Der dunkle Pfad

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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

Wie lange ist es her seid wir Malachai aus seinen ihn zerstörenden Träume geholt haben und es dabei auch für uns vieles zum Nachdenken gebracht hat? Hier scheine ich jeglichen Zeitbegriff verloren zu haben, und doch sind wohl nur ein paar Tage seither vergangen, Tage in denen wir begonnen haben Malachai aus seinem Tiefschlaf zu reißen. Wie erwartet wird es schwer werden ihn aus seiner Lethargie und seinem Schwermut zu holen, seine Schuldgefühle sind riesenhaft und scheinen ihn erdrücken zu wollen. Wie Minenarbeiter werden wir diesen gewaltigen Berg Stück für Stück abtragen müssen, und er wird härter sein als Granit fürchte ich, aber wir sind zu dritt und scheuen uns nicht davor. Cyrion erweist sich dabei als große Hilfe, auch wenn ich ihm nicht restlos traue, denn ich bin vorsichtig bei Menschen die der gleichen „Arbeit“ nachgehen. Aber er kennt Malachai am besten von uns allen und kommt näher heran ihn heran wie Selina und ich und deshalb bin ich froh ihn hier zu haben, wenn die Abende kommen und wir am Feuer reden.

Sicher, wir haben bisher noch nichts erreicht, wie auch wenn wir nicht alle seine Schuldgefühle kennen, zwei jedoch treten aus allen anderen hervor und ihnen müssen wir uns wohl am meisten annehmen: der Tod der Schatten für den er sich alleinig verantwortlich fühlt und der Tod Inaras, seiner Frau ohne die ihm das Leben trostlos und öde erscheint. Gegen das erste werden wohl nur viele Gespräche helfen, in denen wir ihm begreiflich machen müssen dass er nicht die Verantwortung für das Handeln der anderen Schatten getragen und so ihren Tod verschuldet hat und das kann lange dauern. Aber das zweite, nun es nagt an ihm mehr als der Tod der Schatten, und ich kann ihn da gut verstehen, hatte auch ich damals keine Nachricht von Selina und suchte sie über Jahre hinweg, doch wo ich immer weiter ging und nie aufgab, nie die Hoffnung verlor, da hat er resigniert und sich einfach damit abgefunden dass sie wohl tot sein muss. Er und alle anderen Schatten hätten ja schließlich jeden Stein umgedreht und nichts gefundne, also musste das einfach so sein, aber genau dies bezweifle ich! Ich werde erst an diese „Wahrheit“ glauben wenn ich ihr Grab gesehen habe oder einen Zeugen, der mir glaubhaft von ihrem Tod berichten kann. Doch solange dieses nicht eintritt lebt sie für mich und wenn sie lebt kann sie auch gefunden werden! Nicht dass ich irgendwelche gar barmherzige Gefühle für Malachai oder diese Frau verspüren würde, ich kenne sie ja nicht mal, aber ist sie ein Mittel um Malachai's Schuldgefühle zu mindern und ihn wieder auf den Weg zubringen, der den unseren kreuzt , ja mit einschließt, und das wiederum ist für mich ein Grund nach dieser Frau zu suchen.

Leicht war es nicht von dem verstockten Hornochsen das nötige Wissen zu bekommen welches ich brauchte, er benahm sich da wie ein verzogener Fratz der keine andere Meinung als die seine annimmt, aber es gelang. Schön es war auch nicht unbedingt viel aber es genügte um mich zu bestärken dass Inara noch am Leben sein musste und Cyrions Erinnerungslücken ließen in mir den Gedanken reifen dass vielleicht auch sie ihre Erinnerungen verloren hatte. Malachai sprach von einem Schlag auf den Kopf, genau wie bei Cyrion, und wenn diesem Kerl das schon so zusetzte, wieso sollte dies denn so abwegig sein bei der Frau. Aber egal was sie alles vergessen hat, ich bin sicher zumindest an Malachai und sein Aussehen wird sie sich erinnern und so hatte ich Xantero, unseren Schneider heute in die Werkstatt gerufen, und er fertigte mir das gewünschte so schnell es nur ging an. Nun halte ich die Robe in den Händen, die jener gleicht die Malachai immer trug, vielleicht wird sie helfen jene Frau zu finden und ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Wenn sich ihr Ehegatte weigert Lameriast und die Akademie zu verlassen, schön dann eben auf diese Art. Selina tritt gerade durch die Tür und ein einziger Blick verbunden mit dem spöttischen Lächeln zeigt mir, dass sie verstanden hat was ich tun will, sie aber auch nicht bereit ist mich alleine auf die Suche zu lassen. Na ja, es ist ein wundervolles und beruhigendes Gefühl, gibt eine Sicherheit die andere nie verspüren werden und so machen wir uns auf dem Weg zum Hafen, denn in einem Punkt sind sich alle einige gewesen… wenn sie noch lebt, dann kann man ihre Spuren nur auf Gerimor finden…
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Den Knaben hochhaltend, liess er ihn durch die Luft gleiten, bis dieser glückste vor Freude. Sonnenlicht fiel auf sie beide, wärmte das Grass, auf dem er lag und liess die farbigen Blätter der Bäume rundum in feurigen Farben leuchten. Ein angenehmer Herbsttag. Aufregende Zeiten für einen kleinen Fratz, der dackelig durch die Gegend rannte und fallende Blätter versuchte einzufangen. Aufregende Zeiten für den Patenonkel des Kindes, der ihn davon abhalten musste, sich Fliegenpilze, Käfer und unbekömmliche oder gar giftige Beeren in den Mund zu stopfen. Ein breites Lächeln zeigte sich auf des Kriegers Zügen, als er in das Zahnlose ebenso breite Lächeln des Jungen sah. Er hatte den Kleinen vermisst, war er doch einige Zeit bei Fremden in Pflege gewesen. Malachai musste den Leuten vertrauen - sonst würde Cyrion den Kleinen auch nicht hier lassen. Nun... auch wenn Malachai Arsen und Selina vertraute - Cyrion hätte ihn mitgenommen. Selina konnte er noch nicht einschätzen. Sie war eher nichts sagend. Nett, höflich, fürsorglich, aber allein, das er sie nicht wirklich kannte, liess ihn vorsichtig sein. Und Arsen... Ein Mann, den er ungern in seinen Rücken liess - es vermied, wenn er konnte. Was schon genügte, um ihm nie etwas auszuhändigen, was Cyrion am Herzen lag.
"Agugugu..." Das Gebrabbel endete in einem Aufjuchzen, als der Krieger ihm in den Bauchnabel blas. Babykauderwelsch von sich gebend, schwenkte er die Arme wild hin und her, während Cyrion ihn eine weitere Runde fliegen liess, ihn zu seinem Gesicht senkte, eine Fratze zog und wieder ansteigen liess. Anstrengend für die Arme auf die Dauer, aber das Kinderlachen war es wert. Er mochte das Lachen des Kleinen. Mochte es, irgendwo verborgen vor Blicken irgendwelcher Fremden, Zeit mit ihm zu verbringen. Genoss die Freiheit, auch mal Albern sein zu dürfen, auf das der Kleine lachte. Sich den Knaben auf den Bauch setzend, liess er es sich gefallen, dass er ihm ins Gesicht fasste und an den Haaren zog. "Kon! Kon!" Er schnaufte überrascht auf, als der Knabe mit all seinem Gewicht auf seinem Bauch auf und ab sprang, di Beine locker links und rechts von seiner Tallie baumeln lassend. "Iigen!" "Onkel Cyrion wird müde." Gab er wieder und liess die Finger locker um die Tallie des Knaben liegen. Rasch schwenkte er den Kopf nach rechts und links, suchte nach möglichen Ablenkungen."Kon! Iigen!" Ein Lächeln breitete sich erneut auf den Zügen aus und er langte nach einem Grasstengel, dessen gefiederter Blütenstand wie eine jwinzige unge Birke anmutete. "Iigen..." wieder hüpfte er auf seinem Bauch herum, brach dieses aber ab, als Cyrion von hinten den fiedrigen Teil des Halmes an des Jungen Nacken führte, um anschliessend diesen zur Seite hin verschwinden zu lassen. Ein Versteckspiel, mit dem er den Kleinen gerne neckte, bis dieser den Halm doch fand. So einfach, Kinder abzulenken. So einfach, Kinder glücklich zu machen.
>Je älter man wird, desto schwieriger wird es, glücklich zu sein. Zuviele Sorgen. Zu viele unerfüllte Wünsche.< Das Lächeln auf seinen zügen milderte sich. Gerade sein Bruder war zur Zeit tiefdeprimiert. Trauerte um die Schatten, trauerte um seine Frau. Hatte die Hoffnung aufgegeben. Abwesend führte er den Grashalm zu dem Knaben hin und wieder fort, während er nachdachte. Was konnte er für Malachai tun? Ausser mit ihm reden, ihm zuhören, für ihn da sein, und versuchen, ihm etwas Mut zum Leben einzuflössen. Nach Inara suchen? Er war ebensoweinig wie Arsen davon überzeugt, das Inara Tod war. Kein Gedanke, geboren aus Hoffnung oder der Furcht davor, ihren möglichen Tod einzugestehen, sondern eher aus der Lage heraus, in der er selber war. Was, wenn sie ihr Gedächtnis verloren hatte? Doch wo sollte er suchen? Er wusste nicht, wie sie aussah. Ausser, das sie recht klein war und schwarzes Haar hatte? Wie sollte er suchen? Alle Frauen, die ihm gerade zur Brust gingen, genau ansehen in der Hoffnung, das irgendeine Frau Kopfschmerzen verursachte? Und dann hinstiefeln und nachfragen: entschuldigt bitte - komme ich ihnen bekannt vor? Nein... er hatte denkbar schlechte Karten. Er musste Malachai erst dazu bringen, genaueres über das Aussehen seiner Frau zu sagen. Augenfarbe, Gesichtsform, Körperform, besondere Merkmale wie Muttermale. Doch wie ihn dazu bringen, wenn er sich jedesmal verschloss wie eine Auster, sobald er auf Inara kam.
Grass regnete auf sein Gesicht herab und er blintzelte überrascht. Der Kleine hatte ein neues Spiel gefunden: Gras rausreissen und ihn damit bewerfen. "Ha, du kleiner Racker, das macht dir wohl Spass!" Die Finger glitten zu dem Bauch des Kleinen udn erbarmungslos kitzelte er ihn, bis er quietschte wie eine Maus. Der Blick wanderte hoch zum Sonnenstand, während das Kitzeln sich zu einem Kraulen abmilderte. "Zeit fürs Mittagessen... Komm, wir gehen zu deinem Papa." "Daaaa!" Mit Schwung hob er den Jungen hoch, stand auf und setzte ihn sich auf die Schultern. Kleine Hände griffen in seine Mähne und hielten sich fest, während er sich rasch mit einer Hand das Gras vom Wams wischte. Doch hingen noch etliche Gräser in seinen Haaren und auch an dem Jungen, als er mit langen Schritten zur Akademie zurück kehrte.
