Ein dunkles Spiel

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Drakhon Sokarth
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Ein dunkles Spiel

Beitrag von Drakhon Sokarth »

Die Eröffnung Part I

Welch bitter-süße Ironie lag doch in dem was er sich erdachte. Er sah das treiben gegen Silvan für eine willkommene Gelegenheit seine eigene Position in der Stadt in der er lebte zu festigen. Er war keineswegs eine treibende Kraft hinter alldem, und eigentlich stand er der ganzen Sache nicht einmal sonderlich nahe. Und doch verführte ihn diese Situation zu einer gewissen Leichtsinnigkeit
Den so würde er dem tristen, langweilenden und monotonen Alltag eine Zeitlang entfliehen können.
Ein kurzer Blick zurück zu den Stadtmauern Varunas ehe er sich, gehüllt in eine weite dunkle und verzierte Robe, auf den Weg nach Bajard machte, neben ihm eine zweite Gestalt in ähnlicher Tracht und eben so schweigsam wie er selbst. Ihre Blicke trafen sich und in ihnen spiegelte sich die dunkle Vorfreude auf das was vor ihnen lag.
Die Verlockung der Herausforderung doch es würde ganz ruhig beginnen ganz leise in den Gassen Bajards, wo ein Name nun öfters fallen wird, bis sie jener zu dessen Besitzer führt.
Bo…, flüstert man in den dunklen Gassen, Bo haucht man ich in den Schanken der schäbigen Tavernen und Hafenkneipen zu, wo ist er, wo findet man ihn wer kennt ihn.. diesen Bo.

Dieser Name war ihr erster Anlaufpunkt, ihr erster Joker in einem Spiel in dem sie die Regeln machten, in welche sie ihre Mitspieler erst einweihten wenn es bereits zu spät war.
Taridan Erken

Beitrag von Taridan Erken »

Er Wanderte mal wieder an einem dieser Tage zum Fischerdorf und wolte nach dem Rechten sehen. Hatten die Rabendiener sich doch in den letzten Wochen vermehrt dort aufgehalten und ihre knöchernen Hände nach den Menschen ausgestreckt. Khorgan sein Lehrmeister und Bruder bat ihn des öfteren nach dem rechten zu schauen mehr zu erfahren über die Diener des Rabens.
Kaum näherte er sich dem Dorf erblickte er schon zwei dieser Kreaturen gehüllt in ihren Roben, die nichts anderes zu tun hatten als einen Jungen Recken einen Krieger in Feuerstahlrüstung fragen zu stellen. Er näherte sich ihnen und lauschte ihren Worten wärend er versuchte erst einmal als unbeteiligter zu wirken. Der vordere der Rabendiener stellte Fragen Fragen über einen Bo.. kannte er nicht selber auch jenen Namen.. war das nicht der Name dieses Jungen mannes der mit dem Seefahrenden Volke unterwegs war?... ganz sicher war er sich nicht aber er hatte wenn er sich richtig erinnerte jemanden den man Bo nannte ein zwei mal in Bajard gesehen. Nicht oft aber doch so oft das einige dieses Seemännischen Volkes seinen Namen genannt hatten. Vieleicht gehöhrte er ja zu ihnen? Genau sagen konnte er dies nicht dafür wuste er viel zu wenig darüber. .. ob das der gesuchte war?. Und warum suchten diese Rabenkreaturen ihn... was sollte er nur tun was wolten sie mit jenem Armen Knaben sofern er es wirklich war den sie suchten?... Ruhig trat er neben den Jungen Krieger und warf freundlich ein das er wohl jenen Namen vieleicht kenne aber das der junge Herr schon eine Ewigkeit nicht mehr anzutreffen war er muste weit weg sein. Zumindest hoffte er das ihm die Rabendiener dies Glauben würden und das sie ihre Suche aufgaben nach einem jungen Burschen den gutes hatten diese zwei sicherlich nicht mit ihm im Sinne.
Tatsächlich wanden sich die beiden ab marschierten ins dunkel der Nacht um vermutlich wieder Unheil zu stiften. Er Musste ihnen folgen Musste herausfinden was sie tuen wolten und was sie ausheckten. Leise verfolgte er die beiden durch den Wald. Nicht als Mensch nein das wäre zu auffällig gewesen sondern als Kreatur des Waldes nahm er ihre Spuren auf und verfolgte ihren Weg an Varuna vorbei und den Bauernhöfen. Einmal hatten sie ihn Beinahe entdeckt als er sich an einigen Pferden die im Weg waren vorbeischleichen Muste doch im Dunkel der Nacht und mit Glück war es ihm gelungen im Schatten einer Mauerecke unentdeckt zu bleiben. Die beiden Diener berieten sich eine weile anscheinend vermuteten sie etwas also galt es sein Glück nicht über zu strapazieren. So trat er den Rückzug an und Huschte leise davon Richtung Bajard. Die Rabendiener waren ebenso in jene Richtung aufgebrochen und so gelangte er nur einen Augenblick vor den beiden im Wald vor der alten Akademie Tirel in den Wald um sich zu verbergen. Schemenhaft wie schwebende Schatten näherten sich die beiden einer Hauswand und ihre Gestalten begannen sich auf groteske Art und Weise zu verändern. Kleidung und Fleisch schien von ihnen abzufallen bis nur noch zwei Skelette zwei lebende Knochenhaufen vorhanden waren die sich Klappernd in der Richtung Tirel verloren wo sie begannen die Wesen des Feuers zu Atakieren.
Der schwarzbraune Wolf der all jenes beobachtet hatte zug sich langsam und leise zurück bevor er entgültig im Wald verschwand um zurückzukehren und seinen Brüdern zu berichten. Eluive stand ihnen Bei was planten diese Kreaturen wieder? Er hoffte das sie was immer es war verhindern konnten.
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Drakhon Sokarth
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Zug um Zug

