Nebel der Vergangenheit - Oder auch neues Glueck?

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Shanna Llastobhar

Nebel der Vergangenheit - Oder auch neues Glueck?

Beitrag von Shanna Llastobhar »

Bei den Geistern der Ahnen wie war das denn nur geschehen?
Vorsichtig öffnete sie die Augen und
blickte in das Gesicht von Marcus neben sich.
Sie hatte ihn doch gerade erst kennengelernt gehabt
und schon war sie in seinen Armen gelegen.

Wenn Ronya das sah,
sie musste sie fuer eine Dirne halten.
Über sich selber erschrocken
erhob sie sich vorsichtig vom Bett auf.

Es hatte geregnet
und sie war noch durch Varuna gelaufen.
Langsam war der Morgen erwacht gewesen
und Alassea dachte an früher.
An das Lager,
an die Schwestern
an ihre eigene Vergangenheit.

Lange stand sie still am Fenster.
Der Wind streifte sachte durch ihre Haare.
Jene waren so weiss wie der Schnee und mit einem Lächeln
erinnerte sie sich wie sie zu den weissen Haaren gekommen war,
die einst mal so rot wie das Feuer waren.
Ihre dunkelblauen augen lagen ruhig auf dem Wald
und ihre feingliedrigen Haende lagen auf dem Fenstersims.

Ronya und Torina waren beide lange nicht mehr zu sehen gewesen.
Alleine fuehlte sich Alassea.
Ohne den Schwestern war sie einfach nichts.
Was hatte sie nur zu Marcus gezogen gehabt?

Waren es seine ozeanblauen Augen gewesen
in denen sie einfach nur versank?
War es seine charmante Art gewesen?
Seine sanften Haende?
Noch nie wirklich hatte sie einen Mann geliebt gehabt.

Ausgerechnet einen Mann. Männer waren ihr immer verhasst gewesen.
Seit jenem Tage ,als welche sie im Wald gegriffen hatten
gefesselt hatten und sie einfach genommen hatten.
Ihre sonst sanft blickenden Augen nahme eine Eiseskälte an.

Ronya hatte Männer auch gehasst, Torina ebenso.
Wobei Ronya hatte immer gesagt
dass nur ein ihr würdiger Krieger eine Chance bei ihr haette.
Marcus, sie wusste kaum etwas ueber ihn, er aber umso weniger von ihr.

Nichts hatte sie ihm über sich gesagt.
Nicht das sie mal Ronyas Schamanin war.
Nicht das sie als Kind von Wölfen grossgezogen war.
Nicht das sie Männer eigendlich hasste und
jene sich daheim vor ihr gefuerchtet hatten.

Ihre Rache war hart gewesen.
Viele Männer zu Hause waren nicht mehr in der Lage Kinder zu Zeugen.
Sie hatten ihr ihre Eltern genommen.
Mit Bitterkeit dachte sie daran wie Akuma ihr erzählt hatte,
dass er daran Schuld war, das ihre Eltern gestorben ware.
Er hatte erzählt dass er mit seinen Bruedern etwas wertvolles
und zugleich gefährliches besorgen musste und
das er dabei angegriffen wurde und
die Gefährlichkeit des Gegenstandes daran Schuld gewesen war
das ihre Eltern starben noch bevor Alassea
sie richtig kennenlernen konnte.
Ausgerechnet ER, er der ihr einst das Kämpfen beigebracht hatte.
Den sie mal einst geliebt hatte.

Vergangenheit, sie musste sie abstreifen.
Hier war sie nur eine einfache Schuetzin,
mehr nicht und sie wuerde nie mehr werden.