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Nahe zu lautlos stieg Selina die Treppen zum Schlafsaal hoch. In den Händen ein Tablett mit Essen balancierend. Sie hoffte Malachai würde das Essen heute annehmen und nicht wieder stehen lassen, so wie die letzten Tage. Er aß kaum etwas und schlief ebenso wenig. Oft erwischte Selina ihn, wie er am Fenster stand und blicklos auf das Meer sah. Er war abgemagert seit er aufgewacht war, doch sie konnte ihn nicht zwingen noch nicht zumindest. Sie stieg die letzte Treppe hoch und sah sich um. Wie zu erwarten war, stand er am Fenster. Sie stellte das Essen einfach vor den Kamin und sah sich nach Marick um. Er war nicht da. Im Garten bei den übenden Kriegern hatte sie ihn auch nicht gesehen und sonst auch nicht. Sie trat neben Malachai an das Fenster.
Sie wusste er hatte sie gehört, denn sie hatte sich keine Mühe gemacht, die knarrenden Bodenbretter zu überspringen. Doch er reagierte nicht.

Behutsam legte sie eine Hand auf seine Schulter, worauf er sie ansah. Sie zuckte zusammen, als sie den Schmerz in seinem Gesicht sah und noch Mals als ihr bewusst wurde, wie dünn er geworden war. So ging das nicht weiter, seine üble Laune ja in allen ehren, aber das ging zu weit.
Ihre Augen wurden dunkel und sie wusste er sah es. Noch hatte sie nichts gesagt. Sie wies nur mit dem Kopf Richtung Kamin. Doch ein Kopfschütteln war die Antwort. Nun hatte sie genug. Marick wurde ja von ihr Versorgt, auch wenn sie grad nicht wusste, wo er war und wofür sie sich schämte. Aber nun war erst einmal der Sturkopf vor ihr dran. Sie war mit Arsen zu Recht gekommen und er wagte nicht viele Widerworte, wenn sie es ernst meinte, er kannte sie gut genug. Doch ihr gegenüber kannte sie nicht und dachte es wäre damit erledigt. Zu lange hatte Selina nun zugesehen nun reichte es ihr. Gerade als Malachai den Blick wieder von ihr zum Fenster wandte, griff sie fest um sein Handgelenk und zwang ihn so sie weiter anzusehen.

“ Du isst was, es bringt dir und Marick nichts, wenn du vor Erschöpfung zusammenbrichst. Wenn du nicht deinetwegen bei Kräften bleiben willst, dann für deinen Sohn.” Die Worte kamen leise und wie ein Peitschenschlag. Sie drehte sich danach um und ging hinunter. “ Ich werde nun deinen Sohn suchen, damit wenigstens er etwas zu essen zu sich nimmt, da es dich ja nicht zu interessieren scheint.” Die Worte waren wütend, aber immer noch leise. Sie drehte sich nicht einmal um, um zusehen, ob er reagierte. Langsam verschwand ihr Blondschopf wieder. Am Fuß der Treppe angekommen, suchte sie rasch ihre Lederkleidung zusammen und schlüpfte geschwind hinein. Leise viel kurz danach die Tür ins Schloss.
Und sie bewegte sich im Schatten der Bäume.
“ Wer hatte den Knaben mit vom Gelände genommen.” Ihr viel nur einer ein. Cyrion. Noch traute sie ihm nicht und es erwies sich als richtig. Wie konnte er den Knaben nur mitnehmen ohne etwas zu sagen? Schnell hatte sie ihn gefunden und beobachtete ihn aus dem Schatten der Bäume heraus.
Fest schlug sie den dunklen Umhang um ihren Körper, denn sie hatte vergessen wie auffällig sie war, wenn sie soviel Haut zeigte, wie jetzt im Brustier. Gemütlich lehnte sie sich an einen Baumstamm und blickte weiter zu Cyrion.
Es war schon niedlich mit anzusehen, wie er mit dem Kleinen spielte, aber warum hatte er sich von der Akademie mit dem Kind entfernt? Wenn es so war, wie Malachai sagte, das er in Gefahr war, dann war es riskant, ohne Rüstung mit dem Kind wegzugehen. Sicher sie machte nicht den Fehler und unterschätze ihn, dazu hatte sie ihn in den letzten Tagen zu oft beobachtet. Sie hatte ihn nur lieber um sich und wusste, was er tat, als es nicht zu wissen.
Doch brauchte sie jemanden der sich um Malachai und Marick kümmerte, so sie und Arsen gehen würden um Inara zu suchen. Instinktiv wusste sie, beide waren bei Cyrion gut aufgehoben, aber etwas in ihr sträubte sich dagegen. Aber es sträubte sich soviel in ihr in letzter Zeit. Sie wusste immer noch nicht was sie war und warum sie es war. Das Schicksal hatte sie vier zusammengeführt, aber sie wusste nicht ob es gut oder schlecht war. Also hatte sie sich in der letzten Zeit damit zufrieden gegeben sich um Marick zu kümmern. Sie liebte diesen Knaben, auch wenn er hin und wieder so an ihren Haaren riss, dass ihr Tränen in die Augen schossen und Erinnerungen hochkamen an einen Tavernenbesuch. Doch das Kind konnte da nichts für, es war ein Kind.
Doch so sehr wie sie das Kind liebte, so sehr zeigte es ihr doch, dass ihr etwas fehlte. Doch e ging nicht, sie wusste es. Noch nicht. Denn es blieb ihnen ja kaum Zeit allein zu sein, geschweige denn, dass sie nach Hause kamen. Noch immer schliefen sie am Feuer im Garten der Akademie. Sie hob die Hand und wischte sich über die Wange, nein heute nicht daran denken. Ihr Leben hatte sich irgendwie verändert und doch war es gleich geworden. Nur was sollte sie tun?
Es ging nicht, sie konnten es einfach nicht ignorieren.
Das Glucksen des Kindes drang wieder an ihr Ohr und sie sah wie es gerade Gras ausrupfte und Cyrion bewarf. Sie lächelte, vorerst sollte es ihr reichen, sich um das Kind zu kümmern.
Als Cyrion sich mit dem Kleinen erhob und davon gehen wollte, trat sie aus dem Schatten heraus und ihm in den Weg. Mit einer Hand schob sie die Kapuze zurück und blickte ihn an. Grüne Augen lagen auf ihm, dunkel ohne Regung. Sie wusste nicht ob ihr in diesem Moment noch der Kummer anzusehen war, doch es war ihr gerade egal.
Doch wie sie ihn so ansah, schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf und sie lächelte. Vielleicht wirkte das Lächeln nicht gerade freundlich und auch nicht warm. Ebenso klang ihre Stimme nicht wie sonst, freundlich, warm, fürsorglich, als sie endlich etwas sprach noch ehe sich bei ihm der Schreck gelöst hatte, sie so plötzlich zu sehen. “ Bring Malachai dazu bei Kräften zu bleiben und zu essen. Ich kann ihn nicht Füttern wie den Kleinen. Übrigens es ist Zeit für ihn.” Mit den Worten streckte sie fordernd die Arme nach dem Kleinen aus.
Zu ihrem erstaunen nickte er und sagte, er wollte ihn gerade zurück bringen.
Gemeinsam gingen sie zurück. Doch ehe sie da waren, hielt Selina Cyrion kurz am Arm fest.
“ Du bist sein Bruder. Sorge dafür, dass er zumindest Trainiert, denn wenn es so ist wie er sagt und er und sein Kind in Gefahr sind, nach wie vor, dann sollte er gewappnet sein. Ansonsten brauch es derzeit nur einen Windstoß um ihn umzuwehen.”
Der Tonfall duldete keinen Widerspruch und ihr Gesicht war unheimlich ernst und verschlossen in diesem Moment, doch dann Lächelte sie wieder. “Wir werden sie suchen und dann muss jemand da sein, der beide bei Laune hält, den Knirps da und seinen Vater, damit er die Akademie nicht in Verzweiflung stürzt mit seiner Laune.”
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Überraschung mochte sich in seinen Augen zeigen, als er die Gestalt bemerkte, die aus dem Gebüsch trat, näher, als ihm lieb war. Eine Frau wohl, soviel konnte er auf den ersten Blick sagen. Freund oder Feind? So wie sie sich ihm in den Weg stellte, war er ihr Ziel. Er hatte sie nicht bemerkt, etwas, das bisher keinem ausser Malachai gelungen war. Keinen, an den er sich erinnern konnte. Nichts, was ihm gefiel.
Anspannung legte sich für einen Moment in seine Muskeln. Er, zur Zeit nur mit Dolch und Schwert bewaffnet, den Jungen auf den Schultern. Ein prächtiges Ziel für einen Anschlag. Besser noch wäre ein Anschlag gewesen, als er auf dem Boden lag, den Kleinen durch die Luft gleiten lassend. Nachlässig, wirklich nachlässig von ihm. Doch dann hob die Gestalt die Kaputze zurück und er erkannte Selina. Die Anspannung blieb jedoch - obwohl sie lächelte. Das Lächeln reichte nicht in ihre Augen. Kühle umgab sie und auch ihre Worte waren anders als manch einer von einer lächelnden Frau erwarten würde. Direkt und schonungslos. "Bring Malachai dazu, bei Kräften zu bleiben und zu essen. Ich kann ihn nicht füttern, wie den Kleinen. Übrigens ist es Zeit für ihn." Die Arme wurden ausgestreckt, offenbar wollte sie den Kleinen tragen. Nichtssagend mochte Cyrions Ausdruck sein, während er ihr zuhörte und nickte, dann den Jungen von seinen Schultern hob und ihr gab. "Ich wollte ihn eh gerade zurück bringen." Doch verblieb er an der Seite, wo sie den Jungen trug, eine Hand unter dem geschlossenen Umhang in der Nähe des Dolches.
