Aufträge anderer Art
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Therben Masard
Aufträge anderer Art
Zwei relativ kleine Aufträge, deren Inhalt mir unmißverständlich deutlich gemacht wurde.
Der eine lautete: Tritt mir gefälligst nie wieder unter die Augen!
Der andere lautete: Es ist besser, wenn wir uns nicht mehr sehen.
Beide im Grunde ähnlichen Inhaltes, von zwei Personen an einem Abend aufgetragen.
Nur die Bezahlung war schlecht. Genau genommen, hatte ich selbst bezahlt.. beide mit gleicher Münze. Einem Tanz und Zuneigung. Lediglich die Gewichtung war unterschiedlich ausgefallen.
Ich packte also meine Sachen, holte den Hengst aus dem Stall, der erfreut schien, über einen späten Ausritt und so ließ ich ihn laufen, wohin er wollte. Mir selbst war das Ziel gerade schlicht egal. Während mein tierischer Begleiter den Weg wählte, schweiften meine Gedanken mal zurück zu einer jungen Schneiderin und mal voraus zu einer jungen Geschichtenerzählerin.. nur der dritten, der „Krimskramsverkäuferin“ leistete ich in Gedanken Abbitte, wegen meiner schnellen Abreise. Ihr Blick blieb mir ebenfalls in Erinnerung, der Ausdruck gänzlichen Unverständnisses, nachdem ich ihr den „Plunder“ auf den Tisch gelegt hatte, der sich in Form zweier blutroter Rubine zeigte und gewiß ein Vermögen wert war, für mich jedoch sein Wert im tiefen Grunde einer Geschichte gelegen und diesen Wert schlagartig verloren hatte.
Nach Stunden zeigte mein wiehernder Freund ebensolche Erschöpfung wie ich und wir beschlossen zu rasten. Nicht weit entfernt sah ich ein fast zerfallenes Haus umgeben von Resten eines Stalles und den Resten eines kleineren Nebengebäudes. Das Gras stand kniehoch und überall wuchs Moos.. die wenigen Wände waren mit Efeu überwuchert.
Ich stellte den Hengst unter das viertel Stalldach und versorgte ihn, dann sah ich mich um.
Mit etwas handwerklichem Geschick würden sich zwei Räume der ehemaligen unteren Etage des Hauses wieder herrichten lassen. Einen kleinen Dachstuhl gezogen mit Schindeln abgedeckt und es wäre schon ein wenig ansehnlicher.
Ich entdeckte einen kleinen Keller mit vergammelten Vorräten, einem halb gefüllten Weinregal und einigen verrotteten Kisten, deren Inhalt nicht besser aussah.
Vergilbte Schriftstücke, mottenzerfressene Wandbehänge und Teppiche sowie Gewandung, die auch schon mal bessere Tage gesehen hatte. Auf allem lag eine dicke Staubschicht und der Rest war ein Paradies für Ungeziefer und Spinnen.
Dennoch beschloß ich zu bleiben und die Nacht in einem der oberen Räume zu verbringen, denn hierher hatte es offenbar Jahre niemanden verschlagen, zumindest nicht mit Interesse an dieser Unterkunft. Ich nahm die Pferdedecke und machte mich lang. Ein Oberbett brauchte es nicht, denn die Nächte waren inzwischen warm genug und nachdem ich mich lange noch herumgewälzt hatte, fiel ich in einen unruhigen Schlaf.
Der eine lautete: Tritt mir gefälligst nie wieder unter die Augen!
Der andere lautete: Es ist besser, wenn wir uns nicht mehr sehen.
Beide im Grunde ähnlichen Inhaltes, von zwei Personen an einem Abend aufgetragen.
Nur die Bezahlung war schlecht. Genau genommen, hatte ich selbst bezahlt.. beide mit gleicher Münze. Einem Tanz und Zuneigung. Lediglich die Gewichtung war unterschiedlich ausgefallen.
Ich packte also meine Sachen, holte den Hengst aus dem Stall, der erfreut schien, über einen späten Ausritt und so ließ ich ihn laufen, wohin er wollte. Mir selbst war das Ziel gerade schlicht egal. Während mein tierischer Begleiter den Weg wählte, schweiften meine Gedanken mal zurück zu einer jungen Schneiderin und mal voraus zu einer jungen Geschichtenerzählerin.. nur der dritten, der „Krimskramsverkäuferin“ leistete ich in Gedanken Abbitte, wegen meiner schnellen Abreise. Ihr Blick blieb mir ebenfalls in Erinnerung, der Ausdruck gänzlichen Unverständnisses, nachdem ich ihr den „Plunder“ auf den Tisch gelegt hatte, der sich in Form zweier blutroter Rubine zeigte und gewiß ein Vermögen wert war, für mich jedoch sein Wert im tiefen Grunde einer Geschichte gelegen und diesen Wert schlagartig verloren hatte.
Nach Stunden zeigte mein wiehernder Freund ebensolche Erschöpfung wie ich und wir beschlossen zu rasten. Nicht weit entfernt sah ich ein fast zerfallenes Haus umgeben von Resten eines Stalles und den Resten eines kleineren Nebengebäudes. Das Gras stand kniehoch und überall wuchs Moos.. die wenigen Wände waren mit Efeu überwuchert.
Ich stellte den Hengst unter das viertel Stalldach und versorgte ihn, dann sah ich mich um.
Mit etwas handwerklichem Geschick würden sich zwei Räume der ehemaligen unteren Etage des Hauses wieder herrichten lassen. Einen kleinen Dachstuhl gezogen mit Schindeln abgedeckt und es wäre schon ein wenig ansehnlicher.
Ich entdeckte einen kleinen Keller mit vergammelten Vorräten, einem halb gefüllten Weinregal und einigen verrotteten Kisten, deren Inhalt nicht besser aussah.
Vergilbte Schriftstücke, mottenzerfressene Wandbehänge und Teppiche sowie Gewandung, die auch schon mal bessere Tage gesehen hatte. Auf allem lag eine dicke Staubschicht und der Rest war ein Paradies für Ungeziefer und Spinnen.
Dennoch beschloß ich zu bleiben und die Nacht in einem der oberen Räume zu verbringen, denn hierher hatte es offenbar Jahre niemanden verschlagen, zumindest nicht mit Interesse an dieser Unterkunft. Ich nahm die Pferdedecke und machte mich lang. Ein Oberbett brauchte es nicht, denn die Nächte waren inzwischen warm genug und nachdem ich mich lange noch herumgewälzt hatte, fiel ich in einen unruhigen Schlaf.
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Milya-Renyla Menuette
Emotionen dieser Art waren mir bisher immer verschlossen gelieben, wieso hätten sie mich vorher auch behelligen sollen? Schließlich ging ich meinen Weg, unausweichlich die Straße entlang, ohne moch von den Geschehnissen an den Straßenseiten ablenken zu lassen. Doch ich spürte es, innerlich kochte ich und versuchte mich gleichzeitig gegen eben dieses Gefühl zu vewehren. Eine unbekannte Aufgabe die sich als schier unlösbar herausstellte.
Egal wie lange ich die sich biegenden Grashalme betrachtete, die zwitschernden Vögel beobachtet oder mich meiner eigenen, bekannten Melodie hingab - sie drängen sich mir immer wieder auf. Diese Gedanken, mit denen ich mich nie beschäftigten wollte. Nicht jetzt, nicht in der kommenden und absehbaren Zeit.
Was musste ich auch gerade zu dieser Zeit in die Schneiderei kommen? Sicherlich hätte es auch andere Schneidereien gegeben, die weit vor den Mauern Rahals lagen. Schneider die keinen privaten Kontakt zu Therben pflegte, aber nein. Es war das Schicksal was mich wieder einmal auf ihn stoßen ließ. Noch nie hatte ich ein schlechtes Gefühl wenn ich auf diesen Mann traf. Er ähnelte mir in gewissen Wesenzügen sehr und übte eine unumstrittene Faszination auf mich aus und doch: Dieses eine Mal wäre ich am liebsten wieder rückwärts aus dem Gebäude geschritten. Ich hatte eine unsichtbare Grenze überschritten, die ich nie übertreten wollte. Gefühle zweier Menschen. Sie erschlossen sich mir noch nie und es war wohl auch ein Faktum im Leben das mein Interesse kaum erwecken konnte. Und genau jetzt! Jetzt als ich merkte ungeahntes Interesse an diesem Mann zu entwickeln, störte ich diese private, traute Zweisamkeit.
Alles erinnerte mich an ihren vorwurfsvollen Blick, ihre spitze Zunge welche mir eifersüchtige, verdeckte Hasstriaden entgegen schmetterte. Natürlich, sie gab es nicht zu. Stolz? Vermutlich würde man es so bezeichnen, ich weiß es nicht. So nahm ich auch die Entschuldigung an und doch merkte ich, dass genau ich in diesem Moment die Harmonie störte. Ich. Ein Störfaktor der Harmonie. Selbst das Zwitschern der Abendvögel um mich herum, klang wie eine Anklage in meinen Ohren. Die Nacht schloß sich unerbitterlich um meinen Körper und ließ mich frösteln. Wo nur war die erste Wärme der Jahreszeit geblieben, die mich stets in den sanften Schlaf streichelte?
So entschloss ich den Mann, diesen Einen, zurück zu lassen. Ich bereue es nicht. Nie wieder wollte ich diese Harmonie stören. Gerade ein Mann wie er hat Harmonie nötig, um weiter in diesem faszinierenden Glanz durch die Welt zu wandeln. Nein, Reue ist es nicht die meinen Körper einzunehmen scheint. Er soll sein Herz dieser Frau schenken, ihre Eifersucht lindern und nie wieder soll das Schicksal, uns ehemals hold, unsere Wege kreuzen lassen. Nie wieder.
Ich schloß meine Hände um meinen kleinen Reisebeutel. War es denn bereits jetzt an der Zeit weiter zu ziehen? Dieses Land, mit all seinen Entdeckungen und Erfahrungen, ruhen zu lassen? Es nagte sehr an mir, dass gerade ich die Harmonie gestört hatte. Erst als die weißen Knöchel an meinen Fingergelenken hervortraten entließ ich dem Beutel und ließ mich schwer zurück in das Gras fallen. Wie nur hätte ich ihm diese Gedanken vermitteln sollen? Das Schicksal wird uns von nun an getrennt halten, nein, ich bereue es nicht.
Genau diese Frage der Reue war es, welche mich die Nacht noch wach halten sollte. Ich bereute es doch nicht etwa?
Egal wie lange ich die sich biegenden Grashalme betrachtete, die zwitschernden Vögel beobachtet oder mich meiner eigenen, bekannten Melodie hingab - sie drängen sich mir immer wieder auf. Diese Gedanken, mit denen ich mich nie beschäftigten wollte. Nicht jetzt, nicht in der kommenden und absehbaren Zeit.
Was musste ich auch gerade zu dieser Zeit in die Schneiderei kommen? Sicherlich hätte es auch andere Schneidereien gegeben, die weit vor den Mauern Rahals lagen. Schneider die keinen privaten Kontakt zu Therben pflegte, aber nein. Es war das Schicksal was mich wieder einmal auf ihn stoßen ließ. Noch nie hatte ich ein schlechtes Gefühl wenn ich auf diesen Mann traf. Er ähnelte mir in gewissen Wesenzügen sehr und übte eine unumstrittene Faszination auf mich aus und doch: Dieses eine Mal wäre ich am liebsten wieder rückwärts aus dem Gebäude geschritten. Ich hatte eine unsichtbare Grenze überschritten, die ich nie übertreten wollte. Gefühle zweier Menschen. Sie erschlossen sich mir noch nie und es war wohl auch ein Faktum im Leben das mein Interesse kaum erwecken konnte. Und genau jetzt! Jetzt als ich merkte ungeahntes Interesse an diesem Mann zu entwickeln, störte ich diese private, traute Zweisamkeit.
Alles erinnerte mich an ihren vorwurfsvollen Blick, ihre spitze Zunge welche mir eifersüchtige, verdeckte Hasstriaden entgegen schmetterte. Natürlich, sie gab es nicht zu. Stolz? Vermutlich würde man es so bezeichnen, ich weiß es nicht. So nahm ich auch die Entschuldigung an und doch merkte ich, dass genau ich in diesem Moment die Harmonie störte. Ich. Ein Störfaktor der Harmonie. Selbst das Zwitschern der Abendvögel um mich herum, klang wie eine Anklage in meinen Ohren. Die Nacht schloß sich unerbitterlich um meinen Körper und ließ mich frösteln. Wo nur war die erste Wärme der Jahreszeit geblieben, die mich stets in den sanften Schlaf streichelte?