Unwillkürlich ballte sie ihre Fäusste.
Würde Marcus sie auch so enttäuschen?
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Wie abermillionen winzige, schmutzgraublaue Seitenhiebe peitschte der Regen durch Bajard und trommelte wütend gegen die hölzernen Mauerwerke, hinter deren Schutz sich die Bewohner der idyllischen Kleinstadt versteckt hielten um in ihren heimelnden Kammern bei knisterndem, warmem Kaminfeuer friedlich zu nächtigen und so dem Sturm ganu banal zu trotzen.
Die mächtigen Leiber der Schiffe schwankten im Hafen und vermittelten so im letzten Zwielicht die Illusion es handle sich bei ihnen um riesige Meeresgiganten, welche im aufgeschäumten, wilden Wasser ihrem unwirklichen Leben nachgingen. Fast wirkte es so als nickten sie mit jeder ächzenden Bewegung der kleinen, blütenzarten Gestalt zu, welche an der spitze der letzten, klippenhaften Landzunge einer steifen Statuette gleich bewegungslos verharrte. Trotz des nachtblauen, etwas fleddrigen Umhang, welcher sich aufgrund der Bö an sie schmiegte, wirkte sie gespenstisch dünn oder vielmehr zerbrechlich wie ein Porzellanpüppchen. Als der brüllende Wind ihr mit roher Kraftgewalt die Kaputze vom Kopfe riss, liess sie es ohne die geringste Gegenwehr geschehen und grosse, nebehaft verschleierte, trübgraue Augen starrten fast bessessen gen Nachtwogen draussen auf der See.
Wäre nicht ab und an ein rascher Lidschlag merklich, mit welchem sich dunkle, feine Wimpern senkten um kurz darauf wieder steif am geweiteten Augenrand zu verharren, so wäre man dem Trugbild erlegen, dass es sich bei dem Wesen wirklich um ein Püppchen aus Glas handeln musste.
Das Gesicht war kindlich fein geschnitten, als habe ein Künstler sie mit all seiner Perfektion auf der Leinwand geschaffen. Die Haut welche sich über dieses Puppengesicht spannte war beinahe reinweiss bleich und erinnerte in erster Linie an blanken Marmor. Die zartdünne Statur, welche boshafterweise nur aufgrund der zierlichen Taille unterstrich, dass es sich bei ihr um ein erblühendes Mädchen handeln musste, war beinahe bar jeglicher weibischer Rundungen an Brust und Gesäss. Ganz so, wie Puppenmacher ihre Werke ausstatteten. Einzig ihr wohl im unbewegten Zustand hüftlanges Haupthaar war nicht gewöhnlich für eine Porzellanpuppe. Weiss wie frischer Schnee und aufgrund der aberwinzigen Regentropfen glitzernd wie Eiskristalle wogte es vom Winde gezerrt wie eine flattrige Fahne am Kopfe.
Sie jedoch reagierte nicht, sie suchte Antworten auf Fragen welche man ihr vor einer Stunde plötzlich eines Rästels gleich stellte...

Als Viljos Atem gleichmäßig und ruhig war, die junge Männerbrust sich friedlich hob um sich langsam im Ausatmen zu senken, da liess auch ihr Gefühl keinen Zweifel mehr über, dass der ältere Brüder nun Kraft schöpfen und schlafen konnte. Sie selber nur spürte noch innere Unruhe und der Gedanke an einen Becher heissen Glühwein bewegte die bleichen, dünnen Beinchen fast von selber. Als sie den alten Umhang, welchen ihr einst Cathal mit sanftem Lächeln gab, um sich schlang, war es nur noch ein letzer Kuss auf die Stirne des Zwillings und eine zarte, liebkosende Streichelbewegung durch sein silberweisses Haar, welche sie noch kurz zurückhielten, dann knarrte die Türe zum Zimmer der beiden leise...