Herbstlicher Wind blies ihm die offenen Haare ins Gesicht. Günstig, konnte er doch so gut verbergen, das er sie aus dem Augenwinkel beobachtete. Immer noch zeigte sie jene Kühle und Direktheit, welche sie bisher verborgen hatte. >Dies ist also die Frau, die Arsen geheiratet hat. Ich wusste doch, das mehr an ihr dran sein musste, als man annahm. Nicht zu unterschätzen, die Frau!< Die Katze hatte letztlich ihr wahres Gesicht gezeigt. Und doch, der Kleine blieb ruhig, vertraute ihr. Fühlte er, das sie beide etwas anverwandtes in sich trugen? Und auch ihre Worte, wenn von der Wahl her fordernd und schroff, sprachen davon, das ihr Malachai's Zustand missfiel. >'Ich kann ihn nicht füttern, wie den Kleinen.'< Mit anderen Worten, Malachai war zur Zeit schwach und würde einem Angriff vielleicht wenig entgegen setzen. Und sie konnte oder wollte ihn nicht betüddeln wie ein Kleinkind. Ob sie Schwäche verachtete? Oder vielmehr verachtete, zu was der ehemals so starke Führer der Schatten geworden war? Ein gewisses Grad an Verständnis mochte sie haben - der Mann hatte mehrere Schicksalsschläge erlitten. Doch insofern hatte sie Recht; es war nicht die Zeit, in Trübsal zu versinken. Es mochten immer noch Feinde da sein, die die letzten Reste der Schatten zu vernichten suchten - und dies beinhaltete den Jungen, den sie grad im Arm hatte, wie auch sie selbst und ihren Ehemann. Und sie erwartete - nein, forderte von ihm, dass er Malachai wieder aufrichtete. Oder wenigstens etwas ass. Die Akademie kam in Sicht und still hing er seinen Gedanken nach, mit langen nahezu lautlosen Schritten neben ihr hergehend. Wie sollte er Malachai zum essen bringen? Vielleicht den Jungen benutzen? Ihn zwingen, etwas zu essen? Essen in den Mund stopfen, Nase und Mund verschliessen und warten, bis er schluckte? Diese Aufgabe mochte sich als schwerer zu erfüllen erweisen, als sie aussah. Der Blick durch den Zaun liess ihn wissen, das zur Zeit keiner am Lagerfeuer war. War Malachai im Haus? Doch bevor er das Torgatter öffnen konnte, legte sich ihre Hand auf seinen Arm, kurz nur, aber merklich fest.
Der Ausdruck in ihrem Gesicht hatte sich verändert, passte mehr zu dem, was sie ausstrahlte. Härte, scharfer Ernst in den Zügen, die nichts anderes Preis gaben ausser absoluter Unnachgiebigkeit. "Du bist sein Bruder. Sorge dafür, das er zumindestens trainiert. Wenn es so ist, wie er sagt und er und sein Kind in Gefahr sind, nach wie vor, dann sollte er gewappnet sein. Ansonsten braucht es derzeit nur einen Windstoss, um ihn umzuwehen." Ihre Züge passten so wenig zu dem Lächeln, das folgte, wie die Worte, nein, der Befehl, den sie ihm entgegen geworfen hatte. "Wir werden sie suchen und dann muss jemand da sein, der beide bei Laune hält, den Knirps da und seinen Vater, damit er die Akademie nicht in Verzweiflung stürzt mit seiner Laune." Cyrions nichtssagende Züge wurden kühl, während er vom Tor ablies und sich zu ihr umdrehte. Die veilchenblauen Augen veränderte ihre Farbe, wurden merklich violett mit einem dunklen Rand. Doch kalt war der Blick, den er ihr gab, liessen die Augen wie Amethyste wirken. Unverwandt sah sie ihn an, während sie den Knaben auf ihre Hüfte setzte, wobei der Umhang auseinander klaffte und ihren freien Bauch freigab. "Ich verstehe durchaus..." gab er wieder, die Stimme um einiges leiser geworden. "...das Malachai etwas essen muss. Auch das er in Form bleiben muss. So wie er jetzt ist, würde er in der Tat alles andere als eine Hilfe sein, würden seine Feinde gerade jetzt an die Tür klopfen." Sie trat etwas zurück, um den Kpf nicht zu ihm zu heben, doch blieb ihr Gesichtsausdruck weiterhin unberührt unverwandt. "Doch ,Selina..., nehme ich keine Befehle an. Ich bespreche gerne mit euch die nächsten Schritte, doch solltet ihr dann auf euren Ton achten. Das einzige, was mich interessiert sind Malachai un der Junge. Eure Akademie interessiert mich nicht." Ihr Augen blitzten und ein Lächeln huschte erneut über ihre Züge. "Es geht nicht um die Akademie." Ihr Ton war ruhig und hatte etwas von ihrer Kühle verloren. "Nein, es geht darum, das wenn Malachai seine Laune auf die Mitglieder auswirkt, es auf ihn zurück fällt. Oder glaubt ihr wirklich, das die Leute hier kuschen?" Eine seiner Augenbraue hob sich. Was sollte dies? Ignorierte sie völlig den Fakt, das sie ihm eben gerade einen Befehl erteilt hatte? Doch sprach sie schon weiter. "Malachai ist nicht bei Kräften. Die Mitglieder aktzeptieren unsere Entscheidungen, das heisst aber nicht, das sie einfach Launen hin nehmen von Menschen, die sie nicht oder kaum kennen, von denen sie nichts wissen und die einfach da sind." "Wie ich schon sagte: die Akademie ist für mich nicht von Interesse..." Er setzte an, erneut etwas zu sagen, doch liess sie ihn nicht zu Wort kommen. "Es ist einfacher, euch zu sagen - richtet ihn wieder auf, als den Mitgliedern zu sagen: Lasst ihn in Ruhe." Der Atem entwich ihm langsam, während er ihr zuhörte. >Mädel, das war nicht 'einfach nur sagen'! Und was die Leute hier denken, interessiert mich nicht!< Doch er würde ruhig bleiben. War, was sie sagte, wirklich so wichtig, das ihm ihretwegen der Kragen platzte? Zudem kannte er Malachai tatsächlich besser als sie und ihr Mann. Wenn einer etwas für ihn tun konnte, war es vermutlich er. Unbeirrt begegnete er weiterhin ihrem Blick. "Ja ich werde sehen, was ich für Malachai tun kann. Aber genauso wie eure Leute nicht 'kuschen', wie ihr sagt, bin ich auch kein Empfänger von Befehlen." Sie zuckte die Schultern und ein dreistes Grinsen malte sich auf ihr Gesicht. "Manchmal bekommt man nur dann Gehör." Die Stirn runzelte sich leicht, er stutzte.
>Was zum... Was für ein Grund ist das denn?!< Einen langen Moment sah er sie einfach nur mit gleichbleibender Miene an, während er innerlich etwas fassungslos war. Gedanken rasten durch seinen Kopf, bis ihm etwas aufging. Die Frau reizte ihn mit Absicht! Wollte sie wissen, wie er reagierte? Schwachstellen kennenlernen? Seine Schultern entspannten sich zunehmend. Das war es. Und nun wusste sie eine der wenigen Dinge, die ihn reizen konnten. >Verdammt! Die Frau ist mit allen Wasser gewaschen!< Und das sie der Zorn eines Mannes nicht juckte - bei dem Ehemann, war dies kein Wunder. Der Mann war kalt wie eine Schlange, was Emotionen anging. Sicher hatte dies abgefärbt. Cyrions Miene entspannte sich zunehmend, je mehr ihm klar wurde, was ihre Absicht war. Er hatte sich gängeln lassen, aber er würde ihr kein weiteres Mal einen Glückstreffer einräumen. Trotzdem, der Zorn, das es ihr einmal gelungen war, klang nur langsam ab. >Und doch... sie hat mir den Wind aus den Segeln genommen. Ich hätte mich weiter aufregen können, aber nicht wirklich etwas gegen sie sagen - flitzte sie doch hervorragend auf dem Netz der Worte herum, das sie um ihn gesponnen hatte. Keine Entschuldigung, aber eine Erklärung, die letztlich keine war. Die Frau war wirklich gut! Soviel musste er ihr zugestehen. "Hmm.. möglich." gab er zur Antwort wieder und langte nach dem Tor, den Blick, der nicht mehr länger kristallinhart war, von ihr abwendend. Sie schauderte leicht, aber er bezweifelte, das es von seinem Blick herrührte. Ihr Mann hatte beständig einen solchen Blick, nichts, was ihr Unbehagen einflössen konnte.
"Wo ist Malachai gerade?" Die Schlüssel von ihr ausgehändigt bekommend, öffnete er das Tor - immerhin hatte sie den Kleinen, der fröhlich an ihren Haaren zog, auf dem Arm. "Bevor ich euch suchen ging, war er oben im Schlafsaal und hat aus dem Fenster gesehen." Sein Blick wanderte hoch zu dem Gebäude, während er abschloss und sich mit ihr auf den Weg zum Lagerfeuer machte. "Aus dem Fenster.... Ich frage mich, wonach er Ausschau hält." Seine Gedanken wanderten von Malachai wieder zu ihr. Zu ihr linsend, musste er zugeben, das sie in der Tat gefährlich war. Vielleicht genauso gefährlich wie Arsen, wenn nicht sogar gefährlicher, konnte man doch nicht erkennen, was in ihrem hübschen Kopf vorging - sie liess einem nicht die Zeit zum nachdenken. Cyrion war nun, wo er dies erkannt hatte, ruhiger. Er würde sie nicht erneut unterschätzen. Doch trieben seine Gedanken nunmehr in andere Richtungen. "Ihr wollt mit eurem Mann Inara suchen gehen?" "Ja wollen wir." Das war gewiss nicht einfach - Malachai sprach nicht über seine Frau.
Er stellte diverse Fragen, während sie am Feuer sassen, wollte er doch letztlich wissen, wie sicher die Akademie für Malachai und den Knirps waren. Untote suchten Malachai - doch wussten sie vermutlich nicht, das er sich auf Lameriast aufhielt. Und dann war da noch Khazkal, der nach Rache für die Demütigung sann. Und dennoch - keine Wachen. Dies gefiel ihm nicht, aber sie würde sich wohl nicht dreinreden lassen. Der Tag wurde nicht jünger und Cyrion musste Malachai noch dazu bringen, etwas zu essen. Vielleicht konnte ihm der Junge dabei wirklich behilflich sein. So trennten sie sich und Cyr machte sich zu Malachai auf. Seine Lippen zogen eine dünne Linie. Wenn es sein musste, würde er Malachai wirklich zwingen, etwas zu essen und das konnte schmerzhaft werden. Allerdings würde dies dann beweisen, das in Malachai doch noch Kampfgeist war - so oder so, er würde an diesem Abend nicht eher gehen, bis er irgendeins der beiden Ziele erreicht hatte. Doch war es möglich, das er dann tatsächlich von Selina zusammen geflickt werden musste, wie sie leichthin von sich gegeben hatte. Er würde sehen. Die Tür knarrte leise, als er sie öffnete und Malachai am Fenster stehen sah. Das Essen war nach wie vor unberührt und inzwischen kalt. >Na dann... Auf in den Kampf!< Als ob er ihm zustimmen wollte, krähte der Junge in seinen Armen und streckte seine Ärmchen nach seinem Vater aus.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Sein Blick war starr gen des Horizonts gerichtet.
"Meine Frau aufgegeben....pah."
Immer wieder schossen ihm Arsens Worte durch den. Worte, die ihm sagen wollten, dass er Aufgegeben hatten.
Worte, die ihn zeigen wollten, dass er versagt hatte.
Ja, er hatte die Suche nach Inara beendet. Ja, er hatte wohl auch die Hoffnung verloren.
Doch so einfach ist es nicht.
Er hat einen Sohn, soll er jenen in dem Wissen aufziehen, dass seine Mutter verschollen ist, dass Sie immer und immer irgendwann irgendwo erscheinen könnte?
