Wieder einmal sattelte Vandalore Regentropfen, um sich mit ihr auf den Weg nach Lameriast zu Llynya zu machen, um endlich seine Wettschulden einzulösen. Nur weil er es nicht geschafft hatte, Llynya eher zu besuchen weil er mit den Gedanken sonstwo war, "durfte" er jetzt eine ganze lange Woche Llynya auf ihrem Hof bei der Arbeit helfen...
Heute sollte der erste Tag sein.
Eine lange Woche mochte das werden. Allerdings fand er es jetzt nicht gar so schlimm, wie er vor Llynya immer getan hatte. Sicherlich – auf dem elterlichen Hof in Hetzenfeld war er der Hofarbeit so gut wie möglich aus dem Weg gegangen und dafür lieber im Wald und auf der Jagd verschwunden. Doch eine Woche Arbeit würde schon schnell rumgehen – vor allem, wenn er an die Person dachte, die ihm dabei Gesellschaft leisten würde...
In Bajard angekommen, führte er Tröpfchen am Zügel langsam auf das Schiff, um sich übersetzen zu lassen. Während der Überfahrt dachte er nochmals an den gestrigen Abend, an dem sie alles besprochen hatten, wie er seine Schuld abarbeiten konnte. Erst saßen sie bei einem leckeren Backfisch beisammen und sprachen über seinen Erfolg beim Turnier und was ihn dazu gebracht hatte, sein Glück mit dem Bogen zu versuchen. Auch wenn Llynya vielleicht nicht ganz so damit einverstanden war. "Zwar finde ich es bedauernswert, dass man sein Leben lieber mit dem Töten als mit dem Wachsen verbringen möchte, aber ich schätze es, wenn Menschen zumindest einen Entschluss getroffen haben." meinte sie dazu. Sie war halt eher der Typ, der sogar einen verletzen Wolf mit Namen Halao wieder gesund pflegt und ihn dann wieder zurück in den Wald bringt. Das hatte sie ihm erzählt. Dabei musste er immer noch schmunzeln...
Als es dann an die Frage ging, wie die Einlösung der Wettschuld nun gemacht werden sollte, wollte sie das Ganze schon sein lassen.
"Wisst Ihr was? Lassen wir es einfach gut sein. Ich glaube ich bin kein besonders guter Schuldeintreiber und möchte Euch mit jener albernen Wette nicht bestrafen." Nur, weil er mal wieder sein Gesicht verzogen hatte. Doch da kannte sie Van aber schlecht. Nicht umsonst hatte er Sand gebuddelt um in Form zu kommen!
"Nein nein - so war das nicht gemeint. Das war nur ein... Reflex. Spielschulden sind Ehrenschulden! Und außerdem habe ich extra ein wenig trainiert, damit das auf dem Feld dann auch klappen wird!" Stolz hatte er seine Muskeln präsentiert. "Alles Muskeln, die auf Feldarbeit warten!" Das hatte sie wieder umgestimmt, so daß sie sich auch ein Lachen nicht verkneifen konnte.
In Lameriast angekommen, führte er dann langsam Regentropfen über den Steg an Land, um nun noch die letzten Meter zurückzulegen. So wie jetzt würde es also die nächsten sieben Tage gehen. Morgens die Tiere am Haus füttern, dann auf nach Lameriast, schuften – um dann abends wieder zurückzufahren. Er hätte auch auf dem Hof schlafen können – das Angebot hatte Llynya ihm gemacht. Doch er hatte niemanden, der für ihn auf die Tiere am Haus hätte aufpassen können, deswegen entschloss er sich, hin und her zu pendeln.
Nun kam langsam das Hoftor auf ihn zu.... wohlan denn. Dann würde er sich jetzt daran machen, seine Schulden zu begleichen. Und er war sicher, es würde ihm sicherlich mit ihr viel Freude machen...
Wettschulden sind Ehrenschulden – Frohndienste
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Vandalore
Jetzt hatte er es bald geschafft.
Nur noch einmal – dann wäre seine Woche Frohndienst herum.
Diese Woche war schneller vergangen, als er gedacht hatte. Van war sich jetzt noch nicht darüber im Klaren, ob er sich darüber freuen sollte – oder nicht...
Oh – in die Farmarbeit hatte er sich relativ rasch wieder eingefunden. Llynya musste ihm nur kurz auf die Sprünge helfen, wie man Kräuter, Flachs und Baumwolle am besten erntete. Aber am dritten Tag konnte er schon die ganze Arbeit alleine bewältigen. Womit Van aber nicht gerechnet hatte, das war... Muskelkater! Wohl hatte das Sandschaufeln doch nicht so viel gebracht, wie Van es sich gedacht hatte. Nach drei Tagen tat ihm sein ganzer Körper weh. Muskeln, an die er schon lange nicht mehr gedacht hatte, meldeten sich erfolgreich zu Wort und sagten ihm mit einem ziehenden Schmerz, das auch sie noch vorhanden waren.
