Zurück zu den Wurzeln

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Hagen Maeris

Zurück zu den Wurzeln

Beitrag von Hagen Maeris »

Als Wanderer durchstreifte er schon lange die Länder und Städte, beschrieb Berge und Flüsse, sah sich Denkmäler an. Lange Zeit war verstrichen, seitdem er seine gewohnten Lande verlassen hatte, schwor das Schwert nicht mehr zur Hand zur nehmen.
Gute Tugenden und Prinzipien vergangen in ihm, seitdem er Tücke der alten Freundschaft kennenlernte. Seither verstand er nicht mehr, wofür er kämpften sollte, wofür es sich lohnen sollte die Klinge mit sich zu führen. Doch tief in sich wusste er, dass die Berufung des Wanderers von den Göttern nicht für ihn hervorgesehen war, er war ein Krieger, ein Verfechter, ein Klingenführer.
An diesem Abend traf er Shanna, sie sprach von Mut und davon, dass Kämpfe geführt werden müssen.
Und er wusste, dass sie recht sprach.
Im nächsten Morgenfrauen schon, würde er die alte rostige Klinge schmieden und schärfen lassen, sie wieder in einer neuen Scheide an seinem Rücken befestigen und sein altes Schicksal aufnehmen, um endlich Ruhe zu finden.

Wohin der Weg in führen würde, das wusste er nicht. Doch sicher war, er würde wieder seiner Berufung nachgehen, tief in sich mit dem Zweifel über Licht und Schatten ...
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Die Sonnenstrahlen bahnten sich den Weg durch das spärlich abgeriegelte Fenster der kleinen Hütte nahe des Waldes. Wer hier lebte wusste er nicht. Doch dass der Wind in der letzten Nacht zu stark wehte und er eine Bleibe, obgleich es nur kurzfristig sein sollte, aufgesucht hatte, daran konnte er sich sehr gut erinnern.
Bedächtig schnallte er den Schwertgurt mit dem rostigen, alten Schwert um den Rücken, suchte den Kutscher auf.

"Ich grüße euch Herr Maeris."
"Nach Rahal." war die knappe Antwort.

Eine Stadt von der man in düsteren Worten sprach, die viele Bürger Varunas fürchteten und missbilligten. Doch Hagen sollte seinen Weg alleine suchen. War Rahal wirklich eine Stadt der Finsternis? In der Menschen umherliefen, denen das Schicksal auferelgt wurde Tod und Verdamnis zu bringen?
Konnte das sein?

Als Hagen die Kutsche verließ und zahlte, blickte er sich um. Große Stadtmauern, strammstehende Gardisten. Den provokanten Blick mancher Mannen konnte er nicht ausweichen, jedoch gab er sich alle Mühe niemandem negativ aufzufallen. Sein Weg führte ihn zu dem Tempel. eine großartige Baute. Den Berobten Mann, der aus dem Hintegrund zu ihm stieß bemerkte Hagen nicht.
Diesen Abend würde er den Worten des Priesters lauschen und viel Wissen sammeln.
Sein Pfad war noch unbestimmt und doch würde er bald in die Himmelsrichtungen der Götter blicken können und um die Situation der Menschen im Lande etwas mehr erfahren können...
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Die Handflächen rieb er unruhig aneinander, den Kopf hielt er tief gesenkt. Was würde ihn erwarten?
Emotionen, die er einst vergessen hatte, brannten in seinem Kopf neu auf, zeigten ihm wie lange das Vergangene schon her war. Für einen Moment schien die Ungewissheit den Vorang auf jeglichen sinnvolleren Gedanken zu haben. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, als er die Augen aufriss.
"Beruhig' dich Hagen...", murmelte er sich zu.

Die Zinnen Rahals reichten weit in die Luft, andächtig der Blick. Seine Motive tief in seinem Inneren behaltend, kannte er nun Ziele und seinen Willen. Licht und Schatten schien er für einen Moment zu vergessen, als er einer der Wache eine Rolle in die Hand drückte.

