte ihm zeigen, dass er es konnte...wie sie es sich aber auch bei manch andrem Menschen wünschte. Die Andeutungen, der Bericht zur Eluivetrauung und dem anschließenden Essen wurde jedoch wohl anders aufgenommen und umso mehr röteten sich wieder die Wangen bei dem bloßen Gedanken. Die Stimme war laut genug am Tisch, die Stille drumherum hatte ihr übriges getan: „Ist es noch wegen Darna? Immer noch trübe Gedanken?“
Ruhig goss sie den Tee auf und setzte sich wieder auf den Stuhl, das Lodern der Flammen betrachtend, während die Hände sich an dem Becher wärmten. Warum hatte Malachai und nicht er erkannt, wie unangenehm es ihr sein musste? Erst jetzt, im Nachhinein, war ihr erst aufgefallen, wie unbekümmert Cyrion eigentlich von ihnen sprach. Darna....Adrian...hohe Herrschaften beim Vornamen zu nennen, eine Sache, die so gar nicht in ihr Bild passte. Doch sie wusste, dass beide, Malachai und Cyrion, die Welt mit anderen Augen sahen. Adel war für sie nicht mehr, nicht wichtiger als jeder andere Mensch. Malachai erwähnte etwas...Selbst sie haben das gleiche Blut in sich wie jeder normale andre Mensch auch...
Langsam zog sie die Luft ein, erhaschte so den unaufdringlichen Geruch des Tees und seiner Süße. Er sah die Welt anders...und trotzdem passte er sich an, um sie sehen zu können. Sie wusste nicht, ob sie sich geehrt fühlen sollte...wollte er, dass sie sich dann auch an seine „Welt“ anpasste? Sie würde es nur in Maßen können, nach und nach, wenn sie sicherer in ihrem Weg wurde, sicherer mit sich selbst. Es gab viele, die an sie glaubten...selbst ein Mann, den sie kaum kannte. Wieder und wieder versuchte sie den Sinn in dem ganzen zu sehen und fast automatisch ging der Griff nochmal zum Beutel, holte das Zettelchen hervor und ließ es in den Finger kreisen. Ein Nippen am Becher, der Blick immer noch auf das Zettelchen in der anderen Hand zugewendet, schossen ihr wieder Worte von ihm in den Kopf: „So grinst er, seit er euch sah...Er erzählt ständig von euch!“ Sie hatte ihn noch nie so Grinsen gesehen, doch sein Lächeln, sein Blick...Langsam atmete sie langgezogen aus, den Becher leicht im Schoß drappierend. Es hätte nicht geschickter kommen können. Sie, auf dem Weg, ausgebildet zu werden, während sie ihr Herz an einen Freigeist verloren hatte. Er sagte, er respektiere ihren Weg, doch stimmte jenes? Nur allzugut drang das Versprechen auf, dass er ihren Rücken freihalten würde, selbst im Kampf. Die Nase krauste sich leicht verziehend bei dem Gedanken. Sie konnte sich ihn einfach nicht vorstellen neben sich in einem Kampf, wollte es auch nicht. In ihren Augen würde er nie ein Kämpfer sein, selbst mit all den versteckten Waffen, die er stets bei sich trug...und welches sie wohl weiterhin eher skeptisch betrachte würde denn akzeptierend.
Langsam erhob sie sich, den Zettel wieder in den Beutel steckend, während sie einen etwas größeren Schluck vom Tee nahm und den Becher auf den Tisch stellte. Der Tag war noch früh, die meisten schliefen noch, erholten sich. Sie wusste nicht, ob Milady überhaupt da war, zu rasch war sie am Abend eingeschlafen, mit einem erholsamen Lächeln. Vielleicht hatte sie sich getäuscht, sich etwas eingeredet. Es würde gut werden...sie hoffte es.
Leise suchte sie ihren Umhang an der Garderobe, friemelte ihn sich um und drückte sich wieder durch den Türspalt. Ein leichtes Lächeln gen Domenys, die leisen Worte an sein Ohr dringen lassend: „Bin bald wieder da.“ Noch bevor die Frage nach dem Wohin aufkam, war sie schon bei ihrem Hengst und aufgesessen. Die ersten Versuche im Galopp erwiesen sich holprig, jedoch hatte sie auch Zeit und konnte so zur Not das Tempo mindern, während sie durch den Wald ritt. Schon bald tat sich der Waldrand auf und in der Ferne sah sie das ihr bekannte Häuschen, aus dem fad ein Rauchschleier aus dem Kamin herausdrang. Ein sanftes Lächeln stob über die Lippen, ein beruhigtes Ein und Ausatmen. Nein, näher heran wollte sie nicht, es tat nur gut, zu wissen, dass er dort war. Als würde sie ihn einen Moment spüren...
Die Sonne hatte schon ihren Weg gänzlich herausgefunden, als sie endlich sich umwand und zurück ritt. Sie würde noch einmal die Küste entlang reiten, so wie sie es oft tat in letzter Zeit. Nur...dass sie heute auch einmal üben würde und das Lamm unter sich wohl ehe verzweifeln lassen würde.
- Malachai Schwarzmourne
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- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Langsam erhob sich die Sonne aus der Ferne, empor, seine Arme über das Land ausstreckend, als wolle Sie alles und jeden berühren.
Malachai blickte weiterhin auf die Kette in seiner Hand, ehe er dann nach vorne starrte, über die Wälder in Richtung der Berge.
Sein eines Bein angewinkelt, dass andere schlapp herabhängend vom Aste, auf welchem er saß, angelehnt an den mächtigen Baumstamme der alten Eiche.
Seine Gedanken entsannen sich wieder an Cyrion.
Ja, er war fröhlich, so fröhlich, wie schon lange nicht mehr. Es fiel ihm schon auf, als Sie sich nach langer Zeit wieder sahen, selbst wenn die Umstände nicht ganz so schön gewesen waren.
Jenes lächeln, welches sich in den Kopf Malachais eingebrannt hat...es stimmte ihn ruhig, ja, er freute sich für seinen Bruder...schliesslich hat er es verdient, eine Frau zu finden, die für ihn die richtige war.
Schön und Klug zu gleich, verletzbar, doch auch bestimmend...Leah...sie wüsste, wie man mit Cyrion umgehen müsste, würde aber dabei sicherlich ihre weiblichen Adern behalten.
Er lernet Sie kennen, er hatte es Cyrion schon so oft versprochen und es war das mindeste, was er für seinen Bruder tun konnte...schliesslich...bedachte man, was er tat...
Er überraschte ihn, auf diesem Fest des Adels.
Darna und Adrian...geheiratet...dieser Gedanke war schon so absurd...wer hätte gedacht, dass die alte Ritterin, jene, in welcher sicherlich auf dem Felde mehr Männlichkeit steckte als bei vielen anderen, auch eine weibliche Seite besitzt, gar lieben, mehr noch fühlen könnte.
Ihm ging er schlag von Darna in den Kopf...wüsste Sie bloß um seine Gedanken...doch ein Glück, Gedankenlesen wäre nie ihre stärke.
Dann schweifen Sie ab...zu Florence...Hudgarrs verstorbene Frau...ja...verstorben...Hudgarr, sein guter, alter Freund und Kampfgefährte...es brach Malachai doch einige Zeit lang das Herz, dass sich ihre Wege trennten...doch Hudgarr...ja...er passt zu diesem Adel...als Amarth war er schon immer für Besseres bestimmt...nicht so wie Malachai.
Es tat ihm auch ein wenig Leid um Florence, selbst wenn Sie sich nicht mochten, im Gegenteil, eher hassten...hatte sie solch einen Tot verdient?
Wieder geht sein Blick auf die Kette, er seufzt....Inara...Melora...er hatte Sie gefunden...zumindest das, was von ihr übrig ist...sie ist...ein anderer Mensch...doch es soll nicht Cyrions Last sein...nein...er war glücklich...er hatte allen Grund dafür...
Leah...so zerbrechlich...so voller Sorgen...in sich geschlossen...ängstlich vor dem, was aus ihr wird, ihrem Wege, so ungewiss, gebeutelt von ihrer Vergangenheit...
Ja, Malachai hat sie genaustens beobachtet diese Nacht...ausgeschlossen...davor hat Sie Angst...etwas falsches zu tun...zur falschen Zeit...vor den falschen Leuten...
Der Adel, Malachai wusste, welch Druck von ihm ausgehen kann...sie mit ihren Anstanden..ihren Ettiketten von feinen benehmen...es war ihm zu wieder.
Er konnte sich nie mit ihnen anfreunden, er wollte Es nie...im Gegenteil...waren doch viele seiner Opfer in der Zeit adlige gewesen...sicher, sie hattes es verdient...er hätte sie auch getötet, wenn Sie einfache Bauern gewesen wären...doch dem war nicht so und ja, man kann ein wenig den Charakter eines Menschen klassifizieren, wenn er einer gewissen Gruppe angehört.
Doch Leah...nein, sie war nicht so...sollte Sie, warum auch immer, adlig werden...sie würde ihre menschliche, ihre gute Seite behalten.
Sie redeten viel...Cyrion, er war so fröhlich, er wiederholte oft, wie schön es war, seine liebsten Menschen bei sich zu haben...und Malachai...ja...das Gefühl kehrte langsam wieder...das Gefühl von Geborgenheit...von der Familie...er verlor viel, doch er besass noch genug.
Er zeigte sich von seiner besten Seite, es wunderte ihn, das er sich noch gut benehmen konnte, doch bei Leah, fiel es ihm nicht schwer. Dennoch, sollte es weiterhin so gut zwischen Cyrion und ihr klappen, ja, sollten Sie eine glückliche Zukunft haben, sie, als Ritter des Reiches, er als ihr Ehemann, Sie würde irgendwann wissen wollen, wer Malachai genau ist, was er macht...
Er hofft, dass dies nicht geschieht.
Ein Ritter...ein Schatten...die Defizite mögen zu stark sein...was mag alles geschehen, wenn Sie nur...
Nein...er ist kein Schatten mehr...sie wird es nie erfahren...er will nicht der Grund sein, weshalb Cyrion sich zwischen der Frau, die er liebte, entscheiden müsse und seinem Bruder.
Langsam stieg Malachai hinab vom Baume, Schattenhuf kam herangetrabt, wie als wüsste er, dass nun die Zeit der Heimreise war.
Es war merkwürdig, Schattenhuf, solch edles Geblüte, ein eigensinniges Ross...und dennoch, es erlaubte Leah, auf ihm zu reiten.
Er hatte ein gutes Gespür für Menschen, dem war Malachai sich bewusst, und selbst wenn er ihr einen Schrecken einjagde, wusste Malachai, dass er seiner Reiterin nur imponieren wollte.
Sie ritten nach Bajard, zum Hafen, um dann nach Lameriast zu segeln.
Marick, er wird bald wach und dann wird er quengelig. Ausserdem konnte er Sienara nicht noch mehr zumuten, sie sitzt sicherlich immer noch mit Andreas neben der Wiege und wartet.
Er würde bald einen Ausflug machen, der Kleine...zu einer Frau, die sich um ihn sorgte, obwohl Sie ihn nicht kannte. Sie vermisse ihn, Leah, und wolle ihn gerne wieder sehen.
Ihr wunsch soll erfüllt werden, Marick, er soll guten Kontakt haben, umgeben sein von barmherzigen und Liebevollen Menschen. Sie sollen ihm das geben, was Malachai schwer geben kann.
Sicher, er liebte seinen Sohn, doch er konnte diese Liebe nicht gegenüber anderen Menschen vermitteln. Sein Sohn, er soll nicht in der Kälte und Bitterheit seines Vaters aufwachsen, nein, Leah, Cyrion, Selina, Sienara...all jene Menschen...Sie werden ihren Teil dazu beitragen und Malachai wusste, er könne ihnen vertrauen.
Er bestieg das Schiff, der Kapitän hiesst die Segel und macht die Leinen los. Der ruhige Wind der See, vom Salz des Meeres inspiriert, weht leicht durch sein Haar.
Adel...wieder dieser Adel.
Eine Anstandsdame für Cyrion...der "Drache", wie er Sie nannte...nun gut...vielleicht sollte Malachai sich noch einmal damit beschäftigen, ansonsten weiß sein Bruder, dass er sich freut für ihn und nur sein bestes will, egal was kommen mag, Cyrion liebt diese Frau, ohne Zweifel, also wird Malachai auch für Sie da sein und dafür sorge tragen, dass ihrem gemeinsamen Glücke nichts im Wege stehe.
Verdient hat er es...und so wie er Leah einschätzt, hat Sie es dies auch.
Malachai blickte weiterhin auf die Kette in seiner Hand, ehe er dann nach vorne starrte, über die Wälder in Richtung der Berge.
Sein eines Bein angewinkelt, dass andere schlapp herabhängend vom Aste, auf welchem er saß, angelehnt an den mächtigen Baumstamme der alten Eiche.
Seine Gedanken entsannen sich wieder an Cyrion.
Ja, er war fröhlich, so fröhlich, wie schon lange nicht mehr. Es fiel ihm schon auf, als Sie sich nach langer Zeit wieder sahen, selbst wenn die Umstände nicht ganz so schön gewesen waren.
Jenes lächeln, welches sich in den Kopf Malachais eingebrannt hat...es stimmte ihn ruhig, ja, er freute sich für seinen Bruder...schliesslich hat er es verdient, eine Frau zu finden, die für ihn die richtige war.
Schön und Klug zu gleich, verletzbar, doch auch bestimmend...Leah...sie wüsste, wie man mit Cyrion umgehen müsste, würde aber dabei sicherlich ihre weiblichen Adern behalten.
Er lernet Sie kennen, er hatte es Cyrion schon so oft versprochen und es war das mindeste, was er für seinen Bruder tun konnte...schliesslich...bedachte man, was er tat...
Er überraschte ihn, auf diesem Fest des Adels.
Darna und Adrian...geheiratet...dieser Gedanke war schon so absurd...wer hätte gedacht, dass die alte Ritterin, jene, in welcher sicherlich auf dem Felde mehr Männlichkeit steckte als bei vielen anderen, auch eine weibliche Seite besitzt, gar lieben, mehr noch fühlen könnte.
Ihm ging er schlag von Darna in den Kopf...wüsste Sie bloß um seine Gedanken...doch ein Glück, Gedankenlesen wäre nie ihre stärke.
Dann schweifen Sie ab...zu Florence...Hudgarrs verstorbene Frau...ja...verstorben...Hudgarr, sein guter, alter Freund und Kampfgefährte...es brach Malachai doch einige Zeit lang das Herz, dass sich ihre Wege trennten...doch Hudgarr...ja...er passt zu diesem Adel...als Amarth war er schon immer für Besseres bestimmt...nicht so wie Malachai.
Es tat ihm auch ein wenig Leid um Florence, selbst wenn Sie sich nicht mochten, im Gegenteil, eher hassten...hatte sie solch einen Tot verdient?
Wieder geht sein Blick auf die Kette, er seufzt....Inara...Melora...er hatte Sie gefunden...zumindest das, was von ihr übrig ist...sie ist...ein anderer Mensch...doch es soll nicht Cyrions Last sein...nein...er war glücklich...er hatte allen Grund dafür...
Leah...so zerbrechlich...so voller Sorgen...in sich geschlossen...ängstlich vor dem, was aus ihr wird, ihrem Wege, so ungewiss, gebeutelt von ihrer Vergangenheit...
Ja, Malachai hat sie genaustens beobachtet diese Nacht...ausgeschlossen...davor hat Sie Angst...etwas falsches zu tun...zur falschen Zeit...vor den falschen Leuten...
Der Adel, Malachai wusste, welch Druck von ihm ausgehen kann...sie mit ihren Anstanden..ihren Ettiketten von feinen benehmen...es war ihm zu wieder.
Er konnte sich nie mit ihnen anfreunden, er wollte Es nie...im Gegenteil...waren doch viele seiner Opfer in der Zeit adlige gewesen...sicher, sie hattes es verdient...er hätte sie auch getötet, wenn Sie einfache Bauern gewesen wären...doch dem war nicht so und ja, man kann ein wenig den Charakter eines Menschen klassifizieren, wenn er einer gewissen Gruppe angehört.
Doch Leah...nein, sie war nicht so...sollte Sie, warum auch immer, adlig werden...sie würde ihre menschliche, ihre gute Seite behalten.
Sie redeten viel...Cyrion, er war so fröhlich, er wiederholte oft, wie schön es war, seine liebsten Menschen bei sich zu haben...und Malachai...ja...das Gefühl kehrte langsam wieder...das Gefühl von Geborgenheit...von der Familie...er verlor viel, doch er besass noch genug.
Er zeigte sich von seiner besten Seite, es wunderte ihn, das er sich noch gut benehmen konnte, doch bei Leah, fiel es ihm nicht schwer. Dennoch, sollte es weiterhin so gut zwischen Cyrion und ihr klappen, ja, sollten Sie eine glückliche Zukunft haben, sie, als Ritter des Reiches, er als ihr Ehemann, Sie würde irgendwann wissen wollen, wer Malachai genau ist, was er macht...
Er hofft, dass dies nicht geschieht.
Ein Ritter...ein Schatten...die Defizite mögen zu stark sein...was mag alles geschehen, wenn Sie nur...
Nein...er ist kein Schatten mehr...sie wird es nie erfahren...er will nicht der Grund sein, weshalb Cyrion sich zwischen der Frau, die er liebte, entscheiden müsse und seinem Bruder.
Langsam stieg Malachai hinab vom Baume, Schattenhuf kam herangetrabt, wie als wüsste er, dass nun die Zeit der Heimreise war.
Es war merkwürdig, Schattenhuf, solch edles Geblüte, ein eigensinniges Ross...und dennoch, es erlaubte Leah, auf ihm zu reiten.
Er hatte ein gutes Gespür für Menschen, dem war Malachai sich bewusst, und selbst wenn er ihr einen Schrecken einjagde, wusste Malachai, dass er seiner Reiterin nur imponieren wollte.
Sie ritten nach Bajard, zum Hafen, um dann nach Lameriast zu segeln.
Marick, er wird bald wach und dann wird er quengelig. Ausserdem konnte er Sienara nicht noch mehr zumuten, sie sitzt sicherlich immer noch mit Andreas neben der Wiege und wartet.
Er würde bald einen Ausflug machen, der Kleine...zu einer Frau, die sich um ihn sorgte, obwohl Sie ihn nicht kannte. Sie vermisse ihn, Leah, und wolle ihn gerne wieder sehen.
Ihr wunsch soll erfüllt werden, Marick, er soll guten Kontakt haben, umgeben sein von barmherzigen und Liebevollen Menschen. Sie sollen ihm das geben, was Malachai schwer geben kann.
Sicher, er liebte seinen Sohn, doch er konnte diese Liebe nicht gegenüber anderen Menschen vermitteln. Sein Sohn, er soll nicht in der Kälte und Bitterheit seines Vaters aufwachsen, nein, Leah, Cyrion, Selina, Sienara...all jene Menschen...Sie werden ihren Teil dazu beitragen und Malachai wusste, er könne ihnen vertrauen.
Er bestieg das Schiff, der Kapitän hiesst die Segel und macht die Leinen los. Der ruhige Wind der See, vom Salz des Meeres inspiriert, weht leicht durch sein Haar.
Adel...wieder dieser Adel.
Eine Anstandsdame für Cyrion...der "Drache", wie er Sie nannte...nun gut...vielleicht sollte Malachai sich noch einmal damit beschäftigen, ansonsten weiß sein Bruder, dass er sich freut für ihn und nur sein bestes will, egal was kommen mag, Cyrion liebt diese Frau, ohne Zweifel, also wird Malachai auch für Sie da sein und dafür sorge tragen, dass ihrem gemeinsamen Glücke nichts im Wege stehe.
Verdient hat er es...und so wie er Leah einschätzt, hat Sie es dies auch.
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
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Cyrion Sha´Ar
"Uhhh..." Die Finger wanderten zu seinem Gesicht hoch. Der Arm war so schwer, das sie ihm über die Wange schleiften, bevor er sie über die Augen legen konnte. >Hell... so Hell...< Wer hatte die Vorhänge aufgezogen? Sein Kopf dröhnte, ein dumpfer Schmerz, der bei jeder Bewegung vor Freude in die Hände klatschte und mit einem Mordshammer gegen die Innenseite seines Schädels schlug. Sein Körper fühlte sich schwer an, bleiern. Selbst sein Denken wurde zur Last, waren seine Gedanken klebrig, als hätte sie jemand mit Harz eingestrichen. Er öffnete ein verklebtes Auge, blinzelte einen Moment zwischen den Fingern hindurch, schloss es dann wieder. Sein Wohnzimmer. Vor dem Kamin. Warum war er hier? Was hatte er... Fetzen von Erinnerungen zeigten sich hier und da und er stöhnte leise, leidend. Er hatte sich gestern die Kante gegeben... fast eine Flasche Whiskey alleine geleert. Warum? >Oh...< Er erinnerte sich... leider. Das hatte er also vergessen wollen... Der Streit mit Leah. Leah, eben noch anschmiegsam und süss - ein falscher Satz und sie explodierte. Vorwürfe kamen und gingen durch sein lückenhaftes Gedächtnis.
...Du hättest jederzeit etwas tun können! Du hast doch sonst immer Waffen versteckt!... Wie konntest du nur?! ...Sie gestern mittag angepflaumt... besser gewesen wäre, hätte man mich getötet... sie ist wie eine Schwester für mich...
Wie oft hatte er versucht es ihr zu erklären? Lira sass in Khaz' Zelle - er hatte gar nichts tun können. Nichts... Khaz war wütend auf ihn gewesen, weil er - Cyr etwas gesagt hatte, das er in dieser Weise nie hätte zu ihm sagen dürfen, wenn seine Leute ihn umgaben. Er hatte nicht daran gedacht - war zu sehr in seinem eigenen ohnmächtigen Zorn auf Liralia verrannt, welche in an diesem einen Tag in Bajard gewesen war. Dort gewesen war, ihn kannte... und dennoch nichts getan hatte, um ihn gehen zu lassen. Ihm war nicht klar gewesen, das sie nichts gewusst hatte. Ihr keiner etwas gesagt hatte von Leahs Verschwinden - das aber war ihm erst bewusst geworde, nachdem Khaz Kinnhaken ihn beinahe zu Boden geschickt hatte. Er hatte Glück gehabt, das es nur ein Haken gewesen war. Und nicht Zeit zum nachdenken in einer seiner Zellen.