Sollte Er in ihm Hoffnung säen, wo eventuell keine mehr war?
Er weiß selber, wie quälend Ungewissheit ist. Erlebte Sie an sich, als er ein kleiner Junge war und ewig sich die Frage stellte, wo seine eigenen Eltern waren und warum Sie ihn bei einem so grausamen Menschen zurück liessen.
Nein, das würde er seinem Sohne nicht antun.
Lieber soll er an ihrem Tot glauben und Leben, als sich an Fragen und Hoffnungen zu klammern, wo keine mehr sind.
Weiter ruht sein Blick auf die Ferne, er schaute zur Seite, kurz, auf das essen.
Sie hatte Recht, er musste essen. Doch er konnte nicht. Es lag ihm zu sehr im Magen.
Wie könnte er sich an Speißen ergötzen, sich einen gewissen Grad an einem wohlhabenden Leben leisten, wenn er doch weiß, dass andere, in jenen Momente, am Trauern um ihre Liebsten sind.
Zudem...er schaute auf seinen Arm. Die Blutsadern waren noch leicht sichtbar.
Er hat die Schwelle der Schatten überschritten, ging für kurze Zeit jenen Rachsüchtigen Pfad, der fatal für alle sein konnte.
Er musste sich entgiften, musste seinen Körper leiden lassen, damit auch die letzte Spur jenes schwarzen Blutes erlischt.
Er wollte nicht in Versuchung geraten, abermals jene dunklen Fähigkeiten aus der Geschichte der Schatten zu nutzen.
Es ehrte Selina, dass Sie so beharglich blieb und auch die Stimme gegen ihn erhob.
Ja, Sie war eine Schatten durch und durch. Engstirnig, dickköpfig, doch auch kühl und klug, gerissen für andere, manipulativ und soweit im Stande zu denken, dass Sie jeden für ihre Zwecke betören könne.
Sein Blick ist wieder gen Horizont gerichtet. Die Sonne beginnt langsam zu entschwinden und er schliesst die Augen.
Leise, in sich hinein sprechend, beginnt Malachai sich zu entschuldigen. Er hofft, dass Sie es verstehen würde, hofft, dass Inara es ihm nicht übel nehme, dass er die Suche zu ihr aufgegeben hat. Selbst wenn er sich an die Hoffnung krallt, er will nicht, dass ihr gemeinsamer Sohn dem gleich tut und in Ungewissheit lebt.
Die Bretter knarrten wieder leicht, langsam öffnete er die Augen, sein Blick weiter auf den Horizont gerichtet, dessen Sohne fast entschwunden ist.
Es waren große, feste Schritte. Der Boden knarrte mehr, er schien schwer beladen zu sein, womöglich Waffen?
"Was ist Cyrion...?"
Die Person bliebt stehen, wohl weniger aus Verwunderung, dass Malachai ihn erkannte, mehr aber, um seine Wortwahl gezielt auszusuchen.
Dann trat er näher und kleine Ärmchen greiften nach den Ärmel von Malachai und zogen daran.
Er kleines Lächeln entwich ihm und er nahm seinen Sohn auf den Arm, fest an sich drückend.
Dann schaute er wieder hinaus, den Rücken seines Kindes kraulend, welcher die Augen schloss und langsam einschlief.
"Danke Cyrion...ich hoffe dir hat der Tag gefallen mit deinem Patenkind."
Sein Blick ging vom Horizont ab zu seinem Sohn.
"Natürlich Malachai. Ich geniesse seine Anwesenheit, es ist schön bei ihm zu sein und für ihn da zu sein. Er braucht uns. Mich, als seinen Paten und dich als seinen Vater. Er ist doch so zerbrechlich, so winzig. Und doch trägt er in diesem jungen Alter eine große Bürde mit sich. Ein Schatten, wohl der letzt geborene Schatten...und dennoch, schon gejagd. Wir müssen für ihn da sein, müssen auf ihn aufpassen und mit unserem Leben im Kampfe beschützen."
Malachai nickte.
"Selina schickt dich...oder?"
Cyrion nickt nur knapp, Malachai wendet sich Cyrion ab und geht zum Kamin.
"Selina hat Recht Malachai. Du musst nicht nur essen, du musst auch trainieren. Wenn ein Kampf kommt, gegen diese Untoten, dann musst du kämpfen können. Du bist der wohl letzte, ausgebildete Schatten. Du bist der Schattenlo..."
"Schweig."
Cyrions gesicht war starr. Diese Wut, die sich in Malachais Gesicht aufgebaut hat. Sie war voller Hass, voller Zorn. Noch nie hat sein Bruder Cyrion so angefaucht.
Diese erdrückende Stimmung, Sie schien auch Marick mitbekommen zu haben. Der kleine räckelt sich leicht, ehe er zu weinen beginnt.
Malachai´s Gesicht entspannt sich wieder leicht, er schaut an den Kleinen hinab und dreht sich wieder zum Feuer.
"Sag...einfach nie wieder, wer ich war. Dies ist vorbei, du weisst es. Ich werde nicht sterben, wenn ich es verhindern kann und mir ist durchaus die Gefahr bewusst, in der der Kleine schwebt. Doch es ist noch nicht die richtige Zeit dafür. Weder kann ich essen, weder kann ich trainieren."
Sein Blick ruht auf der Feuerstelle im Kamin. Marick schien sich wieder in den Armen seines Vaters beruhigt zu haben und schlief wieder ein.
Sein Blick wandert ab vom Feuer neben den Kamin, an welchen 4 Schwerter gelehnt waren. Er wusste, dass er Sie irgendwann wieder an sich legen müsste, doch er wollte dies vermeiden, wollte nicht noch einmal die Waffen gebrauchen, mit welchen er soviel Leben stahl. Leben, dass nun ihm genommen wurde mit eben solchen Waffen.
Cyrion war still, und Malachai reagierte nicht mehr. Er setzte sich auf die Fellen und wickelte seinen Sohn in eine Decke ein.
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/6f34ff-1435746730.gif[/img]
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Sie saß noch eine Weile am Feuer und blickte mit gerunzelter Stirn in die Flammen. Cyrion gab ihr nach wie vor Rätsel auf, doch sie hatte es geschafft ihn zu reizen und sie war sich sicher, Malachai und Marick waren nun in guten Händen. Sie hatte genau gesehen, als Cyrion bewusst wurde, dass er manipuliert worden war. Gerade eben konnte sie noch ein Lächeln verbergen, welches sich selbstgefällig auf ihren Lippen breit zu machen drohte. Doch sie hatte auch gesehen, dass er sich nun in Acht nehmen würde. Zu schade, aber manchmal erforderte die Maske Opfer. Doch obwohl er nun gewarnt war, dass sie nicht der sanftmütige, hilfsbereite Engel war, er wusste immer noch nicht worauf er sich eingelassen hatte. Und das würde sie ihm auch nicht so leicht machen.
Und er tat ja das, was sie wollte, denn sollten sie Erfolg haben, würde Inara einen gebrochenen Mann sehen. Aber keinen der sich aufgegeben hatte. Doch befürchtete sie, dass die Suche erfolgreicher war, als Malachai neue Antriebskraft zu geben. Aber das würde nur die Zeit zeigen, noch wussten weder Arsen noch sie, ob sie Erfolg haben werden. Doch hatten beide schon schlimmer Umstände gehabt und dennoch ihr Ziel erreicht. Sicher sie wussten wie Inara aussah, man hatte sie in Bajard noch nicht vergessen, denn dort hatten sie zuerst gesucht und sich nach ihr erkundigt. Denn Malachai hatte nicht viel von ihr preisgegeben und immerhin mussten sie ja wissen wonach sie suchen mussten.
Sicher sie taten es ohne Malachais wissen, wozu sollten sie es ihm auch sagen?
Er leugnete ja was er war, also brauchten sie nicht auf seinen Befehl hören. Wobei sie sich sicher war, er würde ihnen keinen erteilen.
Cyrion war im Haus verschwunden. Es wurde Zeit Arsen zu suchen und sehen ob es Zeit war aufzubrechen. Sie hüllt sich wieder fest in ihren Umhang und ging zum Haus. Durch die Fenster ersah sie Arsen in der Werkstatt stehen und ging hinein.
So gleich glitt ihr Blick über die Kleidung in seinen Händen. Dann suchte sie seinen Blick. Er sagte ihr was sie wissen musste. Es war Zeit.
Kurz danach standen sie an der Reling eines Schiffes und fuhren Gerimor entgegen. Wo sie anfangen sollten zu suchen, wussten sie nicht, aber die Zeit würde es zeigen und zwar sehr bald.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Er war wütend... den ganzen Tag schon. Wieder war ein Tag vergangen und Malachai hatte nichts gemacht ausser sich in seinem Schneckenhaus zu verkriechen. Wenn er abseits von allen allein trainieren würde, würde er noch verständnis haben - aber er sah wirklich nur den lieben langen Tag aus dem Fenster.
Mit zusammengepressten Lippen schälte er die Garnelen und warf sie in die Pfanne. Diese grossen Schrimps würden genauso leicht zu verdauen sein wie alles andere, was er am vorbereiten war. Garnelen und Fischfilet - dazu Kartoffelpüree und gemischter Salat. Als Nachtisch hatte er frischen Quark vom Bauern geholt und bereitete neben den Garnelen gerade Obstsalat zu. Eine feine Mahlzeit, sah man davon ab, das sie nicht zusammen passte.
"Sag nie wieder wer ich war..." Die Finger abwischend griff er die Pfanne und wendete einige der Garnelen, bevor er sich rasch die Finger wusch und nebenbei weiter Obst schnitt, der Blick ab und an zur Pfanne gehend. >Er kann sagen, was er will - mit dieser Einstellung ist es leicht zu behaupten, es sei noch nicht Zeit, während er in Wahrheit einfach nur vor sich selbst wegläuft.<
Sicher, er hatte wohl einen Fehler begangen. Hatte von den Schatten gesprochen - er dachte, diese Schattensache, ein Band, welches ihn mit Selina, Arsen und weit fester noch - dem Jungen verband würde ihn zu irgendwas bewegen können - auch wenn ihm, Cyrion, das Schattendasein völlig egal war. Es mochte Nützlich beizeiten sein - und beizeiten ein Problem. Malachai war ein Schatten, ja. Aber in erster Linie war er sein Bruder.
Wieder griff er nach der Pfanne und wendete die Garnelen. Ob die Leute stören würde, das er ihre Küche benutzte? Eigentlich war dies nicht von Interesse für ihm. Der Blick ging über das Essen. Diesmal würde er essen. Er hatte es im Guten probiert und war angeschnautzt worden. Und das nur, weil er es wagte, die Schatten zu erwähnen. Seine Antwort war haarstreubend leichtfertig gewesen. Wusste er, wann er gefunden werden würde? Wann irgendwer Angriff mit dem Ziel zu töten? Nein, diese Einstellung allein war ignorant und bar jeglicher Logik. Schlichtweg dumm und feige. Und barg einzig Gefahr für Marrik, seinem Patenkind. Es konnte nicht so weiter gehen.
