Des Nachts in Varuna

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Der Erzähler

Des Nachts in Varuna

Beitrag von Der Erzähler »

Schon vor einigen Stunden war die Nacht über Varuna hereingebrochen. Ruhig lagen die Straßen und Plätze der Stadt im Licht des Halbmonds da, einzig die gleichmäßigen Schritte der Gardisten und das gelegentliche Miauen einer Straßenkatze durchbrachen die Stille. Hinter den Fenstern der Häuser brannte kaum noch ein Licht – die meisten ehrbaren Bürger lagen wohl schon lange in ihren Betten.

Eine Nacht wie jede andere also. Nach einem letzten, zufriedenen Blick die Straße entlang wandte sich Alfaran Eibenbruch, seines Zeichens Verwalter des Konvents des Phönix, um und betrat wenig später die Akademie. Ab und an musste man sich einfach die Beine vertreten – und wann konnte man das besser tun als in einer ruhigen, friedlichen Sommernacht? Mit einem leisen Gähnen ließ er sich wieder hinter seinem Schreibtisch nieder. Nur noch diesen einen Brief und dann würde es auch für ihn Zeit sein, schlafen zu gehen. Alfaran tunkte die Federspitze ins Tintenfass, setzte sie auf dem Pergament auf und ... zuckte im nächsten Augenblick erschrocken zusammen. Der Boden unter seinen Füßen bebte, zuerst leicht, bald merklich stärker. Was bei Temora ging da nur vor? Ein Erdbeben? Trotz seines – in den Augen mancher übermütiger Novizen – fortgeschrittenen Alters sprang der Magier behende auf die Füße, getrieben von einem unbestimmbaren Gefühl kommenden Unheils. Nein, ein normales Erdbeben war das nicht. Er musste schnell...

Im nächsten Augenblick zerstörte ein ohrenbetäubender Knall aus Richtung der Akademie die Ruhe der Stadt. Den ersten, aufgeschreckten Gardisten die den Ort des Geschehens erreichten offenbarte sich ein Bild, dass sie so schnell nicht vergessen sollten: Das Gebäude des Konvents des Phönix stand in hellen Flammen. Feuerzungen leckten aus den Fensteröffnungen, schwerer schwarzer Rauch quoll gen Himmel und immer noch schien die Erde leicht zu beben. Rasend schnell breitete sich das Feuer aus, drohte bald schon auf die angrenzenden Häuser über zu greifen – allein dem schnellen Eingreifen des Regiments und mutigen Bürgern war es zu verdanken, dass – abgesehen vom Konventsgebäude – keine größeren Schäden entstanden. Dieses jedoch war nicht mehr zu retten. Noch viele, viele Stunden tobte der Brand, und legte dabei eine kaum gekannte Heftigkeit an den Tag. Erschöpfte Helfer wurden durch frische Kräfte abgelöst, auch einige Magier mochten helfen. Alfaran Eibenbruch sah man bei den Löscharbeiten jedoch nicht...
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Samstag 9. August 2008, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Fassungslos sah er auf die Ruine des ehemals großem Gebäude.
Man konnte froh sein das das Feuer hatte eingedämmt werden können.
Er mochte sich gar nicht vorstellen was passiert wäre wenn es übergegriffen hätte.
Soviel Brennbares standt hier herum, nach der Sommerlichen Hitze, wäre Varuna schnell verloren gewesen.
Sichtlich froh konnte man darüber sein das man nach dem letzten Brand dazu gelernt hatte, und überall Löscheimer standen und auch an die letzte Löschübung konnte er sich noch gut erinnern. Adrian Greif wurde damals geprüft dadurch... Heute war er ein fester Bestandteil des Hauses von Elbenau.

Rafael selber war durch den Krach geweckt worden und zur Unglücksstelle geeilt.
Als er dort ankam, liefen die Löscharbeiten bereits auf vollen Touren und es bedurfte wirklich keiner weiteren Befehle.
Jeder schien zu wissen was zu tun sei, und so reihte er sich nur ein in die Schlangen der Wasserträger.
Half die Eimer weiter vor zu tragen, zu löschen und somit das Feuer ein zu dämmen.
Die Ursache des Brandes ... darüber machte er sich jetzt keine Gedanken. Das wäre nur eine Basis aus Spekulationen, und würde von den Gelehrten geklärt werden müssen.

