Das große Los?
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Darna von Hohenfels
Das große Los?
Glocken? Alarmglocken? Vor dem Tor zur neuen Taverne hielt sie inne, wandte den Blick und seufzte lautlos. Es war eklig schwüles Wetter, warm genug, daß selbst sie Wege aus der Misere suchte, die gewohnten hohen Stiefel anzuziehen, Hose, langärmlige Bluse, Weste... unerträglich.
Sehr gelegen, daß Adrian gefragt hatte, ob man sich heute das neue Etablissement zu einem Glas Wein einmal näher ansehen wollte. Also wagte sie sich an Sandalen, ein kurzärmliges Kleid, sogar die Haare schnitt sie zu einer kürzeren lockeren Frisur.
So stand sie also zwischen Herberge und Taverne, als sie dieses Geräusch hörte: ein weit entferntes, dumpfes Läuten. Bei der Hitze fiel selbst das Denken schwer, aber eine Sorge wallte sofort hoch - sie kannte nur eine Alarmglocke, die für sowas laut genug war. Und die war am Kloster!
Kurz darauf schien die ganze Stadt in Bewegung. Rafael sah sie vorbeipreschen, Gardisten in Bewegung, Tiberias kurz in der Nähe, gemeinsam wollten sie am Kloster nach dem Grund sehen. Doch alles schien wie ein Bienenschwarm durch das Osttor zu pendeln. Sie hatte sich schon lange angewöhnt, dann nicht zu jenen zu gehören, die diesen Weg ebenso gebrauchten - Feinde provozierten gerne an bestimmten Stellen, um möglichst unerwartet woanders zuzuschlagen. Man kam auch durch das Südtor zum Kloster, und das Wäldchen nahe der heiligen Mauern war sicher immer ein gern gesehener Ort für Hinterhalte...
Sie holte wieder ihr Pferd, Rafaels Geschenk, welcher wegen seiner Schwäche für das Toben durch Wald und Gestrüpp "Irrwisch" getauft worden war. Nur fluchte sie gerade über den Damensattel und fühlte sich an die Nacht erinnert, in der sie Rafael in einem Ballkleid zu Hilfe gekommen war. Jedoch, sie war jederzeit eine Gefahr für Gesindel.
Und Gesindel war auch genau das, was sie im Wald traf. Angespannt gleißten Schwert und Schild mit silbrigem Licht auf, als auf der Sucher nach einem rahaler Hinterhalt ausgerechnet ein Panther fauchend auf die Gestalt vor ihr und sie lossprang. Der Rock riß unter einem Tatzenhieb, doch wenige Schwertstreiche später lag die schwarze Raubkatze tot auf dem Waldboden. Rahalpack... ihr Blick wanderte vom schwarzen Fell zu der Gestalt in grüner Kleidung vor ihr. Nein, kein Waldläufer, kein Waldgeist.
"Ihr!", wehte es Hauptmann Kimroth Grünfels zornig entgegen, noch während er sich frisch vom Schreck erholte, "Sagt Ihr mir nicht, da Ihr SO tief gesunken seid!"
"Ähm - wie meinen?" Drohend sah er die weiße Schwertspitze auf sich zukommen. "Aber.... aber Lady - d.... das kann man doch klären."
Klären, oh ja... diesem Kerl hatte sie noch ein paar Takte zu erzählen, und nun traf sie ihn ausgerechnet hier. "Wo versteckt sich das Rahalerpack? Hm? Solltet Ihr zu ihnen stoßen? Liegen sie beim Kloster schon auf der Lauer?"
"Bitte... WAS? Welches Rahalerpack Mylady? Ich weiß nicht einmal wovon Ihr.... Ihr Redet!"
"Redet nicht so... Am Kloster wurde Alarm gegeben, und das wisst Ihr sicher ganz genau."
"D... das kann man doch ohne Schwert klären."
"Ach?", erwiderte sie zynisch, "Mir wird jedenfalls klar, warum selbst Viola einsah, daß sie sich von Euch fernhalten sollte. Lump!"
Kimroth biß sich auf die Unterlippe. Weiter stand Darna bedrohlich vor ihm, ein regelrecht absurd wirkender Anblick, oder einer von einem fantasieverklärten Gemälde: ein nettes helles Sommerkleid, am Rock zerrissen, doch die Lady mit ehern silbrigem Schild und Schwert, allen Gefahren trotzend - das Dumme war, eher schien sie drauf und dran, einen armen Räuberhauptmann in nichts als seiner Kleidung, zur falschen Zeit am falschen Ort, einen Kopf kürzer zu machen.
"Ich kenn doch Viola! Als hätte sie nicht Eluive mitsamt der Welt bewegt, um Euch auf den rechten Pfad zu fhren! Aber nein... sie wendet sich ab. Ein weiterer Lump, der ihr das Herz bricht."
"D... Das ist doch GAR NICHT WAHR! Wir tr... trennten uns einvernehmlich, Milady. Ich bin... ich bin kein Rahaler."
Darna schien genauso wenig auf ihn hören zu wollen, wie sie in ihrer Rage gerade auf die Geräusche und den riesigen Schatten hinter sich achtete. Schild und Schwert lösten sich zu glitzerndem Silberstaub auf, der verschwand, bevor er den Boden berührte, und hätte sie Ärmel gehabt, wären sie gerade hochgekrempelt worden.
"Wisst Ihr was, Ihr elender Strauchdieb? Mit Euch werde ich noch so fertig!"
Sie holte aus. Etwas hinter ihr auch.
Sicher hätte sich die Ohrfeige, vielleicht auch ein Kinnhaken für Hauptmann Grüni gewaschen gehabt, stattdessen segelte die Freiherrin mit einem regelrecht erstaunten Blick nebst dumpfen Schmerzlaut zur Seite und gen Waldboden, als die flache Seite der Axt sie von hinten am Kopf traf.
"Wollen wir die mitnehmen? Die ist bestimmt lustig!" Lubbo, auch zärtlich "der Klops" genannt, schaute auf Darna runter. Kim öffnete zittrig die Augen, blinzelte einmal, als der erwartete Schlag ausblieb und stellte sich wieder gerade hin.
"Glaub mir... DAS war nicht lustig."
"Höh doch, fand ich schon."
Und was nun?
"N.. nehmen wir sie mit. Brrrh - was für eine Furie." Kim wischte sich die Stirn mit einem kürzlich entwendeten rosa Spitzentaschentüchlein ab. Das war seltsame Beute. Der Abend sollte noch viel seltsamer werden. Aber vielleicht hätte es ja seinen Vorteil?
"Sooo Uro... weißt du, wer das ist?"
Fackel schüttelte den Kopf.
"Die vielleicht... wertvollste Geisel Gerimors."
"Woar."
Sehr gelegen, daß Adrian gefragt hatte, ob man sich heute das neue Etablissement zu einem Glas Wein einmal näher ansehen wollte. Also wagte sie sich an Sandalen, ein kurzärmliges Kleid, sogar die Haare schnitt sie zu einer kürzeren lockeren Frisur.
So stand sie also zwischen Herberge und Taverne, als sie dieses Geräusch hörte: ein weit entferntes, dumpfes Läuten. Bei der Hitze fiel selbst das Denken schwer, aber eine Sorge wallte sofort hoch - sie kannte nur eine Alarmglocke, die für sowas laut genug war. Und die war am Kloster!
Kurz darauf schien die ganze Stadt in Bewegung. Rafael sah sie vorbeipreschen, Gardisten in Bewegung, Tiberias kurz in der Nähe, gemeinsam wollten sie am Kloster nach dem Grund sehen. Doch alles schien wie ein Bienenschwarm durch das Osttor zu pendeln. Sie hatte sich schon lange angewöhnt, dann nicht zu jenen zu gehören, die diesen Weg ebenso gebrauchten - Feinde provozierten gerne an bestimmten Stellen, um möglichst unerwartet woanders zuzuschlagen. Man kam auch durch das Südtor zum Kloster, und das Wäldchen nahe der heiligen Mauern war sicher immer ein gern gesehener Ort für Hinterhalte...
Sie holte wieder ihr Pferd, Rafaels Geschenk, welcher wegen seiner Schwäche für das Toben durch Wald und Gestrüpp "Irrwisch" getauft worden war. Nur fluchte sie gerade über den Damensattel und fühlte sich an die Nacht erinnert, in der sie Rafael in einem Ballkleid zu Hilfe gekommen war. Jedoch, sie war jederzeit eine Gefahr für Gesindel.
Und Gesindel war auch genau das, was sie im Wald traf. Angespannt gleißten Schwert und Schild mit silbrigem Licht auf, als auf der Sucher nach einem rahaler Hinterhalt ausgerechnet ein Panther fauchend auf die Gestalt vor ihr und sie lossprang. Der Rock riß unter einem Tatzenhieb, doch wenige Schwertstreiche später lag die schwarze Raubkatze tot auf dem Waldboden. Rahalpack... ihr Blick wanderte vom schwarzen Fell zu der Gestalt in grüner Kleidung vor ihr. Nein, kein Waldläufer, kein Waldgeist.
"Ihr!", wehte es Hauptmann Kimroth Grünfels zornig entgegen, noch während er sich frisch vom Schreck erholte, "Sagt Ihr mir nicht, da Ihr SO tief gesunken seid!"
"Ähm - wie meinen?" Drohend sah er die weiße Schwertspitze auf sich zukommen. "Aber.... aber Lady - d.... das kann man doch klären."
Klären, oh ja... diesem Kerl hatte sie noch ein paar Takte zu erzählen, und nun traf sie ihn ausgerechnet hier. "Wo versteckt sich das Rahalerpack? Hm? Solltet Ihr zu ihnen stoßen? Liegen sie beim Kloster schon auf der Lauer?"
"Bitte... WAS? Welches Rahalerpack Mylady? Ich weiß nicht einmal wovon Ihr.... Ihr Redet!"
"Redet nicht so... Am Kloster wurde Alarm gegeben, und das wisst Ihr sicher ganz genau."
"D... das kann man doch ohne Schwert klären."
"Ach?", erwiderte sie zynisch, "Mir wird jedenfalls klar, warum selbst Viola einsah, daß sie sich von Euch fernhalten sollte. Lump!"
Kimroth biß sich auf die Unterlippe. Weiter stand Darna bedrohlich vor ihm, ein regelrecht absurd wirkender Anblick, oder einer von einem fantasieverklärten Gemälde: ein nettes helles Sommerkleid, am Rock zerrissen, doch die Lady mit ehern silbrigem Schild und Schwert, allen Gefahren trotzend - das Dumme war, eher schien sie drauf und dran, einen armen Räuberhauptmann in nichts als seiner Kleidung, zur falschen Zeit am falschen Ort, einen Kopf kürzer zu machen.
"Ich kenn doch Viola! Als hätte sie nicht Eluive mitsamt der Welt bewegt, um Euch auf den rechten Pfad zu fhren! Aber nein... sie wendet sich ab. Ein weiterer Lump, der ihr das Herz bricht."
"D... Das ist doch GAR NICHT WAHR! Wir tr... trennten uns einvernehmlich, Milady. Ich bin... ich bin kein Rahaler."
Darna schien genauso wenig auf ihn hören zu wollen, wie sie in ihrer Rage gerade auf die Geräusche und den riesigen Schatten hinter sich achtete. Schild und Schwert lösten sich zu glitzerndem Silberstaub auf, der verschwand, bevor er den Boden berührte, und hätte sie Ärmel gehabt, wären sie gerade hochgekrempelt worden.
"Wisst Ihr was, Ihr elender Strauchdieb? Mit Euch werde ich noch so fertig!"
Sie holte aus. Etwas hinter ihr auch.
Sicher hätte sich die Ohrfeige, vielleicht auch ein Kinnhaken für Hauptmann Grüni gewaschen gehabt, stattdessen segelte die Freiherrin mit einem regelrecht erstaunten Blick nebst dumpfen Schmerzlaut zur Seite und gen Waldboden, als die flache Seite der Axt sie von hinten am Kopf traf.
"Wollen wir die mitnehmen? Die ist bestimmt lustig!" Lubbo, auch zärtlich "der Klops" genannt, schaute auf Darna runter. Kim öffnete zittrig die Augen, blinzelte einmal, als der erwartete Schlag ausblieb und stellte sich wieder gerade hin.
"Glaub mir... DAS war nicht lustig."
"Höh doch, fand ich schon."
Und was nun?
"N.. nehmen wir sie mit. Brrrh - was für eine Furie." Kim wischte sich die Stirn mit einem kürzlich entwendeten rosa Spitzentaschentüchlein ab. Das war seltsame Beute. Der Abend sollte noch viel seltsamer werden. Aber vielleicht hätte es ja seinen Vorteil?
"Sooo Uro... weißt du, wer das ist?"
Fackel schüttelte den Kopf.
"Die vielleicht... wertvollste Geisel Gerimors."
"Woar."
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Darna von Hohenfels
Demut durch Furcht?
"Finger weg von mir!" Die Pranken des Hünen zubbelten an ihrem Kleid herum, und sie haute mit den gefesselten Händen nach den dicken kräftigen Fingern. "He!" - der Schlag prallte gutteils am Leder der behandschuhten Hände Lubbos ab. Empört erwiderte er den Schlag, unkontrolliert unsanft, was sicher reichlich schmerzlich hätte werden können. Einen Teil des Schlages spürte sie, der Rest fing sich in einem silberweißen Aufglänzen von schützendem Metall.
"Ihr habt keine Ahnung, mit wem ihr euch angelegt habt, ihr Gossenstrolche, oder?!", fuhr es ihr stocksauer durch die Gedanken. "Na wartet." Sie beobachtete, wie von den Handschuhen, deren Fingerschutz die Nachbildungen langer einzelner Federn bildeten, das Metall sich weiter formte, makellos glatte Fläche an den Armen, bis die Ellbogengelenke Ornamente wie verschlungenes Hirschgeweih schmückten.
"Hö! Die zaubert ja immer noch", war Lubbos grandiose Erkenntnis.
"Ihr habt eine Paladin der Herrin... 'entführt'...", grollte sie Kimroth und Lubbo, dem "Klops" entgegen. "Ihr zwei Deppen glaubt doch nicht wirklich, mich hier festhalten zu können? Daß das hier Fesseln sein sollen? Ich lach mich tot. Ihr habt keine Ahnung, wer hier gleich das Opfer ist. Ihr könnt einem ja glatt leid tun. Das ist schon fast unehrenhaft, euch jetzt hier in den Boden zu stampfen."
Die Nachbildungen nebeneinander liegender Schwertklingen auf den Oberarmen, bis an den Schultern wieder metallenes Gefieder überlappend schützte... hätte schützen sollen.
Mit gefurchter Stirn beobachtete sie, wie das Glänzen immer langsamer und zögerlicher die Arme hochwanderte. Sie stellte sich ihre Möglichkeiten vor, wie sie den ungerüsteten Kimroth und dieses provisorische Rüstungsgebilde namens Klops, den ganzen Hausstand hier, in seine Einzelteile zerlegen und rausspazieren konnte. Sie hatten sie eiskalt erwischt, sie hatte keine Gefahr argwöhnt...
"Herrje, diese Leute sind keine Gefahr! Was glauben die eigentlich? Bäh, ich bin gerade ziemlich hochmütig, oder?
Ist das Hochmut? Bist du deswegen hier reingeraten?"
Mit verwundert gefurchter Stirn beobachtete sie, wie die Rüstung wieder zerfiel. Die Fesseln blieben. "Ohne bin ich tatsächlich schutzlos. Schutzlos? Himmel, wenn ich weg bin, steht hier morgen die halbe Armee vor der Tür. Ist das nicht schon wieder reichlich arrogant?"
Aber sie brauchte nur an den Aufruhr zu denken, den es bei Violas Entführung gab, den es nach dem Angriff der Anguren gab - keine Stunde, und die halbe Grafschaft glich einem Wespennest, in dem man rumgestochert hatte.
"Herr Grünfels, wirklich - Ihr bringt Euch und Eure Leute in große Schwierigkeiten." Sie versuchte, freundlich zu klingen. "Du klingst oberlehrerhaft. Soll er davon jetzt beeindruckt sein?"
Er war es auch nicht.
"Was meinst du, Klops? 100 Kronen? Ist sie doch sicher wert."
"Ich sag gar nichts!", maulte Klops, "Die haut mich und zaubert rum."
"Ihr wollt nicht wirklich...", empörte sie sich neu.
"Naja, Ihr habt recht", stimmte Kimroth sofort ein, "200 Kronen!"
"Und ich Närrin warne Viola noch, solange ihr nichts anstellt, werde ich auch nicht die Truppen auf euch hetzen... und jetzt entführt Ihr ausgerechnet...", sie lachte einmal trocken auf. Und Adrian ein zu milder Herrscher, hm? "Seine Hoheit würde euch noch persönlich aufknüpfen."
"Ihr lebt doch noch."
"Ihr bald nicht mehr, Herr Grünfels, wenn Ihr nicht gehörig aufpasst, was Ihr tut, wirklich."
Konnte sie ihn von seinem Irrweg abbringen?
"Haltet Ihr Euch für so wertvoll?" Er sah sie an.
Ja, die alte Frage: wieviel wert war ihr Leben? Wieviel seins? Sie holte langsam tiefer Luft, atmete bedächtig aus und meinte ungewöhnlich ruhig: "Ihr habt in mir eine der wohl wertvollsten und wertlosesten Geiseln, die Ihr auf Gerimor hättet ergreifen können, Herr Grünfels... Ihr seid jedenfalls im Begriff, Euer Leben und das Eurer Leute so gut wie wegzuwerfen."
Sie musterte ihn mit beherrschter Miene, die Wut kehrte zurück. Wie dumm konnten diese Leute sein? Die begriffen nicht recht, worauf sie sich eingelassen hatten, oder?
"Wer isn das Püppchen?"
Püppchen?! Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen und sie musterte den Mann im kurzen Kiltrock, der sonst lediglich Stiefel und eine mit Fackeln bestückte Schärpe über dem mit Brandnarben übersäten Körper trug.
"Darf ich vorstellen? Unser kleiner Feuerleger, Fackel."
Ihre Augen weiteten sich. "Wie, 'Feuerleger'?", fragte sie alarmiert, und in Kims Gesicht legte sich bei der herauszuhörenden Furcht ein schmieriges Lächeln. Er sah zu Klops, der seit dem Schlag auf die Finger beleidigt aus dem Fenster starrte. Darna ignorierte den tumben Brocken von Krieger.
"Hmmmm... Fackel? Was meinst du? Wenn sie sich bei unserem Klops nicht entschuldigt, darfst du sie heute bewachen."
"Brenn mal ihr Kleid an!", mischte sich Lubbo ein, "Mal gucken, ob sie dann immer noch haut."
"Darfst ihr auch ein paar Kunststückchen zeigen."
Kunststückchen... heute Nacht bewachen... Darna von Elbenau war sicher kein anzüglich verdorbenes Gemüt, aber gerade schlugen gewisse Sorgen in ihren Gedanken Purzelbäume.
"Bleibt mir vom Leib, wehe...", grollte sie und zog sich instinktiv etwas weiter gegen die Kopflehne des Bettes zurück, auf das sie hier angekommen verfrachtet worden war.
Kims Grinsen wurde diabolisch. "Tjaaa... eine Entschuldigung reicht völlig. Dann habt Ihr Glück und nur ich bewache Euch. Und ich bin ein anständiger Mann."
Fackels Blick zuckte zu Kimroth, und er fing plötzlich an, laut zu lachen, so sehr, bis er sich die ersten Lachtränen wegwischte. Nervös wanderte Darnas Blick zwischen den beiden, zornig-furchtvoll geweitet. "Ich will hier weg."
"Und wenn sie nicht will... hm - zeig ihr mal ein paar deiner Tricks. Sie ist dabei natürlich deine Freiwillige. Kim zwinkerte Uro keck zu, und Fackel lächelte schief, kniete sich auf den Boden.
"Wagt es, auch nur zu versuchen, mir ein Haar zu krümmen", stieß Darna hervor, der Atem inzwischen hektischer.
"Ihr müsst Euch nur bei Klops entschuldigen, Milady. Es tut Euch gut."
Gut tun... eine Entschuldigung. Hochmut, wenn sie es nicht tat? Wertlos unter Zwang?
"Einen feuchten Kehricht werd ich tun, auf eine erpresste Entschuldigung irgendwas zu geben..."
"Labern Euresgleichen nicht immer etwas über Demut? FACKEL! Komm mal her."
"Demut ist eines. Demütigung was anderes. Bastarde."
"Der entscheidende Unterschied", setzte sie auch an, es genau so zu erklären...
Uro spuckte die Bärlappsporen in die Flamme der Fackel, ein Feuerball schoß in den Kamin, einen kurzen Moment eine enorme Hitze und helles rotes Licht.
"...Herr GrünfeaaaaaaaAAAAAAAAAAAH!" Darna presste sich gegen das Kopfende, im Gesicht blankes Entsetzen. Kurz darauf wurde ihr Gesicht kreidebleich. "Herrin...", entkam es ihr fast tonlos. Fackel lachte nun irre und drückte sich hoch.
"Guuuut", ließ sich der Hauptmann vernehmen, "Der nächste Trick, den kann Fackel gut. Da müsst Ihr still halten."
"Bleib weg...", stammelte sie, Uro anstarrend.
"Ich kann....schreiben ....mit ....FEUER!"
Die Flamme der Fackel spiegelte sich in zwei geweiteten Augenpaaren, ihre vor Angst, Uros vor fanatischem Wahnsinn. Man hätte meinen können, die Paladina verkrieche sich gleich in die Wand hinter sich. "BLEIB WEG!"
"Schreib doch mal: Darna von Elbenau. Schön langer Name."
"Darrrrrna...", wiederholte Uro leise und langsam.
"Herrin Temora...", wisperte sie leise mit blassem Gesicht.
"Na? Entschuldigt Euch doch einfach bei Klops."
"Wenn ihr es lediglich hören wollt: - ES TUT MIR LEID!", brach es dann stimmlos, lediglich laut werdend aus ihr heraus. Kim seufzte auf.
"Ich will, daß die es tanzt!", forderte Fackel und deutete mit der freien Hand auf sie.
"Ihr habt einen Mann beleidigt, der es sehr sehr schwer hatte."
"Ich bin bei einem Haufen wahnsinniger... folternder... widerlicher..."
"Ach, ich geh unten schlafen", brubbelte Lubbo und wendete sich zur Tür. Von allem wirkte er gerade noch am harmlosesten, tatsächlich wie ein mauliges Kind. "Brenn die aber nicht ab", murrte er Fackel noch entgegen.
"Die Hälfte?", versuchte der Pyromane zu verhandeln. Darna hockte mit einer Mischung aus Angst und Wut auf dem Bett. Mit diesem Abschaum sollte sie hier die Nacht verbringen?
"Gar nicht, Fackel", korrigierte Klops und drohte: "Ich mach sonst alle deine Fackel aus!"
"Aber, aber... ich war doch soooo artig."
"Siehst du nicht, daß die Angst hat!"
Jetzt beschützte Klops sie?! "Ihr seid verrückt. Allesamt", murmelte sie vor sich hin.
"Hat sich als Kind wahrscheinlich mal verbrannt", vermutete Lubbo.
"Du hast keine Ahnung. Schlimm genug, daß ihr es ausnutzt. Haut ab."
"Ich kann ihr helfen!", beteuerte Fackel, im wahrsten Sinne des Wortes Feuer und Flamme: "Feuer ist ihr Freund!"
"Oh mal sehen ob sie immer noch Angst vor Feuer hat, wenn das ganze vorbei ist", kommentierte Kim. Ihr schossen fast Tränen in die Augen. Was für eine Tortur erwartete sie hier?
"Bleibt weg", grollte sie leise.
"Mach nur die Fackel weg", forderte Lubbo.
"Niemals!"
"Die hat Angst, bist du blöd!"
Der Hauptmann schien es noch am pragmatischsten zu sehen: "Mal sehen, ob wir sie nicht noch brauchen."
Darna beobachtete die drei, als hinge ihr Leben davon ab. Klops und Fackel schienen glatt in einen handfesten Streit zu geraten:
"Ach, ich schlaf hier oben. Sonst macht ihr noch was mit der."
"Mach dich weg! Du bekommst meine Fackel nicht!"
"Zwing mich doch, Fackel!"
"Ich brenn dir ein Loch in den Pelz!"
"Gleich fliegst du aus dem Fenster!"
"SCHNAUZE MÄDELS!" - auch auf Kim schienen die beiden aber gerade kaum zu hören.
"Herr... Lubbo - es ist schon gut", begann sie zögerlich, mit fragendem Unterton zu versichern, "Und es tut mir leid... wenn Ihr Euch weh getan habt."
Fackel fauchte Lubbo an, der Hüne machte einen größeren Schritt auf ihn zu. Verzweifelt beobachtete sie die beiden. "Ehrlich... halt!"
"Ach pah, das tut doch nicht mehr weh."
"Letzte Warnung, Mädels." Kimroth schaffte es doch noch, die kommende Eskalation zu stoppen, Lubbo hielt Uro bereits an den Hüften gepackt ein Stück in die Höhe. Der Hauptmann griff zu rabiaten Mitteln: Er drohte, den Inhalt des Nachttopfes aus dem Raum auf die beiden zu schütten. Uro flüchtete sich panisch in eine Ecke.
"Lauter Verrückte", lautete Darnas feste Überzeugung. Aber absurderweise schien Lubbo irgendwie... unter dieser tumben Schale... noch ein Gefühl für gut und falsch zu haben. Und absurderweise hatte sie fast Mitleid mit Kim, als er beklagte, was man hier mit diesen Leuten als Hauptmann zu tun hatte. Es erinnerte sie irgendwie an Zuhause.
"Lauter Verrückte." Was sollte das bloß noch werden?
"Finger weg von mir!" Die Pranken des Hünen zubbelten an ihrem Kleid herum, und sie haute mit den gefesselten Händen nach den dicken kräftigen Fingern. "He!" - der Schlag prallte gutteils am Leder der behandschuhten Hände Lubbos ab. Empört erwiderte er den Schlag, unkontrolliert unsanft, was sicher reichlich schmerzlich hätte werden können. Einen Teil des Schlages spürte sie, der Rest fing sich in einem silberweißen Aufglänzen von schützendem Metall.