Was hätte er tun sollen? Wütend wie Khaz auf ihn war, noch bitten - gar fordern, das Lira frei kam? Er hätte Prügel kassiert... Zellenaufenthalt... Hätte er Khaz mit einem Dolch bedrohten sollen? Den Burgherren mit einer Burg grösser als Rafaels seine? Einer Burg voll von Khaz Leuten? Er und Lira wären nicht davon gekommen, ohne das einer von ihnen ein paar Bolzenschüsse abbekommen hätte. Vielleicht noch eine Auspeitschung dazu. Lira hätte es ihm sicher gedankt... mit ihrem Schwert in seinem Bauch. Nein - er hatte gar nichts tun können. Absolut nichts...
Eine weitere Erinnerung flog durch seinen Geist, liess seine Stirn Falten schlagen und ihn die Augen öffnen. Sein Blick ging leer zur Decke, während die Geschehnisse vor seinem inneren Auge abliefen. Leah, wie sie vor ihrer Komode stand, nach Sachen kramte, die jemand wohl vorsorglich entfernt hatte. Sie, wie sie in ihrem Zustand, offensichtlich vorhatte, los zu reiten um... Khaz zu finden und zusammen zu schreien? Lira finden? Sie wusste es selbst nicht. Aber sie wollte etwas tun.... Ihrem Gesichtsausdruck nach, stand 'Cyr erwürgen' auch auf der Liste. Doch was, wenn sie ging, verletzt wie sie war? Er musste sie aufhalten, doch.. nein, er konnte nicht die Hand gegen sie heben, um sie zur Vernunft zu bringen. Würde es wohl nie können.
Er konnte nur an ihre Vernunft appelieren. Das was Darna mit sicherheit tun würde, würde sie dies Haus verlassen. Seine eigenen Worte kamen ihm in den Sinn, liessen ihn die Augen wieder schliessen.
Sie verbietet mir den Umgang mit dir, wenn ich nicht mal dafür sorgen kann, das du im Bett bleibst.
Aye... Darna würde dies tun... Vor allem, wenn er Schuld daran war, das sie überhaupt loszog, irgendwen zu strafen. Wenn ihre Wunden wieder aufbrachen. Wenn... sie in Gefahr geriet. Ihre Wunden waren wieder aufgebrochen. Gut möglich, das Darna immer noch ihm jeglichen Umgang mit ihr Verbot. Sie nicht mehr alleine liess. Was hätte er tun sollen? Sie hochheben und ans Bett fesseln? Ernsthaft? Sie niederringen, einen Schluck von dem Schlaftrunk nehmen und sie mittels eines Kusses zwingen, diesen zu trinken? War er überhaupt stark genug, das er sie wirklich schlafen liess und nicht bloss schläfrig werden liess? Was immer ihm einfiel, das letztliche Endergebnis wäre ihr Hass auf ihn gewesen. Verachtung... Vielleicht der Verlust ihres Vertrauens. Das Ende vom Lied...
Ich werde dich vielleicht nicht mehr wieder sehen dürfen...
Sie hatte mit bitterer Stimme geantwortet, wie ungerecht dies sei. Es war unfair... Unfair, das ihre Wunden trotz seines vorsichtigen Vorgehens, sie zu beruhigen, aufgebrochen waren. Das ihr Verband durchblutete. Das er keine Ahnung hatte, wo ein Heiler zu finden war. Das niemand ausser diesem kleinen Rotzlöffel im Haus war. Das sie wenig Erfahrung mit Wunden hatte... Das die Wunde hoch an ihrem Oberschenkel lag... Und das aus diesem Grund Leah sich mit Bitterkeit und Tränen dagegen wehrte, das er sich dies ansah. Er konnte sie nicht mal verbinden - sah sich gezwungen, aus dem Raum zu treten, damit Leah die Wunde selbst in Augenschein nahm. Das einzige, was er machen konnte, war ihr Versprechen ab zu nehmen, das sie ihm Bescheid sagte, wenn sie die ehrliche Meinung hatte, das die Verletzung über ihre Fähigkeiten hinaus ging. Er hatte nur noch eines tun können... Vor der Tür sitzen und zuhören, wie sie durch das ganze Haus brüllte, er solle Verschwinden.
Er fühlte sich so ungerecht behandelt... Hatte sich schon bei ihren Vorwürfen so gefühlt. Lira... immer Lira... Lira, ihre 'Schwester', die ihr so wichtig war. Da konnte Cyrion verprügelt werden, in Ketten liegen, ausgepeitscht werden... Egal, hauptsache, er hatte versucht, zu verhindern, das eins ihrer kostbaren Haare auch nur gekrümmt wurde!
Er - er war der Schuft, der nichts gesagt hatte, der nichts getan hatte. Der nichts erzählte. Nicht mal den Schneid hatte, Fragen zu stellen, sondern darauf wartete, das Leah ihm von sich aus erzählte, was sie belastete. Seine Güte, seine Nachsicht, die Zurückhaltung, die er übte - all das ein Fehler? All das eine Schwäche in den Augen seines Mädchens?
Er drehte sich um, ächzend und mit dicken Schädel. Götter... Hätte er doch Wein genommen und nicht den guten teuren Whiskey... Mühsam richtete er sich auf, zog, die Beine an, liess den Kopf hängen, als er auf allen vieren einen Moment verhielt, gegen die Übelkeit ankämpfend, die seinen Magen zusammen krampfen liess. >Zur Hölle mit Lira...< Er ächzte erneut und griff nach dem Tischbein des Küchentischs, zog sich daran hoch. Götter... sein Kopf platzte... Er verhielt einen langen langen Moment, stöhnend vor Schmerz. Nie wieder mit Whiskey die Kante geben... Als er glaubte, alleine stehen zu können, schlurfte er vorsichtig, sehr langsam und den Kopf auf keinen fall bewegend, zur Tür. Öffnete diese... Und blinzelte in die Vormittagssonne... Er hatte den Morgen verpasst. Es war bald Mittag. Die Nebel, die er sonst ganz gerne sah, die Fröste, die ab und an schon morgens auftauchten - alles vergangen. Dennoch, die Luft war kalt. Beissend. Aye... es musste Frost gegeben haben. Die kalte Luft ernüchterte ihn mehr als es ein Eimer kaltes Wasser getan hätte. Die frische Luft liess ihn noch etwas wahrnehmen... er stank nach Whiskey... Speichel sammelte sich in seinem Mund, als er noch ein paar Schritte ging, zu seinem Turm herüber. Oh verdammt... er würde sich bald wieder hinlegen müssen. Sonst würde er sich des Whiskeys schneller entledigen, als selbst ein magisch begabter Heiler es konnte. Die wenigen Stufen hoch... die Tür öffnen... Er verblieb für einige Momente im Türrahmen, lehnte sich an diesen, mühsam schluckend. >Bitte nicht... Bitte nicht... Ich will nicht...< Rasende Kopfschmerzen und sich dann noch übergeben müssen... Dies war etwas, das die Kopfschmerzen unerträglich machte. Es waren nur noch ein paar Stufen. Die Treppe hoch in den zweiten Stock. Die Kiste mit den Tränken. Ein Trank gegen Übelkeit. Ein Trank gegen Kopfschmerzen. Vielleicht reichte auch der Trank gegen Kater allein? Würde er es schaffen? Hochschaffen in einem Stück? Ohne sich übergeben zu müssen? Würde er es schaffen, überhaupt etwas zu sich zu nehmen? Ohne es gleich sofort mit dem Whiskey wieder aus zu speien? Die Gedanken an Leah und Lira waren fort. Das einzige, was jetzt noch zählte war das eine Ziel - diese Truhe mit seinen Tränken! Wenn er dieses Ziel erreichte... Dann... Dann würde er wieder Zeit haben, über Leah nach zu denken. Vielleicht auch Zeit haben, nicht nur über das Misslungene Ende dieses Abends, das Unrecht dieser Welt zu grübeln... sondern auch der schönsten Stunden davor zu gedenken, seit er dieses Reh getroffen hatte.
...Du hättest jederzeit etwas tun können! Du hast doch sonst immer Waffen versteckt!... Wie konntest du nur?! ...Sie gestern mittag angepflaumt... besser gewesen wäre, hätte man mich getötet... sie ist wie eine Schwester für mich...
Wie oft hatte er versucht es ihr zu erklären? Lira sass in Khaz' Zelle - er hatte gar nichts tun können. Nichts... Khaz war wütend auf ihn gewesen, weil er - Cyr etwas gesagt hatte, das er in dieser Weise nie hätte zu ihm sagen dürfen, wenn seine Leute ihn umgaben. Er hatte nicht daran gedacht - war zu sehr in seinem eigenen ohnmächtigen Zorn auf Liralia verrannt, welche in an diesem einen Tag in Bajard gewesen war. Dort gewesen war, ihn kannte... und dennoch nichts getan hatte, um ihn gehen zu lassen. Ihm war nicht klar gewesen, das sie nichts gewusst hatte. Ihr keiner etwas gesagt hatte von Leahs Verschwinden - das aber war ihm erst bewusst geworde, nachdem Khaz Kinnhaken ihn beinahe zu Boden geschickt hatte. Er hatte Glück gehabt, das es nur ein Haken gewesen war. Und nicht Zeit zum nachdenken in einer seiner Zellen.
Was hätte er tun sollen? Wütend wie Khaz auf ihn war, noch bitten - gar fordern, das Lira frei kam? Er hätte Prügel kassiert... Zellenaufenthalt... Hätte er Khaz mit einem Dolch bedrohten sollen? Den Burgherren mit einer Burg grösser als Rafaels seine? Einer Burg voll von Khaz Leuten? Er und Lira wären nicht davon gekommen, ohne das einer von ihnen ein paar Bolzenschüsse abbekommen hätte. Vielleicht noch eine Auspeitschung dazu. Lira hätte es ihm sicher gedankt... mit ihrem Schwert in seinem Bauch. Nein - er hatte gar nichts tun können. Absolut nichts...
Eine weitere Erinnerung flog durch seinen Geist, liess seine Stirn Falten schlagen und ihn die Augen öffnen. Sein Blick ging leer zur Decke, während die Geschehnisse vor seinem inneren Auge abliefen. Leah, wie sie vor ihrer Komode stand, nach Sachen kramte, die jemand wohl vorsorglich entfernt hatte. Sie, wie sie in ihrem Zustand, offensichtlich vorhatte, los zu reiten um... Khaz zu finden und zusammen zu schreien? Lira finden? Sie wusste es selbst nicht. Aber sie wollte etwas tun.... Ihrem Gesichtsausdruck nach, stand 'Cyr erwürgen' auch auf der Liste. Doch was, wenn sie ging, verletzt wie sie war? Er musste sie aufhalten, doch.. nein, er konnte nicht die Hand gegen sie heben, um sie zur Vernunft zu bringen. Würde es wohl nie können.
Er konnte nur an ihre Vernunft appelieren. Das was Darna mit sicherheit tun würde, würde sie dies Haus verlassen. Seine eigenen Worte kamen ihm in den Sinn, liessen ihn die Augen wieder schliessen.
Sie verbietet mir den Umgang mit dir, wenn ich nicht mal dafür sorgen kann, das du im Bett bleibst.
Aye... Darna würde dies tun... Vor allem, wenn er Schuld daran war, das sie überhaupt loszog, irgendwen zu strafen. Wenn ihre Wunden wieder aufbrachen. Wenn... sie in Gefahr geriet. Ihre Wunden waren wieder aufgebrochen. Gut möglich, das Darna immer noch ihm jeglichen Umgang mit ihr Verbot. Sie nicht mehr alleine liess. Was hätte er tun sollen? Sie hochheben und ans Bett fesseln? Ernsthaft? Sie niederringen, einen Schluck von dem Schlaftrunk nehmen und sie mittels eines Kusses zwingen, diesen zu trinken? War er überhaupt stark genug, das er sie wirklich schlafen liess und nicht bloss schläfrig werden liess? Was immer ihm einfiel, das letztliche Endergebnis wäre ihr Hass auf ihn gewesen. Verachtung... Vielleicht der Verlust ihres Vertrauens. Das Ende vom Lied...
Ich werde dich vielleicht nicht mehr wieder sehen dürfen...
Sie hatte mit bitterer Stimme geantwortet, wie ungerecht dies sei. Es war unfair... Unfair, das ihre Wunden trotz seines vorsichtigen Vorgehens, sie zu beruhigen, aufgebrochen waren. Das ihr Verband durchblutete. Das er keine Ahnung hatte, wo ein Heiler zu finden war. Das niemand ausser diesem kleinen Rotzlöffel im Haus war. Das sie wenig Erfahrung mit Wunden hatte... Das die Wunde hoch an ihrem Oberschenkel lag... Und das aus diesem Grund Leah sich mit Bitterkeit und Tränen dagegen wehrte, das er sich dies ansah. Er konnte sie nicht mal verbinden - sah sich gezwungen, aus dem Raum zu treten, damit Leah die Wunde selbst in Augenschein nahm. Das einzige, was er machen konnte, war ihr Versprechen ab zu nehmen, das sie ihm Bescheid sagte, wenn sie die ehrliche Meinung hatte, das die Verletzung über ihre Fähigkeiten hinaus ging. Er hatte nur noch eines tun können... Vor der Tür sitzen und zuhören, wie sie durch das ganze Haus brüllte, er solle Verschwinden.
Er fühlte sich so ungerecht behandelt... Hatte sich schon bei ihren Vorwürfen so gefühlt. Lira... immer Lira... Lira, ihre 'Schwester', die ihr so wichtig war. Da konnte Cyrion verprügelt werden, in Ketten liegen, ausgepeitscht werden... Egal, hauptsache, er hatte versucht, zu verhindern, das eins ihrer kostbaren Haare auch nur gekrümmt wurde!
Er - er war der Schuft, der nichts gesagt hatte, der nichts getan hatte. Der nichts erzählte. Nicht mal den Schneid hatte, Fragen zu stellen, sondern darauf wartete, das Leah ihm von sich aus erzählte, was sie belastete. Seine Güte, seine Nachsicht, die Zurückhaltung, die er übte - all das ein Fehler? All das eine Schwäche in den Augen seines Mädchens?
Er drehte sich um, ächzend und mit dicken Schädel. Götter... Hätte er doch Wein genommen und nicht den guten teuren Whiskey... Mühsam richtete er sich auf, zog, die Beine an, liess den Kopf hängen, als er auf allen vieren einen Moment verhielt, gegen die Übelkeit ankämpfend, die seinen Magen zusammen krampfen liess. >Zur Hölle mit Lira...< Er ächzte erneut und griff nach dem Tischbein des Küchentischs, zog sich daran hoch. Götter... sein Kopf platzte... Er verhielt einen langen langen Moment, stöhnend vor Schmerz. Nie wieder mit Whiskey die Kante geben... Als er glaubte, alleine stehen zu können, schlurfte er vorsichtig, sehr langsam und den Kopf auf keinen fall bewegend, zur Tür. Öffnete diese... Und blinzelte in die Vormittagssonne... Er hatte den Morgen verpasst. Es war bald Mittag. Die Nebel, die er sonst ganz gerne sah, die Fröste, die ab und an schon morgens auftauchten - alles vergangen. Dennoch, die Luft war kalt. Beissend. Aye... es musste Frost gegeben haben. Die kalte Luft ernüchterte ihn mehr als es ein Eimer kaltes Wasser getan hätte. Die frische Luft liess ihn noch etwas wahrnehmen... er stank nach Whiskey... Speichel sammelte sich in seinem Mund, als er noch ein paar Schritte ging, zu seinem Turm herüber. Oh verdammt... er würde sich bald wieder hinlegen müssen. Sonst würde er sich des Whiskeys schneller entledigen, als selbst ein magisch begabter Heiler es konnte. Die wenigen Stufen hoch... die Tür öffnen... Er verblieb für einige Momente im Türrahmen, lehnte sich an diesen, mühsam schluckend. >Bitte nicht... Bitte nicht... Ich will nicht...< Rasende Kopfschmerzen und sich dann noch übergeben müssen... Dies war etwas, das die Kopfschmerzen unerträglich machte. Es waren nur noch ein paar Stufen. Die Treppe hoch in den zweiten Stock. Die Kiste mit den Tränken. Ein Trank gegen Übelkeit. Ein Trank gegen Kopfschmerzen. Vielleicht reichte auch der Trank gegen Kater allein? Würde er es schaffen? Hochschaffen in einem Stück? Ohne sich übergeben zu müssen? Würde er es schaffen, überhaupt etwas zu sich zu nehmen? Ohne es gleich sofort mit dem Whiskey wieder aus zu speien? Die Gedanken an Leah und Lira waren fort. Das einzige, was jetzt noch zählte war das eine Ziel - diese Truhe mit seinen Tränken! Wenn er dieses Ziel erreichte... Dann... Dann würde er wieder Zeit haben, über Leah nach zu denken. Vielleicht auch Zeit haben, nicht nur über das Misslungene Ende dieses Abends, das Unrecht dieser Welt zu grübeln... sondern auch der schönsten Stunden davor zu gedenken, seit er dieses Reh getroffen hatte.
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Liralia Naudron
Der Freund meiner besten Freundin...
Es war am frühen abend, Liralia hatten noch einen ausritt unternommen, ein wenig durch das nähere Umland von Varuna, als sie die Stadt durch das nördliche Tor wieder betrat und mit einem kleinen Umweg über den Juwelier, ein wenig in seinen Auslagen kucken, sich auf machte über den Marktplatz nach Hause zu schlendern, als sie diese seltsam vertraute Gestalt aus machte. War er das? Langsam pirschte sie sich näher und führt ihr Pferd in die Gasse neben dem Heilerhaus, das Pferd kannte sie, es war ganz offensichtlich seines, sogar dieser Rabe war irgendwo da, zumindest hörte sie ihn. Gespannt lagen ihre Augen auf der Tür des Heilerhauses, eine kleine Ewigkeit verging, eh sich Cyrion hinaus begab, der erste Gedanke der Liralia durch den Kopf schoß... „Gütige wie sieht der den aus!“ Langsam nur saß er auf, sie tat es ihm gleich und in einem guten abstand ließ sie ihr Pferd seinem nach traben, so langsam wie er unterwegs war, war es kein Problem ihm zu folgen. Selbst außerhalb der Stadt bremste er sein Pferd immer wieder aus, langsam ging es Richtung Bajard und dann ab Richtung Tirell und weiter... die Grenze Rahal's nicht fern, stockte sie für den Moment... „Er würde doch nicht, hatte er sie bemerkt?“ Als sie ein größeres Anwesen erreichten machte er halt und schwang sich vom Pferd das Tor achtlos offen lassend, verschwand er schnell in dem Haus. Ruhig führte Liralia ihr Pferd in den Vorgarten, saß ab und betrachtete das Anwesen nachdenklich, es war Khazkal's das wusste sie, seit damals dieser Patrouille an den Schreinen, aber was machte dann Cyrion hier? Der Blick ging zum Himmel, wenigstens der Regen hatte aufgehört zu fallen, was nun... eine Rechnung hatte sie gewiss noch mit Cyrion offen. Langsam zog sie ihr Schwert bis der blanke Stahl der rötlichen Pyrianklinge zu sehen war, ein langer nachdenklicher Blick lag darauf, kurz strich sie mit den vom Regen nassen Fingern über die Klingenseite. Schließlich schüttelte sie den Kopf und schob die Klinge zurück, das wäre sicher nicht nötig... vorsichtig ging sie zur Tür und öffnete sie einen Spalt, die Augen huschten durch das Haus, sich durch den Türspalt zwängend, schloß sie die Tür leise hinter sich, einen Moment still im Raum stehend und lauschend. Ihre nassen Füße in den Sandalen wippten ein wenig auf und ab, unschlüssig betrachtete sie den Innenraum, „Wo war er?“ Umhang und Mantel möglichst leise auf den Stuhl neben sich legend lauschte sie weiter.
