Das Erstarken des Söldnerheeres

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Alexyos Rachus
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Das Erstarken des Söldnerheeres

Beitrag von Alexyos Rachus »

Alexyos war noch nicht lange Hauptmann, dennoch hatte er ganze Arbeit geleistet... und was für eine! Er stand am großen Balkon, sich mit beiden Händen auf das niedrige Gemäur stützend, in den Hof der Festung mit geweiteten Augen blickend... Für einen Augenblick lockerten sich die Gesichtszüge, welche die Mimik des Hauptmanns streng aussehen ließen.. Sein Gesichtsausdruck spiegelte die Faszination wieder, welche ihn überkam.

Hunderte von Mannen trugen fleißig Kisten, Möbel, Bretter, Truhen und sonstige Gegenstände geschultert durch den Hof, alles ordentlich sortierend, es herrschte eine Disziplin, welche Alexyos lange Zeit vermisst hatte. Jeder der Kameraden, welcher zum Balkon aufsah, grüßte den Hauptmann bei seinem Titel und es klang in seinen Ohren alles andere als gezwungen...
Der Blick des Hauptmanns schweifte nun über die Mauer der Festung und bekam das in letzter Zeit Übliche zu sehen: Junge, unbekannte Gesichter, die Richtung der Krähenfestung ritten oder gingen, vermutlich neue Rekruten. Es war nicht zu übersehen, der Umbruch war erfolgreich eingeleitet worden. Doch Alexyos wusste, dass dank seiner Vorgänger nun alles von ihm abhing. Er verkörperte den neuen Geist der Sturmkrähen, mit der Vergangenheit sollte abgeschlossen werden. Das hatte er seinen Mannen oft genug gepredigt, und sie schienen tatsächlich alle aufzuwachen...

Bei diesem Anblick überkam den Hauptmann, was selten geschah, ein Gefühl der Macht. Die Erfolge ließen nicht nur das Söldnerheer erstarken, sondern lenkten auch von den seelischen Problemen Alexyos ab.
Doch die in ihm hervorgerufenen Machtgefühle versuchte er sogleich wieder zu unterdrücken, er wollte dem Leitsatz für immer treu bleiben: "Der König ist der Erste Diener des Staates". Sogleich kehrte er dem Geschehen den Rücken und eilte die Stiegen hinab, um in der Halle mitanzupacken...

Beim Betreten der Halle, wo einst der Versammlungstisch der Söldner gestanden hatte, fiel ihm sofort das große Banner der Sturmkrähen auf, welches durchlöchert und vom Schmutz bedeckt zwischen mehreren Kisten und Truhen lag. Als er sah, wie zwei Kameraden an jenem vernachlässigtem Banner vorbeigingen, runzelte er erbost-wirkend die Stirn und erhob die tiefe Stimme gen der beiden: "Wollt ihr Unser Banner dort so rumliegen lassen? Hebt es auf und näht es wieder zusammen, kein Staubkörnchen soll daran haften! Es soll vor dem großen Versammlungshaus im neuen Lager aufgestellt werden!", befahl der Hauptmann, gefolgt von einem knappen aufmunternden Laecheln. "Jawohl, Hauptmann!", und die Mannen hoben das Banner auf, es nach draußen bringend.

Dann machte sich Alexyos daran, Kisten, welche in der Halle überall herumlagen, nach draußen zu tragen. Er wusste, die Kameraden mochten es zu sehen, wie er mit ihnen die gleiche Arbeit verrichtete. Und der Vorteil von Alexyos lag darin, dass er es gerne tat...
Zuletzt geändert von Alexyos Rachus am Sonntag 20. Juli 2008, 02:52, insgesamt 4-mal geändert.
Diego

Beitrag von Diego »

Wieder, so wie in den letzten Tagen auch, wurde Diego unsanft, früh am Morgen vom Hauptmann geweckt um zusammen mit den anderen Söldnern, die allerdings schon längst auf den Beinen waren, fleißig die Kisten und das sonstige Gepäck auf die Pferde und Kutschen aufzuladen. Mit schläfrigem Blick trat Diego dann aus seinem Zimmer und hob das Gesicht mit geschlossenen Augen gen Himmel, um die angenehm wärmenden Sonnenstrahlen für einen Augenblick zu genießen. Nach einem knappen Gähnen versuchte er wohl seinen Schlaf aus den Augen zu reiben, jedoch blickte Diego er zum Hauptmann immer noch mit verschlafenem Blick auf, als dieser zu ihm kam.



