Schutz der Dornenfeste

Antworten
Janus Aethra

Schutz der Dornenfeste

Beitrag von Janus Aethra »

Ein kalter Wind, der an den nahenden Winter bereits ankündigte, wehte über die Zinnen des Turmes der Dornenfeste hinweg und ließ die langen, schwarzen Haare Janus' in den eisigen Böen tänzeln. Die beiden Gestalten, die dort, hoch oben über der Burg, ähnlich zweier Statuen ausharrten, waren in einen sanften, bläulichen Schein getaucht, dessen Ursprung der steinerne Fußboden zu sein schien; ein Beobachter könnte die Anstrengung, der die beiden Magier ausgesetzt waren, wohl nur anhand ihrer steinernen Mimik erahnen, die mühsamen Manipulationen des Liedes würde sich jedoch nur den Wenigsten offenbaren.


Die Vorbereitungen waren getroffen – Der Arcomagus, Demoar Llastobhar-Zarach, hatte Janus in die Theorie ihres Vorhabens eingeweiht, die darauf abzielte, die Dornenfeste für eine Hochzeit vor Magie zu schützen. Auch wenn Janus zu dem Brautpaar selbst kaum mehr als flüchtige Bekanntschaft hatte, war dies doch nicht der Grund, warum er seine Kräfte bereitstellte – es war die Neugier, einen Einblick in diesen Bereich der Magie zu erhalten, die ihm bislang doch gänzlich verborgen blieb. Schritt für Schritt wurde das endgültige Ziel benannt und überlegt, wie es am Besten zu erreichen wäre. Es war klar, dass es die Macht zweier Magier überstieg, die Magie im Innern eines Gebäudes derartiger Ausmaße, wie die der Dornenfeste, gänzlich zu verhindern, und so war das wirkliche Ziel ein Anderes: Sie griffen auf sehr alte Magie zurück, die Sigillenmagie, um nur ein dünnes Band rings um die Festung herum magisch zu versiegeln, sodass magische Einflüsse weder von Außen nach Innen, noch von Innen nach Außen dringen würden.
Und eben dieses Siegel war es, das nun, in einem bläulichen Schein, vor den beiden Magiern auf dem Boden prangte; In der Mitte ein Stern, asymmetrisch wie die Sterne am Firmament, das gesuchte Schutzsymbol, und rings herum zwei Bannkreise, die die Wirkung des Symbols zwischen sich einschließen sollten. Doch war das Zeichnen dieses Symbols dort oben die geringste Schwierigkeit.
Es war ein Ding der Unmöglichkeit, es per Hand rings um die Festung mit ausreichender Genauigkeit zu ziehen, weshalb man sich dazu entschied, es zunächst auf kleinem Raumzu zeichnen und anschließend gleichmäßig in alle Himmelsrichtungen auszudehnen. Doch war für dieses Vorhaben eine enorme Menge an Energie erforderlich, die ein einzelner Magier, gleich welchen Ranges, kaum aufzubringen vermochte, was letztlich auch der Grund für Demoars Bitte an Janus war.


Das Aufglühen des von Janus' Händen umschlossenen Stabes wurde zunehmend intensiver, als er seine Konzentration auf das Symbol lenkte um es zunächst in Süd-, dann in Westrichtung auszudehnen, während Demoar stets das dazugehörige Gegenstück übernahm. Janus konnte dabei deutlich Demoars Worte und Anweisungen, gleich aufkommender Gedanken, in seinem Kopf hören, die darauf abzielten, die Kräfte der beiden Magier möglichst effizient zu kombinieren – denn so oder so würde es einen enormen Konzentrationsaufwand erfordern.
Langsam und kontinuierlich leiteten sie die Kraft aus der Primärenergie selbst in das magische Symbol um, während sie die Strahlen und Linien gleichmäßig vergrößerten. Die Kapazität schien schier unermesslich, mehr und mehr der Primärenergie wurde aus dem Notenstrang in das Symbol umgelenkt, und je größer es wurde, desto mehr gierte es geradezu nach weiterer Kraft.
Mehr und mehr verlor Janus seine Wahrnehmung für seine Umgebung, selbst das Gefühl aus seinem Körper begann zu schwinden, weshalb sein Körper, nur noch eine Hülle, zunehmend an Haltung verlor und er sich letztlich beinahe schon krampfhaft auf seinen Stab stützte, um auch den letzten Rest seiner Konzentration in die Vergrößerung des magischen Symbols zu lenken, dessen Umrandung bereits die Zinnen des Turmes verlassen hatte und letztlich um die gesamte Festung umschloss.
Als die Konzentration der beiden Magier letztlich ein Ende fand, erlosch auch das bläuliche Glühen des in der Luft schwebenden Symbols, sodass letztlich nichtsmehr davon übrig zu bleiben schien – nichtsmehr, abgesehen von einer deutlichen, energiereichen Signatur im Liede selbst.


Heftige Atemzüge meldeten bereits den erwachenden Zustand der Magier an, die sich mit beinahe gequält wirkenden Blicken umsahen. Es schien zwar erfolgreich, doch waren sie noch nicht gänzlich am Ende: Auch wenn die Sigille nun die gesamte Burg umschloss, konnten sie sich ihrer Wirkung erst nach einigen Tests sicher sein, und so führen sie ihre Schritte, weitaus mühsamer als zuvor, wieder vom Turm hinab, durch das Innere der Feste hindurch ins Freie. Auch wenn sie die Grenzen des Symbols nicht sehen konnten, war es für sie als seine Erschaffer deutlich spürbar. Sie überquerten die Grenze und wandten sich der Festung zu... es galt, den Schutz vor magischen Angriffen zu prüfen, doch bevor Janus überhaupt in der Lage war, sich einen geeigneten Angriff auszudenken, spürte er auch schon eine elementare Manipulation des Liedes, kurz bevor eine flammende Kugel sich von der Hand Demoars löste und auf die Burg zuraste. Der Effekt war ebenso beeindruckend wie überraschend: In dem Moment, als der Ball die Grenze der Sigille erreichte, durchzog ein helles, bläuliches Aufglühen, wie eine Wand aus Magie, die Luft, die die flammende Kugel schlicht zu verschlucken schien. Und ebenso jäh wie diese Wand erschien, verschwand sie auch schon wieder, ohne auch nur ein Anzeichen der flammenden Kugel zurückzulassen.
Selbst Angriffe mentaler Art schienen wirkungslos, Janus gelang es nichteinmal, sich auf Demoar, welcher sich im Inneren positionierte, zu konzentrieren, um ihn einem solchen Angriff auszusetzen – zu seiner und Demoars Zufriedenheit.


So war der Schutz errichtet... ob er genügen würde, würde sich am folgenden Tage zeigen...
Zuletzt geändert von Janus Aethra am Sonntag 26. Oktober 2008, 15:27, insgesamt 2-mal geändert.
Antworten