Jepp seufzte leise als ihr Blick wohl zum letzten Male durch die so vertrauten Räumlichkeiten glitt.
Ein weiterer Abschnitt ihres Lebens ging heute zuende, die Zukunft hing wieder ungewiss über ihr.
Es tat weh zu gehen, aber tief in ihrem Inneren wusste sie, dass es der richtige Schritt war. Die Ziele von Richard und ihr waren einfach zuverschieden, als dass es noch gemeinsame Nenner gab. Sie mochte Richard wirklich, ein Mann der seine Ziel im Auge behielt und dafür auch gegen Widrigkeiten kämpfte. Jemand den sie eigentlich bewunderte und dem sie auch gerne folgen würde. Nur... sie hatte sich ihr Leben anders vorgestellt, suchte andre Werte als er. Ihm was die GvR wichtig, vor allem die Krieger, dass sie stark wurden und eine Macht darstellen würden. Er träumte von einer Festung um den Seinen Schutz zubieten. Eben die richtigen Ziele für einen Soldaten und Knappen.
Aber Jepp wollte etwas anderes, sie träumte von einer kleinen, familiären Gemeinschaft, wo man sich gut kannte und verstand, und sich aufeinander blind verlassen konnte. Wo es keine militärischen Kommandostrukturen gab, sonder jeder seine Meinung vertreten könne und sie gleichberechtigt wären. Die zusammen hielt und wo ein Wort das einer gab, von den andren voller Vertrauen auch gehalten würde. Eben etwas, das sie auch ansatzweise in der Handwerksgemeinde der GvR gehabt hatte. Bis durch diese neuen Krieger alles kaputt gemacht worden war.. Alles was sie aufgebaut hatten, versuchten sie zuzerstören. Absichtlich? Sie wusste es nicht. Aber das war auch egal. Der Schaden war da und es war nicht mehr möglich das zerbrochene Vertrauen zureparieren. Also blieb nur die Möglichkeit sich in Frieden – und wie sie fest hoffte – auch noch in Freundschaft zutrennen.
Ihr war klar, dass einige der Andren abgewartet hatten wie sie sich entscheiden würde, das sie ihr folgen würden, wenn sie ginge. Es tat ihr wirklich Leid, dass es so geschehen musste. Aber sie hatte keine andre Wahl mehr. Was die Zukunft bringen würde... wer weiß...
Als sie den alten Kontor verließ warteten ein paar Leute auf sie. Jepp blickte einen nach den andren in die Augen und las dasselbe, was in ihren stand. Trauer, dass es vorbei war.
Aber ....auch Zuversicht für einen Neuanfang. Und der Wille weiterzugehen,
Zusammen.