Beitrag von Drakhon Sokarth »

Mit einem gedämpften Klacken senkte sich die Tür wieder ins Schloss und die Stille seines Hauses umfing ihn wie ein seidiges Grabtuch. Er wusste über ihm lag seine Frau bereits wartend in den Kissen ihres Bettes.
Was für ein bezauberndes Wesen…, huschte es durch seine Gedanken , während er sich seinem Schreibtisch näherte.

Er überflog müde die Dokumente, Rezepte, Karten, Briefe, Skizzen.
“Mhm ich hoffe dieser Aufwand.. lohnt sich…”, sinnierte er in die Dunkelheit und ließ sich träge in seinen Sessel fallen.
Er warf einen Blick in eine nahe Schüssel und verzog das Gesicht, tiefe furchen hatten sich in das müde Gesicht gegraben und dunkle Ränder umliefen seine Augen.
Unwirsch wand er sich Ab und lehnte sich mit einem leisen stöhnen des Holzes zurück. Die Vorkehrungen liefen wie geplant, Beweise waren in Auftrag und nunmehr blieb nur noch abzuwarten, ob sie durch Qualität zu überzeugen vermochten. Schließlich hang nicht wenig davon ab.
So recht wusste er nicht was er von Selina und Arsen zu halten hatte, beide waren für ihn schwer zu fassen, bei einem fanatischen Gläubigen wusste man wenigstens woran man war, konnte seine Reaktionen und sein Verhalten voraus ahnen aber bei diesen Zweien, es blieb zu hoffen das es kein Fehler war sie mit der Anfertigung der Beweise zu beauftragen.
Doch bei dem Gedanken an das kommende Schauspiel, ließ ein Lächeln über seine Züge huschen und er kehrte seine Bedenken einen Moment bei Seite.
“Die Unterlagen sollten in den nächsten Tagen eintreffen… ich hoffe, dass sie meine Erwartungen nicht enttäuschen viel Zeit bleibt nicht mehr.”, es folgte eine kurze Pause ehe er eine kleine Karte unter einigen Stapeln Rezepten befreite und sich seine Miene schlagartig verdunkelte.
“Und dann, ja dein Brüderchen scheint verschwunden mein lieber Luca.. Aber was machen wir nur mit dir… wo bringen wir dich unter…”, er verlos sich in seinem kleinen Monolog und seine Augen flogen ziellos über die Karte.
Inzwischen lag nur noch ein Problem vor ihm, auf die Vogelfreien konnte, oder vielmehr wollte er sich nicht verlassen er hätte ihnen viel zu viel in die Händegeben müssen und dieses Risiko konnte er nicht eingehen, und so blieb das Problem der Unterbringung, irgendwo musste er den Jungen, wenn auch nur für ein oder zwei Tage verstecken können.
Er schüttelt seufzend den Kopf und erhob sich, ein Blick aus dem Fenster offenbarte ihm, das die Dämmerung kurz bevor stand und er sollte noch einwenig schlafen…
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

In den Tagen, die er schlaflos am Bett des reglosen Schattenlords saß und über dessen inneren Kampf wachte erinnerte sich Arsen wieder an die seltsame Begegnung vor geraumer Zeit. Selina hatte ihn aus dem Garten der Akademie geholt weil es etwas gäbe wo er besser helfen konnte. Helfen, nun ja, er schmunzelte ein wenig vor sich hin, das war schon eine besondere Art der Hilfe die er da leisten sollte. Es galt einige Papiere etwas zu...korrigieren, ihnen einen neuen Sinn zu geben und somit dafür zu sorgen, dass jemand der sich unangreifbar fühlte vom Sockel zu stoßen. Dass es sich dabei auch noch um jemand aus dieser verhassten Bruderschaft der sogenannten Streiter Temoras handelte, hatte für Arsen die ganze Angelegenheit erst wirklich reizvoll gemacht und so hatte er zugesagt diese Papiere anzufertigen, das Ganze aber durch den Bewusstlosen vor ihm völlig vergessen.

Selina übernahm die Wache für einige Zeit als er sie darum bat und so saß er bald darauf im Kerzenlicht über die [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=33874] Schriftprobe[/url] gebeugt, welche sie ihm besorgt hatte, und studierte diese eine Weile, worauf einige Versuche folgten sich in die Art des Schreibers einzugewöhnen, dann huschte kurz darauf auch schon die Feder über die bereitgelegten Pergamente. Sicher flog noch einiges zerknüllt zu Boden, er musste das Chaos unbedingt gleich danach beseitigen sonst bekäme er von seiner Frau einiges zum Thema Ordnung und Sauberkeit zu hören, doch schließlich hielt er die verlangten Schriftstücke in der Hand, sie selbstkritisch musternd und doch keinen Fehler oder Makel daran entdeckend. Selbst die Unterschrift des hohen Herrn schien er genau getroffen zu haben, aber die letzte Prüfung überlies er Selina, natürlich nachdem er erstmal aufgeräumt hatte.

