nach Hause

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Leana Leador

nach Hause

Beitrag von Leana Leador »

Ich träume von einem Haus am Meer, Kinder und einer bezaubernden Frau. Harmonisch soll es sein, eine Familie – ein Leben.

So oder so ähnlich waren seine Worte gewesen doch nun war ihr eines klar, sie würde diese Frau nicht sein. Lange schon hatte sie es hinausgezögert, hatte zugesehen wie die Leute kamen und gingen, jetzt war es an der Zeit auch für sie zu gehen. Ein letztes Mal ging sie durch das gemeinsame Haus, strich mit den Fingern über das Bett und ließ nur ein Schreiben zurück. Es bedurfte keines Abschiedes denn sonst würde er sie nicht gehen lassen. Amüsiert zog die Schneiderin die fein geschwungenen Augenbrauen zusammen. Was machte sie sich überhaupt noch Sorgen? Es war vollkommen gleich wer wie über sie dachte denn kaum jemanden würde sie je wiedersehen.

Energisch wurden die dunkelroten Haare zurückgeschoben wann immer sie ihr beim Packen in das Gesicht fielen und schließlich gab sie es auf. Nur wenig nahm sie mit sich, alles andere ließ sie zurück. Mit jedem Schritt den sie fort kam kehrte das abenteuerliche Funkeln in die grünen Augen zurück und als der erste, noch unsichere Schritt auf das Deck des Schiffes folgte sah sie nicht einmal nach Bajard zurück. Kaum jemand wusste das sie überhaupt mit dem Gedanken gespielt hatte dem Festland den Rücken zu kehren und niemandem hatte sie gesagt das es Heute soweit sein würde. Achtlos landeten die Taschen in einer Ecke dann drehte sie sich zu einigen der Mitreisenden um. Ein längerer Blick, ein Lächeln und schon band man sie mit ein. Fast etwas langweilig erschien ihr das beiläufige Geplänkel an Deck und mit einem gewissen Bedauern wurde ihr klar des sie die nächsten Wochen nichts anderes haben würde.

Langsam nur war die Zeit verstrichen. Eine ruhige Fahrt bedeutete auch immer eine gewisse Langeweile womit Leana froh war als endlich der heimatliche Hafen in Sicht kam. Suchend ließ sie ihren Blick über die Menschen schweifen dann endlich kamen zwei vertraute Gesichter in ihr Blickfeld. Wild winkend ließ sie ihr Gepäck fallen und wurde Momente später auch schon empor gehoben und einmal durch die Luft gewirbelt ehe der zweite Bruder heran war und sie selbige Prozedur erneut über sich ergehen ließ. Lachend und mit Tränen in de Augen verging kein Moment der Stille und bereits auf dem Weg zum elterlichen Hof wurden Erfahrungen ausgetauscht.

Nein, nein – ich werde nicht zurück kehren... ich bleibe.

Endgültigkeit schwang in den Worten mit und flüchtig sogar ein wenig Bedauern. Bei dem herzlichen Lächeln das sie auf die Worte erntete war dieses Gefühl rasch verschwunden. In den Jahren auf dem Festland hatte sie viel erlebt und gelernt. Freunde waren gekommen und gegangen. Liebe, Leid, Tod alles und nichts würde als behütete Erinnerung zurückbleiben. Schmunzelnd zuckten die Mundwinkel empor als sie auf die Neckereien ihrer Brüder reagierte und Paroli bot. Dann liefen sie das restliche Stück zum Haupthaus wo sie ihre Eltern in die Arme schloss. Hier gehörte sie her und hier würde sie bleiben – endlich zu Hause. Zufrieden schloss sie die Augen und atmete den Vertrauten Duft der Umgebung ein. Es gab nur eines was sie bedauerte – ihn verletzt zu haben. Doch vielleicht würde er sie eines Tages verstehen ....


*so man sich dem Schreiben auf dem Bett widmet offenbaren sich in fein geschwungener Schrift folgende Zeilen..*


Bis hinter den Horizont
reichen uns´re Gedanken,
die Segel gesetzt,
sonnenglitzernd die Planken,

wo der Wind uns hinträgt,
vereint im Nichts,
mit den Wellen der Worte
sind wir Kinder des Lichts,

die Freiheit genießend
auf den Meeren des Seins
brauchen wir keinen Hafen,
denn wir sind Eins.



*Eine detailierte Nachricht wird man jedoch vergeblich suchen. Vermutlich wird man bei etwaigen Nachforschungen auch lediglich erfahren dass die Schneiderin das Festland mit dem Schiff verlassen habe.*
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