"Ihr habt keine Ahnung, mit wem ihr euch angelegt habt, ihr Gossenstrolche, oder?!", fuhr es ihr stocksauer durch die Gedanken. "Na wartet." Sie beobachtete, wie von den Handschuhen, deren Fingerschutz die Nachbildungen langer einzelner Federn bildeten, das Metall sich weiter formte, makellos glatte Fläche an den Armen, bis die Ellbogengelenke Ornamente wie verschlungenes Hirschgeweih schmückten.
"Hö! Die zaubert ja immer noch", war Lubbos grandiose Erkenntnis.
"Ihr habt eine Paladin der Herrin... 'entführt'...", grollte sie Kimroth und Lubbo, dem "Klops" entgegen. "Ihr zwei Deppen glaubt doch nicht wirklich, mich hier festhalten zu können? Daß das hier Fesseln sein sollen? Ich lach mich tot. Ihr habt keine Ahnung, wer hier gleich das Opfer ist. Ihr könnt einem ja glatt leid tun. Das ist schon fast unehrenhaft, euch jetzt hier in den Boden zu stampfen."
Die Nachbildungen nebeneinander liegender Schwertklingen auf den Oberarmen, bis an den Schultern wieder metallenes Gefieder überlappend schützte... hätte schützen sollen.
Mit gefurchter Stirn beobachtete sie, wie das Glänzen immer langsamer und zögerlicher die Arme hochwanderte. Sie stellte sich ihre Möglichkeiten vor, wie sie den ungerüsteten Kimroth und dieses provisorische Rüstungsgebilde namens Klops, den ganzen Hausstand hier, in seine Einzelteile zerlegen und rausspazieren konnte. Sie hatten sie eiskalt erwischt, sie hatte keine Gefahr argwöhnt...
"Herrje, diese Leute sind keine Gefahr! Was glauben die eigentlich? Bäh, ich bin gerade ziemlich hochmütig, oder?
Ist das Hochmut? Bist du deswegen hier reingeraten?"
Mit verwundert gefurchter Stirn beobachtete sie, wie die Rüstung wieder zerfiel. Die Fesseln blieben. "Ohne bin ich tatsächlich schutzlos. Schutzlos? Himmel, wenn ich weg bin, steht hier morgen die halbe Armee vor der Tür. Ist das nicht schon wieder reichlich arrogant?"
Aber sie brauchte nur an den Aufruhr zu denken, den es bei Violas Entführung gab, den es nach dem Angriff der Anguren gab - keine Stunde, und die halbe Grafschaft glich einem Wespennest, in dem man rumgestochert hatte.
"Herr Grünfels, wirklich - Ihr bringt Euch und Eure Leute in große Schwierigkeiten." Sie versuchte, freundlich zu klingen. "Du klingst oberlehrerhaft. Soll er davon jetzt beeindruckt sein?"
Er war es auch nicht.
"Was meinst du, Klops? 100 Kronen? Ist sie doch sicher wert."
"Ich sag gar nichts!", maulte Klops, "Die haut mich und zaubert rum."
"Ihr wollt nicht wirklich...", empörte sie sich neu.
"Naja, Ihr habt recht", stimmte Kimroth sofort ein, "200 Kronen!"
"Und ich Närrin warne Viola noch, solange ihr nichts anstellt, werde ich auch nicht die Truppen auf euch hetzen... und jetzt entführt Ihr ausgerechnet...", sie lachte einmal trocken auf. Und Adrian ein zu milder Herrscher, hm? "Seine Hoheit würde euch noch persönlich aufknüpfen."
"Ihr lebt doch noch."
"Ihr bald nicht mehr, Herr Grünfels, wenn Ihr nicht gehörig aufpasst, was Ihr tut, wirklich."
Konnte sie ihn von seinem Irrweg abbringen?
"Haltet Ihr Euch für so wertvoll?" Er sah sie an.
Ja, die alte Frage: wieviel wert war ihr Leben? Wieviel seins? Sie holte langsam tiefer Luft, atmete bedächtig aus und meinte ungewöhnlich ruhig: "Ihr habt in mir eine der wohl wertvollsten und wertlosesten Geiseln, die Ihr auf Gerimor hättet ergreifen können, Herr Grünfels... Ihr seid jedenfalls im Begriff, Euer Leben und das Eurer Leute so gut wie wegzuwerfen."
Sie musterte ihn mit beherrschter Miene, die Wut kehrte zurück. Wie dumm konnten diese Leute sein? Die begriffen nicht recht, worauf sie sich eingelassen hatten, oder?
"Wer isn das Püppchen?"
Püppchen?! Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen und sie musterte den Mann im kurzen Kiltrock, der sonst lediglich Stiefel und eine mit Fackeln bestückte Schärpe über dem mit Brandnarben übersäten Körper trug.
"Darf ich vorstellen? Unser kleiner Feuerleger, Fackel."
Ihre Augen weiteten sich. "Wie, 'Feuerleger'?", fragte sie alarmiert, und in Kims Gesicht legte sich bei der herauszuhörenden Furcht ein schmieriges Lächeln. Er sah zu Klops, der seit dem Schlag auf die Finger beleidigt aus dem Fenster starrte. Darna ignorierte den tumben Brocken von Krieger.
"Hmmmm... Fackel? Was meinst du? Wenn sie sich bei unserem Klops nicht entschuldigt, darfst du sie heute bewachen."
"Brenn mal ihr Kleid an!", mischte sich Lubbo ein, "Mal gucken, ob sie dann immer noch haut."
"Darfst ihr auch ein paar Kunststückchen zeigen."
Kunststückchen... heute Nacht bewachen... Darna von Elbenau war sicher kein anzüglich verdorbenes Gemüt, aber gerade schlugen gewisse Sorgen in ihren Gedanken Purzelbäume.
"Bleibt mir vom Leib, wehe...", grollte sie und zog sich instinktiv etwas weiter gegen die Kopflehne des Bettes zurück, auf das sie hier angekommen verfrachtet worden war.
Kims Grinsen wurde diabolisch. "Tjaaa... eine Entschuldigung reicht völlig. Dann habt Ihr Glück und nur ich bewache Euch. Und ich bin ein anständiger Mann."
Fackels Blick zuckte zu Kimroth, und er fing plötzlich an, laut zu lachen, so sehr, bis er sich die ersten Lachtränen wegwischte. Nervös wanderte Darnas Blick zwischen den beiden, zornig-furchtvoll geweitet. "Ich will hier weg."
"Und wenn sie nicht will... hm - zeig ihr mal ein paar deiner Tricks. Sie ist dabei natürlich deine Freiwillige. Kim zwinkerte Uro keck zu, und Fackel lächelte schief, kniete sich auf den Boden.
"Wagt es, auch nur zu versuchen, mir ein Haar zu krümmen", stieß Darna hervor, der Atem inzwischen hektischer.
"Ihr müsst Euch nur bei Klops entschuldigen, Milady. Es tut Euch gut."
Gut tun... eine Entschuldigung. Hochmut, wenn sie es nicht tat? Wertlos unter Zwang?
"Einen feuchten Kehricht werd ich tun, auf eine erpresste Entschuldigung irgendwas zu geben..."
"Labern Euresgleichen nicht immer etwas über Demut? FACKEL! Komm mal her."
"Demut ist eines. Demütigung was anderes. Bastarde."
"Der entscheidende Unterschied", setzte sie auch an, es genau so zu erklären...
Uro spuckte die Bärlappsporen in die Flamme der Fackel, ein Feuerball schoß in den Kamin, einen kurzen Moment eine enorme Hitze und helles rotes Licht.
"...Herr GrünfeaaaaaaaAAAAAAAAAAAH!" Darna presste sich gegen das Kopfende, im Gesicht blankes Entsetzen. Kurz darauf wurde ihr Gesicht kreidebleich. "Herrin...", entkam es ihr fast tonlos. Fackel lachte nun irre und drückte sich hoch.
"Guuuut", ließ sich der Hauptmann vernehmen, "Der nächste Trick, den kann Fackel gut. Da müsst Ihr still halten."
"Bleib weg...", stammelte sie, Uro anstarrend.
"Ich kann....schreiben ....mit ....FEUER!"
Die Flamme der Fackel spiegelte sich in zwei geweiteten Augenpaaren, ihre vor Angst, Uros vor fanatischem Wahnsinn. Man hätte meinen können, die Paladina verkrieche sich gleich in die Wand hinter sich. "BLEIB WEG!"
"Schreib doch mal: Darna von Elbenau. Schön langer Name."
"Darrrrrna...", wiederholte Uro leise und langsam.
"Herrin Temora...", wisperte sie leise mit blassem Gesicht.
"Na? Entschuldigt Euch doch einfach bei Klops."
"Wenn ihr es lediglich hören wollt: - ES TUT MIR LEID!", brach es dann stimmlos, lediglich laut werdend aus ihr heraus. Kim seufzte auf.
"Ich will, daß die es tanzt!", forderte Fackel und deutete mit der freien Hand auf sie.
"Ihr habt einen Mann beleidigt, der es sehr sehr schwer hatte."
"Ich bin bei einem Haufen wahnsinniger... folternder... widerlicher..."
"Ach, ich geh unten schlafen", brubbelte Lubbo und wendete sich zur Tür. Von allem wirkte er gerade noch am harmlosesten, tatsächlich wie ein mauliges Kind. "Brenn die aber nicht ab", murrte er Fackel noch entgegen.
"Die Hälfte?", versuchte der Pyromane zu verhandeln. Darna hockte mit einer Mischung aus Angst und Wut auf dem Bett. Mit diesem Abschaum sollte sie hier die Nacht verbringen?
"Gar nicht, Fackel", korrigierte Klops und drohte: "Ich mach sonst alle deine Fackel aus!"
"Aber, aber... ich war doch soooo artig."
"Siehst du nicht, daß die Angst hat!"
Jetzt beschützte Klops sie?! "Ihr seid verrückt. Allesamt", murmelte sie vor sich hin.
"Hat sich als Kind wahrscheinlich mal verbrannt", vermutete Lubbo.
"Du hast keine Ahnung. Schlimm genug, daß ihr es ausnutzt. Haut ab."
"Ich kann ihr helfen!", beteuerte Fackel, im wahrsten Sinne des Wortes Feuer und Flamme: "Feuer ist ihr Freund!"
"Oh mal sehen ob sie immer noch Angst vor Feuer hat, wenn das ganze vorbei ist", kommentierte Kim. Ihr schossen fast Tränen in die Augen. Was für eine Tortur erwartete sie hier?
"Bleibt weg", grollte sie leise.
"Mach nur die Fackel weg", forderte Lubbo.
"Niemals!"
"Die hat Angst, bist du blöd!"
Der Hauptmann schien es noch am pragmatischsten zu sehen: "Mal sehen, ob wir sie nicht noch brauchen."
Darna beobachtete die drei, als hinge ihr Leben davon ab. Klops und Fackel schienen glatt in einen handfesten Streit zu geraten:
"Ach, ich schlaf hier oben. Sonst macht ihr noch was mit der."
"Mach dich weg! Du bekommst meine Fackel nicht!"
"Zwing mich doch, Fackel!"
"Ich brenn dir ein Loch in den Pelz!"
"Gleich fliegst du aus dem Fenster!"
"SCHNAUZE MÄDELS!" - auch auf Kim schienen die beiden aber gerade kaum zu hören.
"Herr... Lubbo - es ist schon gut", begann sie zögerlich, mit fragendem Unterton zu versichern, "Und es tut mir leid... wenn Ihr Euch weh getan habt."
Fackel fauchte Lubbo an, der Hüne machte einen größeren Schritt auf ihn zu. Verzweifelt beobachtete sie die beiden. "Ehrlich... halt!"
"Ach pah, das tut doch nicht mehr weh."
"Letzte Warnung, Mädels." Kimroth schaffte es doch noch, die kommende Eskalation zu stoppen, Lubbo hielt Uro bereits an den Hüften gepackt ein Stück in die Höhe. Der Hauptmann griff zu rabiaten Mitteln: Er drohte, den Inhalt des Nachttopfes aus dem Raum auf die beiden zu schütten. Uro flüchtete sich panisch in eine Ecke.
"Lauter Verrückte", lautete Darnas feste Überzeugung. Aber absurderweise schien Lubbo irgendwie... unter dieser tumben Schale... noch ein Gefühl für gut und falsch zu haben. Und absurderweise hatte sie fast Mitleid mit Kim, als er beklagte, was man hier mit diesen Leuten als Hauptmann zu tun hatte. Es erinnerte sie irgendwie an Zuhause.
"Lauter Verrückte." Was sollte das bloß noch werden?
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Kimroth Gruenfels
- Beiträge: 951
- Registriert: Freitag 11. Januar 2008, 21:57
Es sollte ein ganz normaler Rückweg sein. Schrillende Alarmglocken die von diesem Großen Steinklotz Namens Kloster herausdrangen trieben Klops und ihm dazu, einen kleinen Umweg zu machen. Die dunkelhäutigen Menschen aus dem Süden sahen alles Andere als freundlich aus, und auch das bewegte die beiden Vogelfreien dazu, mehr oder weniger - auf anderen pfaden zurück zum Krempel-Tempel zu reisen.
In jedem Fall aber war die Begegnung mit der Lady etwas merkwürdig. Sie sprang vom Pferd und wurde sofort agressiv. Für Kim war klar, er musste den feigen ahnungslosen Tollpatsch spielen, eine Rolle, in die er gewiss gerne schlüpfte, da er seine latente Angst so wunderbar ausspielen konnte. Klops jedoch erkannte die Situation und holte mit der Axt aus um ihr eins überzuziehen - der gute Dicke - der Retter in der Not - er war wahrlich der Beste.
"Nehmen wir sie mit, Grüni. Sie ist lustig - und sie hat Melonen." - Hm - guter Einwand, sie war bewusstlos - also konnte man sie auch mitnehmen. Auch wenn Hauptmann "Grüni" durchaus bewusst war, dass sie sich einen schlafenden Riesen ins Haus holten, es konnte nie schaden - und so wurden ihre Hände gefesselt und der dicke Klops trug sie auf den Schultern zum Bau - ein weiter Weg. Den Mustang an den Zügeln und schon konnte man losmarschieren.
Kim spielte Kundschafter - er erkundete das Terrain und brachte - lotste Klops so zurück zum Bau - und das war auch notwendig, was sollten sie denn sonst tun?
Erst im Bau kam sie zu sich - ihre Reaktionen waren derart abweisend, aber als Uro dazu kam, ja da war die ganze Sache eigentlich weitgehend interessanter. Sie hatten eine wirklich wertvolle Geisel, das wurde ihm ziemlich bald klar.
"Wieviel wollen wir verlangen, Fackel? - 100 Kronen?"
Während Lubbo immer noch ziemlich verbissen mit der Erkenntnis rang, dass die lustige Frau zaubern konnte, ihn gar beleidigt hatte grübelte Kim bereits, wie es weitergehen konnte.
Ja - sie hatte Angst vor Feuer - eine hervorragende Erkenntnis, wenn man darüber nachdachte konnte man das als Druckmittel verwenden, auch wenn Fackel deutlich gesagt wurde, dass die Lady nicht verletzt werden darf, ihr nicht auch nur das geringste Häärchen gerümmt werden darf.
Lubbo hatte die Beiden aus dem Raum hinauskomplimentiert, mit seiner wirklich sehr plausiblen Begründung "Ich bin stärker" - Naja die Axt von Lubbo will keiner am Hinterkopf haben, Kim am allerwenigsten, vermutlich hatte der Dicke wirklich Mitleid mit ihr - aber es war doch eigentlich die Idee des Dicken.
Na was solls? Es musste etwas getan werden, und das bedeutete tatsächlich, angesichts der prominenten Geisel - schnell und effektiv zu handeln - Darna von elbenau, Freiherrin und zukünftige Gemahlin des Grafen - sie würde ein hübsches Lösegeld geben, das Einzige wovon die Vogelfreien wirklich profitieren konnten.
Dann kam noch die Tatsache, dass die Lady derart Angst vor Feuer hatte dass es ihm regelrecht leid tat. Er hatte gewiss nicht vor ihr was zu tun, damals bei Viola war es ähnlich. Wie konnte er auch? Obgleich sie eine Paladine war - sie hatte eine Schwäche - etwas das man ausnutzen konnte.... aber war es auch richtig?
Jetzt tat sie ihm sogar irgendwie leid. Kim versuchte sich zu beherrschen, sie würde unversehrt frei kommen, das war gewiss, was hatte er auch sonst davon? Aber Sie musste diese Zeit irgendwie überstehen.
Was ihm an diesem Abend am meisten rührte, was ihm mitnahm, ihn zum Nachdenken brachte war das Abendgebet, das sie sprach, das Abendgebet an das er sich nicht mehr erinnerte als er einschlief, aber es handelte von Geben, von Nehmen, von Beschenkt werden... Ein Leben das er als Kind immer führen wollte aber nie die Gelegenheit dazu bekam. vielleicht - ja vielleicht war es notwendig, der Lady eines darzulegen, nämlich das, was seine Mannen eigentlich waren. Sie waren Ausgestoßene, Leute die nie etwas bekommen haben. Aber er wollte etwas geben, Schutz, Freiheit, die Gelegenheit sich zu rächen für all die Schandtaten dieser Welt, all das Schlechte. Sie waren keine guten menschen, aber sie waren eben was sie waren. Vielleicht war es am besten so... Wenn sie verstehen lerne - verstehen warum die Vogelfreien das waren was sie eben waren - keine einfachen Strauchdiebe sondern.... frei.
In jedem Fall aber war die Begegnung mit der Lady etwas merkwürdig. Sie sprang vom Pferd und wurde sofort agressiv. Für Kim war klar, er musste den feigen ahnungslosen Tollpatsch spielen, eine Rolle, in die er gewiss gerne schlüpfte, da er seine latente Angst so wunderbar ausspielen konnte. Klops jedoch erkannte die Situation und holte mit der Axt aus um ihr eins überzuziehen - der gute Dicke - der Retter in der Not - er war wahrlich der Beste.
"Nehmen wir sie mit, Grüni. Sie ist lustig - und sie hat Melonen." - Hm - guter Einwand, sie war bewusstlos - also konnte man sie auch mitnehmen. Auch wenn Hauptmann "Grüni" durchaus bewusst war, dass sie sich einen schlafenden Riesen ins Haus holten, es konnte nie schaden - und so wurden ihre Hände gefesselt und der dicke Klops trug sie auf den Schultern zum Bau - ein weiter Weg. Den Mustang an den Zügeln und schon konnte man losmarschieren.
Kim spielte Kundschafter - er erkundete das Terrain und brachte - lotste Klops so zurück zum Bau - und das war auch notwendig, was sollten sie denn sonst tun?
Erst im Bau kam sie zu sich - ihre Reaktionen waren derart abweisend, aber als Uro dazu kam, ja da war die ganze Sache eigentlich weitgehend interessanter. Sie hatten eine wirklich wertvolle Geisel, das wurde ihm ziemlich bald klar.
"Wieviel wollen wir verlangen, Fackel? - 100 Kronen?"
Während Lubbo immer noch ziemlich verbissen mit der Erkenntnis rang, dass die lustige Frau zaubern konnte, ihn gar beleidigt hatte grübelte Kim bereits, wie es weitergehen konnte.
Ja - sie hatte Angst vor Feuer - eine hervorragende Erkenntnis, wenn man darüber nachdachte konnte man das als Druckmittel verwenden, auch wenn Fackel deutlich gesagt wurde, dass die Lady nicht verletzt werden darf, ihr nicht auch nur das geringste Häärchen gerümmt werden darf.
Lubbo hatte die Beiden aus dem Raum hinauskomplimentiert, mit seiner wirklich sehr plausiblen Begründung "Ich bin stärker" - Naja die Axt von Lubbo will keiner am Hinterkopf haben, Kim am allerwenigsten, vermutlich hatte der Dicke wirklich Mitleid mit ihr - aber es war doch eigentlich die Idee des Dicken.
Na was solls? Es musste etwas getan werden, und das bedeutete tatsächlich, angesichts der prominenten Geisel - schnell und effektiv zu handeln - Darna von elbenau, Freiherrin und zukünftige Gemahlin des Grafen - sie würde ein hübsches Lösegeld geben, das Einzige wovon die Vogelfreien wirklich profitieren konnten.
Dann kam noch die Tatsache, dass die Lady derart Angst vor Feuer hatte dass es ihm regelrecht leid tat. Er hatte gewiss nicht vor ihr was zu tun, damals bei Viola war es ähnlich. Wie konnte er auch? Obgleich sie eine Paladine war - sie hatte eine Schwäche - etwas das man ausnutzen konnte.... aber war es auch richtig?
Jetzt tat sie ihm sogar irgendwie leid. Kim versuchte sich zu beherrschen, sie würde unversehrt frei kommen, das war gewiss, was hatte er auch sonst davon? Aber Sie musste diese Zeit irgendwie überstehen.
Was ihm an diesem Abend am meisten rührte, was ihm mitnahm, ihn zum Nachdenken brachte war das Abendgebet, das sie sprach, das Abendgebet an das er sich nicht mehr erinnerte als er einschlief, aber es handelte von Geben, von Nehmen, von Beschenkt werden... Ein Leben das er als Kind immer führen wollte aber nie die Gelegenheit dazu bekam. vielleicht - ja vielleicht war es notwendig, der Lady eines darzulegen, nämlich das, was seine Mannen eigentlich waren. Sie waren Ausgestoßene, Leute die nie etwas bekommen haben. Aber er wollte etwas geben, Schutz, Freiheit, die Gelegenheit sich zu rächen für all die Schandtaten dieser Welt, all das Schlechte. Sie waren keine guten menschen, aber sie waren eben was sie waren. Vielleicht war es am besten so... Wenn sie verstehen lerne - verstehen warum die Vogelfreien das waren was sie eben waren - keine einfachen Strauchdiebe sondern.... frei.
Zuletzt geändert von Kimroth Gruenfels am Samstag 5. Juli 2008, 03:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Lubbo
Ach was für eine herrliche Idee war es doch gewesen, diese lustige Frau mitzunehmen. Schade nur dass man sie die ganze Zeit über gefesselt halten musste damit sie ihre Zauberwaffe nicht erscheinen lassen konnte. Na und dieses Leuchten immer, als ob sie ein Stück Sonne gefressen hätte. Die Frau war irgendwas besonderes mit einem besonders schweren Namen. So log er nicht einmal, als er den zwei Damen an der Tür sagte, es sei keine Darna von Elbenau im Haus - er hatte einfach den Namen vergessen. Daran änderte auch die Kiste voll Gold nichts, die er der Frau aushändigen sollte. Frau, woher wissen die dass da eine Frau ist? Na ist auch egal. Die Kiste nahm er, verschwand genervt wieder im Haus und griff erst einmal ein Stück Fleisch. In der Kiste fand sich wirklich Gold - eine Menge Gold. Darunter ein Zettel. Er starrte auf das Papier, konnte die Zeichen darauf nicht lesen. Die Frau konnte das sehr wohl. Sie schrie einen Namen, Lubbo hielt ihr daraufhin die Hand auf den Mund und spürte sogleich ein Stechen in einem der Finger. Sie biß ihn wirklich! Blöde Weiber. Ein Schlag gegen die Schläfe sollte sie benommen machen, gleich darauf schwirrte ein Pfeil durch die obere Etage. Dann plötzlich wieder dieses Leuchten, Metall entsteht auf der Haut der Frau, lässt das Kleid verschwinden und die Fesseln knirschen. Das Leuchten ist so hell, dass erst zwei Decken um sie gehüllt werden müssen, um den Raum nicht mehr zu erleuchten. Ein Ablenkungsmanöver sollte die Schützen ablenken, während die Frau fortgeschleppt werden musste. Fackel wies den Stotterer an, mit zwei Leuchten zum Wald zu rennen, während er und Lubbo mit der Frau nach Bajard flüchteten.
Ein wunderbarer Plan, endlich durfte Lubbo sie wieder durch die Gegend tragen. Dieses kleine Geschöpf, wenn es seine Rüstung nicht gerade trug könnte man sie glatt mit einer Puppe verwechseln. Mit Seilen verschnürt und in Decken gewickelt hing sie über seiner Schulter, er ließ es sich nicht nehmen seine Hand auf ihrem Hintern zu betten. Ihr protestierendes Gemurmel ignorierte er grinsend, auch dass sich nach einer Weile eine harte Rüstung an dieser Stelle bildete. Ach was solls, im ersten Moment hats ja geklappt und dafür hat es sich gelohnt.
Die Schiffsfahrt verlief eigentlich recht schnell, bis auf die Tatsache, dass sich ihre Hochgeboren bekotzte, ansonste auch ohne besondere Vorkommnisse. Damit sie nicht erstickte, nahm man ihr die Maske ab, hier auf Lameriast suchte sie immerhin noch niemand.
Im Versteck angekommen, wurde ihr das Gesicht gewaschen - was ihr sichtlich nicht gefiel. Genau so wenig wohl, dass man ihre Rüstung als Zauberei und sie selbst als Hexe bezeichnete. Sie murmelte, sprach mit sich selbst, die Decken dehnten sich und vereinzelt rissen Nähte. die Seile knarzten bedenklich. Doch glücklicherweise hatte ein Fischer seine Netze am Haus nebenan zum Trocknen aufgehangen, sie griffen sich eines und dazu ein Seil, was dort herum lag und wickelten die Frau darin ein, fixierten noch einmal alles mit dem Seil. Fast könnte man Mitleid mit ihr haben.
Ein wunderbarer Plan, endlich durfte Lubbo sie wieder durch die Gegend tragen. Dieses kleine Geschöpf, wenn es seine Rüstung nicht gerade trug könnte man sie glatt mit einer Puppe verwechseln. Mit Seilen verschnürt und in Decken gewickelt hing sie über seiner Schulter, er ließ es sich nicht nehmen seine Hand auf ihrem Hintern zu betten. Ihr protestierendes Gemurmel ignorierte er grinsend, auch dass sich nach einer Weile eine harte Rüstung an dieser Stelle bildete. Ach was solls, im ersten Moment hats ja geklappt und dafür hat es sich gelohnt.