Er musste später nur ihren blitzenden Augen und das spöttische Lächeln auf ihren Lippen beobachten um zu wissen dass er mehr als gut gearbeitet hatte. Ihr zufriedenes Nicken war nur eine allerletzte Bestätigung, diese Dokumente würden ihren Sinn und Zweck erfüllen. Blieb nur noch einen zuverlässigen Boten zum vereinbarten Ort zuschicken, welcher dem Auftraggeber mitteilen sollte, dass er seine….“Ware“ entgegen nehmen konnte. Nachdem auch dies erledigt war setzte sich Arsen wieder zu Selina, seine Frau in den Arm nehmend um wieder die Wache über den reglosen zu übernehmen.
Zuletzt geändert von Arsen Talmar am Mittwoch 20. August 2008, 09:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Drakhon Sokarth
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Der falsche Rabendiener

Beitrag von Drakhon Sokarth »

Ein kurzer Ruck ging durch den Rumpf des Schiffes, als jenes am Hafen von Bajard anlegte. Die Luke zu den Kabinen öffnete sich und gleich einer Faust schlug ihnen der widerwärtig, modrig fischige Gestank dieses Fischerdorfes entgegen. Er blickte zurück und reichte seiner Begleiterin die Hand.
“Komm meine Liebe lass dir helfen..”, mit einem dankbaren Nicken ließ sie sich aufs Deck helfen und begleitete ihn Hand in Hand vom Schiff.
Nachdem sie einige Meter durch die verkommenen Straßen gegangen sind, hielten sie inne und ihre Blicke trafen sich zu einer stillen Übereinkunft. Beide wussten, was nun zu tun sei, jetzt wo sie die Dokumente bei sich hatten, mussten jene nur noch ihre richtigen Wege finden und jene waren bereits genauestens definiert. So hauchte sie ihm noch einen sanften Kuss auf die Wange, ehe sie sich von ihm löste. “Ich bin immer bei dir…” waren ihre letzten Worte, ehe sie zwischen den schäbigen Hütten verschwand und er lächelte nur wissentlich, während er sich langsam abwendete und zusah wie die Sonne begann hinter dem Horizont zu versinken und das glatte ruhige Meer in ein unwirkliches blutiges Rot tauchte.
Er gab sich selbst noch eine ganze weile Zeit, bis die Welt sich in ein sanftes Zwielicht senkte und verließ Bajard schließlich, einen Weg durch die nahen Wälder einschlagend.
Und da war es, das leise, monotone Hacken, das Auftreffen von Eisen auf Holz und zielsicher begann er sich der Quelle dieses Geräusches zu nähern, welches sich schließlich als junger, etwas heruntergekommener Holzfäller herausstellte. Mit einem leisen Räuspern machte er auf sich aufmerksam und mit einem erschrockenen Keuchen wand sich der recht stämmige Mann zu ihm herum.
“Bei Temora! Wer seid Ihr, mir einen solchen Schrecken zu verpassen!”, brummte der junge Holzfäller und ließ die gehobene Axt langsam sinken.
“Ah vergebt mir… ich habe mich scheinbar verirrt und suche den Weg in die nächste Stadt…”
Betont skeptisch musterte der Holzfäller die doch recht noble und perfekt sitzende Kleidung seines Gegenüber, den dunkelroten Samtstoff seiner Weste und seines Umhangs.
“Verlaufen mhm…”, die Skepsis in seiner Stimme war nicht zu überhören doch schließlich spuckte er zur Seite und reckte den Arm in Richtung Norden.
“Dort entlang findet ihr Varuhrrg…”, mitten im Satz versagte seine Stimme und seine Augen quollen verheißungsvoll heraus. Er schien einen Moment nach Luft zu ringen, ehe er an sich herabblickte, seine lederne Weste wölbte sich auf Höhe des Herzens ein wenig aus und begann sich von dort aus nach und nach rot zu verfärben. Ob er wusste, dass er bereits tot war oder ob er sich noch an die Hoffnung klammerte, fliehen zu können war in den wenigen Momenten, in denen der kalte Stahl der dünnen langen Klinge in seinem Leib verharrte und ihn am Leben erhielt, schwer auszumachen.
Doch als jene zurückgezogen wurde, sich Herz und Lungen bin eines Lidschlags mit Blut füllten und kollabierten, wich jedwedes Leben aus seinem Blick und er sank wie ein nasser Sack zu Boden.
Hinter ihm, im Halbschatten des Baumes stand sie, der liebliche, todbringende Engel, Aira Sokarth.
Ihre Klinge hatte sich ohne zu zögern, zwischen zwei Rippen von hinten in den Leib des Holzfällers gebohrt und das Leben aus seinen Gliedern gestoßen.