Schwer seufzte er und mischte das Obst, bevor er es in eine kleine Schüssel füllte. Er würde es erneut probieren. Doch würde er jetzt die Samthandschuhe ausziehen. Die Zeit des Schonens war vorbei.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Das Tablett klackte leise, als er es auf den Tisch stellte. Sein Blick lag unverwandt auf Malachai, wollte er doch feststellen, ob sich Ekel oder Widerwillen auf den Zügen zeigte. Doch konnte er nichts ausmachen - Malachai hatte ihm den Rücken zu gedreht und schaute aus dem Fenster. "Iss..." Gab er leise wieder, das Besteck auslegend. "Ich habe keinen Hunger." Die Antwort war ebenso leise, doch reichte ein Blick ihm, um zu erkennen, dass der Mann so dünn in den letzten Tagen geworden war, das sein Magen beim Geruch von Essen lauthals rebellieren musste. Cyrion atmete hörbar aus. >Geduld... nicht wütend werden...< "Hast du keinen Hunger oder wird dir übel vom Anblick des Essens?" Einen Schritt gen Malachai machend, berührte er mit den Fingerspitzen noch die Kante des Tisches. Sein Blick lag erneut auf Malachai, die Stirn leicht gerunzelt. Anscheinend verblüffte ihn die Frage etwas, denn er blickte über die Schulter hinweg zu ihm, dann zu dem Essen. Kein Ekel zeigte sich auf den Zügen. Immerhin etwas. "Ich habe keinen Hunger." "Dann zwing dich zum Essen! Und ich will, das du heute mit mir trainierst." Das Gesicht wandte sich wieder dem Fenster zu. "Ich sagte dir bereits, das ich nicht kann. Wenn die Zeit kommt..." "Es ist allerhöchste Zeit, für dich zu essen! Wann willst du essen? Wenn die ersten Gerüchte von Untoten auf der Insel umgehen? Wenn sie vor der Tür stehen? Willst du dann erst essen und das Schwert wieder in die Hand nehmen?" Einen Moment begegnete Malachai's Blick dem seinen. Dann drehte er sich erneut zum Fenster um. "Ich werde es dich wissen lassen."
Zorn, der bisher leise in Cyrion geschwelt hatte, flammte hoch. Mit zwei langen Schritten war er bei ihm und packte ihn an dem Arm. "Hey...!" Überraschung zeigte sich auf Malachai's Zügen, als er ihn mit sich zerrte, mit Schwung auf den Sitz pflanzte und sich vorbeugte. Eine Hand auf dem Tisch neben dem Tablet, die andere auf der Rückenlehne des Stuhls, wirkte er wie ein wütender Panther, der sich über sein Opfer beugte, als er leise mit tiefer Stimme zischte: "Iss!" Wortlos sah Malachai ihn an, würdigte das Essen mit keinem Blick, wollte sich wieder erheben. Der Arm schoss vor und presste den Mann an der Schulter wieder in den Sitz. "Du. Wirst. Essen!" Die Kiefer zusammen gebissen knurrte er beinahe schon, so tief war seine Stimme. "Oder ich prügel dich so durch, das du dich nicht wehren kannst, wenn ich dich füttere - mit der Schnabeltasse!"
Zum ersten Mal vielleicht sah ihn Malachai richtig an. Dann ging der Blick zum Essen. "Ich... kann nicht." Die tonlose Stimme verhallte im Raum. "Dann sage mir verdammt noch mal, worauf du wartest? Wonach hälst du Ausschau, wenn du aus dem Fenster siehst? Darauf das sie kommen?" Seine Stimme wurde ruhiger, flüsterte bedrohlich. "Oooh... Glaub mir, sie werden kommen! Sie werden hier einmaschieren und dich und Marrik töten und du wirst zu schwach sein, um auch nur einen verdammten Dolch zu führen! Glaubst du, du kannst deinen Sohn beschützen, indem du freiwillig verhungerst?!" Die letzten Worte waren wieder gezischt. Zorn brannte heiss in Cyrion. Malachai und sein verdammtes Schneckenhaus! Zusehr mit sich selbst beschäftig, um zu erkennen, was wirklich wichtig war!
"Du musst deinen Sohn beschützen! Ich kann nicht immer da sein! Und weiss nichts über den Gegner, ausser das er Untote vorschickt, die sich einen Dreck drum scheren, ob das ein Kind ist, das sie töten oder die Leute, die hier wohnen." Die Miene des Mannes vor ihm runzelte sich. "Ich werde ihn beschützen, wenn es soweit ist. Selina und Arsen..." "...können ihn nicht beschützen!" Unterbrach er ihn grob. "Du vertraust Selina und ihrer kalten Schlange von Ehemann? Während du hier Ohnmächtig herumlagst und der Junge hier war, hat sie nichts besseres zu tun gehabt, als Khazkal auf dem Akademiefest zu beleidigen." Wieder wurde seine Stimme ein leises Zischen und seine Augen blitzen in ohnmächtiger Wut! "Du weisst sehr genau, was Khazkal mit Leuten macht, von denen er sich verraten fühlt!"
Die Lippen zusammen pressend, schloss er einen Moment die Augen, die Hand am Tisch über seine Augen legend, konnte nicht sehen, was Malachai bei dieser Nachricht durch den Kopf ging. >Beruhige dich! Der Mann vor dir sieht nicht klar. Er begreift nicht...< Mit gezwungen ruhigere Stimme sprach er weiter. "Soviel zu den Leuten, denen du vertraust, Malachai. Du kannst dich glücklich schätzen, wenn Khazkal nicht das ganze Anwesen in Schutt und Asche legt - immerhin hat sie ihn in ihrer Eigenschaft als Anführerin der Akademie beleidigt." Er blickte durch die Finger wieder gen Malachai. Dieser blickte ihn nachdenklich an, doch konnte er nicht sagen, ob ihn wirklich berührte, was er ihm sagte. Cyrions Stimme war wieder leise, doch nun drängend. "Und diesen beiden Menschen vertraust du deinen Sohn an? Leute, die aus einer Laune heraus den mächtigsten Mann der Insel beleidigen?" Malachais Augen blitzen auf und die Mundwinkel zuckten verdächtig. Amüsierte er sich?! Machte er sich lustig über ihn? Fest presste er die Lippen zusammen. Ich muss mich doch sehr wundern. Und irre dich nicht - diese Frau tut nichts, ohne genau zu wissen, welche Folgen es haben könnte!"
Wieder beugte er sich vor, beschwörend versuchte er den Mann aus seiner Lethargie heraus zu reissen. "Da sind Untote hinter dir her und Khazkal hinter den Talmars - und es gibt nicht eine verdammte Wache auf dem ganzen Gelände! Nicht ein einziger schiebt hier Wache!" Malachai setzte zum Sprechen an, zögerte einen Moment. "Ich halte Wache!" Beide Augenbrauen wanderten überrascht hoch. >Das meint er doch nicht ernst?!< Die Finger gruben sich in die Tischkante und die Rückenlehne, als wollte er sich selbst daran hinter, handgreiflich zu werden. "Du?! Du allein?! Und du glaubst, das reicht? Wo du vermutlich schon Halluzinationen vor Hunger hast?! Und ich soll glauben, der Kleine ist hier sicher!?" Ungläubig starrte er ihn an, dann gab er einen abfälligen Ton von sich und stiess sich vom Tisch ab. Mit forschen Schritten ging er zum Bett und griff das erstbeste, was nach Kleinkindzeug aussah. Entgeistert guckte ihm Malachai zu. "Was... was machst du da?!" Er antwortete nicht, stellte aber selbst eine Frage, die Stimme kalt und entschlossen. "Wo sind die Sachen des Jungen?" Trinkfläschchen landeten auf dem Bündel, das langsam entstand, während Cyrion zielstrebig durch den Raum ging, Malachai ignorierend. "Ich nehme den Jungen. Ich werde zu meiner Familie reisen." Mit offenen Mund starrte sein Bruder ihn an. "Das..." "Er ist auf Gerimor nicht sicher, aber auf Lameriast? Dann wird er bei meiner Familie erst recht sicher sein. Wo sind seine restlichen Sachen? Ach egal, ich kauf sie unterwegs." Malachai erhob sich nun aus seinem Sitz. "Du kannst nicht..." Cyrions Blick war hart und kalt, zeigte wilde Entschlossenheit, als er sich zu Malachai umdrehte. "Und ob ich kann! 3-4 Monate habe ich mit ihm gelebt, ohne Gedächtnis, und es geht ihm hervorragend!" Wieder grollte er leise, der Blick verengt auf seinen Bruder gerichtet. Seine Augen schienen violett zu leuchten, so sehr loderte der Zorn in ihm. "Du wirst ihn erst wiedersehen, wenn ein gewisser Vater dieses Jungen seinen Arsch nach Rabental bewegt und ihn abholt. Und dann sieht er hoffentlich besser aus als diese erbarmungswürdige elende Kreatur von Gerippe, die er jetzt ist." Er griff in seine Tasche und zerrte eine Pergamentrolle raus. Donnernd knallte er sie auf den Tisch! "Hier ist die Karte!"
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Samstag 13. September 2008, 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

Die Holzscheite im Kamin knistern leise vor sich hin und das inzwischen kleine Feuer heizt die Steine zu wohliger Wärme an, nur noch schwachen Lichtschein in dem Raum werfend. Die Tage werden langsam kühler und zusammen mit Wind und Regen genießt man dann ein Kaminfeuer umso mehr. Selbst die dunkle Robe, die zum Trocknen an der Wand hängt, hält die Kälte und Nässe nur unzureichend ab, vor allem bringt sie Selina, die ruhig schlafend in meinem Arm liegt, zu missfallendem Brummen. Aber auch sie muss zugeben das sie ihren Zweck erfüllt hat, zumindest in soweit dass wir eine Spur gefunden haben, die viel versprechend erscheint. Durch die durchdringende Wärme beginnen meine Gedanken abzuschweifen, einige Stunden zurückzuwandern zu der kleinen Pferdezucht bei Varuna, zu der Frau die sich selbst Melora Lax nennt..