„Khazkal, du musst nicht schleichen... ich werd dich schon nicht erwürgen... außer ich hätte nen Zahn verloren.. dann häts zinsen gegeben“
Ein diebisches Lächeln stahl sich auf ihre feinen Züge, noch ein Paar nasse Haare aus ihrem Gesicht schiebend, „Dieser Trottel hielt sie tatsächlich für Khazkal?! Was für eine Ironie..“ dachte sie bei sich als sie langsam und immer noch betont leise um den Tisch schlich in Richtung der Stimme, die unablässig weiter auf sie ein sprach. „Warum war die Höllenkatze eigentlich bei dir? nicht, das es mich stört, sie hinter Gittern zu sehen... Khaz? noch da?“ wär sie gerade voll in dem Gedanken aufgegangen der ihr bei den Worten in den Kopf huschte, wär ihr die Frage am Ende gar nicht aufgefallen so entgegnete sie aber ein möglichst tiefes, so gut es ging männlich klingendes „Mhmmmm!“ und harrte der Dinge, „Er schaufelt sich sein eigenes Grab...“ zog sich ihr wieder durch den Kopf. Einen Moment dachte sie, sie wäre aufgeflogen, dann sprach er tatsächlich weiter, er hatte Streit mit Leah gehabt... wegen ihr... die Katze nicht aus dem Käfig geholt... so so... bei dem Gedanken an eine tobende Leah, musste sie im ersten Moment bloß wieder grinsen, dann zogen sich aber Sorgenfalten auf ihre Stirn, der Gedanke an die Wunde. Rasch huschte sie aus dem Schatten des Bücherregal's und trat auf ihn zu, er saß an einem tisch, versucht noch rasch hinter ihn zu gleiten, traf sein Blick sie, ein Blick der zeigte, das er bis zu diesem Moment noch glaubte er würde mit Khazkal reden, der Unterkiefer offen, ein Blick der ihr wieder ihr diebisches Lächeln auf die Züge zwang. Hinter ihm stehend fanden die feinen zarten Hände auf seinen Schultern platz, er hatte lange genug geredet und sie gelauscht, jetzt war sie dran... so bohrten sich die feinen Finger schmerzlich in seine Schultern-Nackenpartie, drückten sich in die Haut und verursachten ihm sichtlich kein Vergnügen. „Was machst du hier?!“ ein Paar Mal ging sein Mund noch auf und zu bevor ihre `Massage` den gewünschten Effekt offenbarte. „Das gerade DIR das gefallen hat... hab ich mir schon gedacht... was du mit Khazkal geflüstert hast... sollte er mich noch etwas länger einbehalten?“ „Was? Ich würde nie...“ der Schmerz war unübersehbar, so wie er stank und aussah dürften ihre Hände grad nicht das einzige Problem sein. Doch eines das blieb, auch als sich seine Schultern einzogen hatte es nur die Folge, das ihre Finger sich weiter zum Hals tasteten um da auf ihre ach so `lieblich-zärtliche`- Weise weiter zu massieren. „Na immerhin hat er mich dir vorgeführt ... nicht wahr?! Aber ich muss dich enttäuschen... Khazkal und ich kennen uns eine Weile ... er hat sich noch bei mir persönlich Entschuldigt ... als er mich freigelassen hat...“ „Das... war kein... Mädchen, das tut...“ so leichtes Spiel hatte sie das letzte Mal mit ihm nicht, irgendwo war es eine Genugtuung, andererseits, fast ein wenig zu einfach, ihn so bloß mit den Fingerspitzen schon leiden zu lassen. Weiter pochte ihre Stimme erbarmungslos auf ihn ein, all die Vorwürfe von dort unten im Kerker aus der Welt schlagend mit einer Gewalt in der Stimme die Cyrion's Kopf sichtlich Schmerzen bereitete. Als sie die Hände locker lies stammelte Cyrion bloß etwas von Piraten und Malachai, beides sagte ihr reichlich wenig doch eines wusste sie... „Du stinkst als hättest du Piraten gefunden...“ als er ihr dann aber beichtete was wirklich gewesen war, ein Streit mit Leah und dann der Whisky, er hatte ihr alles erzählt, das Lira bei Khazkal im Kerker saß, alles was sie so bewusste unerwähnt gelassen hatte, bis es Leah besser ginge, „Dieser Trottel“ dachte sie bei sich als sie ihm schon einen Patscher an den Hinterkopf gab „Leah brauch Bettruhe!“ genau das Richtige für seine Kopfschmerzen, er hatte eine Portion von Leah's Trotz abbekommen und war damit heillos überfordert gewesen, das Lira auch immer ihre Not hatte Leah dann zu bremsen musste er nicht wissen, „Und so willst du der Freund meiner besten Freundin sein? Schlimmer stinkend als eine Schnapsleiche in Bajard... Und aussehend wie ein Hund den sie aus der Taverne getrieben haben...“
Als er dann noch beichtete das deswegen die Wunde wieder aufgegangen war, saß auch schon der zweite Feger an seinem Hinterkopf, langsam von dem Gestank nach Whisky der von ihm ausging benebelt, hatte sie dann noch Mitleid mit ihm und auch wohl mich sich, „Geh dich erstmal waschen..“ aber Rücksicht nahm sie noch lange nicht auf seinen Zustand, weiter prasselten ihre Worte unaufhörlich auf ihn ein als er so vor ihr her schlappte in den Nebenturm, wie ein geprügelter Hund vor den Worten seines Frauchens, „soll das immer so gehen .. wenn ihr aneinander geratet? Du trinkst und trinkst? Glaubst du ernsthaft das lass ich zu?“ war die anklage gesprochen, als er sich frische Sachen aus dem Schrank suchte und dabei unter ihrer kritischen Beobachtung stand, „Nein ich trinke selten...“ wimmerte er vor sich hin, das glaubte Lira ihm bei den Anblick den er bat sogar, ein Lächeln umspiegelte kurz ihre Lippen, eh es wieder dem ernsten Ausdruck wich. Unablässig auf ihn einsprechend, trieb sie ihn wie von alleine hinab ins bad, es wär auch eine Ruhe vor ihrer Stimme, für den Moment zumindest, als sie sich auf dem Fell oben, wartend niederließ, schwieg sie, doch kaum das er sich über die ruhe hätte Freuen können fing sie oben auch schon wieder an zu zetern, bis er schließlich frisch nach Seife riechend vor ihr stand, ein zufriedenes Nicken, bevor beide wieder in das Haupthaus hinüber gingen, ein verstecktes Gähnen, das Training mit Alexander und der Ausritt, dann noch Cyrion hatten sie durchaus geschafft. Ruhig lies sie sich vor dem Karmin nieder, die Arme nach hinten gestützt, hatte das Schwerthalfter den Weg auf den Stuhl zu ihrem Mantel gefunden, die Sandalen die ihre nassen Füße nicht schützen konnten, beim schritt durch das Gras, standen unter dem Stuhl. Cyrion setzte einen Tee auf und nun mäßigte sie auch ihre Stimmlage ein wenig, ruhiger und leiser sprechend, unterhielt sie sich mit ihm, noch eine Weile über Khazkal... Cyrion's Frauen und langsam sprach er mehr und mehr, sie hörte bloß noch zu, Eluvie, Freiheit, Ketten und Zeitgeister. Alles begann durcheinander zu schwirren, als sich ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr aus das gleichmäßig prasselnde Feuer lenkte, die Lieder schlossen sich, einmal... zweimal... immer länger blieben sie zu, während Cyrion unablässig redete und erklärte und schwärmte, von was auch immer, es war für das junge Mädchen nicht mehr von belang, das langsam zurück rutschte ganz auf das Fell, ruhig einschlummernd. Als Cyrion bemerkte, das sie eingeschlafen war, warf er ihr bloß noch eine Decke über, in die Lira sich nur all zu gern einkuschelte und ganz und gar war das ruhige Brustheben, von den Atemzügen, das sie vereinnahmte. „Schlaf wohl, kleine Wildkatze...“, das tat sie, träumend von den großen Schlachten die da kommen mögen, lag sie still da ein Fuß lugte noch aus der Decke hervor und ab und an bewegte sie sich ein wenig, schmatzend...
Es war am frühen abend, Liralia hatten noch einen ausritt unternommen, ein wenig durch das nähere Umland von Varuna, als sie die Stadt durch das nördliche Tor wieder betrat und mit einem kleinen Umweg über den Juwelier, ein wenig in seinen Auslagen kucken, sich auf machte über den Marktplatz nach Hause zu schlendern, als sie diese seltsam vertraute Gestalt aus machte. War er das? Langsam pirschte sie sich näher und führt ihr Pferd in die Gasse neben dem Heilerhaus, das Pferd kannte sie, es war ganz offensichtlich seines, sogar dieser Rabe war irgendwo da, zumindest hörte sie ihn. Gespannt lagen ihre Augen auf der Tür des Heilerhauses, eine kleine Ewigkeit verging, eh sich Cyrion hinaus begab, der erste Gedanke der Liralia durch den Kopf schoß... „Gütige wie sieht der den aus!“ Langsam nur saß er auf, sie tat es ihm gleich und in einem guten abstand ließ sie ihr Pferd seinem nach traben, so langsam wie er unterwegs war, war es kein Problem ihm zu folgen. Selbst außerhalb der Stadt bremste er sein Pferd immer wieder aus, langsam ging es Richtung Bajard und dann ab Richtung Tirell und weiter... die Grenze Rahal's nicht fern, stockte sie für den Moment... „Er würde doch nicht, hatte er sie bemerkt?“ Als sie ein größeres Anwesen erreichten machte er halt und schwang sich vom Pferd das Tor achtlos offen lassend, verschwand er schnell in dem Haus. Ruhig führte Liralia ihr Pferd in den Vorgarten, saß ab und betrachtete das Anwesen nachdenklich, es war Khazkal's das wusste sie, seit damals dieser Patrouille an den Schreinen, aber was machte dann Cyrion hier? Der Blick ging zum Himmel, wenigstens der Regen hatte aufgehört zu fallen, was nun... eine Rechnung hatte sie gewiss noch mit Cyrion offen. Langsam zog sie ihr Schwert bis der blanke Stahl der rötlichen Pyrianklinge zu sehen war, ein langer nachdenklicher Blick lag darauf, kurz strich sie mit den vom Regen nassen Fingern über die Klingenseite. Schließlich schüttelte sie den Kopf und schob die Klinge zurück, das wäre sicher nicht nötig... vorsichtig ging sie zur Tür und öffnete sie einen Spalt, die Augen huschten durch das Haus, sich durch den Türspalt zwängend, schloß sie die Tür leise hinter sich, einen Moment still im Raum stehend und lauschend. Ihre nassen Füße in den Sandalen wippten ein wenig auf und ab, unschlüssig betrachtete sie den Innenraum, „Wo war er?“ Umhang und Mantel möglichst leise auf den Stuhl neben sich legend lauschte sie weiter.
„Khazkal, du musst nicht schleichen... ich werd dich schon nicht erwürgen... außer ich hätte nen Zahn verloren.. dann häts zinsen gegeben“
Ein diebisches Lächeln stahl sich auf ihre feinen Züge, noch ein Paar nasse Haare aus ihrem Gesicht schiebend, „Dieser Trottel hielt sie tatsächlich für Khazkal?! Was für eine Ironie..“ dachte sie bei sich als sie langsam und immer noch betont leise um den Tisch schlich in Richtung der Stimme, die unablässig weiter auf sie ein sprach. „Warum war die Höllenkatze eigentlich bei dir? nicht, das es mich stört, sie hinter Gittern zu sehen... Khaz? noch da?“ wär sie gerade voll in dem Gedanken aufgegangen der ihr bei den Worten in den Kopf huschte, wär ihr die Frage am Ende gar nicht aufgefallen so entgegnete sie aber ein möglichst tiefes, so gut es ging männlich klingendes „Mhmmmm!“ und harrte der Dinge, „Er schaufelt sich sein eigenes Grab...“ zog sich ihr wieder durch den Kopf. Einen Moment dachte sie, sie wäre aufgeflogen, dann sprach er tatsächlich weiter, er hatte Streit mit Leah gehabt... wegen ihr... die Katze nicht aus dem Käfig geholt... so so... bei dem Gedanken an eine tobende Leah, musste sie im ersten Moment bloß wieder grinsen, dann zogen sich aber Sorgenfalten auf ihre Stirn, der Gedanke an die Wunde. Rasch huschte sie aus dem Schatten des Bücherregal's und trat auf ihn zu, er saß an einem tisch, versucht noch rasch hinter ihn zu gleiten, traf sein Blick sie, ein Blick der zeigte, das er bis zu diesem Moment noch glaubte er würde mit Khazkal reden, der Unterkiefer offen, ein Blick der ihr wieder ihr diebisches Lächeln auf die Züge zwang. Hinter ihm stehend fanden die feinen zarten Hände auf seinen Schultern platz, er hatte lange genug geredet und sie gelauscht, jetzt war sie dran... so bohrten sich die feinen Finger schmerzlich in seine Schultern-Nackenpartie, drückten sich in die Haut und verursachten ihm sichtlich kein Vergnügen. „Was machst du hier?!“ ein Paar Mal ging sein Mund noch auf und zu bevor ihre `Massage` den gewünschten Effekt offenbarte. „Das gerade DIR das gefallen hat... hab ich mir schon gedacht... was du mit Khazkal geflüstert hast... sollte er mich noch etwas länger einbehalten?“ „Was? Ich würde nie...“ der Schmerz war unübersehbar, so wie er stank und aussah dürften ihre Hände grad nicht das einzige Problem sein. Doch eines das blieb, auch als sich seine Schultern einzogen hatte es nur die Folge, das ihre Finger sich weiter zum Hals tasteten um da auf ihre ach so `lieblich-zärtliche`- Weise weiter zu massieren. „Na immerhin hat er mich dir vorgeführt ... nicht wahr?! Aber ich muss dich enttäuschen... Khazkal und ich kennen uns eine Weile ... er hat sich noch bei mir persönlich Entschuldigt ... als er mich freigelassen hat...“ „Das... war kein... Mädchen, das tut...“ so leichtes Spiel hatte sie das letzte Mal mit ihm nicht, irgendwo war es eine Genugtuung, andererseits, fast ein wenig zu einfach, ihn so bloß mit den Fingerspitzen schon leiden zu lassen. Weiter pochte ihre Stimme erbarmungslos auf ihn ein, all die Vorwürfe von dort unten im Kerker aus der Welt schlagend mit einer Gewalt in der Stimme die Cyrion's Kopf sichtlich Schmerzen bereitete. Als sie die Hände locker lies stammelte Cyrion bloß etwas von Piraten und Malachai, beides sagte ihr reichlich wenig doch eines wusste sie... „Du stinkst als hättest du Piraten gefunden...“ als er ihr dann aber beichtete was wirklich gewesen war, ein Streit mit Leah und dann der Whisky, er hatte ihr alles erzählt, das Lira bei Khazkal im Kerker saß, alles was sie so bewusste unerwähnt gelassen hatte, bis es Leah besser ginge, „Dieser Trottel“ dachte sie bei sich als sie ihm schon einen Patscher an den Hinterkopf gab „Leah brauch Bettruhe!“ genau das Richtige für seine Kopfschmerzen, er hatte eine Portion von Leah's Trotz abbekommen und war damit heillos überfordert gewesen, das Lira auch immer ihre Not hatte Leah dann zu bremsen musste er nicht wissen, „Und so willst du der Freund meiner besten Freundin sein? Schlimmer stinkend als eine Schnapsleiche in Bajard... Und aussehend wie ein Hund den sie aus der Taverne getrieben haben...“
Als er dann noch beichtete das deswegen die Wunde wieder aufgegangen war, saß auch schon der zweite Feger an seinem Hinterkopf, langsam von dem Gestank nach Whisky der von ihm ausging benebelt, hatte sie dann noch Mitleid mit ihm und auch wohl mich sich, „Geh dich erstmal waschen..“ aber Rücksicht nahm sie noch lange nicht auf seinen Zustand, weiter prasselten ihre Worte unaufhörlich auf ihn ein als er so vor ihr her schlappte in den Nebenturm, wie ein geprügelter Hund vor den Worten seines Frauchens, „soll das immer so gehen .. wenn ihr aneinander geratet? Du trinkst und trinkst? Glaubst du ernsthaft das lass ich zu?“ war die anklage gesprochen, als er sich frische Sachen aus dem Schrank suchte und dabei unter ihrer kritischen Beobachtung stand, „Nein ich trinke selten...“ wimmerte er vor sich hin, das glaubte Lira ihm bei den Anblick den er bat sogar, ein Lächeln umspiegelte kurz ihre Lippen, eh es wieder dem ernsten Ausdruck wich. Unablässig auf ihn einsprechend, trieb sie ihn wie von alleine hinab ins bad, es wär auch eine Ruhe vor ihrer Stimme, für den Moment zumindest, als sie sich auf dem Fell oben, wartend niederließ, schwieg sie, doch kaum das er sich über die ruhe hätte Freuen können fing sie oben auch schon wieder an zu zetern, bis er schließlich frisch nach Seife riechend vor ihr stand, ein zufriedenes Nicken, bevor beide wieder in das Haupthaus hinüber gingen, ein verstecktes Gähnen, das Training mit Alexander und der Ausritt, dann noch Cyrion hatten sie durchaus geschafft. Ruhig lies sie sich vor dem Karmin nieder, die Arme nach hinten gestützt, hatte das Schwerthalfter den Weg auf den Stuhl zu ihrem Mantel gefunden, die Sandalen die ihre nassen Füße nicht schützen konnten, beim schritt durch das Gras, standen unter dem Stuhl. Cyrion setzte einen Tee auf und nun mäßigte sie auch ihre Stimmlage ein wenig, ruhiger und leiser sprechend, unterhielt sie sich mit ihm, noch eine Weile über Khazkal... Cyrion's Frauen und langsam sprach er mehr und mehr, sie hörte bloß noch zu, Eluvie, Freiheit, Ketten und Zeitgeister. Alles begann durcheinander zu schwirren, als sich ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr aus das gleichmäßig prasselnde Feuer lenkte, die Lieder schlossen sich, einmal... zweimal... immer länger blieben sie zu, während Cyrion unablässig redete und erklärte und schwärmte, von was auch immer, es war für das junge Mädchen nicht mehr von belang, das langsam zurück rutschte ganz auf das Fell, ruhig einschlummernd. Als Cyrion bemerkte, das sie eingeschlafen war, warf er ihr bloß noch eine Decke über, in die Lira sich nur all zu gern einkuschelte und ganz und gar war das ruhige Brustheben, von den Atemzügen, das sie vereinnahmte. „Schlaf wohl, kleine Wildkatze...“, das tat sie, träumend von den großen Schlachten die da kommen mögen, lag sie still da ein Fuß lugte noch aus der Decke hervor und ab und an bewegte sie sich ein wenig, schmatzend...
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Cyrion Sha´Ar
Das Feuer knisterte leise vor sich hin, knackte und zischte zuweilen, liess seinen flackernden Schein auf die Möbel und Wände fallen. Stille herrschte in der angenehmen Wärme nah beim Feuer. Alles wie immer, eine Zeit zum Nachdenken, die Ruhe Entspannung für den Geist. Das einzig ungewöhnliche war der zweite Atem, den er hörte. Das leise Ein- und Ausatmen von Liralia, die neben ihm auf den Fellen schlief, das Haar zerzauselt, ein Fuss, der aus der Decke schaute und manchmal im Schlaf zuckte. Cyrion war hier verblieben, weil er dies misste... Ein weiteres Leben in diesen sonst leeren Räumen. Ein Atem neben dem seinen... Etwas, das ihm mehr Ruhe gab als es diese Räume mit ihren bequemen Möbeln und der herzlichen Dekorationen konnten. Er blickte zu Lira herüber, ein Lächeln huschte über seine Züge. Erlaubnis von Leah, ihm eine Kopfnuss zu geben, wenn er trottelig war... Sie würde gewiss Ausschau nach Gelegenheiten halten - hatte ihm heute schon die erste gegeben und weitere angedroht. Der Blick wanderte wieder nach oben, zu den Deckenpanellen, deren dunkelbraunes Holz die Wärme des Feuers angenommen hatte. Der Blick wanderte - und blieb an einem Spinnennetz hängen, der staubige Fäden herab hingen. Er musste wohl mal wieder mit dem Besen drüber gehen...
Der Blick verlor sich, die Gedanken kehrten mehr in sich, wanderten zum Vergangenen. Sein Kopfschmerz verebbte allmählich. Auch schien sich der Harz an den Gedanken, welcher sie klebrig und schwer machte, in Wohlgefallen aufgelöst zu haben. Die Folgen des Katers schwanden. Und mit ihnen das Gefühl des Selbstmitleids. Leah... Er hatte wirklich einige derbe Fehler gemacht.
Hätte nie von Lira und Khaz sprechen sollen... vielleicht sich nur vorsichtig erkundigen, ob Lira wieder da war. Oder es gleich erzählen - aber dann im Vorfeld überlegen, wie sie reagieren mochte und etwaige Massnahmen treffen... Ihr vor Augen führen, was sie tun konnte, und was nicht. Mit ihrem Bein konnte sie nicht reiten, nicht mal aufs Pferd steigen. Nicht mal die Treppe runterkommen. Und sollte sie allein nach Lameriast? Sie kannte nicht den Weg zur Burg. Einer grossen Burg voller Wachen. Mit einem Khazkal, der sie vermutlich... Nein, Cyr wusste nicht mal zu sagen, was Khaz machen würde, sollte ihn eine Frau wüst beschimpfen, welche so offensichtlich unfähig war, alleine zu gehen ohne nach 10 Schritten der Schwerkraft anheimzufallen. Vermutlich ihr einen Lappen in den Mund stecken, wenn sie ihm lästig wurde und liegen lassen. Wenn er gnädig war. Aber jemand, der schon so verletzt war - da mochte nicht mal genug Zorn aufkommen, ihr eine Backpfeife zu geben... Vielleicht eher noch Fassungslosigkeit über ihre Verrücktheit und Achtung wider Willen, das sie trotz der Verletzung den Willen besass, zur Burg zu reisen, nur um ihn einen Deppen zu nennen... Leah hatte in diesem Moment wirklich losgewollt... wollte losziehen und ihn Mohres lehren. Wäre die Wunde nicht aufgegangen, währe Cyr wohl in ernsten Schwierigkeiten gewesen. Notiz an sich selbst: niemals auf ihrer schlechten Seite stehen. Niemals direkt gegen sie stellen. Es brachte nur hervor, das dieses Reh ihre Hörner gegen einen richtete. Zumindestens nicht, solange Cyr nicht vorhatte, drastisch vor zu gehen und den Platzhirsch mimte. Er dachte daran, das er an diesem Abend vorgehabt hatte, drastisch vor zu gehen - als er erkannte, das ihre Wunde ein Durchschuss war - und an beiden Seiten blutete. Vernunft besagte, das sich das jemand mit guter Kenntnis ansehen sollte. Der einzige mit guter Kenntnis war er. Eine Wunde hoch am Oberschenkel einer Dame? Für die er sich interessierte? Falsche Entscheidung, da etwas durchsetzen zu wollen - sie hatte letztlich geweint und ihn angeschrien zu verschwinden. Tränen... Welch fieses Letztes Mittel! Gegen Tränen fühlte er sich hilflos bei der Frau, die er liebte. Und eigentlich hatte sie recht - er sollte wirklich der Letzte sein, der ihre Verletzung sah, gegeben, wo sie sich befand. Er seufzte schwer. Falsche Entscheidungen konnten in der Tat zu einem Disaster führen. Und welcher Mann wollte Kleinkrieg mit seiner Angebeten.
Nachdenklich rieb er sich die Augen, seufzte schwer. Lies den Blick wieder zu Lira gehen. Niedlich, wie sie aussah, wenn sie schlief. Ein Mundwinkel zuckte verhalten. Sollte er ihr morgen erzählen, das sie sabberte im Schlaf? Oder von grossen Tiefländern geschwärmt hatte? Vielleicht im Schlaf auf Fragen antwortete und Geheimnisse ausplauderte? Eine Spinne vertilgt hatte, die über ihre Lippen gelaufen war? Er schmunzelte breit und liess den Blick wieder an die Decke schweifen. Er brauchte ihr eigentlich nur zu erzählen, das sie im Schlaf niedlich aussah, dann würde sie schon mit der Faust zur Kopfnuss ausholen.
Leah... sie wollte, das er ihr Dinge von Wichtigkeit sofort erzählte. Fragen stellte und nicht wartete, bis sie selbst erzählte. Es musste sie irritieren, das er wirklich nie fragte. >Partner in allen Dingen...< Das wollte sie. Gleichberechtigt sein. Nicht in Watte gehüllt. Aye... Sie musste denken, das alle sie für Schwach hielten, wenn sie betüddelt wurde. Sie die sich so nach innerer Stärke sehnte. Er würde in Zukunft daran denken und danach handeln. Sie hatte es verdient, nicht wie ein schwaches Glied in der Kette behandelt zu werden. Sie hatte Stärke - diese musste nur hervor geholt werden. Nicht in Watte erstickt. Wieder nickte er. >Aye...< Es war das Beste was er tun konnte. Entspannter atmete er aus. Erhob sich schliesslich und ging zur Türe hinüber. Der Blick wanderte wieder kurz zu Lira, dann öffnete er die Tür. Ein Schwall kalter Luft kam rein, dann wurde die Tür geschlossen und der Krieger ging barfüssig hinüber zu seinem Turm. Die Sterne blinkten hinab; der Himmel wirkte wie ein Teppich aus Feenstaub auf schwarzem Samt, die Luft kalt und kristallklar. Und an den Fenstern glitzerte es auch. Rauhreif, der sich niederlies. Das Gras knirschte unter seinen Füssen. Frost, der in seine Zehen biss. Der Winter, der Einzug hielt. >Ah... eine Nacht, die Sterne zu beobachten.< Aber nicht heute. Heute würde er sich niederlegen und schlafen. Zuviele Nächte hatte er in letzter Zeit wachgelegen, schlaflos, sorgenerfüllt. Heute würde er wieder schlafen können. Und mit einem Lächeln aufwachen können.