Einen kurzen Moment herrschte Stille, sie sahen einander an, ehe er sanft lächelte. “Gut gemacht… hast du die Sachen dabei..?”
Sie nickte, säuberte ruhig ihre Klinge im Gras und zerrte einen kleinen Leinenbeutel hinter einem nahen Baumstamm hervor. “Hier ist alles drin was wir an Kleidung brauchen.”
Er schaute kurz durch die Sachen, eine kleine Auswahl an recht feinen Hosen und Hemden und einer Robe eines Rabendieners.
“Dann wollen wir unseren Freund einmal einkleiden…”, seufzt er schmunzelnd und so machten sie sich an die Arbeit, den toten Holzfäller aus seinen alten Sachen zu schälen und ihn umständlich in die neuen Kleider zu stecken. Sie ließen sich Zeit, befestigten Beutel und Taschen mit etwas Gold, einigen Tränken und anderen Dingen, die man so bei sich tragen könnte. Immer wieder hielten sie inne, lauschten in die Geräusche des Waldes, blickten hinaus in die tiefer werdende Schwärze der Nacht und versicherten sich, dass sie ungestört waren. Und so dauerte es fast eine Stunde, bis sie mit allem fertig waren, seine alten Sachen in den Leinenbeutel packten und diesen wieder hinter einem der Bäume verbargen. Zu guter letzt legten sie das kleine Buch, welches sie nur wenige stunden zuvor in Empfang nahmen in eine Innentasche der Robe, gut behütet und verborgen.






Mühsam erhob er sich, reckte sich einmal und seufzte auf während er sich die schmutzigen Handschuhe abklopfte. “Ahh, ich hasse solche Arbeit..”, seufzte er entnervt und erntete einen amüsierten Blick seiner Gefährtin.
“Brauchst du Hilfe oder kann ich los?”, Er lächelte ob ihrer Worte und winkte ab. Ja geh los und hol jemanden, aber sieh zu das es jemand aus der Allianz ist, wir brauchen schließlich einen…
glaubhaften Zeugen.”
Mit diesen Worten machte sie kehrt und verschwand in Richtung der Feste der AdL. Er selbst nutzte die Ruhe, schloss die Augen und besann sich einige Augenblicke auf das, was vor ihm lag. Langsam breitete er vor der Leiche stehend die Arme aus und sein Geist begann in die Melodien des Liedes einzutauchen. Einige Herzschläge lang ließ er sich von ihnen treiben, ehe sich sein Gesichtsausdruck angestrengt verkrampfte, und er begann eine trübe, schwerfällige Disharmonie anzustimmen, und die Fäden seiner neuen, pervertierten Melodie um den Leichnam zu weben und ihn nach und nach mit neuem Unleben und unter seinem Willen neu zu erwecken.
Und so vergingen Minuten der Konzentration und des Formens, ehe ein Ruck durch den leblosen Körper zu seinen Füßen ging und jener sich langsam, schwermütig und einwenig steif zu erheben begann.
Schwer atmend nahm er einwenig Abstand von dem orientierungslos wirkenden Untoten, welcher in sein neues Rabengewandt gehüllt war und lehnte sich gegen einen Baum.
“So mein Freund… gleich geht das Schauspiel los…”, noch während er sprach riss und schnitt er sich mit einem kleinen Dolch durch sein feines Gewand, hier und da trieb er die Klinge auch etwas tiefer in sein Fleisch und verzog schmerzlich das Gesicht.
“Ahh… los nimm den Speer…”, befahl er dem unsicher stehenden Zombie, welcher sich schwerfällig herab beugte und den Knochenspeer zu seinen Füßen aufhob und es folgten noch weitere Instruktionen, schlicht und einfach, so dass diese dumme Kreatur sie auch verstand. Drakhon selbst ließ im Anschluss an jene rücklings zu Boden fallen und nahm bereits eine kleine Phiole zur Hand.
Mit geschlossenen Augen wartete er, lauschte in die Nacht und suchte nach Anzeichen der Rückkehr seiner Frau. Und da war es, ihre ängstliche Stimme, das Rufen und das war es worauf er wartete.
Laut fluchte er auf, kroch ein wenig zurück, als der Zombie sich mit erhobener Waffe auf ihn zu bewegte.
Er schaute zurück, und da waren sie. Aira hatte jemanden gefunden, Cyprian bereits mit dem Bogen im Anschlag , verschaffte er sich einen kurzen Überblick legte an und begleitet von einem Surren schwirrte der erste Pfeil durch die trübe Dunkelheit, in den Leib des Zombies. Er wankte zurück, jaulte vor Schmerz auf und im nächsten Moment erklang das Brechen von Glas als die kleine Phiole, zuvor in Drakhons Hand, im Gesicht den Zombies berstet und jenen in eine kleine Säurewolke hüllte. So taumelte der tote Körper noch einen Moment, ehe er mit dem Wohlwollen des Rabendieners schließlich in sich zusammenbrach und qualmend auf dem Waldboden liegen blieb.
Was folgte war ein kurzes Gespräch der Drei. Cyprian erkundigte sich nach dem Befinden Drakhons und vergewisserte sich, dass der Rabendiener tot war. Man einigte sich rasch die Leichte in die Festung der AdL zu bringen, um sie dort genauer zu untersuchen und so brach die kleine Gruppe auf, den toten Rabenanhänger im Schlepptau….
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Ein im Kampf getöteter Rabendiener - nun gut. Das war... wahrscheinlich ein Gewinn, Arbeit für die Priester, Erleichterung, daß Herrn Sokarth als Mitglied der Allianz und auch sonst niemandem etwas Schlimmes geschehen war.
Nur... mit Säure das Gesicht verätzt, das ließ sie etwas stutzig werden. Ihre Erfahrung reichte weit genug, um es eindeutig nicht mehr zu mögen, wenn angebliche Feinde unidentifizierbar wurden. Gerade Kra'thoris...