Er selber konnte jetzt nur hoffen das keine Menschen zu schaden gekommen waren.
Denn Mauern... konnte man ersetzen.
Ana von Weylenstein

Beitrag von Ana von Weylenstein »

Sie hatte sich gerade ins Bett gelegt und die Augen geschlossen, um den Schmerz, Silvan zu verabschieden, zumindest heute Nacht noch von ihr fernhalten zu können. Schlafen konnte sie irgendwie trotzdem nicht, erst nach etwa ein oder zwei Stunden war sie nahezu dabei einzuschlafen, als der ohrenbetäubende Knall sie aus dem Laken riss. Die langen Haare hingen in wilden Strähnen an ihr herab und sie eilte zum Fenster. Ihr erster Gedanke ging zu Silvan. War ihm etwas passiert? Nein, vermutlich war er längst auf seiner Reise. Sie zog sich den langen Morgenmantel über und eilte zu ihrem Fenster. Der Horizont färbte sich, etwa dort, wo der Konvent stand. Man konnte erkennen, wie sich das Feuer dort ausbreitete und umso schneller vernahm man die Wachen, die mit deutlichen Befehlen durch die Straßen rannten. Ana ordnete ihr Haar, band es zusammen, zog sich etwas über und rannte die Straßen so schnell es ging entlang.

Was sich dann vor ihren Augen darbot, konnte sie nicht fassen. Sie hatte den Konvent nie von innen gesehen, aber sie wusste, dass es sich bei dem Gebäude um den Konvent handelte. Marlan hatte ihr jenen damals an ihrem ersten Tag in der Stadt gezeigt. "Milady, ihr solltet nachts nicht auf der Straße sein!" sprach sie ein Gardist, welcher die anderen wohl zurechtweisen sollte, beiläufig, doch eindringlich zu ihr. Sie nickte langsam, von dem Schauspiel vor sich gefesselt und stolperte ein paar Schritte zurück. Es war von Glück zu sprechen, dass die umliegenden Häuser nicht auch Feuer gefasst hatten und so schlich sie sich zurück nach Hause. Aber schlafen? Schlafen konnte sie noch nicht ...
Jasmin Duran

Beitrag von Jasmin Duran »

Sie ward wie fast jede Nacht wach. Sie saß auf dem noch nackten Boden ihrer neuen Existenz in Varuna. War sie nun Nachbarin derer von Dragenfurt. Der Knall rüttelte sie doch aus den Gedanken und es dauerte keine Minute bis sie auf der Straße stand mit gesamter Kleidung und sich den Weg bahnte auf den langen Weg der Villen. Die Flammen spiegelten sich wie auch der Rauch in ihren eisblauen Augen wider. Sie bewahrte jedoch die Ruhe. Vielleicht würden sich ihre Probleme mit Silvan und den Dragenfurts in Rauch auflösen, wortwörtlich. Nur nach außen hin zeigte sich keine Regung.

Sie wandte sich wieder zum Haus, aber ging an ihm vorüber und suchte den Weg aus der Stadt. Die Nacht war wie immer, nur der Brand. Sie dachte zurück an ihre Zeit zu Hause und die Vernichtung ihrer Heimat 244. Doch genau dort sollte bald wieder die Stadt von einst stehen und die Bürger wieder einkehren können. Die Aufbauarbeiten gingen voran, daran zweifelte sie nie.
Nur eines wurde ihr gewahr. Die Feinde wohnten nicht neben ihr, die Feinde hatten ihre Grenze an die von Hohenfels gezogen.
Constance von Dragenfurt

Beitrag von Constance von Dragenfurt »

Tief war ihr Schlaf in dieser Nacht gewesen, als sie durch den lauten Knall aus jenem gerissen wurde. Ihr Herz klopfte stark unter der Erschütterung die jener hervorgerufen hatte. Als sie am Fenster stand traute sie ihren Augen nicht was sie sah, Flammen. Inmitten der Stadt Varuna .. hier im Viertel .. nicht weit von ihrem Heim.
Schnell zog sich sie ein einfaches Kleid und huschte aus dem Haus um genauer nachzusehen. Auch wenn die Wachen auf der Straße sie sicher zurückzuhalten versuchten, machte sie keinen Ansatz zurück. Sie wollte es genauer wissen wo jene Flammen das Unheil brachten.
Durch die Menschenmenge sich kämpfend stand sie dann vor dem Gebäude was einst all ihre Studien barg. Welches ihre Zukunft bedeutet hatte.
Und was nun ?
Fassungslos stand sie da und starrte nur noch auf das Haus was einst die Akademie war.
Als sie endlich eine etwas klareren Gedanken fassen konnte, reihte sie sich einfach in die Schlange der Wasserreichenden hinein.
In jenem Moment war es ihr einfach egal, was die anderen dachten, das sie eine Adelige. Es war egal, dies Feuer musste gelöscht werden, bevor es die Möglichkeit bekam überzugreifen.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Einige Tage später:

Ein schmächtiger, abgehetzt wirkender Halbwüchsiger erreicht das Gelände der Academia Arcana. Mehrfach rüttelt er am Tor – nur um festzustellen, dass jenes fest verschlossen ist und nicht einmal ansatzweise seinen Bemühungen nachgeben wird. Schulterzuckend lässt sich der Junge im Gras direkt vor dem Tor nieder, beide Beine weit von sich gestreckt. Lange warten muss er nicht: Weniger als eine halbe Stunde wird vergangen sein, als ein Mann schnellen Schrittes näher kommt, einen Schlüssel bereits in der rechten Hand haltend. Dicht vor dem Jungen stoppt er und bedenkt ihn zunächst mit einem skeptischen Blick. „Guten Tag.. Wartest du auf jemanden?“ „Ich habe einen Brief an die Arco... Arcov...“ „ Arcovenefica Lypsan?“ hilft der Mann nach, ein amüsiertes Schmunzeln auf den Lippen. „Ja, genau! Könntet Ihr ihr den Brief aushändigen, Herr?“ „Gewiss...sofern du dann nicht mehr vor unserem Tor herumlungerst“ erfolgt die Antwort mit einem sachten Grinsen. „Natürlich, Herr!“ kaum ausgesprochen, springt der Junge auch schon auf die Füße, überreicht dem Mann das Schreiben und wendet sich nach einem unbeholfenen Kopfneigen ab. Der Mann seinerseits schließt nun endlich das Tor auf und verschwindet wenig später im Inneren der Akademie. Der Brief an die Arcovenefica wird bei Nelrim für jene hinterlegt.
Empfängt sie das Schreiben später und bricht das Siegel, so werden sich ihr folgende Zeilen enthüllen:

Ich grüße Euch, Arcovenefica Lypsan.

Lang ist es her dass wir uns persönlich sahen – zu lang, so denke ich, letztlich habe ich unsere Gespräche stets sehr geschätzt. Doch da ihr, wie ich weiß, sehr beschäftigt seid und mir selbst auf Grund der aktuellen Ereignisse die Zeit für ein ausführliches Gespräch fehlt, so bleibt – wie so oft – nicht mehr als ein Brief, um uns auszutauschen.

Vor etwas weniger als einer Woche geschah es, dass in der Nacht ein Brand innerhalb des Konventsgebäudes entstand. Ich selbst war im Gebäude anwesend, als das Feuer ausbrach. Was genau die Ursache des Brandes war, weiß ich nicht – für mich ist lediglich klar, dass das Feuer nicht auf zufällig oder gar auf natürlichem Wege entstand. Pures Glück verhalf mir zur Flucht aus dem brennenden Gebäude, welches durch das Feuer fast gänzlich zerstört wurde. Auch wenn die Mauern noch stehen, so zeichnen sich Risse im Gestein ab und ich fürchte,dass der Konvent über kurz oder lang über unseren Köpfen einstürzen würde, würden wir wieder dort einziehen.
Doch was nun? Wo sollen wir lehren, wo unsere Studien fortführen? Eine Akademie ohne Gebäude ist undenkbar. Und ich fürchte dass die Strukturen unserer Gemeinschaft ohne geregelten Alltag zusehends verfallen werden.

Dies sind die Schwierigkeiten, vor denen ich im Moment stehe, Arcovenefica. Wo die Lösung zu finden ist, das weiß ich noch nicht – doch bin ich sicher dass wir sie finden werden. Der Konvent hat schon so manches Problem überwunden.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen und in der Hoffnung, dass es euch besser ergeht.

Alfaran Eibenbruch
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Montag 11. August 2008, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Nelrim hatte Ihr ungewöhnlich aufgeregt das Schreiben übergeben. Ohne zu zögern bracht sie das Siegel um dann stirnrunzelnd die Zeilen zu lesen.

Es waren ja nicht viele Gelehrte und Begabte am Konvent verblieben und selbst diese waren nun ohne Bibliothek ohne Forschungsstätte und ohne die Möglichkeiten die eine Akademie eben bieten kann. Sie ging in sich, was war hier wichtiger? Die reine Gabe oder die Hinwendung zu bestimmten Göttern?

Sie schüttelte sich, wie um ihre Gedanken zu ordnen. Natürlich ging es in erster Linie um die Gabe!