Der Blick verlor sich, die Gedanken kehrten mehr in sich, wanderten zum Vergangenen. Sein Kopfschmerz verebbte allmählich. Auch schien sich der Harz an den Gedanken, welcher sie klebrig und schwer machte, in Wohlgefallen aufgelöst zu haben. Die Folgen des Katers schwanden. Und mit ihnen das Gefühl des Selbstmitleids. Leah... Er hatte wirklich einige derbe Fehler gemacht.
Hätte nie von Lira und Khaz sprechen sollen... vielleicht sich nur vorsichtig erkundigen, ob Lira wieder da war. Oder es gleich erzählen - aber dann im Vorfeld überlegen, wie sie reagieren mochte und etwaige Massnahmen treffen... Ihr vor Augen führen, was sie tun konnte, und was nicht. Mit ihrem Bein konnte sie nicht reiten, nicht mal aufs Pferd steigen. Nicht mal die Treppe runterkommen. Und sollte sie allein nach Lameriast? Sie kannte nicht den Weg zur Burg. Einer grossen Burg voller Wachen. Mit einem Khazkal, der sie vermutlich... Nein, Cyr wusste nicht mal zu sagen, was Khaz machen würde, sollte ihn eine Frau wüst beschimpfen, welche so offensichtlich unfähig war, alleine zu gehen ohne nach 10 Schritten der Schwerkraft anheimzufallen. Vermutlich ihr einen Lappen in den Mund stecken, wenn sie ihm lästig wurde und liegen lassen. Wenn er gnädig war. Aber jemand, der schon so verletzt war - da mochte nicht mal genug Zorn aufkommen, ihr eine Backpfeife zu geben... Vielleicht eher noch Fassungslosigkeit über ihre Verrücktheit und Achtung wider Willen, das sie trotz der Verletzung den Willen besass, zur Burg zu reisen, nur um ihn einen Deppen zu nennen... Leah hatte in diesem Moment wirklich losgewollt... wollte losziehen und ihn Mohres lehren. Wäre die Wunde nicht aufgegangen, währe Cyr wohl in ernsten Schwierigkeiten gewesen. Notiz an sich selbst: niemals auf ihrer schlechten Seite stehen. Niemals direkt gegen sie stellen. Es brachte nur hervor, das dieses Reh ihre Hörner gegen einen richtete. Zumindestens nicht, solange Cyr nicht vorhatte, drastisch vor zu gehen und den Platzhirsch mimte. Er dachte daran, das er an diesem Abend vorgehabt hatte, drastisch vor zu gehen - als er erkannte, das ihre Wunde ein Durchschuss war - und an beiden Seiten blutete. Vernunft besagte, das sich das jemand mit guter Kenntnis ansehen sollte. Der einzige mit guter Kenntnis war er. Eine Wunde hoch am Oberschenkel einer Dame? Für die er sich interessierte? Falsche Entscheidung, da etwas durchsetzen zu wollen - sie hatte letztlich geweint und ihn angeschrien zu verschwinden. Tränen... Welch fieses Letztes Mittel! Gegen Tränen fühlte er sich hilflos bei der Frau, die er liebte. Und eigentlich hatte sie recht - er sollte wirklich der Letzte sein, der ihre Verletzung sah, gegeben, wo sie sich befand. Er seufzte schwer. Falsche Entscheidungen konnten in der Tat zu einem Disaster führen. Und welcher Mann wollte Kleinkrieg mit seiner Angebeten.
Nachdenklich rieb er sich die Augen, seufzte schwer. Lies den Blick wieder zu Lira gehen. Niedlich, wie sie aussah, wenn sie schlief. Ein Mundwinkel zuckte verhalten. Sollte er ihr morgen erzählen, das sie sabberte im Schlaf? Oder von grossen Tiefländern geschwärmt hatte? Vielleicht im Schlaf auf Fragen antwortete und Geheimnisse ausplauderte? Eine Spinne vertilgt hatte, die über ihre Lippen gelaufen war? Er schmunzelte breit und liess den Blick wieder an die Decke schweifen. Er brauchte ihr eigentlich nur zu erzählen, das sie im Schlaf niedlich aussah, dann würde sie schon mit der Faust zur Kopfnuss ausholen.
Leah... sie wollte, das er ihr Dinge von Wichtigkeit sofort erzählte. Fragen stellte und nicht wartete, bis sie selbst erzählte. Es musste sie irritieren, das er wirklich nie fragte. >Partner in allen Dingen...< Das wollte sie. Gleichberechtigt sein. Nicht in Watte gehüllt. Aye... Sie musste denken, das alle sie für Schwach hielten, wenn sie betüddelt wurde. Sie die sich so nach innerer Stärke sehnte. Er würde in Zukunft daran denken und danach handeln. Sie hatte es verdient, nicht wie ein schwaches Glied in der Kette behandelt zu werden. Sie hatte Stärke - diese musste nur hervor geholt werden. Nicht in Watte erstickt. Wieder nickte er. >Aye...< Es war das Beste was er tun konnte. Entspannter atmete er aus. Erhob sich schliesslich und ging zur Türe hinüber. Der Blick wanderte wieder kurz zu Lira, dann öffnete er die Tür. Ein Schwall kalter Luft kam rein, dann wurde die Tür geschlossen und der Krieger ging barfüssig hinüber zu seinem Turm. Die Sterne blinkten hinab; der Himmel wirkte wie ein Teppich aus Feenstaub auf schwarzem Samt, die Luft kalt und kristallklar. Und an den Fenstern glitzerte es auch. Rauhreif, der sich niederlies. Das Gras knirschte unter seinen Füssen. Frost, der in seine Zehen biss. Der Winter, der Einzug hielt. >Ah... eine Nacht, die Sterne zu beobachten.< Aber nicht heute. Heute würde er sich niederlegen und schlafen. Zuviele Nächte hatte er in letzter Zeit wachgelegen, schlaflos, sorgenerfüllt. Heute würde er wieder schlafen können. Und mit einem Lächeln aufwachen können.
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Cyrion Sha´Ar
Kahle Äste striffen seine Arme, während er das Pferd seinen Weg durch den Wald finden liess. Trockene Blätter raschelten - es würde dauern, bis selbst die letzten Blätter gefallen waren. Die Luft war kalt, Frost lag in ihr. Lies den Atem vor dem Gesicht weisslich erscheinen. Sein Blick huschte wie von selbst über den Boden. Suchte Jägersfallen, in die sein Pferd treten konnte. Fand Pfifferlinge, die verborgen unter den Wurzeln eines umgefallenen Baumes wuchsen. Sie mit kennerblick musterte. Sie sahen noch gut aus, wiesen keine Frostschäden auf. Die Bewegungen waren gleichmässig, reine Routine, als er absass, die Pfifferlinge abschnitt und einsackte. Wieder aufsass und weiterritt. Routinebewegungen, während der Geist sich mit anderem beschäftigte. Wer seine Miene sah, konnte sagen, das die Gedanken eher grimmiger Natur waren. Alex Da'Karr... Ihr Bruder, der sie gefunden hatte. Ihre Vergangenheit, die sie einholte. "Manche wollen nicht gefunden werden..." Dieser Satz kam ihm immer wieder in den Sinn. Und ihr Bruder gehörte zu denen, die sie nicht finden sollten. Sie hatte seiner Miene nichts ablesen können. Seine Augen hatten ausser ernst nichts hergegeben. Vielleicht war ihr Schock, ihn unerwartet zu sehen auch zu gross gewesen, als das sie hätte einschätzen können, was er dazu dachte, sie hier zu finden. >Alex Da'Karr....< Leah hatte es als völlig abwegig empfunden, das er sie als für Temora unwürdig empfinden könnte. Noch wusste er nicht, das sie Temora dienen wollte. Aber wenn er dies ehrfuhr... Cyrion würde dann nur zu gerne in seine Augen sehen. Ob sich dort Zorn zeigte. Wut vielleicht. Widerwillen... Leah trug irgendeine Schande mit sich. Eine Schande, die in manchen Augen den Tod verdiente. Ihr Vater hatte gnädig gehandelt, sie nur fort zu jagen, laut Leah. Ihre Brüder mochten der Meinung sein, das dies nicht reichte. Das nur der Tod diese Schande bereinigte. >Und was kann Leah dann noch tun?< Wenn sie Tod war, bereinigte dies gar nichts. Man konnte ja nichts mehr gut machen.
Wieder schweifte der Blick über die Bäume, berührte Wildspuren in den Blättern am Boden, wo Eicheln sich hier und da zeigten. >Ich müsste wissen, was sie getan hat.< Eines wusste er schon immerhin - sie war nicht mit jemanden liiert gewesen. Jemand anderen als den vom Vater erwählten Heiratskandidaten. Auch hatte sie mit diesem nichts gehabt. Er war ihr grösstenteils unbekannt, nur ein Kindheitsfreund. Als er von dem Mann erfahren hatte, hatte Cyr einen Stich Eifersucht verspürt. Mochte sie den Mann? Der Stich war verschwunden alsbald er wusste, wie sie zu ihm stand. Was war es, was sie erlebt hatte? Was war es, das sie in Angst vor ihren Brüdern lebte. Und nun war einer dieser Brüder hier. Und wusste um ihren Aufenthaltsort. Alex... er hatte ihr Gute Besserung gewünscht. Ha! Hätte er wünschen sollen, sie möge daran zugrunde gehen? Mit ihrer besten Freundin Lira an ihrer Seite? Lira... hatte sie ihm von Leah erzählt? Warum war er bei den Elbenau gewesen? Nur wegen Leah? >Ein Mitglied dieser Fanatikergruppe...< Fanatiker... allein dies sagte ihm schon, das die Wahrscheinlichkeit, das er Leah übles wünschte, höher war. Wer schon glaubte, das jemand ein Ketzer war, wenn man einen anderen Glauben besass - und deswegen brennen sollte, denn das passierte mit Ketzern - dann war es selbstverständlich, das ein Schandfleck verschwinden sollte - ein solcher für seine Schande bezahlen sollte. Und nicht nur vertrieben werden. Nein, er traute dem Mann nicht. Wollte ihn nicht in Leahs Nähe haben. Diesen Bruder... ein Bruder. Cyrion hätte in einem eher friedlichen Fall einen Bruder um das Recht gebeten, die Schwester zu freien, um sie zu werben. Doch diesem Mann sprach er dies Recht ab. Savea hatte dies Recht. Darna ebenfalls. Lira bis zu einem gewissen Grad. Waren sie doch Liras jetztige Familie. Und trotzdem wollte er hingehen, sich vor dem Bruder aufbauen und ihn wissen lassen, das er Leahs zukünftiger Mann war und er, Alex, die Finger von ihr lassen sollte - unter Androhung des Verlustes dieser Finger. Ein Mundwinkel zuckte hoch. Ein Platzhirsch, der einen anderen sieht und drum den Kopf senkt, die Hörner zeigt. Und doch... er konnte nicht umhin, dieses Gefühl tief in sich zu spüren. Dieses Verlangen zur Aussage: Mein Weib! Finger weg!
Was wusste er von dem Mann. Leahs älterer Bruder; sein Kontakt zu ihr nach seinem Weggang vom Hof des Vaters abgebrochen. Und kaum war Leah vom Hof gejagt worden, folgten ihr die Brüder, die vorher keinen Kontakt mehr hatten. Ihrer Meinung nach wollten sie beenden, was der Vater zu tun nicht imstande war. "Sie denken wie mein Vater." Das hatte sie gesagt... auch wenn die Jahre die Brüder verändern mochten. Der Grundkern war da. Was wusste er noch? Das Lira keine Ahnung hatte, was Leah wiederfahren war in der Vergangenheit. Aber dem Bruder dennoch nicht sagen würde, das sie eine Adlerritterin werden wollte... Alex hatte ein paar Jahre in der Dragenfurter Armee gedient. >Ich muss noch Informationen über diese Armee beziehen. Ich weiss zu wenig davon.< Was noch? Das der Vater extreme Vorstellungen gehabt haben mochte. Ein saufender Taugenichts war, der ihr weissgemacht hatte, das er allein was taugte. Und die Söhne mochten denselben extremen Vorstellungen anhängen. Immerhin war ihr Bruder in dieser Gruppe, die fanatisch veranlagt war. Mehr wusste er nicht. aber das würde sich ändern. Sehr bald sogar.
Der Wald brach auf. Wiesen und weiden wurden sichtbar. Wege in der Ferne, matschig vom regen und schorfig vom Frost. Häuser zeigten sich noch weiter fern. Das Kloster dort drüben. Die Bauernhöfe auf der anderen Seite. Varuna weiter hinten liegend. Rauch quoll hier und da von Schornsteinen. Ein friedliches Bild, welches ihn aber keineswegs friedlich stimmte. Die Anspannung in seinem Körper, der scharfe Blick mochten einem Passanten überraschen. Nein, in Cyr herrschte kein Frieden. Nur Ruhe vor dem Sturm.
Wieder schweifte der Blick über die Bäume, berührte Wildspuren in den Blättern am Boden, wo Eicheln sich hier und da zeigten. >Ich müsste wissen, was sie getan hat.< Eines wusste er schon immerhin - sie war nicht mit jemanden liiert gewesen. Jemand anderen als den vom Vater erwählten Heiratskandidaten. Auch hatte sie mit diesem nichts gehabt. Er war ihr grösstenteils unbekannt, nur ein Kindheitsfreund. Als er von dem Mann erfahren hatte, hatte Cyr einen Stich Eifersucht verspürt. Mochte sie den Mann? Der Stich war verschwunden alsbald er wusste, wie sie zu ihm stand. Was war es, was sie erlebt hatte? Was war es, das sie in Angst vor ihren Brüdern lebte. Und nun war einer dieser Brüder hier. Und wusste um ihren Aufenthaltsort. Alex... er hatte ihr Gute Besserung gewünscht. Ha! Hätte er wünschen sollen, sie möge daran zugrunde gehen? Mit ihrer besten Freundin Lira an ihrer Seite? Lira... hatte sie ihm von Leah erzählt? Warum war er bei den Elbenau gewesen? Nur wegen Leah? >Ein Mitglied dieser Fanatikergruppe...< Fanatiker... allein dies sagte ihm schon, das die Wahrscheinlichkeit, das er Leah übles wünschte, höher war. Wer schon glaubte, das jemand ein Ketzer war, wenn man einen anderen Glauben besass - und deswegen brennen sollte, denn das passierte mit Ketzern - dann war es selbstverständlich, das ein Schandfleck verschwinden sollte - ein solcher für seine Schande bezahlen sollte. Und nicht nur vertrieben werden. Nein, er traute dem Mann nicht. Wollte ihn nicht in Leahs Nähe haben. Diesen Bruder... ein Bruder. Cyrion hätte in einem eher friedlichen Fall einen Bruder um das Recht gebeten, die Schwester zu freien, um sie zu werben. Doch diesem Mann sprach er dies Recht ab. Savea hatte dies Recht. Darna ebenfalls. Lira bis zu einem gewissen Grad. Waren sie doch Liras jetztige Familie. Und trotzdem wollte er hingehen, sich vor dem Bruder aufbauen und ihn wissen lassen, das er Leahs zukünftiger Mann war und er, Alex, die Finger von ihr lassen sollte - unter Androhung des Verlustes dieser Finger. Ein Mundwinkel zuckte hoch. Ein Platzhirsch, der einen anderen sieht und drum den Kopf senkt, die Hörner zeigt. Und doch... er konnte nicht umhin, dieses Gefühl tief in sich zu spüren. Dieses Verlangen zur Aussage: Mein Weib! Finger weg!
Was wusste er von dem Mann. Leahs älterer Bruder; sein Kontakt zu ihr nach seinem Weggang vom Hof des Vaters abgebrochen. Und kaum war Leah vom Hof gejagt worden, folgten ihr die Brüder, die vorher keinen Kontakt mehr hatten. Ihrer Meinung nach wollten sie beenden, was der Vater zu tun nicht imstande war. "Sie denken wie mein Vater." Das hatte sie gesagt... auch wenn die Jahre die Brüder verändern mochten. Der Grundkern war da. Was wusste er noch? Das Lira keine Ahnung hatte, was Leah wiederfahren war in der Vergangenheit. Aber dem Bruder dennoch nicht sagen würde, das sie eine Adlerritterin werden wollte... Alex hatte ein paar Jahre in der Dragenfurter Armee gedient. >Ich muss noch Informationen über diese Armee beziehen. Ich weiss zu wenig davon.< Was noch? Das der Vater extreme Vorstellungen gehabt haben mochte. Ein saufender Taugenichts war, der ihr weissgemacht hatte, das er allein was taugte. Und die Söhne mochten denselben extremen Vorstellungen anhängen. Immerhin war ihr Bruder in dieser Gruppe, die fanatisch veranlagt war. Mehr wusste er nicht. aber das würde sich ändern. Sehr bald sogar.
Der Wald brach auf. Wiesen und weiden wurden sichtbar. Wege in der Ferne, matschig vom regen und schorfig vom Frost. Häuser zeigten sich noch weiter fern. Das Kloster dort drüben. Die Bauernhöfe auf der anderen Seite. Varuna weiter hinten liegend. Rauch quoll hier und da von Schornsteinen. Ein friedliches Bild, welches ihn aber keineswegs friedlich stimmte. Die Anspannung in seinem Körper, der scharfe Blick mochten einem Passanten überraschen. Nein, in Cyr herrschte kein Frieden. Nur Ruhe vor dem Sturm.
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Leah Katuri
Unruhig wälzte sie sich auf dem Bett hin und her, von einer Seite auf die nächste. Der Mond schien voll und blassfahl durch das Fenster, sorgte so für weitere Unruhe in ihr. Der Schlafmangel in der Nacht war nur allzu perfekt. Die Gedanken kreisten, schwirrten umher, während sie sich von einer Seite auf die andere warf, um möglichst nicht daran denken zu müssen. Feine Schweißperlen hatten sich auf der Stirn gebildet, das Ziehen im Oberschenkel nahm wieder zu. Sie würde wohl doch wieder früher Vorlieb nehmen müssen mit einem Heiler. Einer der Gedanken, die noch am einfachsten, am schlichtesten waren und sie zumindest mit der Erkenntnis zurückließen, dass es auch Dinge gab, die man schnell entscheiden konnte.
Alex...das Bild tauchte auf, wollte sie nicht loslassen. Seine klaren, blauen Augen, die Narben im Gesicht...alles Dinge, die sie dachte, nie wieder zu sehen. Sein Gesicht, seine Statur. War er schon immer so groß gewesen? Hatte er schon immer dieses Aussehen? Die Statur...so breit, so ganz und gar kräftiger als Vater es je gewesen war. Seine Stimme....sie hatte den Klang so ewig nicht mehr gehört und kaum hatte er gesprochen, fühlte sie sich in der Stube daheim, als wäre nie diese ewige Zeit des “sich nicht Sehens“ vorhanden gewesen. Ein flaues Gefühl schlich sich durch den Magen, ließ sie die Beine anziehen im Bett. Er hatte ihr nichts getan, sie nur angesehen. Keine Schuldzuweisungen trafen sie, kein Einfordern einer Strafe, die so oder so nicht rechtens war. Sie hoffte, er hätte sich verändert, hätte erkannt, was sie erkennen musste...oder durfte.
Ihre Gedanken schwirrten weiter, während sie sich wieder herumwälzte und den Blick zum Fenster wand. Milady....die Unfähigkeit, runter zu stürmen, irgend etwas zu tun.
„Sie sprach davon...dass sie schon wieder zu spät entschieden hatte.“
Irgendjemand hatte Lasco etwas getan, ihn getötet. Schon wieder zu spät...ein ungutes Gefühl beschlich sie, ließ sie nicht los. Sie hatte an dem Abend, als José sie wieder zurückgebracht hatte, die Stimmen nicht verstanden. Es waren Töne, Aufeinanderfolgungen von irgendwelchen Lauten, von Gebrabbel. Sie hatte damals weder Sinn noch Zuordnung in den Wörtern sehen können, zu sehr war sie auch darauf konzentriert, nicht sofort das Gleichgewicht zu verlieren. Sie hatte jedoch Stimmungen aufgenommen...Angespanntheit, irgendwann eine eisige Stimme, viel später ein ebenso eisig hartes Lachen. Sie hatte damals gedacht, sie hätte das nur geträumt, eine der Nebenwirkungen dieses Zeugs, was sie einatmen musste bei dem Piratenpack. Doch was wenn...? Nein, nicht in Spekulationen verrennen und wieder Luftschlösser bauen! Bei Cyrion hatte sie sich auch künstlich aufgeregt und sich so schon in der Nacht zuvor kaum Schlaf gönnen können. Jeglicher Ruherhythmus war schon längst aus den Fugen geraten und sie schlief mehr am Tage als in der Nacht. Das Haus war oft leer.
Hauswächterin...du und eine Hauswächterin. Du kannst nicht auf dich selbst aufpassen...und wenn, ist ja eh kaum jemand da. Und sowas will Knappin werden...pah...
Sie schnaufte die Luft aus, setzte sich auf und drückt den Rücken an die Wand, die Augen mit einem Schlucken schliessend. Nein, keine Selbstvorwürfe, kein Satz der Selbstschelte. Und doch...warum machte Milady seid Tagen einen Bogen um das Zimmer? War so schnell drinnen und wieder draussen. Erst letzte Nacht...als sie und Cyrion....
Die Augenlider öffneten sich schlagartig, ein scharfes Einziehen der Luft, als der Gedanke daran aufkam.
„Das ist nahe an der Folter, weißt du?...Mich berühren und gleichzeitig sagen, wenn mich der Eid bindet...“
Sie war schon nicht mehr wütend, als er die Türe herein gekommen war, sie angelächelt, fixiert hatte mit seinen veilchenblauen Augen. Geredet...seine Worte, seine Fragen. Die Frage nach ihrer Familie, ihre Schande. Sie wollte irgendwann nicht mehr preis geben. Nein, solange sie sich selbst nicht sicher war, ob die Anklage Sinn hatte, würde sie es Cyrion nicht erzählen können. Er müsste sich gedulden, müsste warten und ihr den Freiraum schenken, den sie so nötig brauchte. Sie lenkte ab, versuchte ein neues Gespräch, ein neues Thema zu finden....nur um Momente später sein Gesicht um Handbreiten vor sich zu haben, der Blick aufflackernd und undefinierbar anders.