Rafael reichte ihr ein Pergament edler Aufmachung, durch den Transport etwas abgenutzt. Die Leiche wurde gerade in die kleine Kapelle am Klosterfriedhof gebracht, zur ersten Einsegnung und sicher später einer Feuerbestattung zugedacht - Sache der Priester. Ihre Augen flogen über das Papier. Und angesichts ihrer Miene zum Ende hin nickte Rafael nur: "Ja, so ähnlich hab ich wohl auch gedacht."
Die Meinung war schon nach wenigen Sekunden einhellig: "So blöd wäre er niemals, sowas mit seinem Namen zu unterzeichnen."
Hier war irgendein falsches Spiel im Gange, schon wieder, oder... zog das Intrigennetz, das sie derzeit bis in den höchsten Adel argwöhnte, nur bereits so weite Kreise, daß selbst Rabenjünger ihre Finger im Spiel hatten? Aber was hatte dieser Tote dann darin für eine Rolle, was sollte der Angriff auf Drakhon...?

Hier passte irgendwas gewaltig nicht, und bereits eingestaubt geglaubte Register wurden gezogen. Drakhon und Cyprian, Augenzeugen des Kampfes, wurden mit Fragen gelöchert. Wer, wann, wo, warum, womit...
Ein wenig vermisste sie glatt, jetzt nicht in ihrer Korporalsrüstung wieder im Kastell zu sitzen, Adrenalon an ihrer... sie wischte den Gedanken beiseite. Erfahrung nutzen.
Sie ging in die Kapelle, um sich den Toten genauer anzusehen.

Nein, das Gesicht schien nicht systematisch verätzt worden zu sein, die Phiole schien eben... das Gesicht getroffen zu haben, geworfen. Nun gut. Es sollte sich mit den späteren Berichten decken. Auch hatte die Robe Schaden durch die Säure genommen - sie war also nicht hinterher erst angezogen worden. Auch der Bolzeneinschuß wie beschrieben ließ sich finden. Sie öffnete die Robe, betrachte den freigelegten Oberkörper. Weitere Ausläufer der Säureschäden. Gut. Mehr der Ordnung halber besah sie sich auch den Rücken - hatte ihn jemand von hinten angegriffen?
...
Offensichtlich.
Stirnfurchend musterte sie den Einstich. Die Tiefe ließ sich schwer ausmachen. Als sie vorne nach einer Wunde suchte, die eine komplette Durchbohrung klarmachte, ließ sich diese nur vermuten, erahnen - die an der fraglichen Stelle verätzte Haut ließ ein Loch kaum erkennbar werden. Eine rapierähnliche Waffe muste es gewesen sein.

Herr Cyprian machte im Gespräch seinen Abscheu, Schrecken und seine Treue zum Reich und zu der Herrin Werten schon fast zu... ausgeprägt deutlich, gleichzeitig hatte sie aber auch nicht das Gefühl, dabei etwas vorgespielt zu bekommen. Es wirkte nur... naja, fast schon naiv. Unbedarft. "Du warst so doch auch mal." Sie schüttelte innerlich den Kopf, sah wieder zu Drakhon, forschend. Und er sah zu ihr, sich... bewusst, daß da was lauerndes bei ihr war. Sie lauerten beide. Irgendwas war hier doch. Aber eindeutig war er angegriffen worden. Der rechte Arm verletzt.
"Waffenarm. Apropos Waffe..."

Später, als alle anderen gegangen waren, Rafael sich vorzeitig hatte verabschieden müsen, winkte sie Cyprian noch mit sich. Er war temorafürchtig, das bei seinem Verhalten, seinem Blick in Abrede zu stellen, wäre schon geradezu krankhaftes Mißtrauen gewesen. "Wenn ich nicht mehr zu spüren vermag, wem zu trauen ist und wem nicht, dann..." Nein, sie wollte vertrauen. Musste. Ihr war schon jetzt klar, daß sie trotz der Brisanz sich dieser Sache nicht direkt annehmen konnte.
Sie trat wieder vor den Toten und öffnete erneut die Robe, dabei nachdenklich und ernst den Grund ihres Argwohns aufzeigend: "Ihr führtet eine Armbrust, wie Ihr sagtet, Herr Cyprian?" Er nickte, doch sie fuhr auch fort, die Frage pro forma, "Und Herr Sokarth erwehrte sich mit diesem Trank... Seine Gemahlin mischte sich nicht in den Kampf ein..."
"Das ist richtig."
"Herr Sokarth zudem am Waffenarm verletzt, zumindest sofern er Rechtshänder ist. Unbewaffnet sei er ohnehin gewesen."
Sie drehte die Leiche auf den Bauch, ihr Zeigefinger deutete auf den Einstich: "Und wer bitte hat dann diesen Mann mit einer schmalen rapierähnlichen Klinge von hinten abgestochen und wann?"

Cyprian musterte die Stelle. "Donnerwetter." Er betrachtete eine Weile den Mann, warf selber einen Blick auf die schwer zu bestätigende Wunde vorne. "Dennoch schwöre ich euch jeden Eid, dass dieser hier noch lebte als ich auf ihn schoss."
"Zusammen mit dem Inhalt des Schreibens, das einfach in sich unglaubwürdig ist... stinkt dieser Braten", war ihre trockene Feststellung.