Die Schiffsfahrt verlief eigentlich recht schnell, bis auf die Tatsache, dass sich ihre Hochgeboren bekotzte, ansonste auch ohne besondere Vorkommnisse. Damit sie nicht erstickte, nahm man ihr die Maske ab, hier auf Lameriast suchte sie immerhin noch niemand.
Im Versteck angekommen, wurde ihr das Gesicht gewaschen - was ihr sichtlich nicht gefiel. Genau so wenig wohl, dass man ihre Rüstung als Zauberei und sie selbst als Hexe bezeichnete. Sie murmelte, sprach mit sich selbst, die Decken dehnten sich und vereinzelt rissen Nähte. die Seile knarzten bedenklich. Doch glücklicherweise hatte ein Fischer seine Netze am Haus nebenan zum Trocknen aufgehangen, sie griffen sich eines und dazu ein Seil, was dort herum lag und wickelten die Frau darin ein, fixierten noch einmal alles mit dem Seil. Fast könnte man Mitleid mit ihr haben.
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Isdaniel Nifar
Sie tanzten wieder, ihre Seelen eng miteinander verwoben. Der Adler war auf der Jagd und mit ihm eine weitere Seele. Stundenlang hatte der Adler weite Kreise über das freie Land gezogen. Noch immer brannte vor seinem inneren Auge das Ziel seiner Suche. Ein Bild von einer Frau namens Darna. Als er gerade in der Nähe des Geländes des Ordens der Temora auf einem Baum rastete und sein Gefieder reinigte, beobachtete er nebenbei eine Gruppe von Menschen. Bruchstückhaft drangen die seltsamen Geräuche ihrer Sprache zu ihm herüber. Während sein Geist versuchte die Geräuche in für ihn verständliche Bilder zu formen, erschien das Gesicht der Frau vor seinem inneren Auge. Krächzend beobachtete er die Gruppe von Leuten und als drei von ihnen aufsattelten, hob er sich mit kräftigen Flügelschlägen empor. In weiten Kreisen folgte er der Gruppe bis diese unweit eines unscheinbaren Hauses direkt an der großen Felswand rasteten. Langsam lies sich der Adler auf einem Felsvorsprung unweit der der Frauen nieder. Wieder drangen Bruchstücke ihrer Geräuche an seine Ohren und wieder formte sein Geist daraus Bilder. Ruhig beobachtete der Adler. Als die drei Frauen sich zunächst an die Felswand gedrängt und später auf den Bauch liegend dem Haus nährten, folgte er ihren Bewegungen und umkreiste das Haus um sich zunächst auf dem Dach, später im Norden auf einem Felsvorsprung niederzulassen. Sein Gefieder putzend, wandte sich sein Blick hin und wieder zum Haus und spähte durch die Fenster. Zwei Menschen und die Frau dessen Bild vor seinem inneren Auge leuchtete, konnten seine Augen erblicken. Noch während die drei Frauen um das Haus schlichen, erhob er sich wieder mit kräftigen Flügelschlägen. Es wurde Zeit zu jagen - doch diesmal galt es seinen Hunger zu stillen.
Erst einige Zeit später kehrte er zum Haus zurück - noch immer brannte der Hunger in seinem Magen. Für die Jagd war noch keine Zeit. Wo beim ersten Besuch laute Stimme selten waren, drangen nun verschiedene Dumpfe Geräusche nach außen. Ein seltsamer Schimmer schien durch die Fenster, verschwand, schien wieder und verschwand. Als schließlich ein Mann mit zwei Fackeln das Haus verließ, erhob sich der Adler wieder mit kräftigen Flügelschlägen und kreiste unauffällig in der Nacht über dem Haus. Als ein stämmiger Mann mit einem großen Bündel über der Schulter das Haus verließ folgte er.
Erschöpft erreichte er Bajard. Das Schiff würde er später einholen müssen, es war Zeit für die Jagd.
Erst einige Zeit später kehrte er zum Haus zurück - noch immer brannte der Hunger in seinem Magen. Für die Jagd war noch keine Zeit. Wo beim ersten Besuch laute Stimme selten waren, drangen nun verschiedene Dumpfe Geräusche nach außen. Ein seltsamer Schimmer schien durch die Fenster, verschwand, schien wieder und verschwand. Als schließlich ein Mann mit zwei Fackeln das Haus verließ, erhob sich der Adler wieder mit kräftigen Flügelschlägen und kreiste unauffällig in der Nacht über dem Haus. Als ein stämmiger Mann mit einem großen Bündel über der Schulter das Haus verließ folgte er.
Erschöpft erreichte er Bajard. Das Schiff würde er später einholen müssen, es war Zeit für die Jagd.
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Darna von Hohenfels
Hoffnung auf Rettung - für wen?
(Tag 2 der Gefangenschaft, 2 Tage vor dem Versteckwechsel)
"Was man von Euch zu erwarten hat, ist an der Grenze zum Anständigen noch wirklich das Letzte."
Nachdenklich saß sie manche Stunde auf dem Bett und grübelte vor sich hin. Diese aus einem Laken improvisierte Fessel an den Füßen wurde langsam enorm lästig. Sie hätte sie in einem der wenigen kurzen, unbeobachteten Momente einfach selber aufknoten können - seit dem Schreiben des "Erpresserbriefes" hatte man ihre Hände frei gelassen. Sie hätte sie zur Not sogar mit ihrem Schwert durchtrennen können. Es war eine sehr seltsame Form von Rücksicht und Respekt, die sie nahm. Aber diese Entführung war auch seltsam. Kims Haufen noch viel seltsamer als alles zusammen.
Jeden Tag sah sie weitere Gesichter, offenbar gescheiterte Existenzen, schrullig, für die Gesellschaft wohl wertlos, und sie konnte Kim irgendwo verstehen, wenn er ihr klarzumachen versuchte, daß er sich für diese Leute, die sonst nichts hatten, verantwortlich fühlte. Er nahm sie auf, teilte mit ihnen, was er hatte. Jeder bekam irgendwas nach seinen Fähigkeiten zu tun.
Eigentlich... "tun wir auf sehr unterschiedlichenen Ebenen der Gesellschaft dasselbe. Wie oft hat man mich schon schief angeguckt für die Leute, denen ich in meiner Nähe einen Platz zu schaffen versuchte? Das hier... ist nur noch extremer. Das könnte ich gar nicht, nicht in diesem Grad, ich wär gesellschaftlich unten durch."
Dieser Feuerverliebte, der bucklige schielende Alte, dieses kreischende Weib, den tumben Hünen... sie schienen nirgendwo sonst willkommen, hier fanden sie Platz. Erst vor kurzem war in der Küche des Anwesens die Frage aufgekommen, was die Freiherrin dazu getrieben hatte, diese beiden zerlumpten Gestalten aufzunehmen, die dann ihre Mägde wurden. Und als wären sie die merkwürdigsten gewesen. "Irgendwie tun wir dasselbe."
Es wirkte einiges sogar entsetzlich vertraut.
"Versteht Ihr jetzt, wie ich mich den GANZEN Tag über fühle? Neulich dachte unser Küken, er wäre schwanger!"
Ja, sie verstand Kimroth. Vielleicht besser, als ihn wissen zu lassen gut wäre. Oder war gerade das die Basis für Verständnis?
"Eigentlich müsste ich Euch dankbar sein, Herr Grünfels - ich werde künftig wissen, daß es schlimmer geht als in meinem Haus."
Nur waren ihre Anforderungen andere. Ihre Grenzen lagen woanders. Es schien ihr nur natürlich, daß diese "höher" lagen, liegen mussten. Und diese Menschen hier? Von der Gesellschaft geächtet, aber auch sie schienen Qualitäten zu haben.
Darna konnte gar nichts anders, sie dachte auch nicht darüber nach - sie fing an, sich Zeit zu lassen, zu beobachten, an den Fassaden zu kratzen. Kim kehrte seine "gute" Seite sowieso hervor, auch wenn er ihr in anderen Momenten dafür umso verschlagener schien, aber es war ihr an Klops zuerst aufgefallen, gestern Nacht:
"Mensch, die hat Angst, siehst du das nicht? Lass sie in Ruhe!"
"Schwächere beschützen."
Der alte Bucklige schien nicht mal das Vorhandensein von Brüsten mit dem Geschlecht einer Frau so ganz in Zusammenhang zu bringen. So, wie er aussah, konnte sie sich auch denken, wie nah man eine solche Person an sich ran ließ. Wie wurde ein Mensch, wenn er an körperlicher Nähe verarmte? Sie selber empfand ja nicht zu verleugnenden Ekel, seufzte innerlich und versuchte, diesem furchtbaren schielenden Blick standzuhalten. Mitleid. Aber wollte er das überhaupt? Wer wollte schon nichts als bemitleidet werden?
Uro. Fackel. Er reizte sie noch fast am meisten.
Während der Gelegenheit eines länger ungestörten Gespräches hatte sie etwas an ihm zu fassen gekriegt. Und es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Feuer gewesen. Wo sie Feuer zu fürchten gelernt hatte, da liebte er es... in einer Weise, die noch viel kranker war als ihre in unbeherrschten Momenten schnell wieder aufkommende Furcht vor dem Gefühl, zu verbrennen.
"Er müsste es hassen. Stattdessen liebt er es. Wie soll er auch anders, wenn es ihm alles nahm, was er geliebt haben muß?"
Es war gefährlich, ihn von dieser Feuervernarrtheit zu distanzieren. Es war nicht ungefährlich, ihn darin zu bestätigen. Irgendwie taten ihr die Tiefländer leid, daß sie Uro auf ihre Verbundenheit mit den Elementen - auch Feuer - eingehend hinwies, allerdings war ihre Hoffnung groß, daß diese Leute noch am ehesten keine Probleme haben würden, mit diesem Menschen fertig zu werden, wenn er zudringlich wurde.
Durfte sie einen Schritt weiter gehen? Konnte sie diesen verwirrten Geist sich ebenso etwas zugetaner machen? "Nun ja, und Priester höherer Weihen der Herrin Temora werden auch von Feuerelementaren, die sie rufen können, geschützt...", versuchte sie möglichst beiläufig und normal zu klingen. "Ohohoh, Sandroval wird mir was erzählen, wenn er den am Hacken hat..."
"Ich bin auch ein Feuerelementar!", gab Uro von sich überzeugt kund.
Sie schmunzelte bemüht: "Vermutlich ließet Ihr Euch aber nicht von einem Temorapriester rufen, oder?"
"Das wäre zu einfach..."
"Nein, Mutter hat mich losgesagt... ich bin eine freie Flamme... die ihr Opfer sucht... in allen Formen... und Farben..."
Sein Blick auf ihr gefiel ihr nicht. "Feuer kann schädlich wie nützlich sein, es kommt eben auf das Maß an..." Sie redete beruhigend ablenkend wie zu einem Drachen, der sich bei ihrem Anblick die Schnauze leckte.
"Jaaaa... und es reinigt... es reinigt die Menschen..."
Argh! Zahnschmerzen waren angenehmer als das Gefühl, das sie bei diesen Worten durchfuhr. Für einen absurden Moment musste sie sich vorstellen, wie Sir Nevyn Uro für die Bruderschaft rekrutierte. "Doch zu was nutze." Anwärter der Bruderschaft. Scheiterhaufenmeister.
"Kommt nur drauf an, wen und wie", erwiderte sie prompt bitter, "Es kann die Falschen treffen."
Uro legte den Kopf schief: "Glaubst du an die Götter?"
Nachdem sie das erste Amusement über diese Frage verdaut hatte, wurde der Boden, auf dem sie sich bewegte, vertrauter. Als hatte sie diesen Menschen ihr sogar entgegenkommend nun da, wo sie ihn haben wollte. Konnte sie was erreichen? Bewegen?
"Wenn du so stark an deine Göttin glaubst ... sagst du dann das einfaches Feuer ...Unschuldige treffen könnte? Dann wäre Feuer ... Feuer also mächtiger als die Götter selbst ..."
Nein, nun galt es, ihn behutsam auf eine andere Bahn, vom Irrtum weg zu lenken, den richtigen Weg aufzuzeigen, damit neues Begreifen möglich wurde. Das war schwer. Sie atmete tief durch und meinte möglichst ruhig:
"Die Welt war einst perfekt, ein vollkommenes Werk der Göttin Eluive, mit allen Elementen und den Menschen darin... seit Alatars Frevel ist die Welt leider nicht perfekt, doch das liegt nicht am Feuer und nicht an den Göttern, die diese Welt zu schützen versuchen.
Feuer kann Unschuldige treffen. Das ist nicht Schuld des Feuers. Oft aber Schuld von Menschen, die es zum Schaden anderer mißbrauchen."
Sie musterte Uro forschend. Sie waren nicht mehr allein, Kimroth war zurückgekehrt. Doch irgendwas hatte sie getroffen. "Darüber muß ich nachdenken", meinte Fackel und kratzte sich am Kopf.
Wenige Zeit später richtete er sich auf, es fiel bei seiner gekrümmten Haltung gar nicht auf, wie groß er eigentlich war. Er hob die Fackel und löschte sie, indem er die Flamme im Mund erstickte. Sie konnte das gar nicht gelassen mit ansehen, aber er wirkte danach... wie ausgewechselt. Normal.
"Was meinst du, Fackel?", fragte Kim.
"Nenn mich bitte Uro", kam eine knappe ruhige Antwort.
Sie blinzelte ungläubig. Es konnte nicht SO einfach gewesen sein, oder? Ein erster Schritt, vielleicht, mit Hoffnung... aber diesen Menschen da gerade kannte sie nicht. Sie stellte aber schnell, sehr schnell fest, daß er auf seine eigene Art gefährlich war, intelligent, berechnend, "kühl"... sogar deutlich ernstzunehmender gefährlich als Fackel, wie sie befand.
Und sie stellte fest... daß es nicht nachhaltig war. Eine weitere Diskussion entspann sich, über reich und arm, die üblichen Urteile über Adelige - sie hatte sie schon so oft gehört. Ob sie diesen Menschen begreiflich machen konnte, daß "die Adeligen" genausowenig die arroganten im Luxus schwelgenden willkürlichen Despoten waren, wie Kim und seine Bande es leiden konnten, als Strauchdiebe bezeichnet und mit Rahalerpack in einen Topf geworfen zu werden?
Als Uro irgendwann sich durstig unten etwas zu trinken suchen ging... und mit diesem fanatischen Blick und einer brennenden Fackel in der Hand zurückkehrte, fühlte sie sich müde und wie nach einem harten Arbeitstag. Daß sie als Entführte hier saß und eine Lösegeldverhandlung lief, schien irgendwie... nebenbei.
"Was mach ich hier eigentlich?
Was ich immer bei sowas tue. Bin schon wieder am weltverbessern.
Und das in dieser Lage.
Naja... sie nehmen sich immerhin die Muße, mit dir zu reden, hm? Wo sie sich überlegen fühlen, hören sie dir vielleicht sogar eher zu. Neugier.
Du könntest diese dämlichen Fesseln einfach durchschneiden. Will sich Lubbo in den Weg stellen, wenn ich gerüstet und bewaffnet vor ihm stünde?
Eben deswegen kannst du es dir doch leisten, zu bleiben.
Es war dämlich, völlig dämlich, wie ich hier überhaupt reingeraten bin.
Vielleicht muß ich auch selber hier was wieder lernen. Vielleicht war es... etwas wie Absicht."
Manchmal glaubte sie nicht gerne an Zufälle.
"Warten wir einfach ab. Vielleicht begreifen sie selber noch, auf welchem Holzweg sie sind. Dann braucht du nur Zeit, ihnen das auch zu erklären. Oder bis sie es selber merken... wenn draußen das Pflaster heiß wird."
Sie taten ihr etwas leid. Und es war alles so gefährlich. Sie seufzte und verbrachte eine weitere Nacht damit, eher zu wachen als zu schlafen. Schlaf holte sie über den Tag verteilt in kürzeren Phasen dann nach, es half auch, leere Zeit totzuschlagen.
"Das wird hart, aber... Geduld."
(Tag 2 der Gefangenschaft, 2 Tage vor dem Versteckwechsel)
"Was man von Euch zu erwarten hat, ist an der Grenze zum Anständigen noch wirklich das Letzte."
Nachdenklich saß sie manche Stunde auf dem Bett und grübelte vor sich hin. Diese aus einem Laken improvisierte Fessel an den Füßen wurde langsam enorm lästig. Sie hätte sie in einem der wenigen kurzen, unbeobachteten Momente einfach selber aufknoten können - seit dem Schreiben des "Erpresserbriefes" hatte man ihre Hände frei gelassen. Sie hätte sie zur Not sogar mit ihrem Schwert durchtrennen können. Es war eine sehr seltsame Form von Rücksicht und Respekt, die sie nahm. Aber diese Entführung war auch seltsam. Kims Haufen noch viel seltsamer als alles zusammen.
Jeden Tag sah sie weitere Gesichter, offenbar gescheiterte Existenzen, schrullig, für die Gesellschaft wohl wertlos, und sie konnte Kim irgendwo verstehen, wenn er ihr klarzumachen versuchte, daß er sich für diese Leute, die sonst nichts hatten, verantwortlich fühlte. Er nahm sie auf, teilte mit ihnen, was er hatte. Jeder bekam irgendwas nach seinen Fähigkeiten zu tun.
Eigentlich... "tun wir auf sehr unterschiedlichenen Ebenen der Gesellschaft dasselbe. Wie oft hat man mich schon schief angeguckt für die Leute, denen ich in meiner Nähe einen Platz zu schaffen versuchte? Das hier... ist nur noch extremer. Das könnte ich gar nicht, nicht in diesem Grad, ich wär gesellschaftlich unten durch."
Dieser Feuerverliebte, der bucklige schielende Alte, dieses kreischende Weib, den tumben Hünen... sie schienen nirgendwo sonst willkommen, hier fanden sie Platz. Erst vor kurzem war in der Küche des Anwesens die Frage aufgekommen, was die Freiherrin dazu getrieben hatte, diese beiden zerlumpten Gestalten aufzunehmen, die dann ihre Mägde wurden. Und als wären sie die merkwürdigsten gewesen. "Irgendwie tun wir dasselbe."
Es wirkte einiges sogar entsetzlich vertraut.
"Versteht Ihr jetzt, wie ich mich den GANZEN Tag über fühle? Neulich dachte unser Küken, er wäre schwanger!"
Ja, sie verstand Kimroth. Vielleicht besser, als ihn wissen zu lassen gut wäre. Oder war gerade das die Basis für Verständnis?
"Eigentlich müsste ich Euch dankbar sein, Herr Grünfels - ich werde künftig wissen, daß es schlimmer geht als in meinem Haus."
Nur waren ihre Anforderungen andere. Ihre Grenzen lagen woanders. Es schien ihr nur natürlich, daß diese "höher" lagen, liegen mussten. Und diese Menschen hier? Von der Gesellschaft geächtet, aber auch sie schienen Qualitäten zu haben.
Darna konnte gar nichts anders, sie dachte auch nicht darüber nach - sie fing an, sich Zeit zu lassen, zu beobachten, an den Fassaden zu kratzen. Kim kehrte seine "gute" Seite sowieso hervor, auch wenn er ihr in anderen Momenten dafür umso verschlagener schien, aber es war ihr an Klops zuerst aufgefallen, gestern Nacht:
"Mensch, die hat Angst, siehst du das nicht? Lass sie in Ruhe!"
"Schwächere beschützen."
Der alte Bucklige schien nicht mal das Vorhandensein von Brüsten mit dem Geschlecht einer Frau so ganz in Zusammenhang zu bringen. So, wie er aussah, konnte sie sich auch denken, wie nah man eine solche Person an sich ran ließ. Wie wurde ein Mensch, wenn er an körperlicher Nähe verarmte? Sie selber empfand ja nicht zu verleugnenden Ekel, seufzte innerlich und versuchte, diesem furchtbaren schielenden Blick standzuhalten. Mitleid. Aber wollte er das überhaupt? Wer wollte schon nichts als bemitleidet werden?
Uro. Fackel. Er reizte sie noch fast am meisten.
Während der Gelegenheit eines länger ungestörten Gespräches hatte sie etwas an ihm zu fassen gekriegt. Und es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Feuer gewesen. Wo sie Feuer zu fürchten gelernt hatte, da liebte er es... in einer Weise, die noch viel kranker war als ihre in unbeherrschten Momenten schnell wieder aufkommende Furcht vor dem Gefühl, zu verbrennen.
"Er müsste es hassen. Stattdessen liebt er es. Wie soll er auch anders, wenn es ihm alles nahm, was er geliebt haben muß?"
Es war gefährlich, ihn von dieser Feuervernarrtheit zu distanzieren. Es war nicht ungefährlich, ihn darin zu bestätigen. Irgendwie taten ihr die Tiefländer leid, daß sie Uro auf ihre Verbundenheit mit den Elementen - auch Feuer - eingehend hinwies, allerdings war ihre Hoffnung groß, daß diese Leute noch am ehesten keine Probleme haben würden, mit diesem Menschen fertig zu werden, wenn er zudringlich wurde.
Durfte sie einen Schritt weiter gehen? Konnte sie diesen verwirrten Geist sich ebenso etwas zugetaner machen? "Nun ja, und Priester höherer Weihen der Herrin Temora werden auch von Feuerelementaren, die sie rufen können, geschützt...", versuchte sie möglichst beiläufig und normal zu klingen. "Ohohoh, Sandroval wird mir was erzählen, wenn er den am Hacken hat..."
"Ich bin auch ein Feuerelementar!", gab Uro von sich überzeugt kund.
Sie schmunzelte bemüht: "Vermutlich ließet Ihr Euch aber nicht von einem Temorapriester rufen, oder?"
"Das wäre zu einfach..."
"Nein, Mutter hat mich losgesagt... ich bin eine freie Flamme... die ihr Opfer sucht... in allen Formen... und Farben..."
Sein Blick auf ihr gefiel ihr nicht. "Feuer kann schädlich wie nützlich sein, es kommt eben auf das Maß an..." Sie redete beruhigend ablenkend wie zu einem Drachen, der sich bei ihrem Anblick die Schnauze leckte.
"Jaaaa... und es reinigt... es reinigt die Menschen..."
Argh! Zahnschmerzen waren angenehmer als das Gefühl, das sie bei diesen Worten durchfuhr. Für einen absurden Moment musste sie sich vorstellen, wie Sir Nevyn Uro für die Bruderschaft rekrutierte. "Doch zu was nutze." Anwärter der Bruderschaft. Scheiterhaufenmeister.
"Kommt nur drauf an, wen und wie", erwiderte sie prompt bitter, "Es kann die Falschen treffen."
Uro legte den Kopf schief: "Glaubst du an die Götter?"
Nachdem sie das erste Amusement über diese Frage verdaut hatte, wurde der Boden, auf dem sie sich bewegte, vertrauter. Als hatte sie diesen Menschen ihr sogar entgegenkommend nun da, wo sie ihn haben wollte. Konnte sie was erreichen? Bewegen?
"Wenn du so stark an deine Göttin glaubst ... sagst du dann das einfaches Feuer ...Unschuldige treffen könnte? Dann wäre Feuer ... Feuer also mächtiger als die Götter selbst ..."
Nein, nun galt es, ihn behutsam auf eine andere Bahn, vom Irrtum weg zu lenken, den richtigen Weg aufzuzeigen, damit neues Begreifen möglich wurde. Das war schwer. Sie atmete tief durch und meinte möglichst ruhig:
"Die Welt war einst perfekt, ein vollkommenes Werk der Göttin Eluive, mit allen Elementen und den Menschen darin... seit Alatars Frevel ist die Welt leider nicht perfekt, doch das liegt nicht am Feuer und nicht an den Göttern, die diese Welt zu schützen versuchen.
Feuer kann Unschuldige treffen. Das ist nicht Schuld des Feuers. Oft aber Schuld von Menschen, die es zum Schaden anderer mißbrauchen."
Sie musterte Uro forschend. Sie waren nicht mehr allein, Kimroth war zurückgekehrt. Doch irgendwas hatte sie getroffen. "Darüber muß ich nachdenken", meinte Fackel und kratzte sich am Kopf.
Wenige Zeit später richtete er sich auf, es fiel bei seiner gekrümmten Haltung gar nicht auf, wie groß er eigentlich war. Er hob die Fackel und löschte sie, indem er die Flamme im Mund erstickte. Sie konnte das gar nicht gelassen mit ansehen, aber er wirkte danach... wie ausgewechselt. Normal.
"Was meinst du, Fackel?", fragte Kim.
"Nenn mich bitte Uro", kam eine knappe ruhige Antwort.
Sie blinzelte ungläubig. Es konnte nicht SO einfach gewesen sein, oder? Ein erster Schritt, vielleicht, mit Hoffnung... aber diesen Menschen da gerade kannte sie nicht. Sie stellte aber schnell, sehr schnell fest, daß er auf seine eigene Art gefährlich war, intelligent, berechnend, "kühl"... sogar deutlich ernstzunehmender gefährlich als Fackel, wie sie befand.
Und sie stellte fest... daß es nicht nachhaltig war. Eine weitere Diskussion entspann sich, über reich und arm, die üblichen Urteile über Adelige - sie hatte sie schon so oft gehört. Ob sie diesen Menschen begreiflich machen konnte, daß "die Adeligen" genausowenig die arroganten im Luxus schwelgenden willkürlichen Despoten waren, wie Kim und seine Bande es leiden konnten, als Strauchdiebe bezeichnet und mit Rahalerpack in einen Topf geworfen zu werden?
Als Uro irgendwann sich durstig unten etwas zu trinken suchen ging... und mit diesem fanatischen Blick und einer brennenden Fackel in der Hand zurückkehrte, fühlte sie sich müde und wie nach einem harten Arbeitstag. Daß sie als Entführte hier saß und eine Lösegeldverhandlung lief, schien irgendwie... nebenbei.
"Was mach ich hier eigentlich?
Was ich immer bei sowas tue. Bin schon wieder am weltverbessern.
Und das in dieser Lage.
Naja... sie nehmen sich immerhin die Muße, mit dir zu reden, hm? Wo sie sich überlegen fühlen, hören sie dir vielleicht sogar eher zu. Neugier.
