Zähneknirschend starrte Halgar auf sein, von Holzwürmern zerfressendes Holzbein. Wie konnte er so dumm sein dem Skipper zu vertrauen? Wie konnte er so dumm sein sich in die Hände eines nüchternen Plonk Sehfaht zu begeben? Murrend nuckelte Halgar an seiner Pulle um seinen Zorn herunter zu spülen. Plonk dieser Sohn einer dreckfressenden Larve, dieser Auswurf eines schmierigen Ogers, diese versoffene Natter, dieser nach Weiberparfüm stinkende Sohn einer Hafendirne, * die Liste scheint schier Endlos *. Doch wie begann es...
Es waren ruhige Nächte auf See und die Tage mild und nicht zu stark bewindet, als plötzlich der Wind nachließ und die Suffige Nixe auf dem Meer stehen blieb. Eine Flaute war Plonk recht Egal da er immer genug Suff an Bord hatte um diese feuchter Kehle zu übersthen. Doch waren die Tage lang auf See und nicht jeder sorgte so vorbildlich für seinen Rumvorrat. Es war der Durst und diese unerträgliche Klarheit in Halgars Kopf die ihn seinen Skipper bestehlen lies. Zudem war es Halgar in diesem Augenblick egal was dieser Halswarzenträger Plonk mit ihm hätte anstellen können, denn die Leber brauchte Arbeit und der Geist Entspannung.
Jeder Schluck aus diesen nicht in Gold aufzuwiegenden Pullen war es wert. Jeder Schluck ein Schritt in das Paradies der Illusionen und Schönrederei. Doch hielt die Flaute länger als erwartet und der Suff des Skipper ging zur Neige. Man sah in den Augen des Skipper die Panik aufkommen und man spürte über das ganze Deck seine Anspannung. Doch dies war Halgar recht egal so er ja seinen Vorrat am Suff des Skipper zu genüge aufgefüllt hatte. Teilen? Ein Fremdwort für Halgar.
Doch war der Geist des Skipper nun sonderbar verwirrt. Er fing an Pläne zu schmieden und bezichtigte die Crew des Diebstahls. Natürlich war diese Anhäufung stinkender Kadaver schuldig, ebenso schuldig wie der Skipper der sie anführte. Besoffen und voller Tatendrang vollzog Halgar in der Zeit die Bestrafungen für seinen Skipper an der Crew der Suffigen Nixe. Alles Diebe und Schurken die es nicht anders verdient hätten, denn den Skipper beklaut man nicht. Jedoch lies Plonk schnell genug von der Mannschaft ab und widmete sich einiger kranker Pläne die ihm nur nüchtern einfallen konnten. Der eine Plan besiegelte Halgars Zukunft. Seedrachen erlegen um in ihren Mägen nach den Schätzen der Tiefe zu suchen. Freiwillige denen Plonk befahl sich an einem Seil in das Meer herunter zu lassen weigerten sich allesamt. Sie waren Nüchtern genug um zu erkennen wie dumm es war sich einem Seedrachen als Köder anzubieten. Es gab nur einen An Bord dessen Geist benebelt genug um den Befehl des Skipper zu befolgen. Es war nur ein Seil und ein Kleiner Schnitt am Bein nötig um auch sicher zu gehen einen gefräßigen Seedrachen anzulocken. Es war übel in das Meer eingetaucht zu werden und auch der Suff schien langsam nachzulassen. Langsam wurde Halgar sich bewusst auf was er sich dort einließ und es begann die Panik seinen Körper zu übernehmen.
Nicht einmal fünf minuten dauerte es bis an Bord des Schiffes das Geschrei losging. „Drachnschlange Backbord!!!“ und man versuchte hektisch Halgar aus dem Meer zu ziehen. Ein Stechen im Bein war alles was Halgar spürte an seinem durch Kälte und Suff betäubten Bein. Schüsse fielen und prallten neben ihn im Wasser ein. Doch keiner dieser rumsüchtigen zitternden trockengelegten Idioten traf das Biest was nun wirklich kaum zu verfehlen war. Der Seedrache entkam mit dem Bein Halgars und lies sich das gute Stück schmecken. Kreischend und wimmernd vernahm Halgar den Verlust dieses Beines was Plonk nur mit einem „Schejsse do häs dät Schlange entkumm lassn!“ quitierte. Doch auch Plonk wusste das Bein würde er seinem ersten Maat nicht wieder ersetzen können, was ihn zu seiner ersten guten Tat trieb. Aus der Planke der Suffigen Nixe wurde Halgar ein Bein geschnitzt aus dem Holz das alle an Bord ernährte und schützte. Modrig war es und doch hielt es. Kaum war das Bein angebracht zog auch schon der erste Wind wieder auf und man steuerte heimwärts. An diesem Tage lernte Halgar seinen Skipper zu hassen und das es besser wäre den Steuermann nie nüchtern an das Steuer zu lassen. Denn es dauerte nicht lang da steuerte dieser zitternde Trottel das Schiff an die Klippen La Chabezas und das Bein sollte das einzige sein was von diesem Schiff übrig blieb.
Heute hat Halgar seinen Zorn im Suff ertränkt und doch vergisst er nie was an jenem Tage geschah. Und sollten ihn Leute fragen woher er das Bein hätte würden sie folgende Worte vernehmen „Also dät is vonne Schlacht im Südjewässa. Ig allejn jeschn fufzisch Männerse...“