"Die Wunde die Ihr da fandet - sie müsste tödlich gewesen sein wenn ich nicht in den letzten zwanzig Jahren die Welt verschlafen habe. Wie kann das einen Sinn ergeben?", fragte er sie.
"Oder wenn dieses Loch vorne nicht von der Klinge rührt... aber dies zu prüfen, würde fordern, die Tiefe dieses Einstiches herumstochernd auszuloten. Rabendiener hin oder her, ich hege kein Verlangen, Leichenschändung zu befürworten."
Cyprian nickte langsam, und sie fuhr fort: "Aber selbst, wenn dieser Stich nicht flach und somit nicht tödlich war... er ist nicht verheilt. Und auch das macht keinen Sinn, denn mit sowas läuft man doch nicht lange rum, und das noch mit einem Mordauftrag bei sich."
Sie stutzte plötzlich.
Untersuchte die Robe nochmal. Die Säureschäden hatte sie verglichen, aber... nein. "Kein Blut dort an der Robe. Kein Loch."

Und dazu dieser Brief. "Der ist gestellt, fingiert - so wahr ich von Elbenau heiße", kommentierte sie grimmig. Wenn dies hier dem angeblichen Auftraggeber schaden sollte... war dann das angebliche Opfer sowohl Nutznießer wie auch Täter?
"Könnte es einen weiteren Nutznießer geben?", fragte Cyprian, "Es wäre einfach zu offensichtlich."

Ja, das... hoffte sie auch. Der junge Mann gefiel ihr mit seiner Haltung und sie beschloß, die Sache weitgehend in seinen Händen zu überlassen, es bot sich sogar sehr an. "Ihr stochert an einem Wespennest aus Intrigen, Herr Cyprian", warnte sie ihn und versprach, selber die Augen und Ohren offenzuhalten. "Doch verfolg du diese Sache - fast beneide ich dich drum."
Nachdenklich kehrte sie in die Kirche zurück, als er fort war, jene wenigen Verse noch immer im Kopf:

"Jedwedes blutgefügte Reich
sinkt ein, dem Maulwurfshügel gleich.
Jedwedes lichtgeborne Wort
wirkt durch das Dunkel fort und fort."

(#"Vermächtnis" von Oskar Loerke)
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Sobald sie das Gefühl hatte, wach zu sein, setzte sie sich an den Bericht, den Adrian gestern eingefordert hatte, und der um einen Bericht Cyprians ergänzt werden sollte.
Danach musste das Ding in die Allianzfeste, direkt in seine Hände am besten... "Und am sichersten wohl auch, ich mach das persönlich."


Bericht zum Todesfall eines Mannes in Rabendienerornat
am 21. Ashatar des Jahres 251

Beteiligte:
- Sire Rafael Graf von Arganta, Ritter der Krone
- Lady Darna Freiherrin von Elbenau, Paladin der Herrin Temora
- Lady Selissa von Appelthane, Ritterin des Reiches
- Herr Cyprian, Streiter der Allianz des Lichtes
- Herr Drakhon Sokarth, Heiler der Allianz des Lichtes
- ein unbekannter Mann mittleren Alters, unidentifiziert, mit Insignien der Anhänger Kra'thors (tot)

In Schilderungen erwähnt und beteiligt:
- Frau Sokarth, Gemahlin des Herrn Drakhon Sokarth

Tatort:
Platz des versteinerten Blutes südlich der Varuner Höfe, an dem im Jahre Null die Herrin Temora über Panther und Rabe den Sieg errang

Hergang:
Zu den frühen Abendstunden trafen im heiligen Kloster der Herrin Temora Sir Rafael, Lady Selissa und Herr Cyprian ein. Diese führten zu Pferde beschriebenen Toten mit sich und übergaben den Leichnam zur Einsegnung und reinigenden Einäscherung. Der Verstorbene wurde in die neben dem Kloster gelegene Beisetzungskapelle verbracht.
Mir wurde dabei geschildert, daß der Heiler der Allianz, Herr Drakhon Sokarth, von dem Rabendiener angegriffen wurde. Das Gesicht des Rabendieners sei dabei zerstört worden, als sich mittels eines Säuretrankes zur Wehr gesetzt wurde. Aufgrund fortwährender Schwierigkeiten, Diener des Totendämons auch weitere Gefahren abwendend zu identifizieren, erregte diese Meldung einen unbestimmten Argwohn.
Herr Cyprian berichtete, daß er von Frau Sokarth zu Hilfe gerufen worden sei, als er nahe des Tatortes den Weg entlangritt. Sie sei sehr in Panik gewesen und Herr Cyprian ihr zum Ort des Geschehens gefolgt, wo es ein leichtes gewesen sei, den auf Herrn Sokarth fixierten Angreifer mittels einer Armbrust niederzustrecken.
Die Leiche sei zunächst zur Feste der Allianz verbracht worden und fand direkt im Anschluß ihren Weg ins Kloster.
Sire Rafael überreichte mir sodann jenes Schreiben, welches dem hohen Gericht vorgelegt sein wird. Angesichts des ungeheuerlichen Inhaltes und meiner vorigen Skepsis bat ich die Anwesenden, im Speisesaal des Klosters zu näherer Befragung Platz zu nehmen und suchte die Beisetzungskapelle auf, besah mir näher den Toten.