Er hatte sie in trunkenem Zustand etwas grob am dürren Handgelenk gepackt und herumgerissen und wirres Zeug geredet, erst als er in ihr Gesicht blickte, schüttelte er brummelig den Kopf und liess sie los.
"Verwechslung... Kleine...", sein Gelalle verstand sie seltsamerweise mühelos, "... sachma, haste ne ältere Schwester oder färbt ihr Weiber euch s Haar nun weiss..." Die Worte entzündeten mit einem einzigen Male ein brennendes Feuer der Verwirrung, Hoffnung und unverholener Sehnsucht in den vorher geistig abwesend wirkenden, verträumten Augen.
Die rauchige, leise Stimme stach förmlich auf ihn ein und widerwillig gab er Preis, was er wusste oder zu wissen glaubte.
Im Regen war sie durch Varuna gerannt, das Mädchen an welches er nun dachte, auch ihr Haar war schneefarben, auch sie war kaum grösser als das kleine Wesen vor ihm nun und ebenso zart. Gut sie war ihm nicht so gespenstisch unwirklich erschienen wie das Kind mit den nun fast lodernden Blicken und musste er anmerken, dass er die Schönheit im Regen wohl auf etwa sechzehn Sommer schon gerechnet hätte, wobei sein abschätzender Blick über ihre Puppenstatur verriet, dass er sich für jünger und unreifer hielt.
Als nichts mehr herauszupressen war, da er sich weigerte weiterhin mit ihr zu reden und ein kräftiger Stoss das Mädchen ohne Probleme wieder gen Türe beförderte, ging sie in fieberhaften Gedanken ihre eigenen, unbewussten Wege im durchstürmten Bajard.

Shanna, es musste Shanna sein. Die verlorene Base, welche im selben Jahreslauf wie Una gebohren wurde. Shanna, von der man seit 4 Jahren kein Lebenszeichen mehr vernommen hatte. Shanna, die man geliebt hatte... das gleiche Schneehaar, wie es das Erbe ihrer gesamten Familie in sich trug, die gleiche zerbrechliche Statur, fast dieselbe Grösse und zuletzt... exakt das gleiche Alter. Shanna....

Erst als sich der Sturm gelegt hatte und im morgenlichen Grau ein flirrender Streifen Regenbogen sich in die Himmelsdecke bohrte, erst da war ihr fiebriger Suchplan gefestigt und obwohl ihr dabei Cathals Umhang von den schmalen Mädchenschultern glitt, streckte sie beide Hände aus um nach diesem Hoffnungsschimmer zu greifen. Vielleicht war ein weiteres, verlorenes Familienmitglied gefunden.
Vielleicht...

[img]http://mitglied.lycos.de/sherahadh/Unasee.JPG[/img]
Shanna Llastobhar

Beitrag von Shanna Llastobhar »

Noch immer stand sie still wie eine Statue am Fenster
Sie hatte es sich angewöhnt damals im Lager
bei den Schwestern, zu stehen und zu warten.

Auf Antworten zu warten, auf Fragen.
Ihre Gedanken wanderten zu ihrem kleinen Sohn, den sie mal hatte.
Oh wie grausam musste er sterben. Ermordet war er nur drei Tage nach seiner Geburt und nur weil sie unebdacht gewesen war.

Lange war sie in Trauer gewesen.
Er wäre nie auf die Welt gekommen, wenn dieser
verfluchte Mann nicht gewesen wäre, der ihr Dinge gab
und Gegenleistungen forderte.

Sie hatte sich nicht wehren koennen, waren die Dinge
doch fuer Ronya gewesen. Die Frau die sie lange
sehr lange heiss und innig geliebt hatte. Zu der sie aufgeschaut hatte.

Langsam in lautlosen geschmeidigen Schritten, ganz so als schwebe sie
verliess sie die Herberge und glitt durch den peitschenden Regen.
Ihre langen weissen Haare wehten um sie herum und in der Dunkelheit
wirkten sie wie mystisch.

Marcus hatte gesagt es wuerden viele Gefahren lauern.
Es war ihr egal. Ruhig schritt sie durch den nahen Wald und sog förmlich den Duft des Waldes in sich hinein.
Rainou, er fehlte ihr. Ihr weisser Wolf, der sie im Grunde grossgezogen hatte. Er starb als sie selber starb.