"Für den Hauptmann."

Die Nacht brach bereits herein als Hagen sich in der Taverne Rahals wiederfand. Mehrere Gläser des Weins mussten es gewesen sein, die er verinnerlichte. Vielleicht halfen Wein und Trunk die Sorgen für diesen Abend von dannen zu wehen, wie der Wind an der frischen Herbstluft.
Sorgen durften ihn nicht mehr plagen.
Nicht jetzt.
Nicht in Zukunft.

Würde man ihn überhaupt für würdig erkennen, der Garde Rahals beizutreten?
Unwohl war das Gefühl, als er mit dem letzten Gold das spärlich eingerichtete Zimmer für die Nacht zahlte.
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Eine Gestalt wurde am Horizont sichbar, das verschwommene Bildnis machte langsam Pfad für ein immer deutlich werdendes Abbild. Der Hügel auf dem jene Gestalt stand war grasig, jedoch mit starken, sandigen Ausbeulungen auf verschiedenen Stellen geprägt. Die Nacht war hereingebrochen und bedeckte den dunkelgekleideten Berobten in ein noch dunkleres Loch. Langsam weitete die Gestalt die Arme, striff die Kaputze von dem Kopf.
Eine Maske verbarg sein Gesicht.
Wie ein Säuseln im Wind hörte man ihn murmeln.
So war er es doch, der murmelte oder?
Sein Lachen schien die Umgebung kurz zu erhellen, als ein weiterer, lauter Windstoß durchzog und nur sehr stark verzerrt das Lachen hörbar machte. Es klang nicht gedämpft, obgleich er eine Maske trug. Wie aus dem Nichts schlug ein Blitz auf jene Stelle ein, in der bis eben der berobte Stand.
Er war verschwunden und plötzlich fand Hagen sich wieder, wie der Regen im Wind, vergleichbar mit Peitschenhieben auf ihn niederprasselte. Er berzog das Gesicht, suchte schutz in dem er sich die rechte Hand vor das Gesicht hielt, um die schweren Tropfen abzuwehren, um sich mit der Hilfe der linken Hand aufzurichten. Den Kopf gesenkt halten stapfte er durch den mattschigen Boden. Ein weiterer Blitz schlug ein, dieses Mal ferner und plötzlich erstillte das Wetter.
Kein Regen.
Kein Wind.

Zögerlich senkte die Hand sich aus dem Gesicht und er kniff die Augen zusammen, um in der dunklen Umgebung etwas erkennen zu können. Er seufzte auf.
Wie war er nur hierher gelangt?
Als er sich umdrehte, sahen weiße Augen ihn durch eine Maske aus kürzester Nähe durchdringend an. Hagen zuckte zurück, griff über die Schulter, um mit der Hand nach der gewohnten Schwerthalterung zu tasten.
Vergebens.
Langsam kam wieder der Wind auf und das Säuseln war dieses Mal deutlicher.
"Du hast den Schritt gewagt, nun musst du ihn gehen..."
Suchend sah Hagen sich um, eine Faust ballend.
"Wer bist du?!", rief er laut.
Das Eisen bohrte sich in seinen Rücken, er weitete Mund und Augen, als das Blut seine Mundwinkel verließ und er die Handfächen an die durch den Körper gebohrene Klinge legte.

"Unsicherheit wird zu deinem Tod...", säuselte es noch, als sich das Bild verdunkelte.

Er riss die Augen auf. Schweißnass wie er war, würde er an diesem Abend keinen Schlaf mehr finden.
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Den Tod sollst du preisen ...