Untersuchung der Leiche:
Das Gesicht war wie beschrieben entstellt, auch wenn eine Identifizierung aufgrund der Verletzungen unmöglich sein dürfte, schienen die Verätzungen nicht systematisch zu diesem Zweck aufgebracht. Auch die Robe und darunter liegende Haut an der Brust waren durch die Säure zu Schaden gekommen.
Auch die Verletzung durch den Armbrustbolzen ließ sich den Hergang bestätigend anfinden.
Bei einer Betrachtung des entblößten Rückens des Toten ließ sich allerdings zudem ein deutlicher Einstich einer rapierähnlichen Waffe finden, offen, nicht verheilt. Eine Untersuchung der Brustseite konnte eine Austrittswunde und damit Durchstoß nicht völlig bestätigen, da die entsprechende Stelle, wo sich ein Loch vermuten ließ, ebenso Verätzungsschäden aufwies.
Selbst bei einer Stichtiefe von mehr als wenigen Zentimetern hätte eine solche Verletzung an dieser Position schwerwiegend die freie Handlung eines Menschen unterbunden.
Auch ließ sich zu späterer zweiter Überprüfung feststellen, daß die Robe keine entsprechende Einstichstelle aufwies und auch ein damit einhergehender Blutverlust sich nicht im Stoff wiederfand.

Weiterer Hergang:
Kurz nach meiner Rückkehr in den Speisesaal fand sich am Klostertor Herr Sokarth ein, mit offensichtlich aus dem Kampfgeschehen herrührenden Verletzungen, welche versorgt waren. Auch der rechte Arm fand sich verbunden.
Ohne direkt die gefundene Einstichstelle zu erwähnen, befragte ich im Speisesaal beide anwesenden Augenzeugen ausgiebig nach dem genauen Tathergang (siehe: Bericht von Herrn Cyprian). Zusammenfassend ließ sich festhalten, daß Herr Sokarth ansonsten unbewaffnet sich lediglich mit diesem Trank erwehrte, seine Gemahlin mischte sich in keiner Weise in das Kampfgeschehen, sondern lief, Hilfe zu holen, und Herr Cyprian feuerte einen Schuß aus seiner Armbrust ab, welches nebst der Säureeinwirkung ausreichend war, den Angreifer zur Strecke zu bringen.

Zum Angriff auf Herr Sokarth solle es laut Aussagen gekommen sein, als Herr Sokarth den Fremden an besagter Stelle zufällig antraf und jener ihn mit Äußerungen in der Art, er sei "eine willkommene Vorspeise" anging und ihn offenbar für ein leichtes Opfer gehalten hätte.

Noch während der Befragung mussten sich Sire Rafael und Lady Selissa leider zu weiteren dringenden Pflichten verabschieden. In dem Wunsch, Sire Rafael möglichst zeitnah über die Erkenntnisse informiert zu wissen und eine vertrauenswürdig scheinende Mittlerperson eingehender diesem Fall nachgehend zu wissen, entschied ich mich aufgrund persönlicher Einschätzung und den Ungereimtheiten des Falles, Herrn Cyprian näher ins Vertrauen zu ziehen.
Dieser erweckte einen göttinfürchtigeren und - ohne Herrn Sokarth hiermit näher diskreditieren zu wollen - argloser unbeteiligten Eindruck.
Ich verabschiedete Herrn Sokarth, und führte Herrn Cyprian danach in jene Beisetzungskapelle, wo ich ihm die verdächtige unerklärte Wunde zeigte. Auf sein drängendes Bitten, ihm zwecks Verständis der Angelegenheit die im Schreiben enthaltenen Namen zu nennen, nahm ich ihm unter dem heiligen Baum des Lichtes sein Gelöbnis absolut vertraulicher Behandlung dieses Schriftstückes ab und zeigte es ihm hernach.
Er zog sichtlich bestürzt anhand der Namen und Hergänge Verbindungen zur anstehenden Gerichtsverhandlung, zu der er auch bereits als Zeuge der Hochgeboren Jasmin von Duran geladen war. Zu jenen Abfolgen möge sein eigener Bericht näher Aufschluß geben.
Ich bat ihn um das Versprechen, den Sire über alles relevante zu informieren und selber diese Sache weiter zu verfolgen, auf daß sich die wahren Hintergründe und Täter offenbaren mögen.

Das Schreiben behielt ich bei mir und fertigte eine Abschrift. Das Original übergab ich am 22. Ashatar Sire Rafael, in einer nachfolgenden Besprechung händigte ich seiner Hoheit die Abschrift aus.