Du könntest diese dämlichen Fesseln einfach durchschneiden. Will sich Lubbo in den Weg stellen, wenn ich gerüstet und bewaffnet vor ihm stünde?
Eben deswegen kannst du es dir doch leisten, zu bleiben.
Es war dämlich, völlig dämlich, wie ich hier überhaupt reingeraten bin.
Vielleicht muß ich auch selber hier was wieder lernen. Vielleicht war es... etwas wie Absicht."
Manchmal glaubte sie nicht gerne an Zufälle.
"Warten wir einfach ab. Vielleicht begreifen sie selber noch, auf welchem Holzweg sie sind. Dann braucht du nur Zeit, ihnen das auch zu erklären. Oder bis sie es selber merken... wenn draußen das Pflaster heiß wird."
Sie taten ihr etwas leid. Und es war alles so gefährlich. Sie seufzte und verbrachte eine weitere Nacht damit, eher zu wachen als zu schlafen. Schlaf holte sie über den Tag verteilt in kürzeren Phasen dann nach, es half auch, leere Zeit totzuschlagen.
"Das wird hart, aber... Geduld."
- Shaya Nyrloth
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- Registriert: Freitag 29. September 2006, 06:30
(Am Tag der Lösegeldübergabe - etliche Stunden vor dem Versteckwechsel)
„...gibt es irgendetwas Neues?“ Eine Frage die Shaya sich hätte sparen können. Natürlich gab es nichts Neues, weder eine Nachricht von seiner Hoheit, der einen neutralen Boten heranschaffen wollte, noch von Sire Rafael, der Kontakt mit den Elfen hatte aufnehmen wollen und Fräulein, nein Lady Selissa ...verhindert. Zurück blieben zwei Mägde, Savea, die gerade das schwerlich zusammengekratzte Lösegeld in einer kleinen Truhe verstaute, und Shaya, die Zeiger der Standuhr derart fixierend, dass diese eigentlich unter dem strengen Blick hätten zerbrechen müssen.
„Wo bei allen verdammten Kreaturen bleiben die?“ Savea behielt die Tür im Auge, wie ein Raubtier, dass auf der Lauer lag. „Ich weiß es nicht.“ Kurz, knapp, der Wahrheit entsprechend. Es schien alles darauf hinauszulaufen, dass sie auf sich allein gestellt sein würden. Die Anspannung wuchs mit jeder Minute die verstrich, ebenso Frust und aufkeimender Ärger. „Große Reden schwingen, große Pläne schmieden“, ungehalten brummte Shaya vor sich hin, „darin sind sie alle gut. Verfluchter Dreck.“ Es half auch nicht wirklich zu hören, dass Saveas Meinung der ihren in nichts nachstand: „Ja und am besten mit dem Schwert ohne nachzudenken drauf los.“
„Wie spät?“
Zwei kleine Worte mit großer Wirkung. Jedwedes Fluchen und Verwünschen, entstehende Sorge darüber, was wäre, wenn sie Milady nicht freikaufen konnten, weil die Bedingung einen neutralen Boten zu schicken, nicht erfüllt werden konnte, abrupt unterbrochen. Shayas Kopf ruckte herum, taxtierte den großen Zeiger der Standuhr, der mit gefühltem ohrenbetäubenden Klacken in diesem Moment auf die ‚Sechs’ sprang. Halb sechs, 30 Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt.
Wenig später fanden sie sich am vereinbarten Übergabeort ein. Die Taverne Tirells, auch wenn der Name unverdient war betrachtete man die halb verkohlte Tür, den verdreckten und versifften Boden im Inneren, und die heruntergekommene ... wie auch immer, kurzum... ein Dreckloch, das dieser Bezeichnung alle Ehre machte.
Warten...
Savea hatte die kleine Kiste mit dem Gold auf der Fensterbank abgestellt und starrte hinaus, mit den Fingern trommelnd den Deckel bearbeitend, beobachtend, hoffend eine Bewegung auszumachen, die den schlaflosen Nächten und der steten Sorge um das Wohl Milady endlich ein Ende machen konnte.
Warten...
Shaya tigerte angespannt über das knarrende Holz, das sich Fußboden schimpfte, versetzte auf ihrer auserkorenen Marschroute der Wand einen kräftigen Tritt an dem einen Ende und beförderte auf der anderen Seite einen schief stehenden Hocker durch den Raum, der den Weg zur gegenüberliegenden Wand vehement versperrte.
Warten...
Fluchen...
Ärger...
Frust...
Sorge...
Verzweiflung...
„Wäre es möglich, dass ...“ Shaya verfluchte innerlich ihre Gedanken, die sich unaufhörlich auf eine andere, unvorstellbare und unerträgliche Möglichkeit zu bewegten, „...ich meine, was wenn... die kein Lösegeld mehr einfordern können, weil...“ Sie presste die Lippen fest aufeinander, verbot sich den Gedankengang fortzusetzen.
Mit Mühe nur gelang es den beiden Mägden die Vorstellung aus den Köpfen wieder zu verbannen. Die Blässe im Gesicht durch ein gesundes Rot zu ersetzen, und Verzweiflung so wieder in Wut umzuwandeln.
Warten...
Nach mehr als einer geschlagenen Stunde schließlich Resignation und Aufgabe. Schweigend ritten sie nebeneinander zurück zum Anwesen. Das sofortige Kopfschütteln der beiden Gardisten vor dem Haus ersparte hoffnungsvolles Fragen. Türen knallten.
„...gibt es irgendetwas Neues?“ Eine Frage die Shaya sich hätte sparen können. Natürlich gab es nichts Neues, weder eine Nachricht von seiner Hoheit, der einen neutralen Boten heranschaffen wollte, noch von Sire Rafael, der Kontakt mit den Elfen hatte aufnehmen wollen und Fräulein, nein Lady Selissa ...verhindert. Zurück blieben zwei Mägde, Savea, die gerade das schwerlich zusammengekratzte Lösegeld in einer kleinen Truhe verstaute, und Shaya, die Zeiger der Standuhr derart fixierend, dass diese eigentlich unter dem strengen Blick hätten zerbrechen müssen.
„Wo bei allen verdammten Kreaturen bleiben die?“ Savea behielt die Tür im Auge, wie ein Raubtier, dass auf der Lauer lag. „Ich weiß es nicht.“ Kurz, knapp, der Wahrheit entsprechend. Es schien alles darauf hinauszulaufen, dass sie auf sich allein gestellt sein würden. Die Anspannung wuchs mit jeder Minute die verstrich, ebenso Frust und aufkeimender Ärger. „Große Reden schwingen, große Pläne schmieden“, ungehalten brummte Shaya vor sich hin, „darin sind sie alle gut. Verfluchter Dreck.“ Es half auch nicht wirklich zu hören, dass Saveas Meinung der ihren in nichts nachstand: „Ja und am besten mit dem Schwert ohne nachzudenken drauf los.“
„Wie spät?“
Zwei kleine Worte mit großer Wirkung. Jedwedes Fluchen und Verwünschen, entstehende Sorge darüber, was wäre, wenn sie Milady nicht freikaufen konnten, weil die Bedingung einen neutralen Boten zu schicken, nicht erfüllt werden konnte, abrupt unterbrochen. Shayas Kopf ruckte herum, taxtierte den großen Zeiger der Standuhr, der mit gefühltem ohrenbetäubenden Klacken in diesem Moment auf die ‚Sechs’ sprang. Halb sechs, 30 Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt.
Wenig später fanden sie sich am vereinbarten Übergabeort ein. Die Taverne Tirells, auch wenn der Name unverdient war betrachtete man die halb verkohlte Tür, den verdreckten und versifften Boden im Inneren, und die heruntergekommene ... wie auch immer, kurzum... ein Dreckloch, das dieser Bezeichnung alle Ehre machte.
Warten...
Savea hatte die kleine Kiste mit dem Gold auf der Fensterbank abgestellt und starrte hinaus, mit den Fingern trommelnd den Deckel bearbeitend, beobachtend, hoffend eine Bewegung auszumachen, die den schlaflosen Nächten und der steten Sorge um das Wohl Milady endlich ein Ende machen konnte.
Warten...
Shaya tigerte angespannt über das knarrende Holz, das sich Fußboden schimpfte, versetzte auf ihrer auserkorenen Marschroute der Wand einen kräftigen Tritt an dem einen Ende und beförderte auf der anderen Seite einen schief stehenden Hocker durch den Raum, der den Weg zur gegenüberliegenden Wand vehement versperrte.
Warten...
Fluchen...
Ärger...
Frust...
Sorge...
Verzweiflung...
„Wäre es möglich, dass ...“ Shaya verfluchte innerlich ihre Gedanken, die sich unaufhörlich auf eine andere, unvorstellbare und unerträgliche Möglichkeit zu bewegten, „...ich meine, was wenn... die kein Lösegeld mehr einfordern können, weil...“ Sie presste die Lippen fest aufeinander, verbot sich den Gedankengang fortzusetzen.
Mit Mühe nur gelang es den beiden Mägden die Vorstellung aus den Köpfen wieder zu verbannen. Die Blässe im Gesicht durch ein gesundes Rot zu ersetzen, und Verzweiflung so wieder in Wut umzuwandeln.
Warten...
Nach mehr als einer geschlagenen Stunde schließlich Resignation und Aufgabe. Schweigend ritten sie nebeneinander zurück zum Anwesen. Das sofortige Kopfschütteln der beiden Gardisten vor dem Haus ersparte hoffnungsvolles Fragen. Türen knallten.
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Adrian von Hohenfels
The Day after.. oder auch: Am Morgen nach der Lösegold-Übergabe:
Schwere.. er hatte das Gefühl, Gewichte hingen an den Augenlidern und nur schwerlich gelang es sie überhaupt zu öffnen. Verwirrtes Blinzeln und leises Räuspern erfolgte. Gemächlich blickte er sich um, die Gedanken mochten sich nicht recht ordnen lassen. Etwas lag auf ihm und deutlich verwirrt hob er das etwas vor die blinzelnden Augen, starrte mit einem "Was ist das?"-Blick auf den Gegenstand und nur sehr allmählich schob sich die Erkenntnis: "Decke" in seine Gedanken.
Ein Erwachen wollte sich nicht recht einstellen. Irgendwo, recht nah, klangen Geräusche heran. Offenbar war irgendwer anwesend. Nachsinnen... Wo war er? Behutsames erneutes Umblicken.. Regale.. Bibliothek.. leere Tasse.. Tee... allmählich kam der Abend wieder in den Sinn.. Vorabend? Ein Blick prüfte die Lichtverhältnisse, hellichter Tag offenbar. Er erhob sich, legte die Decke beiseite... etwas fühlte sich seltsam an.. Haare an den Fußsohlen.. Haare?
Er hatte bestimmt keine Haare in den Stiefeln. Der nächste Blick fiel herab zu den Füßen, nein keine Haare in den Stiefeln, nicht einmal Stiefel.. er stand Barfuß auf dem Bärenfell in der Bibliothek, Darna's Bibliothek. Noch während er sich umsah und auch seine Stiefel ebenso entdeckte wie den Schwertgurt, der ihm ebenso abgenommen war, brachte sich ein Name um so eindringlicher in seine Gedanken: Darna.. DARNA! Endlich wich auch die letzte Müdigkeit. Und hiermit einhergehend auch keimte deutliche Sorge auf, gepaart mit Zorn über gewisse Hilflosigkeiten.
Wenige Schritte führten ihn aus der Bibliothek und sein Blick fiel auf den Tisch. Drei Frauen bei gemeinsamen Frühstück, sein Blick wanderte über die Personen. "Darna ist nicht dabei", war die erste Erkenntnis.. Zorn! Savea sprang förmlich zu einer Verbeugung auf. Shaya erhob sich am Kopf des Tisches, die dritte Person Larissa, die Heilerin welche geholfen hatte den Standort des Entführerpacks aufzudecken, die Nachricht am Vortage überbracht hatte. Darna... die beste Erklärung wäre gewesen, dass sie oben schlief, doch diese Erklärung kam nicht. Stattdessen die Einladung sich doch zu setzen und zu Frühstücken. Er dachte nicht daran, er wollte endlich wissen was geschehen war, nachdem man ihn auf offensichtlichen Geheiß Rafael's nicht einmal geweckt hatte. Stur verschränkte er die Arme und blickte auffordernd gen Savea.
Diese begann sogleich endlich zu berichten: "Fräulein Larissa führte uns zu dem Haus und ehe wir näher gingen, erzählte sie uns von einem Gespräch, welches sie in den Stunden davor belauschen konnte. Ähm.. nein das war.. davon wusstet Ihr ja bereits. Wir haben dann die Gegend beobachtet und schlichen uns zum Haus." Dazwischenfahrend suchte Shaya nun wohl den Bericht abzuschließen: "......und haben das Lösegeld übergeben."
Etwas an diesen Worten wirkte derartig überhastet, als wolle man wichtige Belange am besten schnell unter den Teppich kehren. Erneut vermochte es Wut in ihm aufzuwallen. Er fasste alles was ihn derzeit kümmerte in einer knappen Frage zusammen: "Wo ist die Lady?" Ebenso knapp und alles aussagend, fiel Savea's Antwort aus: "Sie.. haben sie nicht gehen lassen."
Warum um alles in der Welt saßen sie dann bitte so ruhig hier und warum hatte man ihn nicht geweckt? Natürlich.. Rafael! Er hätte es doch wissen müssen, dass es ihm wichtig gewesen wäre!
Zornigen Blickes eilte er auf die nächststehende Person zu, die in seinem Blickfeld war: Shaya. Unwissend über Verletzungen des Vortages und ohnehin nicht geneigt zu milder Güte zu greifen, pressten sich seine Finger in deren Schulter. Nur mühsam hielt er den Willen sie einfach wütend durchzuschütteln zurück, als vage die Worte um eine Verletzung Shayas an seine Ohren drangen. Stattdessen drehte er sie unsanft in Richtung Tür und presste nur ein aufgebrachtes "Aufmachen!" hervor. Es war Savea die stattdessen nun gen Tür eilte. Eisigen Blickes eilte er hinaus und in Richtung des nahen Hauses Rafael's.
Dass ihm eine Person öffnete, die gemäß Anstandes hätte garnicht hier sein dürfen, beachtete er nicht einmal, stürmte an ihr vorbei ins Haus. Rafael war nicht zu sehen, der nächststehende Stuhl dafür um so deutlicher. "Rafael-Manöver" ging es ihm nur knapp durch den Kopf, bevor er diesen anhob und krachend auf dem Tisch niedergehen liess. Keine Minute später, stand Rafael mit gezogener Klinge im Zimmer. Geht doch!
"Adrian, vielleicht solltest du bleiben, noch einen Stuhl zerschlagen und mich anbrüllen. Das würde dir gut tun." Rafael scheidete das Schwert bereits, doch alles was ihm entgegenwehte war ein zorniges: "Zieh dich an!" Schon war er wieder hinaus, vor dem Haus wartend, bis Rafael hochgerüstet hinzutrat.
Gemeinsam ging es zurück zu Darna's Anwesen wo er nur einen jeden der inzwischen vor dem Haus Versammelten anwies die Pferde aufbruchbereit zu machen, bevor er selbst ohne große weitere Worte gen Schloss davonrauschte. Nicht lang hierauf kehrte er auf einem nun selbst zornig aufgebrachten Garvagh zurück, welcher zweifelsohne die Laune seines Reiters mitbekommen und selbst angenommen hatte. Einzig fehlte noch das Aufleuchten von rotglühenden Augen und es wäre der Eindruck eines Höllenrosses perfekt gewesen, bei diesem nur grob übergestriegelten und deutlich noch nachtzotteligen Pferdes das zornig anmutend Dampfwolken seines Atems nahezu ausspieh.
Die deutlichen Hinweise Rafael's dass es jetzt gewiss zu spät war zu dem Haus zu reiten, in dem Darna gefangen gehalten worden war, überhörte er geflissentlich, als er den Aufbruch befahl und die gesamte Gruppe in wilden Galopp über die Insel nach Osten trieb. "Als ob ich das nicht wüsste, aber habe ich beschlossen, dass man erst einmal in Ruhe schlafen könne als sei alles in Ordnung oder wart ihr Narren das?!?" Er sprach den Gedanken nicht aus, zuviel Zorn wallte in ihm auf, würde er diesen zu deutlich auf Freunde lenken, er vermochte sie womöglich zu erschlagen, obgleich sie dies hierfür möglicherweise gar verdient hätten.
Natürlich kamen sie zu spät, es war kaum anderes zu erwarten. Wütend, hier nicht wirklich noch etwas ausrichten zu können stürmte er in wildem Galopp zurück gen Westen, nicht beachtend, dass die Begleiter ihm nicht folgten.. Er wollte ohnehin allein sein. Eine kleine Waldhütte war schließlich sein Ziel. Lange Zeit war das Wasser schon kein Zeuge mehr von Zorn geworden.. An diesem Morgen brüllte er nach all der Zeit einmal mehr alle Hilflosigkeit, alle Frustration, alle aufwallenden Gefühle hinaus in die Stille.
Schwere.. er hatte das Gefühl, Gewichte hingen an den Augenlidern und nur schwerlich gelang es sie überhaupt zu öffnen. Verwirrtes Blinzeln und leises Räuspern erfolgte. Gemächlich blickte er sich um, die Gedanken mochten sich nicht recht ordnen lassen. Etwas lag auf ihm und deutlich verwirrt hob er das etwas vor die blinzelnden Augen, starrte mit einem "Was ist das?"-Blick auf den Gegenstand und nur sehr allmählich schob sich die Erkenntnis: "Decke" in seine Gedanken.
Ein Erwachen wollte sich nicht recht einstellen. Irgendwo, recht nah, klangen Geräusche heran. Offenbar war irgendwer anwesend. Nachsinnen... Wo war er? Behutsames erneutes Umblicken.. Regale.. Bibliothek.. leere Tasse.. Tee... allmählich kam der Abend wieder in den Sinn.. Vorabend? Ein Blick prüfte die Lichtverhältnisse, hellichter Tag offenbar. Er erhob sich, legte die Decke beiseite... etwas fühlte sich seltsam an.. Haare an den Fußsohlen.. Haare?
Er hatte bestimmt keine Haare in den Stiefeln. Der nächste Blick fiel herab zu den Füßen, nein keine Haare in den Stiefeln, nicht einmal Stiefel.. er stand Barfuß auf dem Bärenfell in der Bibliothek, Darna's Bibliothek. Noch während er sich umsah und auch seine Stiefel ebenso entdeckte wie den Schwertgurt, der ihm ebenso abgenommen war, brachte sich ein Name um so eindringlicher in seine Gedanken: Darna.. DARNA! Endlich wich auch die letzte Müdigkeit. Und hiermit einhergehend auch keimte deutliche Sorge auf, gepaart mit Zorn über gewisse Hilflosigkeiten.
Wenige Schritte führten ihn aus der Bibliothek und sein Blick fiel auf den Tisch. Drei Frauen bei gemeinsamen Frühstück, sein Blick wanderte über die Personen. "Darna ist nicht dabei", war die erste Erkenntnis.. Zorn! Savea sprang förmlich zu einer Verbeugung auf. Shaya erhob sich am Kopf des Tisches, die dritte Person Larissa, die Heilerin welche geholfen hatte den Standort des Entführerpacks aufzudecken, die Nachricht am Vortage überbracht hatte. Darna... die beste Erklärung wäre gewesen, dass sie oben schlief, doch diese Erklärung kam nicht. Stattdessen die Einladung sich doch zu setzen und zu Frühstücken. Er dachte nicht daran, er wollte endlich wissen was geschehen war, nachdem man ihn auf offensichtlichen Geheiß Rafael's nicht einmal geweckt hatte. Stur verschränkte er die Arme und blickte auffordernd gen Savea.
Diese begann sogleich endlich zu berichten: "Fräulein Larissa führte uns zu dem Haus und ehe wir näher gingen, erzählte sie uns von einem Gespräch, welches sie in den Stunden davor belauschen konnte. Ähm.. nein das war.. davon wusstet Ihr ja bereits. Wir haben dann die Gegend beobachtet und schlichen uns zum Haus." Dazwischenfahrend suchte Shaya nun wohl den Bericht abzuschließen: "......und haben das Lösegeld übergeben."
Etwas an diesen Worten wirkte derartig überhastet, als wolle man wichtige Belange am besten schnell unter den Teppich kehren. Erneut vermochte es Wut in ihm aufzuwallen. Er fasste alles was ihn derzeit kümmerte in einer knappen Frage zusammen: "Wo ist die Lady?" Ebenso knapp und alles aussagend, fiel Savea's Antwort aus: "Sie.. haben sie nicht gehen lassen."
Warum um alles in der Welt saßen sie dann bitte so ruhig hier und warum hatte man ihn nicht geweckt? Natürlich.. Rafael! Er hätte es doch wissen müssen, dass es ihm wichtig gewesen wäre!
Zornigen Blickes eilte er auf die nächststehende Person zu, die in seinem Blickfeld war: Shaya. Unwissend über Verletzungen des Vortages und ohnehin nicht geneigt zu milder Güte zu greifen, pressten sich seine Finger in deren Schulter. Nur mühsam hielt er den Willen sie einfach wütend durchzuschütteln zurück, als vage die Worte um eine Verletzung Shayas an seine Ohren drangen. Stattdessen drehte er sie unsanft in Richtung Tür und presste nur ein aufgebrachtes "Aufmachen!" hervor. Es war Savea die stattdessen nun gen Tür eilte. Eisigen Blickes eilte er hinaus und in Richtung des nahen Hauses Rafael's.
Dass ihm eine Person öffnete, die gemäß Anstandes hätte garnicht hier sein dürfen, beachtete er nicht einmal, stürmte an ihr vorbei ins Haus. Rafael war nicht zu sehen, der nächststehende Stuhl dafür um so deutlicher. "Rafael-Manöver" ging es ihm nur knapp durch den Kopf, bevor er diesen anhob und krachend auf dem Tisch niedergehen liess. Keine Minute später, stand Rafael mit gezogener Klinge im Zimmer. Geht doch!
"Adrian, vielleicht solltest du bleiben, noch einen Stuhl zerschlagen und mich anbrüllen. Das würde dir gut tun." Rafael scheidete das Schwert bereits, doch alles was ihm entgegenwehte war ein zorniges: "Zieh dich an!" Schon war er wieder hinaus, vor dem Haus wartend, bis Rafael hochgerüstet hinzutrat.
Gemeinsam ging es zurück zu Darna's Anwesen wo er nur einen jeden der inzwischen vor dem Haus Versammelten anwies die Pferde aufbruchbereit zu machen, bevor er selbst ohne große weitere Worte gen Schloss davonrauschte. Nicht lang hierauf kehrte er auf einem nun selbst zornig aufgebrachten Garvagh zurück, welcher zweifelsohne die Laune seines Reiters mitbekommen und selbst angenommen hatte. Einzig fehlte noch das Aufleuchten von rotglühenden Augen und es wäre der Eindruck eines Höllenrosses perfekt gewesen, bei diesem nur grob übergestriegelten und deutlich noch nachtzotteligen Pferdes das zornig anmutend Dampfwolken seines Atems nahezu ausspieh.
Die deutlichen Hinweise Rafael's dass es jetzt gewiss zu spät war zu dem Haus zu reiten, in dem Darna gefangen gehalten worden war, überhörte er geflissentlich, als er den Aufbruch befahl und die gesamte Gruppe in wilden Galopp über die Insel nach Osten trieb. "Als ob ich das nicht wüsste, aber habe ich beschlossen, dass man erst einmal in Ruhe schlafen könne als sei alles in Ordnung oder wart ihr Narren das?!?" Er sprach den Gedanken nicht aus, zuviel Zorn wallte in ihm auf, würde er diesen zu deutlich auf Freunde lenken, er vermochte sie womöglich zu erschlagen, obgleich sie dies hierfür möglicherweise gar verdient hätten.
Natürlich kamen sie zu spät, es war kaum anderes zu erwarten. Wütend, hier nicht wirklich noch etwas ausrichten zu können stürmte er in wildem Galopp zurück gen Westen, nicht beachtend, dass die Begleiter ihm nicht folgten.. Er wollte ohnehin allein sein. Eine kleine Waldhütte war schließlich sein Ziel. Lange Zeit war das Wasser schon kein Zeuge mehr von Zorn geworden.. An diesem Morgen brüllte er nach all der Zeit einmal mehr alle Hilflosigkeit, alle Frustration, alle aufwallenden Gefühle hinaus in die Stille.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Montag 7. Juli 2008, 08:31, insgesamt 5-mal geändert.
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Darna von Hohenfels
Das Ende des Urlaubs
(Tag 4, Zeitpunkt der Lösegeldübergabe)
~~~~~~~~
"Temora zum Gruße Hochgeboren von Elbenau, Milady, Dienstherrin...
Wie uns zu Ohren kam, geht es Euch in Eurer misslichen Lage so gut, und Ihr fühlt Euch so wohl, dass Ihr gerne noch etwas länger bleiben würdet. Es erfreute uns regelrecht, als wir erfuhren, dass all die schlaflosen Nächte, die wir in Sorge um Euch hatten, völlig unbegründet waren. Ihr könnt Euch unserer Loyalität und Treue wie immer versichert fühlen, so sehr, dass wir versuchen werden, seine Hoheit davon abzubringen, mit einem Trupp hier einzureiten, nun da Euer Aufenthaltsort bekannt ist.
Damit es Euch bei Eurem Aufenthalt an nichts mangelt, haben wir uns entschlossen, das Lösegeld, das so vehement von Euren Entführern oder neuen Freunden verlangt ist, bestehend aus unseren letzten Jahreslöhnen und einigen Ersparnissen Lady Selissas, dazu zu verwenden, Euch Euren Urlaub hier so angenehm wie möglich sein zu lassen.
In Wut, Sorge, Resignation, Verzweiflung, Verwirrung, Unverständnis und Trauer verbleiben wir bis dahin wie immer ergebenst,
Savea und Shaya"
~~~~~~~~
Lubbo, in diesen Momenten neben Darna der einzig wache im Haus - Erwin lag unter den Nachwirkungen von mindestens fünf Flaschen Bier noch schlafend - schaute nach einer verwirrenden Übergabe einer Kiste mit Gold und einem Büchlein dabei direkt an der Haustür auf die Sachen. Der Lady Darna, der gefangenen Frau, oder dem Gast, wie auch immer, jedenfalls ihr! sollte er das geben.