Mit diesem Gedanken im Kopf setzte sie sich um schnell und zügig einige Zeilen zu verfassen.



Geschätzter Kollege,

Mit großer Betroffenheit habe ich Eure Zeilen gelesen und möchte Euch natürlich im Rahmen der uns gegebenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Seite stehen.

Es ist einfach schrecklich begabte Menschen ohne eine Stätte zu sehen, die die Fähigkeiten unterstützen und fördern kann. Was sind Magiebegabte ohne ihr Wissen, ihre Bücher und ihre Forschungsstätten?

Im Rahmen der Wissenschaft möchte ich Euch anbieten Euch und auch Eure Magister sowie Schüler in die Academia Arcana aufzunehmen und Euch die Möglichkeit zu bieten, Eure Studien fortzuführen. Doch versprecht mir in die Hand, dass Ihr in unserer Akademie die Regeln einhalten werdet.

Diese beziehen sich auf eine reine wissenschaftliche und aus der Gabe zu beziehende Betrachtung, Lehre und Förderung der Magister und auch der Schüler.

Der Euch so nahe stehende Glaube, darf keinesfalls Gegenstand näherer Betrachtung an der Academia sein. Nur unter diesen Regelungen sind wir in der Lage uns rein auf die Sache zu beziehen ohne uns von den wesentlichen Dingen zu entfernen und abzuschweifen.

Solltet Ihr und die Euren hierzu bereit sein, heisse ich Euch herzlich willkommen.

Bitte teilt mir eiligst mit, ob Ihr diesen Weg zu gehen bereit seit, damit ich alle notwendigen Vorkehrungen dafür treffen kann.

Mit Wissen und Weisheit erbietet Euch Ihren mitfühlenden Gruß

Reika Lypsan

Leiterin der Academia Arcana


*eiligst versiegelt sie das Schreiben und beauftragt einen Boten den im Titel genannten aufzusuchen ... dem Boten mag der Hinweis erfolgen, dass er neutral gekleidet an den Ruinen des Konvents wohl den größten Erfolg haben wird, den Empfänger anzutreffen*
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Ein erleichtertes Lächeln huschte über das Gesicht Alfarans, als er das Schreiben nach vollendeter Lektüre zur Seite legte. Wahrlich, er hatte sich nicht in ihr getäuscht. Sogleich begann er damit, einen weiteren Brief zu verfassen:

Seid gegrüßt, werte Collega.

Ich danke Euch für Eure schnelle Antwort. Euer Angebot ist überaus großzügig und - bedenkt man die doch unterschiedlichen Ansichten bezüglich des Glaubens - alles andere als selbstverständlich. Umso mehr danke ich Euch dafür. Auch, wenn ich jetzt nicht abschließend über die Zukunft des Konvents entscheiden kann, so halte ich Euren Vorschlag für sinnvoll. Gleichsam teile ich Eure Ansicht, dass die Magie im Vordergrund stehen sollte, ja, stehen muss - und nicht etwa etwaige religiöse Differenzen.

Ich schlage vor, weitere Punkte zusammen mit den Schülern und Magistern der Akademien bei einem gemeinsamen Treffen zu erörtern. Vielleicht könnte man bei dieser Gelegenheit die Räumlichkeiten der Acadamia in Augenschein nehmen?

So ihr dazu bereit seid, bitte ich um eine kurze Nachricht.

Mögen eure Wege allzeit eben sein!

Alfaran Eibenbruch
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Montag 11. August 2008, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Mit einem Lächeln las die Akademieleiterin das erneute Schreiben.

"Nelrim, teile dem geschätzten Kollegen bitte mit seine Magister und Schüler sind an einem jeden Tag des Wochenendes zur 6. Abendstunde willkommen. Sie sollen Dir bezüglich des genauen Tages eine Nachricht hinterlassen!"

*sofort begann Nelrim eine Nachricht mit diesem Inhalt zu verfassen, versiegelte sie ordentlich und übergab sie einem Boten der sie wohl gleich zu dem Gelehrten bringen würde*
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Wenige Tage später erhält Reika ein weiteres Schreiben:

Meine Grüße, werte Collega.

So es euch recht ist, werden Schüler und Magister des Konvents euch am morgigen Abend zur siebten Stunde aufsuchen. Ich selbst werde leider nicht anwesend sein können, doch bin ich guter Hoffnung, dass die Zusammenkunft einen für beide Seiten angenehmen Verlauf nehmen wird.

Mit besten Wünschen

Alfaran Eibenbruch
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