Verflucht seien diese dekadenten Seelen, die mich hier eingeschlossen haben! Keriot saß in der karg beleuchteten Holzzelle mitten im Lager der Waldweiber und starrte, wie schon die gesamte Nacht angespannt gegen die Palisadenwand vor ihm. Welcher Dämon hatte ihn nur geritten diesen verwirrten Menschen auf ihre Insel zu folgen?
Aber war es nicht auch gleichzeitig zum todlachen? - Nein, nicht einmal ein Grinsen konnte er sich aufzwingen. Peitschenhiebe und Bolzen machten ihm wenig aus, sollte sein Körper doch verwesen und zerfallen, damit schädigten sie sich selber um vieles mehr als ihm, was ihm zu schaffen machte war dieses verwerfliche, dieses tierische Verhalten. Was fiel ihnen ein ihn zu behandeln wie einen dämlichen Streuner? Ihn, der über das Geheimnis von Leben und Tod, das ganze Spektrum sterblichen Lebens, bescheid wusste?
Nur ein Mann. Einer der den Helden spielt.
Am liebsten wäre er nun aufgestanden und wäre Kreise in seiner Zelle gegangen, aber diesen Triumph gönnte er den Huren nicht. Nichts an ihm sollte ihrer Ergötzung dienen. Dennoch schrie sein Gedanke nach Dynamik und konnte er sie nicht selbst wirken, so musste ein Opfer daran glauben. Den Blick entdlich von der Wand abgelenkt, schaute er sich nach Getier um. Schnell erblickte er auch eine Wanze an den Palisaden entlangkriechen, die ohne viel Aufwind zerquetscht wurde. Ein Festmahl für sein heroisches Bewusstsein!
Der zerquetschte Kadaver fand Platz zwischen seinen Handflächen. Ein Geheimnis von dem nur die besten der Heiler wussten. Das Material war alles nur Schein. Ein Wesen lebt vom Willen, sei es sein eigener oder ein fremder!
Er setzte das Insekt wieder auf den Boden. Trotz zerquetschten Panzer suchte es sich seinen Weg zwischen dem Gitter und herein in die Bibliothek. Keriot schloss die Augen und ließ das Getier seine Runden drehen. Da hatte er seine Dynamik.
Rache, das war sein Gedanke, das war das einzig gute an diesem, diesem "Ausflug besonderer Art". War sie notwendig, müsste er es vollbringen, oder werte diese Dekadenz ihre Seelen nicht dermaßen auf, dass sie würdiger seien sie dem Meister zu bringen?
Etwas Schreibzeug wäre nicht schlecht, aber zu fragen würde ihn nur angreifbarer machen. Vorerst würde es heißen ihre Schwächen herauszufinden...
Im Gästezimmer
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Keriot
Im Gästezimmer
Zuletzt geändert von Keriot am Sonntag 27. Juli 2008, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.