War sie gestorben? Ein Teil von ihr ja. Die ganzen toten Schwestern.
Es starb jedesmal ein Teil von ihr mit, wenn die Schwestern starben. Ihr Blick wanderte ungewöhnlich ruhig über die dunklen Baumwipfeln, als suche sie dort irgendwas.

Sie genoss die Stille der Nacht, das plätschern des Regens und das Rauschen der Bäume im Wind. Die dunkelheit machte ihr nichts aus und auch nicht das Wölfe in der Naehe herumschlichen. Voellig durchnässt setzte sie sich in Bajrd in die Taverne und trank langsam ein Glas Wein.

Ronyas lieblingsgetränk. Aus Liebe zu Ronya hatte sie es sich angewöhnt auch Wein zu trinken. Ihr Blick lag auf der Tischplatte und sie merkte kaum wenn jemand hereinkam.
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Wieder war es der schlafende Viljo, welchen sie mit nervösem Blicke abtastete und dabei wie ein Kind vor dem Bette der Eltern unschlüssig von einem Fuss auf den anderen trat. Er musste doch bald wach werden, er musste einfach, denn auch wenn Alassea selber noch scheinbar einiges zu erledigen hatte, so bohrte in ihr der aberwitzige Gedanke, dass die Chancen mit ihrer Vermutung richtig zu liegen, mit jedem veronnenen Moment sanken.

Doch Viljos Gesicht wirkte wächsern und sein einst so ruhiger Atem war nun flach und deutlich schneller. Im dunklen Traume drehte er sich im Bett um, eine Hand krallte sich ins Laken, eine andere griff kurz ins Leere. Ein Name kam über seine kreidebleichen Lippen und Unas Herz sank tiefer. Ein einziger, eindringlicher Gedanke ihrerseits könnte den Bruder langsam wecken, ohne dass sie lange Worte benötigte, doch gerade jetzt konnte sie ihn unmöglich aus dem Schlafe reissen.

Er hatte ihren Namen nicht mehr erwähnt, seit die Geschwister einander in Bajard wieder gefunden hatten, doch ahnte Una, dass ein dunkler Schatten sich langsam über die Stelle seiner Herzens gelegt hatte, an welcher noch vor wenigen Mondläufen das Bild einer schönen, jungen Frau pulsiert hatte. Sie würde ihren Bruder nicht fragen was passiert war, schliesslich war es an ihm den passenden Moment für ein solch gemütstrübendes Gespräch abzupassen... gesetzt er wollte je mit ihr darüber sprechen.

Jetzt zumindest musste sie ihm die Zeit geben, die er brauchte um seine aufgezehrten Kräfte langsam wieder zu erlangen auch wenn die Ungeduld sie langsam zermürbte.
Ein Wort, ein Zugeständnis, ein Nicken seitens Viljo konnte ihre Hoffnung bestätigen und obwohl sie nur Cathals Erzählungen und Viljos, damals kindlich trotzigen Worten, über Shanna Llastobhar lauschen konnte, da Vater es vorzog sie nicht mit sich zu nehmen, wenn er seine Base besuchte, so hatte Una diese doch stets idealisiert und bewundert.

Sie erinnerte sich wehmütig an den Sommernachmittag vor einigen Jahren, als sie zu dritt auf einer saftig grünen Wiese lagen, die Wolkenformen am Himmel definierten und an Grashalmen kauten. Cathal, welcher zuvor Una mit einem Halm geneckt und dafür schmollige Tadelblicke seitens Viljo kassiert hatte, brachte das Thema Shanna unmittelbar und plötzlich in die Runde.

"Sorcha wird sie nun suchen gehen... ich hoffe sie hat Erfolg. Wenn nicht, so gehen mit einem Schlage zwei glitzernde Juwelen der Familie verloren und es wird wieder etwas dunkler."

Unas spürte wie ein Schauer in ihren Nackenwirbeln wütete. Keine Träne funkelte in Cathals hellen Augen, doch hatte sie den erstickten Unterton der Trauer nur zu deutlich in seiner sonst unbeschwert leichten Stimme vernommen.