Van saß wieder oben auf seiner Düne und blickte aufs Meer hinaus. Er musste sich bald auf den Weg machen. Llynya wartete sicher schon auf ihn.
Oh – sie hatten sich gut verstanden. Irgendwie tat es Van leid, das er jetzt keinen offiziellen Grund mehr hatte, um den weiten Weg nach Lameriast auf sich zu nehmen, nur um Llynya zu sehen. Und auch einige andere Leute hatte er dort gesehen. Am zweiten Tag hatten ein paar Menekaner bei ihr Flachs und einen Mustang gekauft.
Auch war Vandalore doch nicht jeden Abend nach Hause geritten, wie er es ursprünglich vor hatte. Er hatte sich mit Llynya so lange an einem schönen Stückchen Erde auf Lameriast unterhalten, zwischen Wald und Meer, das er in dieser ersten Nacht doch lieber auf dem Hof übernachtet hatte. Nicht ohne, das sie ihn noch ein wenig vorher geneckt hätte.
"Wenn du willst, darfst du sehr gerne hier schlafen..." meinte sie, als sie wieder das Haus betraten, dabei auf das Bett bei der Mühle deutend. "Aber nur, wenn es dir wirklich nichts ausmacht..." meinte er darauf. "Nein, ganz und gar nicht. Außer du wanderst die halbe Nacht herum und schreist in deinen Träumen." fügte sie amüsiert hinzu. Also blieb er dort. Die ganze Nacht – und er wanderte nicht herum und schrie auch nicht in seinen Träumen.
Am nächsten Tag ritt er morgens zu seinem Haus, die Tiere dort fütternd, um sich später dann wieder auf den Weg zu Llynyas Hof zu machen. Dies machte er auch an ein paar anderen Nächten – in der Mühlkammer zu schlafen. In manchen Nächten ruhte er sich aber auch in seinem Pflegehaus von der Arbeit aus. Besonders machte ihm sein Kreuz zu schaffen. Wie konnte man das nur aushalten – den ganzen Tag in dieser gebückten Haltung die Kräuter zupfen... dafür musste er sie echt bewundern. Van wusste schon, weshalb aus ihm kein Bauer geworden war.
Aber jetzt war es wirklich Zeit. Sicherlich wartete sie schon auf ihn.
Rasch ging er zurück zum Haus, um sich auf den Weg zu machen. Unterwegs konnte er sich ja überlegen, welchen Grund er finden konnte, um weiterhin zu ihr zu gehen...
Nur noch einmal – dann wäre seine Woche Frohndienst herum.
Diese Woche war schneller vergangen, als er gedacht hatte. Van war sich jetzt noch nicht darüber im Klaren, ob er sich darüber freuen sollte – oder nicht...
Oh – in die Farmarbeit hatte er sich relativ rasch wieder eingefunden. Llynya musste ihm nur kurz auf die Sprünge helfen, wie man Kräuter, Flachs und Baumwolle am besten erntete. Aber am dritten Tag konnte er schon die ganze Arbeit alleine bewältigen. Womit Van aber nicht gerechnet hatte, das war... Muskelkater! Wohl hatte das Sandschaufeln doch nicht so viel gebracht, wie Van es sich gedacht hatte. Nach drei Tagen tat ihm sein ganzer Körper weh. Muskeln, an die er schon lange nicht mehr gedacht hatte, meldeten sich erfolgreich zu Wort und sagten ihm mit einem ziehenden Schmerz, das auch sie noch vorhanden waren.
Van saß wieder oben auf seiner Düne und blickte aufs Meer hinaus. Er musste sich bald auf den Weg machen. Llynya wartete sicher schon auf ihn.
Oh – sie hatten sich gut verstanden. Irgendwie tat es Van leid, das er jetzt keinen offiziellen Grund mehr hatte, um den weiten Weg nach Lameriast auf sich zu nehmen, nur um Llynya zu sehen. Und auch einige andere Leute hatte er dort gesehen. Am zweiten Tag hatten ein paar Menekaner bei ihr Flachs und einen Mustang gekauft.
Auch war Vandalore doch nicht jeden Abend nach Hause geritten, wie er es ursprünglich vor hatte. Er hatte sich mit Llynya so lange an einem schönen Stückchen Erde auf Lameriast unterhalten, zwischen Wald und Meer, das er in dieser ersten Nacht doch lieber auf dem Hof übernachtet hatte. Nicht ohne, das sie ihn noch ein wenig vorher geneckt hätte.
"Wenn du willst, darfst du sehr gerne hier schlafen..." meinte sie, als sie wieder das Haus betraten, dabei auf das Bett bei der Mühle deutend. "Aber nur, wenn es dir wirklich nichts ausmacht..." meinte er darauf. "Nein, ganz und gar nicht. Außer du wanderst die halbe Nacht herum und schreist in deinen Träumen." fügte sie amüsiert hinzu. Also blieb er dort. Die ganze Nacht – und er wanderte nicht herum und schrie auch nicht in seinen Träumen.