Persönliche Auswertung:
Es verblieben gravierende Unstimmigkeiten. Den äußeren Anzeichen und den Tatbeschreibungen nach muß die Wunde durch die rapierähnliche Waffe bereits vor dem Aufeinandertreffen und dem Kampf entstanden sein, gar vor dem Anlegen der Robe, wie sie die Rabendiener als Insignium tragen. Es entzieht sich jeglicher Logik, wie jemand mit dem Auftrag zu einem Mord sich in solch verletztem Zustand zu einem Ort begeben sollte, wo er angeblich willens gewesen wäre, Hochgeboren von Duran aufzulauern. Ebenso unlogisch, sich zuvor auf einen fremden und zufälligen Passanten zu stürzen - trotz mangelnder Bewaffnung hätte Herr Sokarth auch der Magie kundig sein können und somit durchaus eine nicht einzuschätzende Bedrohung.
Man mag unverstehbar wirren Fanatismus zugrunde legen, doch wäre die Auswahl einer solchen Person für einen solchen Auftrag höchst fragwürdig. Ebenso, wie die einhellige Meinung sämtlicher Personen, welche seine Hochgeboren von Dragenfurt auch nur etwas näher kennen, war, daß er nimmer derartig leichtsinnig wäre, seinen Namen in solchem Kontext stehen zu lassen, von seiner sonstigen Aufrichtigkeit einmal völlig abgesehen.
Der gesamte Hergang vermittelt den Eindruck einer großteils gestellten Intrige, wobei selbst der Getötete lediglich als Mittel zum Zweck gedient zu haben scheint - ich wage zu bezweifeln, daß es sich bei ihm überhaupt um einen Diener des Raben handelt, was allerdings gleichzeitig die Frage aufwürfe, woher dann die Insignien stammten, welche er bei sich trug. Auch ein aus Knochen gefertigter Speer komplettierte das nötige Äußere.
Auf die Frage, ob im Kampf seitens des Angreifers klerikale Magie gewirkt worden sei, gaben beide zur Auskunft, sich hiermit weniger auszukennen, doch erwähnte Herr Sokarth, sich während des Kampfes teils schwindelig und schwach gefühlt zu haben.
Der gesamte Hergang und das Schreiben scheinen mir gestellt und fingiert, um Hochgeboren von Dragenfurt in entsprechenden Mißkredit zu bringen, wobei ich zu tatsächlichen Motiven, Planungen und verantwortlichen Ränkeschmieden ohne weitere Beweise keine voreiligen Schlüsse ziehen will.

Unter dem Lichte der Herrin Temora sich der Wahrheit und der heiligen Tugend der Gerechtigkeit verpflichtet sehend,
Lady Darna Freiherrin von Elbenau,
Paladin in Diensten der Herrin Temora
Oberst der königlichen Garde von Varuna a.D.
Cyprian Laeneos

Beitrag von Cyprian Laeneos »

Ergänzung zum Bericht derer von Elbenau
bezüglich des Todesfalls eines Mannes in Rabendienerornat am 21. Ashatar des Jahres 251

Ich will mich auf den eigentlichen Hergang des Kampfes beschränken, da die durch die hohe Dame von Elbenau verfassten Zeilen meine vollste Zustimmung finden.

Nachdem Frau Sokarth mich zum Kampfplatz geführt hatte, schoss ich mit meiner Armbrust einen Bolzen von Hinten auf den vermeintlichen Angreifer ab und traf etwas unterhalb der rechten Schulter. Zu Boden ging der, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch glaubte, Jünger des Raben jedoch erst nach ein paar weiteren Sekunden, nach denen er von einer grünlichen Wolke umhüllt worden war. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um die von Herrn Sokarth beschriebene Säureflasche handelte, welche im Gesicht des Angreifers traf. Wäre ich später eingetroffen, hätte der Kampf mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits geendet gehabt, da sich Herr Sokarth zu diesem Zeitpunkt bereits am Boden befand und mehere, wie sich im Nachhinein herausstellte, leichte Verletzungen beigefügt bekommen hatte.

Anschließend untersuchte ich selbst den Körper darauf, ob er vielleicht doch noch lebte. Es stellte sich in diesem Zuge heraus, dass die ihm zugefügten Verwundungen ihn nahezu sofort hatten sterben lassen.

Herr Sokarth berichtete später, dass er den nun Toten zu Beginn des Angriffs von einer Vorspeise reden zu höhren glaubte.

In Ergänzung zur Schlussfolgerung der hohen Dame von Elbenau möchte ich jedoch auf einen weiteren möglichen Aspekt hinweisen. Wie die ehrenvolle hohe Dame bereits beschrieb, liegt es sehr Nahe, dass es sich um eine größtenteils gestellte Intrige handelt. Jedoch habe ich Grund zur Annahme, dass diese nicht, wie es auf den ersten Blick scheint, durch Frau von Duran inszeniert wurde um Herrn von Dragenfurt in Misskredit zu bringen. Es ist durchaus denkbar, dass es einen weiteren - bisher unbekannten - Nutznießer einer solchen Auseinandersetzung geben könnte. Jemand, der sowohl von der Schädigung der Einen, als auch des Anderen profitieren könnte. Grund zu dieser Annahme habe ich, da die Verletzungen, die der Tote bereits vor dem Kampf zu beklagen hatte, nämlich die Durchbohrung durch eine Klinge, zwangsläufig dazu führen musste, dass dieser in kurzer Zeit unterläge, träfe er auf einen Kampferprobten Gegner. Vor diesem Hintergrund wäre es nicht nur leichtsinnig, sondern auch überaus dumm ein Dokument bei sich zu führen, welches in eindeutiger Verbindung mit Herrn von Dragenfurt und Frau von Duran stünde. Wer auch immer diese Intrige inszenierte, musste von Beginn an damit rechnen, dass das genannte Dokument seinen Weg in die Hände einer ofiziellen Instanz finden würde.

Bei meiner Ehre gelobe ich durch meine Unterschrift, dass das von der edlen Frau von Elbenau Geschriebene im vollen Maße dem entspricht, was auch ich selbst niedergeschrieben hätte und der von mir ergänzte Teil die reine Wahrheit darstellt.

Cyprian Laeneos
Schwert der Allianz des Lichts
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