Keine Ursache, setzt dich bitte. Was kann ich für dich tun?
Es geht um ein Haus. Ich würde mich gerne an der Schwertwacht häuslich niederlassen. Da ich weiß, dass du dies stets befürwortest, wollte ich dich fragen, ob ich auf ein wenig Unterstützung von der Bruderschaft hoffen kann?
Kurz zuckten die Mundwinkel des Ritters, ehe er erwiderte
Gewiss kannst du! Wie hast du dir die Unterstützung denn vorgestellt?
Das Haus, was ich mir vorstelle ist relativ groß. Somit auch teuer. Ich dachte an eine gewisse Unterstützung an Gold. Sowie die Steine für den Bau.
Deutlich war zu sehen, wie der Adelritter sich seine Worte durch den Kopf gehen lies. Abgeneigt schien er nicht zu sein und so dauerte es auch nur einen kurzen Moment bis er zu sprechen begann.
Gut Bruder Aram. Du wirst deine Unterstützung erhalten. Kümmere dich um den Bau, sowie die Handwerker und die Bruderschaft wird dir, sobald du sie benötigst, ihre Hilfe zukommen lassen.
Zufrieden stand er kurz darauf auf dem Fleckchen Erde, welches einmal seine Heimat werden sollte. Nun würde es darum gehen die Baustoffe zu bekommen. Er hatte nicht genug Gold zur Verfügung um sich das nötige Holz und die Steine kaufen zu können. Nachdenklich ließ er sich ins Gras fallen und betrachtete den Himmel.
Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Wozu hat man denn einen Vater vom Fach?!
Ebenso schnell wie er aufstand, sprang er auf sein Pferd und hastete nach Varuna.
Dort angekommen, ließ er sich am Tisch in seinem Kontor nieder und begann eine Nachricht an seinen Vater zu schreiben.
Phanodains Weisheit und der Tugendbringerin Segen mit dir Vater!
Bitte verzeih, dass ich mich wieder mit einer Bitte an dich wende, doch lag es am nächsten dich um Hilfe zu bitten, bevor ich es bei jemand anderem tue.
Die Zeit ist gekommen um mir hier ein eigenes Heim zu errichten. Die Bruderschaft, welcher ich angehöre hat mir bereits Unterstützung zugesichert, doch sind damit nicht alle meiner Probleme gelöst. Es fehlt an Baumaterial. Holz und Steinen.
Sollte es möglich sein, bitte ich dich mir etwas davon zukommen zu lassen. Es wäre nicht umsonst.
Ich hoffe auf eine baldige Antwort. Bitte gib Mutter einen Kuss von mir.
Dein Sohn
Der Brief wurde umgehend auf dem Seewege in die Heimat geschickt. Es würde wohl ein wenig dauern, bis er Antwort erhielte.
Und in der Tat, dauerte es nicht mehr als vier Wochen, bis am Horizont vor Berchgard Segel auftauchten. Eine prächtige Kraweel, zweimastig, mit riesigen Segeln, welche nicht viel später im Hafen von Berchgard anlegte.
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Ein Mann, kräftig und von der Sonne braun gebrannt, kam über die Planke. Sein Alter dürfte zwischen 40 und 50 Jahren zu schätzen sein. Er war in feinste orangefarbigen Seidengewänder gehüllt und den Hengst, den er hinter sich herführte, war mindestens genau so stolz wie er. Sein Weg führte ihn nach Varuna.
Aram Saß gerade über ein paar Papieren, als es klopfte. Die Augenbrauen zusammen ziehend ging er zur Tür. Als er sah, wer vor ihm stand, änderte sich der Gesichtsausdruck in ein breites und freudiges Lächeln.
Barif! Alter Freund, lass dich umarmen!
Ebenso erfreut nahm Barif, Aram in die Arme.
Es dauerte eine kurze Weile, bis beide in den Kontor gingen.
Dein Vater schickt dir beste Grüsse.
Ich hoffe das ist nicht alles?!
Barif konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken
Nein, nein, auch sendet er dir genügend Holz um damit zwei Häuser bauen zu können. Steine jedoch konnte er dir nicht schicken. Der Herzog baut derweil ein neues Schloss und hat den Handel mit Steinen unter Strafe gestellt.
Ein kurzes bedachtes Nicken von Aram folgt auf diese Information. Gefolgt jedoch von einem erfreuten Lächeln
Ach, wer braucht schon Steine! Das Holz ist mehr Hilfe als ich mir erhofft habe.
Die beiden hatten sich viel zu erzählen. Immerhin hatte Barif maßgeblich zu Arams Erziehung beigetragen.
Nach einem gemeinsamen Essen und einem Glas Wein, ritten beide zum Hafen wo Aram das Holz in Augenschein nahm.
Gleich am nächsten Tage, ließ er das Holz zur Burg Schwertwacht bringen.
Leider war dieser Tag auch der Tag des Abschiedes.
Aram kannte die meisten der Seeleute. Als er noch klein war, ist er öfter mit seinem Vater auf diesem Schiff gereist. Es tat gut, mal wieder ein paar alt bekannte Gesichter zu sehen. Und so ließ er es sich nicht nehmen die Mannschaft noch einmal mit gutem Essen versorgen zu lassen, bevor er sich von ihr und Barif verabschiedete.
Lange noch stand er am Pier und blickte den Segeln nach, bis diese vollständig hinter dem Horizont verschwunden waren.
Glücklich darüber, dass er sich stets auf seinen Vater verlassen konnte und einmal wieder ein Stückchen Heimat gesehen zu haben, aber auch traurig, dieses Stückchen Heimat wieder verloren zu haben, ging er nach Hause.
Wieder, war er seinem Hause ein Stück näher gekommen!