Am nächsten Tag ritt er morgens zu seinem Haus, die Tiere dort fütternd, um sich später dann wieder auf den Weg zu Llynyas Hof zu machen. Dies machte er auch an ein paar anderen Nächten – in der Mühlkammer zu schlafen. In manchen Nächten ruhte er sich aber auch in seinem Pflegehaus von der Arbeit aus. Besonders machte ihm sein Kreuz zu schaffen. Wie konnte man das nur aushalten – den ganzen Tag in dieser gebückten Haltung die Kräuter zupfen... dafür musste er sie echt bewundern. Van wusste schon, weshalb aus ihm kein Bauer geworden war.
Aber jetzt war es wirklich Zeit. Sicherlich wartete sie schon auf ihn.
Rasch ging er zurück zum Haus, um sich auf den Weg zu machen. Unterwegs konnte er sich ja überlegen, welchen Grund er finden konnte, um weiterhin zu ihr zu gehen...
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Vandalore
Van war mal wieder auf dem Weg nach Lameriast. Gestern hatte er den letzten Tag seines Dienstes bei Llynya abgeleistet – und jetzt musste er ihr nur noch ihren Schlüssel zurückgeben. Gestern hatte dies nicht mehr geklappt, da sie – als er mit der Arbeit fertig war – noch mit ihrer Freundin Xanthia unterwegs war. Deswegen war er nun noch mal auf dem Weg zu ihr.
Er war noch mitten im Wald westlich von Varuna, als er am Ende einer kleinen Schneise im Wald ein Feld mit ein paar wunderschönen Blumen erblickte, die ihn geradezu danach riefen, mitgenommen zu werden. Vor allem, da Llynya noch nie Blumen geschenkt bekommen hatte. Das würde sie sicherlich freuen...
Er war gerade vom Pferd gestiegen und zwei Schritte vom Weg weg auf die Blumen zugegangen, als plötzlich aus dem Wald zu seiner Seite eine Horde Wildschweine brach und vor und über die Blumen hinwegstürmte. Ganz ruhig blieb Van stehen, um die Horde nicht auf sich aufmerksam zu machen oder sie gar zu verschrecken. Als letztes Tier der Horde kam ein riesiger Eber hinterhergelaufen, mit Hauern so gross wie Unterarme. Gemächlich passierte er vor Van hinter der Herde her das freie Waldstück - um dann nach der Herde wieder auf der anderen Seite der Schneise im Wald zu verschwinden.
Laut klopfte Vans Herz. Das war knapp gewesen. Vorsichtig ging er, nach einer kurzen Wartezeit, wieder dorthin, wo er eben noch die Blumen gesehen hatte. Leider hatte nur noch zwei-drei Blüten den Sturm der Horde überstanden. Der Rest war platt an den Boden gepresst und zertreten und -stampft worden.
Vorsichtig pflückte er diese letzten Blümchen ab, um sie dann genauso vorsichtig nach Lameriast zu bringen. Wenn es schon kein grosser Blumenstrauß wäre zum Überreichen - über einen kleinen Strauß würde sich Llynya sicherlich genauso freuen.
Er war noch mitten im Wald westlich von Varuna, als er am Ende einer kleinen Schneise im Wald ein Feld mit ein paar wunderschönen Blumen erblickte, die ihn geradezu danach riefen, mitgenommen zu werden. Vor allem, da Llynya noch nie Blumen geschenkt bekommen hatte. Das würde sie sicherlich freuen...
Er war gerade vom Pferd gestiegen und zwei Schritte vom Weg weg auf die Blumen zugegangen, als plötzlich aus dem Wald zu seiner Seite eine Horde Wildschweine brach und vor und über die Blumen hinwegstürmte. Ganz ruhig blieb Van stehen, um die Horde nicht auf sich aufmerksam zu machen oder sie gar zu verschrecken. Als letztes Tier der Horde kam ein riesiger Eber hinterhergelaufen, mit Hauern so gross wie Unterarme. Gemächlich passierte er vor Van hinter der Herde her das freie Waldstück - um dann nach der Herde wieder auf der anderen Seite der Schneise im Wald zu verschwinden.
Laut klopfte Vans Herz. Das war knapp gewesen. Vorsichtig ging er, nach einer kurzen Wartezeit, wieder dorthin, wo er eben noch die Blumen gesehen hatte. Leider hatte nur noch zwei-drei Blüten den Sturm der Horde überstanden. Der Rest war platt an den Boden gepresst und zertreten und -stampft worden.
Vorsichtig pflückte er diese letzten Blümchen ab, um sie dann genauso vorsichtig nach Lameriast zu bringen. Wenn es schon kein grosser Blumenstrauß wäre zum Überreichen - über einen kleinen Strauß würde sich Llynya sicherlich genauso freuen.