So entschloss ich den Mann, diesen Einen, zurück zu lassen. Ich bereue es nicht. Nie wieder wollte ich diese Harmonie stören. Gerade ein Mann wie er hat Harmonie nötig, um weiter in diesem faszinierenden Glanz durch die Welt zu wandeln. Nein, Reue ist es nicht die meinen Körper einzunehmen scheint. Er soll sein Herz dieser Frau schenken, ihre Eifersucht lindern und nie wieder soll das Schicksal, uns ehemals hold, unsere Wege kreuzen lassen. Nie wieder.
Ich schloß meine Hände um meinen kleinen Reisebeutel. War es denn bereits jetzt an der Zeit weiter zu ziehen? Dieses Land, mit all seinen Entdeckungen und Erfahrungen, ruhen zu lassen? Es nagte sehr an mir, dass gerade ich die Harmonie gestört hatte. Erst als die weißen Knöchel an meinen Fingergelenken hervortraten entließ ich dem Beutel und ließ mich schwer zurück in das Gras fallen. Wie nur hätte ich ihm diese Gedanken vermitteln sollen? Das Schicksal wird uns von nun an getrennt halten, nein, ich bereue es nicht.
Genau diese Frage der Reue war es, welche mich die Nacht noch wach halten sollte. Ich bereute es doch nicht etwa?
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Ellinore Green
Was hatte sie da wieder losgetreten... Und.. wie hatte sie sich wieder hingestellt?
War denn wirklich Fräulein Myriel nötig, um ihr Manieren beizubringen?
*ein leises Seufzen war zu hören, als sie bei dieser Frage angekommen war*
Ja, um ehrlich zu sein, war es das wohl.
Es war diese Art Frau, die ihr ihre Geschlechtgenossinen erträglich machte. Die sie daran erinnerte, dass die Welt nicht nur aus glöckchenklingelnden, berechnenden Spinnenfrauen wie dieser Milya bestand.
Und auch nicht nur aus unbeherrschten, dummen Dingern wie ihr selbst, die bereitwillig in jede ausgelegte Falle stolperten, die solche Damen ihr hinlegten.
Sie bildete sich soviel darauf ein, klüger zu sein als mancher Mann, sie durchschaute die ach so ausgeklügelten Mittelchen, die Spinnenfrauen nutzen, wenn sie etwas wollten. Haha.. ja wirklich sehr klug, Fräulein Elli, und warum endeten Zusammentreffen so wie dieses letzte, Schreckliche? Und warum ging sie immer als Verliererin daraus hervor? Ja.. weil sie weder klug war noch durchtrieben genug, zumindest so zu tun, als wäre sie es.
Sie wusste sehr wohl, sie war zu weit gegangen an diesem Abend, viel zu weit, ganz egal ob Fräulein Milya und Therben es herausgefordert hatten oder nicht.
Selbst wenn sie sich schlecht behandelt fühlte, sich ausgenutzt und gedemütigt vorkam, musste sie das jedem zeigen? Oder um es deutlich zu machen, ihre Schwächen auf dem Präsentierteller darbieten? Jedem zeigen, wie kalt und bösartig sie zuschlagen konnte, damit die sanften verständnisvollen Hände der Spinnenfrau die dabei entstehenden Wunden selbstlos schliessen konnten, die Schlinge dabei unmerklich noch fester ziehend?
Ja.. auch das musste sie wohl, zumindest hatte sie es getan und es war nicht wieder rückgängig zu machen.
Und wie hatte Fräulein Myriel so deutlich gesagt.. es war an Fräulein Elli, das ganze wieder in Ordnung zu bringen, sie hatte es angerichtet und sie müsste es wieder richten. Ganz egal um welchen Preis.
Gut.. sie war vielleicht nicht klug genug, und auch ihre Mauern hatten viel zu grosse sichtbare Risse, aber wenigstens einen Rest Würde könnte sie sich bewahren.
Sie würde es _in Ordung_ bringen, so oder so. Es konnte nicht sein, dass der Markttag, den sie mit soviel Freude planten, wegen ihrer Unbeherrschtheit, ihrer Schwäche scheitern würde.
War denn wirklich Fräulein Myriel nötig, um ihr Manieren beizubringen?
*ein leises Seufzen war zu hören, als sie bei dieser Frage angekommen war*
Ja, um ehrlich zu sein, war es das wohl.
Es war diese Art Frau, die ihr ihre Geschlechtgenossinen erträglich machte. Die sie daran erinnerte, dass die Welt nicht nur aus glöckchenklingelnden, berechnenden Spinnenfrauen wie dieser Milya bestand.
Und auch nicht nur aus unbeherrschten, dummen Dingern wie ihr selbst, die bereitwillig in jede ausgelegte Falle stolperten, die solche Damen ihr hinlegten.
Sie bildete sich soviel darauf ein, klüger zu sein als mancher Mann, sie durchschaute die ach so ausgeklügelten Mittelchen, die Spinnenfrauen nutzen, wenn sie etwas wollten. Haha.. ja wirklich sehr klug, Fräulein Elli, und warum endeten Zusammentreffen so wie dieses letzte, Schreckliche? Und warum ging sie immer als Verliererin daraus hervor? Ja.. weil sie weder klug war noch durchtrieben genug, zumindest so zu tun, als wäre sie es.
Sie wusste sehr wohl, sie war zu weit gegangen an diesem Abend, viel zu weit, ganz egal ob Fräulein Milya und Therben es herausgefordert hatten oder nicht.
Selbst wenn sie sich schlecht behandelt fühlte, sich ausgenutzt und gedemütigt vorkam, musste sie das jedem zeigen? Oder um es deutlich zu machen, ihre Schwächen auf dem Präsentierteller darbieten? Jedem zeigen, wie kalt und bösartig sie zuschlagen konnte, damit die sanften verständnisvollen Hände der Spinnenfrau die dabei entstehenden Wunden selbstlos schliessen konnten, die Schlinge dabei unmerklich noch fester ziehend?
Ja.. auch das musste sie wohl, zumindest hatte sie es getan und es war nicht wieder rückgängig zu machen.
Und wie hatte Fräulein Myriel so deutlich gesagt.. es war an Fräulein Elli, das ganze wieder in Ordnung zu bringen, sie hatte es angerichtet und sie müsste es wieder richten. Ganz egal um welchen Preis.
Gut.. sie war vielleicht nicht klug genug, und auch ihre Mauern hatten viel zu grosse sichtbare Risse, aber wenigstens einen Rest Würde könnte sie sich bewahren.
Sie würde es _in Ordung_ bringen, so oder so. Es konnte nicht sein, dass der Markttag, den sie mit soviel Freude planten, wegen ihrer Unbeherrschtheit, ihrer Schwäche scheitern würde.
Zuletzt geändert von Ellinore Green am Mittwoch 11. Juni 2008, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Therben Masard
Als ich aufwachte, lernte ich Muskeln kennen, von denen ich bisher dachte, es würde sie nicht geben. Zumindest nicht in meinem Körper. Nur schwach die Mahnung selbst Schuld zu sein, weil ich gewisse Dinge in letzter Zeit vernachlässigt hatte.
Ich besah mir meine Unterkunft nun im Tageslicht. Was in der Nacht im Grau verborgen blieb, präsentierte sich mir nun in all seiner Pracht.
Diese Wände würden kaum mehr drei Stürme überstehen, das Holz fast durchweg morsch.
Der Boden wies Löcher auf und ich mußte mich wundern, dass ich in der Nacht nicht in eines getreten war und mir die Beine gebrochen hatte.
Glück im Unglück ging mir durch den Kopf, ein Aufflackern alten Humors.
Nach der äußeren Inspizierung besorgte ich mir Nägel und etwas Werkzeug und begann das halb verfallene Nebengebäude auseinander zu nehmen.
Mit den passablen Pflöcken stützte ich das „Haupthaus“ ab und begann die morschen Bretter heraus zu treten. Bei jedem Tritt ein Gedanke, eine Erinnerung.
Feuerrote Haare, schimmernde Goldfäden, losgelöstes Lächeln. „Hatte ich erwähnt, dass ich Ehrlichkeit und Offenheit schätze?“
Offenheit Fräulein Milya? Gewiß! Sie ist teuer bezahlt.
‚Rumms‘ Mein Stiefel krachte in die Wand, dem Brett blieb nichts übrig, als nachzugeben.
Blondes Haar, wie aus Gold gesponnen, liebevoller Blick, warmes Lächeln. „Ich habe es auf Wirksamkeit geprüft.. es ist nur Plunder. Da hat man Euch einen Bären aufgebunden, oder sollte ich sagen.. einen Drachen?“
Ja Fräulein Ellinore. Es ist Plunder, für den der es als solchen betrachten möchte.
‚Rumms‘ Auch das zweite Brett gab splitternd nach und flog nach draußen.
Der helle Klang von kleinen Glöckchen vermischte sich mit dem hellen Klang eines Lachens und hallte in meinem Kopf wieder.
‚Rumms.. rumms‘ Ich erwischte zwei der besser erhaltenen Bretter, ohne es zu bemerken.
Die Ausbeute, die sich mir auftat, nachdem ich mich ausgetobt hatte, war miserabel.
Ich brauchte neue Bretter. Ich brauchte einen Karren. Ich brauchte einen klaren Kopf!
Ich besah mir meine Unterkunft nun im Tageslicht. Was in der Nacht im Grau verborgen blieb, präsentierte sich mir nun in all seiner Pracht.
Diese Wände würden kaum mehr drei Stürme überstehen, das Holz fast durchweg morsch.
Der Boden wies Löcher auf und ich mußte mich wundern, dass ich in der Nacht nicht in eines getreten war und mir die Beine gebrochen hatte.
Glück im Unglück ging mir durch den Kopf, ein Aufflackern alten Humors.
Nach der äußeren Inspizierung besorgte ich mir Nägel und etwas Werkzeug und begann das halb verfallene Nebengebäude auseinander zu nehmen.
Mit den passablen Pflöcken stützte ich das „Haupthaus“ ab und begann die morschen Bretter heraus zu treten. Bei jedem Tritt ein Gedanke, eine Erinnerung.
Feuerrote Haare, schimmernde Goldfäden, losgelöstes Lächeln. „Hatte ich erwähnt, dass ich Ehrlichkeit und Offenheit schätze?“
Offenheit Fräulein Milya? Gewiß! Sie ist teuer bezahlt.
‚Rumms‘ Mein Stiefel krachte in die Wand, dem Brett blieb nichts übrig, als nachzugeben.
Blondes Haar, wie aus Gold gesponnen, liebevoller Blick, warmes Lächeln. „Ich habe es auf Wirksamkeit geprüft.. es ist nur Plunder. Da hat man Euch einen Bären aufgebunden, oder sollte ich sagen.. einen Drachen?“
Ja Fräulein Ellinore. Es ist Plunder, für den der es als solchen betrachten möchte.
‚Rumms‘ Auch das zweite Brett gab splitternd nach und flog nach draußen.
Der helle Klang von kleinen Glöckchen vermischte sich mit dem hellen Klang eines Lachens und hallte in meinem Kopf wieder.
‚Rumms.. rumms‘ Ich erwischte zwei der besser erhaltenen Bretter, ohne es zu bemerken.
Die Ausbeute, die sich mir auftat, nachdem ich mich ausgetobt hatte, war miserabel.
Ich brauchte neue Bretter. Ich brauchte einen Karren. Ich brauchte einen klaren Kopf!
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Myriel
"Klagt, Mädchen, klagt nicht Ach und Weh,
Kein Mann bewahrt die Treue,
Am Ufer halb, halb schon zur See
Reizt, lockt sie nur das Neue.
Weint keine Trän` und lasst sie gehn,
Seid froh und guter Dinge,
Dass statt der Klag`und dem Gestöhn`,
Juchheissassa erklinge!
Singt nicht Balladen trüb und bleich,
In Trauermelodien:
Der Männer Trug war immer gleich,
Seitdem die Schwalben ziehen."
(entnommen aus:Viel Lärm um nichts, William Shakespeare)
Mit einem leisen Seufzen schob sie das Buch, in dem sie gerade gelesen hatte, zur Seite. Sie konnte sich sowieso nicht richtig auf das Geschriebene konzentrieren. Ihre Gedanken kreisten immer noch um diesen unseligen Abend. Es war doch immer das Gleiche, und das 'Objekt der Begierde' zog in seiner 'männlichen Unschuld' auch wirklich alle Register. Das Therben nicht wirklich wusste, was er tat, indem er diese beiden Frauen in seiner grenzenlosen Klugheit immer wieder zusammen brachte, das zweifelte sie seit diesem Abend schon an. Die eine bestach durch säuselndes Glöckchengeläute, die andre bezauberte durch Bissigkeit und messerscharfe Worte, und der Galan mitten drin. Erst als der Karren endgültig und vollends verfahren war, kam das böse Erwachen. Einem vorübergehenden Waffenstillstand war durch die vorgestrige Eskalation vorerst jede Möglichkeit genommen.
