Kritisch betrachtete Sina sich in Ihrem Spiegel. Sie sah schrecklich aus. Die Augenpartie war noch immer stark geschwollen und rot vom Weinen,ihr rechter Oberarm dick und geschwollen mit der wunderbar bunten Färbung eines schweren Blutergusses. Nicht der rohe Behandlung des Kriegers der BsT war es zu verdanken, dass er nicht aufgeplatzt war, es war reines Glück. Vorsichtig betastete sie den Arm um die Stelle herum und zischte leise vor Schmerzen. Es würde was dauern, bis sie den Arm wieder voll einsetzten könne. Sie war sich nicht sicher, ob sie überhaupt feine Stick- und Näharbeiten machen würde können..
Sie musterte ihr Gesicht kritisch, die Schminktöpfchen und Stifte neben sich. Die blauen Flecke waren gut sichtbar, sie mussten abgedeckt werden. Während sie halbwegs geschickt die Schminke mit links auftrug, dachte sie an den gestrigen Tag und die Ereignisse die zu ihm führten zurück.
Vor ein paar Tagen, sie bediente gerade einen Kunden, einen Bauern von Lameriast wohl wie er erzählte, betrat ein schwer gepanzerter Mann ihren Laden. Sie hieß ihn willkommen und bat ihn zu warten, da sie Kundschaft hatte. Er stellte sich auch ruhig in eine Ecke und benahm sich soweit zivilisiert. Aber kurz darauf trat eine weiter Kundin ein, der Robe nach wohl eine Hohepriesterin des Panters. Leise seufzte sie. Das musste Ärger geben. Und ja, sobald der Mann die Priesterin erblickte zog er blank und stieß in der engen Stube fast das Regal dabei um. Er bedrohte die Frau und wurde ausfallend und wütend, was die Priesterin durch ihre höfliche und ruhige Art prächtig zu schüren wusste. Mehrfach gebot und bat sie ihn, das Schwert zu scheiden und doch den Händel draußen auszutragen und nicht in ihrer Schneiderstube. Um die ganze Situation nicht eskalieren zulassen versuchte Sina die Priesterin zuerst zu bedienen. Sie musste ihren Wunsch nach neuen Scheiden aufgrund eines Ledermangels abschlägig bescheiden, wonach die Frau den Laden auch kurzfristig verließ um welches zuholen.
Der Krieger fing jetzt massivst an sie und den Bauern zu beschimpfen und als Frevler zubezichtigen, es gäbe kein neutralen Standpunkt sondern nur für oder gegen Tamora, und wenn sie es wagen sollte, solche Leute nicht nur in ihren Laden zulassen, sondern auch zu bedienen, wäre sie auch eine Ketzerin und gehörte vernichtet. In dem Moment erschien die Priesterin zurück und reichte ihr Wildleder. Schnell fertigte sie die gewünschten Sachen und reichte sie der Frau, wo drauf der Mann Sina durch einen Stoß zur Seite schleuderte und die andre Frau angriff. Der Kampf verlagerte sich dann nach draußen, das Ergebnis bekam sie nur am Rande mit, ihr Arm schien ihr fast gebrochen vor Schmerzen.
Gestern jetzt, sie kam gerade zu ihrem Laden zurück, standen 3 oder 4 gepanzerte Männer vor der Türe und beschuldigten sie direkt, eine Ketzerin zusein und mit dem Feind zuhandeln und ihn zu unterstützen. Scheinbar waren ihre Waren wohl genauso gefährlich wie Schwerter und Äxte und sie eine äußerst gefährlich Frau... Sie versuchte vernünftig mit den Männern und ihrem Anführer, ein Herr Silberhand, zu reden. Was dachten diese Leute eigentlich, was sie als Schneiderin in einem Ort wie Bajard tun könne? Sollte sie der Hälfte der Kundschaft den Laden verbieten? Und dann in Angst und Schrecken vor deren Rache leben? Es wurde immer wirrer, immer mehr Leute trafen ein um sich das Schauspiel – die hochnotpeinliche Befragung einer der wohl gefährlichsten Frauen von 3 voll gerüsteten Kriegern nicht entgehen zulassen. Als dann auch noch dieser Fremde auf tauchte und behauptete sie zukennen, verstand sie garnichts mehr. Was hatte sie mit dem Sire zutun? Aber gut, wenn der Mann meinte es wäre dessen Angelegenheit, sollte er auch sehen, dass der Bescheid bekam.
Herr Silberhand sicherte ihr freies Geleit zu und sie verließ sich auf sein in Gegenwart von sovielen Zeugen gegebenen Wort und begleitete einen der Krieger zur Festung. Dort sollte sie sofort in den Kerker geworfen werden, ein Wortbruch, welches sie nicht erwartet hatte. Diese nannten sich Krieger des Lichtes und schworen die Ehre hochzuhalten?
Sina musterte ihr Werk im Spiegel. Ja, so ging es mit der Schminke. Die blauen Flecke waren nur noch leicht zuerkennen. Als sie ihren Kopf hin und her drehte sah sie wieder die vielen feinen Linien der alten Narben auf Rücken und Schultern. Kein Wunder, dass sie gestern in Panik ausbrach und nicht mehr klar handeln konnte, als die Männer sie in den Kerker schaffen wollte. Ihr Vater hatte sie damals oft genug in dem kleinen Verschlag tagelang gefangen gehalten und sie schließlich halb tot geschlagen, nachdem er im Suff schon Maishka und ihre Nana, ihre Großmutter erschlagen hatte.