"Ich werd den Abend nicht vergessen, als ich sie das erste Mal sah. Ihr zwei seid so verschieden... während ich dich geistig abwesend und murmelnd wie ein kleiner Kobold in der Mauernische fand, so fand Shanna eher mich. Sie rannte in mich hinein und obwohl das kleine Ding so zart und winzig war, dass ich sie mit einer Hand einfach aus dem Weg hätte heben können, so stemmte sie doch zuerst die Ärmchen in die Seite, durchbohrte mich mit ihren Augen, so tief und dunkelblau wie die Meeresgeheimnisse um mir dann kühn zu erklären, dass dies ihr Haus sei und ich als Gast den Hausdamen etwas mehr Respekt schulden würde."

Er lachte herzlich auf bei dieser Erinnerung, dann erstickte die Trauer seine Freude im Keim und mit einem eher gequälten Lächeln auf seinen schmalen, wohlgeformten Lippen murmelte er nur leiser.

"Ich glaube daraufhin habe ich nur noch dämlicher und unverschämter gestarrt... hm, eine beeindrucktende, kleine Dame..."

Viljo nickte und drehte sich dann im Grase weg von ihnen, als wolle er so versuchen der trüben Thematik zu entweichen, doch in Unas Kopf rumorte es noch lange weiter.

Jetzt war sie der Antwort so nahe. Alassea war wie ein fleischgewordenes Bild, welches zuvor noch etwas gesichtslos in Unas Gedanken umherspukte. Sie war jung, zart und klein und dennoch pulsierte eine Kraft und eine Art Weisheit in den Augen des Mädchens, wie sie es bei keinem wagemutigen Krieger oder Lehrmeister bisher gesehen hatte. Ein Funke Unabhängigkeit, der durch alleiniges ansehen Mut machte und Freiheit schenkte.

Wieder pochte ihr das Herz bis zum Halse und bettelnd glitt ihr Blick über die schlafende, schlanke Gestalt des Bruders.

"Werd bald gesund, Bruderherz... jemand wartet auf dich!"
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

- ubsala falscher tread-
Shanna Llastobhar

Beitrag von Shanna Llastobhar »

Das Gespräch hatte sie verwirrt.
Sie wusste nicht mehr wer sie nun wirklich war.
Bei den Geistern der Ahnen, sie verstand die Welt nicht mehr.

Lange hatte sie mit Una gesprochen.
Sie hatte Namen gesagt die ihr so vertraut und doch so fremd waren.
Alleine Unas Name klang ihr sehr vertraut.

Irgendwo in einer Gasse Bajards rollte sie sich irgendwan zusammen
das Kleid wie eine Decke nutzend.
War ihre Vergangenheit nur Trug gewesen?
War es eine Vergangenheit die sie aufgrund des Giftes hatte?


Eng zog sie die Beine an sich, der Regen prasselte auf sie nieder,
doch sie schien ihn zu spüren. Für sie gab es nur die Gedanken die sie hatte.
Una war ihr so verdammt ähnlich.
Die gleiche Statur, die gleichen weissen Haare.
Die helle Haut. Sie hatte Una heimlich genau gemustert.

Sie koennten wahrlich Geschwister sein.
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Sein Kopfnicken und der plötzliche, recht überzeugte Zuspruch besiegelte es endgültig. Ihr Herz sprang in begeisterten, kleinen Sprüngen, während sie versuchte das gefundene Stück Familie quer über den Tisch hinweg zu umarmen. Sie lauschte Viljos tonlosem Lachen in ihrem Kopfe, als sie nun halb über der Tischdecke lag und mit den Beinen wild in der Luft strampelte um trotz der kleinen Grösse auch bis zu ihr zu gelangen.

Die Frage ob des Namens war schnell gestellt und freimütig gab sie diese mit einem edelen Gesichte und gutmütigem Lächeln zurück.

"Wie ist es euch beiden denn nun lieber?"