Gut, dieses letzte Mal, nach dem 'gemütlichen' Beisammensein in der Taverne, das ja ansich eine Besprechung über den geplanten Markttag werden sollte, da hatte es Myriel getroffen. Aber sie würde sicher nicht den Prellbock spielen, für irgendwelche Beziehungsgeflechte, die so verworren und verknotet waren, das es wohl nur noch mit einer grossen Schere zu lösen war. Erst war sie fassungslos, aber dann wuchs die Wut und das Unverständnis.
Eine von Myriels 'hervorstechenden' Eigenschaften war, immer zuerst das Schlechteste oder eine Absicht zu vermuten, gerade bei so offensichtlichen Zeichen wie schönen Worten, Geschenken und andren Schmeicheleien. Hatte sich ihre Sicht der Dinge erst einmal verfestigt, war es mehr als schwierig und langwierig, diese Denkweise umzustimmen. Das Herr Therben ein Schwerenöter war, stand für sie nun erst einmal unumstösslich fest. Beweise für diesem 'Tatbestand' hatte er in ihren Augen mehr als genug geliefert.
Anstatt, das die beiden Damen das Spiel des Herren durchschauten, tappten sie brav in jede noch so versteckt aufgestellte Falle. Kein Fettnapf war zu klein, um nicht mit wahrer Begeisterung in diesen zu springen. Anfangs fand Myriel dieses Geplänkel aus versteckten Anspielungen, kleinen Spitzen noch amüsant, aber mittlerweile war es schlichtweg nur noch anstrengend. Den krönenden Abschluss fand das Ganze dann in der Rückgabe von 'Plunder', der zu guter letzt am Ende des Dramas in ihrer Tasche landete, einem Kavalier in einem höchst desolaten Zustand, einer Geschichtenerzählerin, deren Glöckchen verstummten und einer Schneiderin, mit einem Sturkopf, der gereicht hätte, um eine Burgmauer nieder zu walzen.
Dieses Spiel, mach die eine eifersüchtig mit der anderen, das war so alt wie die Welt, deswegen aber sicher nicht intelligenter oder immer von Erfolg gekrönt. In diesem Augenblick war in Myriels Augen dem Herrn Therben die 'Unschuld' genommen.
Ein entwaffnendes, charmantes Lächeln, einige blumige Worte und schon war der Kampf eröffnet. Auch so ein Herr konnte nicht ohne Schrammen und Verletzungen aus diesem Kampf hervor gehen. Denn irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, da richten Süssholzraspeleien bedeutend grösseren Schaden an. Am Ende steht der Herr mit leeren Händen da. Zu einem kleinen, nein gleichen Teil, hatte er diesen Hieb auch verdient, wobei man die Wahl der Mittel noch einmal überdenken sollte.
Vielleicht hätte sie anstatt dem armen Fräulein Elli, doch eher dem 'Unschuldslamm' den Kopf gerade rücken sollen? Vielleicht sollte sie den beiden Damen einfach einmal das Buch ausleihen? Ein energisches Kopfschütteln. Nein, sie sollte es dem Herrn Therben zu allererst an den Kopf werfen!
Kein Mann bewahrt die Treue,
Am Ufer halb, halb schon zur See
Reizt, lockt sie nur das Neue.
Weint keine Trän` und lasst sie gehn,
Seid froh und guter Dinge,
Dass statt der Klag`und dem Gestöhn`,
Juchheissassa erklinge!
Singt nicht Balladen trüb und bleich,
In Trauermelodien:
Der Männer Trug war immer gleich,
Seitdem die Schwalben ziehen."
(entnommen aus:Viel Lärm um nichts, William Shakespeare)
Mit einem leisen Seufzen schob sie das Buch, in dem sie gerade gelesen hatte, zur Seite. Sie konnte sich sowieso nicht richtig auf das Geschriebene konzentrieren. Ihre Gedanken kreisten immer noch um diesen unseligen Abend. Es war doch immer das Gleiche, und das 'Objekt der Begierde' zog in seiner 'männlichen Unschuld' auch wirklich alle Register. Das Therben nicht wirklich wusste, was er tat, indem er diese beiden Frauen in seiner grenzenlosen Klugheit immer wieder zusammen brachte, das zweifelte sie seit diesem Abend schon an. Die eine bestach durch säuselndes Glöckchengeläute, die andre bezauberte durch Bissigkeit und messerscharfe Worte, und der Galan mitten drin. Erst als der Karren endgültig und vollends verfahren war, kam das böse Erwachen. Einem vorübergehenden Waffenstillstand war durch die vorgestrige Eskalation vorerst jede Möglichkeit genommen.
Gut, dieses letzte Mal, nach dem 'gemütlichen' Beisammensein in der Taverne, das ja ansich eine Besprechung über den geplanten Markttag werden sollte, da hatte es Myriel getroffen. Aber sie würde sicher nicht den Prellbock spielen, für irgendwelche Beziehungsgeflechte, die so verworren und verknotet waren, das es wohl nur noch mit einer grossen Schere zu lösen war. Erst war sie fassungslos, aber dann wuchs die Wut und das Unverständnis.
Eine von Myriels 'hervorstechenden' Eigenschaften war, immer zuerst das Schlechteste oder eine Absicht zu vermuten, gerade bei so offensichtlichen Zeichen wie schönen Worten, Geschenken und andren Schmeicheleien. Hatte sich ihre Sicht der Dinge erst einmal verfestigt, war es mehr als schwierig und langwierig, diese Denkweise umzustimmen. Das Herr Therben ein Schwerenöter war, stand für sie nun erst einmal unumstösslich fest. Beweise für diesem 'Tatbestand' hatte er in ihren Augen mehr als genug geliefert.
Anstatt, das die beiden Damen das Spiel des Herren durchschauten, tappten sie brav in jede noch so versteckt aufgestellte Falle. Kein Fettnapf war zu klein, um nicht mit wahrer Begeisterung in diesen zu springen. Anfangs fand Myriel dieses Geplänkel aus versteckten Anspielungen, kleinen Spitzen noch amüsant, aber mittlerweile war es schlichtweg nur noch anstrengend. Den krönenden Abschluss fand das Ganze dann in der Rückgabe von 'Plunder', der zu guter letzt am Ende des Dramas in ihrer Tasche landete, einem Kavalier in einem höchst desolaten Zustand, einer Geschichtenerzählerin, deren Glöckchen verstummten und einer Schneiderin, mit einem Sturkopf, der gereicht hätte, um eine Burgmauer nieder zu walzen.
Dieses Spiel, mach die eine eifersüchtig mit der anderen, das war so alt wie die Welt, deswegen aber sicher nicht intelligenter oder immer von Erfolg gekrönt. In diesem Augenblick war in Myriels Augen dem Herrn Therben die 'Unschuld' genommen.
Ein entwaffnendes, charmantes Lächeln, einige blumige Worte und schon war der Kampf eröffnet. Auch so ein Herr konnte nicht ohne Schrammen und Verletzungen aus diesem Kampf hervor gehen. Denn irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, da richten Süssholzraspeleien bedeutend grösseren Schaden an. Am Ende steht der Herr mit leeren Händen da. Zu einem kleinen, nein gleichen Teil, hatte er diesen Hieb auch verdient, wobei man die Wahl der Mittel noch einmal überdenken sollte.
Vielleicht hätte sie anstatt dem armen Fräulein Elli, doch eher dem 'Unschuldslamm' den Kopf gerade rücken sollen? Vielleicht sollte sie den beiden Damen einfach einmal das Buch ausleihen? Ein energisches Kopfschütteln. Nein, sie sollte es dem Herrn Therben zu allererst an den Kopf werfen!
Zuletzt geändert von Myriel am Donnerstag 12. Juni 2008, 17:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Ellinore Green
So unendlich müde...sie konnte sich nicht erinnern jemals so müde gewesen zu sein.
Wie fand man einen Menschen, von dem man im Grunde nichts weiß? Wie sollte man etwas in Ordnung bringen, das nicht mehr in Ordnung zu bringen war?
Die Gedanken wie kleine Strudel in ihrem Kopf, immer nur im Kreis, kein Weg nach oben mehr.
Nach der ersten, schrecklichen Nacht im Hort des Drachen, mit dem Geist der Spinne im Nacken, war sie wieder einmal davon gelaufen, heim.
Aber daheim war der anklagende Blick Fräulein Myriels allgegenwärtig.
Ganz zu schweigen von den Erinnerungen, dem Duft des Flieders, das Gewicht der Drachenaugen in ihrer Tasche.
Ein hastig hingekritzelter Zettel unter Fräulein Myriels Tür, die Stute, kaum trocken, wieder aus dem Stall geholt und weiter.. ohne Ziel und ohne Sinn.
Der Strand.. leer, verwaist und öde. Die Wegbeschreibung zerknüllt in ihren Fingern.
Sie wusste nicht mehr in wieviel Dörfern sie nach einer Rothaarigen gefragt hatte, nach dem Mann in ihrer Begleitung.
Nur das Fischerdorf, ja Selenus, der sie mit diesem widerlich-mitfühlenden Blick gemustert hatte.
Ja.. ein Fräulein Milya war bekannt im Dorf, aber wo sie zur Zeit ist.. nein, Fräulein Elli, ich kann ihr etwas ausrichten, ihr wisst doch, ich tus gern für Euch...
Wohin noch? Wie sollte sie Fräulein Myriel je wieder unter die Augen treten, wenn sie ihr Versprechen nicht halten könnte?
Und sich selbst, wenn...
Das Stolpern der Stute unterbrach ihre Gedanken, bevor sie sie zu Ende denken konnte.
Sie fuhr sich mit beiden Fäusten über die Augen, schüttelte energisch den Kopf. Gut.. sie _war_ müde, und sie wusste nicht mehr weiter.
Kein Grund die Stute zu Schanden zu reiten, sie war am allerwenigsten verantwortlich.
Schritt für Schritt, Fräulein Elli, das gerade Wichtigste zuerst.. klang leise die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. Ein kleines Auflächeln erhellte ihre müden Züge einen Moment.
Ja.. und das gerade Wichtigste war ein Stall, vielleicht mit viel Glück etwas Heu, und ein bisschen Stroh zum schlafen.
Wie fand man einen Menschen, von dem man im Grunde nichts weiß? Wie sollte man etwas in Ordnung bringen, das nicht mehr in Ordnung zu bringen war?
Die Gedanken wie kleine Strudel in ihrem Kopf, immer nur im Kreis, kein Weg nach oben mehr.
Nach der ersten, schrecklichen Nacht im Hort des Drachen, mit dem Geist der Spinne im Nacken, war sie wieder einmal davon gelaufen, heim.
Aber daheim war der anklagende Blick Fräulein Myriels allgegenwärtig.
Ganz zu schweigen von den Erinnerungen, dem Duft des Flieders, das Gewicht der Drachenaugen in ihrer Tasche.
Ein hastig hingekritzelter Zettel unter Fräulein Myriels Tür, die Stute, kaum trocken, wieder aus dem Stall geholt und weiter.. ohne Ziel und ohne Sinn.
Der Strand.. leer, verwaist und öde. Die Wegbeschreibung zerknüllt in ihren Fingern.
Sie wusste nicht mehr in wieviel Dörfern sie nach einer Rothaarigen gefragt hatte, nach dem Mann in ihrer Begleitung.
Nur das Fischerdorf, ja Selenus, der sie mit diesem widerlich-mitfühlenden Blick gemustert hatte.
Ja.. ein Fräulein Milya war bekannt im Dorf, aber wo sie zur Zeit ist.. nein, Fräulein Elli, ich kann ihr etwas ausrichten, ihr wisst doch, ich tus gern für Euch...
Wohin noch? Wie sollte sie Fräulein Myriel je wieder unter die Augen treten, wenn sie ihr Versprechen nicht halten könnte?
Und sich selbst, wenn...
Das Stolpern der Stute unterbrach ihre Gedanken, bevor sie sie zu Ende denken konnte.
Sie fuhr sich mit beiden Fäusten über die Augen, schüttelte energisch den Kopf. Gut.. sie _war_ müde, und sie wusste nicht mehr weiter.
Kein Grund die Stute zu Schanden zu reiten, sie war am allerwenigsten verantwortlich.
