Das Ende eines Kapitäns

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Vincent Vandera

Das Ende eines Kapitäns

Beitrag von Vincent Vandera »

Manchmal konnte das Leben einem doch beweisen dass es unberechenbar war … und manchmal zu den ungünstigsten Zeitpunkten.

Zweihundert Kronen auf den Kopf eines einzelnen Mannes, eine stolze Summe, und eine Tatsache die sicher jeden Kopfgeldjäger dazu bewegt hätte Alatar selbst hinterherzujagen, zweihundert Kronen die auf den Kopf von Vincent Vandera ausgesetzt waren. Seit jenem Kopfgeld hatte sich sein Leben ein wenig verändert, war stiller geworden, ruhiger. Wenige Tage vergingen wo er nicht erkannt wurde, wenige Tage vergingen an denen er nicht jemanden bedrohen musste um mit heiler Haut davonzukommen. Er war ein gesuchter Mann, das war er schon immer gewesen aber nun hatte man ihn wirklich haben wollen und das war dann doch etwas Anderes. Zugegeben; die Kopfgeldjäger ließen nach einigen Monden endlich locker, wurden ruhiger und widmeten sich lukrativeren Beuten, aber trotz allem suchte man ihn noch, und eigentlich durfte er sich keinen Fehler erlauben. Aber eigentlich war auch alles in Ordnung … bis jetzt.

Er starrte auf den Lauf der Pistole, einer Pistole die er kannte, seine Pistole. Natürlich war es nicht seine gegenwärtige Waffe, diese war in seinem Mantel, griffbereit und tödlich. Nein diese Waffe da hatte ihn einmal gehört und die Frau vor seiner Nase hatte eine Kugel von dieser Waffe abbekommen und überlebt. Er hätte niemals gedacht sie wiederzusehen, der einzige Mensch der bereit war ihn über die ganze Welt zu jagen und nun hatte sie Erfolg gehabt und das mit einem simplen Trick. Ein einfaches Schreiben, unsauber und unauffällig genug dass es hätte von einen seiner Mannen sein können, ein paar dringliche Informationen betreffend Varuna und als Treffpunkt einen vermeintlich sicheren Ort von dem selbst Vincent sicher gewesen war dass niemand ihn sonst kennen würde, aber diese Frau war auch anders als alle anderen. Vanessa war der einfache Name, klang nicht besonders gefährlich, oder? Und doch war es jene Frau die ihn anfangs nur für eine lächerliche Summe von 10 Kronen an einen Baron ausliefern wollte, die nun bereit war ihn zu jagen, und er war alles andere als unschuldig daran. Das erste mal in seinem Leben verfluchte er sich dafür dass er einer Frau gegenüber milde gewesen war, dass er sie damals verschont hatte, denn damit hatte er irgendwas in ihr geweckt und seitdem wollte sie nur eines, seinen Kopf.

„200 Kronen … sind ganz schön treibend, was?“ Vincent war es der die Stille durchbrach und er richtete seinen Blick auf das Gesicht der braunhaarigen Frau vor sich. Sie sah gut aus, das musste er zugeben; schlank, ein zierlicher Körper der nicht vermuten ließ dass diese Frau mit allen Wassern gewaschen war, sonnengegerbte Haut und eine Entschlossenheit in den Augen dass es einem fast Angst einjagen konnte. Vanessa schenkte ihm ein schwaches Lächeln „Es ist nicht das Gold wenn du das meinst … das ist mir egal. Es ist die Tatsache dass ich nach acht Jahren endlich vor dir stehe und weiß dass es enden wird.“ Und sie richtete die Waffe auf seinen Kopf, der Lauf zeigte genau auf seine Stirn. „Irgendwelche allerletzten Worte Vincent? Irgendetwas wie, „Ich hab dich immer geliebt?“ oder dergleichen?“ Was sie erntete war ein bitteres Lächeln Seitens des Kapitäns. „Nein, nur eines; du bist eine schlechte Verliererin, Mädchen“

Der Knall der folgte erfüllte das ganze Haus, es ging schnell, und im Bruchteil jener Sekunde als er ihre verengten Augen sah, die Wut in ihrem Blick, die Tatsache dass er dem Tod nun doch ins Gesicht starrte ohne irgendetwas zu sagen was sie hören wollte, das war vielleicht das letzte bisschen Genugtuung. Ein Kapitän stirbt auf seinem Schiff, so hatte mal jemand gesagt, aber in Zeiten wie diesen war das Schwachsinn. Vincent Vandera wusste nur eines, er würde nun die Reise antreten vor der ihn jeder Priester, jeder gute Mensch gewarnt hatte, zu jenen Existenzen denen er seine Seele quasi verkaufte als er sich entschloss Vogelfrei zu werden, hinab in eine Welt, tiefschwarz wie das Meer, so hatte er es sich immer vorgestellt.
Er spürte den Einschlag der Kugel nur kurz, ein Rucken das ihn nach hinten warf, dann nichts weiter als Leere. Ein glatter Durchschuss, ein lebloser Körper der zurücksank, der Raum stank nach Schießpulver und das letzte was man vielleicht noch hätte hören können war das Zischen einer gezogenen Waffe die sich daran machte Kopf und Rumpf voneinander zu trennen.