Immerwieder die selben Träume. Und er dachte die Nächte in denen er nur zwei, vielleicht drei Stunden schlief waren ruhelos. Seine Abende in den Tavernen Rahals wurden immer länger.
Und ob man es glaubte oder nicht. Solangsam lebte er sich ein. Er lernte die Menschen um sich herum kennen, einige von ihnen begann er bald zu respektieren und so verging Nacht um Nacht.
Und mit der Nacht, immerwieder der erscheinende Maskierte in seinen Träumen. Das selbe Schauspiel und obgleich Hagen mehr und mehr es schaffte, sich dem Kampf gegen den Vermummten zu stellen, so durchbohrte jener immer wieder die Brust des Kriegers.
Warum nur?
Es schien, anders als in allen bisherigen seiner Träume, als könnte er im Traum denken, handeln, ausweichen, wie er es in der Realität konnte. Doch er war einfach schneller, er besaß Macht, die Gabe zu verschwinden, zu erscheinen und vorallem jede Nacht die Klinge durch seine Brust zu bohren.
Jede Nacht.
Jedes Mal die selbe Stelle seiner Brust.
Nur die Worte die der Wind Hagen zusäuselte ändern sich mit jeder Nacht, die er in der heiligen Stadt blieb.

Bekenne dich ... und ich werde dich ein Mal für immer töten ... sei weiter närrisch und stirb jede Nacht auf ein Neues...

Wie ein Echo erhallten die Worte noch in seinen Ohren, als er die Augen aufriss und durch die Gitter zu den zwei Gestalten blickt, die sich seiner Zelle näherten. Hagen brauchte einige Momente, um zu erkennen, wo er war.
Eingekerkert...
Als Tugor und Cira am selben Abend nach gewechselten Worten wieder gingen, kniff Hagen die Augen zu und er ballte beide Hände zur Faust.
Er muss jetzt schlafen, obgleich keine Müdigkeit herrscht.

Suchen wird er den Maskierten. Dieses Mal wird Hagen ihn suchen...
"Herr ..."
Er kannte zwar keine Gebete, aber irgendetwas murmelte er. Und plötzlich versank er wahrlich in das Reich der Träume ...
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Der Schauplatz war dieses Mal nicht mehr der grasige Hügel. Und Hagen war das erste Mal in seinen Träumen ...
Er sah an sich herab. Er trug eine Rüstung. Ein weiterer Blick zu seiner rechten versicherte ihm, dass er dieses Mal ein Schwert in der Hand hielt.
Und der Tag war eingebrochen.
Dieser Traum würde ihm Gelegenheit geben, endlich den Vermummten zu töten, ihm zu schaden ... nein. Sich zu wehren.
Er schien in diesem Traum ein wahrer Krieger geworden zu sein, fast wie damals beim Militär. Als Hagen sich umsah, sah er Felsen, Berge und er begann den steilen Pfad hinaufzumarschieren, um auf dem höchsten jener Felsen einen Überblick zu finden.

Nein. Er fürchtete sich nicht. Langsam sah er auf, wandte sich um. Die dunkelberobte gestalt, ähnelte im Licht gar einem einzigen maskierten Schatten.

Wieder ertönte das Gesäusel und wüsste Hagen nicht, dass die Worte vom Maskierten gesprochen werden, würde er an einen sprechenden Wind glauben.



Bekenne dich ...

"Wer bist du?"

Langsam bildete die gewöhnte schwarze Klinge sich in der Hand des Berobten und fast schwebend näherte er sich Hagen, der ohnehin schon am Abgrund stand und gerade noch die Klinge anheben konnte. Als die Klingen sich kreuzten verdunkelte die Nacht sich, um dann nach dem Lösen der Klingen voneinander wieder Platz für den Tag zu machen. Die Hiebe des Maskierten waren schnell, doch dieses Mal merkte Hagen, dass er standhalten konnte. Als er die Klinge des Maskierten zu Boden presste, holte er weit aus. Der Fausthieb schwengte jedoch durch den Körper des Schattens und so schien es, als wenn nur die Klinge spürbar war.




...Befreie die Seele und finde Erlösung ... Schlage mich nicht, sondern töte mich...