Sie hatte den Blick damals in Tavernen gesehen, in ihrem Dorf bei manchem Kerl...doch es passte nicht, passte einfach nicht zu seiner samtenen Stimme, zu dem, was ihr ihr Bauch sagte. Nein, er würde ihr nichts böses wollen....außer, dass er begann, den Eid zu missachten. Die Vorwürfe rauschten bereits davon, als sie seine Lippen spürte, kostend, berauscht fast. Kam es ihr wie Sekunden vor oder doch eher wie Stunden? Sie wusste es nicht, erinnerte sich nur an den Laut aus seiner Kehle und den Nackenhaaren, die sich ihr auf einmal aufstellten, als draussen auch noch das Geschrei begann von Domenys. Verwirrender und geradezu perfekter konnte es wohl nicht passen; es hatte zumindest Cyrion ein ernstes Wort, eine Schelte erspart. Sie hatte geradezu nach Atem gerungen, das Öffnen des Fensters kam ihr nur allzu gelegen. Eine Flucht....eine Flucht, seinem Blick nicht begegnen zu müssen; ob jener nun Zorn, Enttäuschung oder dergleichen zeigte. Und die Flucht, ihren Blick preis zu geben, der verwirrt, angespannt in die Nacht sah und erst nach einer Weile Milady fixierte.
„Geh zu ihr, seh nach!“ Wegschicken...wieder einmal schickte sie ihn weg, statt sich damit zu konfrontieren, was da los war. Doch sie selbst konnte....durfte nicht herunter. Sie hatte Liralia ihr Wort gegeben, endlich sich auszuruhen, nicht mehr aufzustehen und sich zu schonen. Ein Verprechen muss man halten...sie hatte in den Tagen so viele gegeben. Um zu beruhigen, um vernünftig zu wirken. Das Versprechen an Cyrion, Alex nicht alleine zu sehen, gar mit ihm zu reden. Sie wusste bereits jetzt, dass sie nicht sicher sein konnte, es zu halten.
Ich verführ ihn, Eide zu brechen...Versprechen....ich bin seine Schwäche. Er sagte ihr, dass es kein Vorwurf war, ermahnte sie, es nicht so zu sehen, und doch konnte sie nicht anders. Er wusste nur zu gut, dass es einen Moment gab, in dem sie einfach mit Denken aufhörte, sich dazu zwingen musste, weiterzuatmen, wenn er ein richtiges Wort sagte, einen richtigen Blick anwendete. Wer nutzte welche Schwäche? Wer war stark, wer schwach?
Wieder legte sie sich hin, warf sich auf die Seite zum Fenster hin, die Knie angezogen. Die Decke hatte sie aus dem Bett geschoben, so sehr durchdrang die Hitze sie. Fieber? Hatte die Wunde doch sich entzündet? Oder waren es die Gedanken, die sie erhitzten, sie nicht ruhig werden ließen? Ein leises Stöhnen verließ die Lippen, während sich die Stirn in zweifelnde Falten legte. So viele Fragen auf die man keine Antwort fand.
Ihr Magen krampfte ein weiteres Mal zusammen, ließ dieses flaue Gefühl zurück.
„Gefährlich....sehr...gefährlich Mädchen...“
Ihre Augen schlossen sich, verkrampft den Mond und den Raum um sich herum ausblendend. Viel zu viele Gedanken schwirrten umher, doch letztendlich blieb ein Bild, welches in einigen Träumen sie bereits kannte: Das des Wolfes....der das Reh jagte....und erlegen wollte.
Alex...das Bild tauchte auf, wollte sie nicht loslassen. Seine klaren, blauen Augen, die Narben im Gesicht...alles Dinge, die sie dachte, nie wieder zu sehen. Sein Gesicht, seine Statur. War er schon immer so groß gewesen? Hatte er schon immer dieses Aussehen? Die Statur...so breit, so ganz und gar kräftiger als Vater es je gewesen war. Seine Stimme....sie hatte den Klang so ewig nicht mehr gehört und kaum hatte er gesprochen, fühlte sie sich in der Stube daheim, als wäre nie diese ewige Zeit des “sich nicht Sehens“ vorhanden gewesen. Ein flaues Gefühl schlich sich durch den Magen, ließ sie die Beine anziehen im Bett. Er hatte ihr nichts getan, sie nur angesehen. Keine Schuldzuweisungen trafen sie, kein Einfordern einer Strafe, die so oder so nicht rechtens war. Sie hoffte, er hätte sich verändert, hätte erkannt, was sie erkennen musste...oder durfte.
Ihre Gedanken schwirrten weiter, während sie sich wieder herumwälzte und den Blick zum Fenster wand. Milady....die Unfähigkeit, runter zu stürmen, irgend etwas zu tun.
„Sie sprach davon...dass sie schon wieder zu spät entschieden hatte.“
Irgendjemand hatte Lasco etwas getan, ihn getötet. Schon wieder zu spät...ein ungutes Gefühl beschlich sie, ließ sie nicht los. Sie hatte an dem Abend, als José sie wieder zurückgebracht hatte, die Stimmen nicht verstanden. Es waren Töne, Aufeinanderfolgungen von irgendwelchen Lauten, von Gebrabbel. Sie hatte damals weder Sinn noch Zuordnung in den Wörtern sehen können, zu sehr war sie auch darauf konzentriert, nicht sofort das Gleichgewicht zu verlieren. Sie hatte jedoch Stimmungen aufgenommen...Angespanntheit, irgendwann eine eisige Stimme, viel später ein ebenso eisig hartes Lachen. Sie hatte damals gedacht, sie hätte das nur geträumt, eine der Nebenwirkungen dieses Zeugs, was sie einatmen musste bei dem Piratenpack. Doch was wenn...? Nein, nicht in Spekulationen verrennen und wieder Luftschlösser bauen! Bei Cyrion hatte sie sich auch künstlich aufgeregt und sich so schon in der Nacht zuvor kaum Schlaf gönnen können. Jeglicher Ruherhythmus war schon längst aus den Fugen geraten und sie schlief mehr am Tage als in der Nacht. Das Haus war oft leer.
Hauswächterin...du und eine Hauswächterin. Du kannst nicht auf dich selbst aufpassen...und wenn, ist ja eh kaum jemand da. Und sowas will Knappin werden...pah...
Sie schnaufte die Luft aus, setzte sich auf und drückt den Rücken an die Wand, die Augen mit einem Schlucken schliessend. Nein, keine Selbstvorwürfe, kein Satz der Selbstschelte. Und doch...warum machte Milady seid Tagen einen Bogen um das Zimmer? War so schnell drinnen und wieder draussen. Erst letzte Nacht...als sie und Cyrion....
Die Augenlider öffneten sich schlagartig, ein scharfes Einziehen der Luft, als der Gedanke daran aufkam.
„Das ist nahe an der Folter, weißt du?...Mich berühren und gleichzeitig sagen, wenn mich der Eid bindet...“
Sie war schon nicht mehr wütend, als er die Türe herein gekommen war, sie angelächelt, fixiert hatte mit seinen veilchenblauen Augen. Geredet...seine Worte, seine Fragen. Die Frage nach ihrer Familie, ihre Schande. Sie wollte irgendwann nicht mehr preis geben. Nein, solange sie sich selbst nicht sicher war, ob die Anklage Sinn hatte, würde sie es Cyrion nicht erzählen können. Er müsste sich gedulden, müsste warten und ihr den Freiraum schenken, den sie so nötig brauchte. Sie lenkte ab, versuchte ein neues Gespräch, ein neues Thema zu finden....nur um Momente später sein Gesicht um Handbreiten vor sich zu haben, der Blick aufflackernd und undefinierbar anders.
Sie hatte den Blick damals in Tavernen gesehen, in ihrem Dorf bei manchem Kerl...doch es passte nicht, passte einfach nicht zu seiner samtenen Stimme, zu dem, was ihr ihr Bauch sagte. Nein, er würde ihr nichts böses wollen....außer, dass er begann, den Eid zu missachten. Die Vorwürfe rauschten bereits davon, als sie seine Lippen spürte, kostend, berauscht fast. Kam es ihr wie Sekunden vor oder doch eher wie Stunden? Sie wusste es nicht, erinnerte sich nur an den Laut aus seiner Kehle und den Nackenhaaren, die sich ihr auf einmal aufstellten, als draussen auch noch das Geschrei begann von Domenys. Verwirrender und geradezu perfekter konnte es wohl nicht passen; es hatte zumindest Cyrion ein ernstes Wort, eine Schelte erspart. Sie hatte geradezu nach Atem gerungen, das Öffnen des Fensters kam ihr nur allzu gelegen. Eine Flucht....eine Flucht, seinem Blick nicht begegnen zu müssen; ob jener nun Zorn, Enttäuschung oder dergleichen zeigte. Und die Flucht, ihren Blick preis zu geben, der verwirrt, angespannt in die Nacht sah und erst nach einer Weile Milady fixierte.
„Geh zu ihr, seh nach!“ Wegschicken...wieder einmal schickte sie ihn weg, statt sich damit zu konfrontieren, was da los war. Doch sie selbst konnte....durfte nicht herunter. Sie hatte Liralia ihr Wort gegeben, endlich sich auszuruhen, nicht mehr aufzustehen und sich zu schonen. Ein Verprechen muss man halten...sie hatte in den Tagen so viele gegeben. Um zu beruhigen, um vernünftig zu wirken. Das Versprechen an Cyrion, Alex nicht alleine zu sehen, gar mit ihm zu reden. Sie wusste bereits jetzt, dass sie nicht sicher sein konnte, es zu halten.
Ich verführ ihn, Eide zu brechen...Versprechen....ich bin seine Schwäche. Er sagte ihr, dass es kein Vorwurf war, ermahnte sie, es nicht so zu sehen, und doch konnte sie nicht anders. Er wusste nur zu gut, dass es einen Moment gab, in dem sie einfach mit Denken aufhörte, sich dazu zwingen musste, weiterzuatmen, wenn er ein richtiges Wort sagte, einen richtigen Blick anwendete. Wer nutzte welche Schwäche? Wer war stark, wer schwach?
Wieder legte sie sich hin, warf sich auf die Seite zum Fenster hin, die Knie angezogen. Die Decke hatte sie aus dem Bett geschoben, so sehr durchdrang die Hitze sie. Fieber? Hatte die Wunde doch sich entzündet? Oder waren es die Gedanken, die sie erhitzten, sie nicht ruhig werden ließen? Ein leises Stöhnen verließ die Lippen, während sich die Stirn in zweifelnde Falten legte. So viele Fragen auf die man keine Antwort fand.
Ihr Magen krampfte ein weiteres Mal zusammen, ließ dieses flaue Gefühl zurück.
„Gefährlich....sehr...gefährlich Mädchen...“
Ihre Augen schlossen sich, verkrampft den Mond und den Raum um sich herum ausblendend. Viel zu viele Gedanken schwirrten umher, doch letztendlich blieb ein Bild, welches in einigen Träumen sie bereits kannte: Das des Wolfes....der das Reh jagte....und erlegen wollte.
Zuletzt geändert von Leah Katuri am Montag 17. November 2008, 22:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Cyrion Sha´Ar
Seine Finger taten weh... Einige Prellungen allenthalben, welche sich bläulich zeigten. Wieder verbrachte er Zeit und liess diesen das Holzschwert nach ihm schwingen. Cyrion wich aus, wurde auch darin besser, seinen Körper ein zu schätzen und schnappte mit den Fingern nach der Klinge. Er fing sie ein, ja – aber das Abbremsen... wäre es eine echte Klinge gewesen, hätte er doch einen Schnitt in der einen Hand gehabt. Und bei einer vergifteten Klinge... So war es doch nur ein weiterer rötlicher Streifen, wo die Holzklinge die Haut entlang schabte. Doch wenn dies öfters an derselben Stelle passierte, konnte es doch zum Blauen Fleck werden.
Der Blick Malachais lag für einen Moment auf ihm, sichtlich nicht glücklich, wohl aber bemessend, bevor er das Schwert sinken liess und zu dem Stamm ging, wo die Handtücher waren, dem eine Spur verwirrten Cyrion eins zuwerfend. Dieser fing es auf und wischte sich den Schweiss von der Stirn, fragte aber dann doch keuchend: "Wieso hörst du auf? Wir haben noch Zeit." Sein Bruder antwortet nicht, dampfte und keuchte nur in der morgendlichen Kälte und winkte ihm stumm, mit zukommen. Erst als sie an der Wand des Hauses waren, griff er in eine Kiste und holte einen offensichtlich schweren Beutel heraus, diesen hochhebend.
„Du brauchst Training für die Finger und Hände allein...“ Seine Bruder stutzte verblüfft, die Augen weiteten sich und er gab perplex von sich: „Für die Finger??!“ Der Blick wanderte von dem Sack zu Malachai, der ihn allerdings vielsagend ruhig und bestimmt ansah. Zweifel sickerte in Cyrions; er wusste, das dies seinem Bruder nicht verborgen bleiben konnte, doch schien diesen dies nicht zu berühren. Im Gegenteil, sein Blick gewann an Ernst, während er auf Cyrions Finger deutete. „Ja. Zu wenig Kraft darin. Und wo du ohnehin dabei bist – mehr Kraft in den Armen würde dir sowieso gut tun... Hier! Fang!“ Er warf ihm einen Beutel herüber, den Cyr, verblüfft wie er war, aus der Luft pflückte – um dann festzustellen, das er einiges an Gewicht hatte – er musste ihn an seine Brust pressen, damit seine gestauchten Finger nicht nach gaben. Ein Blick hinein liess ihn Schnaufen. „Ist das dein Ernst?“
Der Blick seines Bruders wurde kühl, ruhte auf ihm – lange genug, das Cyrion irritiert wiedergab.
„Gewichte an die Finger hängen! Und dann was? Sie beugen und strecken, als wären sie meine Arme?“ "Ja." Gab Malachai gelassen von sich, sich das Handtuch greifend und durch das feuchte Haar reibend. Immer noch dampften sie beide in kühlen frostigen Luft. Sie hatten wieder einige Stunden geübt. Ein Mundwinkel Cyrions zuckte hoch und er schnaufte wieder. „Keh! Fieber hast du in letzter Zeit nicht gehabt, oder?“ Sein Spott traf nicht – perlte an seinem Bruder ab, als könnte kein Wässerchen ihn trüben.
Unzufrieden blickte Cyrion auf den Beutel, Falten auf der gerunzelten Stirn. "Ich wollte diese Technik in ein paar Tagen lernen. Je länger ich brauche, desto länger ist Leah ohne Schutz!" Der Trotz, der für einen Moment in seiner Stimme geklungen hatte, war wieder verschwunden. Der Missmut auf seinen Zügen war noch vorhanden und in dem ergebenen Atemzug zu hören, der die Luft mit weisslichem Nebel durchschnitt. Ein dunkles Augenpaar beobachtet ihn aus den Falten des Handtuchs heraus. "Ich hab deine Fortschritte beobachtet - du kommst nicht weiter. Dir fehlt die Kraft in deinen Händen. deswegen kannst du meine Hiebe nicht auf Anhieb stoppen." Er deutete mit den Fingern kurz zum Sack. "Ich hab das da für dich vorbereitet. Das und ein Trainingsplan." Der Blick Cyrions schweifte von dem Sack erneut zu seinem Bruder hoch, der sich inzwischen abwandte und seine Waffen einsammelte. „100 Fingerübungen am Morgen, 100 am Abend, das jeden Tag. Nebenbei kannst du noch Gewichte an die Füsse hängen und Klimmzüge machen. Auch jeweils 50 Morgens und 50 Abends. Das wärs dann..." Cyrions Kiefer sackte herab, die weissen Beisserchen gut sichtbar, während sein Bruder die Waffen und das Handtuch schulterte und zum Haus hinüber ging. "Ah... da fällt mir ein..." Er verhielt und drehte sich um, ein Lächeln auf den Zügen, das eine Spur Amüsement zeigte, als er Cyrions Ausdruck ansichtig wurde. "...Hinterher die Finger in kaltes Wasser halten.“ Ein Stieren ging von Cyrion aus, als würde er meinen, sein Bruder wäre nicht ganz dicht. „Du... Du meinst...“ Wieder zeigte sich ein Lächeln auf Malachais Zügen. Milde... irgendwas störte ihn an diesem Lächeln, doch konnte er die Finger nicht drauf legen. Vielleicht die Tatsache, das er sich amüsierte?! Doch im nächsten Moment schon verging das Lächeln, die Augen wurden offen, Schonungslos.
„Du machst keine Fortschritte, Cyrion, obwohl die Bewegungen deines Körpers besser, geschmeidiger werden. Du fängst die Klinge häufiger ein, wie immer ich sie auch schwinge. du weichst seltener aus und wenn, bist du sparsam in den Bewegungen; findest du schneller in eine Haltung zurück, in der Angreifen wie auch Verteidigen möglich ist. Alles sehr zufrieden stellend.“ Er nickte sachte und betrachte die Kiste an der Tür, aus der er den Beutel genommen hatte, um dann den Deckel sinken zu lassen. „Aber... du bremst die Klingen nicht bei Kontakt. Nichts von all dem bringt etwas, wenn du die Klinge nicht bei Kontakt unter Kontrolle hast! Du hast zu wenig Kraft in den Fingern!“
Der Deckel schloss sich mit einem Klacken, die Worte Malachais unterstreichend, während dieser seine Unzufriedenheit über diesen einen Punkt hörbar ausatmete. „Also wirst du dir Kraft antrainieren. Von heute an. Bis du das Schwert bei Kontakt bremst – und deine Finger nicht das kleinste Mal vorweisen. Dann erst werde ich die Art des Schwertes ändern... auch auch Dolche übergehen... und letztlich echte Klingen benutzen.“ Fassungslos griffen Cyrions Finger fester um den Beutel, hob er ihn an und schüttelte ihn. Die Gewichte klangen darin leise. „Aber das Pensum...“
„Ist machbar... Die Leute auf der Burg haben es geschafft; du wirst es auch schaffen, da bin ich mir sicher.“ Das Lächeln veränderte sich, etwas füllte die Augen, das er verstand und er gab erbost wieder: „Du Teufel! Ich bin keiner von Khazkals Männern, die du schinden konntest, bis sie um Gnade flehten! Ich bin dein Bruder, verdammt!“ Wieder mischte sich Trotz in den Zorn hinein, als er am Sack rüttelte. Die Gewichte schlugen wüst gegeneinander, erklangen dumpf. „Das ist zuviel!“
Das Lächeln verschwand und die dunklen Augen des Mannes blickten nieder, die Lider mit den dichten Wimpern über die Augen gesenkt, während er die Klinge in seinen Händen betrachtete. "Cyrion... Du hast mich gebeten, dir beim Training zu helfen..." Er atmet leise aus und blickte wieder seinem Bruder ins Gesicht. Ein Gesicht, das nun Betroffenheit aufwies. "Dir zu helfen, dich bestmöglich auf einen Kampf gegen Letharen vor zu bereiten. Genau dies mache ich. Dafür sorgen, das du eine Chance hast, ihn zu überraschen. Dafür sorgen, das du im Nahkampf rasch gewinnen kannst, denn setzt er seine Magie ein, siehts düster aus. So wie du jetzt bist, mit halbfertigen Techniken - du kannst nur sterben. Ich habe dir gesagt, ich helfe dir. Ich habe dir nie gesagt, das es einfach wird. Oder so schnell geht, wie du es dir wünscht." Er hob die Hand und berühte den immer noch betroffen schauenden Cyr an der Schulter. "Eins nach dem anderen, Bruder. Komm... wir sollten aus der Kälte heraus." Cyrion setzte an, etwas zu sagen, als Malachai durch die Tür ging, doch kam kein Ton aus seinem Mund. Einen Moment blickte er zum Rücken seines Bruders, welcher sich zwischen den Werkbänken der Werkstatt geschmeidig hin und her bewegte, dann wanderte sein Augenmerk zum Sack. Tief atmete er ein und aus. "Steiniger Weg, hu?" fragte er leise, an niemanden insbesondere gerichtet und folgte seinem Bruder in das warme Haus.
Der Blick Malachais lag für einen Moment auf ihm, sichtlich nicht glücklich, wohl aber bemessend, bevor er das Schwert sinken liess und zu dem Stamm ging, wo die Handtücher waren, dem eine Spur verwirrten Cyrion eins zuwerfend. Dieser fing es auf und wischte sich den Schweiss von der Stirn, fragte aber dann doch keuchend: "Wieso hörst du auf? Wir haben noch Zeit." Sein Bruder antwortet nicht, dampfte und keuchte nur in der morgendlichen Kälte und winkte ihm stumm, mit zukommen. Erst als sie an der Wand des Hauses waren, griff er in eine Kiste und holte einen offensichtlich schweren Beutel heraus, diesen hochhebend.
„Du brauchst Training für die Finger und Hände allein...“ Seine Bruder stutzte verblüfft, die Augen weiteten sich und er gab perplex von sich: „Für die Finger??!“ Der Blick wanderte von dem Sack zu Malachai, der ihn allerdings vielsagend ruhig und bestimmt ansah. Zweifel sickerte in Cyrions; er wusste, das dies seinem Bruder nicht verborgen bleiben konnte, doch schien diesen dies nicht zu berühren. Im Gegenteil, sein Blick gewann an Ernst, während er auf Cyrions Finger deutete. „Ja. Zu wenig Kraft darin. Und wo du ohnehin dabei bist – mehr Kraft in den Armen würde dir sowieso gut tun... Hier! Fang!“ Er warf ihm einen Beutel herüber, den Cyr, verblüfft wie er war, aus der Luft pflückte – um dann festzustellen, das er einiges an Gewicht hatte – er musste ihn an seine Brust pressen, damit seine gestauchten Finger nicht nach gaben. Ein Blick hinein liess ihn Schnaufen. „Ist das dein Ernst?“
Der Blick seines Bruders wurde kühl, ruhte auf ihm – lange genug, das Cyrion irritiert wiedergab.
„Gewichte an die Finger hängen! Und dann was? Sie beugen und strecken, als wären sie meine Arme?“ "Ja." Gab Malachai gelassen von sich, sich das Handtuch greifend und durch das feuchte Haar reibend. Immer noch dampften sie beide in kühlen frostigen Luft. Sie hatten wieder einige Stunden geübt. Ein Mundwinkel Cyrions zuckte hoch und er schnaufte wieder. „Keh! Fieber hast du in letzter Zeit nicht gehabt, oder?“ Sein Spott traf nicht – perlte an seinem Bruder ab, als könnte kein Wässerchen ihn trüben.