"Höh, was soll die denn mit Gold? Die sind ja lustig." Er zupfte den Zettel raus und schaute ihn überfordert an. Musste man wohl lesen. Wenigstens war hier ja grad jemand, der das wohl konnte. Und den Kram ihr geben sollte er ja auch, also stapfte er mit dem Papier erstmal nach oben.
"Kannst du das lesen? Ich kann nicht lesen."
Verwirrt sah Darna auf das ihr hingehaltene Papier. "Ja, natürlich kann ich lesen."
"Dann lies mal."
Sie schlug das Büchlein auf, etwas abgespannt erklangen in pflichtgemäßer Gefälligkeit die ersten Worte: "Temora zum Gruße, Hochgeboren von..." - sie verstummte und weitete die Augen, still begann der Blick mit zunehmendem Entsetzen über die Zeilen zu fliegen.
"Hochgeboren? Deine Mutter hatte 'n Hochbett?"
Sie hörte nicht hin. Wie mit einem Schwall eiskaltem Wasser wurde sie an das "draußen" erinnert.
"Als hätte ich ihnen mal eben beruhigend Bescheid geben lassen können, daß sie sich nicht sorgen sollen. Dauernd werde ich hier bewacht, verdammt - als könnte ich frei handeln und mach mir hier einfach nur einen netten Lenz! Aber ich hab... nicht an sie gedacht. Nicht daran, wie es ihnen geht, weil ich hier... Wie konnte ich sowas nur tun? Ich mein, wenn ich jedes Mal Rücksicht darauf nähme, daß sie sich Sorgen machen, dürfte ich mich überhaupt nicht mehr in Gefahr begeben, das geht überhaupt nicht. Daran darf ich dann gar nicht denken.
Aber ich hab nicht an sie gedacht... sie haben... ihr ganzes Geld... zusammengekratzt, um... und ich sitz hier... und ausgerechnet solches Geld geht an diese Leute, die glauben, es täte jenen nicht weh, von denen sie nehmen..." Sie ächzte, die Haltung wurde stocksteif. "Es trifft genau die Falschen. Und sie sorgen sich. Sie müssen doch denken, ich... Oh, Temora - Adrian..." Ihr wich die Farbe aus dem Gesicht. "Ich muß hier weg. Ich muß zu ihnen. Wo sind sie?"
"Wann habt Ihr das erhalten?!" Ihr Blick raste durch den Raum, als müsste ein ganzer Haufen Leute gerade hinter Lubbo stehen und sie vorwurfsvoll anstarren.
"Da hat doch jemand geklopft!"
"Waren da eben... Shaya? Savea?"
"Sie sind HIER?! Gütige!"
"Is was? Was steht denn da?"
"Da steht, daß ich... auf ihnen rumtrample...weil ich versuche, Leute auf den richtigen Weg zu bringen, die... die Welt zu verbessern..." Für einen Moment spürte sie die gleiche verständnislose Verachtung für dieses Tun, die man manches Mal dafür wohl empfinden konnte. Ihre Hand umkrallte bebend das Büchlein. Sie starrte Lubbo einen Herzschlag lang an. "Hätte es sich für dich denn gelohnt, daß ich sie dafür so quäle? Verdienen sie das dann?"
Es zerriß sie. Sie holte Luft.
"SHAAAAYAAAA!", schallte es durch das Haus, einem Hilfeschrei deutlich näher als einem Wutausbruch, die Stimme geübt im kontrollierten Kasernenhofbrüllen wie eh und je.
"He!" Fassungslos sah Lubbo zu ihr hin, im ersten Moment nicht verstehend, was ihr passierte. Im nächsten Moment schnellte seine bahndschuhte Hand vor und presste sich ihr auf den Mund.
"SAAAAVEEEE.... mmmmpfh!!!!"
"Sei doch still!"
Von draußen: "MILADY?" Shayas Stimme klang selbst jetzt noch müde und von Trauer gezeichnet, doch Darna hörte sie gerade kaum. Ihre Zähne schnappten zu und bissen in sich blind aufbäumender Wut in den behandschuhten Finger.
"Argh! Bist du blöd!" Ein dumpfer Schlag traf sie an der Schläfe, nicht richtig sitzend, benommen kippte sie zur Seite. "Verrücktes Weib!"
Stöhnend hielt sich Darna den Kopf, während Lubbo zum nächsten Schrank ging und einen Kissenbezug rausgriff. Blinzelnd kämpfte sie ums Bewusstsein, unter ihrer Handfläche bildete sich ein silbrig-blauer Schimmer, die Gedanken klarten sich, in diesen Momenten spürte sie, wie sich Stoff über ihren Mund legte und hineingedrückt werden sollte, hinter ihrem Kopf zusammengebunden.
Unten wachte Erwin auf und kam verwirrt vom Lärm nach oben.
"Ich muß mich wehren. Ich muß mich endlich richtig wehren. Die haben es nicht mehr verdient. Hilf mir..."
Nur ein unverständliches "Nhmmmhnnn!", erklang von ihr, während Lubbo das Wesentlichste beschäftigt Erwin erklärte: "Die hat um Hilfe gebrüllt. Da draußen sind Leute." Darna trat mit den gefesselten Füßen nach Klops. Jetzt störte das Dreckslaken tatsächlich, das durfte doch nicht wahr sein. Sie trat gegen das an Lubbo gewohnte Eisenrüstzeug und verzog das Gesicht.
"Die wird bockig. Hol doch mal ein Seil."
"Rüstung. Verdammt noch eins, ich bin selber bewaffnet!"
Ihre Faust ballte sich und wurde von einem silbrigen Licht umhüllt, das sich zu Metall verdichtete, noch während sie ausholte. Lubbos Kopf wurde getroffen zur Seite geworfen. "Argh!"
"Hilf mir mal hier!", herrschte er Erwin an und griff mit seiner Pranke nach Darnas Arm. Im ersten Moment hatte er mit seiner natürlichen Stärke die Oberhand. Erwin griff ein Seil und versuchte, ihre Arme zu fesseln, an denen sich weiteres Rüstwerk bildete.
"Lnnnst mmm nnnnsss!", brüllte sie zornig in den Kissenbezug, während sie mit deutlicher Mühe sich auf das vertraute und innere Ruhe gebende Gefühl einzulassen versuchte, mit dem sich die göttingegebene Rüstung um sie legte. "Ich muß mich wehren. Nicht hassen. Es reicht einfach, sie sind zu weit gegangen. Ich will nicht töten, doch es ist genug! Hilf mir..." Sie hatte Mühe, die Gedanken und Gefühle zu beherrschen, statt sich von Wut und Panik beherrschen zu lassen. Mit einem milden Aufgleißen formte sich der Harnisch aus nahtlosen Übergängen von Platte und Kettengeflecht, hell strahlte der lebensecht geformte Adler mit ausgebreiteten Schwingen als plastisches Bild auf ihrer Brust, das Licht glitt die Beine hinab und legte sich auch um diese.
Von draußen zu beobachten, wie es oben hinter den breiten Fenstern des oberen Stockwerkes fast taghell wurde, ein gleichmässiges Licht, das kein Feuer als Quelle haben konnte. Das weiße Funkeln verdichtete sich auch um den Hals, überlappende Federn als silbriges Metall, das aus sich selber heraus zu glänzen schien, der in Menschenkopfgröße gebildete Adlerkopf, der als Helm die Rüstung schließen sollte... die innere Ruhe griff, und einen Lidschlag schloß sie ergeben die Augen.
Dumpfer Schmerz.
Ein blutiger wirbelnder Schleier legte sich vor den Blick, obwohl sie die Augen nicht mehr öffnen konnte.
Dunkelheit.
Die Welt kippte unendlich träge auf die Seite, fiel ins Nichts.
"Jetzt mach schon!", brüllte Lubbo, die Arme fest zusammenzog, daß auch die Rüstung nichts mehr half. Fast absurderweise bildete sich noch der Helm vollendend, während Darna nach dem zweiten Schlag gegen ihre Schläfe langsam in sich zusammensackte. "Bind sie endlich fest am Bettpfosten!" Ihre Füße wurden zusammengebunden, das Seil von den Armen an den einen Bettpfosten, das andere an den unteren. Ein Pfeil durchschlug von draußen eines der Fenster und sirrte durch den Raum.
"Ve...ve...verflucht wa...was ist da los?", stotterte Erwin.
"Das sind bestimmt diese Weiber."
Uro stand mit einem Mal in der Tür. "Was ist hier los?"
Lubbo legte gerade eine Decke über Darna, um das Leuchten zu unterbinden, das das Zimmer zur Zielscheibe zu machen drohte. Er brauchte eine zweite. Uro versuchte, draußen was auszumachen, sah in der Dunkelheit aber nichts. "Verdammt... sie sind uns doch gefolgt. Sie muß hier weg, Lubbo!" Ein zweiter Pfeil flog in den Raum, hinterließ zerbrochenes Glas und bohrte sich in die Matratze.
"WUAH!" - Uro starrte auf den Pfeil. "Verdammt, die meinen 's ernst."
Noch immer schienen die Decken von unten heraus zu leuchten, doch versank abgedeckt der Raum wieder in die Dunkelheit, die lediglich der Kamin etwas erhellte. Draußen fluchte Savea und ließ den dritten Pfeil sinken.
"Klops, schaffst du es nach Bajard auf die Insel Lameriast?", flüsterte Uro Lubbo zu, "Kim hat dort ein Versteck... für eben so einen Fall."
(Tag 4, Zeitpunkt der Lösegeldübergabe)
~~~~~~~~
"Temora zum Gruße Hochgeboren von Elbenau, Milady, Dienstherrin...
Wie uns zu Ohren kam, geht es Euch in Eurer misslichen Lage so gut, und Ihr fühlt Euch so wohl, dass Ihr gerne noch etwas länger bleiben würdet. Es erfreute uns regelrecht, als wir erfuhren, dass all die schlaflosen Nächte, die wir in Sorge um Euch hatten, völlig unbegründet waren. Ihr könnt Euch unserer Loyalität und Treue wie immer versichert fühlen, so sehr, dass wir versuchen werden, seine Hoheit davon abzubringen, mit einem Trupp hier einzureiten, nun da Euer Aufenthaltsort bekannt ist.
Damit es Euch bei Eurem Aufenthalt an nichts mangelt, haben wir uns entschlossen, das Lösegeld, das so vehement von Euren Entführern oder neuen Freunden verlangt ist, bestehend aus unseren letzten Jahreslöhnen und einigen Ersparnissen Lady Selissas, dazu zu verwenden, Euch Euren Urlaub hier so angenehm wie möglich sein zu lassen.
In Wut, Sorge, Resignation, Verzweiflung, Verwirrung, Unverständnis und Trauer verbleiben wir bis dahin wie immer ergebenst,
Savea und Shaya"
~~~~~~~~
Lubbo, in diesen Momenten neben Darna der einzig wache im Haus - Erwin lag unter den Nachwirkungen von mindestens fünf Flaschen Bier noch schlafend - schaute nach einer verwirrenden Übergabe einer Kiste mit Gold und einem Büchlein dabei direkt an der Haustür auf die Sachen. Der Lady Darna, der gefangenen Frau, oder dem Gast, wie auch immer, jedenfalls ihr! sollte er das geben.
"Höh, was soll die denn mit Gold? Die sind ja lustig." Er zupfte den Zettel raus und schaute ihn überfordert an. Musste man wohl lesen. Wenigstens war hier ja grad jemand, der das wohl konnte. Und den Kram ihr geben sollte er ja auch, also stapfte er mit dem Papier erstmal nach oben.
"Kannst du das lesen? Ich kann nicht lesen."
Verwirrt sah Darna auf das ihr hingehaltene Papier. "Ja, natürlich kann ich lesen."
"Dann lies mal."
Sie schlug das Büchlein auf, etwas abgespannt erklangen in pflichtgemäßer Gefälligkeit die ersten Worte: "Temora zum Gruße, Hochgeboren von..." - sie verstummte und weitete die Augen, still begann der Blick mit zunehmendem Entsetzen über die Zeilen zu fliegen.
"Hochgeboren? Deine Mutter hatte 'n Hochbett?"
Sie hörte nicht hin. Wie mit einem Schwall eiskaltem Wasser wurde sie an das "draußen" erinnert.
"Als hätte ich ihnen mal eben beruhigend Bescheid geben lassen können, daß sie sich nicht sorgen sollen. Dauernd werde ich hier bewacht, verdammt - als könnte ich frei handeln und mach mir hier einfach nur einen netten Lenz! Aber ich hab... nicht an sie gedacht. Nicht daran, wie es ihnen geht, weil ich hier... Wie konnte ich sowas nur tun? Ich mein, wenn ich jedes Mal Rücksicht darauf nähme, daß sie sich Sorgen machen, dürfte ich mich überhaupt nicht mehr in Gefahr begeben, das geht überhaupt nicht. Daran darf ich dann gar nicht denken.
Aber ich hab nicht an sie gedacht... sie haben... ihr ganzes Geld... zusammengekratzt, um... und ich sitz hier... und ausgerechnet solches Geld geht an diese Leute, die glauben, es täte jenen nicht weh, von denen sie nehmen..." Sie ächzte, die Haltung wurde stocksteif. "Es trifft genau die Falschen. Und sie sorgen sich. Sie müssen doch denken, ich... Oh, Temora - Adrian..." Ihr wich die Farbe aus dem Gesicht. "Ich muß hier weg. Ich muß zu ihnen. Wo sind sie?"
"Wann habt Ihr das erhalten?!" Ihr Blick raste durch den Raum, als müsste ein ganzer Haufen Leute gerade hinter Lubbo stehen und sie vorwurfsvoll anstarren.
"Da hat doch jemand geklopft!"
"Waren da eben... Shaya? Savea?"
"Sie sind HIER?! Gütige!"
"Is was? Was steht denn da?"
"Da steht, daß ich... auf ihnen rumtrample...weil ich versuche, Leute auf den richtigen Weg zu bringen, die... die Welt zu verbessern..." Für einen Moment spürte sie die gleiche verständnislose Verachtung für dieses Tun, die man manches Mal dafür wohl empfinden konnte. Ihre Hand umkrallte bebend das Büchlein. Sie starrte Lubbo einen Herzschlag lang an. "Hätte es sich für dich denn gelohnt, daß ich sie dafür so quäle? Verdienen sie das dann?"
Es zerriß sie. Sie holte Luft.
"SHAAAAYAAAA!", schallte es durch das Haus, einem Hilfeschrei deutlich näher als einem Wutausbruch, die Stimme geübt im kontrollierten Kasernenhofbrüllen wie eh und je.
"He!" Fassungslos sah Lubbo zu ihr hin, im ersten Moment nicht verstehend, was ihr passierte. Im nächsten Moment schnellte seine bahndschuhte Hand vor und presste sich ihr auf den Mund.
"SAAAAVEEEE.... mmmmpfh!!!!"
"Sei doch still!"
Von draußen: "MILADY?" Shayas Stimme klang selbst jetzt noch müde und von Trauer gezeichnet, doch Darna hörte sie gerade kaum. Ihre Zähne schnappten zu und bissen in sich blind aufbäumender Wut in den behandschuhten Finger.
"Argh! Bist du blöd!" Ein dumpfer Schlag traf sie an der Schläfe, nicht richtig sitzend, benommen kippte sie zur Seite. "Verrücktes Weib!"
Stöhnend hielt sich Darna den Kopf, während Lubbo zum nächsten Schrank ging und einen Kissenbezug rausgriff. Blinzelnd kämpfte sie ums Bewusstsein, unter ihrer Handfläche bildete sich ein silbrig-blauer Schimmer, die Gedanken klarten sich, in diesen Momenten spürte sie, wie sich Stoff über ihren Mund legte und hineingedrückt werden sollte, hinter ihrem Kopf zusammengebunden.
Unten wachte Erwin auf und kam verwirrt vom Lärm nach oben.
"Ich muß mich wehren. Ich muß mich endlich richtig wehren. Die haben es nicht mehr verdient. Hilf mir..."
Nur ein unverständliches "Nhmmmhnnn!", erklang von ihr, während Lubbo das Wesentlichste beschäftigt Erwin erklärte: "Die hat um Hilfe gebrüllt. Da draußen sind Leute." Darna trat mit den gefesselten Füßen nach Klops. Jetzt störte das Dreckslaken tatsächlich, das durfte doch nicht wahr sein. Sie trat gegen das an Lubbo gewohnte Eisenrüstzeug und verzog das Gesicht.
"Die wird bockig. Hol doch mal ein Seil."
"Rüstung. Verdammt noch eins, ich bin selber bewaffnet!"
Ihre Faust ballte sich und wurde von einem silbrigen Licht umhüllt, das sich zu Metall verdichtete, noch während sie ausholte. Lubbos Kopf wurde getroffen zur Seite geworfen. "Argh!"
"Hilf mir mal hier!", herrschte er Erwin an und griff mit seiner Pranke nach Darnas Arm. Im ersten Moment hatte er mit seiner natürlichen Stärke die Oberhand. Erwin griff ein Seil und versuchte, ihre Arme zu fesseln, an denen sich weiteres Rüstwerk bildete.
"Lnnnst mmm nnnnsss!", brüllte sie zornig in den Kissenbezug, während sie mit deutlicher Mühe sich auf das vertraute und innere Ruhe gebende Gefühl einzulassen versuchte, mit dem sich die göttingegebene Rüstung um sie legte. "Ich muß mich wehren. Nicht hassen. Es reicht einfach, sie sind zu weit gegangen. Ich will nicht töten, doch es ist genug! Hilf mir..." Sie hatte Mühe, die Gedanken und Gefühle zu beherrschen, statt sich von Wut und Panik beherrschen zu lassen. Mit einem milden Aufgleißen formte sich der Harnisch aus nahtlosen Übergängen von Platte und Kettengeflecht, hell strahlte der lebensecht geformte Adler mit ausgebreiteten Schwingen als plastisches Bild auf ihrer Brust, das Licht glitt die Beine hinab und legte sich auch um diese.
Von draußen zu beobachten, wie es oben hinter den breiten Fenstern des oberen Stockwerkes fast taghell wurde, ein gleichmässiges Licht, das kein Feuer als Quelle haben konnte. Das weiße Funkeln verdichtete sich auch um den Hals, überlappende Federn als silbriges Metall, das aus sich selber heraus zu glänzen schien, der in Menschenkopfgröße gebildete Adlerkopf, der als Helm die Rüstung schließen sollte... die innere Ruhe griff, und einen Lidschlag schloß sie ergeben die Augen.
Dumpfer Schmerz.
Ein blutiger wirbelnder Schleier legte sich vor den Blick, obwohl sie die Augen nicht mehr öffnen konnte.
Dunkelheit.
Die Welt kippte unendlich träge auf die Seite, fiel ins Nichts.
"Jetzt mach schon!", brüllte Lubbo, die Arme fest zusammenzog, daß auch die Rüstung nichts mehr half. Fast absurderweise bildete sich noch der Helm vollendend, während Darna nach dem zweiten Schlag gegen ihre Schläfe langsam in sich zusammensackte. "Bind sie endlich fest am Bettpfosten!" Ihre Füße wurden zusammengebunden, das Seil von den Armen an den einen Bettpfosten, das andere an den unteren. Ein Pfeil durchschlug von draußen eines der Fenster und sirrte durch den Raum.
"Ve...ve...verflucht wa...was ist da los?", stotterte Erwin.
"Das sind bestimmt diese Weiber."
Uro stand mit einem Mal in der Tür. "Was ist hier los?"
Lubbo legte gerade eine Decke über Darna, um das Leuchten zu unterbinden, das das Zimmer zur Zielscheibe zu machen drohte. Er brauchte eine zweite. Uro versuchte, draußen was auszumachen, sah in der Dunkelheit aber nichts. "Verdammt... sie sind uns doch gefolgt. Sie muß hier weg, Lubbo!" Ein zweiter Pfeil flog in den Raum, hinterließ zerbrochenes Glas und bohrte sich in die Matratze.
"WUAH!" - Uro starrte auf den Pfeil. "Verdammt, die meinen 's ernst."
Noch immer schienen die Decken von unten heraus zu leuchten, doch versank abgedeckt der Raum wieder in die Dunkelheit, die lediglich der Kamin etwas erhellte. Draußen fluchte Savea und ließ den dritten Pfeil sinken.
"Klops, schaffst du es nach Bajard auf die Insel Lameriast?", flüsterte Uro Lubbo zu, "Kim hat dort ein Versteck... für eben so einen Fall."
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Montag 7. Juli 2008, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Rafael von Arganta
„Nur erkunden.“ So hatte sein Befehl gelautet und nun?.
Larissa stand vor ihm und blickte ihn unsicher an als sie ihm erklären musste was geschehen war. „Wir wurden getrennt...“ Rafael hörte sich die ganze Geschichte an und fluchte dann lauthals. „Verdammt noch mal, sagte ich nicht etwas von ... Erkunden? Und nicht hingehen und freundlichst ... KLOPFEN?! Sie wollten sie da raus holen? Fein! Dann hätte ich auch gleich den Grafen mitschicken können. Das war vor VIER Stunden... jetzt wissen sie das wir wissen wo sie sind, und werden wohl kaum noch da bleiben. Dann wären sie wirklich selten dämlich.“
Er schimpfte noch lange vor sich hin, obwohl die arme Larissa ja wohl so gar nichts dafür konnte. „Entweder die bringen sie jetzt gleich um... weil sie ja davon ausgehen müssen das da gleich eine ganze Armee anrücken wird, oder aber sie haben die Kaltschnäuzigkeit und bringen sie woanders hin, und auch das sofort. Auf jeden Fall wird sie Dort nicht mehr sein.“
Larissa nickte ihm zustimmend zu, und in der Tat dauerte es noch etwas bis Savea und Shaya herangeritten kamen.
Temora sei dank waren sie nicht auch noch gefangen worden, und vor allem, lebten noch, obwohl Shaya verletzt schien.
Sie war vom Pferd gestürzt, berichtete Savea sachlich, und Rafael hatte schon wieder Mühe ruhig zu bleiben, und wartete bis Larissa sich um Shaya kümmerte, dann erst wendete er sich an Savea. „Könntet ihr mit –Bitte- erzählen was geschehen ist?“ fragte er mit einen Unterton der sicherlich jene die ihn kannten hellhörig gemacht hätten.
Savea erklärte ihm noch einmal was geschehen war, und führte an. „Sie ist freiwillig dort.“
Rafael stutzte vermochte das kaum wirklich zu glauben.
Sie machten sich hier die allergrößten Sorgen man bezahlte Lösegeld und sie sollte freiwillig dort sein?
Larissa wurde hier als Heilerin gebraucht, Savea sah aus als würde sie gleich umfallen, der Graf schlief ... Darna würde sicherlich nicht mehr in dem Haus sein ... und es war nun eh zu Dunkel um noch großartig nach Spuren suchen zu können.
Sie mussten am frühen Morgen hin, zumal es im Moment eh niemanden gab der sie jetzt noch hinführen konnte.
Seufzend nickte er.
„Sehen wir es uns Morgen in der Früh an.“ Entschied er dann.
Sie alle, konnten etwas Schlaf gebrauchen.
Temora war mit Darna, so hoffte er, und Rafael?
Rafael würde seinem Freund beistehen, der wohl schier umkam vor Sorge, und hätte Rafael ihm nicht etwas in den Tee getan nun wohl die dritte ? Vierte Nacht nicht geschlafen hatte.
Der Ärger, würde am nächsten Tage kommen... dessen war er sich gewiss, aber er wusste das er das nur zu gerne einstecken würde, vermochte er doch nur zu gut nach zu vollziehen wie Adrian sich fühlen musste.
„Darna komm blos bald wieder hörst du? Sonst komme ich persönlich, hole dich und versohle dir den Hintern.“ Fluchte er bevor er dann mit Rahel zusammen heimwärts ging.
Larissa stand vor ihm und blickte ihn unsicher an als sie ihm erklären musste was geschehen war. „Wir wurden getrennt...“ Rafael hörte sich die ganze Geschichte an und fluchte dann lauthals. „Verdammt noch mal, sagte ich nicht etwas von ... Erkunden? Und nicht hingehen und freundlichst ... KLOPFEN?! Sie wollten sie da raus holen? Fein! Dann hätte ich auch gleich den Grafen mitschicken können. Das war vor VIER Stunden... jetzt wissen sie das wir wissen wo sie sind, und werden wohl kaum noch da bleiben. Dann wären sie wirklich selten dämlich.“
Er schimpfte noch lange vor sich hin, obwohl die arme Larissa ja wohl so gar nichts dafür konnte. „Entweder die bringen sie jetzt gleich um... weil sie ja davon ausgehen müssen das da gleich eine ganze Armee anrücken wird, oder aber sie haben die Kaltschnäuzigkeit und bringen sie woanders hin, und auch das sofort. Auf jeden Fall wird sie Dort nicht mehr sein.“
Larissa nickte ihm zustimmend zu, und in der Tat dauerte es noch etwas bis Savea und Shaya herangeritten kamen.
Temora sei dank waren sie nicht auch noch gefangen worden, und vor allem, lebten noch, obwohl Shaya verletzt schien.
Sie war vom Pferd gestürzt, berichtete Savea sachlich, und Rafael hatte schon wieder Mühe ruhig zu bleiben, und wartete bis Larissa sich um Shaya kümmerte, dann erst wendete er sich an Savea. „Könntet ihr mit –Bitte- erzählen was geschehen ist?“ fragte er mit einen Unterton der sicherlich jene die ihn kannten hellhörig gemacht hätten.
Savea erklärte ihm noch einmal was geschehen war, und führte an. „Sie ist freiwillig dort.“
Rafael stutzte vermochte das kaum wirklich zu glauben.
Sie machten sich hier die allergrößten Sorgen man bezahlte Lösegeld und sie sollte freiwillig dort sein?
Larissa wurde hier als Heilerin gebraucht, Savea sah aus als würde sie gleich umfallen, der Graf schlief ... Darna würde sicherlich nicht mehr in dem Haus sein ... und es war nun eh zu Dunkel um noch großartig nach Spuren suchen zu können.