"Kann ich nich' Platzwart oder so machen?"
Doch der Hauptmann lachte bei dieser Frage nur kurz auf und schloss sich dann sofort wieder der Arbeit der vielen anderen Söldnern an.
Diego rollte nur kurz noch einmal mit den Augen und machte sich daran die Kisten zu verladen, er gab sich dabei zwar sichtlich nicht soviel Mühe wie die anderen Kameraden, fing jedoch trotzdem sehr schnell an zu schwitzen. Der Hauptmann war dem dicklichen Diego nicht gnädig, trotz seines Leutnantabzeichens. Doch er konnte es Alexyos nicht übel nehmen, denn er wusste, wozu Faulheit und Trägheit in der Vergangenheit beigetragen hatten.


Als sich der Tag dann schließlich dem Ende zuneigte ging Diego schlurfend wieder zurück in sein Zimmer und lies sich erschöpft in sein Bett fallen, wo er dann nach wenigen Minuten einschlief. Der Tag war eben anstrengend gewesen, ebenso wie die vorherigen. Doch es lohnte sich. Selbst Diego war das bewusst, der nicht als einer der Schlausten galt.
Zuletzt geändert von Diego am Montag 21. Juli 2008, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
Suesann Knox
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Suesann Knox »

*Es war früh am Morgen, die morgendlichen Sonnenstrahlen tauchten das Land in goldgelbe Farben, die Vögel, welche bereits munter waren, zwitscherten freudig Lieder von den Dächern und die Hähne auf den Höfen Krähten lautstark.
Dies war der Zeitpunkt an dem Sue langsam ihre Augen öffnete und für einen neun Tag wach wurde. Mit zerzaustem Haar und müden Blick lag sie in dem großen Doppelbett, ihre blutrote Seidendecke hatte sie bis zum Hals hochgezogen und so blieb sie liegen, lauschte den morgendlichen Klängen der Natur und wurde langsam munter.
Nachdem sie einige Zeit ruhig da lag und ihre Kräfte sammelte, stand sie auf und tapste barfuss und nur bekleidet in einer Art Morgenmantel zum Fenster ihres Zimmers, dieses wurde sogleich geöffnet und ein tiefer Atemzug wurde eingenommen.
Dann wanderte ihr blick hinaus in den Burghof, dort fielen ihr sofort die ganzen fleißigen Söldner auf, die schon eifrig an diesem Morgen am Packen und Räumen waren, für den bevorstehenden Umzug.
Erfreut über diesen Anblick lächelte sie sanft und tapste langsam zu ihrer Garderobe um sich einzukleiden.

Kurze Zeit später stand sie auch schon selbst im Hofe um etwas mitzuhelfen, doch waren die meisten Truhen und Kisten zu schwer für die Frau und so beschloss sie ihr Pferd zu nehmen und zum nächsten Bäckersmann zu reiten um für sich und die fleissigen Mannen Frühstück zu besorgen.
Nachdem sie nach geglücktem Einkauf zurück zur Feste kam, deckte sie erstmal den großen Tisch, der mehr zur Besprechung diente, als für Essen.
Dies war ihr jedoch scheinbar egal und so Tischte sie reichlich Essen und Trinken auf sodass ihre Kameraden sich für den Tag stärken konnten.
Während alle aßen, als gäbe es keinen Morgen mehr, saß sie ruhig auf ihren Platz und spielte mit einem stück Brot herum, dabei wanderte ihr Blick immer wieder zum Hauptmann dem sie, wenn er mal hochsah und in ihre Richtung immer wieder sanft zulächelte.
Kurz darauf war es dann auch wieder so weit - die Männer erhoben sich und gingen zurück an die Arbeit, Sue blickte den Krähen noch nach ehe sie ebenfalls aufstand um den Tisch zu säubern und sich danach an die restliche Arbeit zu machen, die noch auf sie wartete.*
Feyares

Beitrag von Feyares »