Als Selina und ich in Bajard von Bord des Schiffes gingen wussten wir nicht allzu viel, denn Malachai war weiterhin verschlossen wie eine Auster, was nur noch von seiner Verstocktheit in seinem Selbstmitleid zu verharren übertroffen wurde. Immerhin hatte er uns eine kurze Beschreibung seiner tot geglaubten Frau Inara gegeben und wo man sie zuletzt gesehen hatte. Nun zweiteres würde uns nach mehr als einem halben Jahr nicht mehr viel nutzen und in wieweit ersteres noch in dieser Form bestand hatte mussten wir auch erst herausfinden. Zumindest Bajard und seine Umgebung konnte ausgeschlossen werden, denn hier hätte Malachai seine Frau direkt vor der Nase gehabt und mit Sicherheit nicht übersehen. ‚Grandios’, flüsterte mir die Stimme in meinem Inneren höhnisch zu, ‚bleibt ja nur noch der Rest von Gerimor zur Suche!’ Ich quittierte diesen „aufbauenden“ Kommentar mit einem vernehmlichen Brummen, was mir einen bösen Blick meiner Ehefrau einbrachte. Da es äußerst schwierig ist jemandem zu erklären dass man innerliche Selbstgespräche hält und sich im Grunde selbst anknurrt beließ ich es bei einem Schweigen und drängte Faile in Richtung Varuna. Der Hengst freute sich endlich wieder einmal mehr Bewegung zu bekommen und war kaum zu zügeln, was nun wieder Selinas Stute Elissande mit einem missbilligenden Schnauben zur Kenntnis nahm. ‚Als wären die beiden verheiratet,’ dachte ich amüsiert und meine Laune besserte sich merklich während ich auf dem Ritt mit Selina beriet wie wir eigentlich vorgehen wollten.

Als wir die kleine Pferdezucht vor Varuna erreichten waren wir uns immer noch nicht sicher ob meine Idee, mich als Malachai zu verkleiden, den nötigen Erfolg bringen, geschweige denn unsere Suche nach der Nadel im Heuhaufen überhaupt einen Erfolg bringen würde. Aber in Ermangelung einer besseren Idee streifte ich nun die Robe über meine normalen Kleider und die Kapuze über den Kopf , wie ich es sooft beim Schattenlord gesehen hatte, ja selbst die Maske vergaß ich nicht, und sofort überkam mich ein ungewohntes Gefühl der Vertrautheit, als gehörte ich einfach in diese Kleidung. Schnell schüttelte ich aufkommende Gedanken ab, dafür war nun keine zeit, und näherte mich dem kleinen Tor während Selina zurückblieb um alles besser beobachten zu können. Und dann kam sie auf mich zu, jene Frau die sich erst sehr viel später als Melora Lax vorstellte. Ich verglich sie mit Malachais Beschreibung … nun sie war schmäler als er seine Frau beschrieben hatte und auch Haare und ihre Farbe wollten so gar nicht passen, aber der Rest … ja, der Rest nun traf wieder auf sie zu. Gut, dachte ich, es wird sicher Dutzende Frauen geben oder zumindest mehr als eine auf die solches zutreffen würde, es war nicht mal der Hauch einer Spur. So begann ich ein Gespräch mit ihr, immer wieder Fragen nach Bajard und ihre Vergangenheit einflechtend bis wir uns nur noch über sie unterhielten. Dabei fasste sie sich immer wieder an die Schläfe, eine Geste die ich ebenso oft bei Cyrion beobachtet hatte, wenn eine Erinnerung fehlte aber das Gesagte vertraut vorkam. Um diese Frau gab es ein Geheimnis, da gab es keinen Zweifel, nur ob es jenes war welches wir erhofften wurde nicht klar, doch es gab viele kleine Teilchen welche durchaus in unser fehlendes Bild passen konnten. Seid mehr als einem halben Jahr fehlten ihr Erinnerungen, alles was sie wusste war ihr von drei Männer erzählt worden, welche sie scheinbar kannten und die mit ihr gereist waren. Wer die drei waren wusste sie nicht mehr, ja sie wurde sogar regelrecht schroff und abweisend wenn man sie darauf ansprach, und ihre Alpträume ließen darauf schließen dass man nicht grade fürsorglich mit ihr umgegangen war. Die ganze zeit spielte sie dabei mit einer Halskette, eine wundervolle Feinschmiedearbeit, geschmückt mit einem Saphir, eine Kette die eigentlich nicht zu einer Pferdezüchterin oder Bäuerin passen würde … außer als Geschenk, und solchen Geschenken gingen meist sehr tiefe Gefühle voraus. Ich hätte gerne weitergefragt doch Selinas Blick zeigte mir dass sie es für besser hielt nicht weiter in die Frau zu dringen und auf die Gefühle meiner Ehefrau konnte ich mich schon immer verlassen. So verabschiedeten wir uns, ihr einige Kräuter gegen ihre Schlaflosigkeit überlassend und machten uns auf den Heimweg.

Zurück in der Akademie ging Selina um nach dem Kleinen zu sehen während ich nach Malachai suchen wollte. Wie erwartet fand ich ihn zusammen mit Cyrion im Schlafraum erregt in ein Gespräch vertieft, nun gut Cyrion war der Erregte, und beim Zuhören wurde mir sofort klar dass unsere Erkenntnisse auf taube Ohren stoßen würden. Und wie hatte ich damit recht, Malachai fand für alles eine für ihn denkbare Erklärung welche stichhaltig genug war um ihn in seiner Hoffnungslosigkeit verharren zu lassen. Einzig bei der Erwähnung der Halskette stockte er und als ihn Selina später noch einmal darauf ansprach beendete er das Gespräch und verkroch sich mit seinem Sohn wieder in den Schlafraum. Cyrion hingegen hielt wie wir das Ganze für eine doch verfolgenswerte Spur und wollte selbst einmal die Frau in Augenschein nehmen und dabei sein „Rehlein“ mitnehmen, also für ihn zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mir war es gleich solange es nur den gewünschten Erfolg brachte, nämlich etwas zu finden das Malachai wachrüttelte. So blieb für uns nur noch weiter Pläne zu schmieden, alle mit Melora Lax als Mittelpunkt, bevor wir nach Hause ritten.

Blinzelnd hebe ich den Kopf und sehe in die Glut des fast erloschenen Feuers. Ich scheine lange in meinen Gedanken gefangen gewesen zu sein und lege vorsichtig zwei Holzscheite nach, bedacht darauf Selina nicht zu wecken. Eigentlich sollte ich auch schlafen, aber merkwürdigerweise bin ich hellwach wie immer wenn ich auf der „Jagd“ bin. Ich werde mir wieder einiges anhören müssen von meiner Frau, auch wegen der Robe, aber das werde ich in Kauf nehmen, denn etwas in mir ist sich mehr als sicher dass wir die richtige Spur gefunden haben, und so wenig es Selina gefallen wird, der Falke fliegt wieder…
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Langsam schweifte Malachais Blick auf die vor ihm liegende Karte.
War er wirklich so naiv zu glauben, er würde sich selber den Hungerstod opfern, nachdem er selber schon dem Tod an sich so oft entrungen ist?
Wut machte sich in ihm auf.
Wut, dass man ihm nicht mehr vertraute, gar für Geistesabwesend hielt.
Wut, dass man ihm vorwarf, er würde die Situation verkennen, würde nicht wissen, dass die Gefahr weiterhin bestünde.
Dabei war er es, der jenen Scheusal in die Augen blickte und den gestank jenes Dämons tief einatmete, als all seine Kameraden und Freunde vor seinen Augen starben.
Er trat näher, nahm die Karte und warf Sie zur Seite.
"Du wirst ihn mir nicht nehmen Cyrion."
Sein Bruder wendete sich ihm zu, sein Blick wirkte ebenso ernst wie der von Malachai und die Situation spitzte sich zu.
Weitere Anschuldigungen, weitere Vorwürfe, er würde sich gehen lassen und allen eine Gefahr sein.
Er wandte sich wieder ab, ging in seinen Schlafraum und durchsuchte jenen nach Kleidung von Marick.
Malachai ermahnte seine Worte wieder und wieder, die Wut kochte.
Gerade von seinen Bruder, von Cyrion, hätte er mehr Vertrauen in das handeln von ihm gesetzt. Doch er schien sich zu irren.
Seine Hand wanderte langsam hinab, griff nach einem von den vier Schwertern und war kurz davor, jenes zu ziehen und seinen Bruder an die Schläfe zu drücken.
Wenn er nicht hören würde, müsste er fühlen.
Die Hand umgriff den Klingenknauf, doch er liess ab.
Sein Blick schweifte an Cyrion vorbei zu Selina.
Wohl der rechte Moment, ehe alles aus dem Ruder gelaufen wäre.
Seine Hand kam wieder zum Vorschein, Cyrion folgte Malachais Blick und sie schweigten sich an, bis Selina das Wort ergriff.
Sie wollte nur Marick holen, würde Sie dann alleine lassen, wenn Sie sich unbedingt die Köpfe einschlagen wollten.
Sie war nicht dumm, doch hätte wohl jeder die Anspannung im Raume gespürt.
Sie nahm Marick auf den Arm und entschwand wie Sie gekommen war, zurück blieben ein abgemagerter Vater und ein verwirrter Patenonkel, die sich nun in die Augen blickten.
Malachai seufzte schwer.
Ist er soweit schon gekommen, dass er die Waffe gegen seinen Bruder erhoben hätte?
Und wie sollte Cyrion ihm vertrauen, wenn er selber nicht im Stande war, die Wahrheit zu sagen und die Karten offen zu legen.
Sie alle hatten Antworten verdient, Cyrion, Selina und Arsen....und auch Marick, in der Zukunft, wenn er die Fragen dazu stellen würde.
Er wandte sich wieder ab, sein Blick schaute wieder in die Ferne aus dem Fenster.
Die Wut zügelte er, es war das schwarze Blut, dass in so in Rage bringt. Es lechzt danach, sich zu beweisen, zu kämpfen und zu morden und er musste es unterbinden.
Er schloss die Augen, sammelte seinen Geist, ehe er sich wieder Cyrion zuwand und began zu sprechen.
"Du denkst, ich magere mich zu tode ohne Sinn und Verstand?"
Cyrion nickte leicht reumütig, auch ihm war diese Anspannung unter seinem Bruder unangenehm.
"Das tue ich nicht. Ich muss mich schwächen, um danach wieder zu stärken. Ich muss den Fluch besiegen, den ich seit Geburt in mir habe."
Das Schwarze Blut ist in jedem Schatten. Es ist ein Merkmal der Vorfahren, jener 4 Schatten, die als grausame Experimente von dunklen Magiern entstanden und dessen Macht ein jeder an sich reissen will.
Sie waren geleitet von ihren Instinkten, grauenvoll und nach Blut dürstend.
Doch Sie erkannten ihren falschen Weg. Erkannten, dass die Gaben, die Sie besassen ein Fluch waren und beschlossen, sich ihren Familien zu widmen.
Doch der Instinkt rief weiterhin nach jenen und Sie starben an ihren Qualen, zum Schutze der Familien und zum Schutze des Gleichgewichts.
Doch die Nachfahren jener Vier tragen das schwarze Blut in sich, nur ein paar Tropfen, die ihnen zeigen, wer Sie sind.
Es ist vom Kodex her so geschworen, dass nie ein Schatten jenen Weg der Vorfahren nutzen würde und das schwarze Blut zum Kampfe missbrauchen.
Eben jenes tat Malachai.