Sie hatte sich mit Händen und Füßen gewehrt und vor Panik geschrien und geweint, als die Männer sie runter brachten zum Verhör wohl. Viel wusste sie nicht mehr davon, nur an Schmerzen und süffisante Stimmen mehrere Männer konnte sie sich noch erinnern. An das Lachen des einen, den schmutzigen Boden wo sie lag, wie sie auf den Panzer einschlug als sie sich versuchte zu wehren... Auf einmal war es vorbei, sie kauerte in einer Ecke eines großen Saales, eine Frau kniete vor ihr und schien sie zu beruhigen. Viele fremde Männer waren im Raum, einer drückte ihr etwas in die Hand und befahl ihr irgendwas, genau erinnern vermochte sie sich nicht mehr. Dann hockte sie plötzlich wieder auf ihrer Stute, 2 Männer begleiteten sie aus der Feste, der eine schien von hohem Ansehen zusein. Als die Feste dann aus ihren Blicken verschwunden war, gaben die beiden Männern ihren Pferden die Sporen und ließen sie alleine zurück, ihren Weg durch die unbekannte Gegend selbst zufinden. Irgendwann hatte sie dann den Weg wohl nach hause gefunden.
Mühsam zog sie ein Hemd über ihren Kopf, ließ aber die Schleifen offen. Sie musste sehen, dass sie den Laden aufschloss, sie brauchte das Gold. Es lag nicht mehr viel in ihrer Schatulle und sie brauchte neue Lebensmittel. Immer nur halbverkohlter Fisch... Sina schüttelte angeekelt den Kopf und stöhnte dann leicht auf. Sie hatte schlimme Kopfschmerzen und musste sich doch zusammennehmen, dass sie nichts Falsches jetzt tat.
Sina und die Bst
-
Kalisha Deslon
leere Worte..
Gerade hatte sie die Schnapsflasche abgesetzt und wollte Khazkal antworten als sie aus dem Augenwinkel die bekannte Schneiderin an sich vorbei humpeln sah. "Was zum geier..?!" Sofort richtete sich Kalisha auf und führte die vor schmerz zitternde Frau auf einer der Bänke. Sina redete wirr, woraufhin ihr Kalisha den Schnaps anbot - er sollte den Schmerz lindern. Wer war nur im Stande einer neutralen waffenlosen Frau solch Schmerz zuzufügen? Gut, sie hatte vieles in der Vergangenheit getan worauf sie nicht gerade Stolz sein konnte - doch niemals an wehrlosen.
"Wen kann ich dafür töten, Sina, sagt es mir."
"Die BST.. sie, es waren solche Schmerzen." Kalisha spürte einen Kloß in ihren Hals, was zum Teufel redete sie da? Die Bruderschaft? Die Männer, welche sie noch zu sich auf die Burg lud um mit ihnen freundlich zu reden. Die sie noch vor Kaithlyn so in Schutz nahm... Als Sina davon redete was sie "anstellte" wurde Kalisha immer wütender, in ihr keimte ein tiefer Hass. "Nur noch Temoragläubige dürfte ich bedienen." Es genügte, sie hatte genug gehört, all das war ihr zu wider. "Und das sollen die guten sein?", hörte sie die leise Stimme von Sina. "Es ist nichts gut, was fanatisch ist, ob nun Alatar oder Temora - da nehmen sie sich gar nichts!"
"Wie kann man so stümperhaft sein?", fragte Khazkal welcher sich all dies in Ruhe angehört hatte. Sie ließen Sina zurück mit einem Heiltrank und den Rest der Schnapsflasche. In ihrem Haus überlegten sie und Khazkal wie sie sich Verhalten sollten. "Ich will sie foltern.." - "Es wäre unpolitisch sich so zu Verhalten, außerdem müssen wir nicht so törricht sein wie sie."
.. Kalisha hatte ihre Entscheidung gefällt.
Gerade hatte sie die Schnapsflasche abgesetzt und wollte Khazkal antworten als sie aus dem Augenwinkel die bekannte Schneiderin an sich vorbei humpeln sah. "Was zum geier..?!" Sofort richtete sich Kalisha auf und führte die vor schmerz zitternde Frau auf einer der Bänke. Sina redete wirr, woraufhin ihr Kalisha den Schnaps anbot - er sollte den Schmerz lindern. Wer war nur im Stande einer neutralen waffenlosen Frau solch Schmerz zuzufügen? Gut, sie hatte vieles in der Vergangenheit getan worauf sie nicht gerade Stolz sein konnte - doch niemals an wehrlosen.
"Wen kann ich dafür töten, Sina, sagt es mir."
"Die BST.. sie, es waren solche Schmerzen." Kalisha spürte einen Kloß in ihren Hals, was zum Teufel redete sie da? Die Bruderschaft? Die Männer, welche sie noch zu sich auf die Burg lud um mit ihnen freundlich zu reden. Die sie noch vor Kaithlyn so in Schutz nahm... Als Sina davon redete was sie "anstellte" wurde Kalisha immer wütender, in ihr keimte ein tiefer Hass. "Nur noch Temoragläubige dürfte ich bedienen." Es genügte, sie hatte genug gehört, all das war ihr zu wider. "Und das sollen die guten sein?", hörte sie die leise Stimme von Sina. "Es ist nichts gut, was fanatisch ist, ob nun Alatar oder Temora - da nehmen sie sich gar nichts!"
"Wie kann man so stümperhaft sein?", fragte Khazkal welcher sich all dies in Ruhe angehört hatte. Sie ließen Sina zurück mit einem Heiltrank und den Rest der Schnapsflasche. In ihrem Haus überlegten sie und Khazkal wie sie sich Verhalten sollten. "Ich will sie foltern.." - "Es wäre unpolitisch sich so zu Verhalten, außerdem müssen wir nicht so törricht sein wie sie."
.. Kalisha hatte ihre Entscheidung gefällt.