"Shanna..." war die Antwort wie aus einem Munde und Viljos Hand drückte die ihre mit sachter Zustimmung noch zusätzlich. Es war in der Tat besiegelt und mit diesen wenigen, doch so märchenhaft glimmenden Worten, welche noch lang in ihren Ohren widerhallten, hatten sie alle drei wieder etwas unheimlich wunderbares zurückgewonnen.

Doch nicht nur das Glück pochte in ihren Adern, irgendetwas überschattete noch diese wundersame Situation und sie spürte die noch immer bestehende Verwirrung und Sorge in Shannas Herzen. Mit diesem Treffen hatte die junge Frau eine ganze Familie wieder zurückbekommen, sehnte sich nach Mutter und Geschwistern, würde sich wohl bald auch mit den dunkleren Ebenen der Familie Llastobhar unweigerlich neu konfrontiert sehen und auch die eisigen Jahre voller Schmerz und Tod, welche Shanna hatten wachsen und gleichermaßen leiden lassen, waren noch längst nicht aufgearbeitet.
Es wurde lediglich ein neuer Pfad in einem vielleicht enorm schweren Wege betreten, doch diesen musste sie nun nicht mehr alleine gehen!

[img]http://mitglied.lycos.de/sherahadh/Shanna.JPG[/img]
Shanna Llastobhar

Beitrag von Shanna Llastobhar »

Langsam kletterte sie aus dem Bett.
Kurz verhedderte sie sich im Bettlaken
und schaute zu Marcus.

Er schlief friedlich weiter und
schweigend schlüpfte sie in ihre
Kleidung. Die Sonne zeigte sich immer wieder
in den dunklen Novemberwolken.

Sie war erleichtert gewesen, als Viljo sagte sie sei es
aber auch erschrocken. Sie liess es sich nicht anmerken und
setzte ihr typisch sanftes Lächeln auf.

Auf Fragen die sie stellte wusste Viljo einige Antworten und als sie dann
Nachts im Bett lag träumte sie.

Ich geh ihn suchen, ich glaube nicht das er tot ist.

Hatte sie gesagt und ihr Bündel gepackt. Nichts konnte sie aufhalten, denn sie ging als alle schliefen. Mit stockendem Atem wurde sie wach und dachte daran wieviele Tote sie danach gesehen hatte.
Wievielen von ihnen sie den Weg in die Halle der Ahnen erleichtert hatte. Wievielen von ihnen sie die Hand gehalten hatte wärend ihr letzter Atemzug den Körper entspannte.

In der Schlacht um Aschkra, wo sie Yana verlor. Eine wunderbare Frau die ihr Liebe bekundet hatte und zwei Stunden später war sie tot gewesen. Sie selber trug Yana zu Grabe, sie selber fuehrte das Totenritual durch. Nein weg damit, es war Vergangenheit.

Steinern wirkte ihr Gesicht fuer einen Augenblick, als sie im ihre
ungewöhnliche voellige Ruhe rang.
Sie hatte lange dafuer arbeiten muessen, um so ruhig zu wirken.
Hart hatte sie arbeiten muessen um trotz ihrer jungen Jahre als etwas grosses annerkannt zu werden im Lager.

Schnell stand sie auf und verliess die Herberge.
Raus hier raus an die Luft war ihr sehnlichster Wunsch.
Weg mit den Erinnerungen.
Eine neue Phase in ihrem Leben hatte begonnen.
Ihre Ruhe durfte nicht bröckeln, sie hatte so unendlich hart
dafuer gearbeitet diese voellige Ruhe zu gewinnen. Soviele Stunden
einfach nur irgendwo zu stehen und zu lauschen.

Sie schlang ihre Arme um ihren Leib und schloss einen Moment ihre Augen.
Tief atmete sie die kühle frische Luft ein und langsam
spürte sie wie sie ruhiger wurde. Eluives Lied tief in ihr drin beruhigte sie allmählich.
Gelassen schritt sie mit wiegenden lautlosen Schritten nach Bajard in die Taverne.
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