Rasch vergingen die kommenden Stunden zwischen Kleidern, Kleidern und noch mehr Kleidern. Eigentlich war es recht amüsant etwas passendes zusammen zu stellen und zu sehen wie es an ihm wirkte. Offenbar zufrieden verabschiedete er sich sodann. Rivkah selbst begann damit die restlichen Muster und Kleider wieder zu versorgen und mit jedem Handgriff verblasste das Lächeln. Am gestrigen Abend war sie fortgelaufen, erschrocken über all das was hätte passieren können. Ob sie wohl..? Neda! Denk nicht einmal daran! Energisch schärfte sie sich die Worte wieder und wieder ein. Diese Entscheidung lag nicht bei ihr und in wie weit man den eigenen Fadrim um den Finger wickeln konnte würde sich zeigen. Zumindest Raniya schien sehr überzeugt das ihr dies mühelos gelang. Hatten seine Worte noch bestand? Würde sie selbst wählen dürfen oder würde die Abneigung gegen die Yazir ein Versprechen brechen lassen.
Unruhig sah sie sich um. So zumindest würde es kein Ende nehmen. Vielleicht sollte sie ein weiteres Schreiben senden. Aiwa, es wäre eine Möglichkeit. Vorerst jedoch musste sie sich mit diesen Datteln befassen. So weit war es also schon das sie die Shoka bestochen hatte um gewisse Dinge im Verborgenen zu lassen. Im Grunde wäre es unnötig gewesen wenn sie nicht gewisse Worte angemerkt hätte. So oder so... es gab derweil keine schlimmere Vorstellung als viele kleine Shoka's die in der eigenen Familie großgezogen wurden. Brrr, neda das würden selbst ihre Nerven nicht verkraften. Drei volle Schüsseln wurden pünktlich abgeliefert und Amira's Grinsen sprach wahre Bände. Rivkah selbst musste breit Grinsen bei dem Ausdruck der folgte als die Schüsseln übergeben wurden. Wenn nur jeder so einfach zufrieden zu stellen wäre. Bereits auf dem Weg nach Hause schwand ihr Lächeln und sie beschloss sich dem Schrieb direkt anzunehmen.
Bewusst wurden die wenigen Zeilen im Haus des Bruders zurück gelassen. Er würde sie finden sobald er am Tisch vorbei kommen sollte. Ein wenig erleichtert hoben sich ihre Mundwinkel unter den Schleiern an und sie wandte sich der Türe zu. Unbewusst wurde hierbei ein Brief verloren der nur für ihre Augen bestimmt war. Natürlich hatte sie die Zeilen bei sich getragen, gut verborgen in einer Tasche nahe ihres Herzens. Nun jedoch fanden sie sich unbeachtet auf dem Boden in Fuad's Haus vor dessen Türe wieder. Rivkah schloss die Türen ohne zurück zu blicken und eilte in südöstlicher Richtung davon. Vielleicht war es gut noch einmal mit der Shoka zu sprechen.Salam geliebter Fadrim,
vieles geschah die Tage jenes deine Aufmerksamkeit haben sollte. So mögest du dich eingeladen fühlen zu einem Essen bei mir. Sicherlich finden sich hier die richtigen Worte um die Sorge von deinem Herzen abzuwenden.
Mögest du stets Wasser und Schatten finden.
Rivkah