Schritt für Schritt, Fräulein Elli, das gerade Wichtigste zuerst.. klang leise die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. Ein kleines Auflächeln erhellte ihre müden Züge einen Moment.
Ja.. und das gerade Wichtigste war ein Stall, vielleicht mit viel Glück etwas Heu, und ein bisschen Stroh zum schlafen.
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Milya-Renyla Menuette
Sie zog lange durch die Wälder, erkundete diesen und jenen Winkel, doch vor allem galt es die Menschenansammlungen zu meiden. So wollte sie doch nicht riskieren auch nur einer bekannten Menschenseele über den Weg zu laufen. Und wo sonst würde es passieren, außer in Rahal, Varuna oder soagr dem Fischerdörfchen Bajard? Das gestrige Unwetter um sie herum war abgezogen und hinterließ lediglich noch einige dunkle Schleierwolken, die zögern versuchten die dezenten Sonnenstrahlen zu überdecken.
Auch der innere Sturm in Milya schwächte ab und hinterließ lediglich noch das Chaos der Vernichtung. Bewusst wurde ihr sehr wohl, dass es keine Eifersucht war die sie innerlich brodeln ließ. Genauso wenig war es due Vorstellung daran wie Therben die Schneiderin ihrer statt begehren würde. Nein. Vielmehr war es der Gedanken daran, dass sie nicht einmal wußte wie sich Eifersucht anfühlte und äußerte. Die Schneiderin zeigte ihre Krallen, fauchte spitze Bemerkungen in ihrer Gegenwart - war das eine Art dieses Gefühl gegenüber Mitmenschen auszudrücken? Zeitgleich sprach Ellinore Worte der Entschuldigung, so zog man sich also doch in das stille Kämmerlein zurück und verstecke die Eifersucht? Sie wusste es nicht, wollte es jedoch noch herausfinden.
Bedauerte sie es inzwischen diesen faszinierenden Mann missen zu müssen? Immerhin war erst ein Tag vergangen, doch waren es vierundzwanzig Stunden in denen sie sich vom Schicksal, dass sie stets aufeinander treffen ließ, abgewendet hatte. Aber nein, solle er nur in der Schneiderstube sitzen. Seine Aussage an der Mauer Rahals, die angeblich voller Ehrlichkeit gesprochen wurde, konnte sie so oder so nur wenig abgewinnen. Nie stritt er ab ein Charmeur zu sein, wohl sprach er diese schwerwiegenden Worte auch gegenüber der Schneiderin und möglicherweise noch mehr Menschen des weiblichen Geschlechts. So hoffte sie, er würde es wenigstens gegenüber Ellinore ernst meinen.
Einige Äste peitschten gegen ihre Oberarme und hinterließen rote Striemen auf der bloßen Haut. Es würde nicht mehr lange dauern und sie schreitet bei Abend durch das Stadttor Varunas, um dort nach an sie adressierten Nachrichten zu fragen. Möglicherweise meldet sich ja jemand, verlangt nach ihr und lässt das Gefühl der schwindenden Harmonie zumindest für einen Moment in den Hintergrund rücken.
[OOC: Siehe auch [url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=31954[/url]]
Auch der innere Sturm in Milya schwächte ab und hinterließ lediglich noch das Chaos der Vernichtung. Bewusst wurde ihr sehr wohl, dass es keine Eifersucht war die sie innerlich brodeln ließ. Genauso wenig war es due Vorstellung daran wie Therben die Schneiderin ihrer statt begehren würde. Nein. Vielmehr war es der Gedanken daran, dass sie nicht einmal wußte wie sich Eifersucht anfühlte und äußerte. Die Schneiderin zeigte ihre Krallen, fauchte spitze Bemerkungen in ihrer Gegenwart - war das eine Art dieses Gefühl gegenüber Mitmenschen auszudrücken? Zeitgleich sprach Ellinore Worte der Entschuldigung, so zog man sich also doch in das stille Kämmerlein zurück und verstecke die Eifersucht? Sie wusste es nicht, wollte es jedoch noch herausfinden.
Bedauerte sie es inzwischen diesen faszinierenden Mann missen zu müssen? Immerhin war erst ein Tag vergangen, doch waren es vierundzwanzig Stunden in denen sie sich vom Schicksal, dass sie stets aufeinander treffen ließ, abgewendet hatte. Aber nein, solle er nur in der Schneiderstube sitzen. Seine Aussage an der Mauer Rahals, die angeblich voller Ehrlichkeit gesprochen wurde, konnte sie so oder so nur wenig abgewinnen. Nie stritt er ab ein Charmeur zu sein, wohl sprach er diese schwerwiegenden Worte auch gegenüber der Schneiderin und möglicherweise noch mehr Menschen des weiblichen Geschlechts. So hoffte sie, er würde es wenigstens gegenüber Ellinore ernst meinen.
Einige Äste peitschten gegen ihre Oberarme und hinterließen rote Striemen auf der bloßen Haut. Es würde nicht mehr lange dauern und sie schreitet bei Abend durch das Stadttor Varunas, um dort nach an sie adressierten Nachrichten zu fragen. Möglicherweise meldet sich ja jemand, verlangt nach ihr und lässt das Gefühl der schwindenden Harmonie zumindest für einen Moment in den Hintergrund rücken.
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Zuletzt geändert von Milya-Renyla Menuette am Donnerstag 12. Juni 2008, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Ellinore Green
"Geh weiter! Verdammt, geh weiter, dreh dich nur nicht um! Und vor allem, geh langsam!" hämmerte die Stimme hart in ihrem Kopf.
Ja.. sie ging weiter, wenigstens das brachte sie fertig. Bis zur nächsten Wegbiegung..
Dann war es vorbei, sie sprang auf die Stute, trieb sie zum Äußersten, Schaumflocken flogen ihr ins Gesicht, das krampfartige Zucken der Muskeln des Tieres ignorierend, jagte sie Richtung Rahal.
Nach Hause, einfach nur nach Hause.
Was konnte dort schon noch passieren, noch mehr zum Narren machen konnte sie sich nicht.
Hatte sie ernsthaft gedacht, sie könnte Würde bewahren? Ach Fräulein Elli…Würde muss man haben, um sie zu bewahren.
Schlage keine Schlachten, die von vornherein verloren sind…
So weise, wenn man sich denn daran hielt.
Wenn sie nur nachgedacht hätte.., aber nein.. sie wollte es _in Ordnung_ bringen.. sich reinwaschen, wie Herr Therben so schön sagte.
Sie wusste ja, dass es nicht gehen würde, spätestens als Fräulein Myriel ihr sagte, dass er mit Fräulein Milya fortgegangen war, wusste sie es.
Fräulein Milya, die Spinne im Netz, deren eingesponnene Beute ihr heute sehr viel Belustigung verschaffen würde….
Warum hatte sie diese verdammte Tasche nicht wenigstens mitgenommen? Warum konnte sie nicht wenigstens mit Anstand verlieren?
Hätte.. sollte.. wenn.. warum..
So war sie nicht, eigentlich.. Dinge geschehen, sind nicht zu ändern und man musste sie nehmen. Also hör auf damit Fräulein Elli, reiß dich zusammen.
Bring es zu Ende, vergiss es und lern daraus.
Würde sie, sicher würde sie das, aber erst einmal musste das höhnische Gelächter verstummen, das ihr den Kopf füllte, ein Chor, harmonisch zusammengefügt, glockenhell, tief und voll.
Ja.. sie ging weiter, wenigstens das brachte sie fertig. Bis zur nächsten Wegbiegung..
Dann war es vorbei, sie sprang auf die Stute, trieb sie zum Äußersten, Schaumflocken flogen ihr ins Gesicht, das krampfartige Zucken der Muskeln des Tieres ignorierend, jagte sie Richtung Rahal.
Nach Hause, einfach nur nach Hause.
Was konnte dort schon noch passieren, noch mehr zum Narren machen konnte sie sich nicht.
Hatte sie ernsthaft gedacht, sie könnte Würde bewahren? Ach Fräulein Elli…Würde muss man haben, um sie zu bewahren.
Schlage keine Schlachten, die von vornherein verloren sind…
So weise, wenn man sich denn daran hielt.
Wenn sie nur nachgedacht hätte.., aber nein.. sie wollte es _in Ordnung_ bringen.. sich reinwaschen, wie Herr Therben so schön sagte.
Sie wusste ja, dass es nicht gehen würde, spätestens als Fräulein Myriel ihr sagte, dass er mit Fräulein Milya fortgegangen war, wusste sie es.
Fräulein Milya, die Spinne im Netz, deren eingesponnene Beute ihr heute sehr viel Belustigung verschaffen würde….
Warum hatte sie diese verdammte Tasche nicht wenigstens mitgenommen? Warum konnte sie nicht wenigstens mit Anstand verlieren?
Hätte.. sollte.. wenn.. warum..
So war sie nicht, eigentlich.. Dinge geschehen, sind nicht zu ändern und man musste sie nehmen. Also hör auf damit Fräulein Elli, reiß dich zusammen.
Bring es zu Ende, vergiss es und lern daraus.
Würde sie, sicher würde sie das, aber erst einmal musste das höhnische Gelächter verstummen, das ihr den Kopf füllte, ein Chor, harmonisch zusammengefügt, glockenhell, tief und voll.
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Therben Masard
Es war die zweite Ladung Bretter, die ich in einem Karren mit provisorischen Gurten über meinen Schultern hinter mir her zog, als die Stute nur knapp vor mir gezügelt wurde und ich ins Straucheln kam, weil ich einen Satz zur Seite machen wollte, die Gurte mich aber auf der Stelle hielten.
Ich sah zur Reiterin und erkannte.. Fräulein Ellinore. Ihre ersten Worte waren, dass sie sich nicht für etwas entschuldigen würde, was ohnehin nicht verzeihlich wäre. Dies zu entscheiden hätte sie vielleicht mir überlassen können?
Nein, das konnte sie nicht. Ich hätte gern gelächelt, aber mit jedem weiteren Satz gefror es, noch ehe es überhaupt den Weg auf meine Lippen finden konnte.
Schlagartig begriff ich, weshalb sie überhaupt nach mir gesucht hatte. Dem Fräulein Myriel versprochen, dafür Sorge zu tragen, dass ich den Stand am Markttag übernehmen würde.
Ich könne Fräulein Myriel schließlich nicht dafür leiden lassen.
Aber gewiß nicht Fräulein Ellinore.. vielleicht einen Tisch außerhalb der Marktstände? Weit genug, dass es genehm wäre?
Ich lehnte das Angebot dankend ab und versicherte, dass Fräulein Myriel mitnichten leiden würde.
Der Inhalt des Beutels, den sie fallen ließ, ehe sie sich abwandte, sollte mir später sehr deutlich Aufschluß darüber geben, dass Frauen einfach nicht zu verstehen sind.
Und sollte auch nur ein Mann mir Gegenteiliges sagen, so würden wir uns im Grase rollen, oder ich würde darum betteln, bei ihm Unterricht nehmen zu dürfen!
Ich war am Ende dankbar dafür, dass das Schicksal mir nicht wieder beide Frauen an einem Abend bescherte, wo es doch in den letzten Tagen Vergnügen daran zu finden schien, mich verwirrt zu sehen.
Die halbe Nacht verbrachte ich im Schein von Laternen damit den Fußboden auszubessern und jeder Nagel, der sich mit Hilfe des Hammers, ins Holz bohrte wurde von einem Fluch begleitet, in dem Versuch die Gesichter der beiden Frauen mir förmlich aus dem Kopf zu schlagen.
Ich sah zur Reiterin und erkannte.. Fräulein Ellinore. Ihre ersten Worte waren, dass sie sich nicht für etwas entschuldigen würde, was ohnehin nicht verzeihlich wäre. Dies zu entscheiden hätte sie vielleicht mir überlassen können?
Nein, das konnte sie nicht. Ich hätte gern gelächelt, aber mit jedem weiteren Satz gefror es, noch ehe es überhaupt den Weg auf meine Lippen finden konnte.
Schlagartig begriff ich, weshalb sie überhaupt nach mir gesucht hatte. Dem Fräulein Myriel versprochen, dafür Sorge zu tragen, dass ich den Stand am Markttag übernehmen würde.
Ich könne Fräulein Myriel schließlich nicht dafür leiden lassen.
Aber gewiß nicht Fräulein Ellinore.. vielleicht einen Tisch außerhalb der Marktstände? Weit genug, dass es genehm wäre?
Ich lehnte das Angebot dankend ab und versicherte, dass Fräulein Myriel mitnichten leiden würde.
Der Inhalt des Beutels, den sie fallen ließ, ehe sie sich abwandte, sollte mir später sehr deutlich Aufschluß darüber geben, dass Frauen einfach nicht zu verstehen sind.