Als die Feuersäule ihn umringte, nutzte er die Kraft des Schwarzen Blutes. Eine Kraft, die seinen Körper an sich nahm und durch die schwarzen Blutsvenen zu erkennen sind.
Jenes schwarze Blut musste er Kraft entziehen, bis es erloschen ist und er wieder seine menschliche Stärke trainieren kann.
Cyrion zweifelte an Malachais Aussage und er konnte dies gut nachvollziehen.
Vorallem, als Malachai ihm sagte, dass er stark war, dass er das schwarze Blut im schlimmsten Falle wieder einsetzen könne und nur die Tage, an welchen es erloschen ist und er wieder trainieren würde, die schwächsten wären, schnaubte Cyrion nur.
Ein Beweis, er müsse es beweisen. Malachai verstand die Sorge von Cyrion.
Keine Wachen, kein Schutz und auch Khazkal sinnt wohl nach Rache an die Akademie.
Ein gänzlich ungünstiger Zeitpunkt. Doch Cyrion hat einen Beweis verdient.
Vorsichtig legt Malachai seine Hand auf Cyrions Schulter, drückt nur leicht zu, doch Cyrions Augen weiten sich.
Soviel Kraft in einen solch zerbrechlichen Körper.
Doch als Malachai eben jene Kraft nutzt, erscheinen wieder die schwarzen Blutsvenen.
Er glaubte ihn nun, selbst wenn diese Erklärung nur weitere Fragen aufwarf.
Verständliche Fragen, doch es würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, um diese Anatomie des Schattens zu verstehen und diesen komplexen Vorgang betrachten zu können.
Es sollte reichen zu wissen, dass Malachai die Grenzen eines Schattens überwunden hat und auf dunklen Pfaden dadurch wandelte und das er sich besonnen hat, um das zu ändern.
Sie gingen hinaus, beide, ans Lagerfeuer.
Arsen erschien zwischendurch und bat beide dorthin.
Sie hätten neueste Erkenntnisse über Inara hiess es und wieder überkam ihn der Schmerz des Verlustes.
Konnten Sie es einfach nicht sein lassen?
Stetig predigten Sie ihm vor, er müsse überleben um den Willen seines Sohnes und nun verlangen Sie, dass er sich wieder an Hoffnungen klammern würde, eben jenen Hoffnungen, die soviel Unheil hervorgerufen hätten?
Verstehen Sie nicht, dass er sein Sohn nicht in einer Welt voller Hoffnungen erziehen will, mit quälenden Fragen und Gedanken über den Verbleib seiner Mutter?
Nein, er will ihn daraus halten. Er soll glauben, Sie sei tot und so abschliessen.
Sie traten ans Lagerfeuer und Malachai wusste schon, was ihn erwartete.
Eine Frau auf einem Hofe nahe Varuna.
Ja, er erinnert sich an den Bericht seines Schattens. Er hat auch diese Frau begutachtet und ist zu dem Entschluß gekommen, dass es nicht seine Inara sei.
Doch Arsen und Selina waren sich so sicher.
Sie kamen auf eine Kette zu sprechen.
Eine Kette?
Ungefähr jede Frau im Lande hatte Ketten.
Doch dies soll eine besondere sein.
Malachai ´s Gedanken machten einen Sprung. An einen fernen Ort.
Das Feuer knisterte im Kamin. Es war eine romantische Stimmung zu dunkler Stunde.
Er nahm ein kleines Kästchen hervor. Ihre Hände streiften die Seine, als Sie es entgegen nahm und es gespannt mit einen kleinen Lächeln öffnete.
Sie nahm die Kette entgegen, ihre Augen glänzten und Sie warf sich ihm in die Arme, küsste ihn leidenschaftlich, ehe Sie ihn bat, ihr die Kette anzulegen.
Sie sah so wunderschön aus, ihr Haar lag flach hinab, eine Strähne im Gesicht und die Augen funkelten im Lichtschein des Feuers.
Sie liebten sich beide und versprachen sich ein gemeinsames Leben.
Eben jenes Leben war lange vor ihren gemeinsamen Sohn.
Malachais Augen wurden leicht feucht, er hätte am liebsten Tränen vergossen, doch beherschte er sich und liess sich nichts anmerken.
Er ging nicht näher auf die Hoffnungen von Selina und Arsen drauf ein, nein, es war schon zu schmerzhaft jene Erinnerungen wiederkommen zu lassen und so nahm er seinen Sohn in den Arm und verliess die Runde am Lagerfeuer.
Er ging durch die Tür, seufzte einmal laut und schaute in die Augen seines Sohnes, welcher ihm eine Drachenstatue entgegen drückte.
Er lächelte, ja, er war glücklich der Kleine, Und eben jenes Glück soll nicht zerstört werden durch Unsicherheit.
Er würde ihnen gewähren weiter zu suchen, so hatten Sie etwas zu tun und würden sich hoffentlich weniger um ihn bemühen. Doch Hoffnungen würde er nicht in sich wecken lassen.
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Ein paar Minuten schon stand ich im Schlafsaal und beobachtet die beiden Es war merkwürdig Malachai nach dem Waffengriff greifen zu sehen, aber mein Erscheinen hat ihn wohl gehindert die Waffe zu ziehen. Ich wollte gerade wieder gehen, aber nun starrten mich beide an. Wie falsch man sich fühlen kann, wenn man einen Ort betritt, wo man eigentlich hingehört.
Beide starrten mich an, als ob sie mich noch nie gesehen hätten. Beide runzelten sie gleich die Stirn, es war unheimlich, wie sie mich angesehen haben.
Schnell nahm ich Malachai Marick ab und verschwand nach draußen.
Sollten sie sich doch die Köpfe einschlagen, denn die Spannung wischen den beiden war mehr als deutlich zu spüren.
Doch weit ging ich nicht mit dem Kleinen. Ich wollte im Fall des Falles schnell wieder nach oben können. Marick krabbelte vor mir im Gras und versuchte einen Käfer zu fangen. Wehmütig sah ich ihm zu, doch schnell wurde mein Blick von den Fenstern oben angezogen.
Marick gluckste neben mir im Gras und hatte die Statue eines Drachen entdeckt, die ich für ihn hatte.
Oben war es ruhig, unruhig vielleicht.
Max nahm ich kaum war, als er zu mir trat, doch gelang es mir meine Gedanken auf das Gespräch mit ihm zurichten. Aber in letzter Zeit viel es mir eh schwer mich auf etwas zu konzentrieren, ständig wichen meine Gedanken ab. Immer noch waren zu viele Fragen unbeantwortet und es schien keine Antwort zu geben, zumindest bekam ich keine.
Vielleicht sollte ich einfach mal mit Nachdruck fragen, doch wie bittet man jemanden um Antworten, der einem einfach nur Leid tut?
Ja Arsen hatte recht, so ungern ich es umgebe, aber ich bemutter ihn wohl wirklich. Aber Arsen brauch selten meine Hilfe und nun ist jemand da, der einfach jemanden brauch der da ist. Aber wie macht man das einem Sturkopf klar, vor allem meinem Sturkopf von Gatten. Ja sicher, ich möchte nicht, dass Malachai sich aufgibt, ich möchte ihn eigentlich so behalten wie er war, wie ich ihn kennen gelernt habe, aber er ist zu sehr verletzt worden, um nun schnell neue Hoffnung zu bekommen, zu tief sitzt sein Schmerz. Aber auch das kann ich Arsen nicht erklären, es ist einfach ein Gefühl, dass hier Geduld und Zeit mehr bewirken, als Druck und Zwang.
Ja sicher auch ich gehe forsch vor. Aber dennoch habe ich Geduld.
Noch zumindest. Wie lange kann ich nicht sagen.
Wieder werden meine Gedanken abgelenkt, Arsen hat die beiden nach draußen gejagt, immerhin gab es da noch etwas, dass wir besprechen wollten. Doch mir ist schon jetzt klar, wie das Gespräch ausgehen wird. Und es kam genauso, wie ich es erwartet hatte. Malachai stellte sich stur und begrub jede Hoffnung. Doch wir werden nicht aufgeben, sicher er ermutigt uns nicht gerade, aber selbst wenn er die Suche verbieten würde, wir würden weiter machen. Denn vielleicht bekomme ich dann meine Antworten. Erst mussten seine Wunden sich schließen, eh ich in ihn dringen kann um meine Antworten zu bekommen.
Auch Cyrion fand, es waren mehr als nur Zufälle, was wir da entdeckt hatten und er beschloss, sich die Frau selber anzusehen. Vielleicht hatte er dann im wahrsten Sinn des Wortes einen Geistesblitz. Oder sie.
Nun sitzen Arsen und ich wieder allein am Feuer, aber wir reden nicht. Wir wissen was wir denken und da bedarf es nicht mehr viele Worte. Er weiß, dass ich vor mich hingrübel. Für ihn sind nicht einmal halb so viele Fragen offen wie für mich, er weiß, was er ist und woher, aber ich?
Ich weiß es nicht.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Nachdenklich betrachtete er die Kette in seinen Fingern. Der Abend war gewiss nicht so gelaufen, wie er erhofft hatte. Diese Frau, Melora... Sie war weinend davon geritten. Er hatte sie verletzt - was nicht seine Absicht gewesen war. Verletzt mit einer möglichen Wahrheit, die ihre Welt wohl erschüttert hatte. Sie, eine mögliche Mutter, eine mögliche Ehefrau. Das was sie von ihrer Vergangenheit wusste, unter Umständen nichts als Lüge.
Er hatte sie zu sehr bedrängt. Zu viele Fragen gestellt, die sie nicht zu beantworten wusste. Sie, die ihrem Leben vielleicht zufrieden war, vielleicht nie daran gedacht hatte, zu zweifeln. Nie in Erwägung gezogen hatte, zu erforschen, wer sie war.
"Manche wollen nicht gefunden werden...."
Das hatte Leah gesagt. Sie hatte recht. Und doch... Zweifel nagten an ihm. Er hatte gewiss die falschen Worte genutzt... Er selbst wollte seine Vergangenheit kennen - gewiss, es gab Dinge, an die er sich nicht erinnern wollte. Den Tod von geliebten Menschen - und doch... Er wollte sich an sie erinnern. An die glücklichen Momente in seinen Leben. Wo vor fürchtete sie sich? Vor dem schwarzgekleideten Mann in ihren Träumen? Es konnte sich dabei um Malachai handeln... Davor, das ihr Leben sich grundsätzlich änderte, wo sie gerade vielleicht Frieden auf ihrer Pferdezucht gefunden hatte? Davor, das ein fremder Mann sie für sich beanspruchte und ihr ein Kind vor die Nase hielt, an welches sie sich nicht erinnerte? Vielleicht war ihr schon mal durch den Kopf gegangen, das sie herzlich wenig über sich wusste... Furcht hatte, das sie ein schlechter Mensch gewesen sei - er selbst hatte mit diesen Gedanken gekämpft - bis er aus verschiedenen Quellen erfuhr, das dem nicht so war.