Unzufrieden blickte Cyrion auf den Beutel, Falten auf der gerunzelten Stirn. "Ich wollte diese Technik in ein paar Tagen lernen. Je länger ich brauche, desto länger ist Leah ohne Schutz!" Der Trotz, der für einen Moment in seiner Stimme geklungen hatte, war wieder verschwunden. Der Missmut auf seinen Zügen war noch vorhanden und in dem ergebenen Atemzug zu hören, der die Luft mit weisslichem Nebel durchschnitt. Ein dunkles Augenpaar beobachtet ihn aus den Falten des Handtuchs heraus. "Ich hab deine Fortschritte beobachtet - du kommst nicht weiter. Dir fehlt die Kraft in deinen Händen. deswegen kannst du meine Hiebe nicht auf Anhieb stoppen." Er deutete mit den Fingern kurz zum Sack. "Ich hab das da für dich vorbereitet. Das und ein Trainingsplan." Der Blick Cyrions schweifte von dem Sack erneut zu seinem Bruder hoch, der sich inzwischen abwandte und seine Waffen einsammelte. „100 Fingerübungen am Morgen, 100 am Abend, das jeden Tag. Nebenbei kannst du noch Gewichte an die Füsse hängen und Klimmzüge machen. Auch jeweils 50 Morgens und 50 Abends. Das wärs dann..." Cyrions Kiefer sackte herab, die weissen Beisserchen gut sichtbar, während sein Bruder die Waffen und das Handtuch schulterte und zum Haus hinüber ging. "Ah... da fällt mir ein..." Er verhielt und drehte sich um, ein Lächeln auf den Zügen, das eine Spur Amüsement zeigte, als er Cyrions Ausdruck ansichtig wurde. "...Hinterher die Finger in kaltes Wasser halten.“ Ein Stieren ging von Cyrion aus, als würde er meinen, sein Bruder wäre nicht ganz dicht. „Du... Du meinst...“ Wieder zeigte sich ein Lächeln auf Malachais Zügen. Milde... irgendwas störte ihn an diesem Lächeln, doch konnte er die Finger nicht drauf legen. Vielleicht die Tatsache, das er sich amüsierte?! Doch im nächsten Moment schon verging das Lächeln, die Augen wurden offen, Schonungslos.
„Du machst keine Fortschritte, Cyrion, obwohl die Bewegungen deines Körpers besser, geschmeidiger werden. Du fängst die Klinge häufiger ein, wie immer ich sie auch schwinge. du weichst seltener aus und wenn, bist du sparsam in den Bewegungen; findest du schneller in eine Haltung zurück, in der Angreifen wie auch Verteidigen möglich ist. Alles sehr zufrieden stellend.“ Er nickte sachte und betrachte die Kiste an der Tür, aus der er den Beutel genommen hatte, um dann den Deckel sinken zu lassen. „Aber... du bremst die Klingen nicht bei Kontakt. Nichts von all dem bringt etwas, wenn du die Klinge nicht bei Kontakt unter Kontrolle hast! Du hast zu wenig Kraft in den Fingern!“
Der Deckel schloss sich mit einem Klacken, die Worte Malachais unterstreichend, während dieser seine Unzufriedenheit über diesen einen Punkt hörbar ausatmete. „Also wirst du dir Kraft antrainieren. Von heute an. Bis du das Schwert bei Kontakt bremst – und deine Finger nicht das kleinste Mal vorweisen. Dann erst werde ich die Art des Schwertes ändern... auch auch Dolche übergehen... und letztlich echte Klingen benutzen.“ Fassungslos griffen Cyrions Finger fester um den Beutel, hob er ihn an und schüttelte ihn. Die Gewichte klangen darin leise. „Aber das Pensum...“
„Ist machbar... Die Leute auf der Burg haben es geschafft; du wirst es auch schaffen, da bin ich mir sicher.“ Das Lächeln veränderte sich, etwas füllte die Augen, das er verstand und er gab erbost wieder: „Du Teufel! Ich bin keiner von Khazkals Männern, die du schinden konntest, bis sie um Gnade flehten! Ich bin dein Bruder, verdammt!“ Wieder mischte sich Trotz in den Zorn hinein, als er am Sack rüttelte. Die Gewichte schlugen wüst gegeneinander, erklangen dumpf. „Das ist zuviel!“
Das Lächeln verschwand und die dunklen Augen des Mannes blickten nieder, die Lider mit den dichten Wimpern über die Augen gesenkt, während er die Klinge in seinen Händen betrachtete. "Cyrion... Du hast mich gebeten, dir beim Training zu helfen..." Er atmet leise aus und blickte wieder seinem Bruder ins Gesicht. Ein Gesicht, das nun Betroffenheit aufwies. "Dir zu helfen, dich bestmöglich auf einen Kampf gegen Letharen vor zu bereiten. Genau dies mache ich. Dafür sorgen, das du eine Chance hast, ihn zu überraschen. Dafür sorgen, das du im Nahkampf rasch gewinnen kannst, denn setzt er seine Magie ein, siehts düster aus. So wie du jetzt bist, mit halbfertigen Techniken - du kannst nur sterben. Ich habe dir gesagt, ich helfe dir. Ich habe dir nie gesagt, das es einfach wird. Oder so schnell geht, wie du es dir wünscht." Er hob die Hand und berühte den immer noch betroffen schauenden Cyr an der Schulter. "Eins nach dem anderen, Bruder. Komm... wir sollten aus der Kälte heraus." Cyrion setzte an, etwas zu sagen, als Malachai durch die Tür ging, doch kam kein Ton aus seinem Mund. Einen Moment blickte er zum Rücken seines Bruders, welcher sich zwischen den Werkbänken der Werkstatt geschmeidig hin und her bewegte, dann wanderte sein Augenmerk zum Sack. Tief atmete er ein und aus. "Steiniger Weg, hu?" fragte er leise, an niemanden insbesondere gerichtet und folgte seinem Bruder in das warme Haus.
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Cyrion Sha´Ar
Spähne fielen in dünnen Streifen zu Boden, als er mit dem Messer vorsichtig weitere Schwungfedern ausarbeitete. Der veilchenblaue Blick war konzentriert auf das Holz gerichtet, die schlanken langen Finger arbeiteten mit sicherer Präzision. Das Licht der Lampe erhellte den Raum, herrschte doch draussen stockfinstere Nacht. Wieder drehte er die Krücke, musterte den Lichtfall auf das Holz, musterte die Schatten und die Art, wie sich die Umrisse des Vogels vom restlichen Holz heraus hoben. Wieder atmete er aus, setzte das Messer an. Spähne fielen, der Finger glitt glättend über das Holz. Eine neue Schwungfeder wanderte grob den Ast hinauf. Die letzte an diesem Flügel. Hier und da noch ein paar Schnitzer, dann war auch der Daumenfittich geschnitzt und der Flügel verband sich mit dem restlichen Körper des Adlers. Er hob die Krücke ein Stück weg, drehte sie leicht im Licht von Kerzen und Lampen. Die geschlitzten Augen verengten sich, wurden kätzisch, weiteten sich wieder. Der Blick ging wieder hinaus. Keine Morgendämmerung. Wie lange mochte es dauern, bis er wieder die Sonne sah? Bis er unter normalen Lichtverhältnissen arbeiten konnte? Wahrscheinlich länger als er Zeit hatte. Leah würde bald aufstehen dürfen. Er musste sehen, das er bis dahin fertig wurde. Darum die Tränke... Katzenauge... Ein Trank gegen Müdigkeit. Einer gegen Hunger. Keiner für Geschick - der Stolz verbat es ihm. Er wollte, das dies seine Arbeit war - nicht das Ergebnis eines Tranks.
Wieder ging der Blick zu der Krücke, die sich drehte. Der Hirsch, der zum Himmel hochsah, die schlanken Beine edel und grazil auf den Boden gesetzt, das mächtige Geweih nach hinten ragend. Er sah zu dem Vogel auf, der in groben Zügen umrissen war. Ein Adler sollte es werden. Ein Adler, dessen Schwingen die beiden Äste der Krücke hinauf glitten. Er hatte lange gebraucht, bis er im Wald zwei Äste gefunden hatte, die seinen Vorstellungen entsprachen. Lang genug für Leah. Keine Knoten dort, wo er schnitzen wollte.
Er hatte wieder Zeit verloren, als er das Holz betrachtet hatte, versuchte zu ergründen, welche Formen mit der Maserung einher gingen. Schild mit Wappen und Schwert auf der einen Krücke, Hirsch und Adler auf der anderen Krücke. Dies hatte er gewusst, doch wie anbringen, welche Haltung war der Maserung zuträglich? Drachenschild und Bastardschwert - hier hatte er leider nichts machen können. die Formen des Wappens waren leider gänzlich Maserungsunfreundlich. Aber die zweite Krücke... ohja! Der Hirsch war hervorragend gelungen. Edel, mächtig, und doch hinauf blickend, als würde er etwas suchen. Der Vogel... an ihm fehlte noch die Feinarbeit. die groben Züge waren gesetzt. Nun begann die Schnipselarbeit. Mit dem Stichel feine Stückchen heraus schälen - die Federn ausarbeiten. Winzige Korrekturen, dort etwas weghebeln, hier feine Linien setzend. Und dann... Die Ausarbeitung des Drumherums. Er hatte Farne und Kräuter an die Beine des Hirsches und an die Bäume gesetzt. Im Hintergrund weitere Bäume angedeutet. Die Rinde belassen, so ausgearbeitet, das sie wie Tannen und Laubbäume um die kleine Lichtung standen, die jene Rindenlose Schnitzfläche war.
Eine Szene für die er sich abgearbeitet hatte. Nicht am Vogel, nein. Vögel waren sein Metier. Er kannte sie, liebte sie. Es war nicht schwer gewesen, statt einem Kolkraben einen Adler zu schnitzen. Aber der Hirsch... Er hatte immer wieder Hirschen gezeichnet, so wie er ihn sich auf dem Holz vorstellte. Die Unzufriedenheit hatte ihn ausrücken lassen, auf der Suche nach Wild, bis er sie fand und beobachtete in ihren Bewegungen, in ihrer Haltung. Murelay hatte ihm dabei geholfen - sie hatte ihn zu den Hirschen geführt. Dann die Übungschnitzerein. auf ein ähnlich Stück rundes Holz die Umrisse des Hirschen grob ausarbeiten - bis er sich nicht verschnitzte. Die Details wurden viel leichter, wenn der Umriss schon mal stimmte! Letztlich waren seine Ergebnisse ansehnlich genug gewesen, das er sich nicht schämten musste, einen Hirsch unter den Adler zu setzen, der es an Qualität nicht mit ihm aufnehmen konnte.
Tief atmete er ein, griff nach dem Krug und trank durstig aus diesem. Holzstaub lag ihm auf den Atemwegen. Holzstaub von der ersten Krücke, die er mit Sand geglättet und dann mit einem speziellen Stein und Holzwachs zum Glänzen gebracht hatte. Er würde bei der anderen Krücke auch noch als letzten Arbeitsgang dieses tun. Die Augen einen Moment schliessend, hielt er die Krücke lose in den Händen, liess die Muskeln sich entspannen. Leah... Bald würde sie wieder laufen dürfen... Und mit neuem Elan sich auch in die Arbeit stürzen. Jetzt wo all die Anspannung fort war, wo sich Darna und Leah gegenseitig einen Kampf der Worte geliefert hatten, dessen stiller Zeuge Cyrion gewesen war, konnten sie hoffentlich beide vorwärts gehen, ohne zurück zu blicken. Er hoffte es für sie... Er hoffte, das es das Richtige gewesen war, immerhin hatte er dafür darauf verzichtet, das sie für ein paar Tage, wenn nicht länger, bei ihm wohnte. Bei ihm wohnte und vielleicht...
Er richtete sich wieder auf. Nein, er konnte hier nicht liegen und sich in Gedanken an Leah verlieren, es galt immer noch den Adler fertig zu stellen! Schwer seufzte er aus und nahm die Krücke fest in die Hände, erneut mit dem Stichel ansetzend. Dünnste Spänen rieselten zu Boden, während er sich wieder konzentriert der Arbeit hingab. Die Krücke musste heute fertig werden... Denn Leah würde nun mit aller Macht darauf drängen, das Bett zu verlassen!
Wieder ging der Blick zu der Krücke, die sich drehte. Der Hirsch, der zum Himmel hochsah, die schlanken Beine edel und grazil auf den Boden gesetzt, das mächtige Geweih nach hinten ragend. Er sah zu dem Vogel auf, der in groben Zügen umrissen war. Ein Adler sollte es werden. Ein Adler, dessen Schwingen die beiden Äste der Krücke hinauf glitten. Er hatte lange gebraucht, bis er im Wald zwei Äste gefunden hatte, die seinen Vorstellungen entsprachen. Lang genug für Leah. Keine Knoten dort, wo er schnitzen wollte.
Er hatte wieder Zeit verloren, als er das Holz betrachtet hatte, versuchte zu ergründen, welche Formen mit der Maserung einher gingen. Schild mit Wappen und Schwert auf der einen Krücke, Hirsch und Adler auf der anderen Krücke. Dies hatte er gewusst, doch wie anbringen, welche Haltung war der Maserung zuträglich? Drachenschild und Bastardschwert - hier hatte er leider nichts machen können. die Formen des Wappens waren leider gänzlich Maserungsunfreundlich. Aber die zweite Krücke... ohja! Der Hirsch war hervorragend gelungen. Edel, mächtig, und doch hinauf blickend, als würde er etwas suchen. Der Vogel... an ihm fehlte noch die Feinarbeit. die groben Züge waren gesetzt. Nun begann die Schnipselarbeit. Mit dem Stichel feine Stückchen heraus schälen - die Federn ausarbeiten. Winzige Korrekturen, dort etwas weghebeln, hier feine Linien setzend. Und dann... Die Ausarbeitung des Drumherums. Er hatte Farne und Kräuter an die Beine des Hirsches und an die Bäume gesetzt. Im Hintergrund weitere Bäume angedeutet. Die Rinde belassen, so ausgearbeitet, das sie wie Tannen und Laubbäume um die kleine Lichtung standen, die jene Rindenlose Schnitzfläche war.
Eine Szene für die er sich abgearbeitet hatte. Nicht am Vogel, nein. Vögel waren sein Metier. Er kannte sie, liebte sie. Es war nicht schwer gewesen, statt einem Kolkraben einen Adler zu schnitzen. Aber der Hirsch... Er hatte immer wieder Hirschen gezeichnet, so wie er ihn sich auf dem Holz vorstellte. Die Unzufriedenheit hatte ihn ausrücken lassen, auf der Suche nach Wild, bis er sie fand und beobachtete in ihren Bewegungen, in ihrer Haltung. Murelay hatte ihm dabei geholfen - sie hatte ihn zu den Hirschen geführt. Dann die Übungschnitzerein. auf ein ähnlich Stück rundes Holz die Umrisse des Hirschen grob ausarbeiten - bis er sich nicht verschnitzte. Die Details wurden viel leichter, wenn der Umriss schon mal stimmte! Letztlich waren seine Ergebnisse ansehnlich genug gewesen, das er sich nicht schämten musste, einen Hirsch unter den Adler zu setzen, der es an Qualität nicht mit ihm aufnehmen konnte.
Tief atmete er ein, griff nach dem Krug und trank durstig aus diesem. Holzstaub lag ihm auf den Atemwegen. Holzstaub von der ersten Krücke, die er mit Sand geglättet und dann mit einem speziellen Stein und Holzwachs zum Glänzen gebracht hatte. Er würde bei der anderen Krücke auch noch als letzten Arbeitsgang dieses tun. Die Augen einen Moment schliessend, hielt er die Krücke lose in den Händen, liess die Muskeln sich entspannen. Leah... Bald würde sie wieder laufen dürfen... Und mit neuem Elan sich auch in die Arbeit stürzen. Jetzt wo all die Anspannung fort war, wo sich Darna und Leah gegenseitig einen Kampf der Worte geliefert hatten, dessen stiller Zeuge Cyrion gewesen war, konnten sie hoffentlich beide vorwärts gehen, ohne zurück zu blicken. Er hoffte es für sie... Er hoffte, das es das Richtige gewesen war, immerhin hatte er dafür darauf verzichtet, das sie für ein paar Tage, wenn nicht länger, bei ihm wohnte. Bei ihm wohnte und vielleicht...
Er richtete sich wieder auf. Nein, er konnte hier nicht liegen und sich in Gedanken an Leah verlieren, es galt immer noch den Adler fertig zu stellen! Schwer seufzte er aus und nahm die Krücke fest in die Hände, erneut mit dem Stichel ansetzend. Dünnste Spänen rieselten zu Boden, während er sich wieder konzentriert der Arbeit hingab. Die Krücke musste heute fertig werden... Denn Leah würde nun mit aller Macht darauf drängen, das Bett zu verlassen!
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Cyrion Sha´Ar
Erschöpft legte er sich in das Bett, welches fast zu kurz für ihn war. Gestreckt passte er gerade so darauf, ein Zeh schaute über den unteren Rand hinaus, wenn er ein wenig runter rutschte, war das andere doch zumeist angewinkelt. Er würde damit leben - es war nicht die Welt. Die Müdigkeit nagte an ihm... Götter, er wollte so gerne schlafen, aber wieder gab es schwerwiegende Dinge in seinem Leben, die ihm vom Schlaf abhielten, in seinem Kopf Kreise zogen wie Geier, bereit, sich auf ihr Opfer zu stürzen, sobald es sich nicht mehr rührte und und in die Dunkelheit davon driftete.
Zum einen war da Malachai. Sein Bruder verlor die Kontrolle über sich. Tat Dinge, an die er sich nicht erinnerte. Des Nachts über die Dächer springen - in der Kleidung des Schattenlords, welche er längst verbrannt hatte... Sich besaufen, die Freundin seines Schülers im Suff vom Fleck weg heiraten... Und diese Freundin war auch noch Arsens Schwester, ein Mann, dessen Zorn Cyr niemals auf sich ziehen wollte.
Malachai war sich bewusst, das sein Zustand bedenkenswert war - aus diesem Grund hatte er sich letztlich entchieden, sich aus der Akademie zurück zu ziehen. Sollte er, der er unberechenbar geworden war, jemanden angreifen - dann doch besser nicht jemanden, der ihm nahestand. Aus diesem Grund hatte er seinen Sohn Selina gegeben. >Nein halt... Sie hat ihn sich einfach genommen...!< Die faserigen Gedanken klärten sich mit diesem einen, in welchem sich... was wiederspiegelte? Zorn? Oder war er einfach nur... verdriesslich, weil sie ihm den Jungen, um den er sich hatte kümmern sollen, mit einem Satz selbstherrlich weggenommen hatte? Er hatte sie gelassen, weil er sich nicht dazu herablassen wollen, sich mit ihr um ein Kind zu streiten - wo auch noch der Vater beistand. Aber trotzdem... es wäre schön gewesen, den Jungen wieder bei sich zu haben.
Gedankenvoll drehte er sich um und liess die Katzenaugen umherschweifen. Ah... das war ein Nachteil, das er nun beinahe rund um die Uhr Katzenauge zu sich nahm, das er etwas sehen konnte. Dann sah er auch etwas, wenn er eigentlich nichts sehen wollte und schlafen. Nun ja... konnte er nichts machen.
Malachai... Leah wollte mit ihm sprechen. Erst hatte er angenommen, wegen dem Piraten, der plötzlich vor dem Anwesen aufgetaucht war - erst angeblich ein Bettler, dann schneller, als jemand damit rechnen konnte, die Pistole in der Hand. Leah hatte mit ihm gesprochen, die Krücken in den Händen, die Waffen nicht an sich - wie auch, wenn sie nicht lang genug stehen konnte, um sie zu schwingen - oder auch nur um einen Schlag mit der Waffe aufzufangen.
>Was gegen Schusswaffen eh sinnlos wäre. Ich hätte das Wurfmesser bereit halten sollen und sofort werfen, als er nach der Waffe griff. Aber da er eine Maske trug...< Die Augen waren schlecht erkennbar gewesen. Keine möglichkeit die eigentliche Absicht des Mannes zu bemerken. Und doch hatte er nicht das gefühl, alles getan zu haben, was in seiner Macht stand. Sie hatten den Mann nur um Augenblicke verpasst. Wären sie etwas früher gekommen, sie hätten ihn einfangen können. >Oder die Situation verschlimmern. Erneut ein Fall von Kopf oder Zahl? Lass die Waffen fallen, oder die Frau stirbt?< Nein es war gut gewesen, so wie es war.
Aber es überrascht ihn dennoch, das Leah nie vorgehabt hatte, mit Malachai über Piraten zu sprechen. Sie wollte mit Malachai sprechen - seinetwillen wegen. Ihn davon abhalten, das er sich von den seinen trennte... Cyrion rieb sich die Augen. Da hatte er etwas angestellt. Er dachte, die Erklärung, Malachai sei krank, wäre genug gewesen. Nun wolllte sie mit seinem Bruder darüber reden. >Wie denn?! Er kann ihr nicht sagen, das er der Schattenlord ist! Wie dann die Krankheit erklären? Wie erklären, warum er weg muss!< Obwohl er den Punkt selbst nicht ganz einsah. Verstehen schon, ja, aber dennoch... Er war sein Bruder. Er wollte ihm helfen. Nicht tatenlos zusehen.
Wieder rollte er sich herum, versuchte von dem Gedanken ab zu kommen. Leah, die langsam gesundete, Malachai, der dafür erkrankte... Und er selbst? Frug beide um Rat gezüglich Darnas Angebot. Er - als Hauswächter der Elbenaus. Leibwächter des Hausbewohner. Der Gedanke, wieder einen Herren zu haben, gefiel ihm. Wieder seinem Beruf nach gehen. Wieder jemanden beschützen können... Nicht nur Leah, alle, die dort wohnten - alle, die zu Leahs Kreis gehörten.
Es würde nicht leicht für sie beide werden, wenn er öfters da war. Freizeit und Arbeit mussten streng getrennt werden. Im Falle eines Angriffs musste er sich auf seine Ziele konzentrieren: Die Schutzbefohlenen sichern, den Täter schnappen. Den Fakt, das er Sorge, nein Angst um Leah hatte, musste er im Notfall irgendwo vergraben und mit zielstrebigen sinnvollen Taten beschweren. Dann würden sie sicher gut zusammen arbeiten können. Wieder öffnete sich ein Auge schlaflos und blinzelte durch das Fenster. >Und möglichst Ehrenhaft kämpfen. Mich selbst verkrüppeln... Göttin, das wird grausig.< Aber er kannte genug Methoden, um diejenigen, die Darna und den ihren aufstiessen, im Kampf mit ähnlich effektiven aber ehrvolleren Methoden auszuwechseln. Dennoch würde es nicht leicht werden.