Sie mussten am frühen Morgen hin, zumal es im Moment eh niemanden gab der sie jetzt noch hinführen konnte.
Seufzend nickte er.
„Sehen wir es uns Morgen in der Früh an.“ Entschied er dann.
Sie alle, konnten etwas Schlaf gebrauchen.
Temora war mit Darna, so hoffte er, und Rafael?
Rafael würde seinem Freund beistehen, der wohl schier umkam vor Sorge, und hätte Rafael ihm nicht etwas in den Tee getan nun wohl die dritte ? Vierte Nacht nicht geschlafen hatte.
Der Ärger, würde am nächsten Tage kommen... dessen war er sich gewiss, aber er wusste das er das nur zu gerne einstecken würde, vermochte er doch nur zu gut nach zu vollziehen wie Adrian sich fühlen musste.
„Darna komm blos bald wieder hörst du? Sonst komme ich persönlich, hole dich und versohle dir den Hintern.“ Fluchte er bevor er dann mit Rahel zusammen heimwärts ging.
- Shaya Nyrloth
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- Registriert: Freitag 29. September 2006, 06:30
(Am Tag der Lösegeldübergabe - wenige Stunden vor dem Versteckwechsel)
Shaya hörte das Klopfen an der Tür nicht, starrte abwesend mit nachdenklich gefurchter, eher zerfurchter Stirn an die Decke der Gesindestube. Ein Bild das man seit der Entführung häufiger sah. Es würde sie wohl nicht einmal verwundern, sollte das Mauerwerk irgendwann anfangen zu bröckeln, weil sie den Mörtel lose gestarrt hatte. Es war alles einfach zum Verrückt werden. Sie drehte den Kopf nach hinten, sah zum...sie blinzelte, als der Stuhl, auf dem Savea eigentlich sitzen sollte, leer war. Jetzt erst vernahm sie Stimmen vor der Tür, raffte sich übermüdet und niedergeschlagen auf und schlurfte nach draußen.
Eine knappe Verbeugung wurde Adrian zuteil, dann grüßte sie, ebenso kurz gehalten, sowohl ihn als auch Fräulein Larissa, die wohl gerade Neuigkeiten vorbringen wollte. Larissa lächelte und Shayas Miene versteinerte. Ruhig bleiben. Sie lächelt doch nur, nicht weil es etwas zum Lächeln gab, sondern weil sie schlicht und einfach ein nettes, junges Mädchen ist und helfen will sie schließlich auch. Trotzdem hätte sie auf irgendwas einschlagen können. Nicht durchdrehen. Ruhig bleiben. Ein kurzes Durchatmen, zu kurz, dann Saveas Kurzzusammenfassung des bisherigen Gesprächsverlaufes schickte eine Braue auf den Weg neue Höhen zu erklimmen. „Sie hat die Spuren gefunden, den Boten getroffen und ist ihm gefolgt.“
Ihr ganzes Augenmerk lag nun auf Larissa. „Es war wohl mehr Glück als Können, dass ich den Boten fand. Doch wie auch immer, ich...“ Den Rest des Satzes bekam sie nicht mehr mit, irgendwo wurde in Shayas Kopf ein Schalter umgelegt. Willkommen in der Achterbahn, bitte alle einsteigen. Vielleicht die Nebenwirkungen der letzten schlaflosen Tage. In den hintersten Gehirnwindungen setzte sich nur noch die Tatsache fest, dass es Milady wohl, wenn auch übermüdet, gut ginge. Der Rest verschwand in dichtem Nebel. Sie verengte die Augen, verschränkte die Arme vor dem Oberkörper und biss sich fest, an ein paar Worten, die sicher harmlos für gewöhnlich, ihr in dieser ganzen Entführungsgeschichte und damit verbundenen Situation völlig absurd platziert vorkamen. „Doch wie auch immer...“ wiederholte Shaya gedehnt, staubtrocken, halb fragend, ehe sie wieder in Schweigen verfiel, eine Hand nur einen Moment etwas aus der Verschränkung löste, kurz bewegte, um anzudeuten Larissa solle fortfahren.
„Sie erwähnte mehrmals, dass sie entkommen könne, so sie es wünsche, aber sie wolle bleiben um diese Leute zu verstehen.“ Kam nur ihr etwas daran merkwürdig vor? War nicht irgendetwas falsch an dieser Information? Drei Zuhörer, sechs Ohren, drei Augenpaare...als Zeugen. Nein sie hatte sich nicht verhört. Adrian verdrehte die Augen, Saveas weiteten sich gepaart mit einem ungläubigen „Wie bitte?“, Shayas wurden zu schmalen Schlitzen. „Das soll wohl ein schlechte Scherz sein?“ Möp. Blöde Frage, du dumme Kuh. Bitte alle einsteigen. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt. Sie fühlte sich wie von einer Kutsche überrollt, oder zwei, oder drei, oder viele...dazu wie von einem Steinrutsch erschlagen. Irgendwas fiel...ziemlich tief. Das bist DU! Und der Aufprall verursachte unerträgliche Schmerzen.
Adrian wandte sich an die beiden Mägde mit einer Ankündigung, die er bei klarem Verstand sicher niemals von sich gegeben hätte. Dementsprechend wurde es zwar mit Unglauben wahrgenommen, widersprochen aber wurde nicht. Und noch eine Runde! Auf geht’s. Es kam ihnen beiden gerade irgendwie gelegen, passte... perfekt. „Ihr beide seid gewiss unauffälliger, als wenn wir nun mit einer halben Armee anrücken. Am besten ihr seht es euch an und wenn möglich ohne selbst in Gefahr zu geraten, holt sie da raus, ansonsten Lage prüfen und Bescheid geben bitte. Ich werde derweil einige Leute zusammenrufen.“ Savea erwiderte etwas, aber es drang nicht zu Shaya durch. Und in welchem Zusammenhang Shaya gerade eine Antwort formuliert hatte, wusste sie gar nicht mehr. Aber da war es wieder. „Oh wir haben heute viel geglaubt...vom Einfachsten bis hin zum Schlimmsten, doch wie auch immer...“, sie sah zu Adrian, straffte sich und besiegelte das weitere Vorgehen „ ...Wir werden gehen!“
Shaya hörte das Klopfen an der Tür nicht, starrte abwesend mit nachdenklich gefurchter, eher zerfurchter Stirn an die Decke der Gesindestube. Ein Bild das man seit der Entführung häufiger sah. Es würde sie wohl nicht einmal verwundern, sollte das Mauerwerk irgendwann anfangen zu bröckeln, weil sie den Mörtel lose gestarrt hatte. Es war alles einfach zum Verrückt werden. Sie drehte den Kopf nach hinten, sah zum...sie blinzelte, als der Stuhl, auf dem Savea eigentlich sitzen sollte, leer war. Jetzt erst vernahm sie Stimmen vor der Tür, raffte sich übermüdet und niedergeschlagen auf und schlurfte nach draußen.
Eine knappe Verbeugung wurde Adrian zuteil, dann grüßte sie, ebenso kurz gehalten, sowohl ihn als auch Fräulein Larissa, die wohl gerade Neuigkeiten vorbringen wollte. Larissa lächelte und Shayas Miene versteinerte. Ruhig bleiben. Sie lächelt doch nur, nicht weil es etwas zum Lächeln gab, sondern weil sie schlicht und einfach ein nettes, junges Mädchen ist und helfen will sie schließlich auch. Trotzdem hätte sie auf irgendwas einschlagen können. Nicht durchdrehen. Ruhig bleiben. Ein kurzes Durchatmen, zu kurz, dann Saveas Kurzzusammenfassung des bisherigen Gesprächsverlaufes schickte eine Braue auf den Weg neue Höhen zu erklimmen. „Sie hat die Spuren gefunden, den Boten getroffen und ist ihm gefolgt.“
Ihr ganzes Augenmerk lag nun auf Larissa. „Es war wohl mehr Glück als Können, dass ich den Boten fand. Doch wie auch immer, ich...“ Den Rest des Satzes bekam sie nicht mehr mit, irgendwo wurde in Shayas Kopf ein Schalter umgelegt. Willkommen in der Achterbahn, bitte alle einsteigen. Vielleicht die Nebenwirkungen der letzten schlaflosen Tage. In den hintersten Gehirnwindungen setzte sich nur noch die Tatsache fest, dass es Milady wohl, wenn auch übermüdet, gut ginge. Der Rest verschwand in dichtem Nebel. Sie verengte die Augen, verschränkte die Arme vor dem Oberkörper und biss sich fest, an ein paar Worten, die sicher harmlos für gewöhnlich, ihr in dieser ganzen Entführungsgeschichte und damit verbundenen Situation völlig absurd platziert vorkamen. „Doch wie auch immer...“ wiederholte Shaya gedehnt, staubtrocken, halb fragend, ehe sie wieder in Schweigen verfiel, eine Hand nur einen Moment etwas aus der Verschränkung löste, kurz bewegte, um anzudeuten Larissa solle fortfahren.
„Sie erwähnte mehrmals, dass sie entkommen könne, so sie es wünsche, aber sie wolle bleiben um diese Leute zu verstehen.“ Kam nur ihr etwas daran merkwürdig vor? War nicht irgendetwas falsch an dieser Information? Drei Zuhörer, sechs Ohren, drei Augenpaare...als Zeugen. Nein sie hatte sich nicht verhört. Adrian verdrehte die Augen, Saveas weiteten sich gepaart mit einem ungläubigen „Wie bitte?“, Shayas wurden zu schmalen Schlitzen. „Das soll wohl ein schlechte Scherz sein?“ Möp. Blöde Frage, du dumme Kuh. Bitte alle einsteigen. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt. Sie fühlte sich wie von einer Kutsche überrollt, oder zwei, oder drei, oder viele...dazu wie von einem Steinrutsch erschlagen. Irgendwas fiel...ziemlich tief. Das bist DU! Und der Aufprall verursachte unerträgliche Schmerzen.
Adrian wandte sich an die beiden Mägde mit einer Ankündigung, die er bei klarem Verstand sicher niemals von sich gegeben hätte. Dementsprechend wurde es zwar mit Unglauben wahrgenommen, widersprochen aber wurde nicht. Und noch eine Runde! Auf geht’s. Es kam ihnen beiden gerade irgendwie gelegen, passte... perfekt. „Ihr beide seid gewiss unauffälliger, als wenn wir nun mit einer halben Armee anrücken. Am besten ihr seht es euch an und wenn möglich ohne selbst in Gefahr zu geraten, holt sie da raus, ansonsten Lage prüfen und Bescheid geben bitte. Ich werde derweil einige Leute zusammenrufen.“ Savea erwiderte etwas, aber es drang nicht zu Shaya durch. Und in welchem Zusammenhang Shaya gerade eine Antwort formuliert hatte, wusste sie gar nicht mehr. Aber da war es wieder. „Oh wir haben heute viel geglaubt...vom Einfachsten bis hin zum Schlimmsten, doch wie auch immer...“, sie sah zu Adrian, straffte sich und besiegelte das weitere Vorgehen „ ...Wir werden gehen!“
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Darna von Hohenfels
Die Spirale der Gewalt
(nach der Lösegeldübergabe, Flucht nach Lameriast)
"Eigentlich ist es seltsam... Im Grunde hab ich eher Kimroth angegriffen, als er mich, und dann bemerke ich Lubbo nicht... Wie kann man LUBBO nicht bemerken?! Ein Ritter soll immer aufmerksam sein, in alle Richtungen. Es geht nicht, aber man muß aufpassen. Eine Sekunde Nachlässigkeit, und sowas kann rauskommen. Die Rüstung macht nicht unangreifbar, nicht unverletzbar.
Es soll mir eine Lehre sein, und vielleicht ist es noch eine der harmlosesten, die mir passieren konnte. Und vielleicht wird es sogar zu irgendwas gut sein."
"Vielleicht darf ich Euch eine Gegenfrage stellen?"
"Nur zu, Milady."
"Die Macht, über die ich mit der Gnade der Göttin verfgen darf, besitzt in pervertierter Form auch ungefähr ein Ahad... was glaubt Ihr, hätte ein zufällig wie ich gefangener Ahad mit Euch und diesem Haus angestellt - und warum tue ich es nicht?"
Kimroth rieb sich nachdenklich das Kinn.
"Es ist Schluß jetzt! Ich muß zurück! Bindet mich los! Dreckskerle! Ich dreh euch den Hals um! Nimm deine Finger von meinem Hintern!"
Sie machte ihrem Unmut bei dröhnendem Kopf lautstark Luft: "Mrmm! Mnhh! Grmpfllmh!"
"Ich glaub, ich muß sie nochmal schlafen schicken."
"Wenn ich dich Grobian das nächste Mal nur in meiner Nähe sehe, KOMMT DER HELM ZUERST!" Das Bündel, zu dem sie verschnürt war, hüpfte wie eine tollwütige Raupe auf Lubbos Schulter herum.
"Hrm. Bind mal vorne zu." Beim Nachfassen haute Lubbo ihr recht kräftig auf den Hintern. Ein stoffabgedämpftes "Plonk" erklang von der Rüstung.
"Keuschheitsgürtel vom Grafen, wie?", fragte Fackel und lachte irre.
"Ne, magische Rüstung."
"Die ist nicht magisch, du tumber Dreckskerl! Ihr habt aber auch GAR NICHTS verstanden, was Temora angeht! So viel kann man gar nicht predigen! Lasst mich LOS, ich habe Wichtigeres zu tun! Habt ihr denn vor gar nichts Respekt?"
"Nmmmhrm!"
"Nächstes Mal kriegt sie meine Socken in den Mund."
"MMMMh!", tönte es panisch aus der Stoffrolle.
"Klops, wir töten nicht... hast du das vergessen?"
Eine Weile blieb sie still. Sie wollten durch Bajard. Bajard, da waren selbst nachts Leute. Sie würden nicht eine sich wehrend bewegende Stoffrolle in Menschengröße, von der Geräusche kamen, durch Bajard bringen können, ohne behelligt zu werden. Nicht mal durch Bajard. Doch nicht mal bei den Leuten, die da waren! "Oder?", ging es ihr besorgt zweifelnd durch die Gedanken. "Schiff fahren. In dieser Wurstpelle eingesperrt Schiff fahren..." Ihr wurde jetzt schon schlecht.
Sie hörte Uro eindringlich leise auf sie einreden:
"Wenn du einen Mucks machst... müssen wir dich leider ins Meer werfen..."
"Soviel zu eurem 'wir töten nicht', ja?! Bastarde! Lüg dich selbst an!"
"Mrgrmpfh!"
"...und dann... musst du leider ertrinken... willst du das? Schweig einfach."
Uro. Das war nicht Fackel. Das war Uro. Kim war nicht da. Die Gewalt war eskaliert, sie hatte sich gewehrt, und war tatsächlich nicht freigekommen. Wo sie vorher einfach gar nicht erst an der geschlossen Tür ihres Käfigs gerüttelt hatte, hatte man sie nun mehr als deutlich abgeschlossen und wollte sie eingesperrt lassen. Sie schwieg, während ihr diese Gedanken durch den Kopf schossen.
"Gut. Sie hat es anscheinend verstanden, Klops. Gehen wir."
"Hoffentlich. Wär schade, höh."
"Oh bitte, bitte, werft mich ins Meer... lasst das ein Ende haben..."
So weit die Fesseln es zuließen, krümmte sich die Deckenwurst zusammen. Sie lag auf dem Boden, konnte nicht vernünftig atmen mit diesem drecks Kissenbezug vor dem Gesicht, spürte jedes Schwanken des Schiffes ohne ausgleichend gegensteuern zu können, und sie geriet fast in Panik, als sie ihren Mageninhalt nicht mehr zurückhalten konnte. Das letzte Essen lag zum Glück länger zurück. Die Galle suchte ihren Weg durch irgendeine Rille im Stoff, tropfte ab. Ihr war hundeelend.
"T..t...taucht die m...m...mal in d..d...das M.m.m.meer bevor w...w..wie weiter ge...gehen."
Uro nahm ihr den Knebel aus dem Mund.
Sie trugen sie noch ein Stück, setzten sie in irgendeiner winzigen Hüttenansammlung an ein Feuer neben einem Teich. Holzhütten. Sie registrierte benommen, daß sie das hier irgendwie kannte, aber sie waren nicht mehr auf Gerimor. Es war auch nicht das Bauerndorf. "Wegend." Kurz stieg allein schon wegen dem Namen Angst in ihr auf.
"Wasch mal unseren Gast." Ihr klatschte ein kalter Schwall Teichwasser ins Gesicht.
Sie versuchte, sich nochmal aus den Fesseln herauszuwinden, während ihnen das auch noch Spaß zu machen schien. Lubbo legte ihr die Hände festhaltend auf die Schultern: "Gibs auf."
"Ihr seid... das geht zu weit! Es reicht!"
"Womit reicht es?", fragte Uro und legte den Kopf schief.
"Es muß Schluß sein. Es war völlig verkehrt, da ich Närrin auch noch Rücksicht auf euch genommen habe, bindet mich endlich los!"
"Höh, wir sind doch nicht so blöd!"
"Ja das geht leider nicht ... unser Hauptmann ...der kann den Befehl geben, aber ich ...ich muss nur garantieren, daß Ihr weiterhin unser Gast seid."
Der Soldat in ihr verstand Uro sogar. "Dann holt ihn! Wo ist der Kerl!"
"Hmm, vermutlich gibt er sich zu dieser Zeit dem Wildkraut hin."
"Der weiß ja selbst nicht mal, wo wir sind."
"B...b...b..braucht sie n..n..noch ein krug k...k...kaltes Wasser?"
"Ja, schütt mal drüber", ließ sich selbst Lubbo lapidar vernehmen. Enttäuscht brach ein kleiner weiterer Teil ihres Widerstandes. Es war alles umsonst gewesen. Sie waren die gleichen... sie waren tatsächlich... die Strauchdiebe, die Lumpen, die sie beteuert hatten, nicht zu sein. Und sie hatte ihnen auch noch glauben wollen.
"Dreckskerle!"
Erwin kippte ihr noch einen Krug Wasser ins Gesicht und stellte sich mit einem schließlich direkt vor sie, einen weiteren über ihren Kopf haltend. "Aber jetzt habt ihr den Mut, euch über mich lustig zu machen... Bastarde..."
Das Wasser perlte, als es sich über sie ergoß, an silbernen Federn und den Konturen eines Adlerkopfes ab. Erwin packte ein Messer. Der Raubvogelkopf drehte sich langsam und schien den Buckligen streng anzustarren. "He, Erwin", ließ sich Uro vernehmen, "was willst du machen?"
"D..d...d..diese R...r...rüstung nervt gewaltig", war die mißmutige Antwort.
"Komm doch mit deiner billigen Klinge und brich dir die Hand!", dachte sie zornig, doch mischte sich gleich ein mahnender, warnender Part ein: "Es eskaliert. Gewalt, und sie schraubt sich immer höher."
"Hexe", schnaubte Erwin.
"Ausgerechnet..." Es versetzte ihr einen Stich. Diese Welt, die sie am meisten brauchte... verkannte sie. Verachtete sie. "Eigentlich ist es genau das, ja. Eigentlich ist genau das doch normal - treten wir noch mehr ins Dunkle, so ist es die Welt des Panthers, in der es mich braucht und in der man mich verkennt. Dich verkennt, Herrin. Und du, Uro, Lubbo, Erwin... ihr seid so weit schon gefallen? Ich habe mich so getäuscht, so sträflich leichtfertig gehofft?"
"...mehr Wa..Wasser", registrierte sie ein weiteres Stammeln Erwins.
"Hehee... Stellt euch mal vor, Jungs: Der Graf will ran - und PLOP - ist die Rüstung da, hehe. So ist wohl... die Eiserne Jungfrau entstanden."
Sie ließ den Kopf unter dem Gelächter der drei sinken. Selbst der Bucklige lachte laut mit.
"Herrin, diese Narren wissen weder, was sie tun, noch wissen sie um deine Macht...", begann sie leise zu sprechen.
"Was? Was hast du gesagt?", horchte Uro auf.
"Sie spotten deiner Gaben..." - ihre Stimme klang zunehmend nach ruhigem, kalten Tadel, und aus dem Stoffwust hörte man das Knirschen einiger Fesseln, als sie unter Spannung gerieten.
"Vielleicht stecken wir die ganze Wurst mal ins Wasser."
"Klops, aufpassen!" Unruhe machte sich breit.
"Sie drohen mir leichtfertig...", sie richtete sich gerader auf, es knirschte, "Unbelehrbar..."
"Die Rüstung ist bestimmt nicht wasserdicht. Und die Decken sind fest genug."
Es war ausgerechnet Lubbos Stimme. "Ertränken. Nein, unbesiegbar bin ich nicht. Hilf mir, Herrin! Ich muß hier raus." Das Geräusch von leise reißenden Nähten und sich massiv gegen Widerstand stemmende Seile weckte Sorgen, daß die bisherigen Sicherungen nicht reichten. Stumpf stemmte sich Darna gegen diese umhüllende Fessel, konzentrierte sich auf Glaube und Kraft.
"Hast du noch Seile?"
"Ich? Nein. Du?"
"Fackel, du?"
Hektisch begannen die Männer, zu suchen, bis Uro schon nahe bei am nächsten Haus hängende Fischernetze entdeckte. Entsprechende Taue. "Ja, nimm so ein Fischernetz! Und das Seil."
"Am be..be...be...besten noch St...steine."
"Die beschweren mich mit Steinen und schmeißen mich in den Teich." Sie stemmte sich wieder dagegen an, als sie zu dritt das Netz um sie wickelten und das ganze Paket mit Seil umwickelten, kreuz und quer, von unten bis oben, zum Schluß mehrere Knoten. "Ich komm nicht raus. Wenn ich weitermache, land ich im Wasser. So..."
Der Widerstand verebbte.
"I...i...ich ha...habe eine Idee. W..w...wir werfen sie d...d...da drben in d...d...den Brunnen u...u...und l...l..legen e...etwas drauf. Da...dann kan die dort unten l...l..leuchten."
"Hört auf. Ich geb ja auf. Ich hab versagt." Sie blieb still liegen.
"Hm, nein. Im Haus. Da kann sie auch leuchten - unser kleiner Leuchtkäfer."
Sie nahm die Demütigung hin, schloß die Augen. Das Gebilde, das sie darstellte, war inzwischen so schwer, daß Klops und Uro sie zu zweit hineitrugen. Sie legten sie in eine fensterlose Ecke, Lubbo ließ sich neben ihr nieder und legte einen seiner schweren Arme auf sie, während die nächste Zeit begann, in der sie ständig bewacht wurde. Kein Entkommen.
"Vorbei. Versagt."
(nach der Lösegeldübergabe, Flucht nach Lameriast)
"Eigentlich ist es seltsam... Im Grunde hab ich eher Kimroth angegriffen, als er mich, und dann bemerke ich Lubbo nicht... Wie kann man LUBBO nicht bemerken?! Ein Ritter soll immer aufmerksam sein, in alle Richtungen. Es geht nicht, aber man muß aufpassen. Eine Sekunde Nachlässigkeit, und sowas kann rauskommen. Die Rüstung macht nicht unangreifbar, nicht unverletzbar.
Es soll mir eine Lehre sein, und vielleicht ist es noch eine der harmlosesten, die mir passieren konnte. Und vielleicht wird es sogar zu irgendwas gut sein."
"Vielleicht darf ich Euch eine Gegenfrage stellen?"
"Nur zu, Milady."
"Die Macht, über die ich mit der Gnade der Göttin verfgen darf, besitzt in pervertierter Form auch ungefähr ein Ahad... was glaubt Ihr, hätte ein zufällig wie ich gefangener Ahad mit Euch und diesem Haus angestellt - und warum tue ich es nicht?"
Kimroth rieb sich nachdenklich das Kinn.
"Es ist Schluß jetzt! Ich muß zurück! Bindet mich los! Dreckskerle! Ich dreh euch den Hals um! Nimm deine Finger von meinem Hintern!"
Sie machte ihrem Unmut bei dröhnendem Kopf lautstark Luft: "Mrmm! Mnhh! Grmpfllmh!"
"Ich glaub, ich muß sie nochmal schlafen schicken."
"Wenn ich dich Grobian das nächste Mal nur in meiner Nähe sehe, KOMMT DER HELM ZUERST!" Das Bündel, zu dem sie verschnürt war, hüpfte wie eine tollwütige Raupe auf Lubbos Schulter herum.
"Hrm. Bind mal vorne zu." Beim Nachfassen haute Lubbo ihr recht kräftig auf den Hintern. Ein stoffabgedämpftes "Plonk" erklang von der Rüstung.
"Keuschheitsgürtel vom Grafen, wie?", fragte Fackel und lachte irre.
"Ne, magische Rüstung."
"Die ist nicht magisch, du tumber Dreckskerl! Ihr habt aber auch GAR NICHTS verstanden, was Temora angeht! So viel kann man gar nicht predigen! Lasst mich LOS, ich habe Wichtigeres zu tun! Habt ihr denn vor gar nichts Respekt?"
"Nmmmhrm!"
"Nächstes Mal kriegt sie meine Socken in den Mund."
"MMMMh!", tönte es panisch aus der Stoffrolle.
"Klops, wir töten nicht... hast du das vergessen?"
Eine Weile blieb sie still. Sie wollten durch Bajard. Bajard, da waren selbst nachts Leute. Sie würden nicht eine sich wehrend bewegende Stoffrolle in Menschengröße, von der Geräusche kamen, durch Bajard bringen können, ohne behelligt zu werden. Nicht mal durch Bajard. Doch nicht mal bei den Leuten, die da waren! "Oder?", ging es ihr besorgt zweifelnd durch die Gedanken. "Schiff fahren. In dieser Wurstpelle eingesperrt Schiff fahren..." Ihr wurde jetzt schon schlecht.
Sie hörte Uro eindringlich leise auf sie einreden:
"Wenn du einen Mucks machst... müssen wir dich leider ins Meer werfen..."
"Soviel zu eurem 'wir töten nicht', ja?! Bastarde! Lüg dich selbst an!"
"Mrgrmpfh!"
"...und dann... musst du leider ertrinken... willst du das? Schweig einfach."