Und sollte auch nur ein Mann mir Gegenteiliges sagen, so würden wir uns im Grase rollen, oder ich würde darum betteln, bei ihm Unterricht nehmen zu dürfen!
Ich war am Ende dankbar dafür, dass das Schicksal mir nicht wieder beide Frauen an einem Abend bescherte, wo es doch in den letzten Tagen Vergnügen daran zu finden schien, mich verwirrt zu sehen.
Die halbe Nacht verbrachte ich im Schein von Laternen damit den Fußboden auszubessern und jeder Nagel, der sich mit Hilfe des Hammers, ins Holz bohrte wurde von einem Fluch begleitet, in dem Versuch die Gesichter der beiden Frauen mir förmlich aus dem Kopf zu schlagen.
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Therben Masard
Hatte ich auch den folgenden Tag damit verbracht Bretter zu besorgen und damit die Wände auszubessern, wollten die beiden Frauen mir nicht aus dem Sinn gehen. Beinahe lästig schoben sie sich in meine Gedankengänge, während ich Maß nahm, zurecht sägte, Nägel einschlug, mich abzulenken und zu.. vergessen.
Meinte es das Schicksal nun gut mit mir, dass Fräulein Ellinore mich fand und mich bat zurück zu kommen? Oder mit dem Umstand, dass ich Fräulein Milya förmlich in die Arme lief und sie sich gar freute, mich zu sehen?
Ich hatte natürlich zwischenzeitlich keinen Herrn getroffen, der mich aufklären konnte, wie Frauen ticken, als wären sie kaputte Uhrwerke, mal zu schnell, wie die Zeiger sich drehend, mal zu langsam, mal stehen bleibend, während man gezwungen ist sie anzustarren mit der wortlosen Bitte, sie mögen wieder normal gehen und das tun, wozu sie da sind: Die richtige Zeit anzuzeigen!
Zwei Frauen, zwei reine, unschuldige Seelen, die mich in Bann geschlagen hatten. Eine jede auf ihre Weise.
Fräulein Ellinore, die in ihrem Empfinden bereit war sich zu stellen... ihren kleinen, aber liebenswerten Fehlern, nicht wie ein Schwan vertrauend gemächlich auf dem Wasser gleitend, sondern einer Löwenmutter gleich, die ihre Jungen verteidigen möchte.
Fräulein Milya, die neugierig durch die Welt blickte und mehr wissen wollte über das, was über freundschaftliche Zuneigung hinaus geht und meine Erzählungen hierüber wie ein trockener Schwamm aufsog. Wichtig schien ihr vor allem erfahren zu wollen, wie man einem anderen Menschen zeigt, dass man mehr Nähe zu ihm aufbauen möchte.
Ich erinnere mich als Beispiele hierfür Gedichte und kleine Geschenke angeführt zu haben, Geschenke die nicht unbedingt wertvoll sein müssen, es täten auch Blumen.
Es war mir zuweilen unangenehm darüber zu sprechen und bei so mancher Frage, oder meiner ungeschickten Antwort hatte ich mir gewünscht, sie hätte eine erfahrene Frau gefragt, statt mich. Ihre unschuldige Art zu fragen jedoch und der neugierige Blick ließen mich antworten, bis ich nichts mehr darüber zu sagen wußte. Ich hatte auch keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sich gewiß jeder Mann eine Frau wie sie an seiner Seite wünschen würde.. jeder Mann, der kein Fräulein Ellinore an seiner Seite wußte... wenngleich ihre unbedarfte Art mit mir umzugehen mir auch ein- zweimal den Atem raubte und das Blut dort stauen ließ, wo ich es gerade nicht gebrauchen konnte.
Der hängen gebliebene Grashalm an meinem Hals und die Grasflecken an meiner Kleidung ließen Fräulein Ellinore Maß an mir nehmen... allerdings nicht für neue Kleidung.
Ich ertrug Spott und Spitzen in dem Wissen, dass nichts geschehen war, was dies gerechtfertigt hätte. War doch keine schickliche Grenze übertreten worden?
Viel später, mit dem Wissen, am Ende beiden Frauen zu ihrem Lachen zurück verholfen zu haben, begab ich mich durchaus zufrieden zur Herberge, um in den Genuß zu kommen in einem Bett nächtigen zu können. Vielleicht war ich ja weniger Esel und Holzkopf, als mir nachgesagt wurde?
Als ich die Herberge am nächsten Tag verlassen wollte, baute sich der Knabe vor mir auf.
Sein breites „zahnlückiges“ Lächeln ließ mich schmunzeln. Ich nahm ihm den Brief ab und starrte dann auf die feuerrote Locke, die sich um meinen Finger ringelte, als ich auch sie ihm abnahm. „So so.. die hübsche Frau wollte ihren Namen nicht nennen? Dann will ich mal überlegen, wie viele hübsche Frauen ich mit derart rotem Haar kenne.. ich fürchte, Ihr werdet auf Euren Besuch in der Schenke verzichten müssen, bis es mir eingefallen ist.“ Scherzte ich und er lachte.
Ich öffnete das Schreiben und las Zeile für Zeile. Ein seltsames Gefühl braute sich in meiner Magengrube zusammen, eine Mischung aus Freude und flauer Unsicherheit.
Dies war eindeutig ein Gedicht.. und ein kleines Geschenk, daran gab es nichts zu rütteln.
„Es klingt nach einer schönen Sache, das ist wahr.. doch.. wie merkt man, dass sowohl man selber als auch die oder der Begehrte bemerkt, was man selber im Inneren seiner selbst spürt?“
„Man selber.. Fräulein Milya.. sehnt sich nach dem Menschen, der einem so nahe steht.. und wenn man ihn dann sieht.. dann ist es als wenn das Herz einen Sprung macht.. oder für den Moment aussetzt.
Ein merkwürdiges Gefühl im Bauch verspürt man ebenfalls. Als würde etwas drin sitzen und mit den Flügeln schlagen. Und bei dem anderen.. merkt man es an Blicken.. einem Lächeln.. vielleicht einem Geschenk... eine Blume zu einem Gedicht vielleicht.“
Ich sah auf die um meinen Finger geringelte Locke und atmete durch. Nein, das konnte ja nicht sein. Schließlich hatte sie ihre Freude darüber ausgedrückt, dass die Mißverständnisse zwischen Fräulein Elli und mir ausgeräumt waren.
Also eindeutig ein Geschenk aus freundschaftlicher Zuneigung.
Und nein, ich wollte nicht wissen, wie Fräulein Elli darüber denken würde.
Ich sah zum Knaben, der ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat und mich nun nicht mehr anlächelte, sondern auffordernd anblickte. Ich schickte ihn mit ein paar Münzen auf einen Krug Wein fort, um ihm bei seiner Rückkehr einen ebenfalls schlichten Brief in die Hand zu drücken, nebst einer kleinen, aus Holz geschnitzten Flöte.
Was man trifft, das weiß man nicht,
es mag das Schicksal fügen.
Ists guter Mensch, oder ists ein Wicht?
Ists Letzteres, muß man das Schicksal rügen.
Doch treffen sich zwei Menschen gute,
sie werden es wohl hören:
Erklingt im Hintergrund die Flute
könn‘ Freundschaft sie sich schwören.
Drehen sich im Kreise,
zur Flute laut, mal leise,
in Zuneigung sich neigend,
im Tanze hehrer schweigend.
Meinte es das Schicksal nun gut mit mir, dass Fräulein Ellinore mich fand und mich bat zurück zu kommen? Oder mit dem Umstand, dass ich Fräulein Milya förmlich in die Arme lief und sie sich gar freute, mich zu sehen?
Ich hatte natürlich zwischenzeitlich keinen Herrn getroffen, der mich aufklären konnte, wie Frauen ticken, als wären sie kaputte Uhrwerke, mal zu schnell, wie die Zeiger sich drehend, mal zu langsam, mal stehen bleibend, während man gezwungen ist sie anzustarren mit der wortlosen Bitte, sie mögen wieder normal gehen und das tun, wozu sie da sind: Die richtige Zeit anzuzeigen!
Zwei Frauen, zwei reine, unschuldige Seelen, die mich in Bann geschlagen hatten. Eine jede auf ihre Weise.
Fräulein Ellinore, die in ihrem Empfinden bereit war sich zu stellen... ihren kleinen, aber liebenswerten Fehlern, nicht wie ein Schwan vertrauend gemächlich auf dem Wasser gleitend, sondern einer Löwenmutter gleich, die ihre Jungen verteidigen möchte.
Fräulein Milya, die neugierig durch die Welt blickte und mehr wissen wollte über das, was über freundschaftliche Zuneigung hinaus geht und meine Erzählungen hierüber wie ein trockener Schwamm aufsog. Wichtig schien ihr vor allem erfahren zu wollen, wie man einem anderen Menschen zeigt, dass man mehr Nähe zu ihm aufbauen möchte.
Ich erinnere mich als Beispiele hierfür Gedichte und kleine Geschenke angeführt zu haben, Geschenke die nicht unbedingt wertvoll sein müssen, es täten auch Blumen.
Es war mir zuweilen unangenehm darüber zu sprechen und bei so mancher Frage, oder meiner ungeschickten Antwort hatte ich mir gewünscht, sie hätte eine erfahrene Frau gefragt, statt mich. Ihre unschuldige Art zu fragen jedoch und der neugierige Blick ließen mich antworten, bis ich nichts mehr darüber zu sagen wußte. Ich hatte auch keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sich gewiß jeder Mann eine Frau wie sie an seiner Seite wünschen würde.. jeder Mann, der kein Fräulein Ellinore an seiner Seite wußte... wenngleich ihre unbedarfte Art mit mir umzugehen mir auch ein- zweimal den Atem raubte und das Blut dort stauen ließ, wo ich es gerade nicht gebrauchen konnte.
Der hängen gebliebene Grashalm an meinem Hals und die Grasflecken an meiner Kleidung ließen Fräulein Ellinore Maß an mir nehmen... allerdings nicht für neue Kleidung.
Ich ertrug Spott und Spitzen in dem Wissen, dass nichts geschehen war, was dies gerechtfertigt hätte. War doch keine schickliche Grenze übertreten worden?
Viel später, mit dem Wissen, am Ende beiden Frauen zu ihrem Lachen zurück verholfen zu haben, begab ich mich durchaus zufrieden zur Herberge, um in den Genuß zu kommen in einem Bett nächtigen zu können. Vielleicht war ich ja weniger Esel und Holzkopf, als mir nachgesagt wurde?
Als ich die Herberge am nächsten Tag verlassen wollte, baute sich der Knabe vor mir auf.
Sein breites „zahnlückiges“ Lächeln ließ mich schmunzeln. Ich nahm ihm den Brief ab und starrte dann auf die feuerrote Locke, die sich um meinen Finger ringelte, als ich auch sie ihm abnahm. „So so.. die hübsche Frau wollte ihren Namen nicht nennen? Dann will ich mal überlegen, wie viele hübsche Frauen ich mit derart rotem Haar kenne.. ich fürchte, Ihr werdet auf Euren Besuch in der Schenke verzichten müssen, bis es mir eingefallen ist.“ Scherzte ich und er lachte.
Ich öffnete das Schreiben und las Zeile für Zeile. Ein seltsames Gefühl braute sich in meiner Magengrube zusammen, eine Mischung aus Freude und flauer Unsicherheit.
Dies war eindeutig ein Gedicht.. und ein kleines Geschenk, daran gab es nichts zu rütteln.
„Es klingt nach einer schönen Sache, das ist wahr.. doch.. wie merkt man, dass sowohl man selber als auch die oder der Begehrte bemerkt, was man selber im Inneren seiner selbst spürt?“
„Man selber.. Fräulein Milya.. sehnt sich nach dem Menschen, der einem so nahe steht.. und wenn man ihn dann sieht.. dann ist es als wenn das Herz einen Sprung macht.. oder für den Moment aussetzt.
Ein merkwürdiges Gefühl im Bauch verspürt man ebenfalls. Als würde etwas drin sitzen und mit den Flügeln schlagen. Und bei dem anderen.. merkt man es an Blicken.. einem Lächeln.. vielleicht einem Geschenk... eine Blume zu einem Gedicht vielleicht.“
Ich sah auf die um meinen Finger geringelte Locke und atmete durch. Nein, das konnte ja nicht sein. Schließlich hatte sie ihre Freude darüber ausgedrückt, dass die Mißverständnisse zwischen Fräulein Elli und mir ausgeräumt waren.
Also eindeutig ein Geschenk aus freundschaftlicher Zuneigung.