"Wer bist du?!", schrie Hagen lauthals dem maskierten Schatten entgegen um mit einer Reihenfolge von Schlägen auf jenen einzuhieben. Schwebend wich der Schatten immer mehr, als die Klinge aus seiner Hand fiel und in der Luft sich auflöste. Es war das letzte Mal in dem Traum, dass zwischen Nacht und Tag wechselte und es blieb dunkel. Die in pechschwarze Handschuhe gehüllten Hände hoben sich abwehrend, doch kein Laut erklang unter der Maske.

Töte mich ...

"Du wirst schweigen... Für immer!", rief Hagen als er er den Schwertknauf fest mit beiden Händen umschlang und die Schwertspitze in Richtung des Rumpfes des Maskierten hinabsausen ließ. Die Klinge durchbohrte die Schattengestalt und ...
Blut?
Ja, Blut floß aus dem Körper der Gestalt, bahnte sich den Weg zwischen kleinerer Steinbrocken den Pfad hinunter.
Ruhe kehrte ein.
Keine Stimme.
Nichts.

Hagen beugte sich hinab, nahm dem Maskierten langsam die Maske vom Gesicht, als er die Augen aufriss.
Das leblose Gesicht ... Hagens!
Als würde er sich selbst getötet haben.

Die Klinge war außer dem Wind, der einzigste Gegenstand der hörbar wurde, als es den Felsen hinab fiel. Der Maskierte war Tod. Doch der Maskierte war ... er?


...Das bist nicht Du, Hagen... Dieser Maskierte heisst Verunsicherung...

Langsam fiel er auf die Knie. Fast als würde er vor der Stimme verzweifeln.
Erst jetzt begriff er die Situation.
Die Stimme erklang nie durch den Maskierten. Als er auf seine Hände sah, waren Blutflecken auf jenen zu sehen. Er hob eine Braue. Blut?


Die Augen rissen sich auf.
Der Kerker.
"Steh auf!", rief einer der Gardisten, als jener den Gang entlang schritt. Hagen verzerrte das Gesicht etwas, als er seinen Hinterkopf ertastete und Blut in der Hand hielt. Er hatte sich wohl den Kopf gestoßen, doch...

"Ich hoffe du bist bereit!", rief der Gardist ihm noch zu, als sich das Tor öffnete.
Hagen Maeris

Beitrag von Hagen Maeris »

Verstrichen die Zeit des Zweifels, gefunden hatte er, wonach er in Wirklichkeit immer gesucht hatte.
Nur war ihm das nie bewusst geworden.
Gerade erst kam er von der Jagd, suchte in den Katakomben der alten Anbetungssteätte Alatars nach Antworten.
Antworten nach ungestellten Fragen. Viel mehr schien es eine Suche zu sein. Und selbst dann, war das Ziel ungewiss.
Auch wenn er jetzt wusste, dass er das Richtige tat.

Am Ufer stand er nun, schaufelte immer wieder Wasser aus dem klaren Fluss, um das Blut von der Jagd von sich zu wischen, das Haar zu waschen. Das Wasser wanderte die Brust hinab und er fasste sich zufrieden an den Kopf, um sich wieder über das Gesicht zu wischen. Lange dauerte es, bis auch der letzte Tropfen von seinem kurzen Haar hinab sank und keine der kleinen Wellen mehr ausgelöst wurden. Durch das klare Wasser spiegelte sich nun sein Gesicht in dem Waser wieder, einige Zeit starrte er gedanken verloren hinein.

Wie er sich verändert hatte...

Und das, was er sah, gefiel ihm.
Endlich hatte er Gefallen daran gefunden.
Gefallen daran, wer er war.
Verstehen würden das nur wenige.
Und zu denjenigen ging er, nachdem er sich wieder bekleidete und seinen Waffengurt anlegte.
Weiterhin zukünfttig im Namen des Hauses Seranyth.
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