>Ein weiterer Abschnitt meines Lebens bahnt sich da an...< So kam es ihm vor, jetzt, wo die Möglichkeit, wieder einen Herren zu haben, mit bunter Wappenfahne winkte. >Sie muss erst mit Adrian sprechen!< Schoss es ihm durch den Kopf und wieder öffnete er ein Auge, drehte sich erneut ächzend um. Aye. Darna und Adrian mussten erst das ganze bereden. Der Posten war noch nicht sicher. Nicht zu frü freuen! Aber dennoch... Er konnte nicht umhin, das sein Herz doch schneller schlug. Wieder eine Herrin haben... Er drehte sich auf den Rücken und hielt den Ring an seiner Kette ins blasse Mondlicht. Leicht drehte sich der Ring hin und her. Was würde Eireen dazu sagen? Was seine Eltern. Ob sie sich für ihn freuen würden? Ein kleines Lächeln zeigte sich nunmehr auf seinen Zügen und er drehte sich erneut herum, den Fing mit langen schlanken Fingern umschlossen. Entspannt schloss er die Augen. Bestimmt. Bestimmt würden sie sich freuen. So wie Leah und Malachai.
Zum einen war da Malachai. Sein Bruder verlor die Kontrolle über sich. Tat Dinge, an die er sich nicht erinnerte. Des Nachts über die Dächer springen - in der Kleidung des Schattenlords, welche er längst verbrannt hatte... Sich besaufen, die Freundin seines Schülers im Suff vom Fleck weg heiraten... Und diese Freundin war auch noch Arsens Schwester, ein Mann, dessen Zorn Cyr niemals auf sich ziehen wollte.
Malachai war sich bewusst, das sein Zustand bedenkenswert war - aus diesem Grund hatte er sich letztlich entchieden, sich aus der Akademie zurück zu ziehen. Sollte er, der er unberechenbar geworden war, jemanden angreifen - dann doch besser nicht jemanden, der ihm nahestand. Aus diesem Grund hatte er seinen Sohn Selina gegeben. >Nein halt... Sie hat ihn sich einfach genommen...!< Die faserigen Gedanken klärten sich mit diesem einen, in welchem sich... was wiederspiegelte? Zorn? Oder war er einfach nur... verdriesslich, weil sie ihm den Jungen, um den er sich hatte kümmern sollen, mit einem Satz selbstherrlich weggenommen hatte? Er hatte sie gelassen, weil er sich nicht dazu herablassen wollen, sich mit ihr um ein Kind zu streiten - wo auch noch der Vater beistand. Aber trotzdem... es wäre schön gewesen, den Jungen wieder bei sich zu haben.
Gedankenvoll drehte er sich um und liess die Katzenaugen umherschweifen. Ah... das war ein Nachteil, das er nun beinahe rund um die Uhr Katzenauge zu sich nahm, das er etwas sehen konnte. Dann sah er auch etwas, wenn er eigentlich nichts sehen wollte und schlafen. Nun ja... konnte er nichts machen.
Malachai... Leah wollte mit ihm sprechen. Erst hatte er angenommen, wegen dem Piraten, der plötzlich vor dem Anwesen aufgetaucht war - erst angeblich ein Bettler, dann schneller, als jemand damit rechnen konnte, die Pistole in der Hand. Leah hatte mit ihm gesprochen, die Krücken in den Händen, die Waffen nicht an sich - wie auch, wenn sie nicht lang genug stehen konnte, um sie zu schwingen - oder auch nur um einen Schlag mit der Waffe aufzufangen.
>Was gegen Schusswaffen eh sinnlos wäre. Ich hätte das Wurfmesser bereit halten sollen und sofort werfen, als er nach der Waffe griff. Aber da er eine Maske trug...< Die Augen waren schlecht erkennbar gewesen. Keine möglichkeit die eigentliche Absicht des Mannes zu bemerken. Und doch hatte er nicht das gefühl, alles getan zu haben, was in seiner Macht stand. Sie hatten den Mann nur um Augenblicke verpasst. Wären sie etwas früher gekommen, sie hätten ihn einfangen können. >Oder die Situation verschlimmern. Erneut ein Fall von Kopf oder Zahl? Lass die Waffen fallen, oder die Frau stirbt?< Nein es war gut gewesen, so wie es war.
Aber es überrascht ihn dennoch, das Leah nie vorgehabt hatte, mit Malachai über Piraten zu sprechen. Sie wollte mit Malachai sprechen - seinetwillen wegen. Ihn davon abhalten, das er sich von den seinen trennte... Cyrion rieb sich die Augen. Da hatte er etwas angestellt. Er dachte, die Erklärung, Malachai sei krank, wäre genug gewesen. Nun wolllte sie mit seinem Bruder darüber reden. >Wie denn?! Er kann ihr nicht sagen, das er der Schattenlord ist! Wie dann die Krankheit erklären? Wie erklären, warum er weg muss!< Obwohl er den Punkt selbst nicht ganz einsah. Verstehen schon, ja, aber dennoch... Er war sein Bruder. Er wollte ihm helfen. Nicht tatenlos zusehen.
Wieder rollte er sich herum, versuchte von dem Gedanken ab zu kommen. Leah, die langsam gesundete, Malachai, der dafür erkrankte... Und er selbst? Frug beide um Rat gezüglich Darnas Angebot. Er - als Hauswächter der Elbenaus. Leibwächter des Hausbewohner. Der Gedanke, wieder einen Herren zu haben, gefiel ihm. Wieder seinem Beruf nach gehen. Wieder jemanden beschützen können... Nicht nur Leah, alle, die dort wohnten - alle, die zu Leahs Kreis gehörten.
Es würde nicht leicht für sie beide werden, wenn er öfters da war. Freizeit und Arbeit mussten streng getrennt werden. Im Falle eines Angriffs musste er sich auf seine Ziele konzentrieren: Die Schutzbefohlenen sichern, den Täter schnappen. Den Fakt, das er Sorge, nein Angst um Leah hatte, musste er im Notfall irgendwo vergraben und mit zielstrebigen sinnvollen Taten beschweren. Dann würden sie sicher gut zusammen arbeiten können. Wieder öffnete sich ein Auge schlaflos und blinzelte durch das Fenster. >Und möglichst Ehrenhaft kämpfen. Mich selbst verkrüppeln... Göttin, das wird grausig.< Aber er kannte genug Methoden, um diejenigen, die Darna und den ihren aufstiessen, im Kampf mit ähnlich effektiven aber ehrvolleren Methoden auszuwechseln. Dennoch würde es nicht leicht werden.
>Ein weiterer Abschnitt meines Lebens bahnt sich da an...< So kam es ihm vor, jetzt, wo die Möglichkeit, wieder einen Herren zu haben, mit bunter Wappenfahne winkte. >Sie muss erst mit Adrian sprechen!< Schoss es ihm durch den Kopf und wieder öffnete er ein Auge, drehte sich erneut ächzend um. Aye. Darna und Adrian mussten erst das ganze bereden. Der Posten war noch nicht sicher. Nicht zu frü freuen! Aber dennoch... Er konnte nicht umhin, das sein Herz doch schneller schlug. Wieder eine Herrin haben... Er drehte sich auf den Rücken und hielt den Ring an seiner Kette ins blasse Mondlicht. Leicht drehte sich der Ring hin und her. Was würde Eireen dazu sagen? Was seine Eltern. Ob sie sich für ihn freuen würden? Ein kleines Lächeln zeigte sich nunmehr auf seinen Zügen und er drehte sich erneut herum, den Fing mit langen schlanken Fingern umschlossen. Entspannt schloss er die Augen. Bestimmt. Bestimmt würden sie sich freuen. So wie Leah und Malachai.
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Leah Katuri
Zischend geiferte die Fackeln nach Sauerstoff, um sich vollends entzünden zu können und dem rauhen Nachtwind entgegenzuflackern. Mit einem Schnauben stieß sie den Schaft der Fackel in den Boden, sorgte so für einen Lichtkreis um sie herum. Domenys hatte bereits seit einer guten halben Stunde einen eher skeptischen Blick auf sie geworfen, sich gefragt, was in aller Frühe das Mädchen auf dem Vorplatz vorm Anwesen suchte. Mehrmals war sie zunächst im Stall gewesen, als hätten die Hühner in der kurzen Zeit noch mehr Eier legen können; dann das Pferd, welches sie öfters unschlüssig angesehen hatte, abgebunden, nur um es wieder anzuzäunen. Unruhig schien ihr Schritt gewesen zu sein und die Blicke wusste sie gewissentlich zu ignorieren, die die beiden Wachen ihr schenkten. Sie wusste ja selbst, wie früh es war; die Uhr im Wohnraum hatte es ihr mehr als einmal bestätigt und trotzdem weigerte sie sich, wieder ins Bett zu stiefeln und die Dunkelheit mit der eigenen des Schlafes zu tauschen. Sie würde nur wieder anfangen, zu träumen...
Mit einem Knurren ging der erste Schlag des Holzschwertes auf das Holz vor sich. Das Holz verzog sich unter der Kraft, malträtierte die Schlagseite des Schwertheftes. Training macht den Kopf frei...So oder so versuchte sie sich einzureden, sinnlos und unüberlegt den Holzpfahl vor sich zu zerschlagen und mit Dellen zu zieren, die sie nach und nach hinein bildete.
Herrin Temora im Lichte deiner Gerechtigkeit erhebe ich mein Antlitz,
um meine Augen zu öffnen für alles, was wahr ist...
Das Holz krachte ein weiteres Mal, die Züge wurden langsam taktischer, während ihr Blick konzentrierter wurde und die Knie beugte. Das Leder der Trainingsrüstung knarzte leicht, bog sich bei jeder Bewegung, jedem Anwinkeln der Gelenke mit. Immer und immer wieder umrundete sie den Pfahl langsam, führte hier einen Hieb aus, dort einen anderen.
Ein Übungskampf...wie sie ihn mit Cyrion ausgeführt hatte. Sie wollte ihn endlich einmal sehen, wie er kämpft, wie er sich bewegt. Wollte einschätzen können, wie weit seine Erfahrungen wirklich waren...und ob er auf sich aufpassen könnte. Sie wusste, dass der Gedanke nur allzu absurd, zu abwegig war; ein Leibwächter, ein Mann, der sie um einiges überragte und sicherlich auch etwas mehr Kraft hatte, und dessen Wohl sie trotzdem fürchtete. Das Umrunden, das Gegenseitige Lauern, antesten...es weckte eine Spur Ehrgeiz in ihr aus und das Adrenalin hatte angefangen, durch ihre Adern zu schiessen. Pure Konzentration mischte sich mit der freudigen Erwartung, endlich wieder einige Hiebe zu testen und auszuführen. In jenem Moment war Cyrion nicht mehr Cyrion...sondern einfach ein Trainingspartner...der keine Schonung erhielt. Mehr als einmal hatte sie gespürt, dass seine Hiebe spielerisch abgeschwächt wurden, ihr so die Möglichkeit gaben, in voller Kraft gegenzureagieren und eventuell ihn zu weiteren Schritten zu provozieren. Öfters huschte das verspielte Grinsen über die Lippen, während sie fast lebensspendend, die Hitze durch die Bewegung in ihrem Kopf spürte, der Schweiß langsam sich perlend auf der Stirn bildete, während die beiden ihre Hiebe weiter ausführten. Selbst der Ruck, als sie ihn durch ein Einkeilen ihres Holzschwertes an sich herangezogen hatte und der Druck in ihrer Seite hatte ihren Kampfgeist eher bestärkt als eingeschüchtert. Sie war doch längst über dem Maß heraus, in dem sie seine Nähe fürchten musste....dachte sie zumindest.
„Ich glaube, der Sieger muss noch eine Belohnung erhalten.“
Mit einem Laut pfefferte sie das Schwert an den Pfahl, entzog sich so ihren Händen und weckte ein weiteres Mal die Aufmerksamkeit der Wachen. Ein zorniger Tritt gegen den Pfahl, dann ein Schnauben, während sie sich mit dem Rücken zu dem Holz hinter sich wendete und dagegen fallen ließ. Die behandschuhten Hände glitten an den Haaransatz, über den Schopf, verharrten dort Momente, während sie mit angestrengtem Atem tief die Luft ein und aussog. Die Augen kniffen sich zusammen, die Hände weiterhin gegen den Kopf pressend, während sie mühsam versuchte, die Bilder zu unterdrücken.
Belohnung für den Sieger...
Sie war zu weit gegangen. Das Adrenalin war noch zu frisch in ihrem Blut, hatte sie aufgewühlt und tollkühn gemacht. Das freche Lachen, das kecke Zwinkern...alles zu viel. Bei Liralia, bei jedem anderen hätte sie so sein dürfen, denjenigen aufstacheln und foppen können. Doch bei Cyrion...es schlug von einer Minute in die nächste in eine gefährliche Versuchung um.
Die verbotene Frucht wollte gepflückt werden und hing in jenem Moment so nah. Sie hatte nicht nachgedacht, wie so oft, einfach nicht nachgedacht und tolldreist einen Kuss eingefordert. Es hätte ihr Übel sein können. Viel zu spät hatte sich der Verstand wieder eingeschaltet...mehr oder minder.
Leidend verzog sie das Gesicht und stieß die Luft einmal aus. Wie dumm muss man nur sein? Temora, Dein Licht erhelle mein Herz, dein Wort erfülle meinen Geist...heißt es nicht so? Sie hatte überreagiert, weil sie in diesem Moment den Wolf sah, den Mann, der nach dem Einen verlangte und nicht mehr den, der sie liebte. Sie wusste nicht, wohin ihr Knie eigentlich wirklich gesaust war, wusste nur noch, dass sie sich so schnell wie möglich aufrappelte und dort weg wollte.
Langsam ließ sie sich an dem Pfahl runtergleiten, in die Hocke, während die Hände durch den Schopf fuhren und sich vor die Lippen legten, der Blick unbestimmt nach vorn gesetzt. Sie hatte so viele Bilder, unruhige Spukfetzen im Traum gehabt. Dinge, die sie nie zuvor gesehen hatte, nicht sehen wollte. Allein der Gedanke sorgten wieder für ein erhitztes Erröten der Wangen, als sie rasch nach dem Schwert neben sich greifte und mit einem weiteren Kampfesgleichem Laut sich abrollte und auf den Pfahl zupreschte, um ihn wieder zu bearbeiten.
Immer und immer wieder wurde Holz an Holz geschlagen, ihre ganze Energie in die Hiebe steckend. All die Wut, die Angst und Frustration wurde in ihre Schläge gesetzt, die Befürchtungen, die sich aufbauten und sich auf ihr ausbreiteten. Würde Cyrion sie noch sehen wollen? Würde er nicht nach einer Nacht überlegen sie doch lieber wegschicken, wenn sie käme?
Fragen bauten sich auf und wurden mit dem nächsten Schlag wieder weggeschickt, damit sie nicht schier verrückt daran wurde.
Keuchend hielt sie inne, der Blick ging stirnrunzelnd zu dem Pfahl, der sichtbar einige Schrammen trotz der Holzwaffe eingebüßt hatte. Schwer ging der Atem, einzelne Schweißperlen rannen über das Gesicht entlang. War sie aber nicht eigentlich im Recht? Auf wen war sie so wütend? Sich...oder ihm? Sie hatte beide vor einem Unglück bewahrt, dafür gesorgt, dass sie wieder beide einigermaßen klar denken konnte...weil er sich nicht halten konnte. „Verfluchter Eid....“, brummelte sie und schulterte das Schwert, zum Anwesen zurück gehend. Ein ausgiebiges Waschen mit kaltem Wasser würde ihr nun sicher helfen, nicht nur, um die Hitze vom Training loszuwerden.
Mit einem Knurren ging der erste Schlag des Holzschwertes auf das Holz vor sich. Das Holz verzog sich unter der Kraft, malträtierte die Schlagseite des Schwertheftes. Training macht den Kopf frei...So oder so versuchte sie sich einzureden, sinnlos und unüberlegt den Holzpfahl vor sich zu zerschlagen und mit Dellen zu zieren, die sie nach und nach hinein bildete.
Herrin Temora im Lichte deiner Gerechtigkeit erhebe ich mein Antlitz,
um meine Augen zu öffnen für alles, was wahr ist...
Das Holz krachte ein weiteres Mal, die Züge wurden langsam taktischer, während ihr Blick konzentrierter wurde und die Knie beugte. Das Leder der Trainingsrüstung knarzte leicht, bog sich bei jeder Bewegung, jedem Anwinkeln der Gelenke mit. Immer und immer wieder umrundete sie den Pfahl langsam, führte hier einen Hieb aus, dort einen anderen.
Ein Übungskampf...wie sie ihn mit Cyrion ausgeführt hatte. Sie wollte ihn endlich einmal sehen, wie er kämpft, wie er sich bewegt. Wollte einschätzen können, wie weit seine Erfahrungen wirklich waren...und ob er auf sich aufpassen könnte. Sie wusste, dass der Gedanke nur allzu absurd, zu abwegig war; ein Leibwächter, ein Mann, der sie um einiges überragte und sicherlich auch etwas mehr Kraft hatte, und dessen Wohl sie trotzdem fürchtete. Das Umrunden, das Gegenseitige Lauern, antesten...es weckte eine Spur Ehrgeiz in ihr aus und das Adrenalin hatte angefangen, durch ihre Adern zu schiessen. Pure Konzentration mischte sich mit der freudigen Erwartung, endlich wieder einige Hiebe zu testen und auszuführen. In jenem Moment war Cyrion nicht mehr Cyrion...sondern einfach ein Trainingspartner...der keine Schonung erhielt. Mehr als einmal hatte sie gespürt, dass seine Hiebe spielerisch abgeschwächt wurden, ihr so die Möglichkeit gaben, in voller Kraft gegenzureagieren und eventuell ihn zu weiteren Schritten zu provozieren. Öfters huschte das verspielte Grinsen über die Lippen, während sie fast lebensspendend, die Hitze durch die Bewegung in ihrem Kopf spürte, der Schweiß langsam sich perlend auf der Stirn bildete, während die beiden ihre Hiebe weiter ausführten. Selbst der Ruck, als sie ihn durch ein Einkeilen ihres Holzschwertes an sich herangezogen hatte und der Druck in ihrer Seite hatte ihren Kampfgeist eher bestärkt als eingeschüchtert. Sie war doch längst über dem Maß heraus, in dem sie seine Nähe fürchten musste....dachte sie zumindest.
„Ich glaube, der Sieger muss noch eine Belohnung erhalten.“
Mit einem Laut pfefferte sie das Schwert an den Pfahl, entzog sich so ihren Händen und weckte ein weiteres Mal die Aufmerksamkeit der Wachen. Ein zorniger Tritt gegen den Pfahl, dann ein Schnauben, während sie sich mit dem Rücken zu dem Holz hinter sich wendete und dagegen fallen ließ. Die behandschuhten Hände glitten an den Haaransatz, über den Schopf, verharrten dort Momente, während sie mit angestrengtem Atem tief die Luft ein und aussog. Die Augen kniffen sich zusammen, die Hände weiterhin gegen den Kopf pressend, während sie mühsam versuchte, die Bilder zu unterdrücken.
Belohnung für den Sieger...
Sie war zu weit gegangen. Das Adrenalin war noch zu frisch in ihrem Blut, hatte sie aufgewühlt und tollkühn gemacht. Das freche Lachen, das kecke Zwinkern...alles zu viel. Bei Liralia, bei jedem anderen hätte sie so sein dürfen, denjenigen aufstacheln und foppen können. Doch bei Cyrion...es schlug von einer Minute in die nächste in eine gefährliche Versuchung um.
Die verbotene Frucht wollte gepflückt werden und hing in jenem Moment so nah. Sie hatte nicht nachgedacht, wie so oft, einfach nicht nachgedacht und tolldreist einen Kuss eingefordert. Es hätte ihr Übel sein können. Viel zu spät hatte sich der Verstand wieder eingeschaltet...mehr oder minder.
Leidend verzog sie das Gesicht und stieß die Luft einmal aus. Wie dumm muss man nur sein? Temora, Dein Licht erhelle mein Herz, dein Wort erfülle meinen Geist...heißt es nicht so? Sie hatte überreagiert, weil sie in diesem Moment den Wolf sah, den Mann, der nach dem Einen verlangte und nicht mehr den, der sie liebte. Sie wusste nicht, wohin ihr Knie eigentlich wirklich gesaust war, wusste nur noch, dass sie sich so schnell wie möglich aufrappelte und dort weg wollte.
Langsam ließ sie sich an dem Pfahl runtergleiten, in die Hocke, während die Hände durch den Schopf fuhren und sich vor die Lippen legten, der Blick unbestimmt nach vorn gesetzt. Sie hatte so viele Bilder, unruhige Spukfetzen im Traum gehabt. Dinge, die sie nie zuvor gesehen hatte, nicht sehen wollte. Allein der Gedanke sorgten wieder für ein erhitztes Erröten der Wangen, als sie rasch nach dem Schwert neben sich greifte und mit einem weiteren Kampfesgleichem Laut sich abrollte und auf den Pfahl zupreschte, um ihn wieder zu bearbeiten.
Immer und immer wieder wurde Holz an Holz geschlagen, ihre ganze Energie in die Hiebe steckend. All die Wut, die Angst und Frustration wurde in ihre Schläge gesetzt, die Befürchtungen, die sich aufbauten und sich auf ihr ausbreiteten. Würde Cyrion sie noch sehen wollen? Würde er nicht nach einer Nacht überlegen sie doch lieber wegschicken, wenn sie käme?
Fragen bauten sich auf und wurden mit dem nächsten Schlag wieder weggeschickt, damit sie nicht schier verrückt daran wurde.
Keuchend hielt sie inne, der Blick ging stirnrunzelnd zu dem Pfahl, der sichtbar einige Schrammen trotz der Holzwaffe eingebüßt hatte. Schwer ging der Atem, einzelne Schweißperlen rannen über das Gesicht entlang. War sie aber nicht eigentlich im Recht? Auf wen war sie so wütend? Sich...oder ihm? Sie hatte beide vor einem Unglück bewahrt, dafür gesorgt, dass sie wieder beide einigermaßen klar denken konnte...weil er sich nicht halten konnte. „Verfluchter Eid....“, brummelte sie und schulterte das Schwert, zum Anwesen zurück gehend. Ein ausgiebiges Waschen mit kaltem Wasser würde ihr nun sicher helfen, nicht nur, um die Hitze vom Training loszuwerden.