Uro. Das war nicht Fackel. Das war Uro. Kim war nicht da. Die Gewalt war eskaliert, sie hatte sich gewehrt, und war tatsächlich nicht freigekommen. Wo sie vorher einfach gar nicht erst an der geschlossen Tür ihres Käfigs gerüttelt hatte, hatte man sie nun mehr als deutlich abgeschlossen und wollte sie eingesperrt lassen. Sie schwieg, während ihr diese Gedanken durch den Kopf schossen.
"Gut. Sie hat es anscheinend verstanden, Klops. Gehen wir."
"Hoffentlich. Wär schade, höh."
"Oh bitte, bitte, werft mich ins Meer... lasst das ein Ende haben..."
So weit die Fesseln es zuließen, krümmte sich die Deckenwurst zusammen. Sie lag auf dem Boden, konnte nicht vernünftig atmen mit diesem drecks Kissenbezug vor dem Gesicht, spürte jedes Schwanken des Schiffes ohne ausgleichend gegensteuern zu können, und sie geriet fast in Panik, als sie ihren Mageninhalt nicht mehr zurückhalten konnte. Das letzte Essen lag zum Glück länger zurück. Die Galle suchte ihren Weg durch irgendeine Rille im Stoff, tropfte ab. Ihr war hundeelend.
"T..t...taucht die m...m...mal in d..d...das M.m.m.meer bevor w...w..wie weiter ge...gehen."
Uro nahm ihr den Knebel aus dem Mund.
Sie trugen sie noch ein Stück, setzten sie in irgendeiner winzigen Hüttenansammlung an ein Feuer neben einem Teich. Holzhütten. Sie registrierte benommen, daß sie das hier irgendwie kannte, aber sie waren nicht mehr auf Gerimor. Es war auch nicht das Bauerndorf. "Wegend." Kurz stieg allein schon wegen dem Namen Angst in ihr auf.
"Wasch mal unseren Gast." Ihr klatschte ein kalter Schwall Teichwasser ins Gesicht.
Sie versuchte, sich nochmal aus den Fesseln herauszuwinden, während ihnen das auch noch Spaß zu machen schien. Lubbo legte ihr die Hände festhaltend auf die Schultern: "Gibs auf."
"Ihr seid... das geht zu weit! Es reicht!"
"Womit reicht es?", fragte Uro und legte den Kopf schief.
"Es muß Schluß sein. Es war völlig verkehrt, da ich Närrin auch noch Rücksicht auf euch genommen habe, bindet mich endlich los!"
"Höh, wir sind doch nicht so blöd!"
"Ja das geht leider nicht ... unser Hauptmann ...der kann den Befehl geben, aber ich ...ich muss nur garantieren, daß Ihr weiterhin unser Gast seid."
Der Soldat in ihr verstand Uro sogar. "Dann holt ihn! Wo ist der Kerl!"
"Hmm, vermutlich gibt er sich zu dieser Zeit dem Wildkraut hin."
"Der weiß ja selbst nicht mal, wo wir sind."
"B...b...b..braucht sie n..n..noch ein krug k...k...kaltes Wasser?"
"Ja, schütt mal drüber", ließ sich selbst Lubbo lapidar vernehmen. Enttäuscht brach ein kleiner weiterer Teil ihres Widerstandes. Es war alles umsonst gewesen. Sie waren die gleichen... sie waren tatsächlich... die Strauchdiebe, die Lumpen, die sie beteuert hatten, nicht zu sein. Und sie hatte ihnen auch noch glauben wollen.
"Dreckskerle!"
Erwin kippte ihr noch einen Krug Wasser ins Gesicht und stellte sich mit einem schließlich direkt vor sie, einen weiteren über ihren Kopf haltend. "Aber jetzt habt ihr den Mut, euch über mich lustig zu machen... Bastarde..."
Das Wasser perlte, als es sich über sie ergoß, an silbernen Federn und den Konturen eines Adlerkopfes ab. Erwin packte ein Messer. Der Raubvogelkopf drehte sich langsam und schien den Buckligen streng anzustarren. "He, Erwin", ließ sich Uro vernehmen, "was willst du machen?"
"D..d...d..diese R...r...rüstung nervt gewaltig", war die mißmutige Antwort.
"Komm doch mit deiner billigen Klinge und brich dir die Hand!", dachte sie zornig, doch mischte sich gleich ein mahnender, warnender Part ein: "Es eskaliert. Gewalt, und sie schraubt sich immer höher."
"Hexe", schnaubte Erwin.
"Ausgerechnet..." Es versetzte ihr einen Stich. Diese Welt, die sie am meisten brauchte... verkannte sie. Verachtete sie. "Eigentlich ist es genau das, ja. Eigentlich ist genau das doch normal - treten wir noch mehr ins Dunkle, so ist es die Welt des Panthers, in der es mich braucht und in der man mich verkennt. Dich verkennt, Herrin. Und du, Uro, Lubbo, Erwin... ihr seid so weit schon gefallen? Ich habe mich so getäuscht, so sträflich leichtfertig gehofft?"
"...mehr Wa..Wasser", registrierte sie ein weiteres Stammeln Erwins.
"Hehee... Stellt euch mal vor, Jungs: Der Graf will ran - und PLOP - ist die Rüstung da, hehe. So ist wohl... die Eiserne Jungfrau entstanden."
Sie ließ den Kopf unter dem Gelächter der drei sinken. Selbst der Bucklige lachte laut mit.
"Herrin, diese Narren wissen weder, was sie tun, noch wissen sie um deine Macht...", begann sie leise zu sprechen.
"Was? Was hast du gesagt?", horchte Uro auf.
"Sie spotten deiner Gaben..." - ihre Stimme klang zunehmend nach ruhigem, kalten Tadel, und aus dem Stoffwust hörte man das Knirschen einiger Fesseln, als sie unter Spannung gerieten.
"Vielleicht stecken wir die ganze Wurst mal ins Wasser."
"Klops, aufpassen!" Unruhe machte sich breit.
"Sie drohen mir leichtfertig...", sie richtete sich gerader auf, es knirschte, "Unbelehrbar..."
"Die Rüstung ist bestimmt nicht wasserdicht. Und die Decken sind fest genug."
Es war ausgerechnet Lubbos Stimme. "Ertränken. Nein, unbesiegbar bin ich nicht. Hilf mir, Herrin! Ich muß hier raus." Das Geräusch von leise reißenden Nähten und sich massiv gegen Widerstand stemmende Seile weckte Sorgen, daß die bisherigen Sicherungen nicht reichten. Stumpf stemmte sich Darna gegen diese umhüllende Fessel, konzentrierte sich auf Glaube und Kraft.
"Hast du noch Seile?"
"Ich? Nein. Du?"
"Fackel, du?"
Hektisch begannen die Männer, zu suchen, bis Uro schon nahe bei am nächsten Haus hängende Fischernetze entdeckte. Entsprechende Taue. "Ja, nimm so ein Fischernetz! Und das Seil."
"Am be..be...be...besten noch St...steine."
"Die beschweren mich mit Steinen und schmeißen mich in den Teich." Sie stemmte sich wieder dagegen an, als sie zu dritt das Netz um sie wickelten und das ganze Paket mit Seil umwickelten, kreuz und quer, von unten bis oben, zum Schluß mehrere Knoten. "Ich komm nicht raus. Wenn ich weitermache, land ich im Wasser. So..."
Der Widerstand verebbte.
"I...i...ich ha...habe eine Idee. W..w...wir werfen sie d...d...da drben in d...d...den Brunnen u...u...und l...l..legen e...etwas drauf. Da...dann kan die dort unten l...l..leuchten."
"Hört auf. Ich geb ja auf. Ich hab versagt." Sie blieb still liegen.
"Hm, nein. Im Haus. Da kann sie auch leuchten - unser kleiner Leuchtkäfer."
Sie nahm die Demütigung hin, schloß die Augen. Das Gebilde, das sie darstellte, war inzwischen so schwer, daß Klops und Uro sie zu zweit hineitrugen. Sie legten sie in eine fensterlose Ecke, Lubbo ließ sich neben ihr nieder und legte einen seiner schweren Arme auf sie, während die nächste Zeit begann, in der sie ständig bewacht wurde. Kein Entkommen.
"Vorbei. Versagt."
-
Larissa Feanaro
Wieder einmal, wie eigentlich immer, wenn sie etwas beschäftigte, saß sie am Ufer des Meeres und sah hinaus in die scheinbar unendliche Weite.
Ihre Gedanken kreisten, so viel war geschehen in den letzten Tagen. dabei hatte es so schön angefangen. Sie war mit Kanubio im Wald, sie hatten an ihren Schleichkünsten gearbeitet. Und dabei viel Spaß gehabt. Auch hatten sie festgestellt, daß sie noch viel daran tun mußten und daß die anderen Waldgeister sich wahrscheinlich köstlich über ihre Versuche amüsiert hätten.
Dann waren sie zurück gegangen, zu Kanubios Haus und wollten den Abend bei einer Flasche Met am Feuer ausklingen lassen. Doch dazu war es nciht gekommen, die Dinge hatten sich überschlagen. Eine Frau war angekommen, hatte Kanubio und sie zum schloss geholt. Der Graf wollte mit ihnen sprechen und mit dem Waldläufern. Doch diese waren gerade nicht da, also waren sie alleine ins Schloss gegangen.
Sie wurden hinein geführt und Larissa war zu ersten mal in diesen Teil Varunas vorgedrungen. Neugierig hatte sie sich umgesehen. Sie fand es grausam. Alles so künstlich... keine Natur, außer säuberlich angelegte Ziergärten. Alles war kahl und kalt, aus hellem Stein erbaut. Nichts gemütliches strahlte dieser Ort aus, keine Behaglichkeit. Solche Gedanken gingen ihr durch den Kopf, als sie zu dem Besprechungsraum des Grafen geführt wurden. Dort angelangt bekam sie dann auch die Nachricht, welche ihr jegliche Gedanken an diese häßliche umgebung aus dem Kopfe schlug. Darna war entführt worden. Eine Lösegeldforderung war eingegangen. Adrian wollte die Waldläufer haben, um nach Spuren zu suchen. Am Abend sollte ein Bote kommen und den Übergabeort bekannt geben, sowie einen Beweis, daß Darna noch lebte. Sie traute ihren Ohren nicht. Dies konnte nicht wahr sein.
Eilig verließen Kanubio und sie das Schloss. Unter normalen Umständen wäre sie froh gewesen, diesen Ort wieder verlassen zu können und wieder in die Wälder oder wenigstens in ene gemütliche Taverne zurück kehren zu können. Doch zu diesem Zeitpunkt nahm sie es noch nicht einmal wahr. Sie mußten los, mußten die andern Informieren. Lamiro, Sio, Simon.. diese drei wurden dringend gebraucht. So schickten sie eilig die Vögel los, doch keiner von ihnen antwortete.
Dies führte dazu, daß Kanubio und sie des Abends zu Darnas Haus gingen. Rafeal, Adrian, Shaya und Savea waren dahin, Kanubio und sie versteckt vor der Türe.
Mit einer Verspätung war der Bote erschienen, der Übergabeort des Goldes sollte am nächsten Tage zur 6. Stunde in der Taverne zu Tirell sein. dann ritt er hinfort, Kanubio und sie hinterher, leise, doch eilig. Imemr wieder verwünschte Larissa sich selbst. Sie war Heilerin, keine Waldläuferin. Ja, sie hielt sich oft bei ihnen auf, bekam auch Unterricht und in manchen Dingen stellte sich sich auch nicht gerade dumm an... dennoch mußte sie noch viel lernen und würde noch sehr lange Zeit bruachen, bis Sio nicht mehr die Augen verdrehte, wenn sie versuchte durch die Wälder zu schleichen... oder zu trampeln, wie sie sich ausdrückte.
Doch für diesen Boten reichte es augenscheinlich. Sie folgten ihm nach Bajard, wo er in die Taverne ging. Kanubio ging hinterher, versuchte erfolglos mit diesem ins Gespräch zu kommen.
Dann kam der Bote wieder heraus, weiter ging die Reise nach Rahal, wo sie in in den Höhlen unterhalb der Stadt verlor.
So hatte sie sich am nächsten Tage erneut aufgemacht und mit mehr Glück als Verstand hatte sie ihn wieder gefunden. Was jedoch definitiv nicht ihren schwachen Kenntnissen im Spuren lesen zuzuschreiben war. Doch sie hatte ihm und folgt ihm. Der Ritt ging nach Osten, weit nach Osten in Neu-Gerimor. Bis zu einem Haus neben der Festung der Bruderschaft der Streiter Temoras. Larisa konte nicht umher leise zu lachen. Diese Leute waren schlau. Dieses war der Ort, wo man sie wohl als letztes gesucht hätte. Sie prirschte sich näher heran und sah durch das Fenster. Dort war Darna, an den Füßen gefesselt. Und die Sprach mit mehreren Leuten, offensichtlich ihre Entführer. Doch sie konnte die Leute leider nicht sehen, nur ihre Stimmen hören.
Lange saß sie am Fenster, sie wollte so viele Informationen wie möglich sammeln. Und sie hörte Dinge, welche sie in Erstaunen versetzten. Die Gründe für Daras Entführung, sie konnte diese nachvollziehen. Die Erklärung, warum der Adel von diesen Leute so gehaßt wurde. Auch dies war verständlich. Darna dagegen versuchte ihnen das System zu erklären. Versuchte diese Leute zu verstehen, sie jedoch von einem anderen Weg zu überzeugen. Auch sagte sie mehrmals, daß sie gehen könnte, so sie es wolle... und daß sie nur bliebe, weil sie diese Gruppe von Menschen verstehen wolle...
Als nur noch Darna und eine Wache im Hause waren, machte auch Larissa auf den Weg in die Stadt zurück. Wieder einmal ging sie zum Schloß. Savea und Shaya wollte sie nciht als erstes berichten. Shaya schien ja ganz nett zu sein, doch Savea hatte sie zwei mal zuvor gesehen und wie sich diese Frau teilweise verhielt, das war unter jeglicher Würde. Darum würde sie garantiert nicht diesen als erstes diese Informationen zukommen lassen.
Am Schloss angekommen, öffnete ihr Adrian höchstpersölich das Tor, was ihn ihrer Ansicht wesentlich sympatischer machte. Wieder ging die durch diese furchtbaren Hallen bis zu diesem Zimmer. Dort berichtete sie die Neuigkeiten. Adrian sah sie beinahe entsetzt an, als sie von Darnas Worten berichtete: "Ich könne jederzeit gehen, so ich dies möchte."
Ähnliche Reaktionen brachten Shaya und Savea hervor, als sie schließlich doch zu ihnen gingen um auch ihnen Bericht zu erstatten. Auch Rafael wurde hinzu geholt und sie, Larissa, sollte Shaya und Savea dorthin bringen. Nur beobachten, Informationen sammeln. Sie wußte nicht, ob man ihrem Worte nciht traute, doch verspürte sie wenig Lust dazu, mit diesen Beiden diesen Ausritt zu unternehmen. Die hatte ein ungutes Gefühl. Zu Recht, wie sich heraus stellte.
Sie erreichten das Haus, entgegen aller Erwartungen war Savea recht handzahm gewesen, wahrscheinlich, weil sie die brauchte. Dennoch war Larissa vorsichtig und skeptisch. Auch wenn sie sich dies nicht anmerken lies. Das Haus wurde vorsichtig umrundet, dann hinein geblickt, ehe sie wieder in einiger Entfernung hinter einem Hügel Deckung suchten.
Dann geschah etwas, was Larissa noch immer Kopfschmerzen bereitete.
"Habt ihr etwas zu schreiben da?" Sie hatte genickt und ihr Notizbuch, Tinte und eine Feder hervor genommen. Sie wolte dies erst Savea, dann Shaya in die Hand drücken, doch Savea bat sie, daß sie das schreiben übernehmen möge. Sie hatte sie skeptisch angeblickt und dann die Erklärung bekommen, die Beiden könnten nicht lesen und schreiben. Dies konnte sie kaum glauben. Gerade in einem Adelshaushalt soltle es Leute geben, die des Lesens und schreibens nicht möchtig seyen? Dies konte doch nciht angehen... doch Larissa hatte das Buch auf den Schoß gelegt und das diktierte geschrieben. Mit wachsendem Mißmut, welchen sie auch Kund getan hatte. Dies konnten die Beiden doch nicht ernst meinen. Dieser Brief war eine Unverschämtheit sondergleichen, dumm dazu. Was wollten sie nur damit? Als alles nieder geschrieben war, hatte sie Savea das Buch gegeben und diese hatte es in eine Kiste gelegt. Die beiden hatten ihr gesagt, sie solle warten und waren in Richutng des Hauses gegangen.
Kaum waren sie außer Sichtweite, war sie hinterher geschlichen. Sie traute ihren Augen nicht. Diese beiden gingen doch tatsächlich zur Haustüre und klopften. Fragten nach Darna. Übergaben schließlich einemMann die Truhe. Das Lösegeld war darin, ebenso der Brief und dieses sollte er Darna geben.
Es konnte doch nciht sein, daß sie dies wirklich taten. Sie verrieten alles. Ihre ganze Arbeit, das Herausfinden des Verstecken. Alles wurd emit einem Schlag zunichte gemacht, denn nun würden sie mit Sicherheit das Versteck wechseln. Als sich die Türe schloss eilte sie schnell zurück zu dem Platz, an dem sie zurück gelassen wurde. Schnell wollte sie die Beiden zu Aufbruch bewegen, Hilfe holen. Da körten sie den Schrei. Shaya wurde gerufen, sehr laut und es war eindeutig Darnas Stimme. Dies führte dazu, daß die Beiden sich gar nicht mehr rührten. Larissa hatte auf die eingeredet, versucht, sie an den Armen zu den Pferden zu ziehen, um zurück zu reiten. Sie bruachten Hilfe und das so schnell wie möglich, ehe dies eleute Darna weg brachten und dann... doch es half nichts. Die Beiden rührten sich nicht. Als sie es dann entlich taten, wurden die Bögen gezückt und Pfeile durch die Fenster im oberen Stockwerk geschossen, wo sie ein seltsames Leuchten sahen. Larissa hatte still da gestanden. Nun wurde alles noch schlimmer...
Personen verließen das Haus, mit Fackeln kamen sie in ihre Richtung. Larissa schalt sich noch jetzt für ihren Fehler. Sie waren aufgesprungen, zu den Pferden geeilt und hatten die Flucht angetreten. Sie hätte da bleiben und sich verbergen müssen, sie hätte beobachten müssen, was weiter geschah. Aber si ehatte es nicht getan und war in schnellem Galopp über Berchgard zumAnwesen der Elbenaus geritten. Schon sehr früh hatte die Shaya und Savea verloren, vor dem Anwesen traf sie Rafael. Sie hatt ihm grob erzählt was vorgefallen war, doch den Brief verschiegen, sonst hätte er de Beiden sofort getötet, so nahm sie zumidnest an. Er war sauer, um nicht zu sagen sehr wütend. Zu Recht, wie sie wußte, denn auch sie war sauer. Für solch einen Ausgang hätte sie sich die Arbeit nicht machen müssen.
Die beiden kamen nach einiger Zeit zurück, Shaya hatte sich eine Rippenprellung zugezpgen, als sie bei der Flucht vom Pferd stürzte. Sie hatte diese behandelt, dann hatten die Beiden einen kurzen Bericht erstattet. Am nächsten morgen wurde auch Adrian darüber in Kenntnis gesetzt und diese explodierte förmlich. Die Pferde wurden gesattelt, Shaya und Savea kontnen wohl von Glück sagen, daß ihre Köpfe noch da waren so sie hin gehörten und so ritten sie alle zusammen eilig zu dem Haus. Wie erwartet war es leer.
Sie trennte sich an dem Haus von den anderen, wollte evrsuchen Sio, Lamiro und Simon zu finden, da Adrian die Hoffnung hatte, daß diese noch Spuren finden würden. Doch Larissa fragte sich wie... sie waren einfach zu Haus geprescht, zu Pferde. Wenn Spuren da waren, dann waren sie nun weg... doch dies sagte sie nicht, sie wollte ihn nicht noch mehr beunruhigen.
Doch eines lies ihr keine Ruhe... sie hatte diesen Brief geschrieben, auch wenn die Namen Saveas und Shayas darunter standen. Es war ihre Schrift und die kontne nicht glauben, daß jemand, der schon so lange in einem Adelshaus verweilte, der Schrift nicht kundig war. Was sollte dies? Hatten sie etwas vor? Wo war der Sinn dahinter? Und wo war Darna?
Ihre Gedanken kreisten, so viel war geschehen in den letzten Tagen. dabei hatte es so schön angefangen. Sie war mit Kanubio im Wald, sie hatten an ihren Schleichkünsten gearbeitet. Und dabei viel Spaß gehabt. Auch hatten sie festgestellt, daß sie noch viel daran tun mußten und daß die anderen Waldgeister sich wahrscheinlich köstlich über ihre Versuche amüsiert hätten.
Dann waren sie zurück gegangen, zu Kanubios Haus und wollten den Abend bei einer Flasche Met am Feuer ausklingen lassen. Doch dazu war es nciht gekommen, die Dinge hatten sich überschlagen. Eine Frau war angekommen, hatte Kanubio und sie zum schloss geholt. Der Graf wollte mit ihnen sprechen und mit dem Waldläufern. Doch diese waren gerade nicht da, also waren sie alleine ins Schloss gegangen.
Sie wurden hinein geführt und Larissa war zu ersten mal in diesen Teil Varunas vorgedrungen. Neugierig hatte sie sich umgesehen. Sie fand es grausam. Alles so künstlich... keine Natur, außer säuberlich angelegte Ziergärten. Alles war kahl und kalt, aus hellem Stein erbaut. Nichts gemütliches strahlte dieser Ort aus, keine Behaglichkeit. Solche Gedanken gingen ihr durch den Kopf, als sie zu dem Besprechungsraum des Grafen geführt wurden. Dort angelangt bekam sie dann auch die Nachricht, welche ihr jegliche Gedanken an diese häßliche umgebung aus dem Kopfe schlug. Darna war entführt worden. Eine Lösegeldforderung war eingegangen. Adrian wollte die Waldläufer haben, um nach Spuren zu suchen. Am Abend sollte ein Bote kommen und den Übergabeort bekannt geben, sowie einen Beweis, daß Darna noch lebte. Sie traute ihren Ohren nicht. Dies konnte nicht wahr sein.
Eilig verließen Kanubio und sie das Schloss. Unter normalen Umständen wäre sie froh gewesen, diesen Ort wieder verlassen zu können und wieder in die Wälder oder wenigstens in ene gemütliche Taverne zurück kehren zu können. Doch zu diesem Zeitpunkt nahm sie es noch nicht einmal wahr. Sie mußten los, mußten die andern Informieren. Lamiro, Sio, Simon.. diese drei wurden dringend gebraucht. So schickten sie eilig die Vögel los, doch keiner von ihnen antwortete.
Dies führte dazu, daß Kanubio und sie des Abends zu Darnas Haus gingen. Rafeal, Adrian, Shaya und Savea waren dahin, Kanubio und sie versteckt vor der Türe.
Mit einer Verspätung war der Bote erschienen, der Übergabeort des Goldes sollte am nächsten Tage zur 6. Stunde in der Taverne zu Tirell sein. dann ritt er hinfort, Kanubio und sie hinterher, leise, doch eilig. Imemr wieder verwünschte Larissa sich selbst. Sie war Heilerin, keine Waldläuferin. Ja, sie hielt sich oft bei ihnen auf, bekam auch Unterricht und in manchen Dingen stellte sich sich auch nicht gerade dumm an... dennoch mußte sie noch viel lernen und würde noch sehr lange Zeit bruachen, bis Sio nicht mehr die Augen verdrehte, wenn sie versuchte durch die Wälder zu schleichen... oder zu trampeln, wie sie sich ausdrückte.
Doch für diesen Boten reichte es augenscheinlich. Sie folgten ihm nach Bajard, wo er in die Taverne ging. Kanubio ging hinterher, versuchte erfolglos mit diesem ins Gespräch zu kommen.
Dann kam der Bote wieder heraus, weiter ging die Reise nach Rahal, wo sie in in den Höhlen unterhalb der Stadt verlor.
So hatte sie sich am nächsten Tage erneut aufgemacht und mit mehr Glück als Verstand hatte sie ihn wieder gefunden. Was jedoch definitiv nicht ihren schwachen Kenntnissen im Spuren lesen zuzuschreiben war. Doch sie hatte ihm und folgt ihm. Der Ritt ging nach Osten, weit nach Osten in Neu-Gerimor. Bis zu einem Haus neben der Festung der Bruderschaft der Streiter Temoras. Larisa konte nicht umher leise zu lachen. Diese Leute waren schlau. Dieses war der Ort, wo man sie wohl als letztes gesucht hätte. Sie prirschte sich näher heran und sah durch das Fenster. Dort war Darna, an den Füßen gefesselt. Und die Sprach mit mehreren Leuten, offensichtlich ihre Entführer. Doch sie konnte die Leute leider nicht sehen, nur ihre Stimmen hören.
Lange saß sie am Fenster, sie wollte so viele Informationen wie möglich sammeln. Und sie hörte Dinge, welche sie in Erstaunen versetzten. Die Gründe für Daras Entführung, sie konnte diese nachvollziehen. Die Erklärung, warum der Adel von diesen Leute so gehaßt wurde. Auch dies war verständlich. Darna dagegen versuchte ihnen das System zu erklären. Versuchte diese Leute zu verstehen, sie jedoch von einem anderen Weg zu überzeugen. Auch sagte sie mehrmals, daß sie gehen könnte, so sie es wolle... und daß sie nur bliebe, weil sie diese Gruppe von Menschen verstehen wolle...
Als nur noch Darna und eine Wache im Hause waren, machte auch Larissa auf den Weg in die Stadt zurück. Wieder einmal ging sie zum Schloß. Savea und Shaya wollte sie nciht als erstes berichten. Shaya schien ja ganz nett zu sein, doch Savea hatte sie zwei mal zuvor gesehen und wie sich diese Frau teilweise verhielt, das war unter jeglicher Würde. Darum würde sie garantiert nicht diesen als erstes diese Informationen zukommen lassen.