An jenem Tag erreichten drei Boten zwei unterschiedliche Ziele. Zwei Stück brachten einen kopflosen Körper nach Bajard zu einen der Seemänner die den Aufenthaltsort La Cabezas kannten oder zumindest einen der ansässigen Piraten. Sie gaben den Leuten zu verstehen dass Kapitän Vincent Vandera nicht mehr am Leben sei, der Körper mit all seinem Hab und Gut immer noch bei ihm, die Muskete, die persönlichen Schriftstücke und sein Messer, jeglich die Pistole scheint zu fehlen. Als einzigen Todesgrund geben die Boten schulterzuckend an dass der tote Körper ein Geschenk einer „Vanessa“ sei die eine alte Rechnung beglichen hätte.

Der zweite Bote überbringt eine einfache Holzschachtel zum Anwesen der de Argantas, versehen mit einer einfachen Notiz dass das Kopfgeld entfalle, die Belohnung sei bereits in anderer Form eingestrichen worden. In der Holzschachtel selbst ist der abgetrennte Kopf des Freibeuters Vincent Vandera zu finden der mit leblosen Augen ins Leere starrt.

Und somit endete letztendlich das Leben eines Kapitäns, ein Leben welches er niemals bereut hatte, nicht einmal in den letzten Sekunden seines Lebens. Denn er war eines, frei und sein eigener Herr. Der Kapitän zog seinen Hut, für immer und ewig.
John Gabbelbart

Beitrag von John Gabbelbart »

Er saß auf einen der vielen Vorratskisten, die am Hafen aufgestapelt waren, als er die Seemänner mit ihrem Boot in den Hafen einlaufen sah. Keinerlei Ton oder Gespräche waren von ihnen zu hören als die Seile des Fischerbootes festgemacht wurden. Es schien Totenstill zu sein. Diese schoben über eine Planke eine Holzkiste auf den Steg, eher diese damit sich in Richtung der Taverne begaben. Kurz davor hielten sie an und fragten den Piraten der dort sitze, wo sie damit hinsollten. Jonny selber war einen Moment irritiert eher er sich von der Vorratskiste erhob um den Inhalt der Kiste zu überprüfen. Er schob langsam den Deckel der Kiste zur Seite und vernahm den ersten säuerlichen Geruch der deutlich nach Verwesung stank. Er ging einige Schritte zurück und betrachtete kurz einen Moment den Leichnam, eher er das Kopftuch abnahm und den Kopf senkte. Minuten später band er sich das Kopftuch wieder um den Kopf und winkte diese mit sich. Er blieb dann kurz stehen und überlegte sich wo man diese Kiste ausstellen könnte. Darauf hin deutet er auf ein kleines Beiboot am Hafen. Man verlud die Kiste und Jonny ruderte damit auf die Insel mit den Grabsteinen. Dort angekommen, zerrte er die Kiste durch das Gras zu einer Stelle wo er anfing ein Grab auszuheben und an einer anderen Stelle diese Kiste aufzubahren.
Zuletzt geändert von John Gabbelbart am Samstag 5. Juli 2008, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Er stand neben dem Grafen im Hause derer von Elbenau und beriet mit ihm, Shaya und Savea was zu tun sei, als ein Gellender Schrei von nebenan sie alle innehalten ließ.
Nebenan? ... Sein Haus, Rahel schrie ... Rehya...
"REHYA!!" Schrie er nur und war der Erste der handelte.
Ohne zu überlegen das Schwert gezogen an den ebenso bereits laufenden Wachen vorbei zu seinem Anwesen.

Im Garten stand Rahel blass wie der Tot, eine Kiste, eine Notiz in den Händen und starrte mit großen Augen auf ein Kreisrundes... je näher er kam desto sicherer war er was es war.
Ein Kopf.
Hinter ihm trudelten auch Adrian, und die andren drei Damen, neben Shaya und Savea noch Larissa ein.
Rahel stand wie zur Salzsäule erstarrt.
Rafael bewegte den Kopf mit der Stiefelspitze bis die Erkenntnis ihn fast erleichtert traf.
Nicht Darna ... wie fast erwartet, sondern Vincent Vandera war es dessen Überrest hier lag.

"Am Ende siegt doch die Gerechtigkeit, Mistkerl!" grollte er und fügte gen Adrian an "Vincent Vandera." dann ging er zu der vollkommen geschockten Rahel hinüber um sie in die Arme zu nehmen.
Sie brauchte jetzt Halt und Nähe.
Für sie war es sicherlich Grausam so etwas zu sehen. Hatte sie bisher doch nicht wirklich viel mit dem Tode zu schaffen, außer ... damals ihren Mann, ihre Kinder.
Rahel drängte sich zitternd an ihn und er schloss die Arme um sie.
Auch Adrian ließ sich nicht gerade nett über das ... Geschenk aus, und während Rafael ihm die Notiz übergab ohne sie zu lesen, packte dieser den Kopf wieder ein.
"Ich bringe ihn zum Kloster. Auch wenn er es nicht verdient hat, aber als Wiedergänger möchte ich ihn auch nicht haben."
Rafael stimmte zu und führte Rahel solange hinüber ins Haus Elbenau, um dort mit Luca gemeinsam auf die Rückkehr des Grafen zu warten.

Die drei Frauen, machten sich auf das Haus in dem die Paladina gefangen war zu erkunden.
"Nur erkunden!" befahl Rafael ihnen, und führte Rahel hinein um ihr dann ersteinmal drei große Gläser Schnaps zu reichen.
Er hoffte das sie sowas nicht noch einmal zu sehen bekommen würde.

Vincent Vandera war tot.
Schade eigentlich. Rafael hätte sich zu gerne noch für ihr letztes Aufeinandertreffe bedankt.
So jedoch hatte ein anderer seine Arbeit getan... die gerechte Strafe...
Irgendwann ereilt es einen Jeden.
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