Die Kettenglieder glieten durch seine Finger, während er sie betrachtete. Was sollte er tun? Alles weitere Malachai überlassen? Er war sich nicht sicher. Es störte ihn, das diese Frau so schlecht von Malachai dachte. Wenn sie tatsächlich Inara war - was hatte er dann angerichtet? Malachais Chancen, sie wieder in die Arme zu schliessen, zunichte gemacht? Nur weil er, Cyrion, nicht damit zurecht kam, das ein Mensch, der sein Gedächtnis verlor, sich so sehr vor der Vergangenheit fürchtete? Was hätte er - Cyrion - gemacht, hätte er nicht das Glück gehabt, recht früh auf jemanden zu treffen, der ihn erkannte? Sich ein neues Leben aufgebaut - und dann? Wäre er ebenso entsetzt gewesen? Hätte er eine Frau gehabt, die ihren Ehegatten glücklich in die Arme schloss - um fest zu stellen, das er sie mit hilfloser Verwirrung, vielleicht mildem Entsetzen anstarrte?
Er hätte vielleicht Leah alles erklären sollen und ihr dann überlassen, mit ihr zu sprechen - von Frau zu Frau. Doch es gab soviel, das er nicht erzählen durfte! Malachai der Schattenlord, mit seltsamen Gaben ausgestattet - das Kind ebenfalls mit diesen Gaben versehen. Was würde sie tun, wenn ihr Sohn sich plötzlich in Luft auflöst? In Panik geraten...!
Tief einatmend rieb er sich mit der Hand, die die Kette hielt, über die Stirn. Er hatte es vermasselt - so sein Empfinden. Er konnte sich nur bei Malachai und später vielleicht bei Melora entschuldigen. Die Kette ein letztes Mal ansehend, steckte er sie ein und stiess sich von dem Pfeiler ab, welcher das Dach stützte. Er konnte hier vorerst nichts mehr tun, ausser Malachai die Kette zukommen lassen. Nachdenklich stieg er die Leiter hinab und während er sich in den Garten begab, trieben seine Gedanken gen Leah. Erfreulicher, über sie nach zu denken!
Sie war hin und her gerissen gewesen - bleiben und weitere Zeit mit Cyrion verbringen oder nach Hause reiten. Der Abend brach herein und Cyr selbst wollte sie auch nicht gehen lassen, doch war der Weg nach Varuna weit und nicht ungefährlich. Er hatte ihr angeboten, jederzeit im Gästezimmer seines Hauses zu übernachten - doch... ihm war klar, das dies an sich auch nicht ganz ungefährlich war. Wie gern hätte er sie schlafend gesehen... wie leicht wäre es gewesen, durch jenes Fenster zu klettern und sie zu betrachten. Wie verführerisch allein der Gedanke!
Nein, es war gut, das sie gegangen war. Gut, das er sie fortgeschickt hatte - war ihm nach jenem Kuss auf ihrer Fingerspitzen klar geworden, das es nicht dabei bleiben würde. Ihr süsser Duft war ihm in die Nase gestiegen... Hatte Vorstellungen in ihm geweckt, die alles andere als unschuldig waren.
Nun - er hatte immerhin ihre Zusicherung bekommen, mit ihm Schreine zu besuchen, wenn er denn diese fand. Eine kleine Freude für sie wie für ihn - auch wenn ihn Schreine nicht übermässig interessierten. Sie war um so vieles interessanter.
"Götter, diese Frau wäre längst die meine, wäre sie nicht so scheu!" Seine Faust sties locker gegen den Baum und er liess sich an diesem herabgleiten, den Blick zum Himmel gerichtet. Süsse Qual... und doch, was immer er tun wollte, was immer ihm in den Sinn kam, wenn er sie sah, es würde sie vermutlich zu Tode erschrecken. Er fühlte sich hilflos, wusste nicht genau, wie auf sie zugehen. Wurde tatsächlich schüchtern! Schüchtern - er! Und doch - das einzige, was er tun konnte, war ungemein vorsichtig um sie werben.
Und was, wenn er sich irrte? Sich Fesseln anlegte, die gar nicht nötig waren? Wie würde sie reagieren, wenn er sie zur Begrüssung auf die Stirn küsste? Im Laufe eines Abends mit einem leidenschaftlichen Kuss bedachte? Sie an sich zog, sein Gesicht an ihren Hals vergrabend, tief ihren süssen Duft einatmete und dieser herrlich weichen Hals küsste.
>Eine Salzsäule in meinen Armen halten, bis sie aufwacht und mir eine knallt...< Oder sie würde einfach in Ohnmacht fallen - sie war es ja beinahe schon bei dem zarten Kuss, den er mit ihr geteilt hatte. >Verdammt...< Die Frau war einfach hinreissend, was immer sie tat - doch ihre Schüchternheit brachte ihn um!
>Immer hübsch langsam mit den jungen Pferden... Gut Ding braucht Weile.< Er würde sich bezwingen... und ihr Zeit geben, sich an ihn zu gewöhnen. Doch fragte er sich, wie lange er wohl brauchen würde, bis er morgens neben ihr im Bett aufwachen würde. >Dies Ding verspricht verdammt gut zu werden...< Denn er würde gewiss laaaange brauchen, bevor dieser ferne Traum wahr wurde. Er atmete tief ein und schloss die Augen. Mit einem kleinen Lächeln gestattete er sich, in der friedvollen Eintracht seines Gartens, von ihr zu träumen, während die Sonnenstrahlen wärmend über seine Gestalt tanzten.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Die Beine schmerzten, Sie schrien förmlich nach Erlösung.
Er schaute aus dem Fenster, doch seine Augen spannten sich an, fokusierten etwas anderes: Sein Spiegelbild.
Vom Lichte der Kerze angehellt, er sah schrecklich aus.
Langsam glitten seine Finger über die Wangen, dabei jeden einzelnen Bartstoppel berührend.
Sein Gesicht war dünn, ausgemerzt von den Strapazen der Zeit, die ihm keine Ruhe liessen.
Er umgriff sein Handgelenk, sein Daumen berührte ohne Probleme seinen Zeigefinger und auch der Gürtel wurde enger geschnürrt.
Er hob sein Hemd hob und schloss die Augen.
Er konzentrierte sich, stark, es kostete ihm Kraft.
Dann brach er leicht zusammen.
Schnell der Blick auf seinen Bauch.
Blutsvenen, rote...nur eine kleine Stelle war schwarz. Das Erbblut.
Es war vorbei.
Er schwächte sich, solange quälte er seinen Körper, bis eben jener die andere Seite besiegte.
Er lächelte leicht, dann erhebte er sich und wandte sich vom Fenster ab.
Dort stand der Teller, jenes Essen, was Cyrion dennoch Tag für Tag ihn frisch hinstellte, in der Hoffnung, er würde es nun essen.
Nun war es soweit.
Er griff nach dem Fisch.
Der Duft stieg ihm schon so lange in der Nase, rief nach ihm, flüsterte ihm vertraut zu, ihn zu packen, ihn in den Mund zu stecken, abbeissen und geniessen.
Er verzichtete auf Besteck.
Nahm eine große Portion und steckte Sie in den Mund.
Welch Gabe, welch wohlwollendes Gefühl.
Selbst wenn Cyrion sein Gedächtnis verloren hatte, seine Kochkünste hatte er nicht verlernt und so genoss er das erste, richtige Essen seit Tagen.
Er hörte etwas quängeln, trat näher an sein Bett und nahm seinen Sohn in den Arm.
Er verzog leicht das Gesicht, drückte seine kleinen Händchen in seine Augen und rieb daran.
Er bekam die ersten Zähne, das spürte Malachai und dem kleinen Marick war dies nicht ganz geheuer.
Dann deckte er ihn in Tücher ein und trat an den Tisch.
Er wollte wieder eine Handvoll nehmen, doch nahm er nun die Gabel.
Schliesslich wolle man kein schlechtes Vorbild für den eigenen Sohn sein.
So genoss er zu tieftster Stunde jenes Mahl mit seinen Sohne, fern ab der Schmerzen, die er durchlitt, ehe er am Ende sein Kind wieder ins Bett trug und ihn zu deckte.
"Nun schlaf, kleiner Marick. Ab Morgen wird wieder Trainiert.....ab Morgen beginnt unser neues Leben und es wird hart. Es gibt viel zu tun, vieles zu klären und die Zeit des Friedens ist noch fern."
Er gab ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn, ehe er sich fort begab, hinaus, in die Dunkelheit, mit seinen Schwertern.
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Selina Talmar
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Selina Talmar »

Leise hatte sie in der Tür gestanden und ihm zugesehen. Kein Laut kam von ihr und er schien anderes als das Essen wahr zu nehmen außer seinen Sohn.
Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, welches sich auch auf ihre Augen ausweitete.
Sie sah zu wie er seinen Sohn zu Bett brachte und wie er seine Schwerter nahm.
Als er hinausging folgte sie ihm weiter auf leisen Sohlen, doch sie hatte Mühe ihn in der Dunkelheit nicht zu verlieren, doch konnte sie mit einigen unterdrückten Verwünschungen auf den Lippen folgen und ihn weiter beobachten. Wie es aussah stand ihr eine lange Nacht bevor. Doch sie war es gewohnt mittlerweile und ihre Augen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt. Sie gestand sich selber ein, dass sie ihn mehr bewachte und sie sich sorgen um ihn machte, anstatt das sie die Neugierde dazu trieb. Ihre Hand lag griffbereit um ihren Dolch an der Tailie. Nun da sie sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, folgte sie ihm leichter. Wachsam glitt ihr Blick umher, möglichst jeden Laut vermeidend, was nicht immer möglich war. Hin und wieder knackte leise ein Ast unter ihren Füßen.
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Arsen Talmar
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Arsen Talmar »

Eine Gestalt huscht durch die Nacht, scheint mit dem Schatten der Bäume zu zerfließen, das Mondlicht zu meiden welches versuchte die Dunkelheit zu erhellen. Blätter die kaum rascheln, Moos das sich ebenso schnell wieder aufrichtet nach dem der vorwärts eilende Fuß es zusammen gedrückt hat. Kein noch so kleiner Ast wird zerbrochen vom wandernden Schemen nur, als wäre er nur ein Nebel, eine Illusion angestrengter Augen, ein Fantasiegebilde, welches den beiden Menschen folgt die durch die Nacht streifen. Wohin die beiden auch ihren Fuß setzen, das ungreifbare Wesen folgt, unerkannt, unbemerkt. Was ist sein Antrieb weit ab der Wege jenen zu folgen die durch die Nacht wandern? Neugier, Wachsamkeit, Sorge? Oder doch nur Gier, Habsucht oder gar Mordlust? Wird die Zeit es enthüllen und vielleicht mit Blut zu Tage bringen oder werden nur wachsame, neugierige Augen das Dunkel durchdringen und beobachten? Die Nachtkinder werden ihr Lied davon singen.. zu gegebener Zeit…
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