Feyares raunte bei dem Gedanken nur eine Kiste noch anzuheben. Ihm war alles einfach viel zu schwer was eher an seiner Faulheit lag. Er schleppte eine Kiste nach der anderen langsam zu den anderen Kisten, die schon warteten um auf ein Pferd zu beladen werden. Nach eine der unzähligen Kisten die Feyares bewegte, machte sich der Gedanke breit einfach sich in eine Ecke zu verziehen wo er seine Ruhe hätte und ihn auch niemand stören würde. Er blickte sich etwas um wo die Söldner entlang liefen um ein geeigneten ruhigen platz zu finden wo er seine ruhe hätte. Nach einer kurzen Zeit bewegte er sich schnell hinter die Festung wo Hühner und Schafe waren. Er lehnte sich erstmal an die Wand und atmete tief aus. Er rutschte die Mauer hinunter und saß für einen längeren Moment da und dachte einen Moment nach ob er vielleicht doch wieder zu denn anderen Söldner gehen sollte und noch ein wenig mithelfen sollte bevor sie ihm alles weg nahmen was zu tragen da war.
Ein lautes entnervtes stöhnen gab er von sich und rappelte sich wieder auf. Langsam schlenderte er wieder zu denn voll bepackten Kisten und schaute sich nach denn Söldnern um. Er sah Diego, der dicke Leutnant, schwitzend und keuchend schwere Kisten schleppen. Denn Hauptmann Alexyos der anscheint keine Mühe hatte die schwersten von allen Kisten zu heben. Die zarte Sue, die leichteres Gepäck trug und die vielen anderen Söldner. Nun erspähte er mehrere Kisten voll mit Umhängen und anderen Stoffen. Dies war seine Chance, er nahm die Kisten beiseite so das sie unauffällig in der Ecke standen und so Arbeitete er sie langsam ab bis der Tag endlich am Ende war.

Am Abend saßen viele erschlagene Söldner, die Erschöpft waren von ihrer Packerei am kleinem Feuer und tranken ihr Bier und Schnaps.
Feyares hielt nicht viel davon und verzog sich schnell in sein Zimmer und kam auch nicht mehr heraus an dem Abend. Bis zum neuen Morgen wo alles wieder seinen gewohnten Gang lief....Kisten schleppen!
Alexyos Rachus
Beiträge: 0
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Alexyos Rachus »

Alexyos saß an seinem Schreibtisch - der wohlgemerkt nun im Hof der Festung stand - und blicke auf die Skizze vor ihm, welche vom Schein einer Laterne beleuchtet wurde. Es war die Skizze, welche die Grundrisse des neuen Lagers auf Lameriast darstellte. Hier und da wurde mittels der Feder eine Korrektur gesetzt oder einiges durchgestrichen oder es wurden Zahlen hinzugeschrieben. So ungefähr sollte es also aussehen... Alexyos nickte knapp, was vermuten ließ, dass er mit der Planung des neuen Lagers zufrieden war.

Nachdem er die Skizze wieder eingerollt und weggepackt hatte, ließ er seinen strengen Blick über den Hof schweifen. Langsam runzelte er die Stirn, als er merke, dass es schon spät war und alle schlafen gegangen waren. Der Hof stand beinah leer, nur einige Kisten lagen herum, doch das Meiste und Wichtigste war bereits in die Burg Eisenwart transportiert und abgelagert worden. Ein kurzer Blick halt noch der alten Burg, welche bald brennen sollte... mit dem Niedergang der Festung sollte die Erinnerung an die alten Sturmkrähen für immer verblassen!

Ehe er sich von seinem Schreibtisch erheben konnte, spürte er 2 Hände, welche sich auf seine Schultern gelegt hatten. Er kannte diese Gestik und blickte leicht zu ihr empor - Suesann Knox, seine Diplomatin und Geliebte... Immer stand sie an seiner Seite, immer war sie für ihn da, immer für eine Aufmunterung zur Verfügung, immer bereit zu lieben.
Er schenkte der Frau ein müdes Lächeln, doch es kam nicht so ganz vom Herzen, wie sie es wohl gern gehabt hätte. Er hatte die Liebe zu Sue für längere Zeit verdrängt, und sie... hatte das wohl gemerkt! Und dennoch hielt sie zu ihm. Dachte sie, er würde sie nicht mehr lieben? Hoffentlich nicht! Denn in ihm schlummerte noch die alte Liebe, auf die Sue in vergangenen Zeiten eigenartig reagiert hatte - verrückt sogar! Er wollte nicht verletzt werden, und schon gar nicht in diesen Zeiten des Umbruchs. Nichts durfte ihn von der Arbeit ablenken, er musste - unantastbar wirken.

"Genug für heute, Hauptmann. Morgen ist ein harter Tag, da müssen wir das Baumaterial hinüberbringen!", flüsterte ihm Sue zu, mit einem liebem Lächeln auf den Lippen. Er erhob sich und ließ sich von der Diplomatin in sein Zimmer führen, an der Hand gehalten. Während sie gingen, wanderte der Blick über die Gestalt der Frau. Selbst zu dieser späten Stunde trug sie noch ihre Uniform. Früher, als er beim Heer noch als Rekrut gedient hatte, trug sie selten das Grün. Jetzt trug sie es gerne. Sie wollte mit großem Einsatz beim Umbruch mitwirken und achtete auf viele Details. Das gefiel dem Hauptmann. Sogar sehr gut.
Zuletzt geändert von Alexyos Rachus am Freitag 25. Juli 2008, 02:52, insgesamt 3-mal geändert.
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