Und nein, ich wollte nicht wissen, wie Fräulein Elli darüber denken würde.
Ich sah zum Knaben, der ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat und mich nun nicht mehr anlächelte, sondern auffordernd anblickte. Ich schickte ihn mit ein paar Münzen auf einen Krug Wein fort, um ihm bei seiner Rückkehr einen ebenfalls schlichten Brief in die Hand zu drücken, nebst einer kleinen, aus Holz geschnitzten Flöte.
Was man trifft, das weiß man nicht,
es mag das Schicksal fügen.
Ists guter Mensch, oder ists ein Wicht?
Ists Letzteres, muß man das Schicksal rügen.
Doch treffen sich zwei Menschen gute,
sie werden es wohl hören:
Erklingt im Hintergrund die Flute
könn‘ Freundschaft sie sich schwören.
Drehen sich im Kreise,
zur Flute laut, mal leise,
in Zuneigung sich neigend,
im Tanze hehrer schweigend.
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Milya-Renyla Menuette
Mit einer Hand schirmte ich meine Augen vor der aufgehenden Sonne ab. Es war endlich einmal wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang. Alle Dächer Berchgards wurden in ein harmonisches Rot getaucht und schienen sich regelrecht der herannahenden Wärme entgegen zu strecken. Mein Gewicht verlagerte sich gänzlich auf den leicht schimmernden, schwarzen Stab während ich versuchte die Locken ein weiteres Mal in einen lockeren Zopf zu zwingen. Wie lange nur hatte ich derlei Moment nicht mehr genießen können? Wie lange hingen meine Gedanken hier und dort, doch nicht an jenen Dingen die von Belang für mich waren? Ich wagte es nicht die Tage zu zählen: Es war zu lange.
Das Klimpern meiner silbernen Glöckchen kündigte mich bereits bei den ersten, wachen Handwerkern an. Freudig streckten sie ihre Hände in die Höhe, verbeugten sich höflich oder pfiffen mir nach um nach Aufmerksamkeit zu haschen.
"Ich bin Frei - von den Schatten dieser Welt.
Endlich frei - von der Fessel die mich hält.
Und ich spür die große Kraft,
wenn der neue Tag erwacht." (Schandmaul - Frei)
Endlich federten meine Füße wieder, trugen mich wie auf Schwingen durch das Land. Endlich spürte ich wieder den leichten Wind, der mein Gesicht umspielte. Abundzu hob auch ich meine Hand in die Höhe, oder reckte gar den Stab grüßend ein Stück empor. Doch die meiste Zeit, galt mein Hauptaugenmerk dem Himmel. Nur wenige weiße Schönwetterwolken, getränkt von dem Rot der aufgehenden Morgensonne, durchbrachen das Blau.
Wie nur konnte ich mir einbilden Therben würde mir etwas lernen können? Mit jedem weiteren Schritt wurde mir klarer und klarer, in was ich mich dort einst verlaufen hatte. Intrigen. Seine einstigen Worten klangen nach dem letzten, klärenden Gespräch in meinen Ohren nur mehr wie Heuchelei. Nein, nur mehr die Freude über seine wohl liebende Beziehung zu Frau Green kam mir in den Sinn wenn ich die Silben seines Namens über meine Lippen perlen ließ: Ther..ben.
"So lauf ich weiter, lauf ich so schnell wie der Wind,
bis Frieden ich find.
Und so lauf ich weiter, suche nach jenem Ort,
wo ich verweil." (Schandmaul - Frei)
Ich verstand, dass Dinge welche die Gefühlswelt zwischen Mann und Frau betrafen nicht in mein Wissensgebiet gehören sollten. Ich begriff, dass meine Neugierde zu viel zerstören konnte. Wie nur kam ich auf den Gedanken er würde mir lehren zu verstehen? Mit einem unbekümmerten Schulterzucken bahnte ich mir meinen weiteren Weg durch Berchgard, mein Füße trugen mich. Sie trugen mich wohin sie wollten, und so kam es dass ich ein weiteres Mal die kleine Bretterhütte im Gehölz der Minenstadt erreichte. Zufall?
Einmal mehr zog der große Marionettenspieler an den dünnen Bindfädchen, um meine Finger in Richtung der hölzernen Flöte zu zwingen. Ther..ben. Ein Geschenk der Freundlichkeit. Ein Geschenk aus reiner Höflichkeit. Ein Geschenk welches die Manieren aufzeigen sollte. Natürlich, und so spielte ich. Ich spielte so lange, bis meine Lungenflügel schier ineinander fielen und keinen weiteren Atemzug zu ließen. Melodisch, wie auch fröhlich klang die Melodie aus dem Klangkörper in meinen Händen. Dann sackte ich in das Moosgeflecht, nahm den Geruch auf und sah -
Ther..ben. Wie nur konnte ich je?
Das Klimpern meiner silbernen Glöckchen kündigte mich bereits bei den ersten, wachen Handwerkern an. Freudig streckten sie ihre Hände in die Höhe, verbeugten sich höflich oder pfiffen mir nach um nach Aufmerksamkeit zu haschen.
"Ich bin Frei - von den Schatten dieser Welt.
Endlich frei - von der Fessel die mich hält.
Und ich spür die große Kraft,
wenn der neue Tag erwacht." (Schandmaul - Frei)
Endlich federten meine Füße wieder, trugen mich wie auf Schwingen durch das Land. Endlich spürte ich wieder den leichten Wind, der mein Gesicht umspielte. Abundzu hob auch ich meine Hand in die Höhe, oder reckte gar den Stab grüßend ein Stück empor. Doch die meiste Zeit, galt mein Hauptaugenmerk dem Himmel. Nur wenige weiße Schönwetterwolken, getränkt von dem Rot der aufgehenden Morgensonne, durchbrachen das Blau.
Wie nur konnte ich mir einbilden Therben würde mir etwas lernen können? Mit jedem weiteren Schritt wurde mir klarer und klarer, in was ich mich dort einst verlaufen hatte. Intrigen. Seine einstigen Worten klangen nach dem letzten, klärenden Gespräch in meinen Ohren nur mehr wie Heuchelei. Nein, nur mehr die Freude über seine wohl liebende Beziehung zu Frau Green kam mir in den Sinn wenn ich die Silben seines Namens über meine Lippen perlen ließ: Ther..ben.
"So lauf ich weiter, lauf ich so schnell wie der Wind,
bis Frieden ich find.
Und so lauf ich weiter, suche nach jenem Ort,
wo ich verweil." (Schandmaul - Frei)
Ich verstand, dass Dinge welche die Gefühlswelt zwischen Mann und Frau betrafen nicht in mein Wissensgebiet gehören sollten. Ich begriff, dass meine Neugierde zu viel zerstören konnte. Wie nur kam ich auf den Gedanken er würde mir lehren zu verstehen? Mit einem unbekümmerten Schulterzucken bahnte ich mir meinen weiteren Weg durch Berchgard, mein Füße trugen mich. Sie trugen mich wohin sie wollten, und so kam es dass ich ein weiteres Mal die kleine Bretterhütte im Gehölz der Minenstadt erreichte. Zufall?
Einmal mehr zog der große Marionettenspieler an den dünnen Bindfädchen, um meine Finger in Richtung der hölzernen Flöte zu zwingen. Ther..ben. Ein Geschenk der Freundlichkeit. Ein Geschenk aus reiner Höflichkeit. Ein Geschenk welches die Manieren aufzeigen sollte. Natürlich, und so spielte ich. Ich spielte so lange, bis meine Lungenflügel schier ineinander fielen und keinen weiteren Atemzug zu ließen. Melodisch, wie auch fröhlich klang die Melodie aus dem Klangkörper in meinen Händen. Dann sackte ich in das Moosgeflecht, nahm den Geruch auf und sah -
Ther..ben. Wie nur konnte ich je?
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Therben Masard
Unberührte Seelen.. und wie könnte ich der sein, der es wagt beide anzutasten?
Keine wollte ich verletzen.
„Ihr müßt Euren Frieden machen mit Fräulein Milya Therben, sonst werdet Ihr mir nie verzeihen.“
Wozu? Sie war gegangen am Ende, es schien alles gesagt. Ich hatte gewarnt. Frauen wollen Ehrlichkeit, jedoch nur, um sie einem anschließend um die Ohren zu hauen, um in jedem Fitzel der verlangten Ehrlichkeit herum zu bohren, bis man sich selbst kaum mehr sicher war, was wahr war und was nicht. Halbe Sätze, Andeutungen, die verschlungenen Wege der Weiblichkeit zu spielen, bis zu ihren Ausbrüchen. Gefühl. Zuneigung, Zorn, Neugier, Begehren, Trauer. In kürzester Zeit kann ein Mann all das bei einer Frau hervorlocken, ohne zu wissen, warum gerade jetzt das eine oder andere an der Reihe ist.
Oh nein. Sie wollen im Grunde nicht wissen, was wahr ist. Sie wollen träumen.. ihren Traum und wenn Mann bereit ist, eine Prise dazu zu tun, dann darf er ein wenig mit träumen.
Die eine träumte vom Drachentöter und ich hatte Phantasie genug, um ihr ein wenig davon zu geben. Entführte sie an Orte, die kein anderer Mensch je betreten würde.. nicht so wie wir.
Bezaubert ließ sie sich entführen, in eine Welt, die sonst nur Kinderaugen strahlen ließen und ich konnte nicht umhin, mit zu strahlen.
Die andere träumte von Erfüllung mit ungestillter Neugier zu erfahren, wie es wohl ist, dieses Gefühl. Dieses Gefühl, welches mit Worten nur schlecht zu beschreiben ist.
Und wie sollte ausgerechnet ich ihr erklären, dass es Unterschiede gibt, zwischen dem einen Kribbeln im Bauch und dem anderen, wo es sich doch so gleich anfühlte?
Ein altes Gedicht kam mir in den Sinn.
Ohren -
lauschen wie die einer Elfe...
deine sich nähernden Schritte vernehmend,
das kribbelnde Gefühl im Bauch -
Herzklopfen
Augen –
wie Samt...
streicheln deinen Blick...
nur einen Moment...
und schon vorbei –
Verlegenheit
Hände –
die nach dir tasten wollen...
mehr noch
dich streicheln und liebkosen...
bleiben gefaltet...
Mutlos
Körper –
jede flüchtige Berührung von dir...
in sich aufnimmt,
ihn in einen rauschenden Taumel
der Gefühle stürzt –
Begehren
Seele –
gefangen in Verwirrung
und Befürchtung...
sich dennoch nach Erlösung sehnt...
durch dich –
Sehnsucht
Beide würden diese Worte nicht von mir vernehmen.
Keine wollte ich verletzen.
„Ihr müßt Euren Frieden machen mit Fräulein Milya Therben, sonst werdet Ihr mir nie verzeihen.“
Wozu? Sie war gegangen am Ende, es schien alles gesagt. Ich hatte gewarnt. Frauen wollen Ehrlichkeit, jedoch nur, um sie einem anschließend um die Ohren zu hauen, um in jedem Fitzel der verlangten Ehrlichkeit herum zu bohren, bis man sich selbst kaum mehr sicher war, was wahr war und was nicht. Halbe Sätze, Andeutungen, die verschlungenen Wege der Weiblichkeit zu spielen, bis zu ihren Ausbrüchen. Gefühl. Zuneigung, Zorn, Neugier, Begehren, Trauer. In kürzester Zeit kann ein Mann all das bei einer Frau hervorlocken, ohne zu wissen, warum gerade jetzt das eine oder andere an der Reihe ist.
Oh nein. Sie wollen im Grunde nicht wissen, was wahr ist. Sie wollen träumen.. ihren Traum und wenn Mann bereit ist, eine Prise dazu zu tun, dann darf er ein wenig mit träumen.
Die eine träumte vom Drachentöter und ich hatte Phantasie genug, um ihr ein wenig davon zu geben. Entführte sie an Orte, die kein anderer Mensch je betreten würde.. nicht so wie wir.
Bezaubert ließ sie sich entführen, in eine Welt, die sonst nur Kinderaugen strahlen ließen und ich konnte nicht umhin, mit zu strahlen.
Die andere träumte von Erfüllung mit ungestillter Neugier zu erfahren, wie es wohl ist, dieses Gefühl. Dieses Gefühl, welches mit Worten nur schlecht zu beschreiben ist.
Und wie sollte ausgerechnet ich ihr erklären, dass es Unterschiede gibt, zwischen dem einen Kribbeln im Bauch und dem anderen, wo es sich doch so gleich anfühlte?
Ein altes Gedicht kam mir in den Sinn.