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Cyrion Sha´Ar
Er war todmüde, als er heimkam. Das Pferd noch versorgt, dann ging er hoch in sein Schlafzimmer und fiel nach dem Entkleiden ins Bett. Was ein Abend... Er hatte eigentlich nur mit Malachai sprechen wollen - und war in eine Hochzeit gestolpert!
Wer hätte das auch gedacht... Arsen und Selina heirateten - nochmal? Er wusste es nicht, hatte nie gefragt. Allerdings erkannte er klar, das die Trauung von Malachai vollzogen wurde in seiner Eigenschaft als Schattenlord. Eine schöne Rede, eine schöne Hochzeit, eine angenehme gesellige Runde... bei der Malachai oftmals abwesend war - häufig mit Sienara oder auch anderen zu gange.
Er lauschte den Gesprächen, wartete, beteilgte sich auch selbst. Genoss die Zeit, die er mit seinem Patenkind verbrachte. Freute sich für Malachai, das er eine gute Zeit zu haben schien - wenn ihn nicht grad irgend etwas davon abhielt, mit am Tisch zu sitzen. Dann... konnte er auch einen Augenblick finden, wo sie reden konnten. Wo er ihm von der möglichen Flut berichten konnte. Offenbar wusste Malachai bereits davon, wusste auch, das das Meer sich eher auf der anderen Seite der Insel von der Küste zurück gezogen hatte... Gab es irgendetwas, das der Mann nicht wusste? Manchmal bezweifelte er es.
Weitere Dinge wurden besprochen, hatten sie doch endlich Zeit und ein wenig Musse... Leah, Sienara, Inara... was das beste für die Frauen im Leben der beiden Männer wäre, wobei sie mehr über Malachais Frauen sprachen, als über Leah - diese kam selbst ganz gut zurecht. Cyrion lächelte erschöpft, als er daran dachte. Aye... sie konnte ganz gut kämpfen und...
Der Blick wanderte erschrocken zur Seite, nach unten, als könnte er von hier aus durch die Mauer in den Garten zur Tür des anderen Gebäudes sehen. Zur Tür, wo er etwas an die Türklinge gehängt hatte... für den Fall das Leah in seiner Abwesenheit vorbei kam. Zwei kleine Lederbeutel, in dem einen befand sich eine Süssigkeit, die ihr vielleicht gefallen würde - kandierte Kirschen, die Süssigkeit, die er ihr schon mal mitgebracht und mit ihr geteilt hatte - in dem anderen ein kleiner Pergamentstreifen mit einem geschnitztem Reh, welches Ausschau hielt. Das Reh nur etwa so gross, das es einen Handteller füllen konnte, war mit viel Liebe heraus gearbeitetet worden, man sah, das der Künstler sich Mühe gegeben hatte, Freude an der Arbeit hatte.
Auf dem Pergamentstreifen standen auf einer Seite die einfachen aber schön elegant geschriebenen Worte:

Auf die Rückseite hatte er ebenfalls etwas geschrieben, wenn sie es gefunden hatte... Seine Ohrläppchen verfärbten sich rötlich, als er sich an die Worte erinnere. Hastig hatte er sie geschrieben, die Worte selbst aus einem Impuls heraus in seinem Geist aufgetaucht, eine ahnungsvolle Befürchtung, falls Leah....




Was mochte sie gedacht haben, als sie diese Zeilen las?! Ob sie die Sachen gefunden hatte? Ob sie überhaupt gekommen war, sie zu finden? Er wusste es nicht. Wollte er nachsehen, ob die Beutel weg waren?
Runter gehen? Hoffen und vielleicht enttäuscht werden? Frieren? Er konnte doch noch morgen nachsehen... Nicht mit möglicher Enttäuschung ins Bett, aber mit Hoffnung. Aye das klang gut.
So blieb er denn liegen, rutschte in die Felle und liess die Beutel Beutel sein. Bald darauf entspannten sich seine Züge, die Atemzüge wurden tiefer und er schlief....
Wer hätte das auch gedacht... Arsen und Selina heirateten - nochmal? Er wusste es nicht, hatte nie gefragt. Allerdings erkannte er klar, das die Trauung von Malachai vollzogen wurde in seiner Eigenschaft als Schattenlord. Eine schöne Rede, eine schöne Hochzeit, eine angenehme gesellige Runde... bei der Malachai oftmals abwesend war - häufig mit Sienara oder auch anderen zu gange.
Er lauschte den Gesprächen, wartete, beteilgte sich auch selbst. Genoss die Zeit, die er mit seinem Patenkind verbrachte. Freute sich für Malachai, das er eine gute Zeit zu haben schien - wenn ihn nicht grad irgend etwas davon abhielt, mit am Tisch zu sitzen. Dann... konnte er auch einen Augenblick finden, wo sie reden konnten. Wo er ihm von der möglichen Flut berichten konnte. Offenbar wusste Malachai bereits davon, wusste auch, das das Meer sich eher auf der anderen Seite der Insel von der Küste zurück gezogen hatte... Gab es irgendetwas, das der Mann nicht wusste? Manchmal bezweifelte er es.
Weitere Dinge wurden besprochen, hatten sie doch endlich Zeit und ein wenig Musse... Leah, Sienara, Inara... was das beste für die Frauen im Leben der beiden Männer wäre, wobei sie mehr über Malachais Frauen sprachen, als über Leah - diese kam selbst ganz gut zurecht. Cyrion lächelte erschöpft, als er daran dachte. Aye... sie konnte ganz gut kämpfen und...
Der Blick wanderte erschrocken zur Seite, nach unten, als könnte er von hier aus durch die Mauer in den Garten zur Tür des anderen Gebäudes sehen. Zur Tür, wo er etwas an die Türklinge gehängt hatte... für den Fall das Leah in seiner Abwesenheit vorbei kam. Zwei kleine Lederbeutel, in dem einen befand sich eine Süssigkeit, die ihr vielleicht gefallen würde - kandierte Kirschen, die Süssigkeit, die er ihr schon mal mitgebracht und mit ihr geteilt hatte - in dem anderen ein kleiner Pergamentstreifen mit einem geschnitztem Reh, welches Ausschau hielt. Das Reh nur etwa so gross, das es einen Handteller füllen konnte, war mit viel Liebe heraus gearbeitetet worden, man sah, das der Künstler sich Mühe gegeben hatte, Freude an der Arbeit hatte.
Auf dem Pergamentstreifen standen auf einer Seite die einfachen aber schön elegant geschriebenen Worte:
Auf die Rückseite hatte er ebenfalls etwas geschrieben, wenn sie es gefunden hatte... Seine Ohrläppchen verfärbten sich rötlich, als er sich an die Worte erinnere. Hastig hatte er sie geschrieben, die Worte selbst aus einem Impuls heraus in seinem Geist aufgetaucht, eine ahnungsvolle Befürchtung, falls Leah....
Was mochte sie gedacht haben, als sie diese Zeilen las?! Ob sie die Sachen gefunden hatte? Ob sie überhaupt gekommen war, sie zu finden? Er wusste es nicht. Wollte er nachsehen, ob die Beutel weg waren?
Runter gehen? Hoffen und vielleicht enttäuscht werden? Frieren? Er konnte doch noch morgen nachsehen... Nicht mit möglicher Enttäuschung ins Bett, aber mit Hoffnung. Aye das klang gut.
So blieb er denn liegen, rutschte in die Felle und liess die Beutel Beutel sein. Bald darauf entspannten sich seine Züge, die Atemzüge wurden tiefer und er schlief....
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Cyrion Sha´Ar
Träume... sie kehrten wieder... Der Kampf mit Leah... Er der versuchte, sie zu besiegen, versuchte, sie zu entwaffnen. Wieder schwang er die Axt herum, hackte ihr Schwert ein. Erneut faltete sich sein Arm ein, der Unteram wanderte nahezu senkrecht nach oben hin weg, der Ellenbogen abgeschrägt zum Körper hin. Eine Bewegung, die nicht anders hätte ausgeübt werden können, sobald man den Arm faltete. Ihr Schwert, eingehackt von der Axt, wurde mit dem Axtkopf hochgerissen, über seine schulter hinweg geführt. Manche konnten die Waffe in der Hand behalten, andere wurden so überrascht, das sie jegliche Chance verloren. Entwaffnung, aber das war noch nicht alles. Der Schaft der Axt führte entlang seinem Unterarm, ging über diesen hinaus und sauste wie der Ellenbogen auf ihre Weichteile zu. Würde sich in ihren Unterbauch rammen, der Bereich, welcher von den Beckenknochen geschützt wurde - die Lenden. Götter, er würde sie fürchterlich verletzen, er musste den Schlag bremsen, musste...!
Sein Körper reagierte nicht, gehorchte nicht, führte den Schaft der Axt unerbittlich weiter. Ein Augenblick des Erkennens, ein Moment der Panik, Panik, die durch seinen Körper brannte wie einen Explosion. >Halt an..! Halt an! Leah!< Der Schild schob sich mit einem Ruck vor ihre Lenden, schützte diese! Der Schaft prallte mit einem dumpfen Laut gegen den Schild, presste diesen einen Moment an Leahs Körper, doch war sie nicht länger in Gefahr! Der angehaltene Atem wurde mit einem stoss aus den Lungen entlassen. >Leah... gerettet! Nicht länger in... Gefahr?!<
Der Stoss vor die Brust mit dem Schild liess ihn einige Schritte zurück stolpern, erneut nach Atem ringen! Dann flog schon ein brauner Schatten auf ihn zu, ihr Schwert das sie in der Hand hielt. Sie hatte es nicht verloren?! Die Axt wurde hochgerissen! Gerade noch konnte er das Schwert blockieren, das Schwert kreischte metallisch, als es an dem Schaft entlang wischte. >Metallisch?!< Die Farbe wich ihm aus dem Gesicht. Das Schwert... Eisen! Scharfes Eisen! Wieder schwang sie nach ihm und er sprang erneut zurück, versuchte die Situation zu überdenken - wozu sie ihm keine Zeit lies. Sie kämpfte nun ernst, die freudige Kampfeslust aus ihrem Gesicht entschwunden. Wollte sie ihn umbringen?! Er wicht ihr aus, parrierte, stiess sie mit dem Fuss auf dem Brustkorb zurück. Doch kam sie immer wieder erneut auf ihn zu, ermüdete nie. "Leah! Wach auf! Du musst....!" Doch es war sinnlos - sie reagierte nicht, bekämpfte ihn. Verdammt er musste ihr die Waffe abnehmen. Musste... Wieder blockierte er einen Überkopfschwung von ihr, die Arme nach oben gestreckt, die Axt mit beiden Händen haltend. Sein Gewicht auf ein Bein belassend, hob er das andere und jagte das Knie ihr in die Seite. Sie verkrümmte sich - dies musste schmerzlich sein. Ein zweiter Kick mit dem Knie, dann schob er den Kopf zurück und donnerte ihn ihr vor die Stirn. Er musste sie aufhalten, koste es, was es wollte! Das Mädchen stolperte zurück, haltlos, während er ihr nach wetzte. Wieder versuchte sie, das Schwert zu heben, doch ein Hieb mit seiner Waffe schleuderte diese davon, auf das sie im Schnee versank.
Endlich! Endlich war sie entwaffnet. Jetzt musste er sie nur aus dieser Trance wecken! Musste nur noch... Sie bekämpfte ihn mit blossen Fäusten, hielt ihn auf Abstand mit ihren Händen auf seiner Brust! Er kam einfach nicht vorwärts, konnte sie nicht erreichen, nicht mit Wort noch mit Tat! Wann war sie so stark geworden, das sie...? Er grunzte vor Anstrengung, sie zu erreichen, ihr Gesicht zu berühren, doch war es, als könne allein ihr Wille ihn aufhalten! "Leah! Wach auf..! Wach auf, verdammt!" Doch immer noch reagierte sie nicht, waren ihre Augen bar jeglichen Zeichens, das Leah in ihnen wohnte. >Muss sie wecken! Muss sie... schockieren! Wieder versuchte er, gegen ihre Kraft anzugehen, sich cm für cm vorran zu schieben, ihr nahe zu kommen und jenen Widerstand gegen seine Brust zu bezwingen. >So schwer... So verdammt schwer...< Doch dann war sein Gesicht nur noch einen Fingerbreit von ihr entfernt, konnte seine Finger ihr Ziel beinahe erreichen. >Ich muss... sie... wecken..!< Ein letzter Kraftaufwand und seine Lippen berührten die ihre, legten sich auf ihre und erstickten jeglichen Protestschrei, der aus ihrer Kehle kam, als seine grossen warmen Hände sich dreist auf ihren Busen legten.
Scharf atmete die Frau im Schock unter ihm ein. Die Hände versuchten einmal mehr ihn wegzudrücken, doch reagierte sie nun hektisch, in Panik. Ihren Kopf zur Seite reissend, rief sie mit eine Stimme aus, die vor Panik quietschte, während er sich entschlossen an ihrem Hals festsaugte. "Cyrion! Nein! Lass mich los! Lass mich... Savea!"
Der Name brannte in seinen Ohren und liess ihn wild zusammenzucken! Die vom Kuss geschlossenen Augen aufreissend, sah er...
...die Dachbalken über ihm... >Was...?< Verwirrt sah er sich um, diesen Moment auf höchste alamiert, dann entspannten sich seine Züge, als er erkannte, wo er war. Sein Schlafzimmer... Alles nur ein Traum... Die Anspannung fiel von ihm ab und er wischte sich erschöpft über die Stirn. So erschöpft... von einer nicht existenten Anstrengung im Traum. Er linste unter der Hand an seiner Stirn zu seiner anderen, hob diese ins Mondlicht. Mit dieser Hand... Mit diesen Händen... hatte er ihre Brüste umspannt... Ihre herrlichen Pfirschbrüste, die am Abend noch so wunderbar durch ihre Bluse betont worden waren. Er hatte seinen Blick nicht von ihnen abwenden können - war dies doch das erste mal gewesen, das er an ihr ein Hemd mit Ausschnitt gesehen hatte. Ein weiterer Moment wurde die Hand durch die Finger besichtigt, dann drehte er sich frustriert um und versenkte sein Gesicht ins Kissen. >Verdammt....Verdammt verdammt verdammt..!< Er konnte sich nicht erinnern... Er konnte sich nicht daran erinnern, wie sie sich angefühlt hatten. Wie fest, wie weich, welche Form genau, wie sich ihre Knospen in seine Hände schmiegten... nichts! Zu sehr damit beschäftigt gewesen, sie überhaupt zu erreichen. Zusehr damit beschäftigt, Leah ins Bewusstsein zu schocken! Wie hatte er das vergessen können??! Er stöhnte leise, der Ton so frustriert wie der ganze Kerl! Wenn er wenigstens weiter geträumt hätte... Vielleicht hätte er sie verführen können - immerhin hatte er sie gerettet! Aber sie hatte diesen Namen gerufen! Diesen Namen, der ihn sogar in seine Träume verfolgte. Und wie in der Realität, schaffte dieser Name allein, ihn zurück schrecken zu lassen - das er sogar aufwachte. Ein böses Ohmen... nein! Eher wie ein Schutzwort zum Abwehren eines bösen Geistes! >Aye, und der böse Geist bin ich. Ein Rabengeist...<
Seufzend drehte er sich um. Es war nur ein Traum, mehr nicht. Er sollte wieder ins Bett gehen und schlafen....
Bald kehrte wieder Ruhe ein und sein Atem wurde wieder ruhiger. Es dauerte nicht allzulange, dann schlief er wieder und träumte...
Sein Körper reagierte nicht, gehorchte nicht, führte den Schaft der Axt unerbittlich weiter. Ein Augenblick des Erkennens, ein Moment der Panik, Panik, die durch seinen Körper brannte wie einen Explosion. >Halt an..! Halt an! Leah!< Der Schild schob sich mit einem Ruck vor ihre Lenden, schützte diese! Der Schaft prallte mit einem dumpfen Laut gegen den Schild, presste diesen einen Moment an Leahs Körper, doch war sie nicht länger in Gefahr! Der angehaltene Atem wurde mit einem stoss aus den Lungen entlassen. >Leah... gerettet! Nicht länger in... Gefahr?!<
Der Stoss vor die Brust mit dem Schild liess ihn einige Schritte zurück stolpern, erneut nach Atem ringen! Dann flog schon ein brauner Schatten auf ihn zu, ihr Schwert das sie in der Hand hielt. Sie hatte es nicht verloren?! Die Axt wurde hochgerissen! Gerade noch konnte er das Schwert blockieren, das Schwert kreischte metallisch, als es an dem Schaft entlang wischte. >Metallisch?!< Die Farbe wich ihm aus dem Gesicht. Das Schwert... Eisen! Scharfes Eisen! Wieder schwang sie nach ihm und er sprang erneut zurück, versuchte die Situation zu überdenken - wozu sie ihm keine Zeit lies. Sie kämpfte nun ernst, die freudige Kampfeslust aus ihrem Gesicht entschwunden. Wollte sie ihn umbringen?! Er wicht ihr aus, parrierte, stiess sie mit dem Fuss auf dem Brustkorb zurück. Doch kam sie immer wieder erneut auf ihn zu, ermüdete nie. "Leah! Wach auf! Du musst....!" Doch es war sinnlos - sie reagierte nicht, bekämpfte ihn. Verdammt er musste ihr die Waffe abnehmen. Musste... Wieder blockierte er einen Überkopfschwung von ihr, die Arme nach oben gestreckt, die Axt mit beiden Händen haltend. Sein Gewicht auf ein Bein belassend, hob er das andere und jagte das Knie ihr in die Seite. Sie verkrümmte sich - dies musste schmerzlich sein. Ein zweiter Kick mit dem Knie, dann schob er den Kopf zurück und donnerte ihn ihr vor die Stirn. Er musste sie aufhalten, koste es, was es wollte! Das Mädchen stolperte zurück, haltlos, während er ihr nach wetzte. Wieder versuchte sie, das Schwert zu heben, doch ein Hieb mit seiner Waffe schleuderte diese davon, auf das sie im Schnee versank.
Endlich! Endlich war sie entwaffnet. Jetzt musste er sie nur aus dieser Trance wecken! Musste nur noch... Sie bekämpfte ihn mit blossen Fäusten, hielt ihn auf Abstand mit ihren Händen auf seiner Brust! Er kam einfach nicht vorwärts, konnte sie nicht erreichen, nicht mit Wort noch mit Tat! Wann war sie so stark geworden, das sie...? Er grunzte vor Anstrengung, sie zu erreichen, ihr Gesicht zu berühren, doch war es, als könne allein ihr Wille ihn aufhalten! "Leah! Wach auf..! Wach auf, verdammt!" Doch immer noch reagierte sie nicht, waren ihre Augen bar jeglichen Zeichens, das Leah in ihnen wohnte. >Muss sie wecken! Muss sie... schockieren! Wieder versuchte er, gegen ihre Kraft anzugehen, sich cm für cm vorran zu schieben, ihr nahe zu kommen und jenen Widerstand gegen seine Brust zu bezwingen. >So schwer... So verdammt schwer...< Doch dann war sein Gesicht nur noch einen Fingerbreit von ihr entfernt, konnte seine Finger ihr Ziel beinahe erreichen. >Ich muss... sie... wecken..!< Ein letzter Kraftaufwand und seine Lippen berührten die ihre, legten sich auf ihre und erstickten jeglichen Protestschrei, der aus ihrer Kehle kam, als seine grossen warmen Hände sich dreist auf ihren Busen legten.
Scharf atmete die Frau im Schock unter ihm ein. Die Hände versuchten einmal mehr ihn wegzudrücken, doch reagierte sie nun hektisch, in Panik. Ihren Kopf zur Seite reissend, rief sie mit eine Stimme aus, die vor Panik quietschte, während er sich entschlossen an ihrem Hals festsaugte. "Cyrion! Nein! Lass mich los! Lass mich... Savea!"
Der Name brannte in seinen Ohren und liess ihn wild zusammenzucken! Die vom Kuss geschlossenen Augen aufreissend, sah er...
...die Dachbalken über ihm... >Was...?< Verwirrt sah er sich um, diesen Moment auf höchste alamiert, dann entspannten sich seine Züge, als er erkannte, wo er war. Sein Schlafzimmer... Alles nur ein Traum... Die Anspannung fiel von ihm ab und er wischte sich erschöpft über die Stirn. So erschöpft... von einer nicht existenten Anstrengung im Traum. Er linste unter der Hand an seiner Stirn zu seiner anderen, hob diese ins Mondlicht. Mit dieser Hand... Mit diesen Händen... hatte er ihre Brüste umspannt... Ihre herrlichen Pfirschbrüste, die am Abend noch so wunderbar durch ihre Bluse betont worden waren. Er hatte seinen Blick nicht von ihnen abwenden können - war dies doch das erste mal gewesen, das er an ihr ein Hemd mit Ausschnitt gesehen hatte. Ein weiterer Moment wurde die Hand durch die Finger besichtigt, dann drehte er sich frustriert um und versenkte sein Gesicht ins Kissen. >Verdammt....Verdammt verdammt verdammt..!< Er konnte sich nicht erinnern... Er konnte sich nicht daran erinnern, wie sie sich angefühlt hatten. Wie fest, wie weich, welche Form genau, wie sich ihre Knospen in seine Hände schmiegten... nichts! Zu sehr damit beschäftigt gewesen, sie überhaupt zu erreichen. Zusehr damit beschäftigt, Leah ins Bewusstsein zu schocken! Wie hatte er das vergessen können??! Er stöhnte leise, der Ton so frustriert wie der ganze Kerl! Wenn er wenigstens weiter geträumt hätte... Vielleicht hätte er sie verführen können - immerhin hatte er sie gerettet! Aber sie hatte diesen Namen gerufen! Diesen Namen, der ihn sogar in seine Träume verfolgte. Und wie in der Realität, schaffte dieser Name allein, ihn zurück schrecken zu lassen - das er sogar aufwachte. Ein böses Ohmen... nein! Eher wie ein Schutzwort zum Abwehren eines bösen Geistes! >Aye, und der böse Geist bin ich. Ein Rabengeist...<
Seufzend drehte er sich um. Es war nur ein Traum, mehr nicht. Er sollte wieder ins Bett gehen und schlafen....
Bald kehrte wieder Ruhe ein und sein Atem wurde wieder ruhiger. Es dauerte nicht allzulange, dann schlief er wieder und träumte...