Am Schloss angekommen, öffnete ihr Adrian höchstpersölich das Tor, was ihn ihrer Ansicht wesentlich sympatischer machte. Wieder ging die durch diese furchtbaren Hallen bis zu diesem Zimmer. Dort berichtete sie die Neuigkeiten. Adrian sah sie beinahe entsetzt an, als sie von Darnas Worten berichtete: "Ich könne jederzeit gehen, so ich dies möchte."
Ähnliche Reaktionen brachten Shaya und Savea hervor, als sie schließlich doch zu ihnen gingen um auch ihnen Bericht zu erstatten. Auch Rafael wurde hinzu geholt und sie, Larissa, sollte Shaya und Savea dorthin bringen. Nur beobachten, Informationen sammeln. Sie wußte nicht, ob man ihrem Worte nciht traute, doch verspürte sie wenig Lust dazu, mit diesen Beiden diesen Ausritt zu unternehmen. Die hatte ein ungutes Gefühl. Zu Recht, wie sich heraus stellte.
Sie erreichten das Haus, entgegen aller Erwartungen war Savea recht handzahm gewesen, wahrscheinlich, weil sie die brauchte. Dennoch war Larissa vorsichtig und skeptisch. Auch wenn sie sich dies nicht anmerken lies. Das Haus wurde vorsichtig umrundet, dann hinein geblickt, ehe sie wieder in einiger Entfernung hinter einem Hügel Deckung suchten.
Dann geschah etwas, was Larissa noch immer Kopfschmerzen bereitete.
"Habt ihr etwas zu schreiben da?" Sie hatte genickt und ihr Notizbuch, Tinte und eine Feder hervor genommen. Sie wolte dies erst Savea, dann Shaya in die Hand drücken, doch Savea bat sie, daß sie das schreiben übernehmen möge. Sie hatte sie skeptisch angeblickt und dann die Erklärung bekommen, die Beiden könnten nicht lesen und schreiben. Dies konnte sie kaum glauben. Gerade in einem Adelshaushalt soltle es Leute geben, die des Lesens und schreibens nicht möchtig seyen? Dies konte doch nciht angehen... doch Larissa hatte das Buch auf den Schoß gelegt und das diktierte geschrieben. Mit wachsendem Mißmut, welchen sie auch Kund getan hatte. Dies konnten die Beiden doch nicht ernst meinen. Dieser Brief war eine Unverschämtheit sondergleichen, dumm dazu. Was wollten sie nur damit? Als alles nieder geschrieben war, hatte sie Savea das Buch gegeben und diese hatte es in eine Kiste gelegt. Die beiden hatten ihr gesagt, sie solle warten und waren in Richutng des Hauses gegangen.
Kaum waren sie außer Sichtweite, war sie hinterher geschlichen. Sie traute ihren Augen nicht. Diese beiden gingen doch tatsächlich zur Haustüre und klopften. Fragten nach Darna. Übergaben schließlich einemMann die Truhe. Das Lösegeld war darin, ebenso der Brief und dieses sollte er Darna geben.
Es konnte doch nciht sein, daß sie dies wirklich taten. Sie verrieten alles. Ihre ganze Arbeit, das Herausfinden des Verstecken. Alles wurd emit einem Schlag zunichte gemacht, denn nun würden sie mit Sicherheit das Versteck wechseln. Als sich die Türe schloss eilte sie schnell zurück zu dem Platz, an dem sie zurück gelassen wurde. Schnell wollte sie die Beiden zu Aufbruch bewegen, Hilfe holen. Da körten sie den Schrei. Shaya wurde gerufen, sehr laut und es war eindeutig Darnas Stimme. Dies führte dazu, daß die Beiden sich gar nicht mehr rührten. Larissa hatte auf die eingeredet, versucht, sie an den Armen zu den Pferden zu ziehen, um zurück zu reiten. Sie bruachten Hilfe und das so schnell wie möglich, ehe dies eleute Darna weg brachten und dann... doch es half nichts. Die Beiden rührten sich nicht. Als sie es dann entlich taten, wurden die Bögen gezückt und Pfeile durch die Fenster im oberen Stockwerk geschossen, wo sie ein seltsames Leuchten sahen. Larissa hatte still da gestanden. Nun wurde alles noch schlimmer...
Personen verließen das Haus, mit Fackeln kamen sie in ihre Richtung. Larissa schalt sich noch jetzt für ihren Fehler. Sie waren aufgesprungen, zu den Pferden geeilt und hatten die Flucht angetreten. Sie hätte da bleiben und sich verbergen müssen, sie hätte beobachten müssen, was weiter geschah. Aber si ehatte es nicht getan und war in schnellem Galopp über Berchgard zumAnwesen der Elbenaus geritten. Schon sehr früh hatte die Shaya und Savea verloren, vor dem Anwesen traf sie Rafael. Sie hatt ihm grob erzählt was vorgefallen war, doch den Brief verschiegen, sonst hätte er de Beiden sofort getötet, so nahm sie zumidnest an. Er war sauer, um nicht zu sagen sehr wütend. Zu Recht, wie sie wußte, denn auch sie war sauer. Für solch einen Ausgang hätte sie sich die Arbeit nicht machen müssen.
Die beiden kamen nach einiger Zeit zurück, Shaya hatte sich eine Rippenprellung zugezpgen, als sie bei der Flucht vom Pferd stürzte. Sie hatte diese behandelt, dann hatten die Beiden einen kurzen Bericht erstattet. Am nächsten morgen wurde auch Adrian darüber in Kenntnis gesetzt und diese explodierte förmlich. Die Pferde wurden gesattelt, Shaya und Savea kontnen wohl von Glück sagen, daß ihre Köpfe noch da waren so sie hin gehörten und so ritten sie alle zusammen eilig zu dem Haus. Wie erwartet war es leer.
Sie trennte sich an dem Haus von den anderen, wollte evrsuchen Sio, Lamiro und Simon zu finden, da Adrian die Hoffnung hatte, daß diese noch Spuren finden würden. Doch Larissa fragte sich wie... sie waren einfach zu Haus geprescht, zu Pferde. Wenn Spuren da waren, dann waren sie nun weg... doch dies sagte sie nicht, sie wollte ihn nicht noch mehr beunruhigen.
Doch eines lies ihr keine Ruhe... sie hatte diesen Brief geschrieben, auch wenn die Namen Saveas und Shayas darunter standen. Es war ihre Schrift und die kontne nicht glauben, daß jemand, der schon so lange in einem Adelshaus verweilte, der Schrift nicht kundig war. Was sollte dies? Hatten sie etwas vor? Wo war der Sinn dahinter? Und wo war Darna?
-
Erwin Schtatter
* Das Ablenkungsmanöver während der Flucht*
"Na los Erwin nim eine meiner Fakeln und lenke die beiden da draussen ab! Geh durch den Wald und laufe Richtung Berchgard, so schnell du kannst!" ordnete Fackel an
Erwin stand ein wenig verdattert da und ehe er noch viel stottern konnte stand er vor dem Haus mit einer Fakel in der Hand und dem Auftrag die beiden Reiterinen nach Berchgard zu locken.
Wie mach ich das blos? Ich versuche sie im Wald abzuhängen dachte er sich und humpelte los.
Die beiden Reiterinen sahen das Licht, stiegen auf ihre Pferde und verfolgten ihn. Erwin humpelte in den Wald und versucht dadurch möglichst viel abstand zu bekommen.
Er humpelte durch die Äste, jedoch sollten die Reiterinen viel mehr Probleme gehabt haben da durch zu kommen.
Als Erwin schon einigen Abstand gewonnen hat und schon wieder aus dem Wald heraus war, drehte er sich um und suchte die Reiterinen.
Oh, v..v..verdammt d..d..da scheint e..e..e..eine v...om Pferd g..g..gefallen z..zu sein! H...hoffendlich g...g..geht es dem J..j..jungchen gut Dachte er mitfühlsam.
Er befestigte die Fackel im Boden, versteckte sich ein paar schritte daneben und schielte in den Wald hinunter.
Die Beiden Verfolgerinen schienen dort Probleme zu haben, Erwin starrte in die Dunkelheit, eine zeit lang schien sich nichts zu regen. Der Erwin machte sich schon beinahe Sorgen und atmete auf als sich die Pferde wieder in bewegung setzten.
Erstaunt war er darüber, dass die Pferde weder zurück noch in seine Richtung reiteten....
Dennoch glücklich das der Plan funktionierte humpelt er dann zu einer Kutsche und fährt damit nach Bajard wo er die anderen Treffen sollte
"Na los Erwin nim eine meiner Fakeln und lenke die beiden da draussen ab! Geh durch den Wald und laufe Richtung Berchgard, so schnell du kannst!" ordnete Fackel an
Erwin stand ein wenig verdattert da und ehe er noch viel stottern konnte stand er vor dem Haus mit einer Fakel in der Hand und dem Auftrag die beiden Reiterinen nach Berchgard zu locken.
Wie mach ich das blos? Ich versuche sie im Wald abzuhängen dachte er sich und humpelte los.
Die beiden Reiterinen sahen das Licht, stiegen auf ihre Pferde und verfolgten ihn. Erwin humpelte in den Wald und versucht dadurch möglichst viel abstand zu bekommen.
Er humpelte durch die Äste, jedoch sollten die Reiterinen viel mehr Probleme gehabt haben da durch zu kommen.
Als Erwin schon einigen Abstand gewonnen hat und schon wieder aus dem Wald heraus war, drehte er sich um und suchte die Reiterinen.
Oh, v..v..verdammt d..d..da scheint e..e..e..eine v...om Pferd g..g..gefallen z..zu sein! H...hoffendlich g...g..geht es dem J..j..jungchen gut Dachte er mitfühlsam.
Er befestigte die Fackel im Boden, versteckte sich ein paar schritte daneben und schielte in den Wald hinunter.
Die Beiden Verfolgerinen schienen dort Probleme zu haben, Erwin starrte in die Dunkelheit, eine zeit lang schien sich nichts zu regen. Der Erwin machte sich schon beinahe Sorgen und atmete auf als sich die Pferde wieder in bewegung setzten.
Erstaunt war er darüber, dass die Pferde weder zurück noch in seine Richtung reiteten....
Dennoch glücklich das der Plan funktionierte humpelt er dann zu einer Kutsche und fährt damit nach Bajard wo er die anderen Treffen sollte
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Luca
- Beiträge: 0
- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53
~08. Cirmiasum 251, Nacht~
Noch immer hing der Geruch von verbranntem Fleisch, Fisch und Eintopf im ganzen Haus, allerdings störte es niemanden. Müdigkeit und Erkältung hatten Luca übermannt, auch wenn er gewissenhaft hatte ausharren wollen, um die Heimkehrer wie angewiesen zu versorgen und die Lady zu begrüßen. Daran, dass sie sie zurückbringen würden, bestand kein Zweifel, immerhin waren es Rafael, Silvan und eine gute Handvoll anderer. Quälend zäh waren die Stunden vergangen, ständig hatte er daran denken müssen, dass die beiden Mägde den Trupp begleiten durften, während er zuhause bleiben musste. Es wurde eindeutig Zeit, reiten zu lernen. Bisher hatte er Hexentreter lieber nur gefüttert, hin und wieder angefasst, ansonsten aber aus der Ferne bestaunt. Das würde sich ändern, immerhin war er nun Soldat, sozusagen.. fast... bald...
*
Im ersten Augenblick hatte die Nachricht der Entführung ihn heiß getroffen und ungeliebte Erinnerungen geweckt, dann allerdings war es seltsam gewesen. Sicher beunruhigten ihn auf der einen Seite die Gedanken an all die Dinge, die Entführer nun mal mit entführten Frauen anstellten – andererseits konnte er sich jedoch schlecht vorstellen, dass irgendjemand der Lady etwas tun konnte. Sie war stark, Temora hörte sie, sie hatte ihre Zauberei... irgendwie fühlte er einfach, dass ihr nichts geschehen würde. Ganz anders als bei Vio oder gar ihm selbst damals. Die Anspannung zehrte trotzdem an seinen Nerven, ganz sicher konnte man nie sein... immerhin hatten sie sie auch irgendwie fangen können. Er konnte sich noch immer nicht vorstellen, wie. Wenn man davon absah, dass sie am Ende eben doch irgendwie nur eine Frau war, die sich nicht ständig allein herumtreiben sollte. Es blieb bei einem wissenden Seufzen; das war wohl nichts, was man in diesem Haus aussprechen sollte...
Auch wenn ihn keine unmittelbare Angst trieb, war glasklar, dass die Lady gefunden werden musste. Weniger klar war, weshalb ausgerechnet Shaya und Savea zum Kundschaften in den Osten geschickt wurden... statt Männern, ihm und Rafael vielleicht. Das wäre anders ausgegangen. Einige Male hatte er die verruchten Unbekannten schon in verschiedenen Szenarien vor seinem geistigen Auge erschlagen, entdeckt hätte ihn dabei aber nie jemand und mit leeren Händen zurückgekehrt wäre er schon gar nicht. Dass es bei den beiden so hatte ausgehen müssen, hätte er ja gleich sagen können... allerdings gehörte das schon wieder zu den Feststellungen, die man sich besser verkniff.
Trotzdem, das war ja nicht mit anzusehen... als sie erneut ohne ihn losritten, war es an der Zeit, eigenen Plänen nachzugehen. Dass alle Spuren nach Osten zu führen schienen, musste ersteinmal ignoriert werden. Das wilde, offene Land war nichts für ihn. Zum einen grauste ihm vor Hexern, Bären und was sich dort noch alles herumtreiben mochte, zum anderen hätte er gar nicht gewusst, wo er suchen sollte. Von einer gefährlichen Höhle hatten sie geredet, lebensmüde war er immerhin nicht...
Nein, seine Nachforschungen sollten dort beginnen, wo er sich auskannte – in einer Taverne. Genauer genommen in Bajard, wo wohl am ehesten Aussicht bestand, etwas zu erfahren. Sicher würden die Entführer nicht ausgerechnet nach Varuna reisen, um dort zwischen all den Wachen mit ihrem Fang zu prahlen. In Bajard dagegen würde es schon nicht so schwer werden, diesen oder jenen in ein Gespräch über schnell verdientes Gold zu verwickeln...
So der Plan. Am schwierigsten war tatsächlich gewesen, unauffällige Sachen aufzutreiben. Selbst die ältesten, die er inzwischen besaß, hätten ihm früher neidische Blicke eingebracht und schienen auch im Fischerdorf argwöhnische Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihm wurde schnell klar, dass die Gedanken abwegig waren und ihn niemand anstarrte... dass es sich um den Blickwinkel des Jungen handelte, der vor einem knappen Dreivierteljahr schwankend den ersten Fuß auf die überreiche Insel gesetzt hatte, nicht um den der Leute hier.
Ein sonderbares Gefühl, jedoch sanft beiseite geschoben von der trauten Atmosphäre in der Taverne. Noch immer fühlte er sich an wenigen Orten auf Anhieb so zuhause.
Über die Lady ließ sich allerdings nichts in Erfahrung bringen. Er hatte sich vorgenommen, als einfacher Tagedieb durchzugehen, damit war es jedoch vorbei, als sich zwei der Trinker als Angehörige der örtlichen Miliz vorstellten. Dazu noch ein hübsches Mädel, wer konnte da still bleiben statt von den eigenen Schlachten und der ruhmreichen Zukunft zu berichten? Zumindest wurde es ein gemütlicher Abend, war doch gewiss, dass ihn niemand aufgebracht nachhause schleifen konnte, weil alle anderweitig beschäftigt waren.
Die Vorstöße der nächsten Tage waren unbedeutender und reichlich unergiebig. In Varuna gab es wie erwartet keine Informationen und zu weit hinaus ins Land traute er sich nicht. Statt Neuigkeiten brachte ihm die Streunerei nur einen rattigen Hals und Husten ein. Es regnete immer noch viel zu viel...
*
Dennoch weigerte er sich hartnäckig, sich als krank zu betrachten – immerhin würde Arenvir ihn kaum mit nach Menek’Ur nehmen, wenn zu befürchten stand, dass er die Wüstenkönigin anstecken könnte. Zumindest hatten Liliana und Trutta eingelenkt und versprochen, ihn nicht bei Rafael anzuschwärzen... Zu krank um Soldat zu werden... Das Unken der Frauen hatte ihn ärger geängstigt als das plötzliche Schwindelgefühl, das die Mutmaßungen ausgelöst hatte.
Vielleicht war es nicht nur schlecht, nun allein vor dem verqualmten Herd zu sitzen.. so konnte wenigstens niemand auf die Idee kommen, unangenehme Konsequenzen aus seiner Husterei zu ziehen. Eine Weile hatte er mit dem Gedanken gespielt, sich am Giftschrank der Lady zu versuchen, allerdings war zu bezweifeln, dass er auf Anhieb das richtige Mittelchen finden würde. Viel wahrscheinlicher schien, dass es etwas setzen würde, wenn Savea merkte, dass etwas fehlte.
Nein, er war besser dran, wenn er auf Silvan hörte und Essen warm machte. Daran, dass wohl keiner der Adeligen, Edlen und sonst wie Verwöhnten sein halbgares Fleisch oder den stockschwarzen Fisch auch nur anfassen würde, dachte er nicht. Essen war für ihn Essen geblieben, in dieser Beziehung hatte sich auch in den vergangenen Monaten nichts geändert... außerdem kannte er sich mit Kochen und Braten nicht aus, hatte Tante ihn doch nie ans Feuer – geschweige denn die Vorräte – gelassen.
Erst als es stockfinster war, verließ er seinen Posten am Herd, um eine erneute Runde durchs Haus zu drehen und die Kerzen vor der Statue nochmals vorsichtig gegen unverbrauchte aus seinem alten Zimmer auszutauschen. Weshalb genau wusste er nicht so recht, allerdings sagte ihm die sonstige Sorgfalt der Lady, dass sie sie lieber brennen sehen würde, wenn sie nach Hause kam. Zu guter Letzt wurde die Katze gefüttert; seit er von der absurden Angst des Hexers wusste, waren ihm die eigenwilligen Fellknäule überraschend sympathisch geworden.
Auch wenn seine Vorsätze anders gesehen hatten, fielen ihm die Augen schließlich doch zu, kaum dass er sich wieder in die Küche vor das verglimmende Feuer gelegt hatte...
Noch immer hing der Geruch von verbranntem Fleisch, Fisch und Eintopf im ganzen Haus, allerdings störte es niemanden. Müdigkeit und Erkältung hatten Luca übermannt, auch wenn er gewissenhaft hatte ausharren wollen, um die Heimkehrer wie angewiesen zu versorgen und die Lady zu begrüßen. Daran, dass sie sie zurückbringen würden, bestand kein Zweifel, immerhin waren es Rafael, Silvan und eine gute Handvoll anderer. Quälend zäh waren die Stunden vergangen, ständig hatte er daran denken müssen, dass die beiden Mägde den Trupp begleiten durften, während er zuhause bleiben musste. Es wurde eindeutig Zeit, reiten zu lernen. Bisher hatte er Hexentreter lieber nur gefüttert, hin und wieder angefasst, ansonsten aber aus der Ferne bestaunt. Das würde sich ändern, immerhin war er nun Soldat, sozusagen.. fast... bald...
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Im ersten Augenblick hatte die Nachricht der Entführung ihn heiß getroffen und ungeliebte Erinnerungen geweckt, dann allerdings war es seltsam gewesen. Sicher beunruhigten ihn auf der einen Seite die Gedanken an all die Dinge, die Entführer nun mal mit entführten Frauen anstellten – andererseits konnte er sich jedoch schlecht vorstellen, dass irgendjemand der Lady etwas tun konnte. Sie war stark, Temora hörte sie, sie hatte ihre Zauberei... irgendwie fühlte er einfach, dass ihr nichts geschehen würde. Ganz anders als bei Vio oder gar ihm selbst damals. Die Anspannung zehrte trotzdem an seinen Nerven, ganz sicher konnte man nie sein... immerhin hatten sie sie auch irgendwie fangen können. Er konnte sich noch immer nicht vorstellen, wie. Wenn man davon absah, dass sie am Ende eben doch irgendwie nur eine Frau war, die sich nicht ständig allein herumtreiben sollte. Es blieb bei einem wissenden Seufzen; das war wohl nichts, was man in diesem Haus aussprechen sollte...
Auch wenn ihn keine unmittelbare Angst trieb, war glasklar, dass die Lady gefunden werden musste. Weniger klar war, weshalb ausgerechnet Shaya und Savea zum Kundschaften in den Osten geschickt wurden... statt Männern, ihm und Rafael vielleicht. Das wäre anders ausgegangen. Einige Male hatte er die verruchten Unbekannten schon in verschiedenen Szenarien vor seinem geistigen Auge erschlagen, entdeckt hätte ihn dabei aber nie jemand und mit leeren Händen zurückgekehrt wäre er schon gar nicht. Dass es bei den beiden so hatte ausgehen müssen, hätte er ja gleich sagen können... allerdings gehörte das schon wieder zu den Feststellungen, die man sich besser verkniff.
Trotzdem, das war ja nicht mit anzusehen... als sie erneut ohne ihn losritten, war es an der Zeit, eigenen Plänen nachzugehen. Dass alle Spuren nach Osten zu führen schienen, musste ersteinmal ignoriert werden. Das wilde, offene Land war nichts für ihn. Zum einen grauste ihm vor Hexern, Bären und was sich dort noch alles herumtreiben mochte, zum anderen hätte er gar nicht gewusst, wo er suchen sollte. Von einer gefährlichen Höhle hatten sie geredet, lebensmüde war er immerhin nicht...
Nein, seine Nachforschungen sollten dort beginnen, wo er sich auskannte – in einer Taverne. Genauer genommen in Bajard, wo wohl am ehesten Aussicht bestand, etwas zu erfahren. Sicher würden die Entführer nicht ausgerechnet nach Varuna reisen, um dort zwischen all den Wachen mit ihrem Fang zu prahlen. In Bajard dagegen würde es schon nicht so schwer werden, diesen oder jenen in ein Gespräch über schnell verdientes Gold zu verwickeln...
So der Plan. Am schwierigsten war tatsächlich gewesen, unauffällige Sachen aufzutreiben. Selbst die ältesten, die er inzwischen besaß, hätten ihm früher neidische Blicke eingebracht und schienen auch im Fischerdorf argwöhnische Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihm wurde schnell klar, dass die Gedanken abwegig waren und ihn niemand anstarrte... dass es sich um den Blickwinkel des Jungen handelte, der vor einem knappen Dreivierteljahr schwankend den ersten Fuß auf die überreiche Insel gesetzt hatte, nicht um den der Leute hier.
Ein sonderbares Gefühl, jedoch sanft beiseite geschoben von der trauten Atmosphäre in der Taverne. Noch immer fühlte er sich an wenigen Orten auf Anhieb so zuhause.
Über die Lady ließ sich allerdings nichts in Erfahrung bringen. Er hatte sich vorgenommen, als einfacher Tagedieb durchzugehen, damit war es jedoch vorbei, als sich zwei der Trinker als Angehörige der örtlichen Miliz vorstellten. Dazu noch ein hübsches Mädel, wer konnte da still bleiben statt von den eigenen Schlachten und der ruhmreichen Zukunft zu berichten? Zumindest wurde es ein gemütlicher Abend, war doch gewiss, dass ihn niemand aufgebracht nachhause schleifen konnte, weil alle anderweitig beschäftigt waren.
Die Vorstöße der nächsten Tage waren unbedeutender und reichlich unergiebig. In Varuna gab es wie erwartet keine Informationen und zu weit hinaus ins Land traute er sich nicht. Statt Neuigkeiten brachte ihm die Streunerei nur einen rattigen Hals und Husten ein. Es regnete immer noch viel zu viel...
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Dennoch weigerte er sich hartnäckig, sich als krank zu betrachten – immerhin würde Arenvir ihn kaum mit nach Menek’Ur nehmen, wenn zu befürchten stand, dass er die Wüstenkönigin anstecken könnte. Zumindest hatten Liliana und Trutta eingelenkt und versprochen, ihn nicht bei Rafael anzuschwärzen... Zu krank um Soldat zu werden... Das Unken der Frauen hatte ihn ärger geängstigt als das plötzliche Schwindelgefühl, das die Mutmaßungen ausgelöst hatte.
Vielleicht war es nicht nur schlecht, nun allein vor dem verqualmten Herd zu sitzen.. so konnte wenigstens niemand auf die Idee kommen, unangenehme Konsequenzen aus seiner Husterei zu ziehen. Eine Weile hatte er mit dem Gedanken gespielt, sich am Giftschrank der Lady zu versuchen, allerdings war zu bezweifeln, dass er auf Anhieb das richtige Mittelchen finden würde. Viel wahrscheinlicher schien, dass es etwas setzen würde, wenn Savea merkte, dass etwas fehlte.
Nein, er war besser dran, wenn er auf Silvan hörte und Essen warm machte. Daran, dass wohl keiner der Adeligen, Edlen und sonst wie Verwöhnten sein halbgares Fleisch oder den stockschwarzen Fisch auch nur anfassen würde, dachte er nicht. Essen war für ihn Essen geblieben, in dieser Beziehung hatte sich auch in den vergangenen Monaten nichts geändert... außerdem kannte er sich mit Kochen und Braten nicht aus, hatte Tante ihn doch nie ans Feuer – geschweige denn die Vorräte – gelassen.
Erst als es stockfinster war, verließ er seinen Posten am Herd, um eine erneute Runde durchs Haus zu drehen und die Kerzen vor der Statue nochmals vorsichtig gegen unverbrauchte aus seinem alten Zimmer auszutauschen. Weshalb genau wusste er nicht so recht, allerdings sagte ihm die sonstige Sorgfalt der Lady, dass sie sie lieber brennen sehen würde, wenn sie nach Hause kam. Zu guter Letzt wurde die Katze gefüttert; seit er von der absurden Angst des Hexers wusste, waren ihm die eigenwilligen Fellknäule überraschend sympathisch geworden.
Auch wenn seine Vorsätze anders gesehen hatten, fielen ihm die Augen schließlich doch zu, kaum dass er sich wieder in die Küche vor das verglimmende Feuer gelegt hatte...