Ohren -
lauschen wie die einer Elfe...
deine sich nähernden Schritte vernehmend,
das kribbelnde Gefühl im Bauch -
Herzklopfen
Augen –
wie Samt...
streicheln deinen Blick...
nur einen Moment...
und schon vorbei –
Verlegenheit
Hände –
die nach dir tasten wollen...
mehr noch
dich streicheln und liebkosen...
bleiben gefaltet...
Mutlos
Körper –
jede flüchtige Berührung von dir...
in sich aufnimmt,
ihn in einen rauschenden Taumel
der Gefühle stürzt –
Begehren
Seele –
gefangen in Verwirrung
und Befürchtung...
sich dennoch nach Erlösung sehnt...
durch dich –
Sehnsucht
Beide würden diese Worte nicht von mir vernehmen.
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Therben Masard
Ihre Augen wie das Meer, wenn die Sonne es blau glitzern läßt. Ihre Lippen so süß wie Honig. Ihre Hände weich wie Samt. Ihr Lachen wie das Klingen kleiner Glöckchen wie jene am Tuch der rothaarigen Versuchung. Jedoch war nicht sie es, mit der ich mehr und mehr Zeit verbracht hatte und mich auf etwas einließ, was mir bisher gänzlich unbekannt geblieben war: Mein Herz zu schenken, zu all dem anderen was ich zu geben habe.
All die Jahre der Reisen, in jedem Hafen warteten hübsche Töchter, die mich bereitwillig einluden bei ihnen vor Anker zu gehen und deren Mütter im schlimmsten Fall mich am nächsten Morgen mit dem Besen aus dem Haus kehrten, weil ich die Zeit vergaß.
Ich war der Monate langen Reisen müde.
Je mehr Zeit ich mit dem Fräulein verbrachte um so deutlicher wurde mir, dass das Gefühl purer Anziehung sich mit dem vermischte, bleiben zu wollen. Ebenso offensichtlich wurde, dass das Fräulein ähnliche Gefühle hegte, wenngleich es eine Ewigkeit brauchte, bis wir es uns eingestanden.
Immer mehr verblaßte dabei die Erinnerung an die von feuerrotem Haar umrahmten grünen Augen der anziehenden Tänzerin, vermutlich auch dem Umstand geschuldet, dass wir uns geraume Zeit nicht sahen, nach dem Gespräch am See und an gerade dieses wollte ich mich auch nicht erinnern.
Aus anfänglichem Abtasten, mißtrauischem Beäugen und mißverständlichen Begebenheiten, wuchs also die Gewißheit, dass sich hier zwei Menschen gefunden haben, die sich bereit fühlen, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Allerdings sollte sich dies nicht einfach gestalten, sie, wie ich, elternlos. Eine fest ein zu gehende Verbindung jedoch verlangt zumindest für die Frau einen Vormund für anstehende Muntschatzverhandlungen. Ich kannte hier niemanden gut genug und sie wollte dies nicht in irgend jemandes Hände legen.
Ich muß mir meine entgleisten Gesichtszüge wohl eingestehen, nachdem sie mir die Person ihrer Wahl nannte. Jene mochte zuweilen trocken in ihren Äußerungen wie ein Kerl sein, aber bei genauem Hinsehen war sie definitiv keiner! Und schon gar nicht weist sie das Alter auf, welches ihr den nötigen, respektvollen Ernst glaubhaft verleiht für eine solche an zu gehende Sache?!
Was sie aber unbestreitbar aufweist, sind.. Haare auf den Zähnen und sie wird mich auf den Kopf stellen, bis auch die letzte verdammte Münze meiner Ersparnisse den Besitzer gewechselt haben wird.
Ist es das wert? Unwillkürlich hält die Erinnerung an leidenschaftliche Küsse Einkehr und die dabei gestellte Frage: „Habt Ihr Euch das gut überlegt Therben?“ und ich muß bejahen und verneinen. Ja, ich will und nein, ich habe nicht überlegt. Auf welche Art von Fragen Weibsbilder in bestimmten Situationen kommen. Und warum bei allen Göttern fragen sie überhaupt?
Es dient vermutlich nur zu ihrer eigenen Belustigung, uns in Verlegenheiten zu bringen, auf dass wir stammeln wie hirnlose Affen und uns danach auch noch für das Gestammel rechtfertigen und entschuldigen müssen. So muß es wohl sein.
Da waren sie meine nächsten beiden Aufträge:
Ein Verhandlungsgespräch führen, welches ich im Vorfeld schon als verloren betrachten durfte..
und..
dem Glöckchen tragenden, unwissenden Raubtier erklären, weshalb es Unterschiede zwischen Anziehung und Anziehung gibt und wie sie sich äußert... eine weitere hervorragende Gelegenheit für mich, mich als Affe zu präsentieren, denn auch uns ließ das Schicksal nicht so einfach aneinander vorbei gehen.
All die Jahre der Reisen, in jedem Hafen warteten hübsche Töchter, die mich bereitwillig einluden bei ihnen vor Anker zu gehen und deren Mütter im schlimmsten Fall mich am nächsten Morgen mit dem Besen aus dem Haus kehrten, weil ich die Zeit vergaß.
Ich war der Monate langen Reisen müde.
Je mehr Zeit ich mit dem Fräulein verbrachte um so deutlicher wurde mir, dass das Gefühl purer Anziehung sich mit dem vermischte, bleiben zu wollen. Ebenso offensichtlich wurde, dass das Fräulein ähnliche Gefühle hegte, wenngleich es eine Ewigkeit brauchte, bis wir es uns eingestanden.
Immer mehr verblaßte dabei die Erinnerung an die von feuerrotem Haar umrahmten grünen Augen der anziehenden Tänzerin, vermutlich auch dem Umstand geschuldet, dass wir uns geraume Zeit nicht sahen, nach dem Gespräch am See und an gerade dieses wollte ich mich auch nicht erinnern.
Aus anfänglichem Abtasten, mißtrauischem Beäugen und mißverständlichen Begebenheiten, wuchs also die Gewißheit, dass sich hier zwei Menschen gefunden haben, die sich bereit fühlen, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Allerdings sollte sich dies nicht einfach gestalten, sie, wie ich, elternlos. Eine fest ein zu gehende Verbindung jedoch verlangt zumindest für die Frau einen Vormund für anstehende Muntschatzverhandlungen. Ich kannte hier niemanden gut genug und sie wollte dies nicht in irgend jemandes Hände legen.
Ich muß mir meine entgleisten Gesichtszüge wohl eingestehen, nachdem sie mir die Person ihrer Wahl nannte. Jene mochte zuweilen trocken in ihren Äußerungen wie ein Kerl sein, aber bei genauem Hinsehen war sie definitiv keiner! Und schon gar nicht weist sie das Alter auf, welches ihr den nötigen, respektvollen Ernst glaubhaft verleiht für eine solche an zu gehende Sache?!
Was sie aber unbestreitbar aufweist, sind.. Haare auf den Zähnen und sie wird mich auf den Kopf stellen, bis auch die letzte verdammte Münze meiner Ersparnisse den Besitzer gewechselt haben wird.
Ist es das wert? Unwillkürlich hält die Erinnerung an leidenschaftliche Küsse Einkehr und die dabei gestellte Frage: „Habt Ihr Euch das gut überlegt Therben?“ und ich muß bejahen und verneinen. Ja, ich will und nein, ich habe nicht überlegt. Auf welche Art von Fragen Weibsbilder in bestimmten Situationen kommen. Und warum bei allen Göttern fragen sie überhaupt?
Es dient vermutlich nur zu ihrer eigenen Belustigung, uns in Verlegenheiten zu bringen, auf dass wir stammeln wie hirnlose Affen und uns danach auch noch für das Gestammel rechtfertigen und entschuldigen müssen. So muß es wohl sein.
Da waren sie meine nächsten beiden Aufträge:
Ein Verhandlungsgespräch führen, welches ich im Vorfeld schon als verloren betrachten durfte..
und..
dem Glöckchen tragenden, unwissenden Raubtier erklären, weshalb es Unterschiede zwischen Anziehung und Anziehung gibt und wie sie sich äußert... eine weitere hervorragende Gelegenheit für mich, mich als Affe zu präsentieren, denn auch uns ließ das Schicksal nicht so einfach aneinander vorbei gehen.
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Myriel
O wie lieblich, o wie schicklich,
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Leute, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Aber von Geschlecht verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre
Dazu nötigen Papiere
So wie auch die Haushaltsachen
Endlich mal in Ordnung machen
Und in Ehren und beizeiten
Hin zum Standesamte schreiten,
Wie es denen, welche lieben,
Vom Gesetze vorgeschrieben,
Dann ruft jeder freudiglich:
'Gott sei Dank, sie haben sich!'
(Wilhelm Busch)
Die Freudenrufe oder sonstige Begeisterungsausbrüche blieben Myriel freiweg erst einmal im Halse stecken. Schockiert, entsetzt....fassungslos. Das waren die richtigen Worte, um ihre Reaktion auf dieses 'freudige' Ereignis am treffendsten zu beschreiben. War Fräulein Elli vollends verrückt geworden? Die Aufgabe, den Muntschatz auszuhandeln, war immer noch dem Vater oder Vormund vorbehalten.Auf der einen Seite fühlte sie sich ja geehrt, auf der anderen aber verschlug es ihr erst einmal den Atem, als Fräulein Elli ihr diese verantwortungsvolle Aufgabe antrug.
Das der zukünftige Ehemann Therben war, das wog schwer, sehr schwer.
Myriels Verhältnis zu Therben könnte man bestenfalls und nur mit viel Freundlichkeit als entspannt bezeichnen, sie hatte eine Art Waffenstillstand geschlossen, aber sie belauerte und misstraute ihm weiterhin. Immer auf der Hut, dem Herrn keine Angriffsfläche, keine Schwachstelle zu bieten, aber genauestens auf die seinen achtend. Sie traute ihm nicht weiter, als das sie ihn sehen konnte und Myriels Sichtfeld war in diesem besonderen Fall sehr sehr begrenzt. Seinem 'Charme', den er versprühte, entzog sie sich beharrlich, immer einen Zweifel im Hinterkopf behaltend, seine Worte, Gesten in Frage stellend. Gut, sie musste ihm zugute halten, das er bei dem Gespräch mit der Statthalterin, das genau genommen im Kerker hätte enden müssen, ihren und Ellis Kopf gerettet hatte. Aber eine Schwalbe machte noch lange keinen Sommer!
Aber ernst schien es ihm ja zu sein, sonst hätte er Fräulein Elli keinen Antrag gemacht und, daran hatte Myriel keinerlei Zweifel, würde es auch ganz sicher nicht auf sich nehmen, mit ihr solche Gespräche zu führen. Ein energisches Kopfschütteln ihrerseits. Nein, auch eine zweite Schwalbe reichte nicht für einen ganzen Sommer aus!!
Sie war bereit, einen Schritt auf Therben zu zugehen, aber vorerst nur einen einzigen.
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Leute, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Aber von Geschlecht verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre
Dazu nötigen Papiere
So wie auch die Haushaltsachen
Endlich mal in Ordnung machen
Und in Ehren und beizeiten
Hin zum Standesamte schreiten,
Wie es denen, welche lieben,
Vom Gesetze vorgeschrieben,
Dann ruft jeder freudiglich:
'Gott sei Dank, sie haben sich!'
(Wilhelm Busch)
Die Freudenrufe oder sonstige Begeisterungsausbrüche blieben Myriel freiweg erst einmal im Halse stecken. Schockiert, entsetzt....fassungslos. Das waren die richtigen Worte, um ihre Reaktion auf dieses 'freudige' Ereignis am treffendsten zu beschreiben. War Fräulein Elli vollends verrückt geworden? Die Aufgabe, den Muntschatz auszuhandeln, war immer noch dem Vater oder Vormund vorbehalten.Auf der einen Seite fühlte sie sich ja geehrt, auf der anderen aber verschlug es ihr erst einmal den Atem, als Fräulein Elli ihr diese verantwortungsvolle Aufgabe antrug.
Das der zukünftige Ehemann Therben war, das wog schwer, sehr schwer.
Myriels Verhältnis zu Therben könnte man bestenfalls und nur mit viel Freundlichkeit als entspannt bezeichnen, sie hatte eine Art Waffenstillstand geschlossen, aber sie belauerte und misstraute ihm weiterhin. Immer auf der Hut, dem Herrn keine Angriffsfläche, keine Schwachstelle zu bieten, aber genauestens auf die seinen achtend. Sie traute ihm nicht weiter, als das sie ihn sehen konnte und Myriels Sichtfeld war in diesem besonderen Fall sehr sehr begrenzt. Seinem 'Charme', den er versprühte, entzog sie sich beharrlich, immer einen Zweifel im Hinterkopf behaltend, seine Worte, Gesten in Frage stellend. Gut, sie musste ihm zugute halten, das er bei dem Gespräch mit der Statthalterin, das genau genommen im Kerker hätte enden müssen, ihren und Ellis Kopf gerettet hatte. Aber eine Schwalbe machte noch lange keinen Sommer!
Aber ernst schien es ihm ja zu sein, sonst hätte er Fräulein Elli keinen Antrag gemacht und, daran hatte Myriel keinerlei Zweifel, würde es auch ganz sicher nicht auf sich nehmen, mit ihr solche Gespräche zu führen. Ein energisches Kopfschütteln ihrerseits. Nein, auch eine zweite Schwalbe reichte nicht für einen ganzen Sommer aus!!
Sie war bereit, einen Schritt auf Therben zu zugehen, aber vorerst nur einen einzigen.
Zuletzt geändert von Myriel am Donnerstag 3. Juli 2008, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Therben Masard
Ich war nicht sonderlich überrascht sie zu treffen, was mich dann aber sehr wohl überraschte, war ihr Anliegen, mit dem daran geknüpften „Auftrag“ Fräulein Milya betreffend.
„Eure Nähe schadet ihr... bedenkt dies. Was auch immer gewesen ist. Das ist Euch.. zuträglicher.“
Mir zuträglicher? Sie drohte mir? Oh nein, gewiß nicht!
„Seht dies als Rat, der Euer Leben bewahren wird.“
Sie riet mir also nur... mit der Hand an ihrem Schwertknauf. Ich hatte einerseits nicht schlecht Lust, die junge Göre übers Knie zu legen und andererseits amüsierte sie mich ein wenig.
„Gebt acht, wie Ihr Eure Worte wählt.. Ihr seid noch nicht ganz aus dem Alter raus, dass Ihr nicht übers Knie gelegt gehören könntet.“
„Seid gewarnt Therben.. mehr habe ich Euch nicht zu sagen.“
Einige Zeit später, beim geruhsamen Angeln, lasse ich Revue passieren, wie es eigentlich zu diesem Auftrag gekommen war. Nur kurz war ich in Bajard und hatte das Fischerdorf gerade verlassen, als eine Reiterin an mir vorbei ritt, ihr Pferd vor mir zum Stehen brachte und mir zurief:
„Haltet ein..“
Schnell machte ich sie als die Bekannte aus, mit der ich Fräulein Milya des Öfteren gesehen hatte, Fräulein Jasmin. Ich kannte nur ihren Vornamen.
Sie bat mich um kurzes Geleit auf ein paar Worte und ihr diese nicht abschlagen wollend, folgte ich ihr, bis zum Meeresufer.
„Wißt Ihr.. ich bekam von Euer letzten Auseinandersetzung mit Milya.. ein wenig mit.. und gewiß weiß ich, Euch so.. persönlich zu fragen, worauf Ihr nicht antworten müßt. Doch... interessiert mich, was sie und was Euch bewegt.. inwiefern Ihr zueinander standet und steht.. denn ich sorge mich um sie, werdet Ihr es jedoch nie verstehen, was mich bewegt. Nur ihr Leben, ihr Glück und ihre Freude am Leben liegt mir näher als das Leben vieler. Als wir ins in Varuna sahen, Ihr euch genähert habt, so war sie.. überglücklich - einst! Sie wollte Euch umarmen, so entging mir jenes nicht und.. ich verstehe nicht, nicht gänzlich.“
Aha, sie verstand nicht gänzlich. Sollte sie? Mußte sie?
„Ich kann Euch nicht sagen was _sie_ bewegt.. und verzeiht.. aber was mich bewegt geht nur mich und die mir nahe stehenden an.. zu denen zähle ich Euch gerade nicht. Der Wechsel.. von Fräulein Milyas Stimmungen.. den wird ebenfalls nur sie Euch erklären können. Ich kann nur soviel sagen.. sie wollte Offenheit.. und Ehrlichkeit. Ich war offen.. und ich war ehrlich.“
Ich weiß nicht, was sie erwartet hatte, dass ich ihr sage, aber es gereichte zu einer Stutenbissigkeit, mit der sie reagierte.
„Aye, das vernahm ich, so befriedet mich nicht mit Floskeln! Ich hörte nur.. etwas.. von einer Frau.. und etwas, das darauf schließen läßt, dass es.. Zuneigungen gab. Ich gehöre gewiß nicht zu Euren Vertrauten an, doch spricht sie nicht darüber.“
Obwohl Fräulein Milya es ihr gegenüber wohl abgelehnt hatte, darüber zu sprechen, was zwischen uns „vorgefallen“ war, nachdem sie an der Kutsche den Disput mitbekommen hatte, besaß sie doch die kindliche Naivität, zu glauben, ich würde sie über Fräulein Milyas Befindlichkeiten aufklären, oder aufklären können. Hielt sie mich für derart dämlich, dass ich dies tun würde?
„Sie wird einen Grund dafür haben, dass sie nicht darüber sprechen möchte, meint Ihr nicht? Und meint Ihr nicht auch.. dass es unfein ist, sich hinter ihrem Rücken bei mir zu erkundigen?“
„Wißt Ihr.. wie es ist, wenn Ihr jemanden vertraut, wenn Ihr jemanden bereit seid alles zu geben? Vor allem.. diese Hilflosigkeit, wenn Ihr nicht helfen könnt, weil Ihr nicht wißt, was geschehen ist? So hörte es sich an, als hätte sie etwas empfunden, auch ihre Blicke sind mir als Frau nicht fremd! Weshalb ich mich so einsetze? Das verwehre ich Euch wie Ihr mir jedwedes Wort.“
Nun schlug es irgendwo dreizehn. Dieser große weiße Vogel wollte mir weis machen..?
„Fräulein.. alles was sie empfunden hatte war.. Neugier.“
Und damit sollte es nun auch mal gut sein.
Nein, sollte es wohl nicht.
„Ist dem so? Beharrt Ihr auf dieser Meinung? So ist es mir nicht vorstellbar, wenn.. ich das zusammenfüge, was sie sprach.“
Sie ging mir langsam auf die Nerven. „Fräulein, sie sagte es mir selbst.“
Frauen wußten nie, wann es genug war, oder?
„Oh und diese Reaktion? Ihr könnt mir weis machen, was Ihr wünscht, doch Eure Nähe schadet ihr.. bedenkt dies. Was auch immer gewesen ist. Das ist Euch.. zuträglicher.“
Nein, die letzten Sätze will ich nicht noch einmal Revue passieren lassen.
Im Nachhinein denke ich, ich hätte sie übers Knie legen sollen.
Nicht für ihre Sorge, was auch immer sie für Fräulein Milya empfand, dass sie derart wißbegierig war, nein für die Dreistigkeit, mir so gegenüber zu treten, aber ich weiß:
„Hochmut Fräulein Jasmin.. kommt vor dem Fall.“
„Eure Nähe schadet ihr... bedenkt dies. Was auch immer gewesen ist. Das ist Euch.. zuträglicher.“
Mir zuträglicher? Sie drohte mir? Oh nein, gewiß nicht!
„Seht dies als Rat, der Euer Leben bewahren wird.“
Sie riet mir also nur... mit der Hand an ihrem Schwertknauf. Ich hatte einerseits nicht schlecht Lust, die junge Göre übers Knie zu legen und andererseits amüsierte sie mich ein wenig.
„Gebt acht, wie Ihr Eure Worte wählt.. Ihr seid noch nicht ganz aus dem Alter raus, dass Ihr nicht übers Knie gelegt gehören könntet.“
„Seid gewarnt Therben.. mehr habe ich Euch nicht zu sagen.“
Einige Zeit später, beim geruhsamen Angeln, lasse ich Revue passieren, wie es eigentlich zu diesem Auftrag gekommen war. Nur kurz war ich in Bajard und hatte das Fischerdorf gerade verlassen, als eine Reiterin an mir vorbei ritt, ihr Pferd vor mir zum Stehen brachte und mir zurief:
„Haltet ein..“
Schnell machte ich sie als die Bekannte aus, mit der ich Fräulein Milya des Öfteren gesehen hatte, Fräulein Jasmin. Ich kannte nur ihren Vornamen.
Sie bat mich um kurzes Geleit auf ein paar Worte und ihr diese nicht abschlagen wollend, folgte ich ihr, bis zum Meeresufer.
„Wißt Ihr.. ich bekam von Euer letzten Auseinandersetzung mit Milya.. ein wenig mit.. und gewiß weiß ich, Euch so.. persönlich zu fragen, worauf Ihr nicht antworten müßt. Doch... interessiert mich, was sie und was Euch bewegt.. inwiefern Ihr zueinander standet und steht.. denn ich sorge mich um sie, werdet Ihr es jedoch nie verstehen, was mich bewegt. Nur ihr Leben, ihr Glück und ihre Freude am Leben liegt mir näher als das Leben vieler. Als wir ins in Varuna sahen, Ihr euch genähert habt, so war sie.. überglücklich - einst! Sie wollte Euch umarmen, so entging mir jenes nicht und.. ich verstehe nicht, nicht gänzlich.“
Aha, sie verstand nicht gänzlich. Sollte sie? Mußte sie?
„Ich kann Euch nicht sagen was _sie_ bewegt.. und verzeiht.. aber was mich bewegt geht nur mich und die mir nahe stehenden an.. zu denen zähle ich Euch gerade nicht. Der Wechsel.. von Fräulein Milyas Stimmungen.. den wird ebenfalls nur sie Euch erklären können. Ich kann nur soviel sagen.. sie wollte Offenheit.. und Ehrlichkeit. Ich war offen.. und ich war ehrlich.“
Ich weiß nicht, was sie erwartet hatte, dass ich ihr sage, aber es gereichte zu einer Stutenbissigkeit, mit der sie reagierte.
„Aye, das vernahm ich, so befriedet mich nicht mit Floskeln! Ich hörte nur.. etwas.. von einer Frau.. und etwas, das darauf schließen läßt, dass es.. Zuneigungen gab. Ich gehöre gewiß nicht zu Euren Vertrauten an, doch spricht sie nicht darüber.“
Obwohl Fräulein Milya es ihr gegenüber wohl abgelehnt hatte, darüber zu sprechen, was zwischen uns „vorgefallen“ war, nachdem sie an der Kutsche den Disput mitbekommen hatte, besaß sie doch die kindliche Naivität, zu glauben, ich würde sie über Fräulein Milyas Befindlichkeiten aufklären, oder aufklären können. Hielt sie mich für derart dämlich, dass ich dies tun würde?
„Sie wird einen Grund dafür haben, dass sie nicht darüber sprechen möchte, meint Ihr nicht? Und meint Ihr nicht auch.. dass es unfein ist, sich hinter ihrem Rücken bei mir zu erkundigen?“
„Wißt Ihr.. wie es ist, wenn Ihr jemanden vertraut, wenn Ihr jemanden bereit seid alles zu geben? Vor allem.. diese Hilflosigkeit, wenn Ihr nicht helfen könnt, weil Ihr nicht wißt, was geschehen ist? So hörte es sich an, als hätte sie etwas empfunden, auch ihre Blicke sind mir als Frau nicht fremd! Weshalb ich mich so einsetze? Das verwehre ich Euch wie Ihr mir jedwedes Wort.“
Nun schlug es irgendwo dreizehn. Dieser große weiße Vogel wollte mir weis machen..?
„Fräulein.. alles was sie empfunden hatte war.. Neugier.“
Und damit sollte es nun auch mal gut sein.
Nein, sollte es wohl nicht.
„Ist dem so? Beharrt Ihr auf dieser Meinung? So ist es mir nicht vorstellbar, wenn.. ich das zusammenfüge, was sie sprach.“
Sie ging mir langsam auf die Nerven. „Fräulein, sie sagte es mir selbst.“
Frauen wußten nie, wann es genug war, oder?
„Oh und diese Reaktion? Ihr könnt mir weis machen, was Ihr wünscht, doch Eure Nähe schadet ihr.. bedenkt dies. Was auch immer gewesen ist. Das ist Euch.. zuträglicher.“
Nein, die letzten Sätze will ich nicht noch einmal Revue passieren lassen.
Im Nachhinein denke ich, ich hätte sie übers Knie legen sollen.
Nicht für ihre Sorge, was auch immer sie für Fräulein Milya empfand, dass sie derart wißbegierig war, nein für die Dreistigkeit, mir so gegenüber zu treten, aber ich weiß:
„Hochmut Fräulein Jasmin.. kommt vor dem Fall.“